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Künzelsau: Letzte Patientin verlässt Isolierstation

Das Landratsamt Hohenlohekreis hat den Betrieb der Isolierstation im ehemaligen Krankenhausgebäude in Künzelsau heruntergefahren, nachdem die letzte Patientin am 07. Mai 2020 entlassen wurde. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 08. Mai 2020 hervor.

„Wir können die Isolierstation jederzeit wieder hochfahren“

Die Isolierstation ist ein Angebot des Landkreises für Patienten oder Angehörige, die sich nicht selbst zuhause isolieren können. „Wir sind froh, dass wir die Isolierstation derzeit aufgrund der niedrigen Fallzahlen nicht benötigen, können sie bei höherem Bedarf jedoch wieder kurzfristig hochfahren“, betont Torsten Rönisch, Kreisbrandmeister des Hohenlohekreises und Verantwortlicher für die Isolierstation. Landrat Dr. Matthias Neth lobte die Einsatzkräfte von THW und DRK: „Ohne Ihre tatkräftige Unterstützung wäre der Aufbau und Betrieb der Isolierstation in den letzten Monaten nicht möglich gewesen. Vielen Dank für Ihren Einsatz.“

Hintergrund:

Anfang März 2020 wurden zunächst 17 Isolierzimmer im Wohnheim der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell eingerichtet. Nachdem sich die Fallzahlen im Kreis sehr schnell entwickelt haben, hat die Landkreisverwaltung im ehemaligen Krankenhausgebäude in Künzelsau eine Isolierstation mit Platz für mehr als 50 Personen eingerichtet. Seit dem 29. März 2020 waren dort laut dem Landratsamt insgesamt vier Betroffene untergebracht.

Das ehemalige Krankenhaus Künzelsau nutzte der Hohenlohekreis als Isolierstation. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




Belzhag: Corona-Drive-In-Abstrichstelle hat erstmal ausgedient

Seit Mittwoch, den 06. Mai 2020, werden Coronaverdachtspersonen nicht mehr in der Drive-In-Abstrichstelle in Belzag getestet, sondern direkt in den Arztpraxen. Hintergrund ist die Umsetzung einer neuen Corona-Testkonzeption des Landes Baden-Württemberg. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 08. Mai 2020 hervor.

Verstärkte Testung von engen Kontaktpersonen und in Betrieben

Die Konzeption des Landes sieht neben den bereits bekannten Testungen von symptomatischen Personen gemäß RKI-Empfehlung weitere Fallgruppen vor. Dabei geht es um enge Kontaktpersonen (so genannte K1-Personen) von positiv getesteten Fällen oder auch Menschen in medizinischen Einrichtungen und in der stationären Pflege. Zudem soll bei Erkrankungshäufungen etwa in Gemeinschaftsunterkünften oder Betrieben verstärkt dort getestet werden.

Corona-Schwerpunkt-Arztpraxen

Die Abstriche erfolgen künftig durch die niedergelassenen Ärzte in ihren Praxen, sprich der Hausarzt führt ihn selbst durch oder überweist an einen Kollegen. Für diese Fälle stehen im Hohenlohekreis zahlreiche Corona-Schwerpunktpraxen zur Verfügung bzw. Praxen, die bereit sind, Abstriche von Patienten zu nehmen, die von anderen Praxen geschickt werden. Eine Überweisung an die Zentrale Abstrichstelle Belzhag erfolgt vorerst nicht mehr. „Die Abstrichstelle war angelegt für eine sehr hohe Zahl an Testungen. Derzeit sind die niedergelassenen Ärzte jedoch sehr gut in der Lage, die anfallenden Abstriche in ihren Praxen durchzuführen“, erklärt Dr. Susanne Bublitz, Vorsitzende der Kreisärzteschaft Öhringen.

In Folge dessen wird die Zentrale Abstrichstelle in Belzhag ab 16. Mai 2020 in einen Standby-Betrieb versetzt. Sollte das Lagebild sich ändern, besteht jederzeit die Möglichkeit, die Abstrichstelle kurzfristig wieder in Betrieb zu nehmen. „Im Kern folgen wir mit der gemeinsamen Strategie für den Hohenlohekreis den Wünschen der Kreisärzteschaft, die Abstriche wieder in den eigenen Praxen durchzuführen“, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth und dankte den Ärzten für die ausgesprochen konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Wochen.

Neth: Dank an die Kreisärzteschaft

Dies betont auch Dr. Andreas Kühn, Vorsitzender der Kreisärzteschaft Künzelsau: „Die Zentrale Abstrichstelle hat insbesondere wegen des hohen Engagements der ehrenamtlichen Helfer, der Unterstützer der Kassenärztlichen Vereinigung sowie nicht zuletzt der Mitarbeiter des Landratsamtes hervorragend funktioniert.“

Hintergrund zur Abstrichstelle in Belzhag

Der Hohenlohekreis hat gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten als einer der ersten Landkreise in Baden-Württemberg eine Zentrale Abstrichstelle der niedergelassenen Ärzte in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt zunächst in den Räumen des Gesundheitsamts und später in Belzhag in Betrieb genommen. Dort wurden täglich teils mehr als 150 Abstriche vorgenommen.

