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Die Heilsbringer: Pharmafirmen in der Impfstoff-Rallye

Auf den Impfstoffen gegen das Corona-Virus ruhen zurzeit weltweit alle Hoffnungen. Schon im Dezember könnte es mit den Impfungen losgehen, versprechen die beteiligten Firmen. Zurzeit überbieten sie sich beinahe in Erfolgsmeldungen. Um das Verfahren noch zu beschleunigen hat die Bundesregierung sogar ein Sonderprogramm zur „Beschleunigung von Forschung und Entwicklung dringend benötigter Impfstoffe gegen SARS-CoV-2“ eingerichtet mit einem Volumen von 750 Millionen Euro (Homepage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-3035.html). Und schon wird gestritten – über die Verteilung der Impfstoffe und welcher Personenkreis zuerst das Vergnügen haben wird. Doch wie wirken diese Impfstoffe überhaupt und wie sicher können sie sein angesichts der Kürze der Zeit, mit der sie auf den Markt kommen sollen? GSCHWÄTZ hat sich die beiden Kandidaten aus Deutschland der Firmen Biontech und CureVac genauer angeschaut.

Mehrere Testphasen vor der Zulassung

Zunächst einmal: Bevor ein Impfstoff in Deutschland eine Zulassung erhält, muss er mehrere Testphasen durchlaufen. So schreibt das Paul-Ehrlich-Institut, das in Deutschland für die Genehmigung klinischer Prüfungen sowie die Bewertung und Zulassung von Impfstoffen zuständig ist (https://www.pei.de/DE/home/home-node.html) auf seiner Homepage: „In Zellkulturen (z.B. mit Immunzellen des Menschen) und in Tierversuchen werden Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffkandidaten getestet. Erst nach umfangreichen Untersuchungen und dem Nachweis, dass der Impfstoff in guter Qualität verlässlich hergestellt werden kann, wird er in klinischen Prüfungen der Phase I bis Phase III an freiwilligen Studienteilnehmenden nach deren Aufklärung erprobt. Liegen alle Ergebnisse der präklinischen und klinischen Prüfungen vor, kann ein Zulassungsantrag gestellt werden. Für Europa wird das Zulassungsverfahren für COVID-19-Impfstoffe durch die Europäische Arzneimittelagentur EMA (European Medicines Agency) koordiniert (https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html?nn=169730&cms_pos=1).

Immunreaktion ohne Infektion

In Deutschland sind zurzeit zwei Firmen vorne mit dabei im Impfstoff-Rennen: die Mainzer Firma Biontech, die mit dem US-Pharmariesen Pfizer zusammenarbeitet. Deren Impfstoff hat bereits eine Zulassung in Großbritannien erhalten, wie das Unternehmen am Mittwoch, den 02. Dezember 2020, verkündete (https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/pfizer-und-biontech-erhalten-weltweit-erste-zulassung-fuer-covid). Weit die Nase vorne hat auch das Unternehmen CureVac aus Tübingen, an dem im Frühjahr auch US-Präsident Donald Trump Interesse gezeigt haben soll. An weiteren Impfstoffen arbeiten der britische Pharmakonzern AstraZeneca mit der Universität Oxford sowie die US-Firma Moderna. Die Impfstoffe haben ein gemeinsames Ziel: Durch die Impfung soll eine Immunreaktion hervorgerufen werden, ohne dass eine Infektion stattgefunden hat, und durch die das Immunsystem dann Antigene bildet.

