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Auch an Silvester müssen Bürger um spätestens 20 Uhr zu Hause sein

Der Polizeipräsident von Heilbronn, Hans Becker, weist auf die an Silvester geltenden Corona-Regeln hin:

Keine Treffen auf Straßen und Plätzen

Die in Baden-Württemberg geltenden Ausgangsbeschränkungen gelten auch über den Jahreswechsel. Das heißt, dass auch an Silvester die Wohnung zwischen 20 Uhr und 5 Uhr nur aus triftigen Gründen verlassen werden darf. Zudem wurde am Silvester- und Neujahrstag ein bundesweite geltendes An- und Versammlungsverbot umgesetzt.

Kontaktbeschränkungen auch an Silvester in Kraft

Das heißt, ein Treffen mit anderen Menschen auf Straßen und Plätzen ist nicht möglich. Die Kontaktbeschränkung von fünf Personen aus maximal zwei Haushalten gilt auch über Silvester.

Generelles Böllerverbot im öffentlichen Raum

Der Verkauf von Pyrotechnik vor Silvester ist 2020 generell verboten. Selbst wer noch Restbestände vom letzten Jahr hat, für den gilt: Das Zünden von Böllern ist im öffentlichen Raum verboten. Ein Treffen an Silvester auf der Straße mit dem Nachbarn ist also nicht möglich. Auch auf das Anstoßen mit den Nachbarn muss dieses Jahr verzichtet werden.

Appell an die Vernunft

Der Heilbronner Polizeipräsident Hans Becker appelliert an die Vernunft der Bürger auch an Silvester. „Verstöße sind keine Bagatelldelikte! Wir werden auch an Silvester unterwegs sein. Mit Augenmaß wird die Polizei gemeinsam mit den Ordnungsbehörden dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden.

Polizei wird Fehlverhalten sanktionieren

Wer allerdings unverbesserlich die einschränkenden Regelungen missachtet, muss mit einer konsequenten Sanktionierung seines Fehlverhaltens rechnen. Wir appellieren an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger. Jeder und jede muss seinen Beitrag im Kampf gegen das Virus leisten, nur gemeinsam können wir den Kampf gegen das Virus gewinnen. Wer gegen die Vorschriften zur Eindämmung des Corona-Virus verstößt, gefährdet letztendlich Menschenleben.“

Rückfragen bitte an das Polizeipräsidium Heilbronn, Telefon: 07131 104 1010

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Stadt Heilbronn und des Polizeipräsidiums Heilbronn




Krankenhausmitarbeiter tanzen sich in die Hohenloher Herzen

Seit dem 29. Dezember 2020 steigen die Klickzahlen des mit derzeit 24 Abonnenten (Stand: 30. Dezember 2020) eigentlich relativ kleinen youtube-Kanals des Hohenloher Krankenhauses rapide an.

Grund ist ein Video, das gute Laune in einer absoluten Krisenzeit verbreitet: Die „Jerusalema Dance Challenge“ mit dem Hashtag #staystrong. Damit reiht sich das Hohenloher Krankenhaus ein in die diversen Jerusalema Dance Challenges, die derzeit auf youtube gestellt werden von sozialen Einrichtungen beziehungsweise Einrichtungen aus dem Gesundheitswesewn, die gegen das Coronavirus kämpfen. Auch das Stuttgarter Klinikum hat dabei schon mitgemacht und in kürzester Zeit über 30.000 Klicks erzielt. Derzeit kratzt das Öhringer Video noch an der 5.000er Marke. Mit deutlichem Potenzial nach oben.

Mitgetanzt haben neben den Mitarbeitern des Krankenhauses auch Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes und des  Bildunsgzentrums Hohenlohe. Bei einer Challenge wird man praktisch „herausgefordert“, sich als nächstes dieser Tanz-Challenge zu stellen. Unter dem Video schreibt das Hohenloher Krankenhaus: „Gemeinsam durch die Krise, gemeinsam in die Challenge und gemeinsam gerockt! Eine Idee entstand und schnell waren große Teile unserer Klinik, sowie unser Bildungszentrum Gesundheit und Pflege und das Rettungsdienst Team vom DRK Hohenlohe mit an Bord – und schon wurde durch die Gänge, unter Blaulicht und auf den Dächern getanzt. Großes Danke an alle für diese grandiosen Aufnahmen, euren Teamgeist und eure Motivation. Wir sind unendlich stolz auf euch!“

