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Zartrosa Müslischale, grüne Leggings und handgefertigte Dinge von der Häckel-Anne oder der Strickoma

„Warum sollte ich bei Lotta einkaufen, wenn ich doch auch bei Amazon alles bekommen kann?“ Mit dieser leicht provokanten Frage an die Ladenbesitzerinnen hat sich GSCHWÄTZ-Reporter Dr. Felix Kribus in dem neuen Künzelsauer Geschäft LoTTA (love to takte) in der Schlossgasse umgesehehen und mit den Inhaberinnen sowie den Besuchern darber gesprochen, was Lotta so einzigartig macht.

Umzug in die ehemaligen Räumlichkeiten des Spielzeuggeschäfts

Aus der „Werkstatt am Schloss“ sind Christiane Bürkert und Karin Friedmann umgezogen, ein paar entscheidende Meter weiter Richtung Hauptstaße. Gegenüber vom Lebensmittelgeschäft Alex. Der seit Anfang September 2020 neu eröffnete Laden heißt jetzt „Lotta“. Was es aktuell an Kleidung, Dekoartikel und Geschenkideen zu sehen und zu kaufen gibt, warum die Frauen überhaupt umgezogen sind und was der Name bedeutet, das haben sie Felix Kribus während der Eröffnung erzählt.

Kleidung zu Hause anprobieren

„Bei uns können die Menschen das ganze Sortiment vor Ort anschauen, können es in die Hand nehmen, können sich von der Qualität überzeugen. Wir fertigen einige von unseren Produkten selbst an, auch auf Kundenwunsch“, so Karin Friedmann. „Die Kunden haben auch die Möglichkeit, die Kleidungsstücke mit nach Hause zu nehmen zur Auswahl“, ergänzt Christiane Bürkert.

„Schon immer unser Traum“

Die Inhaberinnen sind froh über den Umzug, denn „es war schon immer unser beider Traum, einen größeren Laden zu haben und auch näher an der Innenstadt zu sein“, sagt Karin Friedmann. „Und dann hat sich das ganz gut ergeben, als das Spielzeuggeschäft frei geworden ist.“ Christian Bürkert fügt hinzu: „Bei lokalen Veranstaltungen und auch auf dem Weg zum Wertwiesen kommen die Menschen bei Lotta vorbei“ – während die Werkstatt am Schloss etwas versteckter und näher Richtung Schlossgymnasium lag.

Freunde halfen beim Renovieren

„Ausserdem haben wir ganz liebe Freunde und Kunden, die uns bestärkt haben“, diesen Weg zu gehen, „und die uns auch bei der Renovierung geholfen haben. Sonst wäre das alles hier nicht entstanden“, betont Christiane Bürkert. Anja Schmitt überreicht zur Neueröffnung ein rosa Blümchen an Christiane Bürkert – passend zu den zartrosa Müslischalen, die es derzeit unter anderem bei Lotta zu kaufen gibt.

„Lotta ist ein einzigartiger Laden in Künzelsau“, findet Kundin Carola, die auch in der Kreisstadt wohnt. „Man muss weit fahren, um so eine große Vielfalt hinsichtlich der Produktpalette zu bekommen.“ Es gäbe hier eine „schöne Auswahl und ganz besondere Produkte. So etwas habe ich in dieser Form selten gesehen.“

Fairtrade-Taschen, originelle Dekoartikel und Stahlskupturen

Aber was gibt es überhaupt alles zu kaufen bei Lotta?“ – „Bei uns gibt es alles vom Anziehen übers Dekorieren bis hin zum Schmücken und Schenken“, sagt Karin Friedemann. Die Kunden erwartet Fairtrade-Taschen, hochwertiger selbst gefertigter Schmuck und originelle Dekoartikel, unter anderem gibt es hier auch diverse Stahlskulpturen für den Garten sowie Produkte von regionalen Landwirten. „Es gibt auch handgefertigte Dinge von der Häckel-Anne oder unserer Strickoma“, beschreibt Christiane Bürkert das Sortiment. Auch antike Möbel gibt es von Zeit zu Zeit zu kaufen.

Carola aus Neureut ist durch Zufall auf das neue Geschäft aufmerksam geworden und hat auch gleich eine grüne Leggings für sich gefunden. „Ich denke schon, dass ich hierher öfter kommen werde, es sieht nett aus.“ Auch Bärbel von Gaisbach „weiß gar nicht, wo sie zuerst hinschauen soll, was es hier so viele schöne Dinge gibt“. Zwei Babygeschenke hat sie bereits hier gefunden.

