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Super-Gau Großveranstaltung Rebenglühen in Bretzfeld mit mehreren Infizierten – Rückverfolgung Kontaktpersonen schier unmöglich

Am so genannten Rebenglühen in Bretzfeld vom 06. bis 08. März 2020 gab es mehrere Coronainfizierte, die das Virus wiederum an andere Besucher weitergaben. Das Prekäre: Eine solche Veranstaltung kann eine Kettenreaktion auslösen. Mehrere tausend Personen könnten mit den Infizierten Kontakt gehabt haben und möglicherweise ebenfalls angesteckt worden sein. Für das Landratsamt des Hohenlohekreises ein Super-Gau, stellt es sie doch vor die laut eigenen Aussagen schier unmögliche Aufgabe, hier alle Kontaktpersonen ausfindig zu machen.

Über 1.300 Kontaktpersonen konnten hinsichtlich aller Infizierten (nicht nur die des Rebenglühens) ausfindig gemacht werden

Laut dem Landratsamt des Hohenlohekreises seien rund 250 Mitarbeiter des Landratsamtes derzeit sieben Tage die Woche im Schichtdienst damit beschäftigt, die Coronalage im Hohenlohekreis zu bewältigen. Dabei sei insbesondere die Ermittlung von Kontaktpersonen mit COVID 19 erkrankten Personen die Hauptaufgabe, denn nur so können weitere Infektionsketten unterbrochen werden, so das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Dafür sei eine eigene Aufbauorganisation innerhalb des Landratsamtes geschaffen worden. „Wir haben eine komplett neue Struktur im Gesundheitsamt aufgebaut und die Büroarbeitsplätze in mehreren Verwaltungsgebäuden entsprechend umgerüstet“, so Annette Schmidt, kommissarische Amtsleitung des Personal- und Organisationsamtes. Aus allen Verwaltungsbereichen des Landratsamtes sei Personal abgezogen worden, um diese Mammutaufgabe erfüllen zu können.

Rund 1.350 Kontaktpersonen von COVID 19 infizierten Personen konnten so alleine in den letzten Wochen ermittelt werden. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, alle Kontaktpersonen zu erreichen – ob per Mail, telefonisch aber auch auf dem Postweg, um sie über die angeordnete Quarantäne zu informieren“, so Mike Weise, Verwaltungsleiter der Besonderen Aufbauorganisation im Gesundheitsamt. Besonders wichtig ist es, dass infizierte Personen den Mitarbeitern des Landratsamtes immer alle Kontaktpersonen im betroffenen Zeitraum vollständig angeben. Insbesondere bei größeren Veranstaltungen macht dies aber immer wieder Probleme – aber etwa auch bei Personen, die viel in Kundenkontakt sind, wie etwa Kassierer.

Die Hälfte keinerlei Symptome

Die Fallermittlungen haben nun ergeben, dass gleich mehrere infizierte Personen bei der Großveranstaltung Rebenglühen in Bretzfeld vor zwei Wochen gewesen waren. „Hier die Kontakte nachzuvollziehen ist objektiv kaum möglich“, erklärt die Leiterin des Gesundheitsamts, Dr. Antje Haack-Erdmann. Insbesondere deshalb, da gut die Hälfte der Infizierten keinerlei Symptome aufweisen und gar nicht wüssten, dass sie infiziert sind. Diese Personen bemerkten auch oft gar nicht, dass sie überhaupt krank waren.

„Aufgrund der aktuellen Erkenntnisse kann nicht ausgeschlossen werden, dass Besucher des Rebenglühens vor zwei Wochen in Kontakt mit infizierten Personen gekommen sind“, so Haack-Erdmann. „Daher sei es wichtig, dass Besucher des Rebenglühens, bei denen die typischen Symptome auftreten, telefonisch Kontakt zum jeweiligen Hausarzt aufnehmen“, so Bretzfelds Bürgermeister Martin Piott. Eine individuelle Nachverfolgung aller Kontakte ist aufgrund der hohen Besucheranzahl nicht möglich.

