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Kinderschminken für den guten Zweck am Künzelsauer Stadtlauf

Kinderschminken für den guten Zweck am Künzelsauer Stadtlauf am Samstag, den 07. Mai 2022, von 11.00 bis 15.00 Uhr in der Hauptstraße 27 in Künzelsau, vor der Hohenloher Hörakustik.

Gegen eine Spende verzaubern wir  Kindergesichter in Löwen, Zebras oder bunte Schmetterlinge. Jede Teilnehmer:in bekommt einen Gutschein für die Ausstellung Bongai Shamwari Art, die derzeit in den Redaktionsräumen des GSCHWÄTZ, Gaisbacher Str. 6, in Künzelsau zu sehen ist. Wunderschöne afrikanische Skulpturen, Holzschnitzereien und Gemälde aus Zimbabwe lassen in den Kontinent Afrika eintauchen.

Alle Erlöse gehen an den Verein Bongai Shamwari e.V. Für bedürftige und behinderte Kinder in Zimbabwe. Info unter www.bongai-shamwari.org

Kontakt

Christa Zeller

  1. Vorsitzende

0160 9203 799

bongaishamwari@gmail.com

 

 




Trommelwirbler, Sektempfang und afrikanische Kunst & Kultur

Dienstag, den 26. April 2022, 18 Uhr, Vernissage in den GSCHWÄTZ-Räumen in der Gaisbacher Straße 6 (Oberer Bach) in Künzelsau. Der Eintritt ist frei. Die Ingelfingerin Christa Zeller und afrikanische Künstler nehmen Sie mit auf eine Reise nach Zimbabwe. Auch der Kauf von afrikanischer Kunst und anderen Produkten des bunten Kontinents ist möglich. Der Erlös fließt in den Aufbau einer Grundschule und in ein Frauenprojekt vor Ort.




„Manchmal krieg‘ ich schon eine Wut im Bauch“

Lockdown, Mundschutz, Social Distancing: Weltweit wird das Leben der Menschen durch Covid-19 auf den Kopf gestellt. Doch während es in der westlichen Welt nur vergleichsweise wenige Einschränkungen gibt, sind die Menschen in den ärmeren Ländern von der Krise und ihren Auswirkungen hart getroffen.

„Bloß die Kinder dürfen zum Spielen raus“

„Seit Mai ist Simbabwe im Lockdown“, sagt Christa Zeller, die sich seit 35 Jahren für das Land und seine Bewohner engagiert. „Nur zum Einkaufen dürfen die Menschen außer Haus gehen und bloß die Kinder dürfen zum Spielen raus.“ Es gebe zwar nicht so viele Fälle in dem Land wie beispielsweise in Europa, man geht aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Desinfektionsmittel wird selbst hergestellt und es gibt eine Maskenpflicht in dem Land, die zwar nicht für Kinder gilt. „Im Kindergarten tragen trotzdem alle eine“, sagt die Mitarbeiterin der Hochschule Heilbronn, wo sie als Schulkoordinatorin tätig ist.

Zahlreiche Probleme

90 Prozent der Bevölkerung in dem südafrikanischen Land lebt von der Hand in den Mund. „Viele Simbabwer haben kleine Verkaufsstände am Straßenrand, sind ansonsten Selbstversorger“, erzählt die Vorsitzende und Gründerin des Hilfsvereins Bongai Shamwari e.V., der in Mutare einen integrativen Kindergarten für Drei- bis Sechsjährige betreibt. Doch nun haben die meisten wegen des Lockdowns Schwierigkeiten, auf ihr Feld zu kommen. Weitere Probleme: Die Strompreise sind um 50 Prozent gestiegen, die Lebensmittelpreise sowieso viel höher als in Deutschland und die Krankenversicherung für Mitarbeiter hat sich um 1.000 Prozent verteuert. Außerdem wurde in der Hauptstadt Harare wegen der landesweit herrschenden Dürre das Wasser abgestellt. Mittlerweile hat die Welthungerhilfe eine Warnung ausgesprochen. Außerdem werden die Lehrer jetzt in Landeswährung bezahlt, die allerdings nichts mehr wert ist. Es gibt in Simbabwe zwar einen Mindestlohn, den der Staat aber nicht zahlt.