„Was bedeutet eigentlich Lotta?“, möchte GSCHWÄTZ-Reporter Dr. Felix Kribus von den Inhaberinnen wissen. Lotta ist eine Abkürzung für die englische Formel „love to take“, übersetzt, so Karin Friedmann, bedeutet das so viel wie: „Lieblingsdinge mit nach Hause nehmen, Dinge, an denen man sich erfreut.“ Aber Lotta steht auch als deutscher Name für sich allein: „Es ist mutig, es ist frech, es ist einfach volle Lotta gut“, erläutert Christiane Bürkert die Namensentstehung.

Für Euch vor Ort: GSCHWÄTZ – Das Magazin | wir lieben unser Ländle | www.gschwaetz.de

Video: Dr. Felix Kribus

Seit Anfang September 2020 hat Künzelsau ein neues Ladengeschäft: Lotta begeistert die Kunden. Foto: GSCHWÄTZ

Karin Friedmann (links) und Christiane Bürkert sind die Ladeninhaberinnen. Foto: GSCHWÄTZ




loTTA im ehemaligen Spielzeuggeschäft Dies & Das ein

Viele haben dem Holzspielzeuggeschäft „Dies & Das“ hinterhergetrauert, der jahrzehntelang in Künzelsau etabliert war und vor geraumer Zeit seine Pforten für immer geschlossen hat (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/03/11/aus-finanziellen-gruenden-schliesst-dies-das-daniel-kurrle-moechte-nicht-laenger-mit-online-handel-konkurrieren/). Zuletzt was das Dies & Das in der Schlossgasse 4 in Künzelsau angesiedelt. Ab 01. September 2020 öffnet nun ein Geschäft namens „loTTa“ in diesen Räumen.

Das Motto: love to take

Das Motto der Inhaberinnen: „love to take“ (loTTa) – sprich: Dinge, die man gerne mitnimmt. Die Inhaberinnen sind bekannte Gesichter in Künzelsau, haben Christiane Bürkert und Karin Friedmann nicht bereits seit einem Weilchen die „Werkstatt am Schloss“, die bislang nur einen Steinwurf vom Dies & Das entfernt war. Dort erwarteten Besucher bislang Geschenkartikel und Kleinigkeiten jedweder Art, Kleidung, allerhand Kreatives, aber auch Produkte aus der Region, lustige Postkarten, selbst gemachte Skulpturen und hochwertigen Schmuck.

Besucher dürfen sich nun freuen: Die Werkstatt am Schloss zieht um in die Räumlichkeiten des ehemaligen Dies & Das und auch der Name ändert sich: Aus Werkstatt am Schloss wird kurz und gut gelaunt: loTTa.

Mehr Informationen: http://www.lotta-lovetotake.de/

Lotta heißt nun die ehemalige Werkstatt am Schloiss. Foto: Flyer Lotta

Nicht nur der Name ist fortan ein anderer. Die Werkstatt am Schloss ist auch umgezogen. Foto: Flyer Lotta

So sah die Werkstatt am Schloss in Künzelsau bislang aus. Ab 01. September 2020 erwartet die Besucher größere Räume, mehr Platz und einen neuen Namen. Foto: GSCHWÄTZ




„Ich habe das Geld nicht beantragt, weil ich Angst davor habe, dass ich es irgendwann zurückzahlen muss“

Die Wiedereröffnung der Geschäfte nach der coronabedingten Schließung ist nun ein paar Tage her. Welche Erfahrungen haben Künzelsauer Ladeninhaber gemacht? Dieser Frage ist unser Videoreporter Dr. Felix Kribus nachgegangen:

„Wir waren alle ganz aufgeregt, waren froh, dass wir endlich wieder aufmachen können, aber die Auflagen waren sehr heftig. Man musste viele Vorbereitungen treffen, wusste nicht mal, ob man das in unserem kleinen Laden hier umsetzen kann. Wir haben das aber, denke ich, ganz gut hingekriegt“ erinnert sich Christiane Bürkert von der Kreativwerkstatt am Schloss in Künzelsau.

„Auflagen waren heftig“

Ähnlich ungewohnt waren die neuen Vorschriften für Nikolaus Kechlibaris, Inhaber des Friseursalons Nikos Friseure am unteren Markt in Künzelsau:  „Tatsächlich hat man sich gefühlt wie am ersten Tag, wenn man irgendwo in einem Salon oder in irgendeinem Betrieb anfängt zu arbeiten. Man ist aufgeregt, man ist gespannt und hat ein unsicheres Gefühl am Anfang.“ Auch für die Kunden ist die Situation ungewohnt, weiß er zu berichten: „Tatsächlich sind die Kunden vorsichtig, sie halten sich an die Maßnahmen. Ich würde eher behaupten, dass viele unsicher sind, was sie machen dürfen und was sie nicht machen dürfen. Ständig werde ich gefragt, ob das erlaubt ist: Ob es erlaubt ist, auf die Toilette zu gehen, ob man nach draußen gehen darf. Und das ist natürlich eine Sache, die verunsichert die Kunden.“ 