„Eine Integration vonRNA in DNA ist unter anderem aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht möglich“

Die mRNA-Impfstoffe von Biontech und CureVac enthalten genetische Informationen des Erregers. Mit deren Hilfe sollen die Körperzellen der geimpften Personen Oberflächenproteine des Corona-Virus entwickeln. Gegen diese wiederum bildet das Immunsystem die Antikörper. Vorteile der mRNA-Impfstoffe: Sie haben eine einfache Struktur und bieten die Möglichkeit, in wenigen Wochen viele Millionen Impfdosen herzustellen. Laut Paul-Ehrlich-Insitut besteht auch nicht die „Gefahr einer Integration von mRNA in das humane Genom. Beim Menschen befindet sich das Genom in Form von DNA im Zellkern. Eine Integration vonRNA in DNA ist unter anderem aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht möglich.“ Das Institut habe auch noch keinen Hinweis darauf gefunden, „dass die von den Körperzellen nach der Impfung aufgenommen mRNA in DNA umgeschrieben wird“ (https://www.pei.de/DE/newsroom/dossier/coronavirus/coronavirus-inhalt.html?nn=169730&cms_pos=2). Übrigens schreibt sich CureVac zugute, „das Potenzial der mRNA zur Behandlung von Krankheiten und zur Herstellung von Impfstoffen entdeckt“ zu haben: Unternehmensgründer, Dr. Ingmar Hoerr, habe als Doktorand herausgefunden, „dass das instabile Biomolekül mRNA bei direkter Verabreichung ins Gewebe als therapeutischer Impf- oder Wirkstoff eingesetzt werden kann, wenn es zuvor optimiert wird“. CureVac sei das weltweit erste Unternehmen, „das mRNA erfolgreich für medizinische Zwecke einsetzt“ (https://www.curevac.com/ueber-uns/).

„Wir werden unterschiedliche Impfstoffprodukte benötigen, um den weltweit hohen Bedarf decken zu können“

Andere Impfstoffe sind die sogenannten Peptid-Impfstoffe. Diese stimulieren „die T-Zell-Antwort, die Zellen des Immunsystems erkennen und SARS-CoV-2-infizierte Zellen zerstören“ heißt es auf der Homepage des Paul-Ehrlich-Institus. An einem solche arbeitet die Universität Türbingen. Für ihren Impfstoffkandidaten hat das Paul-Ehrlich-Institut Ende November die erste klinische Prüfung der Phase I eines Peptid-Impfstoffs gegen COVID-19 in Deutschland genehmigt. „Der Peptid-Impfstoff ergänzt das Portfolio der COVID-19-Impfstoffplattformen um einen weiteren vielversprechenden Ansatz“, so Professor Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, auf der Internetseite. „Diese Vielfalt ist wichtig, denn wir werden unterschiedliche Impfstoffprodukte benötigen, um den weltweit hohen Bedarf decken zu können.“ (https://www.pei.de/DE/newsroom/pm/jahr/2020/25-klinische-pruefung-uni-thuebingen-covid-19-impfstoff.html?nn=172068).

Wirksamkeit von 95 Prozent

Biontech verspricht bei seinem Impfstoff eine Wirksamkeit von 95 Prozent: „Die Entscheidung der Medicines & Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) des Vereinigten Königreiches basiert auf einer rollierenden Einreichung, die Daten aus der Phase-3-Studie enthält, welche einen 95-%igen Impfschutz (p<0.0001) in Probanden ohne vorherige SARS-CoV-2-Infektion (erstes Hauptziel der Studie) zeigen. Auch in Probanden mit oder ohne vorheriger SARS-CoV-2-Infektion konnte ein Impfschutz erreicht werden (zweites Hauptziel der Studie). In beiden Fällen wurde der Impfschutz sieben Tage nach der zweiten Dosis erzielt.“ (https://investors.biontech.de/de/news-releases/news-release-details/pfizer-und-biontech-erhalten-weltweit-erste-zulassung-fuer-covid). Um einen wirksamen Schutz zu erreichen, soll der Biontech-Impfstoff zweimal innerhalb von drei Wochen verabreicht werden. Bereits 28 Tage nach der ersten Impfung und sieben Tage nach der zweiten soll seine Wirksamkeit feststellbar sein, wie das Unternehmen auf Twitter mitteilte (https://twitter.com/BioNTech_Group). Der größte Nachteil des Biontech-Impfstoffs allerdings ist, dass er bei -70 Grad gelagert werden muss. Bei normalen Kühlschranktemperaturen ist er nur fünf Tage lang haltbar. Außerdem soll noch unklar sein, ob er vor schwereren Verläufen schützt, denn während der Testphase soll ein Geimpfter schwer an Covid-19 erkrankt sein.