Unterstützung mit Care-Paketen

Erst seit Anfang Oktober öffnen die Schulen nach und nach wieder ihre Pforten. Kindergärten dürfen wahrscheinlich ab Mitte November wieder Kinder betreuen – dann schichtweise. Im Moment könne noch niemand von außen das Projekt besuchen, auch sie selbst sei in diesem Jahr noch nicht in Simbabwe gewesen, plant erst für Januar 2021 den nächsten Besuch, um dann eventuell drei Monate zu bleiben – denn dann ist sie in Rente. Dennoch hätte man Kontakt gehalten. „Wir haben in der Zeit unsere Kinder beispielsweise mit Care-Paketen für die ganze Familie unterstützt“, berichtet Christa Zeller. Zu tun gibt es trotz Lockdown genug in dem Kindergarten: Der Garten will gepflegt sein und die Lehrkräfte stellen Spielsachen aus Montessori-Materialien her, die sie nach der Wiederöffnung für die Kinder verwenden wollen. Nur ab und zu, wenn etwas ganz Besonderes ansteht, darf eins der Kind mit auf das Gelände.

„Die Kinder ziehen einen speziellen Baum groß“

Um den Kindern auch während des Lockdowns eine Aufgabe zu geben, nimmt der Kindergarten an einem Wiederaufforstungsprogramm teil. „Die Kinder ziehen einen speziellen Baum groß, einen Moringa, der später ausgepflanzt wird“, erzählt Christa Zeller. Das Projekt wird zusammen mit einem Lehrer – auch ein ehemaliges Kindergartenkind – durchgeführt, der schon über 1.000 Bäume gezogen hat.

Genderfreie Erziehung und Chancengleichheit für Jungs und Mädchen

Den Kindergarten in Mutare gibt es seit 2018. Er wird von rund 27 Kindern besucht – drei von ihnen behindert – und finanziert sich hauptsächlich über Patenschaften und Spenden. Die Kinder bekommen dort ein Frühstück und Mittagessen – sie „lieben vor allem Spätzle“. Dafür halten sie Hühner und Hasen, ziehen zurzeit kleine Häschen mit einer Pipette auf. „Für das Frühstück mahlen die Kinder ihr Müsli selbst“, berichtet Christa Zeller. „Dafür kriegen wir Weizen von einem örtlichen Bauern.“ Überhaupt legt die Einrichtung Wert auf Selbstversorgung: Brot und Joghurt werden selbst hergestellt, das Gemüse kommt aus dem eigenen Garten. Der Kindergarten achtet auf eine genderfreie Erziehung und Chancengleichheit, denn in Simbabwe sei es noch Tradition, dass die Frau nach der Heirat dem Mann gehöre. Der Jungs-Mädchen-Anteil ist ungefähr gleich und auch Jungs dürfen in die Puppenecke. „Das machen die übrigens gerne“, hat Christa Zeller beobachtet. Eng ist die Zusammenarbeit des Kindergartens mit Künstlern. So haben die Kinder ihre Werke bereits im Nationalmuseum ausgestellt und dort auch schon Preise gewonnen.

Barfuß und zerlumpt zur Schule

Die Eltern müssen im Kindergarten mitarbeiten, sonst müssten die Kinder die Einrichtung wieder verlassen, was auch schon vorgekommen sei. „Insgesamt ist der Zusammenhalt mit den Eltern aber gut“, so Christa Zeller. „Jeden Tag kommen ein bis zwei Elternteile zu uns.“ Einmal im Monat kommen für größere Projekte – beispielsweise den Bau eines Zauns um das Grundstück – alle Eltern zusammen. Die Mütter der Kinder stellen außerdem Dinge für den Verkauf her – beispielsweise Salze und verarbeitete Avocado- und Papayakerne, Orangen- und Zitronenschalen. „Das verkaufen wir beim Weltgebetstag oder in Eine-Welt-Läden“, so die Vereinsvorsitzende. „Zurzeit stellen die Frauen Vaseline und Seife her, die vor Ort angeboten werden.“ Besonders beliebt waren Nudeln, die vor allem weiße Bewohner von Mutare gekauft haben. Die Schuluniformen werden ebenfalls selbst genäht. „Das ist wichtig, weil manche Kinder sonst zerlumpt kommen würden“, so Christa Zeller. „Die Kinder sind darauf richtig stolz.“ Dafür kämen viele barfuß zu Schule, weil sie entweder keine Schuhe oder nur unbequeme Plastiklatschen hätten.

