Gespenstische Szenen: Mehrere hundert Spaziergänger laufen am Montag durch die Künzelsauer Innenstadt
Mehrere hundert Menschen traf sich am Montag, den 17. Januar am alten Rathaus von Künzelsau. Es mögen 500 gewesen sein, die Schätzung ist schwierig. Kurz nach 18 Uhr starteten sie einen Rundgang durch die Stadt – was sie wollten, ist unklar, denn es gab keinerlei Protestschilder, keine Sprechchöre … gar nichts. Geradezu gespenstisch und leise zog der Zug durch die Stadt, nur einige wenige Spaziergänger:innen trugen Kerzenlicht mit sich. Die Verkehrsregeln wurden eingehalten – der Zug bewegte sich nicht auf der Fahrbahn, auch die rote Fußgängerampel am Rathaus wurde befolgt. Auf die Frage, warum sie hier demonstriere, antwortete eine Frau: „Das ist keine Demonstration, ich gehe hier spazieren.“
Auf die Frage, warum sie hier sei, sagte eine weitere Frau: „Ich kann spazierengehen, wann und wo ich will“. vermutlich handelte es sich um einen „Montagsspaziergang“, wie er in vielen Städten derzeit regelmäßig stattfindet und der sich gegen die Corona-Maßnahmen richtet. Trotz der großen Anzahl von Menschen und den teils geringen Abständen, waren keine Masken zu erkennen.
Keine Demonstration im Sinne des Demonstrationsrechts
Ein Polizeibeamter sagte vor Ort gegenüber dem GSCHWÄTZ-Reporter auf Nachfrage: „Das ist keine angemeldete Demonstration.“ Was das denn dann für eine Veranstaltung sei oder ob das überhaupt im juristischen Sinn eine Veranstaltung sei? Man sieht ihn unter der Maske schmunzeln: „Nein, genaugenommen ist das auch keine Veranstaltung.“ Trotzdem waren mindestens zwei Streifenwägen vor Ort, die den Zug auf seinem Weg durch die Stadt begleiteten.
Keine Versammlungsleitung, aber offenbar gut organisiert
Eine Versammlungsleitung, wie bei „klassischen“ Demonstrationen vorgeschrieben, war nicht festzustellen – allerdings kam recht schnell eine Frau auf den Reporter zu und fragte, ob und von welcher Presse er sei. Kurz danach postierte sich ein Mann in der Nähe des Reporters, der ihm auf Schritt und Tritt folgte.
Friedlich und ohne Vorkommnisse
Im Gegensatz zu anderen Städten, wo es – wie in Schweinfurt – zu Übergriffen gegen Polizeibeamte kam, waren die Spaziergänger friedlich, Gegner des Aufmarsches waren nicht zu erkennen.
Text: Matthias Lauterer