Weg zur Drive-In-Abstrichstelle in Belzhag. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




„Was anfangs schön, entwickelte sich immer mehr zum Albtraum“

Vor wenigen Tagen haben wir einen Aufruf gestartet. Wir wollten von den Hohenlohern wissen, wie sehr Corona ihr Leben verändert hat. Die Frage lautete: „Corona – lebensverändernd oder einfach nur nervig?“ Anbei veröffentlichen wir Auszüge aus den bisher eingegangenen Antworten:

„Soziale Kontakte bis auf Social Media eingeschränkt“

Für Helmut Zier trifft beides zu. Das Coronavirus sei sowohl lebensverändernd für ihn gewesen, also auch nervig. „Da passt alles“, resümiert er. Jürgen Wernando sieht das ähnlich: „Corona hat auf alle Fälle mein Leben verändert“, sagt er. Besonders die eingeschränktes Freizeitaktivitäten verändern das Privatleben: „Die sozialen Kontakte sind bis auf Social Media eingeschränkt. Ich hatte auch Urlaub in der Lockdownzeit und konnte nicht wie sonst üblich Familie und Freunde besuchen. Jetzt werden die Maßnahmen ja gelockert, hoffentlich nicht zu schnell, um eine zweite Welle zu vermeiden und vielleicht einen zweiten Lockdown.“

„Uns geht allen die Puste aus“

Kim Schrader berichtet über die Entwicklung, die sie während der Lockdownzeit durchlebt hat: „Ich bin Mutter von drei Kindern. Anfangs war es für uns tatsächlich eine Erleichterung. Kein Termindruck, kein Mama-Taxi, keine Verabredungen. Morgens keine Brote schmieren, die Kinder schlafen lassen. Ja, es war tatsächlich richtig schön, eine Zeitlang.“ Nun sei es „einfach nur noch anstrengend und zum Haare sträuben… jedes Spiel wurde unzählige Male gespielt, das anfangs spannende Homeschooling wird zur täglichen Geduldsprobe für Kind und mich und die Langeweile steigt ins Unermessliche.“ Ihr Fazit: „Uns geht allen die Puste aus. Was anfangs wie Urlaub war, entwickelt sich immer mehr in richtig Albtraum. Es wird Zeit, dass wir wieder ein Stückchen Normalität zurückbekommen.“

Aufgaben über den PC selbst kontrollieren, Musikschulunterricht übers Telefon

Eine Familie mit ebenfalls drei Kindern, die anonym bleiben möchte, schildert ähnliches: „Wir sind eine fünfköpfige Familie. Ein Kind geht noch in die Grundschule (2. Klasse), zwei Kinder gehen auf die weiterführende Schule (Gymnasium). Corona hat unser Leben total verändert. Mein Mann macht seit Beginn der Pandemie nur noch Homeoffice und betreut unsere drei Kinder zu Hause. Ich habe eine anwesenheitspflichtige Halbtagsstelle und bin jeden Morgen werktags außer Haus. In der Zeit muss mein Mann alles regeln. Zur Mittagszeit komme ich nach Hause, wir kochen und essen danach gemeinsam. Nachmittags machen die Großen weiterhin ihre Hausaufgaben und das kleinste Kind beschäftigt sich mit Spielmöglichkeiten im Haus oder wir spielen gemeinsam etwas. Informationen/Aufgaben bekommen die Kinder über IServ oder die Schul-Cloud. Jeden Dienstag muss das kleinste Kind seine erledigten Aufgaben in der Schule abgeben und ein neues Lernpaket, dass es zu festgelegten Zeiten in der Schule abholen muss, mitnehmen.

Kontakt mit Freunden nur übers Handy

Freitags muss es die Aufgaben zunächst erst mal über den Rechner selbst kontrollieren. Wenn die Großen fertig sind, spielen wir Brettspiele. Nach draußen gehen wir selten, nur zum Einkaufen, zur Arbeitsstelle oder auf einen kurzen Spaziergang. Die Kinder haben Angst vor Corona und trauen sich gar nicht mehr so richtig, nach draußen zu gehen. Musikschulunterricht an der Musikschule erhalten die Kinder über das Telefon und/ oder Videoanruf. Der Informationsaustausch mit der Schule findet nur noch per Computer statt (E- mails, Videokonferenzen….). Kontakt mit Freunden findet nur noch über das Handy statt. Alle Vereinsaktivitäten finden aufgrund der Coronapandemie derzeit nicht mehr statt.“

Mitmachen und Geschenk bekommen

Wie hat Corona Ihr Leben verändert? Schilden auch Sie uns Ihre Erfahrungen. Als Dank erhält jeder Teilnehmer ein türkisfarbenes GSCHWÄTZ-Notizbuch, DIN-A5, zugeschickt. Bitte geben Sie Ihre Anschrift an, wenn Sie uns Ihre Nachricht schicken, an: info@gschwaetz.de




Süße Stückle mit Mundschutz

Mundschutz nicht nur für die Kunden, sondern auch für süße Stückle – Die Bäckerei Scholl in Kupferzell hatte eine originelle Idee rund um das Thema Corona und hat ihren Amerikanern nicht nur mit weißem oder schwarzem Guss garniert, sondern darüber hinaus kurzerhand noch einen Mundschutz zur aktuellen Coronapandemie verpasst. Wir finden die Idee super und erinnern uns noch gerne zurück an die Schoko-Osterhasen mit Mundschutz, die es auch in der ein oder anderen Bäckerei zu kaufen gab.

Foto: privat

Bäckerei Scholl in Kupferzell verkauft derzeit diese Coronaexemplare. Foto: privat

 




Corona: lebensverändernd oder einfach nur nervig?