„Oft hat es an der Qualität gefehlt“

Christa Zeller hat von 1985 bis 1990 mit ihrer Familie in Simbabwe gelebt und dort mit Einheimischen ein Kindergartenprojekt gestartet. Insgesamt 14 Einrichtungen wurden aufgebaut und außerdem ein Ausbildungsprogramm für Erzieherinnen entwickelt. „Simbabwe hat eine sehr gute Erzieher-Ausbildung, die auf einem Uni-Studium aufbaut und viel besser als bei uns ist“, sagt die zweifache Mutter. Allerdings sei diese „vollkommen an der Realität vorbei und sehr verschult“. Vor einigen Jahren hat der Staat schließlich entdeckt, dass vorschulischer Unterricht gut für die Kinder sei., und kurzerhand die Kindergärten eingezogen, um sie selbst weiter zu betreiben. Seither muss jedes Kind vor seiner Einschulung zwei Jahre in die Vorschule. „Kindergärten sind danach wie Pilze aus dem Boden geschossen“, so Christa Zeller. „Aber oft hat es an der Qualität gefehlt.“ Auch der Bongai Shamwari-Kindergarten hat jetzt eine solche Konzession bekommen. Kosten: rund 1.000 US-Dollar.

„Bei der normalen Bevölkerung kommt nichts davon an“

Simbabwe hat mit vielen Problemen zu kämpfen. Es gibt dort zwar auch sehr reiche Leute, die seien aber Angehörige der Politikerriege. Das Land ist reich an Bodenschätzen, die allerdings von den Chinesen abgebaut werden. „Bei der normalen Bevölkerung kommt nichts davon an“, sagt Christa Zeller. Hinzu komme die allgegenwärtige Korruption, die seit dem Umsturz noch schlimmer geworden sei. „Seither funktioniert eigentlich gar nichts mehr“, so die gelernte Erzieherin. Hinzu kommt eine hohe Aidsrate und seit Corona hätten sich frühe Kinderschwangerschaften gehäuft. „Die Familien leben dicht beieinander, viele Männer sind arbeitslos und alkoholkrank, so kommt es öfters zu Missbrauchsfällen“, hat Christa Zeller erfahren. „In zwei Fällen mussten wir einschreiten.“ Bei einem Vater habe es etwas genutzt.

„Medikamente sind teuer oder erst gar nicht erhältlich“

Obwohl das Leben sehr schwierig sei, seien die Leute immer sehr freundlich. „Manchmal krieg ich aber schon eine Wut im Bauch“, bekennt sie. „Wir haben ein Schließfach bei der Bank für unser Bargeld, das hat seither 50 Dollar monatlich gekostet.“ Jetzt aber verlange die Bank 30 Dollar pro Monat und zusätzlich nochmal 30 Dollar pro Besuch. Auch die medizinische Versorgung in dem Land ist sehr schlecht: „Medikamente sind teuer oder erst gar nicht erhältlich.“ Deshalb nimmt die Vereinsvorsitzende bei ihren Besuchen stets eine Grundausstattung an Medikamenten mit. Außerdem will der Verein die Krankenversicherung für seine Mitarbeiter wegen der hohen Kosten kündigen und stattdessen Rücklagen für Privatärzte bilden, weil die staatlichen Krankenhäuser so schlecht aufgestellt sind.

