Hohenlohe: Ohne medizinischen Sauerstoff werden die Patienten sofort blau – Pfleger berichtet von schockierenden Bildern
Es haben uns verschiedene Rückmeldungen von Mitarbeitern erreicht, die derzeit mit der Versorgung von Covid-19-Patienten in Krankenhäusern betraut sind. Die Aussagen sind teils erschreckend und bedrückend. Auch junge Menschen werden derzeit in den Kliniken behandelt, die keine Vorerkrankungen haben.
Ein Pfleger berichtet, dass viele der Erkrankten unter Sauerstoffnot und Kurzatmigkeit leiden, nimmt man ihnen nur für kurze Zeit die Sauerstoffbrille aus der Nase, werden die Patienten sofort blau. So was habe er zuvor in dem Ausmaß noch nicht erlebt und er mache seinen Beruf schon seit mehr als 30 Jahren. Wie haben sich die Kliniken auf die Versorgung mit Covid 19 Erkrankten in der Region vorbereitet?
In Öhringen wurden zwei Stockwerke für die Behandlung von Covid-19-Patienten eingerichtet. In den letzten beiden Wochen befanden sich dort um die 30 Patienten.
Die Intensivplätze wurden von sieben Betten auf zwölf Betten erhöht. Es stehen derzeit somit 12 Intensivbetten für 120.000 Einwohner zur Verfügung.
Interne Quellen haben berichtet, dass täglich ein bis zwei intensivpflichtige Patienten mit Covid-19 an andere Standorte verlegt werden mussten, um wieder freie Plätze auf der Intensivstation zu schaffen.
Das sei derzeit noch möglich, da Häuser wie Löwenstein und Gesundbrunnen noch Kapazitäten hätten.
Weiterverlegung der Patienten an andere Krankenhäuser
Das Diak hat auf Nachfrage von uns berichtet, dass es einen Klinikgebäudetrakt reaktiviert habe, der früher als Infektkrankenhaus genutzt wurde. So konnten für die Patienten mit Covid-19 verschiedene, von einander abgetrennte Bereiche geschaffen werden.
Das Diak in Schwäbisch Hall hat 20 Intensivbetten und kann diese noch um acht weitere Plätze erweitern, wenn die jetzigen Ressourcen nicht mehr für die Behandlung ausreichen. Das Diak hat, wie anderen Kliniken auch, aufgrund des Beschlusses der Regierung und der Länder alle geplanten Operationen verschoben, um so viele Beatmungsplätze wie möglich frei zu halten. Auch das Diak betonte auf unsere Presseanfrage, dass nicht nur ältere Patienten mit Vorerkrankungen an Covid-19 erkranken, sondern auch jüngere Menschen einen schweren Krankheitsverlauf erfahren können.
Auch Klinikpersonal infiziert
Ein Anzeichen für beginnendes Lungenversagen ist Kurzatmigkeit. Steigt die Atemfrequenz eines Erwachsenen, die normalerweise 12 bis 18 Atemzüge pro Minute beträgt, auf 25, 30 oder mehr, reicht die einfache Sauerstoffbrille nicht mehr aus und der Patient muss künstlich beatmet werden.
Auch das Klinikpersonal bleibt vor einer Infektion mit Covid-19 nicht verschont. Das Diak hat mitgeteilt, dass Mitarbeiter die Symptome zeigen, sofort in häusliche Quarantäne gehen. Ärzte und Pfleger appellieren daher an die Bürger, sich auch weiterhin an die beschlossenen Maßnahmen von Bund und Land zu halten, trotz des verlängerten Osterwochenendes.
Text: Carla Mosel





















