Das Corona-Virus ist seit Monaten in aller Munde. Was zuerst für uns nicht wirklich ernst schien, hat mittlerweile das ganze Leben auf den Kopf gestellt. Dazu startet GSCHWÄTZ nun einen Aufruf unter dem Motto: Wie hat Corona euer Leben verändert? Fühlt ihr euch beeinträchtigt durch die Vorschriften, lebt ihr euer Leben weitgehend weiter so wie vorher oder seid ihr einfach nur noch genervt von Mundschutz & Co?

Schickt uns eure Antworten und Ansichten an info@gschwaetz.de mit dem Stichwort: Wie hat Corona mein Leben verändert? Die Texte werden veröffentlicht. Alle Teilnehmer erhalten eines unserer neuen türkisfarbenen Notizbücher in DIN A 5 – solange der Vorrat reicht.

 

 




Für Großteil der Schüler noch drei Wochen Unterricht im Klassenzimmer – Nicht alle Lehrkräfte können in der Schule unterrichten

Die Abschlussklassen der weiterführenden Schulen dürfen bereits wieder seit über eine in die Schule, um dort Präsenzunterricht zu haben. Ab dem 18. Mai kann es dann mit den Viertklässlern weitergehen. Ab dem 15. Juni 2020, also nach den Pfingstferien, sollen die anderen Schüler ebenfalls wieder Unterricht im Klassenzimmer erfahren, allerdings nur jede zweite Woche. Das erklärt das Regierungspräsidium Stuttgart am 06. Mai 2020 auf seiner Internetseite https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/fahrplan-fuer-weitere-oeffnung-des-schul-und-kitabetriebs/

Im wöchentlichen Wechsel sollen ab Mitte Juni 2020 die Klassen 1/3 und 2/4 sich abwechseln mit Präsenzunterricht in der Schule. Im wöchentlichen Wechsel befinden sich dann auch die Klassen der weiterführenden Schulen  5/6, 7/8 und am Gymnasium 9/10 (siehe Schaubild unten).

Kultusministerin Eisenmann: „Keine Normalbedingungen wie vor der Krise“

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann hat den „Fahrplan“ für die weitere Öffnung des Schul- und Kitabetriebs in Baden-Württemberg vorgestellt und erklärt:„Die Eltern fordern zu Recht, dass wir den Schulbetrieb weiter öffnen und auch den Kitas eine greifbare Perspektive für einen Betrieb über die erweiterte Notbetreuung hinaus geben. Mir ist deshalb wichtig, so frühzeitig wie möglich über unsere Planungen zu informieren“, betont die Ministerin und fügt an: „Wir wollen die Schulen und Kitas zügig, aber schrittweise und besonnen öffnen. Das Corona-Virus ist immer noch da, weshalb wir bei allen Schritten viele Faktoren berücksichtigen und durch hohe Infektionsschutzstandards ein Aufflammen der Pandemie verhindern müssen. Vorschnell irgendwelche Erwartungen zu wecken, die nachher nicht erfüllt werden können, hilft niemandem. Auch nach der nun anstehenden schrittweisen Rückkehr an die Schulen und Kitas werden es keine Normalbedingungen wie vor der Corona-Krise sein.“

Ab heute Spielplätze wieder geöffnet

Solange die aktuellen Abstandsregeln gelten, könne deshalb in allen Einrichtungen immer jeweils nur eine begrenzte Anzahl an Kindern und Jugendlichen unterrichtet oder betreut werden. Erst wenn die Abstandsregeln grundsätzlich aufgehoben werden, sei eine Rückkehr zu einem regulären und vollumfänglichen Schul- und Kitabetrieb möglich. Als weiteren Schritt hin zu mehr Normalität begrüßt Ministerin Eisenmann, dass von heute an auch landesweit wieder die Spielplätze geöffnet haben: „Das ist für viele Kinder und Familien sehr wichtig. In den vergangenen Wochen kamen leider viele kindliche Bedürfnissen zu kurz. Das gemeinsame Spielen und der Austausch mit anderen Kindern ist aber wichtig für ihre Entwicklung und damit auch für ihre Gesundheit.“

Kitas starten ab 18. Mai – in reduziertem Umfang

Bezüglich der Kindertagesstätten erklärt Kultusministerin Eisenmann: „Unser Plan sieht vor, dass wir ebenfalls ab dem 18. Mai die Betreuung an den Kitas in Richtung eines reduzierten Regelbetriebs in Absprache mit den Trägern schrittweise auf bis zu 50 Prozent der Kinder ausweiten. So können die Abstandsgebote mit halben Gruppengrößen gewahrt, Eltern aber weiter entlastet und den Kindern ein Stück Normalität zurückgegeben werden“, sagt Ministerin Eisenmann und ergänzt: „Von den Trägern der Kitas haben wir die Rückmeldung, dass an den Einrichtungen nicht so viel Personal zur Verfügung steht wie an den Schulen. Die Risikogruppe unter den Erzieherinnen und Erziehern scheint größer zu sein. Deshalb wollen wir den Trägern Spielräume vor Ort lassen, dass sie im Rahmen ihrer räumlichen und personellen Kapazitäten individuelle Lösungen finden können – zum Beispiel durch ein rollierendes System, das ermöglicht, dass Kinder in festen Gruppen abwechselnd an einzelnen Wochentagen in die Kita kommen können.“