Gut gelaunt durch die Krise. So präsentieren sich die Mitarbeiter in dem knapp fünfminütigen Videoclip, in dem jung wie alt tanzen, das DRK neben den Ärzten des Klinikums. Danke an alle Unterstützer. Danke an die Ärzte, Pfleger, das Team, an die Hohenloher. Danke für Euren Zusammenhalt. Stay safe. Das sind nur einige der Botschaften, die die Mitarbeiter dabei in Kamera halten. Das macht Hoffnung. Und gibt gute Laune.




Ja, was jetzt – auf oder zu, Frau Eisenmann?

Zuerst wagte sich Dr. Susanne Eisenmann vor. Es ist noch nicht mal Silvester und damit noch gefühlt Lichtjahre entfernt bis zum Ende der Weihnachtsferien – insbesondere in der Coronazeit, in der jeder Tag ein neues Überraschungsei zum Vorschein bringen kann.

Zu, auf, zu, auf – so schaut Planungssicherheit aus

Aber die baden-württembergische Kultusministerin ließ schon mal verlauten, dass sie nichts davon halte, die Schulen nach den Ferien weiter geschlossen zu halten. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/eisenmann-praesenzunterricht-in-schulen-im-januar-100.htmlNur wenig später stellte wiederum der Regierungssprecher der Bundesregierung in den Raum, dass er nicht glaube, dass ab dem 10. Januar 2020 wieder alles offen haben werden. Was genau er damit meinte, bleibt erst einmal im Dunkeln. Erst am 05. Januar 2020 wollen die Länderchefs auch über die mögliche Wiedereröffnung der Schulen beraten.

Auch manche Lehrer haben mit digitalem Unterricht so ihre Probleme

Bereits vor den Ferien ließen die Schulen im Ländle in diversen Elternbriefen verlauten, dass die Schulen „mindestens“ bis 10. Januar 2020 geschlossen bleiben. So viel Planungssicherheit war selten. Eisenmann legte die Betonung denn auch auf die Öffnung der Grundschulen, da jüngere Schüler sich schwerer tun mit digitalem Unterricht. Man möchte hier instinktiv hinzufügen: Nicht nur die Schüler, auch manche Lehrer haben damit so ihre Probleme. Aber dazu später.

Noch immer kein digitales Konzept

Die überraschende Schließung der Schulen eine Woche vor den Weihnachtsferien ließ schon diverse Eltern ins Schlingern kommen, die nebenbei noch arbeiten. Aber nicht nur das Akzeptanzproblem gegenüber dem Arbeitgeber bei einer gefühlten Arbeitsunterbrechung von mittlerweile an die 180 Tage im Coronajahr 2020 bereitet vielen Kopfzerbrechen. Hinzu kommt ein in vielen Schulen nach wie vor nicht ansatzweise vorbereitetes adäquates Homeschooling-Konzept. Vor den Ferien bekamen viele Schüler (freiwilligen) Lernstoff mit, allerdings verabschiedeten sich die Lehrer parallel dazu schon mal in die Weihnachtsferien.

Arbeitsblätter an der Schule abholen

Und auch sonst scheint man wenig dafür getan zu haben, den digitalen Unterricht voranzubringen. Digitaler Unterricht gibt es an vielen (Grund-)Schulen tatsächlich immernoch nicht. Lehrer drucken stattdessen Blätterstapel aus, die es dann in Coronazeiten mit Maskenpflicht, Abstand halten und allen anderen AHA-Regeln einzuhalten gelte. Da ist es schon ein Meilenstein, wenn Arbeitsblätter als pdf per E-Mail verschickt werden und das nicht einmal in einer Woche oder noch seltener, sondern jeden Tag das, was die Kinder am Tag darauf machen sollen. So wären es immerhin mundgerechte Häppchen und nicht ein riesiger Truthahn, den sich die Kleinen selbst irgendwie zurechtschneidern müssen.