Solarkochkisten für die Eltern

Trotz aller Probleme blicken die Leute von Bongai Shamwari e.V. nach vorne und machen bereits Pläne für die Zeit nach Corona, um den Kindergarten weiterzuentwickeln. Sie wollen die Zusammenarbeit mit anderen Kindergärten ausbauen, das Gartengrundstück von der Stadt kaufen und dort ein Cottage bauen. Für ein Projekt mit Solarkochkisten für die Eltern werden noch Sponsoren für die Materialkosten von 25 bis 30 Euro gesucht. „Diese Kisten sind eine Art Backofen mit Parabolspiegel“, erklärt Christa Zeller. Damit können Temperaturen bis zu 200 Grad Celcius erreicht und Pizza, Lasagne oder Aufläufe hergestellt werden. Außerdem ist der Bau einer Solaranlage, für die bereits Anträge beim baden-württembergischen Förderprogramm bwirkt! gestellt wurden, und eines 34.000-Liter-Wassertanks geplant. Christa Zeller selbst hat in Mutare ein Haus gekauft, das zum Anlaufpunkt für Besucher und Freunde werden soll, die am Projekt mitarbeiten.

„Das Projekt ist in guten, jungen Händen“

„Mir macht das nach wie vor unheimlich viel Spaß“, begründet Christa Zeller ihr Engagement. „Es kommt viel zurück, auch wenn es mit viel Papierkram verbunden ist.“ Zu vielen ehemaligen Kindergartenkindern gebe es nach wie vor Kontakt, manche volontieren in dem Projekt. „Mittlerweile sind auch junge Leute in unserem Verein engagiert und wir haben eine Kooperation mit der Hochschule Künzelsau“, berichtet sie weiter. Für Christa Zeller fühlt es sich gut an: „Zu wissen, dass das Projekt in guten, jungen Händen ist und damit weiterläuft.“ Denn so könne sie sich auch mal zurücklehnen. Überhaupt scheint soziales Engagement in ihrer Familie zu liegen: Sohn und Tochter – er Kinderarzt, sie Apothekerin – engagieren sich beide in den Organisationen Ärzte beziehungsweise Apotheker ohne Grenzen.

Erneute Ausstellung im Frühjahr 2021

In der Ausstellung „Hohenlohe meets Simbabwe“ zeigten im Frühjahr verschiedene Künstler ihre Werke in der Sparkasse in Künzelsau. Die Schau wurde wegen Corona abgebrochen, die Künstler mussten eilends in ihre Heimat zurück. Diese Ausstellung soll 2021 wiederholt werden. Außerdem hat der Verein zwei Schaufenster in Ingelfingen – in der Schlossstraße und der Mariannenstraße angemietet – und stellt dort Bilder und Skulpturen aus Simbabwe aus, die über Christa Zeller verkauft werden. Auch bei Hohenloher Hörakustik in der Künzelsauer Hauptstraße sind Werke ausgestellt. Die Kunstwerke werden in Simbabwe hergestellt und gelangen per Container nach Deutschland.

Kunstwerke aus Simbabwe sind auch über einen Online-Katalog erhältlich. Dieser ist über die Homepage des Vereins unter www.bongai-shamwari.org zu finden.

Text: Sonja Bossert

Christa Zeller 2009 in Zimbabwe

Christa Zeller (rechts) 2009 in Zimbabwe

Kinder in Zimbabwe

Kinder vor dem Kindergarten in Zimbabwe.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Solche Kunstwerke stellen die Künstler in Simbabwe her. Verkauft werden sie über Christa Zeller und einen Online-Katalog. Foto: GSCHWÄTZ

Die Kunstwerke werden in Simbabwe hergestellt und per Container nach Deutschland geschickt. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Vor den Türen von Christa Zellers Kindergarten abgesetzt