Besucher des Rebenglühens sollten bei Symptomen Hausarzt kontaktieren

Für alle Fragen zum Coronavirus ist das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises werktags von 8 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 07940 18-888 zu erreichen. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet.
Grundsätzlich gilt weiterhin der Appell zuhause zu bleiben. Neben den allgemeinen Hygienetipps, wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen, sollte vor allem Abstand zu anderen Personen gehalten werden.




Der Shut-down muss kommen

Quarantäne – Kinderbetreuung – Schule zu Hause – Eltern am Anschlag zwischen Job und Kindern. Deutschlands Firmen brechen wegen den Auswirkungen und der politischen Verordnungen der Coronapandemie reihenweise die Arbeitnehmer weg. Wie soll da ein Betrieb noch richtig laufen können? Oder aber die Arbeitnehmer erledigen home office und Kinderbetreuung in einem Aufwasch und gehen parallel noch für die ältere Generation innerhalb der Familie einkaufen. Man mag erst gar nicht daran denken, wenn dann noch eine Infektion mit dem Coronavirus hinzukommt. In dieser Zeit haben viele nicht nur das Gefühl der Überforderung.

Der Industrie ergeht es ähnlich. Firmen haben weiterhin ihre Ausgaben, während die Aufträge wegbrechen und/oder es an Arbeitnehmern zum Abarbeiten derselben fehlt. Ein Teufelskreis. Ein so genannter Shut-down, den diverse Experten für Deutschland empfohlen haben, würde helfen, den Druck aus der Gesellschaft zu nehmen und zugleich die potentielle Zahl der Ansteckungen radikal zu reduzieren. Doch was bedeutet ein Shut-down?

Bei einem Shut-down herrscht quasi für eine gewisse Zeit – hinsichtlich der Coronakrise empfehlen Experten zwei bis drei Wochen – eine Art Stillstand im Land. Sprich: Firmen arbeiten in dieser Zeit nicht mehr, nur die Betriebe und Einrichtungen laufen auf Minimalniveau weiter, die für die Versorgung – selbstverständlich auch und insbesondere der Gesundheitsversorgung – von Nöten sind, wie etwa die Lebensmittelbranche.

Alles andere „gefriert“ ein. Idealerweise auch alle monatlichen Abbuchungen von laufenden Kosten. Das betrifft unter anderem Mieten, Forderungen von Banken und ähnliches. Das würde vielen am Ende des Monats März schon helfen. Wenn man diesen Shut-down nun ausrufen würde, wäre im Monat April eventuell schon wieder Licht am Ende des Tunnels.

Je später man aber nun reagiert, umso größer der Schaden und umso länger wird Deutschland brauchen, sich davon zu erholen.

Symbolfoto Geld. unsplash/Ibrahim Rifath

 




„4 Stunden versuche ich nun schon, meinen Hausarzt zu erreichen“ – „Angst, wie aussätzig behandelt zu werden“ – Künzelsauerein beschreibt ihren Weg zum Corona-Test

