Am Sonntag, den 13. Dezember 2020, kam Querdenken-Gründer Michael Ballweg auf die Querdenken-Demo nach Öhringen und hat mit Priscilla Dekorsi über die Ziele von Querdenken gesprochen, über mögliche rechtsradikale Tendenzen und warum er die Bundesrepublik Deutschland nicht mehr als Rechtsstaat empfindet.
„Vielleicht hat mich das Universum jetzt direkt an die Stelle gestellt, wo ich vielleicht jetzt sein soll“
Anbei veröffentlichen wir das Video-Transkript ungekürzt in voller Länge – mit kritischen redaktionellen Anmerkungen, wo wir sie für nötig erachtet haben:
Ballweg: Ich bin Michael Ballweg, bin 46, war jahrelang Unternehmer, ich hab mich ganz früh selbstständig gemacht und wollte dieses Jahr eigentlich eine Weltreise machen, ich hab nämlich festgestellt vor zwei Jahren bei einem Unfall, dass das Leben vielleicht doch schneller mal endlich ist, als man sich ich vorstellen kann. Ich habe dann angefangen, meine Firma umzustrukturieren, so dass ich die jetzt interessanterweise direkt Anfang des Jahres zwei Tage vor Corona des Hauptprodukt noch verkauft habe und dann eigentlich gemerkt habe: Vielleicht hat mich das Universum jetzt direkt an die Stelle gestellt, wo ich vielleicht jetzt sein soll und, ja, für was für Werte stehe ich? Für Frieden, für Freiheit, auch für Demut. Ich sehe diese Aufgabe, die ich jetzt gerade habe, sehr auch demütig. Wie viele tolle Leute, die ich jetzt kennenlernen kann. Auch was wir hier tun,was wir auf der Welt bewegen. Weil die Ereignisse, die wir hier an anstoßen, die strahlen ja weltweit aus.Und von daher: Frieden, Freiheit, Demut und auch Freude auf das, was kommt.
„Ich habe dann in einer Facebook-Gruppe gepostet, dass ich bereit wäre, 25 000 Euro zur Verfügung zu stellen“
Dekorsi: Warum hast du die Querdenken-Initiative gegründet? Gab es ein Schlüsselerlebnis?
Ballweg: Es gab kein Schlüsselerlebnis in dem Sinne. Aber mir ging es halt wie so vielen. Ich hatte ein schlechtes Bauchgefühl. Ich bin ein Mensch, der sehr stark auf seine Intuition hört und auf das, was das Bauchgefühl sagt. Und der Verstand kommt dann auch immer wieder mal und kontrolliert natürlich. Aber insgesamt versuche ich, mehr auf den Bauch zu hören. Ich habe dann in einer Facebook-Gruppe gepostet, dass ich bereit wäre, 25 000 Euro zur Verfügung zu stellen für einen Rechtsanwalt, der mir hilft, offizielle Demos zu organisieren. Da bin ich erstmal aus der Gruppe rausgeflogen, weil die Leute gesagt haben, wir wollen nicht friedlich demonstrieren. Und das mit dem Demos meldet man nicht an, das macht das alles unangemeldet.“
„Na gut, laufen wir halt mal die Königsstraße hoch und runter“
Aber das wollte Ballweg nicht, so habe er die ersten kleinen Demos mit 180 Leuten auf dem Stuttgarter Schlossplatz. „Meine Frau und ich haben unseren Freundeskreis angeschrieben, aber da hat natürlich keiner sich gemeldet. Da haben wir gedacht: Na gut, laufen wir halt mal die Königsstraße hoch und runter. Und wenn in zwei Monaten alles wieder vorbei ist, lassen wir uns doch gerne auslachen. Und da waren 180 da. Und dann die Woche drauf von 500. Und dann sind wir auf einen Cannstatter Wasen, was uns auch wieder viel Kritik eingebracht hat in der Form: Warum müssen wir unbedingt der Innenstadt demonstrieren. Da hat das Ganze dann seinen seinen Lauf genommen.
„Sofortige Beendung aller Einschränkungen der Grundrechte“
Dekorsi: Für welche Ziele steht Querdenker ein und wie seien die Ziele erreicht werden?
Ballweg: Das die Abschaffung der Corona-Maßnahmen, die sofortige Beendung aller Einschränkungen der Grundrechte. Das zweite ist die Rücknahme von Artikel 143 Grundgesetz. Den kennt wahrscheinlich der eine oder andere noch nicht. Da wurde ganz kurzfristig dieses Jahr eingeführt. Der soll nämlich den Föderalismus in der Bundesrepublik abschaffen, sodass es ein noch zentralistischteres Element wird und am Ende eben auch die Umsetzung von Artikel 146. Das heißt nicht, wir wollen eine neue Verfassung, aber wir wollen das Grundgesetz so verbessern, dass eben die Dinge, die jetzt passiert sind, nicht mehr passieren können, nämlich dass die Parlamente sich selbst entmächtigen und auf Verordnungsbasis monatelang, vielleicht jahrelang regiert werden soll von der Bundeskanzlerin gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten.
[Anmerkung der GSCHWÄTZ-Redaktion: Eine Änderung des Artikels 143 des deutschen Grundgesetzes ist uns nur insofern bekannt, als dass der Artikel tatsächlich in diesem Jahr eine Veränderung erfahren hat, auch im Bezug auf die Auswirkkungen der Coronapandemie, aber nur insofern, dass der Bund die Kommunen entschädigen soll für einen Rückgang der Gewerbesteuern in diesem Zuge: Artikel 143h: „Als Folgewirkung der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020 gewährt der Bund im Jahr 2020 einmalig einen pauschalen Ausgleich für Mindereinnahmen aus der Gewerbesteuer zugunsten der Gemeinden und zu gleichen Teilen mit dem jeweiligen Land. Der Ausgleich wird von den Ländern an die Gemeinden auf Grundlage der erwarteten Min-dereinnahmen weitergeleitet. Bestehen in einem Land keine Gemeinden, so steht der Ausgleich durch den Bund dem Land zu. Der den Ländern vom Bund zum Ausgleich geleistete Betrag berücksichtigt zusätzlich Auswirkungen der Mindereinnahmen ge-mäß Satz 1 auf Zu- und Abschläge sowie auf Zuweisungen gemäß Artikel 107 Ab-satz 2. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz, das der Zustimmung des Bundesrates bedarf. Der Ausgleich bleibt bei der Bemessung der Finanzkraft nach Artikel 107 Ab-satz 2 unberücksichtigt. Artikel 106 Absatz 6 Satz 6 gilt entsprechend.“]
Querdenker-Videos werden von youtube gelöscht
Dekoris: Hat sich in deinem Leben durch Querdenken etwas verändert? Wie hat Dein Umfeld reagiert?
Ballweg: Es hat sich sehr, sehr viel geändert. Also ja, es ist etwas Wunderbares entstanden. Mit viel, viel Herz und Liebe sind wir doch alle dabei.Ein tolles Team. Es ist wie in allen Teams. Da gibt’s euphorische Phasen und Ernüchterungsphasen, Erschöpfungsphasen.Deshalb freuen wir uns jetzt auch, dass andere Teams nun Demos organisieren. In der ganzen Bundesrepublik sind ja jetzt immer Demonstrationen, sodass wir uns jetzt auch ein bisschen auf die Arbeit im Hintergrund und auf die Vorbereitung von dem was kommt, konzentieren können. Der Wolfgang hatte vorhin gesagt, es gibt viele Projekte, die jetzt anlaufen. Ein schönes Projekt wird sein: Ab dem 21. 1. wird es ein YouTube-Ersatz geben nur für Querdenken, den wir gemeinsam auch mit KenFM und mit Nuoviso-TV und noch ein paar anderen Großen entwickeln, sodass wir dort auch unabhängiger werden und uns nicht mehr drum kümmern müssen, was als nächstes gelöscht wird.“ Dabei verweist Ballweg darauf, dass ein Youtube-Kanal eines Querdenken-Anhängers anscheinend gelöscht wurde.
Anmerkung: Auch die GSCHWÄTZ-Redaktion kennt diese Vorgehensweise von youtube. Vor wenigen Tagen wurde ein von der Redaktion GSCHWÄTZ auf youtube hochgeladenes Video über eine Querdenken-Demo in Öhringen von youtube entfernt. Youtube gab als Grund an, dass hier medizinische Falschinformationen verbreitet würden. Unter anderem hatte ein Vater auf der Demo davon gesprochen, dass das Maskentragen bei Kindern nicht nur zu Konzentrationsproblemen führen, sondern auch schwere Hirnschäden verursachen könne.
„Ich hatte ja gesagt, ich habe Querdenken auch gegründet, weil mir diese Welt, wie sie uns von der Bundesregierung präsentiert wird, nicht mehr gefällt“
Dekorsi: Ich habe schon von vielen Querdenkern den Begriff Querdenker-Familie gehört.
Ballweg: Also ich würde sagen, auf jeden Fall, weil wir sind eine große Menschheitsfamilie. Wir arbeiten ja von Anfang an mit einer Energie, die nach vorne geht und alle Menschen, die sich von der Energie im Moment angezogen fühlen, mitnehmen möchte. Und es werden immer mehr. Ich hatte ja gesagt, ich habe Querdenken auch gegründet, weil mir diese Welt, wie sie uns von der Bundesregierung präsentiert wird, nicht mehr gefällt. Wir haben es selbst in der Hand, unsere eigene schöne Welt zu machen. Und da sind wir dabei. Und schön, dass die ganze Familie mitmacht, weil das sind ja auch die, die Dinge, die WHO abschaffen möchte. Die Familie soll ja abgeschafft werden, sie ist nicht mehr notwendig, die familiären Strukturen. Und ich erachte die als sehr, sehr wohl notwendig.Und deshalb sind wir eine große Familie, die zusammen an diesem Ziel arbeitet.
Anmerkung der Redaktion GSCHWÄTZ: Dass die WHO die Familie abschaffen möchte, hierfür konnten wir aufgrund unserer Recherchen bislang keine Belege finden. Auch Michael Ballweg nennt hier keine Belege für seine Äusserungen.
„Bundesregierung wirft uns Stöckchen vor die Füße“
Dekorsi: In der Familie wird ja auch manchmal gezofft. Wie ist die Diskussionskultur bei Querdenken?
Ballweg: Ich muss sagen, es weht im Moment gar nicht so viel diskutiert, weil wir dieses große Ziel vor Augen haben beziehungsweise weil die Bundesregierung und auch die Landesregierung uns ja immer weiter beschäftigt und immer wieder Stöckchen vor die Füße wirft, mit denen wir wieder Arbeit haben. Insofern sind wir gar nicht so viel am Diskutieren, sondern wir arbeiten eigentlich alle auf das gleiche Ziel hin. Wir wissen alle, dass es ein Marathon wird, dass jeder seine Energie ein Stück weit einteilen muss. Und natürlich gibt es auch mal die eine oder andere Diskussion. Aber wir versuchen, uns immer nach vorne zu richten und zu sagen: Worauf fokussieren wir uns jetzt von der Energie? Ist es das wirklich wert, hier einen Konflikt zu führen, der vielleicht auch schon in der Vergangenheit liegt? Wie können wir denn in Zukunft noch besser zusammenarbeiten?
„Ich stehe jetzt sehr unter Beschuss“
Dekorsi: Vergangene Woche hat Sonja Erdmann [Anmerkung der Redaktion: Organisatorin der Querdenken-Demos in Öhringen] die Selbstorganisation der Ortsgruppen sehr gelobt. Also dass man unter Einhaltung des Manifests die Freiheit hat, die Veranstaltung so zu gestalten, wie man möchte. Warum ist das so wichtig?
Ballweg: Es ist ein Baustein. Ich hatte immer gesagt, ich mache die Demos eigentlich in Stuttgart. Weil ich vor meiner Haustüre in meinem Umfeld was ändern möchte. Wir sind dann nach Berlin gegangen. Ich bin so ein Mensch, der sagt, ich gehe den Weg des geringsten Widerstandes. Wir haben dann geguckt, wo kann man unbeschränkt demonstrieren, und das war dann halt zu diesem Zeitpunkt Berlin. Ansonsten steht Querdenken ja ganz klar für Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Eigeninitiative. Und das reflektiert dann auch wieder das, was Sonja gesagt hat, nämlich dass alle Gruppen unabhängig sind. Und dadurch werden wir natürlich auch weniger angreifbar, weil man sieht ja: Ich stehe jetzt sehr unter Beschuss. Aber selbst wenn ich mal nicht mehr weitermachen könnte, warum auch immer, möchte ich natürlich alle bitten, trotzdem weiterzumachen und sich nicht entmutigen zu lassen.
„Es hat ja noch kein Politiker, der uns angreift, mit uns gesprochen“
Dekorsi: A propos Manifest. A propos Manifest über das, was ich gerade angesprochen habe. Chiara hat letzte Woche Auszüge daraus vorgetragen.Und da geht es um Grundrechte. Es geht um Respekt und es geht um Friedlichkeit. Wie passt das zusammen, dass Querdenken jetzt vom Verfassungsschutz überwacht wird? Wie kann man das mit diesem Manifest vereinbaren und mit diesen Grundsätzen?
Ballweg: Ja, ich würde sagen gar nicht, oder? Es hat ja noch kein Politiker, der uns angreift, mit uns gesprochen. Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass wir am 29. August 2020 vom Bundespräsidenten empfangen worden wären. Ich kann sagen, das war nicht so. Unser Presseteam arbeitet gerade dran und so wie es vorhin auch schon gesagt wurde: Der Verfassungsschutz, kann uns gerne beobachten. Da kann er noch was über Demokratie lernen. Und er darf auch gerne bei mir direkt anfragen. er muss mich nicht beobachten, er darf auch direkt mit mir reden. Ich gebe bereitwillig Auskunft über unsere Motive und Ziele.
„Es gibt sicherlich den ein oder anderen mit einer extremeren Meinung“
Dekorsi: Querdenker werden ja oft in die rechte Ecke geschoben. Hast du schon gewaltbereite rechtsextreme Querdenker getroffen?
Ballweg: Es gibt sicherlich den einen oder anderen, wie es vorhin auch schon gesagt wurde, der vielleicht mal eine extremere, polarisierende Meinung hat. Ich hab’s aber auch schon oft gesagt, ich selbst bin auf dem Dorf groß geworden. Wir hatten immer so eine Runde, wo wir abends an einem Brunnen ein Bier getrunken haben und da war auch immer ein Skinhead dabei. Wir haben es nicht geschafft, den Skinhead zu einem nicht Skinhead zu machen. Er hat es aber auch nicht geschafft, an den Tisch noch einem zum Skinhead zu machen. Und deshalb ist es wichtig: Ja, es gibt vielleicht diese Position, aber eine Demonstration ist eben auch eine Demonstration ohne Eintrittskarte und ohne Eingangskontrolle. Auch ohne Gedankenkontrolle übrigens. Und ich denke, es ist wichtig, dass man miteinander redet, statt übereinander und dann auch die Positionen austauscht. Ich rede mit allen, die friedlich für eine freiheitlich demokratische Grundordnung stehen. Und dieser Dialog ist wichtig, weil sobald ich anfange, Menschen auszugrenzen, habe ich auch das Risiko, dass die Positionen extremer werden.
„Gewalt ist kein Thema“
Dekorsi: Also zum Thema Meinungsfreiheit innerhalb der Initiative. Gab es schon Redebeiträge, wo du dir gedacht hast, das kann ich gar nicht unterschreiben? Und wie gehst du damit um? Wie viel Meinungsfreiheit kann eine Initiative vertragen? Gibt’s Grenzen?
Ballweg: Natürlich gibt’s die Grenzen. Also wir haben ja gesagt, Gewalt ist kein Thema. Ich persönlich muss dazu sagen, ich finde auch diese historischen Vergleiche nicht glücklich, weil sie unseren Kritikern eine Angriffsfläche geben. Und ich schätze da Daniele Ganser sehr. Der hat sich jetzt, trotz dass er Historiker ist, zwischenzeitlich mal geäußert und hat auch zu der Pandemie Stellung bezogen. Aber eigentlich sollte er serst in fünf Jahren darüber berichten, weil er Historiker ist und dann kann er es nicht wirklich beurteilen. Ich würde auf die historische nVergleiche verzichten, um eben auch keine Angriffsfläche zu bieten. Und es wird sich sowieso erst in zwei, drei Jahren zeigen, ob die Vergleiche gerechtfertigt waren oder nicht.
Polizeigewalt?
Dekorsi: Zum Thema Polizeigewalt. Dieses Jahr sind ja Bilder von Wasserwerfern um die Welt gegangen oder auch von Menschen, die zu Boden geworfen wurden. Was sind deine Erfahrungen dazu?
Ballweg: Ich muss sagen, nach dem 29. August 2020 in Berlin ist tatsächlich dann ein Bild in mir zerbrochen. Es heißt ja immer, die Polizei, dein Freund und Helfer. Die Klage beim Bundesverfassungsgericht lief noch und es wurde [Die Demo] geräumt, ohne dass die Entscheidung von dem Bundesverfassungsgericht abgewartet wurde. Es war wie hier, nur friedliche Menschen und die Polizei ist da massiv vorgegangen. Deshalb glaube ich bei vielen hat der 29. August 2020 ein Trauma hinterlassen, was dann auch aufgearbeitet werden muss. Deshalb ist es schön zu sehen, dass es hier so friedlich ist. Wir waren auch in Baden-Württemberg bisher immer gut begleitet von der Polizei. Wir werden sehen, wie sich das weiterentwickelt. Ich habe schon gehört vom Gerhardt, das gestern in Ludwigsburg die Stimmung nicht nicht mehr so entspannt war. In Heilbronn auch nicht mehr. Also von daher, wir gehen dann eben dorthin, wie hier Öhringen, wenn wir hier willkommen sind.
Anmerkung der GSCHWÄTZ-Redaktion: Die Polizei wollte tatsächlich die Demo gegen die staatlichen Coronamaßnahmen am 29. August 2020 in Berlin auflösen, allerdings schien sie kaum gegen die Demo-Menschenmenge anzukommen. Hier geht’s direkt zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=lRHq6UkDvSc
„Wir sehen ja auch, wie wir uns drangsalieren lassen müssen“
Dekorsi: Ist Deutschland noch ein demokratischer Rechtsstaat?
Ballweg: Nach meinem Verständnis nein, weil wenn so viele Grundrechte eingeschränkt sind und selbst das Bundesverfassungsgericht dagegen entscheidet, können wir im Moment nicht mehr von einem demokratischen Rechtsstaat sprechen. Auch insbesondere, wenn politische Gegner so diffamiert werden. Über die Presse werden auch Machtmechanismen einseitig ausgenutzt. Wir sehen ja auch, wie wir uns drangsalieren lassen müssen. Hier zum Glück nicht, aber wenn ich eben gestern wie ich vorhin gesagt habe, den Apfelesser sehe, der von der Polizei aufgefordert wird, schneller den Apfel zu essen, wenn ein Bus, der zur Demo fährt, in Dresden von der Polizei abgewiesen wird mit der Begründung, regierungskritische Demonstrationen sind nicht mehr erwünscht. Dann muss ich sagen, dann erinnert mich das nicht an eine Demokratie.
Dekorsi: Gibt es einen Moment, einen Redebeitrag oder einen anderen Moment, der dich ganz besonders berührt hat und geprägt hat?
Ballweg: Also ich muss sagen, es gab eine Demo in Weiden, die war eine tolle Energie, die wir auf einer großen Wiese und da hatten wir so ein Mantra gesungen und es war ein sehr schönes Friedens-Mantra. Ein anderer Punkt war der: Wir hatten auch eine super schöne Demo in Leonberg, damals auf der Leonberger Heide, auf dem ehemaligen Golfplatz, und da gabs sondern superschönen Regenbogen hinterher und ein sehr schönes Abendrot.Das sind dann so Momente, wo man merkt: Die Energie wirkt. Ich träume einfach von der Welt, wo alle Menschen, es hört sich ein bisschen platt an, in Frieden und Freiheit leben können, wo jeder seiner Bestimmung folgen kann. Also das heißt auch, dass Kinder in einem Erziehungssystem leben, wo sie nicht erzogen werden, gewissen Systemen zu folgen, sondern wo sie ihrer Bestimmung folgen können. Wo wir auch respektvoll mit unserer Natur umgehen und auch die Kraft der Natur nutzen, um uns selber gesund zu halten.

Querdenken-Gründer Michael Ballweg spricht an der Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Querdenken-Gründer Michael Ballweg an der Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Interview mit Querdenken-Gründer Michael Ballweg an der Querdenken-Demo in Öhringen am Sonntag, den 13. Dezember 2020. Foto: GSCHWÄTZ