Nicht alle Lehrkräfte können in der Schule unterrichten

„Für den Schulbetrieb ist es unerlässlich, dass die Hygienevorgaben zum Infektionsschutz eingehalten werden. Deshalb muss der Start des Schulbetriebs gründlich vorbereitet und sorgsam mit allen Beteiligten abgestimmt werden“, sagt Eisenmann und fügt hinzu: „Wir gehen davon aus, dass nicht alle Lehrkräfte uneingeschränkt für Angebote an der Schule zur Verfügung stehen können, beispielsweise weil sie sich in häuslicher Quarantäne befinden, zu einer Risikogruppe gehören oder selbst erkrankt sind. Auch müssen wir im Sinne des Infektionsschutzes kleinere Lerngruppen und geteilte Klassen auf eine größere Zahl von Räumen verteilen. Dies wird zusätzliche Lehrkräfte binden. Schon daraus folgt, dass ein Unterrichtsangebot im Schulgebäude auf längere Sicht nur eingeschränkt möglich sein wird.“

Das Ministerium geht davon aus, dass ein Viertel der Lehrkräfte zu Risikogruppen zählt und nicht für den Präsenzbetrieb eingeplant werden kann. Dazu gehören nach derzeitiger Einschätzung alle Personen, die das 60. Lebensjahr bereits vollendet haben, Schwangere sowie Personen mit relevanten Vorerkrankungen. Schwangere sowie Personen mit relevanten Vorerkrankungen sind von der Präsenzpflicht befreit, dürfen also nicht an die Schule. Über 60-Jährige Lehrkräfte sind ebenfalls von der Präsenzpflicht befreit, können sich jedoch freiwillig für den Dienst an der Schule entscheiden. Lehrkräfte, die mit einer schwangeren Person oder mit Personen mit relevanten Vorerkrankungen in häuslicher Gemeinschaft zusammenleben, entscheiden ebenfalls freiwillig darüber, ob sie Präsenzdienst leisten können.

Fernlernangebote für Lehrkräfte, die keinen Präsenzunterricht halten dürfen

Die einer Risikogruppe zugehörigen Lehrkräfte sind nicht vom Dienst freigestellt, sondern werden für Fernlernangebote oder für sonstige schulische Aufgaben (nicht an der Schule) eingesetzt, die ohne direkten Kontakt zu den Schülern erledigt werden können. Bei Schülern mit relevanten Vorerkrankungen entscheiden die Erziehungsberechtigten über die Teilnahme. Gleiches gilt, wenn im Haushalt Personen leben, die einer der genannten Risikogruppen angehören. Für Schüler, die aufgrund relevanter Vorerkrankungen einer Risikogruppe angehören und daher nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, werden individuelle Möglichkeiten für die Teilnahme an Prüfungen eröffnet.

Kein Sitzenbleiben in diesem Schuljahr

Grundsätzlich werden die Versetzungsentscheidungen auf der Grundlage der Noten im Jahreszeugnis getroffen. „Da die Leistungsbewertung allerdings in den letzten Wochen ausgesetzt wurde und auch in der kommenden Zeit nur sehr stark eingeschränkt möglich sein wird, werden alle Schülerinnen und Schüler grundsätzlich ins nächste Schuljahr versetzt. Keine Schülerin und kein Schüler darf einen Nachteil aus der aktuellen Situation haben, das hat absolut Vorrang“, betont Eisenmann. Über die konkrete Ausgestaltung dieser Entscheidung und Möglichkeiten zur Umsetzung wird das Ministerium noch einmal gesondert informieren.

Weitere Informationen: https://km-bw.de/,Lde/Startseite/Service/2020+04+20+Informationen+zur+Wiederaufnahme+des+Schulbetriebs+ab+dem+4_+Mai+2020

 

Schulfahrplan, veröffentlicht am 06.05.2020 vom Regierungspräsidium Stuttgart.

 

 

 

 

 




„Unter Umständen möglich, bis zu den Sommerferien Grundschüler wieder in die Schule zu bringen“