Carola M. möche nicht mit Namen genannt werden, aber die Künzelsauerin möchte darüber berichten, wie das Prozedere war, das sie vergangene Woche bezüglich eines Coronatests durchlaufen hat.
Carola M.s Hals brennt, sie hat Schuckbeschwerden, Atemprobleme. Hat sie etwa der Coronavirus erwischt? „Vier Stunden habe ich versucht, meinen Hausarzt zu erreichen.“ Ohne Erfolg. Ständig habe das Besetztzeichen geantwortet. Die Mutter weiß, dass es vielen derzeit so gehe. Dennoch, sie will nicht länger warten, ruft beim Gesundheitsamt an. Sie erklärt ihr Problem einer Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes, diese sagt, sie müsse einfach weiter versuchen, ihren Hausarzt zu erreichen. Oder einen anderen Arzt anrufen. Oder ein Krankenhaus kontaktieren. „Ich soll zu Hause abwarten, bis es schlimmer wird und dann ein Krankenhaus anrufen oder einen Krankenwage rufen. Sehr beruhigend“, findet Carola M. und beschließt für sich: „Wenn ich die nächsten Stunden wieder nicht durchkomme, fahre ich hin zum Arzt und bleibe vor der Tür, bis mir geholfen wird.“
Ob ich Kontakt zu Infizierten hatte, wurde sie gefragt. Nicht bewusst. Aber sicher weiß sie es nicht. Wo ich letzte Woche vor zirka neun Tagen gewesen sei, wird sie gefragt. Im Carmen-Würth-Forum bei einem Konzert, bei einem einem Elternstammtisch, im Sportverein, bei einer Schulung. Zusätzlich arbeitet sie an einem Arbeitsplatz, andem sie viel Kontakt mit Menschen hat. „In den USA könnte ich mich jetzt ins Auto setzen und einen Abstrich machen lassen. Das ist hier nicht möglich“, sagt Carola M.. Ihr Frust ist groß, doch dann tut sich was.
Irgendwann kommt Carola M. bei ihrem Hausarzt durch und bekommt für den nächsten Tag einen Termin zwecks Abstrich. Da der Arzt in Kupferzell wegen des Coronavirus‘ seine Praxis schließen musste, fährt sie nach Braunsbach. Der Arzt vor Ort sei sehr gut in seinem Vorgehen, lobt Carola M.: „In einem Zelt, das neben der Praxis steht, werden die Abstriche von dem Arzt genommen. Seine Frau schreibt die Rezepte vor der Tür im Freien. Alle Patienten stehen mindestens 2m voneinander getrennt. Das ist ein Team dort und die arbeiten gut zusammen. Man müsste sich bei den Anwohnern bedanken für ihre Geduld und die Einschränkung,die sie jetzt haben. Andere wären schon längst ausgeflippt, wenn sie eine Abstrichstelle vor dem Wohnzimmerfenster oder der Haustür hätten. Die leisten hier echt super Arbeit“, sagt Carola M.. „Die Ärzte arbeiten ununterbrochen, ohne Pause, ohne etwas zu trinken, durch.“ Hierfür zolle sie ihnen großen Respekt und fordert, dass die Arztpraxen entlastet werden müssten, unter anderem beim Telefondienst.
Carola M. habe die Erfahrung gemacht, dass die Leute hier im Hohenlohekreis sich nicht trauen, sich als coronainfiziert zu outen. „Sie haben Angst, für immer wie Aussätzige behandelt zu werden.“

Als sie das negative Testergebnis nur drei Tage später kommt, ist sie dennoch erleichtert. Sie hat kein Corona.

Für Carola M. hat sich der Alltag seit dem Ausbruch des Virus‘ nun grundlegend geändert. Ihre Kinder lässt sie nicht mehr auf Straße mit den anderen Kindern spielen wegen der Ansteckungsgefahr. Aber es gibt auch etwas Positives: „

„Heute Mittag war ich im Garten, ich habe den Frühling viel stärker war genommen als die Jahre davor. Die Vögel die Sonnenstrahlen, alles war ruhiger als sonnst. Es ist schön, wenn die Familie zusammen Zuhause ist. Normalerweise haben wir so viele Termine. Wir haben nun Zeit zusammen und diese Zeit genieße ich.“



Fast 4.000 Infizierte in Ba-Wü – Hohenlohe 222 Fälle

Das Sozialministerium veröffentlicht ab sofort die Zahlen von allen einzelnen Stadt- und Landkreisen des Bundeslandes. Nach dieser Tabelle (von Samstag, den 21. März 2020) hat der Hohenlohekreis mittlerweile offiziell 222 Fälle. Einen Tag zuvor waren es noch 189 offiziell bestätigte Fälle.

Corona Zahlen Hohenlohe. Screenshot Internetseite des baden-württembergischen Sozialministeriums vom 21.03.2020




Restaurants & Frisöre schließen – Mindestabstand 1,5m – Zuhause bleiben – Neue Bestimmungen Hohenlohe

Am heutigen Samstag, den 21.03.2020, trat die Verordnung der Landesregierung zur Änderung der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg in Kraft. Das Land hat Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschlossen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Hohenlohekreises hervor. Diese Maßnahmen beinhalten für den Hohenlohekreis gemäß der Pressemitteilung:

1. Alle Restaurants und Gaststätten im Land müssen schließen. Essen zum Mitnehmen und auf Bestellung bleibt aber weiterhin möglich.

2. Alle Zusammenkünfte und Ansammlungen auf öffentlichen Plätzen sind verboten. Gruppenbildungen von mehr als drei Personen darf es nicht mehr geben.