Der Kontakt zur Lehrkraft fehlt, ist aber unabdingbar

Weiter sind da schon die Schulen, die eine Lernplattform anbieten, in welcher sie die Aufgaben zum Bearbeiten stellen. Aber auch hier braucht es einen aktiven Kontakt mit dem Lehrer, am besten täglich. Schulen wie in Mulfingen und die Anne-Sophie-Schule haben gezeigt, dass es möglich ist, jedem Schüler mit einem Tablet auszustatten. Der Hohenlohekreis ist kein armer Landkreis, hinzu kommen etliche Firmen, die in diesem Bereich sicher finanziell auch unterstützen würden. Auf diesem Tablett sollten dann nicht nur Videokonferenzen stattfinden, sondern auch digitaler Frontalunterricht. Sprich: Es reicht nicht aus, sich nach dem Wohlbefinden eines jeden einzelnen zu erkundigen – was sicher auch wichtig ist, aber zum Schulunterricht gehört nun mal auch Wissensvermittlung). Stattdessen sollte die Lehrkraft daher neue Dinge an der Tafel oder auf einem Blatt erklären und sich beziehungsweise den neuen Stoff dabei filmen. Diesen Unterricht verfolgen die Kinder dann an ihren PCs oder Tablets zu Hause und haben die Möglichkeit, durch gewisse Symbole anzuzeigen, wenn sie Fragen haben.

Aber bis es so weit ist, sitzen die Kinder eventuell ab Januar 2020 wieder weitestgehend auf sich gestellt zu Hause und arbeiten stundenlang alleine Aufgabenblätter ab, mit der Unterstützung ihrer Eltern, die nebenbei auch noch ihrer anderen Arbeit nachgehen, die sie oft noch haben. Das ist alles andere als mustergültig für das Musterländle.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

 




Corona macht keine Weihnachtsferien

Über die Weihnachtsfeiertage – also im Zeitraum vom 24. bis einschließlich 27. Dezember 2020 – hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 70 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet. Diese teilen sich auf Heiligabend (49 Fälle), zwölf am 1. Weihnachtsfeiertag, zwei am 2. Weihnachtsfeiertag sowie sieben am Sonntag, 27. Dezember, auf. Die 7-Tage-Inzidenz sank damit auf aktuell 135,8 pro 100.000 Einwohner.

Weitere Fälle in Pflegeeinrichtungen

Erneut gab es positive Fälle in bereits betroffenen Pflegeeinrichtungen.

Durch die geringe Anzahl von Testmöglichkeiten über die Weihnachtstage ist in den kommenden Tagen mit einem erneuten Anstieg des 7-Tage-Inzidenzwertes zu rechnen. Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

Quelle: Pressemitteilung des Hohenlohekreises




„Milliardenhilfen fließen in die Wirtschaft, warum nicht in das Gesundheitssystem und die Schulen?“

Den Zeitpunkt seiner Ansteckung weiß er ganz sicher, sagt Ralf Lauber. Der freie Architekt aus Künzelsau-Ohrenbach ist im Frühjahr 2020, bei der ersten Coronawelle, positiv auf das Virus getestet worden. „Am 10. März 2020 hatte ich einen Termin mit einem Handwerker in Kupferzell. Das dauerte zirka 1,5 Stunden.“ Dieser Handwerker, der mit Erkältungssymptomen zu dem Termin erschienen sei, sei später positiv auf Corona getestet worden, sagt Lauber.

Zwei Tage später war das Ergebnis da

Eine Woche später habe Lauber mitbekommen, dass der Handwerker wegen Corona im Kankenhaus liege. „Daraufhin habe ich meinen Hausarzt angerufen. Am nächsten Tag hatte ich einen Termin in Belzhag [offizielle Drive-in-Abstrichstelle des Hohenlohekreises] zur Testung.“ Zwei Tage später sei schon das Ergebnis da gewesen. Sein Hausarzt habe ihn angerufen. Positiv. „Ich hatte damit gar nicht gerechnet, denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Symptome“, erinnert sich der 57-Jährige. Ob er denn nach Mitteilung der Diagnose Angst gehabt habe? Der zweifache Familienvater erklärt: „Eigentlich nicht. Damals hast du über Corona noch nicht viel gewusst. Da hat man dann nur gedacht: Ok. Dann bleibe ich halt 14 Tage zu Hause.“ 14 Tage Quarantäne bedeutete das Testergebnis für ihn. Auch seine Frau Ute sei vorsorglich nicht zur Arbeit gegangen.