Am kommenden Montag, den 04. Mai 2020, beginnt in Baden-Württemberg wieder der Schulbetrieb, so auch in Hohenlohe. Allerdings stark eingeschränkt. So beginnen an der Georg-Wagner-Schule in Künzelsau zunächst die neunten und zehnten Klassen – mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen.
GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus hat mit Rektor Florian Frank unter anderem über die Vorsichtsmaßnahmen und über dessen Zuversicht in puncto gelungener Schulstart gesprochen.
GSCHWÄTZ: Welche Maßnahmen sind für den Schulstart am 04. Mai 2020 geplant?
Frank: Wir haben das ganze Schulgebäude etwas umstrukturiert, wir haben die Klassenzimmer ausgeräumt. Wir haben die Klassengruppen halbiert. In jedem Klassenzimmer befinden sich damit maximal 15 Kinder. Wir halten dadurch die erforderlichen Abstände ein .Es gibt zwei Zugänge zu unseren Waschgelegenheiten. Im ganzen Gebäude sind Laufrichtungen festgelegt worden. Es gibt ein Raum-Nutzungs-Konzept und eine erweiterte Hausordnung, die die Schüler alle im Vorfeld bekommen haben – samt der Einteilung in diese Halbe-Klassen-Gruppen.
„Ich freue mich auf Montag“
GSCHWÄTZ: Wir realistisch lassen sich diese Maßnahmen umsetzen, etwa im Pausenhof?
Frank: Es hängt ja nicht nur an der Schulordnung und am Pausenhof. Es fängt ja an mit dem Schülertransport, dem öffentlichen Nahverkehr, und geht weiter zum Hygieneplan im Gebäude und wie dieser umgesetzt wird. Da haben viele Menschen im Vorfeld zusammengearbeitet – sowohl der Schulträger und der NVH (Nahverkehr Hohenlohe) als auch wir. Wir haben uns abgestimmt. Wir haben nun beispielsweise einen gestaffelten Unterrichtsplan. Das heißt, die Zehntklässler kommen bei uns montags, mittwochs und freitags, die Neuntklässler dienstags und donnerstags. Dadurch entzerren wir den Nahverkehr, so dass auch an dieser Stelle die Abstände gewahrt werden können. Und wir haben selbst dadurch auch weniger Schüler gleichzeitig an der Schule. Wir haben im Vorfeld die Schüler aufgerufen, Mund-Nasen-Schutz zu nähen. Das hat funktioniert. Wir haben nun über 400 Masken hier, die auch an die Schüler bei Bedarf ausgegeben werden können, zum Beispiel in Prüfungssituationen, wenn wir in Situationen kommen, in denen wir nicht den geforderten Mindestabstand halten können. Ich halte es daher auch für realistisch, dass wir diese Regeln an dieser Schule umsetzen können.
Die Markierungen sind da, die Räume sind großzügig gewählt, die Gruppen sind geteilt, die Abstände sind vorgegeben, alle sind informiert. Wir haben ausreichend Personal da. Und immer maximal zirka 120 Schüler im Gebäude.
GSCHWÄTZ: Das heißt, sie schauen zuversichtlich auf den Schulbeginn am Montag?
Frank: Ich freue mich auf Montag und ich hoffe, dass wir das auch gemeinsam – Eltern, Schüler und Lehrer – gut hinbekommen. Viele Menschen haben in den vergangenen 14 Tagen enorm daran gearbeitet, dass es funktioniert. Für viele Schüler, vor allem auch für die Prüflinge, ist es eine Erleichterung, dass sie wieder in den Schulbetrieb einsteigen dürfen, dass sie uns noch einmal persönlich sehen und dass wir sie vorbereiten können. Es sind trotzdem gemischte Gefühle. Wir können uns sorgsam vorbereiten. Aber wie nun letztendlich das Ganze funktioniert, wie verantwortungsvoll Schüler oder auch Eltern damit umgehen, wie es im Alltag klappt, ob das alles in der Praxis so umsetzbar ist, das wird sich am Montag zeigen. Aber ich bin zuversichtlich. Ich weiß von vielen Kolleginnen und Kollegen, dass sie sich darauf freuen, die Schülerinnen und Schüler wieder zu sehen. Auch aus Videokonferenzen und aus dem Online-Präsenzunterricht weiß ich, dass sich einige Schüler darauf freuen, auch viele, die die gesagt hätten, dass sie die Schule vermissen würden, sehnen sich jetzt diesem Tag entgegen.
Dadurch dass wir erst vor kurzem eine Generalsanierung hatten, sind wir auch räumlich sehr gut ausgestattet. Dadurch können wir diese Hygienemaßnahmen und Abstände auch gut umsetzen.
Ein Drittel der Lehrer gehört der Risikogruppe an und ist daher nicht für den Präsenzunterricht verfügbar
GSCHWÄTZ: Wie sehen denn ältere Kollegen dem Schulbeginn entgegen?
Frank: Im Rahmen der Fürsorge hat das Land erstmal die Lehrer, die zur Risikogruppe gehören, freigestellt von der Präsenzarbeit. Das heißt, wir setzen alle Lehrer, die gerade nicht Präsenzunterricht leisten können, ein bei Online-Lernangeboten oder bei Arbeiten ohne direktem Schülerkontakt. Ein Drittel der Kollegen ist daher nicht für den Präsenzunterricht verfügbar. Bei den höheren Klassenstufen ist es das etwas schwerer, weil man hier Kollegen braucht, die erfahren sind, die diese Prüfungsvorbereitung schon einmal gemacht haben, die die Jungs und Mädels noch einmal gezielt unterstützen können, damit diese sicher in die Prüfungen gehen können.
Da war es auch nicht ganz einfach, umzustrukturieren. Wir haben jetzt Klassengruppen, bei denen ein Kollege von zu Hause den Unterricht vorbereitet und die Lehrkraft, die sich hier vor Ort befindet, mit Aufgaben versorgt. Bei den Lehrern gibt es hier gemischte Gefühle: Einzelne Kollegen fragen sich: „Bekommen wir das hin?“ – „Können wir das leisten?“ – „Halten sich die Kollegen und die Schüler an die Vorgaben?“ – „Können wir die Situation gemeinsam bewältigen?“ Das wird sich am Montag zeigen. Wir haben viel dafür getan, dass wir am Montag sicher und verlässlich einsteigen können.
GSCHWÄTZ: Wie wird die Umsetzung bei den ganz jungen, den Erst- und Zweitklässlern, sein?
Frank: Ich glaube, dass wir in der gegenwärtigen Situation auch lernen, wie wir mit den Bedingungen umgehen. Wir fangen mit den älteren Schülern an, schaffen Strukturen und schauen, wie wir in dieser dynamischen Lage auch dynamisch die Situation anpassen können. Ich gehe davon aus, dass wir mit kleineren Gruppen, mit einer angepassten räumlichen Struktur, mit unterschiedlichen Lern- oder methodischen Formen auch Grundschüler beschulen können. Allerdings sieht der Plan vor, dass zunächst mit den Viertklässlern angefangen wird. [Wann das sein wird, steht derzeit noch nicht fest], weil die Viertklässler im Übergang zur weiterführenden Schule stehen. Da ist es ähnlich wichtig wie bei Neunt- und Zehntklässlern. Dann denke ich, dass es unter Umständen möglich sein wird, bis zu den Sommerferien oder vielleicht auch später, die Grundschüler wieder sukzessive in die Schule zu bringen. Das halte ich auch für wichtig.
„Zu einzelnen wenigen Schülern haben wir auch den Kontakt am Anfang verloren“
GSCHWÄTZ: Manche Familien haben wegen der Infektionsgefahr Angst, ihre Kinder in die Schule zu schicken.
Frank: Da hat das Land weise entschieden. Schüler mit Vorerkrankungen oder Schüler, die in einem Haushalt mit Risikogruppen leben, können mit ihren Eltern entscheiden, ob sie am Unterricht teilnehmen oder nicht. Wir haben aber auch viele Schüler, wo sich die Eltern wegen ihren beruflichen Verpflichtungen oder aus anderen Gründen nicht in dem Umfang um die Schüler kümmern können, wie vielleicht jemand, der von zu Hause arbeiten kann und im home office tätig ist. Zu einzelnen wenigen Schülern haben wir auch tatsächlich den Kontakt am Anfang verloren. Da sind wir froh, dass wir die Schulsozialarbeit haben, die schaut gezielt nach solchen Schülern und wird dementsprechende Betreuungsangebote aufbauen. Wir müssen schauen, dass wir die Schere, die sich da auftut, ein bisschen kompensieren können. Und dass wir Schüler, die vielleicht ein wenig abgehängt wurden durch dieses Fernlernen, wieder mit hineinbringen und den Kontakt wieder bekommen. Unsere Lehrkräfte schauen aber generell darauf, dass sie wöchentlich Kontakt mit ihren Schülern haben, entweder über unsere Online-Lernplattform oder telefonisch und versorgen sie mit Aufgaben. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Bedingungen: Die Bandbreite, die Internetanschlüsse, die Endgeräte, der Zugang zu Endgeräten gestaltet sich äußerst unterschiedlich.
Herr Frank, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Florian Frank, Rektor der Georg-Wagner-Realschule in Künzelsau. Quelle: Screenshot aus dem Video