„Die Leute wussten nicht, wie sie sich verhalten sollten“

Diese Verunsicherung hat auch Christiane Bürkert gespürt: „In der ersten Zeit, die ersten zwei Wochen nach dem ‘juhu, endlich wieder aufmachen‘, war es eigentlich ganz schwierig, es war fast niemand da. Die Leute wussten nicht, wie sie sich verhalten sollen. Es kann dann auch die Maskenpflicht, ich glaube, das hat ganz viele abgeschreckt.“

Corona-Soforthilfe: „Innerhalb von einer Woche war das Geld auf meinem Konto“

Ganz unterschiedlicher Ansicht sind die beiden Geschäftsinhaber beim Thema Corona-Soforthilfen. Nikolaos Kechlibaris hat die Soforthilfen beantragt und ohne Probleme bekommen: „Innerhalb einer Woche war das Geld auf dem Konto.“ Zwar würden diese Hilfen bei weitem nicht alle laufenden Kosten decken, aber: „Nichtsdestotrotz sind wir dankbar, dass es überhaupt eine Soforthilfe gibt. Da sollte man einfach nicht undankbar sein.“

„Nicht beantragt aus Angst, dass ich es irgendwann wieder zurückzahlen muss“

„Bis jetzt habe ich noch nie etwas geschenkt bekommen. Deshalb bin ich da sehr mißtrauisch.“ sagt Christiane Bürkert. Sie hat daher die Soforthilfen nicht beantragt: „Ich habe das nicht beantragt, weil ich davor Angst habe, dass ich es irgendwann am Jahresende wieder zurückzahlen muss. Ich glaube, dass sich das am Jahresende die Steuer wieder holt – dann muss ich das die Zeit über reinschaffen und muss dann schauen, wie ich zurückzahlen kann.“

Trotz der Soforthilfen ist Kechlibaris davon überzeugt, dass ihn die Coronakrise noch eine Weile belasten wird: „Da wir auch eingeschränkt sind beziehungsweise nicht so viele Kunden bedienen können, wie wir vorher bedient hatten, werden wir das auf jeden Fall noch länger merken.“

„Ich würde mir wünschen, dass ich die Maske nicht mehr aufsetzen muss“

In ihren Wünschen für den Sommer sind sich die beiden wieder einig. Beide wünschen sich, dass sie einfach nur ihre Kunden in der gewohnten Art zufriedenstellen können: „Ich wünsche mir ganz viel Freiheit, dass ich die Maske nicht mehr aufsetzen muss, dass ich einfach meine Workshops wieder beginnen kann, Ausstellungen machen kann. Dass es einfach noch mehr gelockert wird und dass die Leute wieder Freude daran haben, zu mir zu kommen und Workshops zu machen, Ausstellungen, Flohmarkt und so weiter“, sehnt sich Christiane Bürkert und Nikolaos Kechlibaris möchte, „dass wir mehr Kunden bedienen können und auch dementsprechend schönere Frisuren machen können. Einfach ein Stück weit Normalität, das wünsche ich mir für den Sommer.“

Video: Dr. Felix Kribus

Text dazu transkribiert: Matthias Lauterer

Christiane Bürkert hat die Coronasoforthilfe des Landes nicht in Anspruch genommen. Foto: GSCHWÄTZ

Christiane Bürkert in ihrer Kreativwerkstatt am Schloss in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

Nikolaus Kechlibaris, Inhaber des Friseursalons „Nikos Friseure“ am Unteren Markt in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ




Wärmflasche gefällig?

Wieviel kostet das kleine Klo hier?“, fragt eine Kundin am Stand von Rolf Kleinheinz aus Dörzbach und zeigt auf eine Miniatur-Toilette aus Porzellan. Eine andere Kundin begutachtet eine Wärmflasche aus Kupfer. 15 Euro möchte Kleinheinz dafür haben. Ein Schnäppchen für diese Antiquität, doch die Kundin könnte sich auch vorstellen, die Wärmflasche noch zu benutzen. Denn sie hält der Strahlung wegen nicht viel von in der Mikrowelle warmgemachten Kirschkernsäckchen.

Christiane Bürkert von der Kreativwerkstatt in Dörrenzimmern lud am Sonntag, den 14. Juli 2019, zu ihrem mittlerweile sehr bekannten Open Air Flohmarkt nach Dörrenzimmern ein. Unter dem Motto: „Trödeln mach glücklich“ kamen denn auch zahlreiche Besucher. Auch der Wettergott machte mit und bescherte strahlenden Sonnenschein.