3. Einreisen und Durchreisen von Personen aus internationalen Corona-Risikogebieten nach Baden-Württemberg sind untersagt. Ausgenommen sind Fahrten zum Arbeitsplatz, zum Wohnort, zum Transport von wichtigen Gütern und besondere Härtefälle, etwa bei einem Todesfall in der Familie.

4. Frisöre müssen schließen.

Landrat Dr. Matthias Neth und die Bürgermeister der Hot-Spots, Torsten Kunkel, Gemeinde Pfedelbach und Christoph Spieles, Gemeinde Kupferzell, rufen die Bevölkerung dazu auf, sich ausdrücklich an diese Vorschriften zu halten.

So ergeht in Pfedelbach vom dortigen THW am Samstag folgende Durchsage, die nochmals auf die Verordnung der Landesregierung hinweist:
„Ab heute ist das Betreten öffentlicher Orte mit mehr als drei Personen verboten!
Familien dürfen weiterhin gemeinsam unterwegs sein.

Für alle gilt ein Mindestabstand von 1,5 Metern, der einzuhalten ist.

Weiterhin erlaubt ist das Einkaufen Ihrer Lebensmittel, Arztbesuche, die Betreuung hilfebedürftiger Menschen und die Berufsausübung.

Bitte verlassen Sie nur in ganz dringenden Fällen Ihre Wohnung und vermeiden Sie weitestgehend soziale Kontakte.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.pfedelbach.de und www.hohenlohekreis.de“
Das Landratsamt Hohenlohekreis ermittelt weiterhin Kontakte von positiv Getesteten, um Infektionsketten nachvollziehen zu können. Gerade bei Großveranstaltungen ist die Ermittlung von Kontaktpersonen von Corona-Infizierten sehr aufwendig. So hat bei der Veranstaltung „Rebenglühen“ am Sonntag, 8. März 2020, ein auf Corona positiv Getesteter an einem Stand gearbeitet. „Wir bitten die Besucher des Rebenglühens vom 8. März 2020 bei Corona Symptomen telefonisch Kontakt zum Hausarzt aufzunehmen“, so Bretzfelds Bürgermeister Martin Piott und Landrat Dr. Matthias Neth.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises




Pfedelbacher dürfen Wohnungen nicht mehr verlassen

Am Samstag, den 21. März 2020, 18.50 Uhr macht die Feuerwehr in Pfedelbach-Oberhöfen eine Lautsprecherdurchsage an alle Einwohner. Unter anderem dürfen die Einwohner ihr Haus beziehungsweise ihre Wohnung nur noch in dringenden Fällen verlassen, etwa zum Einkaufen oder Arbeiten gehen, Versammlungen von mehr als drei Menschen, die nicht zur Familie gehören, sind untersagt. Die Feuerwehr wiederholte diese Durchsagen auch in den anderen Ortsteilen und in Pfedelbach selbst.

Die Feuerwehr Pfedelbach macht eine Lautsprecherdurchsage. Foto: GSCHWÄTZ




Corona: Reaktivierung des Künzelsauer Krankenhauses möglich

Nein.“ So lautete die knappe Antwort der Barmherzigen Brüder Trier (BBT), dem Mehrheitseigner der Hohenloher Krankenhaus gGmbH vor nicht allzu langer Zeit auf die Frage (wir berichteten), ob das ehemalige Künzelsauer Krankenhaus im Zuge der Corona-Pandemie eventuell wieder genutzt werden wird, etwa für eine Quarantänestation oder auch, um Infizierte zu behandeln. Auch mögliche andere Nutzungen des Krankenhausgebäudes in Künzelsau im Zuge der Pandemie wurden von der BBT-Gruppe nicht genannt. Mittlerweile hat sich der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha jedoch gegenüber dem SWR dahingehend geäussert, dass auch ehemalige Krankenhausgebäude zur Nutzung von leicht- bis mittelschwer Erkrankten in Betracht gezogen werden. https://www.gschwaetz.de/2020/03/14/gesundheitsminister-lucha-moechte-leere-krankenhaeusgebaeude-zur-behandlung-des-virus-zu-nutzen/