Drei Monate Haltbarkeit bei fünf Grad Celsius

Das Unternehmen CureVac schreibt über seinen Impfstoff auf der Firmen-Homepage „Die zuvor bekanntgegebenen Interimsdaten zeigten, dass CVnCoV in allen geprüften Dosisstufen zwischen 2 und 12 Mikrogramm gut verträglich ist und hohe bindende und neutralisierende Antikörperlevel induziert. Zudem wurden Anzeichen einer T-Zellen-Aktivierung festgestellt. Die Qualität der Immunantwort entspricht der bei genesenen COVID-19-Patienten beobachteten Immunantwort und ist vergleichbar mit einer natürlichen COVID-19-Ansteckung.“ (https://www.curevac.com/2020/11/10/curevac-veroeffentlicht-detaillierte-interimsdaten-der-phase-1-studie-seines-covid-19-impfstoffkandidaten-cvncov/). Für die Produktion seines Impfstoffs hat CureVac eine Vereinbarung mit der Wacker Chemie AG unterzeichnet. Am Wacker-Standort in Amsterdam können laut Homepage „pro Jahr mehr als 100 Millionen Dosen des Impfstoffes von CureVac hergestellt werden. Der Standort bietet Erweiterungsoptionen, sodass zukünftig auch ein steigender Bedarf gedeckt werden kann“ (https://www.curevac.com/2020/11/23/curevac-und-wacker-unterzeichnen-vertrag-zur-produktion-des-covid-19-impfstoffkandidaten-cvncov-gemeinsame-pressemitteilung/). Eine großvolumige Produktionsanlage wird außerdem am CureVac-Standort in Tübingen aufgebaut. Der Impfstoffkandidat von CureVac soll bereits bei einer Kühlschranktemperatur von fünf Grad Celsius „mindestens drei Monate lang“, bei Raumtemperatur „bis zu 24 Stunden als gebrauchsfertiger Impfstoff stabil bleiben“ (https://www.curevac.com/2020/11/12/curevacs-covid-19-impfstoffkandidat-cvncov-fuer-logistik-bei-kuehlschranktemperatur-geeignet/). Noch in diesem Jahr soll für den Tübinger Impfstoff die letzte klinische Phase mit über 35.000 Teilnehmern in Europa und Südamerika starten. Mit einer Zulassung rechnet CureVac im Frühjahr oder Sommer 2021.

Text: Sonja Bossert




Landratsamt erhält für Corona-Nachverfolgung Unterstützung durch Ziehl-Abegg

Wie der Motoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg mitteilt, unterstützt er das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises bei der Corona-Fallermittlung und der Corona-Holtline. Drei Mitarbeiter von Ziehl-Abegg arbeiten derzeit in der Corona-Abteilung im alten Künzelsauer Krankenhaus.

Peter Fenkl: „Der Kampf gegen die Pandemie geht uns alle an“

„Der Kampf gegen die Pandemie geht uns alle an“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Ziehl-Abegg, Peter Fenkl. Im Frühjahr waren auch Mitarbeitende von Ziehl-Abegg in Quarantäne oder an Corona erkrankt. „Da haben wir erlebt, wie wichtig die Arbeit des Gesundheitsamts ist“, erinnert sich Fenkl. Damals habe das Unternehmen schnell mit Schutzausrüstung geholfen: FFP2-Masken für die zentrale Abstrichstelle und begehrte Gesichtsschilde; entweder aus dem 3D-Drucker oder gefräst aus der Lehrwerkstatt – und das Öhringer Krankenhauspersonal schickte Ziehl-Abegg wurde mit 250 Schoko-Osterhasen bedacht.