Der von der Ingelfingerin Christa Zeller gegründete Kindergarten in Zimbabwe (wir berichteten) ist nicht mal ein Jahr jung und schon haben die Bewohner so viel Vertrauen zu den dort arbeitenden Kräften gefasst, dass sie Christa Zellers Team ein Halbwaisenkind vorbeibringen. Trader ist der Name des Mädchens mit den Kulleraugen. Die Vierjährige hauste alleine in einem kleinen Zimmer, das sie zuvor mit ihrer Mutter und zwei älteren Brüdern bewohnt hat. Ihre Mutter ist vor einigen Monaten gestorben. Die Brüder sind laut Christa Zeller verschwunden, der Vater lebt auf der Straße und der Vermieter möchte das Zimmer wieder zurückhaben. Nachbarn brachten das Kind schließlich zu dem Kindergarten mit der Bitte, dass sie sich um Trader kümmern. Aber der Kindergarten ist kein Waisenheim. Was also tun mit dem Mädchen? Eine Familie vor Ort hat Trader nun bei sich aufgenommen. „Wir werden die Familie begleiten und schauen, dass Trader dort gut integriert wird“, sagt Christa Zeller. Da sich eine Patin aus Deutschland gefunden hat, die die Kindergartenkosten trägt, kann Trader nun auch den Kindergarten von Christa Zeller besuchen.

Trader ist der Name des Mädchens mit den Kulleraugen. Die Vierjährige hauste alleine, da ihre Mutter vor einigen Monaten gestorben ist. Die Brüder sind laut Christa Zeller verschwunden, der Vater lebt auf der Straße und der Vermieter möchte das Zimmer wieder zurückhaben.
Foto: privat

Paten gesucht

Der Kindergarten hat darüber hinaus einen weiteren Zuwachs bekommen in Form eines Hundewelpens namens Bingo. Das Kindergartenteam hat die zimbabwische Straßenmischung aus dem Tierheim geholt. „Den Kindern ist der Hund schon richtig ans Herz gewachsen“,  berichtet Christa Zeller. Das Kindergartenteam sucht nach wie vor noch Paten für Kindergartenkinder, die die Kindergartengebühren übernehmen würden, da einige afrikanische Eltern ihre Kinder wieder von dem Kindergarten abmelden mussten, weil sie wegen der aktuellen Finanzkrise im Land die Gebühren nicht mehr bezahlen konnten.

Holzschnitzereien aus Afrika auf dem Weihnachtsmarkt

Christa Zellers Verein Bongai Shamwari verkaufte auf dem Weihnachtsmarkt in Künzelsau in diesem Jahr afrikanische Schnitzereien, darunter, so Christa Zeller,  „originelle Vögel aus Wurzelholz und Shona-Skulpturen aus verschiedenen Steinarten, die wir für das Projekt gegen Spenden weitergeben. Die Künstler selbst kenne ich alle und wir möchten sie damit ebenfalls unterstützen“.

Um weiter Spenden zu generieren – unter anderem zum Erwerb des Grundstücks, auf dem der Kindergarten gebaut wurde – hat Christa Zeller ein Crowdfounding-Kampagne im Internet gestartet. Hier kann jeder so viel für das Projekt spenden, wie er mag: https://www.betterplace.org/de/projects/65822-spende-ein-sonniges-zuhause-fur-kindergartenkids-in-zimbabwe

Weitere Informationen und Kontakt: www.bongai-shamwari.org oder über www.gschwaetz.de. Telefon: 07940/93 555 7.

Christa Zeller selbst wird voraussichtlich im Dezember 2018 wieder vor Ort bei ihrem Kindergartenteam in Zimbabwe sein.




Grüner Strom für Christas Kinder

// Wie eine 25-jährige Studentin der Reinhold-Würth-Hochschule einen Kindergarten in Afrika nachhaltiger machen will

Seit Mitte der 1980er Jahre engagiert sich Christa Zeller aus Ingelfingen für Afrika. Ihr Mann fand damals keine Arbeit als Lehrer in Deutschland und so ging die Familie kurzerhand nach Zimbabwe. Für die Erzieherin gab es bei der Ankunft vor Ort in einer Mission anfänglich wenig zu tun. Da es keinen Kindergarten gab, war jedoch schnell die Idee geboren, dort etwas für Kinder im Vorschulalter aufzubauen. Gesagt – getan. Seitdem ist Christa Zeller immer wieder nach Zimbabwe gereist und hat aktuell ein neues, ehrgeiziges Projekt verwirklicht (GSCHWÄTZ berichtete): Einen Kindergarten mit fünfundzwanzig Kindern in einer Vorstadt von Mutare, etwa 200 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Harare gelegen, den sie „autark“, das heißt, unabhängig in die Zukunft führen will.