Also besteht nun doch die Möglichkeit einer Reaktivierung und wenn ja, wer entscheidet dies nun in einer derartigen Ausnahmesituation, wie wir sie aktuell erleben – der Mehrheitseigner BBT oder die Regierung? Fragt man diesbezüglich das Landratsamt, ist die Antwort eindeutig: „Ob und inwieweit das ehemalige Krankenhausgebäude Künzelsau von der Landes- oder Bundesregierung genutzt werden soll, ist nicht durch den Hohenlohekreis, sondern durch die Bundes- beziehungsweise Landesregierung zu entscheiden.“ Die Landesregierung hat sich bislang noch nicht dazu geäussert, welche ehemaligen Krankenhäuser hier in Betracht gezogen werden.

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann würde er eine Reaktivierung begrüßen. Grundsätzlich ist es laut Neumann wichtig, in dieser Ausnahmesituation, zu fragen: „Was ist notwendig, damit Betroffene adäquat behandelt werden?“

Entscheidend wird hier sein, wie stark die Zahl der Infizierten im Hohenlohekreis ansteigen wird und wie viele von ihnen einen Krankheitsverlauf haben werden, der eine Krankenhausaufenthalt erforderlich macht.

 

 




Ab sofort keine Zahlen mehr zu Infizierten vom Landratsamt

Das Landratsamt gibt ab sofort keine Zahlen mehr zu Infizierten, Todesfällen und Genesenen bezüglich des Hohenlohekreises mehr heraus. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes hervor. Das Landratsat erklärt die Nichtveröffentlichung damit, dass „alle Kommunen auf die “ Nennung selbst erhobener Zahlen verzichten und auf Basis der Pressemitteilungen des Sozialministeriums Baden-Württemberg, die abends übermittelt wird, Zahlen veröffentlichen“. In der Pressemitteilung des Sozialministeriums Baden-Württemberg vom 20. März steht, dass es laut offiziellen Zahlen 182 Infizierte im Hohenlohekreis gibt. Damit belegt der Hohenlohekreis den vierten Platz, hinter dem Landkreis Esslingen (323), Stuttgart und dem Rhein-Neckar-Kreis (215). Bislang wurde kein weiterer Todesfall im Hohenlohekreis gemeldet. Dadurch erhöht sich die offozielle Zahl der Infizierten leicht um vier Fälle. Das Landratsamt des Hohenlohekreises bittet „um Verständnis, dass wir aufgrund dieser landeseinheitlichen Regelung unsere tägliche Meldung an Sie zum aktuellen Stand der erkrankten Personen einstellen“.

Anbei veröffentlichen wir die Pressemitteilung des Sozialministeriums vom 20. März 2020:

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Darf ich mein Grundstück noch verlassen? Nein! Quarantäne-Regeln für den Hohenlohekreis – Kein weiterer Test am Ende der Quarantäne

Am Freitag, den 20. März 2020, hat das Landratsamt Hohenlohekreis zwei Allgemeinverfügungen zur häuslichen Absonderung („Quarantäne“) erlassen.

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten aus einer aktuellen Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises:

Muss ich in Quarantäne?

In den Allgemeinverfügungen ist geregelt, wer sich häuslich absondern (also „in Quarantäne“) muss. Darunter fallen zwei Personengruppen:

1) Positiv auf das Coronavirus Getestete („Infizierte Personen“)
Wer positiv getestet wurde, muss für 14 Tage in Quarantäne. Der Hausarzt informiert den Betroffenen über das Ergebnis, aber auch das Gesundheitsamt nimmt mit infizierten Personen umgehend Kontakt auf. Ab dem Tag des Tests beginnt die 14-tägige Quarantäne. Diese endet nur, wenn 48 Stunden vor dem Ende keine Symptome bestehen. Sie verlängert sich dann automatisch, bis man zwei Tage lang ohne Symptome war. Daher ist auch das Tagebuch, welches von den infizierten Personen zu führen ist, so wichtig.

Am Ende der Quarantäne-Zeit findet kein weiterer Test statt.

