30.550 Euro Corona-Bußgelder durch das Landratsamt Hohenlohekreis
Ein anonymer Brief an Landrat Dr. Matthias Neth, in dem der Landrat aufgefordert wird, die Einhaltung der Corona-Auflagen durch das lokale Handwerk und Gewerbe zu kontrollieren, erreichte auch die GSCHWÄTZ-Redaktion.
Der anonyme Schreiber des Briefs wirft allgemein den Politikern „Unfähigkeit“ sowie zwei Künzelsauer Friseursalons ein nicht-corona-gerechtes Verhalten vor.
Friseurbetriebe widersprechen den Vorwürfen
S.Süleyman vom Salon Hair-Concept kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen: Am ersten Tag nach der Wiederöffnung habe es einen großen Andrang gegeben, aber selbst da sei nicht gegen die Maskenpflicht und die sonstigen Regeln verstoßen worden. Das sei aber ohnehin eine einmalige Situation gewesen: „Im Moment haben wir nur zwei bis drei Kunden gleichzeitig im Salon“.
Tülay Koyunseven von Tülay Haardesign in der Keltergasse weist ebenfalls alle erhobenen Vorwürfe von sich: „Wir tragen Maske.“ Dass die Vorwürfe des Briefschreibers gar nicht stimmen können, erkenne sie allein daran, dass bei ihr gar nicht so viele Friseurinnen beschäftigt sind, wie der Briefschreiber bei der Arbeit gesehen haben will.
Behörden werden dem Fall nachgehen
Das Landratsamt bestätigt den Eingang des anonymen Schreibens. Allerdings sei der Landrat nicht der richtige Adressat, daher habe man das Schreiben zuständigkeitshalber an die Stadtverwaltung Künzelsau übergeben, denn „derartige Kontrollen obliegen vorrangig den Ortspolizeibehörden“, teilt Sascha Sprenger, Pressesprecher des Hohenlohekreises, mit. Auch „anonyme Anzeigen werden überprüft und gegebenenfalls geahndet.“
Von einer Untätigkeit der Behörden könne aber keine Rede sein: „Wir haben seit Beginn der Corona-Maßnahmen Bußgelder (ohne Gebühren und Auslagen) in Höhe von 30.550 Euro verhängt“, so Sascha Sprenger, Pressesprecher des Hohenlohekreises. Dazu kommen noch die Gelder, die im Bereich der Großen Kreisstadt Öhringen angefallen sind.
Text: Matthias Lauterer