Georg-Wagner-Realschule. Quelle: Screenshot aus dem Video

Hygieneregeln an der Grund- und Realschule in Künzelsau. Quelle: Screenshot aus dem Video




Landrat Neth: „Es ist noch keine Zeit für Entwarnung“ – 1.-Mai-Traditionen fallen wegen Corona aus

Landrat Dr. Matthias Neth appelliert in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis an die Bevölkerung, sich an das Kontaktverbot zu halten und dies in diesem Jahr zu unterlassen. „Auch wenn Läden wieder geöffnet haben und wenn es in anderen Bereichen zu Lockerungen gekommen ist, ist es weiterhin sehr wichtig auf Kontakte zu verzichten. Deshalb bitte ich alle, meiden Sie Menschenansammlungen, halten Sie Abstand und bleiben Sie am besten zuhause“, so der Hohenloher Landrat laut der Mitteilung. „Es ist erfreulich, dass die Anzahl der Neuinfektionen gesunken ist, aber es ist noch keine Zeit für eine Entwarnung. Ein einfacher Mundschutz kann das Abstandhalten nicht ersetzen, deshalb ist die Einhaltung des Abstandes nach wie vor unerlässlich“, so Neth weiter.

Nur Familien oder maximal zwei Personen dürfen gemeinsam on Tour

Auch im Hohenlohekreis sind in vielen Ortschaften der „Tanz in den Mai“ mit einem Maibaumfest und bunt geschmücktem Maibaum feste Tradition, um den Anbruch der warmen Jahreszeit zu feiern. Am 01. Mai selbst ist man mit Freunden und der Familie in der Natur unterwegs und verbringt gemeinsame Zeit. Dieses Jahr werden die Brauchtümer von der Corona-Pandemie beeinflusst – das Kontaktverbot gilt auch für das 1. Mai-Wochenende. Das heißt, nur Familienmitglieder eines gemeinsamen Hausstandes, ansonsten maximal zwei Personen, dürfen zusammen etwas unternehmen.

Bürgerhotline im Gesundheitsamt am 2. Mai geöffnet

Die Hotline des Regierungspräsidiums Stuttgart/Landesgesundheitsamt ist unter Telefon 0711/904 39555 von Montag bis Sonntag zwischen 9 und 18 Uhr erreichbar. Die Bürgerhotline des Gesundheitsamtes Hohenlohekreis unter der Telefon 07940/18 888 ist am Freitag, den 01. Mai 2020, nicht besetzt. Am Samstag, den 02. Mai 2020, ist dagegen das Bürger-Info-Telefon wie gewohnt von 10 bis 14 Uhr erreichbar. Fragen zur Wirtschaft kann man direkt unter Telefon 07940/18 351 und Fragen zur Landwirtschaft unter Telefon 07940/18 616 stellen.

Quelle: Landratsamt Hohenlohekreis




„Meinem Chef ist es völlig wurscht, ob ich eine homeschooling-Schule betreibe“ – Fünf Mamis berichten über ihren Arbeits- und Lernalltag zu Hause

Tanja ist Sozialarbeiterin, doch derzeit kommt sie sich manchmal vor, wie wenn sie selbst soziale Betreuung bräuchte. Die zweifache Mutter betreut nun schon seit über einem Monat ihre beiden Kinder zu Hause und versucht nebenher von zu Hause aus, so gut es geht, ihre Arbeit zu machen. Während sie mit dem Jugendamt von zu Hause aus Telefonate über soziale Härtefälle führt, arbeitet sie auch selbst am Limit: „“Home office mit Kindern ist wie Zähne putzen mit Nutella“, resümiert sie.

Beschäftigungstherapie für Mamis

Julia ist zwar nicht berufstätig, aber die gelernte Buchhalterin und Mutter von drei Kindern ist ebenfalls am Ende ihrer Kräfte. Vor kurzem hat sie ihrem Mann nachts um 01.30 Uhr eine Sprachnachricht über WhatsApp hinterlassen. Ein Satz daraus lautete: „Ich bin durch. Jetzt bist du dran.“ Zuvor saß die gelernte Buchhalterin über fünf Stunden am Korrigieren der Arbeitsblätter ihrer Kinder. „Ich will es halt gut und ordentlich machen, damit meine Kinder jetzt den Anschluss nicht verpassen.“ Was die 39-Jährige nicht versteht: Warum konzentriert man sich nicht auf das Wesentliche beim homeschooling? Mathe, Deutsch, Englisch. Stattdessen erhalten ihre Grundschulkinder Aufgaben in Kunst, Musik und Religion. Unter anderem haben sie zu Hause nun Blumen in Kunst gebastelt und in youtube Videos über Moses angeschaut. Das Problem: Eigentlich ist ihr Familientablet zeitbeschränkt, so dass die Kinder nur maximal eine halbe Stunde pro Tag damit spielen und im Internet surfen dürfen. Auch bei youtube können sie eigentlich nur youtube-kids-Videos wegen der Kindersicherung anschauen. Die vorgegebenen Videos von der Schule werden aber dadurch oft gar nicht abgespielt. Auch die Zeit, um die Aufgaben zu bewältigen, schaffen die Kinder nicht in 30 Minuten. Daher wurde das Tablett nun komplett entsperrt und alle Zugänge offen gelegt – genau das Gegenteil, was jahrelang von Bildungsministerien gepredigt wurde. „Eigentlich sitzt das Kind jetzt mehr vor dem Tablet als jemals zuvor“, sagt  Julia. Und wäre froh, wenn sie noch irgendwann am Tag Zeit finden würde, um mit ihren Kindern draussen zu spielen.

Musik: Wieviel Schläge hat nochmal eine Viertelnote?

Stattdessen sitzt sie mit ihrem Ältesten vor einem Bild eines Pharaos, das er hat malen müssen, um darunter mit Backpapier den Namen ihres Junged in Hieroglyphen durchzupausen – eine schulische Aufgabenstellung, die mehr zur Beschäftigungstherapie für die Mütter neigt als zu allem anderen, wie sie es selbst formuliert. Oder sie muss ihrem Sonn in Musik erklären, wieviel Schläge eine Viertelnote hat. Dazu kommen Sachkunde- und Buchpräsentationen, die vorbereitet werden sollen.

„Eigentlich sitzt das Kind jetzt mehr vor dem Tablet als jemals zuvor“

Jasmin, 36, arbeitet eigentlich Vollzeit. Das tut sie immernoch – nur von zu Hause, während sie ihre zehnjährige Tochter bei den Aufgaben der fünften Klasse in einem Gymnasium betreut. „Meinem Chef ist es völlig wurscht, ob ich nebenbei eine homeschooling-Schule betreibe, solange ich meinen 40-Stunden-Job erledige.“ Auch sie findet: „Können wir uns nicht einfach auf die Kernfächer konzentrieren?“ Stattdessen gelte es beispielsweise, das Alte und Neue Testament zu memorieren. Ihr Kind habe derzeit rund zehn Fächer abzuarbeiten, dazu gibt es jeweils eine digitale Gruppe. „Wenn man sein Handy anmacht, erwarten einen manchmal über 100 Nachrichten.“ Kürzlich habe sie die erste Videokonferenz verpasst, weil diese in irgendeinem der unzähligen Chatverläufe angekündigt gewesen sei.

„Wir haben gar keinen Internetanschluss“

„Wir haben gar keinen Internetanschluss“, berichtet Simone. Es gäbe zwar Internet, nur eben nicht für alle. Sie teile sich daher den Anschluss mit den Nachbarn. So reiche der Zugang genau zu Simones Schreibtisch. Der älteste Sohn könne dann arbeiten, die anderen aber hätten das Nachsehen. schließlich könne man nicht für jedes Kind einen separaten digitalen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen – geschweige denn, dass die Internetleitung ohnehin sehr schwach sei. Um von der Schule vorgegebene Youtube-Videos anzuschauen, gehe sie mit ihrer Tochter vor die Haustüre, weil da die Videos besser liefen. Manche Eltern setzten sich für Videokonferenzen an ihrer Schule ein, aber der schulleiter habe abgelehnt und auf die Bildungsgerechtigkeit hingewiesen. Sprich: Solange nicht jeder gleichermaßen digital versorgt sei, wären Videokonferenzen und dergleichen schlicht ungerecht denjenigen gegenüber, die das Angebot nicht nutzen könnten. Wie gut die Aufgaben zu Hause erledigt werden, sei bei ihnen zu Hause stark altersabhängig, berichtet die dreifache Mutter. Während der älteste Sohn mit seinen 15 Jahren durch Videokonferenzen sehr gut und selbstständig alles erledige, müsse sie bei dem mittleren (12) alles nochmal kontrollieren, „sonst wird die Hälfte vergessen“. Sonja arbeitet Teilzeit in einem Büro. „Wenn ich arbeite, mich ich nacharbeiten, wenn ich nach Hause komme.“ Das heißt: Sie prüft alles nach und kontrolliert, was und wie die Kinder die Aufgaben bewältigt haben -auch wenn ihr Mann zu Hause ist. Denn die Männer fänden sich oft noch schlechter im homeschooling-Dschungel zurecht, weil auch bei den normalen Hausaufgaben vor Corona oft die Mamis die Ansprechpartner und Begleiter gewesen seien.

„Mama, wie soll ich das schaffen?“

Zu Beginn der Homeschooling-Zeit habe der Mathelehrer ihres Sohnes gesagt, dass es nach den Osterferien nahtlos mit dem Unterricht weitergehen werde, als er den Aufgabenstapel verteilt habe. Daraufhin habe ihr Junge geweint und gefragt: „Mama, wie soll ichd das schaffen?“

Teilweise fünf Tage, bis Lehrer antworten

Die ungenügende Technik ist ein weiteres Problem. Während Sonja nicht immer auf den Schulserver zugreifen kann, weil er manchmal wegen Überlastung streikt, bekam Corinna bis vor kurzem noch von den einzelnen Gymnasiallehrern ihres Sohnes separate E-Mails für jedes Fach ihres Sohnes, mittlerweile wurde ein Online-Portal eingerichtet. In der Grundschule muss die berufstätige Mutter die Aufgabenblätter wiederum direkt in der Schule abholen – für ihr mittleres Kind. Einmal wöchentlich haben die Mamis am Gymnasium die Gelegenheit, mit den Lehrern zu chatten, also zu schreiben, Videokonferenzen gäbe es nicht, berichtet sie. An der Grundschule sei ihnen gesagt worden, sie können sich jederzeit bei Fragen melden, aber Corinna wartet, wenn sie mal eine Frage habe, teilweise fünf Tage, bis eine Antwort komme. Zum Teil bekomme sie nur einen Link als Antwort nach dem Motto: „Hier, könnt ihr nachlesen.“

Symbolfoto homeschooling meets home office. Quelle: adobe stock

 

 

 

 




„Olaf, bitte komm schnell mal. Mir wird ganz schwummrig“

Das Tragen von Masken über Mund und Nase soll helfen, das Coronavirus einzudämmen. Schutzmasken sind seit Montag, den 27. April 2020, in Baden-Württemberg im Einzelhandel sowie im öffentlichen Personennahverkehr Pflicht.

Wir waren heute Vormittag in Pfedelbach unterwegs, eine der so genannten Hot-Spot-Gemeinden der Coronapandemie in Deutschland. Vor einem Supermarkt haben wir Kunden angesprochen, was sie von der Maskenpflicht halten und ob sie sich durch das Tragen einer Schutzmaske beim Einkaufen besser geschützt fühlen.

„Mir wird schwindelig unter der Maske“

Evelyne Mitar aus Pfedelbach empfindet es als sehr unangenehm. „Gerade jetzt, wenn es wieder wärmer wird, bekommt man kaum Luft und mir wird schwindelig unter der Maske.“ Sie hofft daher, dass diese Regelung nicht lang bleibt. Ihr Sicherheitsgefühl habe sich dadurch auch nicht verbessert. Wir haben vor Ort auch gefragt, ob man sich durch Landrat Dr. M. Neth gut durch die Corona-Krise geführt fühle. Evelyne Mitar sagt dazu: „Nein, viele Maßnahmen sind viel zu spät getroffen worden, nicht umsonst waren wir eine der Hot-Spot-Gemeinden“.

Nicht alle Kunde,  die wir angesprochen haben, möchten ihren Namen preisgeben. Zu Kontrovers werden derzeit viele Themen rund um Corona diskutiert.

Besser, wenn man den Mindestabstand einhält

Eine weitere Kundin ist Arzthelferin, sie wohnt in Öhringen.  Sie sagt: „Das Tagen der Schutzmasken bringt null, vor allem da die meisten einen Mundschutz benutzen, der dafür nicht geeignet ist. Besser sei es den Mindestabstand einzuhalten, sich häufig die Hände zu waschen und vor allem nicht ins Gesicht fassen“. Über meine eigene Stoffmaske, die ich bei der Befragung trage, muss sie schmunzeln.

Auf die Frage, ob sie sich durch Landrat Dr. Neth gut durch die Corona-Krise geführt fühle, antwortet sie: „Absolut nicht, mehr möchte ich dazu auch gar nicht sagen“.

Aber es gibt auch andere Einschätzungen. Eine junge Frau, Rana Mohamed Ali aus Öhringen, sagt, dass sie dass Tragen der Schutzmasken gut findet, allerdings kommt diese Entscheidung für sie etwas spät. Sie findet die Arbeit von Kreis und Landrat in der Coronapandemie gut, auch wie immer wieder eingegriffen wurde, um neue Maßnahmen durchzusetzen.

Im Supermarkt selbst tragen alle Kunden wie vorgeschrieben eine Schutzmaske. Nur selten sieht man jedoch medizinische Schutzmasken. Die überwiegende Zahl sind Stoffmasken.Ein älteres Ehepaar steht vor dem Kühlregal, beide mit Stoffschutzmasken versehen, auf einmal ruft die ältere Dame ihrem Mann zu: „Olaf, bitte komm schnell mal. Mir wird ganz schwummrig.“

Die Kassiererin findet die neue Regelung gut. Ihr gibt es ein besseres Gefühl, wenn auch die Kunden eine Schutzmaske tragen. 

Text: Carla Mosel

Evelyne Mitar beim Einkaufen am Montag, den 27. April 2020, mit Schutzmaske in einem Pfedelbacher Supermarkt. Foto: GSCHWÄTZ