„Ok. Dann bleibe ich halt 14 Tage zu Hause“

„In der Quarantäne dann haben wir dann beide Symptome bekommen“, sagt Ralf Lauber. Kopfschmerzen, moderates Fieber (38,4 Grad), Geruchs- und Geschmacksverlust. „Zirka eine Woche lang hat bei mir alles salzig geschmeckt, egal, wie ich es gewürzt hatte.“

Alles salzig geschmeckt

Wie haben die Familie und der Freundeskreis auf die Diagnose reagiert? Ein Geheimnis um die Diagnose haben sie nicht gemacht, so Lauber: „Jeder von unserem Verwandten- und Freundeskreis hat es gewusst. Sie haben gefragt, was wir machen dürfen und was nicht.“ Aber alle seien sehr locker damit umgegangen.

Abschlusstest wurde nicht gemacht

Lauber hat auch zwei Söhne im Alter von 27 und 23 Jahre, aber diese seien schon ausgezogen aus dem Haus, so dass hier keine unmittelbare Ansteckungsgefahr drohte. Die Symptome hätten genau die zwei Quarantänewochen angehalten. Am letzten Quarantänetag sei der Familienvater aufgestanden und habe zu seiner Frau gesagt: „Corona ist weg.“ Und so sei es denn auch gewesen, zumindest was die Symptome anging. Ein Abschlusstest sei nicht gemacht worden. Der Hausarzt habe lediglich gefragt, ob Lauber noch Symptome zeige. Als dieser verneinte, sagte sein Arzt: „Sie können davon ausgehen, dass Sie genesen und immun sind.“ [Anm. d. Redaktion: Mittlerweile wird empfohlen, dass ein nochmaliger Text am Ende der Quarantänezeit gemacht wird. Diverse Wirtschaftsunternehmen üben diese Praxis aus, denn auch wenn jemand nach 14 Tagen symptomfrei ist, kann er trotzdem noch coronapositiv sein. Auch die Aussage mit der Immunität ist mittlerweile widerlegt. Es gab diverse Betroffene, die mehrfach erkrankt sind. Hier kommt es auf die Höhe und die Dauer der Antikörperkonzentration im Blut an. Diese kann sich jedoch ständig ändern. Mehr Infos: https://www.helios-gesundheit.de/magazin/corona/news/corona-immunitaet/]

„Keiner kann dir mit Sicherheit sagen, ob du immun bist oder nicht“

Ein Antikörpertest wurde bei den Laubers ebenfalls nicht gemacht. Der Architekt braucht diesen Test auch nicht, denn „das interessiert nicht. Wichtig ist: Uns geht es seitdem gut.“ Es macht keinen Unterschied, weil sowieso keiner mit Sicherheit sagen kann, ob du immun bist oder nicht.“

„Ich finde nicht alle Maßnahmen gut“

Was sagt er zu den derzeitigen Coronamaßnahmen? „Wir leben mit den Maßnahmen, aber ich finde nicht alle gut. Jetzt schränkt man nach den Novembermaßnahmen nochmal alles massiv ein. Mir kommt das so vor, dass man immer weiter einschränkt, ohne dass diese Beschränkungen erkennbar helfen, die Zahlen zu drücken.“ Er fände es etwa wichtig, auch die derzeitigen winterlichen Temperaturen mitzubedenken, was seiner Meinung nach zu wenig Beachtung findet. Aber sicher müsse man diverse Maßnahmen ergreifen, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.

Zu wenig Geld fließe in die Schulen und das Gesundheitssystem

Zu den Coronahilfen hat er eine klare Meinung: „Milliarden Hilfen fließen in die Wirtschaft, vor allem in die Unternehmen, die in den vergangenen Jahren viel Geld verdient haben. Warum unterstützt man nicht viel mehr das Gesundheitssystem? Und warum muss mit der Gesundheitsversorgung Geld verdient sein? Auch die Schulen müssten mehr unterstützt werden, zum Beispiel mit Luftreinigern.“ Aber auch hier spare der Staat.

Auch bei der staatlichen Informationspolitik könne manches besser laufen: „Nichts wird richtig erklärt, man kann vieles nicht richtig nachvollziehen. Viele Bürger sind verunsichert.“ Hinzu komme eine Überwachspolitik der Bürger untereinander, etwa an der Supermarktkasse, wenn es um das Einhalten der Abstände gehe. Es sei in diesem Klima der Angst jeder etwas übersensibilisert, findet er.

Wird er sich impfen lassen? „Ich bin gegen die Impfpflicht, weil das mein Körper ist und die körperliche Unversehrtheit im Grundgesetz steht. Aber wenn die Impflicht kommt, wehre ich mich nicht dagegen. Impfen sollte nichtsdestotrotz freiwillig bleiben. Wenn die Pflicht dazu kommt, gehört dein Körper definitiv nicht mehr dir. Wo soll das hinführen?“

Text: Dr. Sandra Hartmann

 

 

 




Online-Gottesdienste von Dörrenzimmern, Weißbach & Crispenhofen, auch für Kinder

Manche Städte und Gemeinden bieten an Heiligabend trotz Corona Gottesdienste vor Ort an. Aber es gibt darüber hinaus auch die Möglichkeit, die Gemeinde direkt in das heimische Wohnzimmer reinzuholen – mit einem online-Weihnachtsgottesdienst.

Diesen kann man von Dörrenzimmern, Weißbach und Crispenhofen online auf youtube abrufen.

Einfach klicken und anschauen.

Es gibt einen Gottesdienst mit einer halben Stunde Dauer für Erwachsene und eine Krippenspielgeschichte für Kinder in einem separaten Video.

 

 

 




Kontaktpersonennachverfolgung auch über Weihnachten

Im Kampf gegen das Covid 19-Virus macht das Landratsamt Hohenlohekreis auch über die Weihnachtsfeiertage sowie zum Jahreswechsel keine Pause. Sowohl vom 24. bis 27. Dezember als auch am 31. Dezember und am Neujahrstag sind die Fallermittler des Gesundheitsamtes im Einsatz, um mögliche Infektionsketten positiv gemeldeter Corona-Fälle zu unterbrechen. Auch andere Ämter im Haus sind über die Feiertage im Bereitschaftsdienst und damit an allen Tagen einsatzfähig. Dies gilt insbesondere für die Heimaufsicht, den Katastrophenschutz, die Pressestelle sowie die Behördenleitung. „Es war für uns alle ein schwieriges und anstrengendes Jahr. Ich bin den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr dankbar, dass sie auch nun am Jahresende die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung sicherstellen“, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth.

Corona-Hotline des Landesgesundheitsamts

Für Fragen rund um das Thema Corona steht an den Feiertagen die Hotline des Landesgesundheitsamtes unter der Telefonnummer 0711 904-39555 täglich von 8 bis 22 Uhr zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis

 

Sitz der Corona-Task-Force: Das ehemalige Krankenhaus in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ




„Welt liegt im Chaos, wartet auf den Spritzentross“

Oh du fröhliche, oh du Selige,

gnadenbringende Weihnachtszeit.

Welt liegt im Chaos,

wartet auf den Spritzentross.

freue dich, freue Dich, oh Christenheit.

 

Stille Nacht, heilige Nacht,

alles schläft, einsam wacht,

nur das Krankenhauspersonal,

holde Menschen – engelsgleich gar.

Jesus in Menschengestalt,

Jesus in Menschengestalt.

 

Ihr Kinderlein kommet

und kommet doch all

zu Spieleabenden kommet in den heimischen Stall.

und seht, wie schön gemeinsame Stunden sind,

auf das wir beisammen gedanklich Kind.

 

Auch wenn die Heerscharen da droben haben lahmgelegt das Land,

wir wissen, es hat seinen Zweck und Verstand.

Wir wissen, was wichtig und richtig uns stimmt,

gemeinsam, achtsam, zusammen, gleichberechtigt wir sind.

 

Darum: lasst uns froh und munter sein

und uns von Herzen freun,

dass wir gestärkt aus dieser Krise gehen vor.

Die Menschheit vereint sich, das Gute geht hervor.

Die Menschheit vereint sich, das Gute geht hervor.

Wir wünschen Euch frohe Weihnachten – nicht „trotz allem“, sondern „gerade deswegen“. Nach diesem besonderen und für viele besonders anstrengendem Jahr gönnt Euch eine Pause – nur für Euch. Ihr seid es wert. Kuschelt euch ein und genießt die Stille an diesem besonderen Weihnachten. Wann gibt es schon einmal so eine Chance, abschalten zu dürfen? Also zieht den Stecker, lehnt Euch zurück, macht die Augen zu, atmet tief durch und freut euch auf den Duft von Zimt, Mandarinen und Glühwein. Das gibt’s alles auch zu Hause.