Das Angebot war bunt gemischt – es reichte von selbst gemachtem Hanftee über Geschirr aus Omas Zeiten bis hin zu neuen Cooling-Sporthandtüchern.

Parallel dazu lud die Schreinerei Reichardt, quasi der Nachbar von Christiane Bürkerts Kreativwerkstatt, zu einem Tag der offenen Tür mit Weißwurstfrühstück ein. Das Team der Schreinerei freute sich: Bereits nach drei Stunden waren alle 120 Würstl-Pärchen weggefuttert. Mit einem Sekt Rosé oder einem Weizen ind er Hand konnten die Kunden an diesem Tag ganz entspannt die Möbel der Schreinerei begutachten.

Kaum ein Platz war mehr frei zum Parken. Foto: GSCHWÄTZ

So hat man früher den Kaffee gemahlen. Foto: GSCHWÄTZ

Ein Kinderstuhl aus Omas Zeit. Foto: GSCHWÄTZ

Diese jungen Frauen sind immer auf der Suche nach ausgefallener Deko. Foto: GSCHWÄTZ

Moritz verkauft diese Bierkrüge eines Sammlers. Foto: GSCHWÄTZ

Diese Besucherinnen aus Krautheim haben ein Holz-Schneidebrett und einen Korb erworben. Foto: GSCHWÄTZ

Rolf Kleinheinz aus Dörzbach verkauft unter anderem diese antique Wärmflasche. Foto: GSCHWÄTZ

So sahen früher die Wärmflaschen aus. Foto: GSCHWÄTZ

Selbst gestrickte Socken und Handpuschen gibt es bei Susanne Wurst (links) aus Dörrenzimmern zu kaufen. Foto: GSCHWÄTZ

Florian Hertweck von den Hochholzhöfen verkauft Hanf-Produkte. Foto: GSCHWÄTZ

Carmen Koch aus Dörrenzimmern verkauft selbst genähte Kleidung. Foto: GSCHWÄTZ

Filzanhänger von Carmen Koch. Foto: GSCHWÄTZ

Anja Schmitt aus Dörrenzimmern bietet ihre kreativen Dienste an. Foto: GSCHWÄTZ

Renate Stier aus Hohebach verkauft selbst gemachte Leberwurst. Foto: GSCHWÄTZ

Antique Schreibmaschinen konnten Besucher erwerben. Foto: GSCHWÄTZ

Lecker Baguettes gab es bei Christiane Bürkerts Trödelmarkt. Foto: GSCHWÄTZ

Das Team der Schreinerei Reichardt in Dörrenzimmern lud parallel zum Tag der offenen Tür mit Weißwurstfrühstück, Bier und Sekt Rosé. Foto: GSCHWÄTZ

Stefan Baum von der Schreinerer Reichardt gibt Einblicke in das neueste Schmuckstück. Foto: GSCHWÄTZ

Bänke und Tisch für das Esszimmer, gefertigt von der Schreinerei Reichardt. Foto: GSCHWÄTZ

Nach nur zwei Stunden waren alle 120 Pärchen Weißwürste weggevespert. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




20% bei Werkstatt am Schloss in Künzelsau

Bei der Werkstatt am Schloss in Künzelsau, Schlossgasse 12 (fast neben Dies & Das, Richtung Schlossgymnasium) gibt es den kompletten Februar über 20 Prozent auf alle Waren – handmade-Produkte ausgenommen.

 

Geschenkebox. Foto: GSCHWÄTZ




Adventsdeko: Ideen aus Dörrenzimmern

Für manche ein Graus, für andere pure Leidenschaft. Diejenigen, welche sich am Dienstagabend, den 28. November 2017, in der Kreativwerkstatt bei Christiane Bürkert in Ingelfingen-Dörrenzimmern zum gemeinsamen Adventskranzbasteln getroffen haben, gehören sicherlich zur letzteren Kategorie. Steffi Schwenda nimmt sich zielstrebig vier rote Kerzen. „Für mich müssen die Kerzen auf meinem Adventskranz einfach rot sein“, sagt sie. Und rund. Wobei der Adventskranz nicht unbedingt aus Stroh sein muss, sondern gerne auch aus dicken Ästen und Rundhölzern bestehen darf. Christa Schmieg möchte in diesem Jahr auf einen klassischen Kranz verzichten und dekoriert eine längliche Glasschale in weiß und silber. Sie war im vergangenen Jahr bereits zum gemeinsamen weihnachtlichen Basteln bei Christiane Bürkert. Entspannt ist die Stimmung. Jeder kennt jeden. Und gemeinsam macht das Dekorieren eben doch mehr Spaß. Gerne hätte Heide Strecker für ihren adventlichen Holzteller rote Kerzen genommen, aber die waren schneller vergriffen, als sie gucken konnte. Dann eben grün. Schaut auch schön aus.