Genau diese Unabhängigkeit war ausschlaggebend für die Künzelsauer Studentin Nina Kapischke (23), sich diesem Projekt zu widmen. „Ich kannte das Projekt schon durch eine Freundin. Ich wollte nicht mehr weiter in Großunternehmen arbeiten, sondern mit meiner Abschlussarbeit einen positiven Mehrwert für die Gesellschaft beitragen. Daraufhin habe ich Christa Zeller geschrieben und alles hat sich sehr schnell und spontan ergeben.“

// Stromversorgung, damit Lebensmittel nicht verderben //

Die junge Studentin von der Reinhold-Würth-Hochschule war aktuell knapp fünf Wochen vor Ort in Zimbabwe, hauptsächlich im Township, wo sich der Kindergarten befindet. Für Kapischke war es wichtig, sich ein Bild vor Ort zu machen. Wie leben die Menschen, was sind ihre Bedürfnisse, welche Möglichkeiten gibt es, wie ist die politische Situation und kann sie Ansprechpartner finden, die das Projekt unterstützen?

In ihrer Abschlussarbeit thematisiert die Studentin ganz konkret Nachhaltigkeit für den Kindergarten. „Meine Arbeit betrachtet zuerst allgemein die Elektrifizierung von ländlichen Gegenden in Zimbabwe durch Solarenergie und orientiert sich an dem praktischen Projektbeispiel Bongai Shamwari. Ich plane eine Solaranlage für den Kindergarten, so dass der Energiebedarf nachhaltig und durch Eigenerzeugung gedeckt werden kann.“ Damit vermag der Kindergarten unabhängig von der staatlichen Stromversorgung klimafreundlich „grünen“ Strom erzeugen und natürlich auch als Vorbild dienen.

Im Projekt geht es um Fragen zur Planung, Einsatz und Technik der Anlage. Mit welchen Unternehmen soll der Kindergarten kooperieren? Mit deutschen, südafrikanischen oder Unternehmen aus Zimbabwe direkt? Kapischke analysiert außerdem die Finanzierung des Projektes, ob staatliche Förderung oder Kleinkredite sinnvoll sind. Und natürlich auch, ob und wenn ja, welche Hindernisse und Herausforderungen sich bei solch einem Projekt ergeben. Antworten auf diese Fragen will Kapischke in ihrer Abschlussarbeit zusammentragen und bewerten.

// Mit Kleinkrediten ans Ziel //

So nützt diese Abschlussarbeit, die Nina jetzt gerade in ihrem letzten Semester fertigstellt, dem Kindergarten ganz konkret, indem eine zuverlässige grüne Stromversorgung die Getränke und das Essen der Kinder zukünftig frischhalten soll. In Mutare herrscht nämlich eine Durchschnittstemperatur von über 30 Grad. Nina Kapischke hofft: „Durch solche Solarprojekte ergeben sich schnell Schneeballeffekte. Je mehr Menschen davon erfahren und die Kinder schon mit einem verantwortungsbewussten Umgang mit Strom und der Stromerzeugung aufwachsen, desto besser und grüner sieht die Welt von morgen aus.“ Dabei interessiert sich die Studentin auch dafür, wie die Kinder mit Strom oder generell mit Ressourcen wie beispielsweise Wasser umgehen. Dies sei neu für die Kinder. Sie müssten somit noch lernen, mit knappen Rohstoffen bewusst umzugehen.

