Bundesweit sind die Inzidenzwerte der Neuinfektionen in den Wochen des Lockdowns gesunken, auch in Schwäbisch Hall und im Hohenlohekreis war dieser Abschwung vor dem neuen Ausbruch bereits spürbar.
DIAK: „Die Belegungszahlen sind stabil“
Die Beschäftigten in den Krankenhäusern haben davon allerdings noch wenig gespürt, da sich der Abschwung erst zeitversetzt in den Behandlungzsahlen wiederspiegelt: „Die Belegungszahlen sind stabil. Auch wenn die allgemeinen Inzidenzzahlen derzeit sinken, wird sich eine Entlastung unserer Mitarbeitenden erst verzögert einstellen“, sagt Markus Wagner, Pressesprecher des DIAKONEO-Verbunds,zu dem auch das DIAK in Schwäbisch Hall gehört. Und er fügt hinzu: “ wenn die Ansteckungsrate niedrig bleibt.“ Im DIAK waren am 17. Februar 2021 „15 Patienten mit einer Corona-Infektion und zwei Patienten mit Verdacht auf eine Infektion stationär aufgenommen. Drei davon werden intensivmedizinisch betreut, zwei davon beatmet“, so Wagner. Am 17. Februar hat das DIAK 6 freie Intensivbetten an das DIVI-Zentralregister gemeldet.
Britische Variante auch in den Krankenhäusern der BBT-Gruppe
„Im Hohenloher Krankenhaus werden zurzeit täglich im Schnitt 10 bis 15 Patienten mit dem Verdacht auf eine Infektion bzw. positiv getestete Patienten behandelt, darunter in der Regel 2 bis 3 auf der Intensivstation“, teilt Ute Emig-Lange, Leiterin Unternehmenskommunikation der BBT-Gruppe, mit. Weiter sagt sie: „Im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim liegt die Zahl der COVID-19-Patienten sowie der Corona-Verdachtspatienten insgesamt bei etwas mehr als zehn. In beiden Krankenhäusern sind auch schon Fälle mit der so genannten britischen Variante aufgetreten.“
HK: „Bestenfalls ein paar wenige Tage zum Durchatmen“ für das Personal
Auch im Hohenloher Krankenhaus in Öhringen gibt es für das Personal noch keine Entspannung, wie Dr. Werner Reinosch, ärztlicher Direktor im Hohenloher Krankenhaus, betont: „Durch die Ausbrüche in verschiedenen Firmen in der Region ist der Hohenlohekreis und auch der Landkreis Schwäbisch-Hall – wieder einmal – zum Hotspot geworden. Erfahrungsgemäß kommen die schweren Krankheitsverläufe dann etwa zehn bis 14 Tage später zu uns ins Krankenhaus. Wir bleiben daher in Bereitschaft und für das Personal gibt es wahrscheinlich bestenfalls ein paar wenige Tage zum Durchatmen.“ Am 20. Februar 2021 meldete das DIVI-Intensivregister ein freies Intensivbett am Hohenloher Krankenhaus.
Sicherheitsmaßnahmen im HK weiterhin hoch
Reinosch beschreibt die Sicherheitsmaßnahmen für Patienten und Personal im Hohenloher Krankenhaus in Öhringen: „Wir testen alle Patienten vor der stationären Aufnahme mit einem PCR-Test, zusätzlich werden sie einmal pro Woche mit einem Antigen-Schnelltest auf Corona abgestrichen. Auch das gesamte Personal wird regelmäßig wöchentlich getestet, bei Verdacht auf ungeschützten Kontakt – etwa wenn das Testergebnis eines Notfall-Patienten erst nachträglich bekannt wurde – werden zusätzliche Tests angeordnet. Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion werden auf einer separaten Isolierstation aufgenommen, getrennt von den übrigen Patienten, die wir natürlich nach wie vor behandeln. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im patientennahen Bereich tragen FFP2-Masken, auch alle ambulanten Patienten müssen FFP2-Masken tragen. Dies gilt ebenfalls für Rettungssanitäter oder Polizisten, wenn sie das Krankenhaus betreten. Die in besonderen Ausnahmefällen zugelassenen Besucher, z.B. bei sterbenden oder schwerstkranken Patienten, müssen einen negativen Antigentest vorweisen, der nicht älter ist als 48 Stunden und zusätzlich ebenfalls FFP2-Masken aufsetzen. Mit diesen Maßnahmen, versuchen wir – gerade auch mit Blick auf die hoch ansteckenden neuen Mutationen – Corona-Infektionen soweit wie irgend möglich zu verhindern.“
Umfangreiche Schutzmaßnahmen auch wegen britischer Mutante
„Dies ist in unseren Krankenhäusern inzwischen Standard“, unterstreicht der ärztliche Direktor des Caritas-Krankenhauses, Dr. Ulrich Schlembach: „Gerade mit Blick auf die auch bei uns in der Region aufgetreten Virusmutationen gehe ich davon aus, dass wir unsere umfangreichen Schutzmaßnahmen im Krankenhaus noch einige Zeit beibehalten werden.“
Auch eine hohe Zahl an Patienten mit anderen schweren Erkrankungen und zahlreiche Notfälle
Auch im Caritas-Krankenhaus sinkt die Belastung für das Personal nicht: „Im Caritas-Krankenhaus behandeln wir neben den Corona-Patienten zur Zeit eine hohe Zahl an Patienten mit anderen schweren Erkrankungen und zahlreiche Notfälle, so dass die Intensivstationen im Haus trotz der rückläufigen Zahl an COVID-19-Patienten stark belegt sind. Daher kann man aktuell nicht von einer Entlastung für das ärztliche und pflegerische Personal sprechen“, sagt Schlembach.
Impfungen für Krankenhauspersonal weit fortgeschritten
Im Hohenloher Krankenhaus sind bereits mehr als 200 Mitarbeiter:innen geimpft: „Damit sind die Mitarbeitenden der ersten Prioritätsstufe weitgehend geimpft – eine große Erleichterung im täglichen Umgang mit Corona-Patienten. Allerdings müssen bis auf Weiteres alle oben genannten Hygienemaßnahmen, wie Maskentragen, Abstandhalten, Tests etc. von den Mitarbeitenden eingehalten werden – denn noch wissen wir nicht, ob die Infektion trotz Impfung weitergegeben werden kann.“, so Dr. Reinosch.
„Alle Impfstoffe schützen sehr gut vor schweren Komplikationen“
Auch in Bad Mergentheim sind rund 200 Mitarbeiter:innen geimpft: „Und seit dieser Woche wissen wir, dass wir zusätzlich Impfdosen von AstraZeneca erhalten werden.“ Dr. Schlembach betont: „Auch wenn hier die Wirksamkeit etwas niedriger angegeben wird – entscheidend ist: Alle Impfstoffe, die bisher in großen Studien getestet und zugelassen wurden, schützen sehr gut vor schweren Komplikationen. In den Studien musste nicht eine vollständig geimpfte Person wegen COVID-19 ins Krankenhaus, keine einzige starb. Daher sind wir froh, unseren Mitarbeiter:innen nun weitere Impfungen anbieten zu können. Das Interesse daran ist nach wie vor sehr hoch, und noch sind nicht alle Kolleg:innen der ersten Priorität durch eine Impfung geschützt.“
Im DIAK kann die Impfung der Stufe 2 beginnen – wenn der Impfstoff kommt.
„Am Diakoneo Diak Klinikum Schwäbisch Hall sind bisher 350 Mitarbeitende der höchsten Priorität mit einer ersten Impfung versorgt worden“, teilt Thomas Wagner mit: „Für die Mitarbeitenden der Priorität 2 erwarten wir täglich die vom Sozialministerium angekündigte Impfstofflieferung.“
Text: Matthias Lauterer

Dr. Werner Reinosch, Ärztlicher Direktor im Hohenloher Krankenhaus Öhringen. Bild: BBT-Gruppe

Dr. Ulrich Schlembach, Ärztlicher Direktor Caritas Krankenhaus Bad Mergentheim. Bild: BBT-Gruppe