2) Personen, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten („Kontaktpersonen “)
Wer vom Gesundheitsamt elektronisch oder telefonisch informiert wurde, dass er Kontakt mit einer infizierten Person hatte, muss ebenfalls in Quarantäne, da er sich mit dem Virus angesteckt haben könnte. Die Quarantäne endet 14 Tage nach dem letzten Kontakt mit der infizierten Person. Das Gesundheitsamt teilt dem Betroffenen mit, wann die Quarantäne beendet ist.
Sollten bei den Kontaktpersonen während der 14-tägigen Quarantäne Krankheitssymptome auftreten, die darauf hindeuten, dass man sich mit dem Coronavirus infiziert hat, ist mit dem Hausarzt umgehend telefonisch Kontakt aufzunehmen.

Darf ich mein Grundstück verlassen?

Nein, auf keinen Fall.

Darf ich in den Garten, auf den Balkon oder die Terrasse gehen?

Auf den eigenen Balkon gehen ist erlaubt. Auch der eigene Garten und die Terrasse darf benutzt werden, wenn dabei kein direkter Kontakt zu anderen Personen besteht.

Ich wurde positiv getestet: Was machen meine Familienangehörigen?

Familienangehörige im gleichen Haushalt sind Kontaktpersonen und stehen somit ebenfalls unter Quarantäne. Nach Möglichkeit sollten sich der Infizierte und die Angehörigen räumlich trennen.

Was mache ich, wenn ich nicht zuhause bleiben kann?

Für diese Fälle hat das Landratsamt Hohenlohekreis Unterbringungsmöglichkeiten in der Akademie Kupferzell geschaffen. Wenden Sie sich an das Gesundheitsamt unter 07940 18-888.

Was muss ich aus medizinischer Sicht unbedingt beachten?

Während der Quarantäne müssen Sie zweimal täglich Fieber messen, sowie ein Tagebuch über mögliche Symptome, die Körpertemperatur und jegliche Kontakte mit anderen Menschen führen. Das Tagebuch finden Sie unter http://www.corona-im-hok.de

Wie komme ich an Lebensmittel und andere Produkte des täglichen Bedarfs?

Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn helfen Ihnen sicher, entsprechende Besorgungen zu erledigen. Wenn das nicht möglich ist, können diese Dinge auch bestellt werden. Wichtig ist, dass die Lieferung vor der Tür abgestellt wird und kein direkter Kontakt stattfindet.

Wer geht mit meinem Hund vor die Tür?

Grundsätzlich kann sich der Hund im eigenen Garten frei bewegen. Hundebesitzer sollten sich für die Zeit der Quarantäne aber auch Unterstützung suchen, um ihren Tieren größeren Auslauf und Gassirunden zu ermöglichen. Direkter Kontakt zu anderen Personen ist dabei aber untersagt. Wer den Hund von Quarantäne-Betroffenen ausgeführt hat, sollte darauf achten, sich anschließend gut die Hände zu waschen.

Was mache ich als Landwirt?

Landwirte dürfen ihre Tiere auf dem Hof weiter versorgen, aber auch hier gilt: kein Kontakt zu anderen Personen (z.B. Viehhändler, Milchtransport, etc.). Für weitere Auskünfte steht in diesen Fällen das Landwirtschaftsamt des Hohenlohekreises unter 07940 18-601 zur Verfügung.

Können sich Tiere anstecken oder das Virus übertragen?

Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass sich Nutztiere mit SARS-CoV-2 infizieren können Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen oder eine Rolle bei der Verbreitung spielen.

Wie kann ich die freie Zeit sinnvoll nutzen?

Durch Lesen oder Spielen kann man sich mental fit halten. Gymnastik hilft, sich körperlich fit zu halten. Versuchen Sie, den Medienkonsum in Bezug auf dieses Thema bewusst zu gestalten. Setzen Sie sich zum Beispiel feste Zeiten, in denen Sie neue Nachrichten und Informationen recherchieren. Bewahren Sie sich eine positive Grundhaltung und orientieren Sie sich an Werten, die Ihnen Halt geben (z.B. Familie, soziales Netz, Glaube).

Was kann ich gegen Ängste tun?

