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„Es ist schwer, seine Freunde nicht um sich zu haben“

In Zeiten von Corona und dem deswegen entstandenen Lockdown wurden die sozialen Kontakte ziemlich eingeschränkt. Zum Teil sind auch viele verloren gegangen. Man hat sich nicht wie jeden Tag üblich in der Schule getroffen und konnte miteinander reden, Quatsch machen und sich umarmen. Und bei uns Schülern gab es zeitweise wenig Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen in Person. Auch mir fällt das über eine so lange Zeitspanne immer noch nicht leicht – meine Freunde nicht um mich herum zu haben.

Der Austausch findet jetzt über soziale Netzwerke satt

Ich habe jedoch das Glück in einer Zeit zu leben, in der es die sozialen Netzwerke gibt, über die man sich austauschen kann und in ständigem Kontakt mit seinen Freunden steht. Aber auch hier muss man immer auch selbst etwas dafür tun, denn nur erwarten funktioniert auf Dauer nicht. In dieser Zeit haben wahrscheinlich auch viele Eltern gemerkt, dass soziale Netzwerke auch einmal anders genutzt werden können, sinnvoller. Jedoch ist es nicht das gleiche, wie wenn man sich persönlich gegenüberstehen würde.

In so einer Zeit muss man kreativ sein

Es ist sehr traurig, wenn man selbst mitbekommt, wie man vereinsamt und wie man sich auch immer weiter auseinanderlebt, wenn man den Kontakt nicht regelmäßig hält, also habe ich mir etwas einfallen lassen für mich und meine Freunde. Zuerst musste ich für diese Idee aber einkaufen gehen. Im Einkaufswagen landeten Dinge wie Chips, Gummibärchen, Capri Sonne und kleine Erfrischungsgetränke. Nach dem Einkauf habe ich alles auf sechs Kartons aufgeteilt, für sechs Freunde von mir und habe auf jedes Päckchen eine Notiz geschrieben: „Liebe/r… Ich würde mich sehr freuen, wenn du nächsten Samstag um 20.00 Uhr bei einem Video-Anruf dabei sein könntest, hierfür benötigst du dann den Inhalt des Päckchens. Liebe Grüße“

Man hat immer ein Grinsen in den Gesichtern erkennen können

Um es dann umzusetzen, mussten die Päckchen verteilt werden. Zum Glück hatte ich jemanden, der mir mit dieser Aufgabe helfen konnte. Mit Maske und Päckchen habe ich dann vor den Haustüren meiner Freunde gestanden und das Päckchen überreicht. An jeder Tür hat sich das Gleiche abgespielt: Erst Verwirrung und dann hat man immer ein Grinsen auf den Gesichtern erkennen können. Manchmal habe ich auch schon direkt zu hören bekommen, dass sie auf jeden Fall dabei wären, was mich natürlich sehr gefreut hat.

Anfangs war es etwas holprig

Um Punkt 20 Uhr ging es los: Ich habe die ganze Truppe angerufen und zusammengetrommelt. Am Anfang lief es etwas holprig, aber auf meine Mädels ist Verlass, sodass wir die Jungs auch ziemlich schnell zum Auftauen gebracht haben. Als der Ball mal ins Rollen gekommen war, gab es kein Halten mehr. Wir haben uns ausgetauscht über unseren Alltag und einander viel gefragt. Aber wir haben auch Quatsch gemacht, was die Stimmung auch sehr aufgelockert hat. Nach einer Stunde haben sich die ersten leider schon verabschiedet, aber den Rest hat das nicht davon abgehalten, weiter zu telefonieren. Am Schluss waren es dann nur noch wir Mädels, denn uns ist der Gesprächsstoff nicht ausgegangen. Wir haben noch ewig telefoniert, das hat man dann auch ein paar Wochen später an der Telefonrechnung gemerkt. Dennoch sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir das nochmal wiederholen müssen. Auch wenn es an das Treffen in Person nicht rankommt, war es dennoch lustig.

Text: Cora-Lee Pusker

 

Cora-Lee Pusker (rechts unten) trifft sich in Corona-Zeiten mit ihren Freunden virtuell. Foto: GSCHWÄTZ




„Meine größte Angst war, andere anzustecken“

Die Wartezimmer sind voll, die Leute stehen Schlange – alles nur wegen einer Impfung, die im Vorjahr noch als überflüssig und nicht dringend notwendig galt. Es geht um die Grippeimpfung, welche die Influenza, also den Grippevirus vorbeugen soll. GSCHWÄTZ-Mitarbeiterin Cora-Lee Pusker (15) hat sich impfen lassen. Über ihre Beweggründe schreibt sie hier.

Es hat nicht viel Überredungskunst gebraucht

Dieses Jahr habe ich mich dazu entschieden, mich impfen zu lassen. Ich habe Angst vor Spritzen, aber dennoch hat es bei mir nicht viel Überredungskunst gebraucht, um mich zu überzeugen. Letztes Jahr war ich allerdings auch eine von denen, die es nicht zwingend für nötig gehalten haben, sich impfen zu lassen. Deswegen habe ich es damals auch noch nicht gemacht. Aber wie jeder weiß, ist 2020 ein spezielles Jahr. Das sogenannte „Corona-Jahr“. Als ich gehört habe, dass sich die Arzthelferinnen von meinem Arzt gegen die Grippe impfen lassen sollten, bin ich auf die Impfung aufmerksam geworden.

Das Thema wirft Fragen auf

Ich habe viel mit meinen Mitmenschen darüber gesprochen und ihnen einige Fragen gestellt zum Thema Grippeimpfung, wie zum Beispiel, ob das mit meinen 15 Jahren überhaupt sinnvoll ist. Wir haben viel darüber diskutiert sowie ausgetauscht, aber letztendlich haben mir alle die Entscheidung überlassen, ob ich es tun will oder nicht. Also habe ich mir selbst eine Meinung zu diesem Thema gebildet und mich entschieden, mich impfen zu lassen.

Ich bin erleichtert, schon geimpft zu sein

Nach dem Bestellen der Impfung kam die Zeit des Wartens. Ich habe mich oft gefragt, wann die Impfung endlich ankommt beziehungsweise, ob sie schon da ist. Ich hatte keine Panik, dass es so lange gebraucht hat, da ich zu keiner Risikogruppe gehöre, noch jung und gesund bin. Aber ich wollte das Impfen dennoch so schnell wie möglich hinter mich bringen. Ich befürchtete, dass ich mich noch vor der Impfung mit dem Influenzavirus anstecke und dadurch auch zum Überträger werde. Das war meine größte Angst und auch der letztendlich entscheidende Grund, weshalb ich mich impfen ließ. Um für mich und andere das Risiko zu senken, sich mit dem Influenzavirus anzustecken, wenn Corona auch noch ein Risiko darstellt.

Der frühe Vogel fängt den Wurm

Dieses Jahr wurde ich schon geimpft, aber andere warten noch auf ihre Impfung. Die Impfdosen, die mein Arzt Anfang März 2020 bestellt hat, lassen noch immer auf sich warten. Voraussichtlich sollen sie aber noch im November 2020 geliefert werden. Zum Glück habe ich mich schnell entschieden, denn so konnte mein Arzt für mich und meine zwölfjährige Schwester jeweils ein Rezept ausstellen. Anfang Oktober hat unser Arzt die Impfdosen bestellt, angekommen sind sie erst am 24. Oktober 2020. An diesem Tag sind wir gleich geimpft worden. Warum sie erst so spät angekommen ist, ist leicht zu beantworten. Es gibt in ganz Deutschland Lieferengpässe bei der Grippeimpfung, sodass sogar Einzelrezepte wie die von mir und meiner Schwester bis zu einem Monat Lieferzeit gebraucht haben. Unser Hausarzt hatte anfangs Impfungen vorrätig, die innerhalb von drei Tagen aufgebraucht waren. Die Apotheke konnte nochmal einige auftreiben. Diese waren für die Altenheimpatienten, die Hausbesuchspatienten, also chronisch kranke Menschen, die nicht mehr selbstständig zu ihrem Hausarzt gehen können, vorgesehen. Alle Altenheimpatienten sind geimpft worden, jedoch nicht alle Hausbesuchspatienten haben die Impfung in Anspruch genommen, obwohl sie zur Risikogruppe gehören. Dennoch hatten diese Patienten Vorrang – aufgrund des Alters und ihres gesundheitlichen Zustandes.

Ich werde mich auch nächstes Jahr wieder gegen die Grippe impfen lassen

Auch nächstes Jahr werde ich mich wieder impfen lassen. Warum? Viele Menschen wissen nicht, dass man sich jedes Jahr gegen Grippe impfen lassen sollte, um sich effektiv zu schützen, wie auch die Ständige Impfkommission (STIKO) generell rät. „Alle Personen, für die eine Influenza-Impfung empfohlen wird – oder Personen, die sich richtig schützen wollen – sollten sich jedes Jahr im Oktober bis Mitte Dezember impfen lassen. Da das Influenzavirus sehr wandlungsfähig ist, ist eine jährliche Anpassung des Impfstoffs und entsprechend eine jährliche Impfung notwendig. Gerade im Rahmen der COVID-19-Pandemie ist eine hohe Influenza-Impfquote bei Risikogruppen essenziell, um in der Grippewelle schwere Influenza-Verläufe zu verhindern und Engpässe in Krankenhäusern (unter anderem bei Intensivbetten, Beatmungsplätzen) zu vermeiden, wie das Robert-Koch-Institut empfiehlt.“ Deswegen habe ich mich entschieden, dass ich mich auch nächstes Jahr wieder gegen die Grippe impfen lassen werde.

Positive Aspekte

Schlussendlich kann man sagen, dass die Grippeimpfung etwas Positives ist, wenn man sie regelmäßig bekommt. Dennoch lässt sich nicht jeder impfen. Ich bin erleichtert, schon geimpft zu sein.   So habe ich die Sorge, mich mit der Grippe anzustecken, schon einmal weniger, denn dieses Jahr hat man genug Sorgen mit dem Corona-Virus. Dank Corona habe ich gemerkt, dass man froh sein sollte über jeden Impfstoff, der sämtliche Entwicklungs- sowie Teststufen durchlaufen hat und somit auch sinnvoll nutzbar ist.

Text: Cora-Lee Pusker

Es geht los: Cora-Lee Pusker erhält ihre Spritze. Foto: GSCHWÄTZ

Erleichterung: Die Impfung ist erledigt. Foto: GSCHWÄTZ

Auch Cora-Lees Schwester hat sich impfen lassen. Foto: GSCHWÄTZ

Der Impfstoff. Zurzeit sind die Grippe-Impfdosen knapp. Foto: GSCHWÄTZ