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Milliarden-Desaster – Die Continentalpleite als Sinnbild für den Niedergang der deutschen Automobil-Industrie

Auch deutsche Premium-Autobauer extrem unter Druck

Waffen statt Autos?
Continental hatte 2017 die Konrad Hornschuch AG gekauft.

Medienberichten zufolge ist Hensoldt in Gesprächen mit Mitarbeitern von Continental und Bosch, denen Entlassungen drohen. So sollen bereits Hensoldt-Mitarbeiter das Werk von Continental in Wetzlar besucht und Gespräche geführt haben. Laut einem Continental-Sprecher wurden dabei alternative Jobs vorgestellt und Bewerbungen entgegengenommen, berichtet das Handelsblatt.

Überraschend kommt das nicht. Hensoldt-Chef Oliver Dörre hatte bereits vor einigen Wochen gesagt, dass sein Unternehmen an Software-Teams von zwei Automobilzulieferern interessiert sei.

Es soll insgesamt um eine niedrige dreistellige Zahl an Mitarbeitern gehen. So bestätigte heute ein Hensoldt-Sprecher, dass auch geplant sei, fast 100 Bosch-Mitarbeiter aus der Region Stuttgart für Hensoldt-Standorte in Baden-Württemberg einzustellen.

Hensoldt-Rivale Rheinmetall hatte bereits im vergangenen Juni angekündigt, bis zu 100 Mitarbeiter vom Continental-Standort Gifhorn übernehmen zu wollen.

Während die deutsche Autoindustrie schwächelt, verzeichnete Hensoldt in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres einen Rekord-Auftragsbestand von 6,5 Milliarden Euro.

In Europa steigen die Verteidigungsausgaben. Gründe dafür sind der Krieg in der Ukraine und Druck seitens der USA. US-Präsident Donald Trump verlangt, dass Europa mehr in seine eigene Sicherheit investiert.




Weißbach: Continental erklärt große Rauchwolke und „penetranten Geruch“

„Der Geruch ist wirklich sehr penetrant und zieht in die Häuser“, berichtete ein Anwohner gegenüber GSCHWÄTZ. Geruchsbelästigung in und um Weißbach: Von Samstag, den 20.04.2019, ab ca. 20.00 Uhr bis Sonntag, den 21.04.2019, ca. 05.00 Uhr roch es stark nach Gummi und Plastik in Weißbach und der näheren Umgebung. So berichtete uns ein besorgter Bürger. Zudem grassierte ein Bild in Facebook, das eine große Rauchwolke über der zu Continental gehörenden Firma Hornschuch zeigte, auch ein „großer, hellen Lichtfleck“ sei zu sehen gewesen.

Abluftreinigungsanlage sei gewartet worden

Was ist passiert? Wir fragen bei Continental nach. Axel Schmidt, Pressesprecher von Hornschuch, erklärte: „Es fanden geplante Wartungsarbeiten an der Abluftreinigungsanlage an unserem Werk Weißbach statt. Diese Wartung ist für die Funktion der Abluftreinigungsanlage absolut notwendig, damit die Abluft korrekt entsorgt werden kann. Das Wartungsintervall ist jährlich. Bei diesen Wartungsarbeiten wurden Teile der Abluftreinigungsanlage leer quasi „ausgebrannt“, dabei wurden keine Schadstoffe freigesetzt. Es handelt sich hierbei um ein anerkanntes Verfahren, bei dem es jedoch, abhängig von den Windverhältnissen, zu Geruchsbelästigungen für die Umgebung kommen kann. Der Wind trug diese Gerüche zu diesem Zeitpunkt Richtung Forchtenberg, was in den vergangenen Jahren nicht der Fall war. Wir haben uns bereits bei den Anwohnern, die uns wegen der Geruchsbelästigung kontaktiert haben, entschuldigt.“

Behörden seien informiert gewesen

„Was auch immer da vor sich geht, finde ich, dass wir als Bevölkerung eine kurze Information erhalten sollten, damit wir uns gegebenenfalls mit geschlossenen Fenstern darauf vorbereiten können und uns keine Sorgen machen müssen ob es wohl brennt oder nicht“, so ein Anwohner. Schmidt erklärte: „Die Behörden und die Gemeinde Weißbach waren im Vorfeld informiert worden, die Wartung wurde im Mitteilungsblatt Weißbach angekündigt. Wir werden diese Ankündigungen in Zukunft auf die Gemeinde das Mitteilungsblatt Forchtenberg ausdehnen.“ Bei der neuen Anlage, die unlängst in Betrieb genommen worden sei, sei dieses Verfahren aber künftig nicht mehr notwendig, so Schmidt: „Wir sind ständig bestrebt unsere Emissionen zu verringern, so wurde Anfang des Jahres eine weitere Abluftreinigungsanlage (für die Kalander) in Betrieb genommen. Diese Anlage arbeitet nach einem anderen Verfahren, ein solches „Ausbrennen“ ist hier nicht notwendig.“