In der Zeit der Quarantäne können Ängste, Sorgen vor einer Ansteckung, oder das Gefühl von Einsamkeit auftreten. Daher ist es ist ratsam, weiterhin per Telefon, Internet oder über andere Medien mit Freunden und Angehörigen in Kontakt zu bleiben. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, zögern Sie nicht, sich frühzeitig Hilfe und Unterstützung zu suchen. Ihre Familie oder Ihr weiteres soziales Umfeld können dafür ein wichtiger Rückhalt sein. Die Telefonseelsorge kann ebenfalls eine Anlaufstelle sein. Telefon: 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222 oder 116 123.

Wie kann ich meinen Glauben leben, wenn es keinen Gottesdienst mehr gibt?

Dazu Sabine Waldmann, Dekanin des Kirchenbezirks Öhringen:
„Zuversicht – 7 Wochen ohne Pessimismus
Das Thema der diesjährigen Fastenaktion ist unser existentielles Lebensthema geworden. Ich spüre, wie mir die Gottesdienste fehlen und merke, aus welchem Reichtum an Lebensmöglichkeiten wir alle ganz selbstverständlich gelebt haben. Ich höre die Glocken aber auch als Einladung zum Fernsehgottesdienst, zum häuslichen Gebet. Täglich können Sie auf unserer Homepage Andachten lesen am Morgen und am Abend. Wir sind als Gemeinde über die räumliche Entfernung hinweg eng miteinander verbunden auch wenn keine Veranstaltungen mehr stattfinden und unsere Kirchen und Häuser geschlossen bleiben. Es ist kostbar, dieses in vielen Bereichen zu erleben. Wir sind verbunden im Gebet mit unseren Kranken, mit allen Bürgern, mit den Verantwortlichen, die sich bis an den Rand ihrer Kräfte einsetzen, im Gesundheitswesen für die Kranken sorgen, in politischen Gremien um die richtigen Entscheidungen ringen und Fragen der Bevölkerung beantworten. Ein großer Zusammenhalt ist gewachsen, das macht mich zuversichtlich, ohne Pessimismus in die Zukunft zu gehen, behütet und getragen von Gottes Segen.“

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises




Polizei will stärker gegen Corona-Verstöße vorgehen

Am Freitagnachmittag, den 20. März 2020, haben Ministerpräsident Winfried Kretschmann und der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl weitere Maßnahmen des Landes gegen die rasche Ausbreitung des Coronavirus verkündet. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor.

Das Polizeipräsidium Heilbronn habe sich in den vergangenen Tagen gut vorbereitet und werde die Umsetzung der ab 21. März 2020 geltenden Maßnahmen mit aller Kraft unterstützen.

„Aktuell ist der Staat gezwungen, zum Teil massiv in die Gestaltung des täglichen Lebens seiner Bürger einzugreifen. Aber es sind notwendige Maßnahmen und das einzige Mittel um die Infektionsgeschwindigkeit zu verlangsamen. Durch zusätzliche Polizeistreifen wird die Polizeipräsenz im gesamten Zuständigkeitsbereich erhöht. Darüber hinaus wird der Kontrolldruck hochgefahren und die Rechtsverordnung des Landes Baden-Württemberg mit großem Personaleinsatz durchgesetzt“, so das Präsidium.

„Festgestellte Verstöße und Straftaten werden wir konsequent ahnden,“ erklärt Polizeipräsident Hans Becker. „Unerlaubte Menschenzusammenkünfte werden wir unterbinden. Dies gilt auch für sogenannte Corona-Partys, zu denen sich in den letzten Tagen vor allem Jugendliche und Heranwachsende zum Beispiel auf Grill- und Spielplätzen getroffen haben.“ „Ich appelliere an die Vernunft der Bürger. Verstöße sind keine Bagatelldelikte.“ Jeder müsse seinen Beitrag im Kampf gegen das Virus leisten. Wer gegen die Vorschriften verstoße, gefährde letztendlich Menschenleben, so Polizeipräsident Becker weiter. Vielfach sei aber auch schon feststellbar, dass in der Bevölkerung Verständnis für die Maßnahmen herrsche, was dazu führe, dass die Einsatzbelastung der Polizei in manchen Bereichen zurückgegangen sei. Die dadurch frei gewordenen Personalressourcen würden genutzt, um das Sicherheitsgefühl der Bürger zu bewahren.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn