1

Im HK derzeit 9 Covid-Patienten, davon 1 auf der Intensivstation

Die Infektionszahlen steigen bundesweit, auch der Hohenlohekreis steht mit einer Inzidenz von 48,8 am 22. Oktober 2020 kurz vor dem Erreichen der Schwelle, an der der Landkreis Maßnahmen beschließen muss. Nicht nur die Infektionszahlen steigen, auch die Anzahl der COVID-Patienten in den Intensivstationen steigt deutlich.

Rund 8.000 Intensivbetten von insgesamt rund 30.000 noch frei, davon rund 1.100 Covid-Patienten

Das DIVI-Intensivregister nennt 29.570 verfügbare Intensivbetten in Deutschland, davon sind (Stand 22. Oktober 2020) 21.775 belegt. 1109 COVID-Patienten werden derzeit intensiv versorgt. 7.795 Intensivbetten sind demnach frei, weitere 12.719 könnten innerhalb einer Woche zur Verfügung gestellt werden. Ob für die Intensivbetten auch genügend qualifiziertes Pflegepersonal zur Verfügung steht, sagen die Zahlen des DIVI-Registers nicht.

Hohenloher Krankenhaus: wenig Intensivbetten frei, aber Erhöhung möglich

Im Hohenlohekreis werden laut Ute Emig-Lange, Pressesprecherin der BBT-Gruppe, „zurzeit neun positiv auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 getestete Patienten behandelt, ein weiterer Patient mit Verdacht auf eine Corona-Infektion wird ebenfalls auf der Infektstation versorgt. Einer der Patienten ist intensivpflichtig.“ Laut DIVI-Register stehen in Öhringen momentan 7 Intensivbetten zur Verfügung, zwei davon sind frei. Emig-Lange weiter: „Die derzeit sieben Beatmungsplätze können wie im Frühjahr bei Bedarf auf insgesamt zwölf erhöht werden.“

Auch Caritas hat Covid-Patienten, aber nicht auf der Intensivstation

Für das Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim berichtet sie von 3 bestätigten Fällen und 9 Verdachtsfällen, von denen keiner intensivpflichtig ist. „Im Caritas-Krankenhaus haben wir das im Frühjahr bewährte Stufenkonzept wieder aktiviert“, erläutert Pflegedirektor Frank Feinauer. „Danach haben wir im Moment auf einer Station eine Spange mit mehreren Zimmern für COVID-19-Patienten sowie für Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion reserviert. Zugleich sind wir darauf vorbereitet in kurzer Zeit, die gesamte Station für COVID-19-Patienten zu räumen.“ Der nächste Schritt wäre dann die Räumung einer weiteren Station in diesem Bettenhaus. „Im Caritas-Krankenhaus haben wir den Vorteil, dass die vier Bettenhäuser räumlich komplett voneinander getrennt sind. Dadurch können wir eine Trennung von infektiösen und nicht-infektiösen Patienten hier sicherstellen“, so Feinauer.

Das DIVI-Register listet 52 freie Intensivbetten für den Main-Tauber-Kreis. Im Kreis Schwäbisch-Hall stehen insgesamt 55 Intensivbetten zur Verfügung, davon sind 11 frei.

Im Kreis Schwäbisch-Hall wird ein COVID-Patient intensivmedizinisch behandelt.

Experten gehen bis Ende November von einem Anstieg bis zur Vollauslastung auf den Intensivstationen aus

Die Belegungskurve der Krankenhaus- und Intensivbetten hinkt der Infektionszahl um etwa 14 Tage hinterher, es ist also zu erwarten, dass die Anzahl der COVID-Patienten, die intensivmedizinisch versorgt werden müssen, ebenfalls bald ansteigt. Eine Studie von Prof. Dr. Thorsten Lehr von der Universität des Saarlandes rechnet Ende November 2020 mit einem Bedarf von bundesweit etwa 12.500 Intensivbetten allein für COVID-Kranke. Damit wäre die Grenze zur Vollauslastung erreicht: Ohne die kurzfristig verfügbaren zusätzlichen Betten müssten planbare Behandlungen mit Intensivbedarf schon Ende November zurückgeschraubt werden.

Es droht eine Überlastung des Gesundheitssystems

Der Coronavirus verbreitet sich wieder in allen Bevölkerungsgruppen, auch die so genannten Risikogruppen sind wieder stärker betroffen. Solange kein Impfstoff oder eine effiziente Behandlungsmethode zur Verfügung steht, ist die Verhinderung von Infektionen die einzige Möglichkeit, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu umgehen, das bedeutet unter anderem eine Verringerung der Kontakte, Einhaltung der Maskenpflicht und der Abstandsregeln sowie Desinfektion.

Ab dem Erreichen einer Inzidenz von 50 sind die Landkreise gehalten, Maßnahmen zu verschärfen, etwa Versammlungen zu beschränken oder ganz zu verbieten.

Text: Matthias Lauterer

Quellen: DIVI-Register: https://www.intensivregister.de/ , Simulationsstudie: https://covid-simulator.com/

 

Intensivkapazitäten im Kreis Schwäbisch-Hall, Stand 22. Oktober 2020. Bild: Screenshot DIE ZEIT

Intensivkapazitäten im Main-Tauber-Kreis, Stand 22. Oktober 2020. Bild: Screenshot DIE ZEIT

 

 

 

 




Droht dem Hohenlohekreis der Lockdown?

Am Donnerstag, den 22. Oktober 2020, sind dem Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt zwölf neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 48,8 pro 100.000 Einwohner. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor. Ab dem Wert 50 erreicht man die dritte Pandemiestufe und es drohen weitere Maßnahmen. Wobei diese Maßnahmen bereits am 19. Oktober 2020 von der Landesregierung in Kraft gesetzt wurden, nachdem immer mehr Kreise den Wert von 50 überschritten haben.

Das bedeutet unter anderem, dass sich privat nur noch bis zu zehn Personen treffen dürfen oder zwei Hausstände begrenzt. Auch im Freien ist an öffentlichen Allgemeinplätzen ein Mund-Nasenschutz Pflicht, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Es soll verstärkt mit Telemedizin gearbeitet werden, unter anderem auch bei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen zur Vermeidung von Kontakten in Arztpraxen. Ab der fünften Klasse sollen Schüler auch im Unterricht und nicht nur wie bisher in den Fluren einen Mund-Nasenschutz tragen. Kliniken sollen „erforderliche Intensiv-Kapazitäten für Covid-Patienten stufenweise anpassen sowie elektive Behandlungen schrittweise reduzieren“, so die Landesregierung. https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/land-ruft-die-dritte-pandemiestufe-aus/

Der Hohenlohekreis indes ist bemüht darum, Infektionsketten aufzudecken und zu durchbrechen.

Häusliche Isolation

„Mit Hochdruck arbeiteten die Fallermittler auch heute daran, für die Infizierten die häusliche Isolation anzuordnen und ihre Kontakte zu ermitteln, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern“, so das Landratsamt. „Aufgrund der Infektion einer Kernzeitbetreuerin an der Schillerschule Öhringen besteht dort der dringende Verdacht, dass weitere Schülerinnen und Schüler als K1-Personen in Quarantäne geschickt werden müssen. Die Ermittlungen laufen derzeit.“

In Öhringen könnte sich die Situation zuspitzen

Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat am Donnerstag, den 22. Oktober 2020, zudem ein so genanntes Ausbruchsgeschehen identifiziert und an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Das bedeutet, dass die Zusammenhänge zwischen mehreren einzelnen Fällen von den Fallermittlern nachvollzogen werden konnten. Es hat sich gezeigt, dass die Quarantäne für die Kindergartengruppe in Bretzfeld, die gestern angeordnet wurde, sich auf einen Mitte Oktober 2020 gemeldeten Fall an der gewerblichen Schule Öhringen zurückführen lasse. „Eine derart lückenlos nachvollziehbare Infektionskette kann es nur geben, wenn alle positiv auf das Coronavirus Getesteten ihre Kontaktpersonen korrekt melden. Hier sind wir dringend auf die Mithilfe und Verantwortung der Bürger angewiesen“, so Dr. Susanne Gebert, Fachdienstleiterin Infektionsschutz und Umwelthygiene.

Richtigstellung

„Entgegen der gestrigen Meldung wurde für die Fußballmannschaft in Bretzfeld-Bitzfeld keine häusliche Isolation angeordnet“, korrigierte das Landratsamt des Hohenlohekreises. „Es bestand zunächst der Verdacht, dass die Fußballer als Kontaktpersonen der Kategorie 1 einzustufen seien. Da das vorgelegte strenge Hygienekonzept eingehalten wurde, musste jedoch keine Quarantäne ausgesprochen werden.“

Häusliche Isolation

„Mit Hochdruck arbeiteten die Fallermittler auch heute daran, für die Infizierten die häusliche Isolation anzuordnen und ihre Kontakte zu ermitteln, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern“, so das Landratsamt. „Aufgrund der Infektion einer Kernzeitbetreuerin an der Schillerschule Öhringen besteht dort der dringende Verdacht, dass weitere Schülerinnen und Schüler als K1-Personen in Quarantäne geschickt werden müssen. Die Ermittlungen laufen derzeit.“

In Öhringen könnte sich die Situation zuspitzen

Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat am Donnerstag, den 22. Oktober 2020, zudem ein so genanntes Ausbruchsgeschehen identifiziert und an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Das bedeutet, dass die Zusammenhänge zwischen mehreren einzelnen Fällen von den Fallermittlern nachvollzogen werden konnten. Es hat sich gezeigt, dass die Quarantäne für die Kindergartengruppe in Bretzfeld, die gestern angeordnet wurde, sich auf einen Mitte Oktober 2020 gemeldeten Fall an der gewerblichen Schule Öhringen zurückführen lasse. „Eine derart lückenlos nachvollziehbare Infektionskette kann es nur geben, wenn alle positiv auf das Coronavirus Getesteten ihre Kontaktpersonen korrekt melden. Hier sind wir dringend auf die Mithilfe und Verantwortung der Bürger angewiesen“, so Dr. Susanne Gebert, Fachdienstleiterin Infektionsschutz und Umwelthygiene.

Richtigstellung

„Entgegen der gestrigen Meldung wurde für die Fußballmannschaft in Bretzfeld-Bitzfeld keine häusliche Isolation angeordnet“, korrigierte das Landratsamt des Hohenlohekreises. „Es bestand zunächst der Verdacht, dass die Fußballer als Kontaktpersonen der Kategorie 1 einzustufen seien. Da das vorgelegte strenge Hygienekonzept eingehalten wurde, musste jedoch keine Quarantäne ausgesprochen werden.“

Häusliche Isolation

„Mit Hochdruck arbeiteten die Fallermittler auch heute daran, für die Infizierten die häusliche Isolation anzuordnen und ihre Kontakte zu ermitteln, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern“, so das Landratsamt. „Aufgrund der Infektion einer Kernzeitbetreuerin an der Schillerschule Öhringen besteht dort der dringende Verdacht, dass weitere Schülerinnen und Schüler als K1-Personen in Quarantäne geschickt werden müssen. Die Ermittlungen laufen derzeit.“

In Öhringen könnte sich die Situation zuspitzen

Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat am Donnerstag, den 22. Oktober 2020, zudem ein so genanntes Ausbruchsgeschehen identifiziert und an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Das bedeutet, dass die Zusammenhänge zwischen mehreren einzelnen Fällen von den Fallermittlern nachvollzogen werden konnten. Es hat sich gezeigt, dass die Quarantäne für die Kindergartengruppe in Bretzfeld, die gestern angeordnet wurde, sich auf einen Mitte Oktober 2020 gemeldeten Fall an der gewerblichen Schule Öhringen zurückführen lasse. „Eine derart lückenlos nachvollziehbare Infektionskette kann es nur geben, wenn alle positiv auf das Coronavirus Getesteten ihre Kontaktpersonen korrekt melden. Hier sind wir dringend auf die Mithilfe und Verantwortung der Bürger angewiesen“, so Dr. Susanne Gebert, Fachdienstleiterin Infektionsschutz und Umwelthygiene.

Richtigstellung

„Entgegen der gestrigen Meldung wurde für die Fußballmannschaft in Bretzfeld-Bitzfeld keine häusliche Isolation angeordnet“, korrigierte das Landratsamt des Hohenlohekreises. „Es bestand zunächst der Verdacht, dass die Fußballer als Kontaktpersonen der Kategorie 1 einzustufen seien. Da das vorgelegte strenge Hygienekonzept eingehalten wurde, musste jedoch keine Quarantäne ausgesprochen werden.“

Im Rahmen der Vorgaben der Landesregierung im Bezug auf die dritte Pandemiestufe öffnet der Hohenlohekreis die Corona-Abstrichstelle in Belzhag ab dem 02. November wieder.

Schulen

Eltern befürchten, dass bei weiter steigenden Zahlen, Schulen in Baden-Württemberg nach dem Ende der Herbstferien geschlossen bleiben könnten und wieder in homeschooling übergeht.

Am 22. Oktober 2020 meldete das baden-württembergische Kultusministerium, dass an 456 Schulen insgesamt 943 Klassen beziehungsweise Gruppen aufgrund von Fällen einer Infektion mit dem Corona-Virus beziehungsweise des Verdachts auf den Fall einer Infektion mit dem Corona-Virus vorübergehend ins homeschooling geschickt wurden. 15 Schulen sind vollständig geschlossen. Zur Relation: In Baden-Württemberg gibt es insgesamt ungefähr 67.500 Klassen und etwa 4.500 Schulen.

 




Corona-Vorwarnstufe im Hohenlohekreis

Am Mittwoch, den 21. Oktober 2020, hat der Hohenlohekreis laut einer Pressemitteilung mit einer 7-Tage-Inzidenz von 47,9 pro 100.000 Einwohner die erste Corona-Stufe, die sogenannte Vorwarnstufe, erreicht. Insgesamt wurden dem Gesundheitsamt des Hohenlohekreises am Mittwoch 21 Corona-Infektionen bestätigt. Mehr als 120 Kontaktpersonen wurden daraufhin von den Fallermittlern ausfindig gemacht. Einige Betroffene, die positiv sind, befanden sich bereits als K1-Personen in Quarantäne.

Schüler und Kindergartenkinder in Quarantäne

Eine Klasse der Grundschule in Bretzfeld-Bitzfeld befindet sich nun in häuslicher Isolation, vorsorglich wurde hier die ganze Schulkasse sowie zwei Lehrer als K1-Kontaktpersonen eingestuft. Ein weiterer positiver Fall trat in einer Gruppe des Kindergartens Bretzfeld auf, was die Quarantäne einer dortigen Kindergartengruppe mit sich brachte. Häusliche Isolation wurde zudem für eine Fußballmannschaft in Bretzfeld-Bitzfeld angeordnet. Allen K1-Personen wurde eine Testung empfohlen.

Vorerst keine weiteren einschränkenden Maßnahmen für die Bevölkerung

„Wir beobachten die Lage stets mit sehr wachsamem Blick. Unser Augenmerk liegt besonders auf dem Infektionsgeschehen im westlichen Gebiet des Landkreises. Für eine verlässliche Aussage zu möglichen Infektionsherden ist es derzeit aber noch zu früh. Die Kontaktermittlungen laufen auf Hochtouren. Bereits vor Ausrufen der Pandemiestufe 3 für Baden-Württemberg haben wir uns auf das Erreichen der Vorwarnstufe eingestellt und hatten Allgemeinverfügungen zur Verschärfung der Maskenpflicht und Beschränkungen bei privaten Feiern und Veranstaltungen vorbereitet“, so Landrat Dr. Matthias Neth in der Mitteilung. Das Ausrufen der Pandemiestufe 3 für das Land Baden-Württemberg mit Wirkung vom 19.10.2020 brachte landesweit weitreichende Einschränkungen mit sich, weshalb vorerst keine darüberhinausgehenden Maßnahmen für den Hohenlohekreis angeordnet werden.

„Es gilt jetzt, für alle Verantwortung zu zeigen“

„Sollte der Inzidenzwert in kürzester Zeit weiterhin exponentiell steigen und sich das Infektionsgeschehen verschärfen, werden wir prüfen, ob wir in Abstimmung mit dem Land weitere lokale Maßnahmen ergreifen. Dies könnte zum Beispiel die Einführung einer Sperrstunde sein. Es gilt jetzt, für alle Verantwortung zu zeigen und unbedingt die aktuell geltenden Regelungen der Corona-Verordnung des Landes zu beachten. Gemeinsam haben wir die erste Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr bewältigt – gemeinsam werden wir mit Vorsicht und Bedacht auch die kritische Herbst- und Winterzeit schaffen. #Hohenlohehaeltzusammen – auch bei der zweiten Pandemiewelle“, appelliert der Landrat eindringlich, die derzeit gültigen Regelungen und Maßnahmen zu beachten.

Maßnahmen der Pandemiestufe 3 in Baden-Württemberg

Mit Ausrufen der dritten Pandemiestufe hat das Land Baden-Württemberg folgende verschärfte Maßnahmen angeordnet:

  • Die Maskenpflicht gilt nun in dem Fußgängerverkehr gewidmeten Bereichen wie Fußgängerzonen und Marktplätzen, wo der Abstand von 1,5 Metern nicht sicher eingehalten werden kann. Ebenfalls besteht Maskenpflicht in den für den Publikumsverkehr geöffneten Bereichen öffentlicher Einrichtungen.
  • Ansammlungen und private Veranstaltungen, insbesondere private Feiern, sind auf zehn Personen begrenzt. Die Anzahl darf nur überschritten werden, wenn es sich ausschließlich um Personen maximal zweier Haushalte handelt oder wenn die Teilnehmer miteinander verwandt sind.
  • Die Teilnehmerzahl für sonstige Veranstaltungen ist auf 100 begrenzt.

AHA-Regeln beachten

Weiterhin gilt, unbedingt die bekannte AHA-Formel (Abstand – Hygiene – Alltagsmaske) zu beachten und regelmäßig zu lüften. Es ist zudem angezeigt, vermehrt Kontakte zu reduzieren. „Ich rufe alle Hohenloherinnen und Hohenloher ausdrücklich dazu auf, zusätzlich zu den aktuellen Bestimmungen auch stets selbst zu prüfen, welche Termine derzeit wirklich unbedingt notwendig sind“, so Neth.

Weitere Informationen

Unter http://www.corona-im-hok.de werden laufend die Fallzahlen für den Hohenlohekreis aktualisiert und weitere umfassende Informationen für die Bevölkerung bereitgestellt. Auch die Bürgerhotline unter Telefon 07940/18 888 ist weiterhin montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr erreichbar. Auf dem YouTube-Kanal des Hohenlohekreises https://www.youtube.com/channel/UCfhTuBLCiBjGUUHwnaQ0f3w sind ebenfalls regelmäßig Informationen eingestellt.

Vorbereitungen für den Hohenlohekreis

Die Abstrichstelle sowie die Isolierstation befinden sich weiterhin im Standby-Modus und können innerhalb kürzester Zeit wieder in Betrieb genommen werden, wenn es das Infektionsgeschehen erfordert. „An dieser Stelle möchte ich meinen Dank erneut an die niedergelassenen Ärzte im Hohenlohekreis richten, insbesondere an die Sprecher der Ärzteschaft, Dr. Susanne Bublitz und Dr. Andreas Kühn. Erst gestern (Dienstag, 20.10.) haben wir zusammen über die aktuelle Lage beraten“, berichtet Dr. Neth über den ständigen gemeinsamen Austausch. Auch mit den Bürgermeistern befinde man sich im regelmäßigen Kontakt. Am Mittwoch (21.10.) hat sich der Krisenstab mit den Bürgermeistern zu einer Videokonferenz getroffen. Für den Fall, dass die Kontaktpersonennachverfolgung im Kreis durch eigenes Personal nicht mehr leistbar wäre, wird ein Amtshilfeersuchen an die Bundeswehr gestellt. Auch zur Unterstützung beim Betrieb der Abstrichstelle ist ein Amtshilfeersuchen bereits vorbereitet.

Gesundheitsamt sieht Schnelltests kritisch

Momentan gehen beim Gesundheitsamt des Hohenlohekreises vermehrt Anfragen zum Thema Corona-Schnelltestungen ein. Dazu gibt das Gesundheitsamt folgende Stellungnahme ab: Aktuell werden immer häufiger Schnelltestgeräte zum Nachweis einer Corona-Infektion eingesetzt. Die Diagnostik des Geräts, das auf der Detektion von Virusbestandteilen basiert, erfüllt jedoch nicht die Kriterien für eine Meldung nach dem Infektionsschutzgesetz.

Bei einem positiven Schnelltest-Befund ist daher die sofortige Kontrolle mittels eines RT-PCR-Nachweises notwendig. Bis das RT-PCR-Ergebnis vorliegt, erfolgt zwar eine vorbeugende Absonderung der getesteten Person, es wird aber noch keine Quarantäne für die Person und deren Kontaktpersonen angeordnet. Dies erfolgt erst, wenn das positive Schnelltest-Ergebnis mit der RT-PCR-Methode bestätigt wurde – dann werden die Fallermittler im Gesundheitsamt tätig.

Das Gesundheitsamt weist zudem darauf hin, dass die Aussagekraft der Schnelltest-Befunde für asymptomatisch infizierte Personen noch nicht bestätigt ist, da für diese Personengruppe bisher keine Daten vorliegen. Hier können die Schnelltestungen im Fall eines falsch-negativen Ergebnisses zu einem gefährlichen Sicherheitsgefühl führen, und im Fall eines falsch-positiven Befundes zu unnötiger Isolation und Verunsicherung der mutmaßlichen Kontaktpersonen.

Quellen: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis und die Homepage des Hohenlohekreises

 

Quelle: www.corona-im-hok.de

 

Eine Interpretation der beiden Karten ist schwierig, weil die Krankmeldungen nach 14 Tagen automatisch in die Liste der Gesundmeldungen rutschen. Quelle: www.corona-im-hok.de

 

Quelle: www.baden-wuerttemberg.de

Quelle: www.baden-wuerttemberg.de




Live-Stream: „Corona-Pandemie – global und lokal“

Am Mittwoch, den 21. Oktober 2020, findet der zweite Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe „Gesundheit“ mit einem Sonderthema statt, heißt es in einer Pressemitteilung. Dr. Antje Haack-Erdmann, Leiterin des Gesundheitsamtes Hohenlohekreis, berichtet ab 19.30 Uhr im Vortrag „Corona-Pandemie – global und lokal“ mit einem Rückblick über den bisherigen Verlauf und den Versuch einer Prognose über zukünftige Herausforderungen der Pandemie generell und im Hohenlohekreis.

Aus gegebenem Anlass kann der Vortrag nicht im Künzelsauer Rathaus stattfinden. „Trotzdem möchten wir den Vortrag nicht absagen, zumal sicherlich viele gerade an diesem Vortragsthema interessiert sind und vorab oder anschließend eigene Fragen stellen können. Deshalb findet er als Live-Übertragung statt“, so Bürgermeister Stefan Neumann in der Mitteilung.

Die Fragen können vorab per E-Mail an helen.buehler@kuenzelsau.de gesendet werden. Aber auch während des Vortrags können Benutzer über die Kommentarfunktion spontan Fragen stellen. Der Live-Stream kann ganz einfach und kostenfrei über https://www.youtube.com/watch?v=ZLIk6ZMc_lA&feature=youtu.be oder den städtischen YouTube-Kanal http://www.youtube.de/stadtkuenzelsau aufgerufen werden.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




„Wir sind im Kriegszustand“

„Daraus müssen wir lernen“, sagt ein Kupferzeller Einwohner*, der der Gemeindeverwaltung vorwirft, zu Beginn der Corona-Krise, als Kupferzell zum Hotspot im Hohenlohekreis wurde, nicht transparent genug vorgegangen zu sein. „Eine Informationspolitik war gar nicht gewollt“, glaubt er und: Auch das Landratsamt hätte viel früher reagieren können. „Das Rathaus in Kupferzell hätte viel früher sensibilisieren können, aber nichts ist passiert“, kritisiert er. Dabei hätte man doch alles bereits gewusst. In Norditalien sei es schon rundgegangen und auch Heinsberg sei in den Medien gewesen, als in Kupferzell am 01. März 2020 das verhängnisvolle Kirchenkonzert stattfand, bei dem sich dann so viele Bewohner infizierten.

„Man hat die Menschen sich selbst überlassen“

Bereits am 05. und 06. März 2020 hätte es erste Krankheitsfälle im Ort gegeben, „da hätte man schon reagieren können“. Am 06. März 2020 gab es den ersten Fall in einer Schule, aber niemand sei informiert worden. Die Gemeindeverwaltung habe viel zu langsam agiert, findet er und veranschaulicht das an einem weiteren, ganz praktischen Beispiel: Die Verwaltung habe die Infektionszahlen an das Robert Koch-Institut und das Gesundheitsamt per Fax verschickt, statt auf schnelle Datenübertragung zu setzen. „Das Landratsamt hat komplett versagt“, beklagt er. „Nach zwei Wochen wussten die immer noch nicht, wer alles auf dem Kirchenkonzert war.“ Stattdessen habe man die Menschen sich selbst überlassen. Und dann habe Corona eine Spur der Verwüstung durch den Ort gezogen.

„Es wurde sofort mit entsprechenden Maßnahmen begonnen“

Auf die Vorwürfe des Kupferzellers hin hat GSCHWÄTZ bei Christoph Spieles, Bürgermeister der Gemeinde, nachgehakt und um eine Stellungnahme gebeten. Die Gemeindeverwaltung habe am Sonntag, den 08. März 2020, vom ersten Corona-Fall in Kupferzell erfahren. „Mit Beginn dieser Woche und dem Auftreten des Virus in Kupferzell wurde sofort mit entsprechenden Maßnahmen begonnen“, schreibt der Rathaus-Chef in seiner Antwort-Mail. Das weitere Vorgehen sei besprochen worden und es habe auch einen Krisenstab gegeben.

„Der Krisenstab kam in der Anfangszeit täglich zusammen“

Genau wie Kupferzell war auch Pfedelbach ein Corona-Hotspot im Frühjahr 2020. „Der erste Coronafall wurde der Gemeinde am 08. März 2020 mitgeteilt“, schreibt der Bürgermeister der Gemeinde, Torsten Kunkel, den GSCHWÄTZ ebenfalls nach seinen Erfahrungen befragte. „Die Bevölkerung wurde über die Hohenloher Zeitung informiert.“ Es wurden verschiedene Maßnahmen in die Wege geleitet und ein Krisenstab eingerichtet, der in der Anfangszeit der Pandemie täglich zusammenkam.“ In der momentanen Situation sei das je nach Bedarf der Fall. Auch seien zurzeit in Pfedelbach keine konkreten Maßnahmen geplant. „Diese werden je nach Situation angeordnet und umgesetzt“, so der Rathaus-Chef. „Hygienekonzepte für die verschiedenen öffentlichen Einrichtungen existieren und werden auch angewandt.“

„Man sollte zumindest daraus lernen“

„Zehn bis 15 Skifahrer haben das Virus aus Kühtai mit nach Kupferzell gebracht“, fährt der Kupferzeller fort. „Das kann ja passieren, aber man sollte zumindest daraus lernen.“ Er glaubt, dass diese Personen gutsituiert seien und teilweise in der Öffentlichkeit stehen sowie in allen Gremien sitzen würden. „Deshalb ist das Amtsmissbrauch und diese Leute befangen“, sagt er. Er aber fordere von ihnen Verantwortungsbewusstsein. „Darüber wird aber auch nicht geredet“, beklagt der Familienvater, der im Nachhinein auch von der Aufforderung gehört haben will, „dass niemand mit der Presse reden darf“. Erst nach und nach hätten die Leute im Ort mitbekommen, dass „dieser oder jener erkrankt sei“. Doch offizielle Informationen hätte es nicht gegeben. Er findet, Kupferzell hätte eine Blaupause sein können für Deutschland und die Entscheidungen der Bundesregierung, wenn man nur transparenter vorgegangen wäre.

„Ohne Ärzte standen wir schlecht da“

Ein weiterer seiner Kritikpunkte: Irgendwann seien die Kupferzeller ohne Arzt dagestanden. „Der Arzt in Kupferzell hatte Corona, drei Ärzte in Untermünkheim sowie Neuenstein auch“, erzählt er. „Ohne Ärzte aber standen wir schlecht da.“ Das sei einzigartig gewesen und so etwas wolle er auch nicht mehr erleben. Nur eine Praxis in Braunsbach hätte durchgehalten, aber die hätte sich auch frühzeitig auf alles vorbereitet. „Wir hätten für Kupferzell extra einen Arzt gebraucht“, findet der Mann. Denn die Leute hätten sich zu der Zeit reihenweise angesteckt. „Die Busse, die das RKI nachher für seine Testung mitgebracht hat, hätten wir zu Beginn der Krise als Praxis gebrauchen können“, sagt er. Außerdem hätte man die Ortschaft abriegeln, das THW die Versorgung der Menschen übernehmen müssen. „Aber man wollte ja nicht, dass das rauskommt“, so der Kupferzeller. Außerdem hätte die Gemeindeverwaltung viele Maßnahmen abgelehnt. Eine Quarantänestation sei zum Beispiel nicht gewollt gewesen. „Wir hatten nicht mal einen Krisenstab“, sagt er. Erst am 20. März hätte es eine offizielle Mitteilung gegeben, nachdem es andere Orte bereits vorgemacht hatten. „Aber eine öffentliche Bekanntmachung mit dem Feuerwehrauto im Ort wurde abgelehnt“, erinnert er sich.

„Diese Aussage ist kompletter Unfug“

„Diese Aussage ist kompletter Unfug“, schreibt Christoph Spieles dazu. „Die Gemeindeverwaltung hat keine Quarantänestation abgelehnt. Dies wurde mit dem Landratsamt vorangetrieben und in der Akademie eingerichtet.“ Auch sei die Bevölkerung umgehend und in voller Breite über die Homepage der Gemeinde sowie das Mitteilungsblatt informiert worden. In der ersten möglichen Woche (also ab dem 20. März) sei das Mitteilungsblatt an alle Haushalte kostenlos verteilt worden. Darin hätte es zusätzliche Informationen rund um das Coronavirus, das persönliche Verhalten und Erreichbarkeiten gegeben.

„So viele Todesfälle hätten nicht sein müssen“

Überdies, kritisiert der Kupferzeller Einwohner weiter, seien zu Beginn der Krise seien in Kupferzell nicht gleich ganze Klassen in Quarantäne geschickt worden, sondern nur Infizierte und die jeweiligen Nebensitzer. „In China dagegen hat man ganze Städte abgeriegelt“, vergleicht er. „So viele Todesfälle hätten nicht sein müssen.“ Persönlich kennt er Einige, die an einer Corona-Infektion gestorben sind. Und jetzt gebe es schon wieder Corona-Fälle im Ort. „Aber wir sind hier doch für uns verantwortlich“, findet er. Zurzeit würden ja auch viele junge Menschen ohne Vorerkrankungen sterben. „Es wäre doch interessant zu wissen, wer stirbt“, denkt er. So würden vielleicht auch die Jungen vorsichtiger werden.

„Das hätte noch viel schlimmer sein können“

Dabei hätten die Kupferzeller noch Glück im Unglück gehabt. „Das hätte noch viel schlimmer sein können“, glaubt er. Doch es seien Fehler und Versäumnisse passiert. „Dass man das so einfach im Sande verlaufen lässt“, macht ihn fassungslos. Denn viele Hohenloher hätten darunter gelitten und gerade deshalb und damit sich das nicht wiederholt, sollte alles aufgearbeitet werden, fordert er, vielleicht sogar mithilfe eines Mediators. „Die Armen, Schwachen und Älteren sind gestorben“, sagt er. „Die Verantwortlichen laufen heute wieder rum, als wenn nichts war.“ Doch sonst würden die doch auch immer sagen, was man tun darf.

„Ich gehe keine Kompromisse ein“

Selbst hat der Mann schon früh Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, als er im Januar auf einer Messe vermehrt Asiaten mit Masken gesehen hatte. Ab März sei er besonders vorsichtig geworden bei allen Kontakten. Er und seine Familie hätten auch zu Hause darauf geachtet, Abstand zueinander einzuhalten, und die 78-jährige Oma drei Monate lang nicht mehr besucht. Die Kinder dürften seit Beginn der Krise nicht mehr mit dem Schulbus fahren. Der Mann steht auch voll hinter den Maßnahmen der Bundesregierung und trägt im Freien grundsätzlich eine Maske. „Wir sind in einem Kriegszustand ohne Waffen“, findet. Seit dem Zweiten Weltkrieg hätte es so was nicht mehr gegeben. „Ich gehe hier keine Kompromisse ein, denn ich habe alles miterlebt“, sagt er. „Wir haben keine andere Chancen.“ Er findet, dass man Diskussionen und Lockerungen jetzt nicht zulassen dürfe und auch Demos gegen die Corona-Maßnahmen sind in seinen Augen nicht diskussionswürdig. „Im Krieg sind die Grundrechte auch eingeschränkt worden“, sagt er, weiß aber, dass das in einer Demokratie schwierig ist.

„Das bewusst zu verschleppen ist sträflich“

„Ich habe Angst, dass wir wieder nicht informiert werden“, befürchtet er. Das „bewusst zu verschleppen ist sträflich“. Gerade die älteren Menschen ohne Social Media würden doch nichts mitbekommen. Er glaube, „dass es schon wieder schlimmer ist, als uns gesagt wird“. Seine Zukunftsaussicht ist eher düster: „Es kann noch viel schlimmer kommen mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen“. Auch wenn er nicht damit rechnet, dass so etwas im Ort direkt noch einmal passieren wird – mittlerweile hätten ja zahlreiche Einwohner Antikörper gebildet – so wünscht er sich doch, „dass das alles nicht einfach so vergessen wird“.

„Die Aufarbeitung ist ein laufender Prozess“

Sollte Kupferzell dennoch von einer zweiten Welle getroffen werden, so habe sich die Gemeindeverwaltung laut Bürgermeister Spieles darauf vorbereitet: „Wir haben uns intern besprochen und entsprechende Maßnahmen – je nach Auftreten und Heftigkeit – vorbereitet. Diese werden dann umgesetzt“. Zudem schreibt er: „Die Aufarbeitung ist ein laufender Prozess und hat bereits im März begonnen. Die jeweiligen Erfahrungen fließen dauernd bei Entscheidungen mit ein.“

„Das RKI hat die Kontaktpersonennachverfolgung durch das Landratsamt als gut bewertet“

„Das Landratsamt Hohenlohekreis hat frühzeitig einen Koordinierungsstab Corona, bestehend aus verschiedenen Ämtern und Institutionen, gegründet. Das erste gemeinsame Treffen fand am 26. Februar diesen Jahres statt“, schreibt Matthea Weinstock von der Pressestelle des Landratsamtes Hohenlohekreis auf GSCHWÄTZ-Nachfrage. „In den Sitzungen des Koordinierungsstabs wurden verschiedene Maßnahmen diskutiert und umgesetzt.“ Bei Empfehlungen hätte sich das Gesundheitsamt des Landratsamtes Hohenlohekreis stets an den Vorgaben des Robert Koch-Instituts (RKI) orientiert. So sei beispielsweise bei der Frage nach der Durchführung von Veranstaltungen die vom RKI am 28.02.2020 veröffentlichte Handlungsempfehlung einbezogen worden. „Bitte beachten Sie, dass das Infektionsgeschehen immer erst nach mehreren Tagen bewertet werden kann, da die Betroffenen sich in der Regel bereits Tage vor Erkennen der Erkrankung infiziert haben und ansteckend gewesen sind“, schreibt die Landratsamtsmitarbeiterin weiter. „Das RKI hat im Rahmen der Studie in Kupferzell insbesondere die Kontaktpersonennachverfolgung der ersten Fälle durch das Landratsamt als gut bewertet.“ Für den Fall von erneut steigenden Infektionszahlen hat das Landratsamt Hohenlohekreis verschiedene Vorbereitungen getroffen – beispielsweise die Neuaufstellung des Gesundheitsamts und der Standby-Betrieb der Abstrichstelle sowie der Isolierstation.

Text: Sonja Bossert

 

  • Der Mann ist der Redaktion namentlich bekannt, möchte aber anonym bleiben.

Christoph Spieles, Bürgermeister von Kuperzell. Foto: GSCHWÄTZ ARCHIV

Thorsten Kunkel (links), Bürgermeister von Pfedelbach. Foto // GSCHWÄTZ/Archiv




Coronalage Hohenlohe: Sportverein betroffen

Am 15.Oktober 2020 seien dem Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 12 neue Corona-Infektionen gemeldet worden, teilt das Landratsamt mit. Die Infizierten befänden sich in Quarantäne, die Fallermittler haben rund 100 Kontaktpersonen der Kategorie ersten Grades ermittelt. Für sie hat das Gesundheitsamt ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet und eine Testung empfohlen.

Betroffen seien auch ein Sportverein aus der Gemeinde Bretzfeld und Schülerinnen und Schüler der Kaufmännischen Schule Öhringen. Drei Personen befänden sich derzeit in stationärer Behandlung.

Noch überschreitet der Hohenlohekreis keine der beiden Warnstufen. Quelle: Screenshot DIE ZEIT, 15.10.2020




GSCHWÄTZ-Chefredakteurin in Quarantäne trotz negativem Testergebnis

Die Herbstferien stehen in Baden-Württemberg kurz bevor. Doch wohin soll und darf man noch in Urlaub gehen, wenn jeden Tag andere Länder zum Coronarisikogebiet erklärt werden? Und was tut man, wenn man sich in einem Gebiet aufhält, das erst während des Aufenthalts zu einem Risikogebiet erklärt wird?

GSCHWÄTZ-Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann hat es unfreiwilligerweise ausprobiert.

Der erste Schritt: Man setzt sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt des Landratsamtes, in dem Fall des Hohenlohekreises, in Verbindung, um das weitere Vorgehen bei der Reiserückkehr nach Deutschland zu besprechen. Denn: In jeder Stadt, in jeder Gemeinde und in jedem Landkreis können andere Regeln gelten. Die nette Sachbearbeiterin (der Name ist der Redaktion bekannt) erklärt daraufhin, dass Coronatests an der Grenze zu Deutschland bei der Heimfahrt machbar wären oder an jedem Flughafen oder Bahnstation. Sobald das negative Ergebnis da ist, was in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Tagen erfolgten sollte, soll man die Tests an die zuständige Stadtverwaltung weiterleiten. Dann wird die Quarantäne in der Regel aufgehoben.

Die nette Sachbearbeiterin erklärt

In der Regel. Dass es auch anders laufen kann, erlebte die Journalistin dann bei der Einreise nach Deutschland. Zunächst ließ sich die 37-Jährige im Testzentrum am Flughafen in Stuttgart testen. Das ging schnell und problemlos. Ein Mitarbeiter trägt zunächst alle persönlichen Daten in den PC ein, dann geht es auch schon mit einer anderen Mitarbeiterin in eine der zahllosen offenen Kabinen, die behelfsmäßig hier im Zuge der Pandemie aufgebaut wurden. Dort angekommen wird ein Stäbchen tief in die Nase eingeführt und anschließend noch ein weiteres tief bis zum Gaumen. So werden die Abstriche gemacht, die danach Aufschluss geben, ob jemand Corona hat oder nicht.

Bereits einen Tag später liegt das Ergebnis vor – allerdings nur digital

Bereits einen Tag später kommt der negative Bescheid per Corona-App, die sich die Journalistin zu diesem Zweck auf ihr Handy geladen hat.

Die Stadtverwaltung Ingelfingen erkennt dieses negative Ergebnis aber nicht an und hebt auch die Quarantäne nicht auf. Das Problem: Die App ist so verschlüsselt, um die Persönlichkeitsrechte eines jeden einzelnen zu schützen, dass das Ergebnis nur einen Quellcode, nicht aber persönliche Daten enthält.

„Wir haben Ihre Unterlagen dem Gesundheitsamt vorgelegt, weil wir bisher nur „eindeutige“ , also namentlich zuordenbare ärztliche Negativbescheinigungen erhalten haben. Das Gesundheitsamt hat sich gerade bei mir gemeldet, sie haben auch noch keine solche pseudonymisierten Mitteilungen gesehen und können auch keine persönliche Zuordnung ermitteln. Die Quellcodes bzw. den Link können wir nicht öffnen und das Scanergebnis herunterladen.“

Hilfe, wie beende ich die Quarantäne?

Was also tun? Man müsse das Ergebnis mit der Post abwarten. Die Stadtverwaltung erklärt daher in Absprache mit dem Gesundheitsamt:

„Das sind die personalisierten Bescheide, die wir benötigen. Mit der Vorlage dieser Bescheide wird die häusliche Absonderung / Quarantäne aufgehoben.“

Dieses ist vier Werktage später erst da. Daraufhin hebt die Ortspolizei von Ingelfingen die Quarantäne sofort auf.

So vergeht fast eine ganze Arbeitswoche in Quarantäne. Man mag sich gar nicht ausmalen, wie eine solche Strategie eine ganze Masse an arbeitenden Menschen unnötigerweise lahmlegen kann.

Das Regierungspräsidium Stuttgart verweist auf GSCHWÄTZ-Nachfrage auf das jeweilige Gesundheitsamt vor Ort:

„Vielen Dank für Ihre Anfrage zur Anordnung beziehungsweise Aufhebung der Quarantäne. Hierzu würden wir Sie bitten, sich direkt an die Gesundheitsämter beziehungsweise das jeweils örtlich zuständige Gesundheitsamt zu wenden.“

Die große Frage aber bleibt: Wozu dient dann die Corona-Warn-App, wenn die Ergebnisse darauf nicht anerkannt werden? Zumal trotz des bereits vorhandenen digitalen negativen Coronabescheides von der Corona-Warn-App die Polizei in Ingelfingen drei Tage später kontrollierte, ob Dr. Sandra Hartmann die Quarantäne auch tatsächlich weiterhin einhält.

Info

Am 15. Oktober 2020 will die Bundesregierung das Coronaverfahren bei Reiserückkehrern abermals ändern.

Dr. Sandra Hartmann am Coronatestzentrum in Stuttgart. Foto: GSCHWÄTZ

Negatives Testergebnis über die Corona-Warn-App. Foto: GSCHWÄTZ

Registrierung im Corona-Testzentrum. Eine Übermittlung der Ergebnisse gehe nicht via E-Mail, sondern nur per App und Post, sagte ein Mitarbeiter vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 




„Wir haben mit dem Einsatz dieser Schnelltests in den vergangenen acht Wochen sehr gute Erfahrungen gesammelt“

Seit der Urlaubssaison steigen die Corona-Fallzahlen auch in Deutschland wieder an. Um zu verhindern, dass diese im Winterhalbjahr förmlich explodieren, passen Bund und Länder die Verhaltensvorgaben für die Bürger immer wieder an. Doch wie sieht das in den Firmen aus, wo die Menschen oft auf engstem Raum zusammenarbeiten? Geben die Unternehmen vor, auf was ihre Mitarbeiter achten sollen und wie sie sich zu verhalten haben? Wir haben uns in Hohenlohe umgehört.

„Alle Symptome müssen akut auftreten“

„In diesen Tagen erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Künzelsau über einen internen Newsletter und über Aushänge konkrete Angaben zum Vorgehen beim Auftreten von Krankheits- und Erkältungssymptomen“, schreibt Elke Sturm von der Pressestelle der Stadt Künzelsau in ihrer Antwort-Mail. Dabei handele es sich um die allgemein angewandten Kriterien. So dürften die städtischen Beschäftigten nicht an ihren Arbeitsplatz kommen, wenn sie unter folgenden Symptomen leiden: Fieber ab 38 Grad Celsius, trockener Husten – also ohne Schleim und nicht durch chronische Erkrankungen wie Asthma verursacht – wenn der Geschmacks- oder Geruchssinn gestört sind. „Alle Symptome müssen akut auftreten“, so Elke Sturm. „Symptome einer bekannt chronischen Erkrankung sind nicht relevant.“ Im optimalen Fall würden die Beschäftigten weitere Schritte mit ihren direkten Vorgesetzten telefonisch abstimmen.

Bisher rund 200 Schnelltests vorsorglich durchgeführt

„Bei ebm-papst haben wir Covid-19 bereits mit dem Ausbruch in China im Januar 2020 sehr ernst genommen und umgehend eine Reihe von Maßnahmen, wie beispielsweise das Tragen von Mundschutz oder die Sensibilisierung auf erhöhte Körpertemperatur, umgesetzt“, schreibt Pressesprecher Hauke Hannig. „Auch bieten wir unseren Mitarbeitern bereits seit vielen Monaten zusätzlich Sicherheit, in dem wir über unsere Betriebsärzte bei Verdachtsfällen PCR-Testungen (Mund-Nase-Abstriche) durchführen.“ Die nun beginnende Erkältungszeit werde bei ebm-papst mit Schnelltests begleitet: „Wir haben mit dem Einsatz dieser Schnelltests in den vergangenen acht Wochen sehr gute Erfahrungen gesammelt und können damit unseren Mitarbeitern einen weiteren Schutz bieten und damit eine höhere Sicherheit im Unternehmen ermöglichen“. Bisher wurden laut Hannig vorsorglich rund 200 Schnelltests in Mulfingen durchgeführt. Der Vorteil sei, „dass wir umgehend ein Ergebnis erhalten“. Ein Schnelltest schlage an, wenn eine Virenlast vorliege. Ist dies der Fall, werde über den PCR-Test (Mund-Nase-Abstrich) und eine Laboranalyse überprüft, ob eine Covid-19-Infektion vorliegt.

„Wir thematisieren Covid-19 sowie die Hygieneregeln wieder verstärkt“

„Wäre dies der Fall, gelten die Regeln des Infektionsschutzgesetzes. Der Schnelltest zeigt überdies auch an, ob eine Infektion vorlag und Antikörper gebildet wurden“, schreibt Hannig weiter. Bei einer erhöhten Körpertemperatur – mehr als 38 Grad Celsius – oder bei Erkältungssymptomen – beispielsweise Halsschmerzen – sollen die ebm-papst-Mitarbeiter umgehend ihren Hausarzt konsultieren und nicht in die Firma kommen. Zur Kommunikation werden bei dem Unternehmen vielseitige Kanäle genutzt: angefangen von Intranet über mündliche Kurzinfos bei Schichtübergaben bis hin zu Aushängen und Newslettern. „Wichtiger Kanal ist zudem unsere Corona-Hotline, deren Mitarbeiter für alle Fragen zur Verfügung stehen und Koordinationsaufgaben, beispielsweise in Bezug auf unsere Testungen, übernehmen“, so der Pressesprecher. „Aufgrund der Zunahme von Infektionen, insbesondere in Deutschland, und der anstehenden Erkältungszeit thematisieren wir Covid-19 sowie die Hygieneregeln wieder verstärkt, setzen wieder stärker auf mobiles Arbeiten in A- und B-Teams und Videokonferenzmöglichkeiten.“

Regelmäßige Informationen zum aktuellen Stand

Sascha Sprenger von der Pressestelle des Landratsamtes Hohenlohe schreibt auf die GSCHWÄTZ-Anfrage: „Schon immer gilt, dass Mitarbeitende – genau wie Besucher – mit eindeutiger COVID-19-Symptomatik das Landratsamt nicht betreten dürfen“. Allerdings würden die Mitarbeiter regelmäßig zum aktuellen Sachstand im Umgang mit COVID-19 sowie einhergehenden Änderungen informiert.

Mitarbeiter sind in selbst verantwortlich

„Unsere Mitarbeitenden sind grundsätzlich dazu aufgefordert, bei einer Erkrankung nicht zur Arbeit zu kommen“, schreibt Rainer Grill, Pressesprecher von Ziehl-Abegg. „Einmal dient dies der verbesserten eigenen Genesung, zum anderen einer Vermeidung von Ansteckungen anderer Mitarbeitenden.“ Dies geschehe aber unabhängig von Covid-19. Aber es gelte auch: „Als Unternehmen können wir nicht per Aushang definieren, ab wann jemand gesund oder krank ist: Das muss der- oder diejenige im ersten Schritt für sich selbst entscheiden und dann gegebenenfalls einen Arzt zurate ziehen. Grill nennt ein Beispiel: „Würden wir etwa eine „laufende Nase“ als Kriterium festlegen, dann müssten Mitarbeiter mit leichtem Heuschnupfen grundsätzlich zu Hause bleiben“. Daher müsse jeder für sich selbst entscheiden, ob er krank ist und nötigenfalls ärztlichen Rat einholen.

Text: Sonja Bossert




3 Schulklassen, 1 Kindergarten, 2 Fußballmannschaften sowie Teilnehmer einer privaten Feier in Quarantäne

Wegen eines Corona-Falles innerhalb der Lehrerschaft sind drei Grundschul-Klassen der Pestalozzi-Schule Pfedelbach als Kontaktpersonen erster Kategorie eingeordnet worden und müssen deshalb für 14 Tage in Quarantäne. Außerdem betroffen sind zwei Mannschaften des TSV Pfedelbach sowie die Teilnehmer einer privaten Feier. Ein zweiter Fall betrifft einen Kindergarten in Öhringen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Lehrer hat Corona

Das Landratsamt Hohenlohekreis ermittelt derzeit alle Kontaktpersonen und hat aufgrund der größeren Menge ein zweites Fallermittler-Team aktiviert. Insgesamt sind mehr als 150 Personen von der Quarantäne betroffen.

„Es zeigt sich, dass immer wieder Fälle auftreten – zwar nicht gehäuft, aber doch recht regelmäßig“, erklärt Torsten Kunkel, Bürgermeister der Gemeinde Pfedelbach. „Daher kann man gar nicht oft genug betonen, dass es wichtig ist, die bekannten Hygieneregeln einzuhalten.“

„Wir dürfen nicht leichtsinnig werden“

Auch Landrat Dr. Matthias Neth appelliert an die Bürger im Kreis, vorsichtig zu sein: „Wir dürfen nicht leichtsinnig werden, sondern müssen gerade jetzt, wenn es in Richtung Herbst und Winter geht, darauf achten, alles zu tun, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.“




Mit dicker Jacke im Unterricht – Kalte Klassenzimmer an den Schulen

Experten und damit einhergehend auch diverse Landesregierungen empfehlen in Coronazeiten häufiges Lüften an Schulen – manche empfehlen, alle 20 Minuten stoßzulüften, um der Corona-Ausbreitung an den Schulen entgegenzuwirken https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/coronavirus-schulen-lueften-100.html. Die neuen Lüftungskonzepte setzen diverse Schulen auch im Hohenlohekreis nun um. Das Problem: Es wird kalt in den Klassenzimmern. Die Folge: Diverse Schüler fangen sich dadurch schnell eine Erkältung ein. Die Krux: Das geschwächte Immunsystem ist dadurch wiederum anfälliger für andere Erkrankungen – wie etwa Corona.

Der Winter kommt erst noch

Auch früher wurde in den (meisten) Klassenzimmern gelüftet, aber eben nicht ganz so oft. In der Regel in den Pausen, wenn die Schüler sich sowieso nicht im Klassenzimmer befunden haben. Während der nun häufigen Lüftungen hängen die Herbst- und Winterjacken nicht selten weiterhin in den Garderoben in den Gängen, während die Schüler im eigentlich warmen Klassenzimmer auf einmal ständig mit Kältewellen konfrontiert sind. Diverse Lehrer erlauben ihren Schützlingen daher, im Klassenzimmer quasi eine Zweitjacke zu haben oder eine warme Weste, die sie überziehen dürfen, wenn die Fenster aufgemacht werden. Bei richtig kalten Wintertemperaturen würden sich dann noch Schal und Mütze anbieten, die man griffbereit an seinem Sitzplatz verstaut hat.

Mit Mütze und Schal in den Klassenzimmern

Einige Eltern klagen bereits über erste verschnupfte Kinder, die eigentlich sonst eher selten eine Erkältung mit nach Hause bringen. Und dann beginnt das Coronakarusell erst richtig, sich zu drehen. Denn: Diverse Erkältungssymptome wie trockener Husten können schließlich auch Anzeichen von Corona sein. Die baden-württembergische Landesregierung beziehungsweise das Kultusministerum sagt: Trockener Husten kann ein Coronasymptom sein. Neben trockenem Husten zählt auch Fieber ab 38 Grad und der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns zu typischen Coronasymptomen, die es zunächst abzuklären gilt, bevor das Kind wieder in die Schule geschickt werden soll.

Was man tun soll, wenn das Kind „nur“ schnupft und Halsschmerzen hat (dies kann auf eine Erkältung hindeuten, kann aber auch Corona mit sich bringen), steht nicht in den Verhaltensregularien der Landesregierung.

Nur so viel: Eine Mutter aus dem Kochertal hatte vor kurzem Schnupfen, ihr Kind ebenfalls. Der Kindergarten legte ihr nahe, das Kind erst einmal zu Hause zu lassen. Die Firma schicke sie postwendend ins home office.

Starkes Stoßlüften ab Ende der Herbstferien kaum mehr umsetzbar

Währenddessen ist das Problem mit dem Lüften auch schon diversen Verbänden aufgefallen. Karen Claassen, Vorsitzende des Verbands Reale Bildung im Saarland, sagt etwa: „Spätestens nach Ende der Herbstferien wird wohl aufgrund der Temperaturdifferenz zwischen drinnen und draußen das starke Lüften nicht mehr praktikabel sein: Zum einen sind dann die Raumtemperaturen nicht mehr für ein konzentriertes Arbeiten geeignet, zum anderen ist durch die ständig eindringende Kälte auch mit einer Zunahme von normalen Infektionskrankheiten wie Erkältungen zu rechnen. Hinzu kommt eine außerordentlich große Energieverschwendung durch die häufige Kaltluftzufuhr, die nicht in die Zeit passt.“ (https://www.news4teachers.de/2020/09/ministerium-faellt-auf-dass-es-bei-offenen-fenstern-im-unterricht-zu-kalt-wird-und-will-jetzt-ueber-lueftungskonzepte-sprechen/)

Wissenschaftler empfehlen Luftreiniger – Schulminister sagen, das sei zu teuer oder geben die Entscheidung diesbzeüglich an die Schulen weiter

Das geht aus eine Artikel von news4teachsers.de hervor. Weiter heißt es darin: „Dem Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz ist mittlerweile auch aufgefallen, dass es mit dem Lüften im Winterhalbjahr ein Problem geben könnte. Es kündigte nun an, den Corona-Hygieneplan für Schulen zu überarbeiten. Staatssekretär Hans Beckmann (SPD) sagt dem SWR, man wolle Lösungen entwickeln, wie man die Klassenzimmer auch im Winter ausreichend lüften könne. Er wolle dafür Schüler-, Elternvertreter, Schulträger und Virologen an einen Tisch bringen. Lösungen könne man nur gemeinsam finden – wie die genau aussehen könnten, konnte Staatssekretär Beckmann aber nicht sagen. Allerdings werde man sich um Fördermittel beim Bund bemühen, beispielsweise für Luftfilteranlagen.

Über deren Anschaffung wird derzeit hitzig diskutiert. Lehrerverbände in mehreren Bundesländern haben mittlerweile die Forderung erhoben, Schulen flächendeckend mit solchen Luftfiltern auszustatten.

Ein Team vom Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik an der Universität der Bundeswehr München hatte einen Raumluftreiniger untersucht, mit dessen Filterkombination selbst sehr kleine Aerosol-Partikel zu 99,995 Prozent aus der Raumluft abgeschieden werden. In einem 80 Quadratmeter großen Raum könne die Aerosolkonzentration in sechs Minuten halbiert werden. Weil die Aerosole rausgefiltert werden, würden die Geräte auch nicht zur Virenschleuder, hielten die Forscher fest. Sie empfehlen Raumluftreiniger ausdrücklich für Schulen.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat bereits abgewunken. Sie halte Luftfilter in Klassenräumen gegen das Coronavirus zwar für eine gute Lösung – aber: für zu teuer. Die Geräte würden bei rund 3000 Euro Kosten pro Klasse, also umgerechnet gut 100 Euro pro Schüler, „Unsummen verschlingen“. Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann (CDU) verwies an die Kommunen: Schulträger müssten selbst entscheiden, ob Lüftungsanlagen eingesetzt würden.

Michael Gomolzig, Stellvertretender Landesvorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, beschreibt die Situation wie folgt: „Die Kommunen und Städte sagen zurecht: ‚Warum sollen wir das bezahlen?‘ Und das Kultusministerium sagt: ‚Warum sollen wir das bezahlen? Wir sind für die Lehrpläne verantwortlich.'“ Seiner Meinung nach liege die Verantwortung eindeutig beim Landtag. Dort säßen Politiker, die gewählt werden wollten – dementsprechend „sollen sie sich auch einsetzen“, so Gomolzig.

Der Lüftungseffekt verpufft

Lüften klingt zunächst einfach. Aber selbst wenn gelüftet werden kann, erzeugt dies nicht immer den gewünschten Effekt. Christian Kähler, Professor an der Universität der Bundeswehr in München und Experte für Aerodynamik, erklärt: „Hat man einen Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen, kann man gut lüften. Doch dieser Temperaturunterschied verschwindet nach einer Weile und dann versagt der physikalische Mechanismus.“ Das geht aus einem Beitrag des SWR hervor. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/corona-belueftung-an-schulen-100.html