Schnelle Auffassungsgabe und starke Kommunikativfähigkeit gefordert

„Als wir in der Zeitung gelesen haben, dass viele Gesundheitsämter über einen Mangel an engagierten und geeigneten Mitarbeitern klagen, haben wir den Landrat kontaktiert“, erzählt Fenkl. Dr. Neth war positiv überrascht und hat das Angebot gerne angenommen.„Die Ermittlung von Kontaktpersonen Infizierter muss schnell und gewissenhaft erfolgen; auch die Informationsübermittlung muss schnell und stimmig sein“, sagt Landrat Dr. Matthias Neth.   Als Anforderungsprofil sieht der Landrat konkret zwei Punkte: schnelle Auffassungsgabe und starke Kommunikativfähigkeit.

„Es war schon ganz viel an Information, die es zu verarbeiten gab“

Drei Ziehl-Abegg-Beschäftigte arbeiten jetzt im Dienste der Corona-Task-Force: Lisa Ehret, Isabel Joos und Marcel Nohe „Es war schon ganz viel an Information, die es zu verarbeiten gab“, sagt Nohe, der sonst im internationalen Controlling eingesetzt ist. „Der Einsatz im Gesundheitsamt ist eine spannende und neue Erfahrung“, meint er. Zwei Tage seien er und seien Kolleginnen eingelernt worden. Jetzt können sie fast alle Fragen zur Quarantäne, zu Landesgesetzen und zu Covid-19 im Allgemeinen beantworten. Nohe weiter: „Wenn wir etwas nicht wissen, können wir uns unkompliziert sachkundige Unterstützung bei den Profis im Nachbarzimmer holen.“

Wegen der Durchlüftung etwas kühl

Etwas kühl war es beim Ortstermin, denn selbstverständlich wurde gut und dauerhaft gelüftet. Peter Fenkl ließ sich nicht lumpen und hat  mehrere CO2-Warnmelder zugesagt, mit denen solide Aussagen zur Luftqualität möglich sind und die ein gezieltes Stoßlüften ermöglichen.

Landrat Dr. Neth ist froh um Unterstützung

Insgesamt ist Dr. Neth froh über jede qualifizierte Unterstützung seitens der regionalen Unternehmen. Dr. Neth: „Wenn wir alle gemeinsam – wie bei uns im Hohenlohekreis – mithelfen, können wir noch mehr gegen die Ausbreitung des Corona-Virus‘ unternehmen.“

Ziehl-Abegg-Mitarbeiterin Lisa Ehret arbeitet an der Corona-Hotline im Gesundheitsamt; hinter ihr sind Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl (links) und Landrat Dr. Matthias Neth. Foto: Ziehl-Abegg / Rainer Grill

Corona-Hotline managen statt bei Ziehl-Abegg Industrieluft schnuppern: Isabel Joos (Zweite von links), Marcel Nohe und Lisa Ehret in Gesundheitsamt Künzelsau; flankiert von Firmenchef Peter Fenkl und Landrat Dr. Matthias Neth (rechts). Foto: Ziehl-Abegg / Rainer Grill 




Beispiel Künzelsau zeigt einmal mehr: zwischen Hohenlohe und online klaffen nach wie vor Welten

Online und Hohenlohe – das scheint in manchen Bereichen auch zum Ende dieses Corona-Jahres so unvereinbar zu sein wie das Wort Schimmel und die Farbe Schwarz. Man betrachte nur einmal die Stadtratsitzung in Künzelsau, als unlängst so viele Fraktionen die Online-Sitzung boykottierten und dadurch der Gemeinderat nicht beschlussfähig war (wir berichteten).

Die Vogel-Strauß-Methode bringt nichts

Als Reaktion auf den Boykott stellt die Stadtverwaltung den Gemeinderatssitzmitgliedern nun frei, ob sie online an den Gemeinderatssitzungen teilnehmen oder vor Ort im Rathaus sitzen möchten. Eigentlich müsste man denken, dass jeder Stadtrat begeistert hinsichtlich des relativ bequemen Angebots einer Online-Gemeinderatssitzung im Zuge der Coronapandemie sein müsste. Aber dem ist nicht so. Die einen fühlen sich übergangen vom Bürgermeister, andere wiederum scheinen mit der Technik nach wie vor nicht wirklich auf Kuschelkurs zu sein.

Die Online-Paste wird auch  nach Corona nicht zurück in die Tube gedrückt werden.

Doch dies müsste sich dringend ändern. Es reicht nicht aus, Vogel Strauss zu spielen und zu warten, bis die Pandemie im Zuge eines Impfstoffes endlich ein Ende findet. Denn Corona hat einen Trend, der vorher schon da war, einfach noch mehr beschleunigt: online first. Die Online-Paste wird auch  nach Corona nicht zurück in die Tube gedrückt werden.

Noch immer zu viele Funklöcher im Hohenlohekreis

Spätestens seit der ersten Pandemiewelle hätten (Lokal-)Politiker sich näher mit Online-Kommunikation befassen oder vielleicht auch ordentlich geschult werden müssen. Wie funktionieren Videokonferenzen? Welche Ausrüstung benötige ich zu Hause dafür? Habe ich überhaupt die nötige Datenübertragungsrate? Nun machen wir alle mal schön einen Probelauf. Sicher, wenn man in einem Funklochnest sitzt, hat man kaum Möglichkeiten. Bei Mulfingen, Ingelfingen und auch rund um Öhringen gibt es diese Niemandsländer immernoch reichlich.

Wenn Bürger keinen Empfang haben, können sie auch nicht von Zuhause adäquat arbeiten

Und auch hier sind in erster Linie Lokalpolitiker gefordert, diese noch viel zu großflächigen Funklöcher im Hohenlohekreis ein Ende zu bereiten. Denn: Wenn Bürger keinen Empfang haben, können Sie nicht nur nicht im Internet shoppen, sondern eben auch nicht online arbeiten geschweige denn homeschooling betreiben.

Schule online geht anders

Und da wären wir beim nächsten Punkt: Schule online. Seit März 2020 hatten die Schulen Zeit, Lehrer ins Online-Schulzeitalter zu hieven. Doch was ist bis dato egschehen? Sicher, es gibt Leuchtturmschulen auch im Hohenlohekreis, die mit Online-Plattformen und Verteilung von Tablets blitzschnell reagiert haben. Aber diese sind leider immernoch eher die Ausnahmen. Bei vielen Schulen quälte man sich durch die ein oder andere Videokonferenz, die eher die Erklärung der Technik und das Befinden der Schüler zum Thema hatte, als Lernstoff adäquat zu vermitteln. Aber das ist kein Unterricht. Ansonsten heißt der Plan B, wenn eine Klasse von heute auf morgen in Quarantäne geschickt wird, immer noch nicht selten: Schaut in euren E-Mail-Postfächern nach oder holt die Blätter, die man den Kindern in der Schule kopiert, ab. Schule online geht anders. Die Unis machen es vor. Denn die können mangels Präsenzunterricht nicht einfach nur  Blätter kopieren oder pdfs und youtube-Links verschicken. Hier werden Tutorials online abgehalten. Das wäre auch in den Schulen möglich. Dazu gehört: Jedes Kind müsste mit einem Tablet ausgestattet sein und mit diesem Tablet findet dann Online-Unterricht statt.

Auch staatliche Behörden glänzen nicht wirklich mit Online-Präsenz

Aber auch bei den Banken und den staatlichen Behörden im Hohenlohekreis sind noch einige Online-Löcher zu stopfen. Denn die meisten Formulare, um irgendwelche Anträge zu stellen, gibt es zwar schon online zum Abruf. Aber immer noch zählt die digitale Unterschrift eigentlich gar nicht. Ausdrucken lautet hier nach wie vor die Devise, unterschreiben, und mit der Post im Original wegschicken. Die Deutsche Post zählt immer noch mehr als eine E-Mail. Nur braucht sie Tage länger, bis sie Dokumente von A nach B transportiert. So fortschrittlich sind wir im 21. Jahrhundert.

Es könnte alles so einfach sein.

Text: Dr. Sandra Hartmann




3 Kindergärten betroffen

An diesem Wochenende hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 15 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 107,4 pro 100.000 Einwohner, am Samstag war sie bereits auf 108,3 gesunken.

Alle Fälle vom Wochenende wurden am Samstag gemeldet, am Sonntag kamen keine weiteren Fälle hinzu.

Durch jeweils einen Fall in zwei Kindergärten in Neuenstein sowie Künzelsau sind insgesamt 55 Personen von einer Quarantäne betroffen.

Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis

Coronalage und Inzidenzenzentwicklung im Hohenlohekreis, Stand 30.11.2020.




Auch Georg-Wagner-Realschule hat’s erwischt

Am Mittwoch, den 25. November 2020, hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 25 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 142,9 pro 100.000 Einwohner.

Zwei Neuinfektionen betreffen die Georg-Wagner-Schule in Künzelsau, eine das Bildungszentrum in Bretzfeld. Daneben gibt es weitere Fälle in bereits betroffenen Pflegeeinrichtungen.

Weitere Informationen sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis

 




„Ich freue mich, wenn Kupferzell dazu beitragen kann, das Coronavirus besser zu verstehen“

Ein Studienteam des Robert Koch-Instituts (RKI) war im Oktober noch einmal in Kupferzell zu Gast, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis. Im Rahmen der Studie „Corona-Monitoring lokal“ war bereits im Mai unter anderem untersucht worden, bei wie vielen Menschen bereits Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachgewiesen werden können. In der Folgeuntersuchung ging es nun darum, die Nachweisbarkeit von Antikörpern im Zeitverlauf zu beobachten, sprich: Wie hat sich die Konzentration der Antikörper in den vergangenen Monaten entwickelt?

Veröffentlichung Anfang 2021

Wie Jörg Schaarschmidt, Mitarbeiter beim „Corona-Monitoring Lokal“, auf GSCHWÄTZ-Anfrage schrieb, sind die Folgeuntersuchungen abgeschlossen: „Die Teilnehmenden haben zwischenzeitlich ihre persönlichen Ergebnisse per Post erhalten.“ Der vorliegende Datensatz werde derzeit ausgewertet. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im ersten Quartal 2021 veröffentlicht.

Blutentnahme am Arm und Finger

Für die Folgeuntersuchung hat das Robert Koch-Institut rund 300 Kupferzeller eingeladen, die bereits im Frühsommer an der Studie teilgenommen haben. Ihnen wurde Blut am Arm sowie einige Tropfen aus dem Finger entnommen. Das RKI nutzte für die Untersuchungen die beiden Medi-Busse, die bereits im Mai im Einsatz waren.

„Die Studien des RKI führen immer wieder zu neuen Erkenntnissen“

„Gerade vor dem Hintergrund derzeit wieder steigender Infektionszahlen und im Hinblick auf einen möglichen Impfstoff sind solche Untersuchungen von immenser Bedeutung“, erklärte Landrat Dr. Matthias Neth in der Mitteilung. „Die Studien des RKI führen immer wieder zu neuen Erkenntnissen. Daher freue ich mich, wenn Kupferzell wieder dazu beitragen kann, das Coronavirus besser zu verstehen“, fügt der Kupferzeller Bürgermeister Christoph Spieles hinzu.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohe

 

GSCHWÄTZ berichtete bereits mehrmals über die Studie:

https://www.gschwaetz.de/2020/05/16/robert-koch-insititut-will-2-000-kupferzeller-unter-die-lupe-nehmen/

https://www.gschwaetz.de/2020/05/19/landrat-neth-wir-sind-sehr-neugierig-und-wollen-erfahren-wie-sich-die-infektion-hier-ausgebreitet-hat/

Gar keine Symptome eher untypisch – Über 83 Prozent Infizierte hatten mindestens 1 Coronasymptom – GSCHWÄTZ – Das Magazin (gschwaetz.de)

 




Zwei Corona-Impfzentren für den Hohenlohekreis?