Frohe Weihnachten

Dr. Sandra Hartmann im Namen des gesamten GSCHWÄTZ-Redaktionsteams

 




Und der Inzidenzwert steigt und steigt und steigt

Am Wochenende hat das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises insgesamt 44 neue Corona-Infektionen an das Landesgesundheitsamt gemeldet, davon 42 am Samstag, den 19. Dezember 2020, und zwei am Sonntag, den 20. Dezember 2020. Die 7-Tage-Inzidenz war am Samstag voon 175 auf 182,0 gestiegen und liegt am Sonntagabend bei 182,9 pro 100.000 Einwohner.

Bestätigt wurden unter anderem 13 Fälle in bereits betroffenen Pflegeeinrichtungen im Kreis. Weitere Informationen zum Coronavirus sowie das Dashboard mit den einzelnen Zahlen pro Gemeinde sind unter www.corona-im-hok.de zu finden.

 




„Ich lasse mir das trotzdem nicht vermiesen“

Weihnachten – das Fest der Liebe, an dem die Familien zusammenkommen. Man trifft sich, es gibt leckeres Essen, viele singen unterm Weihnachtsbaum und – für die Kinder ganz wichtig – Weihnachtsgeschenke. Doch wie ist das in diesem Jahr, wenn sich auch während der Feiertage wegen der Corona-Pandemie nur eine begrenze Anzahl an Personen treffen darf? GSCHWÄTZ-Reporter Dr. Felix Kribus hat sich in Künzelsau umgehört. Er hat die Umfrage vor den neuesten Bestimmungen (am 13. Dezember 2020) gemacht, weshalb manche Aussagen nicht ganz auf dem aktuellen Stand sind – vor allem hinsichtlich der Anzahl der Personen, die zu privaten Weihnachtsfeiern zusammenkommen dürfen. Aktuell dürfen nicht mehr wie ursürnglich beim so genannten Lockdown light zehn Personen zusammenkommen, sondern neben dem eigenen familiären Haushalt noch vier weitere Personen. Näheres hierzu gibt es auf der Seite des baden-württembergischen Regierungspräsidiums: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/alle-meldungen/meldung/pid/bund-und-laender-einigen-sich-auf-lockdown-ab-16-dezember/

GSCHWÄTZ: Wie verändert werden Sie dieses Jahr Weihnachten feiern aufgrund von Corona?

Kathrin aus Lampoldshausen: Ja, die ganze große Verwandtschaft, die Cousinen und Cousins kommen nicht zur Oma. Da dürfen nur die Kinder kommen und die ganzen anderen nicht, weil wir eine große Familie sind. Aber ansonsten im familiären Kreis.

Peter aus Ingelfingen: Im eingeschränkten familiären Kreis.

Kathrin: Zu Hause, wir gehen nicht Essen.

GSCHWÄTZ: Jetzt gibt es ja verschärfte Personenbeschränkungen – das betrifft Sie auch?

Kathrin: Am Heiligabend und ersten Weihnachtsfeiertag sind wir fünf, am zweiten sind wir mehr als fünf, da sind dann aber die Cousinen und Cousins wieder ausgeladen.

Florian und Cathrin, Kupferzell:

Florian: Wir werden getrennt feiern, wir feiern die letzten Jahre schon getrennt. Wir haben zwar frisch eine Familie gegründet, aber wir wollen doch auch mit unseren Familien feiern im kleinen Kreis, soweit es denn möglich ist. Wir wollen uns trotzdem diese Feierlichkeiten offen lassen, weil wir nicht wissen,  wie die Bundesregierung entscheidet. Daher werden wir einfach abwarten. Aber der Plan ist, dass wir mit unseren Familien feiern.

Cathrin: Quasi jeder mit seinen Eltern.

Carmen aus Meersburg: Ich feiere im kleinen Familienkreis; nur mit meinen Kindern. Meine Eltern werde ich nicht besuchen, nirgends hinfahren. Ich bleibe zu Hause.