Durch ihre Kommilitonin Anna Schubert, die bereits in Zimbabwe war, um beim Aufbau des Kindergartens zu helfen, ist Kapischke gut vorbereitet nach Afrika gereist. Vor Ort sei sie ebenfalls sehr gut aufgenommen worden. Ihr Fazit: “Ich habe sehr viel gelernt, gesehen und viele Erfahrungen gemacht, worüber ich sehr froh und dankbar bin.“

 

*Spendenkonto Bongai Shamwari*

Ev. Kirchengemeinde Ingelfingen

Raiffeisen Kocher-Jagst eg.

IBAN: DE49 6006 9714 0070 1500 01

Stichwort „Zimbabwe“

Spendenquittung wird ausgestellt

 

Christa Zeller im Interview:

 

Fotos // Nina Kapischke mit Kindern des Kindergartens in Zimbabwe; Initiatorin Christa Zeller aus Ingelfingen

 

Mehr zu Christa Zeller gibt es hier:




Putsch in Zimbabwe: Wie steht es um das dortige Kindergartenprojekt von Christa Zeller aus Ingelfingen?

„Liebe Zimbabwe Freunde,von vielen bekomme ich besorgte Mails – Was ist denn in Zimbabwe los? Hat das Auswirkungen auf das Projekt?“ So beginnt Christa Zellers E-Mail, die sie unlängst an Unterstützer ihres sozialen Projekts in Zimbabwe verschickt hat. Ein Putsch des Militärs hat den Präsidenten Robert Mugabe ins Wanken gebracht, aber er ist bislang noch nicht auf Rücktrittsforderungen des Militärs eingegangen. Christa Zeller aus Ingelfingen verfolgt vermutlich angespannter als kaum ein anderer Ingelfinger Bürger die Geschehennisse in Afrika, denn viel Herzblut hat sie in den Kontinent beziehungsweise in ein Herzensprojekt gesteckt. Mit Spendengeldern steht sie kurz vor der Eröffnung eines Kindergartens, der auch sozial benachteiligten Kindern dort einen Raum zur Entfaltung bieten möchte. Nun das politische Erdbeben.  „Welche Auswirkungen dies auf unser Projekt haben wird, kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Mutare, die Stadt in der der Kindergarten eingerichtet wird, ist über 200 Kilometer von Harare entfernt und dort spürt man im Moment noch nichts. Ich habe gleich am nächsten Tag eine Skype Kontakt gehabt. Unsere Projektpartner vor Ort meinen nicht, dass es größere Auswirkungen haben wird. Hoffen wir das Beste.“

Der Kindergarten soll am  15. Januar 2018 eröffnet werden. „Die Kinder stehen schon Schlange. Es ist ein langer Weg, aber wir freuen uns alle auf die Eröffnung. Ich selbst werde im Frühjahr wieder nach Zimbabwe fliegen um dann vor Ort das Projekt begleiten zu können.“

Seit über 30 Jahren engagiert sich die gelernte Erzieherin und jetzige Betriebswirtin in der Hochschulkommunikation der Hochschule Heilbronn in Zimbabwe. Angefangen hat alles 1985. Als ihr Mann Roland Zeller als Lehrer in Deutschland keine Anstellung fand (zu dieser Zeit wurden keine Lehrer eingestellt) bewirbt sich Familie Zeller für das Projekt „Lehrer für Zimbabwe“ zwischen Deutschland und dem damals noch jungen Staat Zimbabwe. Die Verbindung zu Zimbabwe haben sie trotz späterer Rückkehr nach Deutschland nie verloren.

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PATENSCHAFTEN GESUCHT

Es werden noch dringend Paten für die Kindergartenkinder in Zimbabwe gesucht. 30 Euro kostet der reine Kindergartenbeitrag. 40 Euro zusätzlich für Frühstück, Mittagessen und Transport und Schuluniform. Diese ist laut Christa Zeller in Zimbabwe verpflichtend. Das Einzugsgebiet ist groß und oft können laut Christa Zeller die Eltern auch den Bus nicht bezahlen.

Mehr Informationen über Christa Zeller und ihr Kindergartenprojekt unter www.bongai-shamwari.org

Aktuelle Informationen zur politischen Lage in Zimbabwe gibt es auf www.kasa.de/