Im Rahmen der Kreistagssitzung vom Montag, den 23. November 2020, informierte Landrat Dr. Matthias Neth darüber, dass er zwei Standorte für Corona-Impfzentren im Hohenlohekreis an die Landesregierung gemeldet hat. Die Impfstrategie des Landes sieht vor, dass Impfzentren auf verschiedenen Ebenen geplant werden: Das Landesimpfzentrum in Ulm, dazu Großimpfzentren sowie je Landkreis zwei lokale Impfzentren. 

Wie soll der Impfstoff in Pflegeeinrichtungen kommen?

„Die Impfzentren können schnell aufgebaut werden“, ist Neth sicher. „Wenn unser Gesundheitsamt und der Katastrophenschutz in drei Tagen eine Abstrichstelle aufbauen können, dann schaffen wir auch das.“  Er sieht aber ganz andere Probleme: Die Impfreihenfolge sei noch gar nicht festgelegt und trotz der Aussagen, dass der Bund die Kosten für den Impfstoff und das Land die Kosten für die Impfzentren tragen würde, sieht er bisher wenig Planungssicherheit. Und wie bringt man die Impfungen in Pflegeeinrichtungen, wo doch die Logistik, Temperierung und Abfüllung der Impfdosen nach bisherigen Angaben so schwierig sein wird? Dagegen seien organisatorische Aufgaben wie die Trennung ankommender und abfahrender Menschen leicht zu lösende Aufgaben.

Keine Aussage über die Standorte der beiden geplanten Impfzentren

Über die Standorte der geplanten Impfzentren machte Neth während der Kreistagssitzung keine Angaben – GSCHWÄTZ hat beim Landratsamt nachgefragt.

Text: Matthias Lauterer

Symbolbild Impfung. Foto: Pixabay




Sportunterricht für zu zahlreichen Kontaktpersonen an Schulen

Am Samstag, den 21. November 2020, hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 39 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 155,3 pro 100.000 Einwohner. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Vier Schulen betroffen

Durch die heute gemeldeten Fälle sind auch vier Schulen betroffen: die Brüder-Grimm-Schule Künzelsau, die Grundschule Taläcker, die August-Weygang-Gemeinschaftsschule Öhringen und das Hohenlohe-Gymnasium Öhringen. In allen Klassen hat Sportunterricht stattgefunden, weshalb durch die Fallermittler im Gesundheitsamt eine große Anzahl an Kontaktpersonen der Kategorie 1 ermittelt und Quarantäne angeordnet werden musste.

 




Corona: Johann-Friedrich-Mayer-Schule betroffen

Am Freitag, den 20. November 2020, hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 29 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 140,3 pro 100.000 Einwohner. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises hervor.

Quarantäne für 25 Personen

In einer bisher noch nicht betroffenen Pflegeeinrichtung wurden acht Neuinfektionen bestätigt, dabei handelt es sich in einem Fall um eine Pflegekraft. Ein positiver Fall an der Johann-Friedrich-Mayer-Schule Kupferzell hatte eine Quarantäneanordnung für rund 25 Kontaktpersonen der Kategorie 1 zur Folge. Am Bildungszentrum Bretzfeld wurde ein weiterer Schüler positiv getestet. Dieser war bereits durch die Fallermittler im Gesundheitsamt als K1 eingestuft und häuslich isoliert.




41 Corona-Neuinfektionen im Hohenlohekreis

Am Donnerstag, 19. November 2020, hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 41 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 154,5 pro 100.000 Einwohner.

In zwei bereits betroffenen Pflegeheimen wurden 17 Neuinfektionen bestätigt. Das geht aus einer Pressemitteilung desLandratsamtes des Hohenlohekreises hervor.