GSCHWÄTZ: Jetzt gibt es ja die eingeschränkte Freiheit – an Weihnachten darf man dann nur noch mit einer begrenzten Personenzahl feiern. Betrifft Sie das?

Carmen: Nein, weil ich mich nur mit den Kindern treffe, nicht. Hätte ich aber freie Wahl, wären wir viel mehr.

GSCHWÄTZ: Das heißt, es schränkt Sie schon ein?

Carmen: Ja, aber das ist machbar.

Daniela aus Künzelsau: Auf jeden Fall feiern wir reduziert von der Personenzahl her, wobei letzten Endes noch nicht ganz entschieden ist: Ich habe noch meine Mutter und meine Tante, die kommen aus dem Remstal, und da muss man schauen, ob wir’s machen dürfen, wie wir’s machen dürfen. Das wird’s dann aber auch von der Personenzahl gewesen sein.

Gerlinde aus Ingelfingen: Ich habe Kinder und Enkelkinder, wir werden uns schon treffen, aber wir werden das im Rahmen halten bis zu den vorgegebenen Personen. Sonst aber ruhiger, viel lesen, ausruhen, gemütlich spazieren gehen. Also wesentlich ruhiger als sonst, aber ich freue mich drauf.

GSCHWÄTZ: Trotz Corona?

Gerlinde: Trotz Corona. Ich lasse mir das trotzdem nicht vermiesen.

GSCHWÄTZ: Das ist eine gute Einstellung. Wir haben ja bald auch Neujahr, wie gehen Sie ins neue Jahr, mit welchen Gefühlen auch jetzt mit Blick auf Corona?

Gerlinde: Mit viel, viel Hoffnung. Ich hoffe doch, dass wir das überstehen, wenn wir alle solidarisch sind in Deutschland beziehungsweise eigentlich in der ganzen Welt. Ja, mit viel Hoffnung, dass sich das überwinden lässt und dass wir da rauskommen und dass es nicht so viele Leute gibt, die damit noch sterben müssen.

Cathrin: Es ist schon eine gewisse Ungewissheit da, man hat keine Planungssicherheit, sag ich mal. Unsere kleine Tochter geht jetzt frisch in den Kindergarten, ich habe wieder angefangen zu arbeiten. Das ist die Frage, wird der Kindergarten noch mal zumachen, muss man seinen Urlaub jetzt gut aufsparen? Die letzten Jahre konnte man ja schon vorher gut planen, was man im Sommer macht. Das würde man sich jetzt nicht trauen.

Florian: Die Frage ist natürlich auch, mit welcher Einstellung geht man das Thema an, ob man dann wirklich optimistisch an das Thema geht oder eben pessimistisch.

GSCHWÄTZ: Mit welcher gehen Sie denn rein?

Florian: Ich denke, dass wir beide recht optimistisch in das Thema gehen, das hat aber auch damit was zu tun, wie weit man schon betroffen ist, ob man vielleicht auch Freunde oder Verwandte verloren hat durch Corona oder auch im nahen Umkreis die Einschläge langsam näher kommen. Das war bei uns zum Glück noch nicht der Fall, wir sind weitestgehend von Corona verschont geblieben und das hoffen wir natürlich auch weiterhin.

Daniela: Skeptisch, ich bin schon beunruhigt. Ich denke, man sollte jetzt wirklich einschneidende Maßnahmen ergreifen, nochmal hart durchgreifen. Die Frage ist, was kommt danach, was ist die langfristige Strategie.

GSCHWÄTZ: Werden Sie sich impfen lassen?

Daniela: Ja.

GSCHWÄTZ: Sie sind zuversichtlich?

Daniela: Ja, warum nicht? Ich habe da keine Skepsis.

Florian: Ich bin mal gespannt wie die Impfungen sich bemerkbar machen, wie die einschlagen. Ob tatsächlich die große Gesundheitswende kommt und wir die Freiheit zurückkriegen. Ich bin echt gespannt.

Text: Dr. Felix Kribus

 

Florian und Cathrin aus Kupferzell feiern Weihnachten getrennt voneinander. Foto: GSCHWÄTZ

Alle Jahre wieder: Künzelsau strahlt trotz Corona und Einschränkungen im weihnachtlichen Lichterglanz. Foto: GSCHWÄTZ