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Warum manche Busse derzeit im Hohenlohekreis ausfallen

Seit Montag, den 13. September 2021, vermutlich bis Mittwoch, den 15. September 2021, fallen diverse Buslinien des öffentlichen Nahverkehrs in Baden-Württemberg und auch im Hohenlohekreis aus.

„Ein Teil der Busse konnten wir ersetzen“

Im Hohenlohekreis sind laut Auskunft des Hohenloher Nahverkehrs in Künzelsau die Linien 19, 26 und 28 betroffen. „Ein Teil der Busse konnten wir ersetzen, aber eben nicht alle“, erklärt Herr Schön vom HNV in Künzelsau, warum die Linie 19 morgens um 6:55 Uhr nicht wie geplant vom Künzelsauer Bahnhaof abfährt, dafür aber nachmittags regulär läuft.

Die Linie 19 etwa fährt manchmal und manchmal nicht

Der Grund für den lückenhaften Ausfall ist ein von der Gewerkschaft verdi ausgerufener Streik. Aber nicht alle Busunternehmen beteiligen sich daran. Die Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH in Schwäbisch Hall beteiligt sich am Streik. Dadurch fallen teilweise die Linien 19,26 und 28 aus, die das Busunternehmen eigentlich im Hohenlohekreis abdeckt.

Stundenlandes Warten

Auf Nachfrage, warum sie streiken, verweist die Pressestelle des Busunternehmens in Stuttgart auf Verdi. Verdi wiederum erklärt gegenüber dem SWR, dass die Gewerkschaft für die rund 9.000 Fahrer:innen der privaten Omnibusunternehmen in Baden-Württemberg bezahlte Standzeiten erreichen möchte. Teilweise müssten Busfahrer:innen stundenlang warten bis zu ihrem nächsten Einsatz. AAuch den Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung will die Gewerkschaft durchsetzen. Hier gebe es schon eine Einigung, das Thema nach den Tarifverhandlungen zu regeln, so Binder. Der Streik ist bis einschließlich Mittwoch, den 15. September 2021, angesetzt, bevor es in der kommenden Woche in die siebte Verhandlungsrunde geht.

Das Schwäbisch Haller Busunternehmen ist übrigens kein privates, sondern gehört zur Deutschen Bahn. Die deutsche Bahn wiederum ist eine Aktiengesellschaft, die sich 100 Prozent in der Hand des Bundes befindet und damit in öffentlicher Hand.

 




Rufbusse und Sammeltaxis für Schwäbisch Hall

„Wir müssen den öffentlichen Nahverkehr in den nächsten Jahren deutlich ausbauen. So kann der Verkehrssektor einen wirksamen Beitrag am Klimaschutz leisten. Dafür brauchen wir mehr Züge, Busse und bessere Takte im ganzen Land. Aber: Gerade im ländlichen Raum brauchen wir auch neue und flexible Angebotsformen des öffentlichen Verkehrs“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann MdL bei der Bekanntgabe der Landkreise, die die Förderung der „Innovationsoffensive Öffentliche Mobilität“ des Landes erhalten werden.

Fünf Landkreise ausgewählt

Um das Ziel eines landesweiten Grundangebotes im ÖPNV von frühmorgens bis spätabends im Stundentakt zu verwirklichen, hatte das Ministerium für Verkehr im Sommer 2020 die Förderung zur Ausweitung des ÖPNV-Angebots veröffentlicht. Zu den fünf ausgewählten Landkreisen gehört Schwäbisch Hall, teilt das baden-württembergische Verkehrsministerium mit. Weiter sind die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen, Freudenstadt und der Alb-Donau-Kreis dabei.

Angebot von frühmorgens bis spätabends sicherstellen

Künftig soll mit einer Kombination aus Linien- und Bedarfsverkehren ein attraktives Angebot im Stundentakt von frühmorgens bis spätabends sichergestellt werden. Dabei sollen auch neue Angebotsformen wie Rufbusse und Sammeltaxis eingesetzt werden. „In dünn besiedelten Gebieten und zu Zeiten, in denen nur noch wenige Menschen unterwegs sind, brauchen wir auch neue, bedarfsorientierte Mobilitätsformen, die den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger entgegenkommen und gleichzeitig die Klimaschutzziele berücksichtigen. Mit den fünf Pilotprojekten schaffen wir ein attraktives Mobilitätsangebot, das den Menschen an allen Wochentagen zur Bewältigung des Alltags und zur Freizeitgestaltung zur Verfügung steht“, erläuterte Minister Hermann.

Mosaikstein in der Ausbaustrategie

Das Vorhaben des Landkreises Schwäbisch Hall verfolgt zwei eigenständige Ansätze. Zum einen soll das bereits bestehende Rufbus-Angebot auf eine stündliche Bedienung ausgeweitet werden. Die Rufbusse fahren in einem festen Fahrplan, bedienen die Haltestellen aber nur bei Vorliegen eines zuvor eingestellten Fahrtwunsches. Zum anderen soll eine stündliche Vertaktung des Verkehrsangebotes von den betroffenen Gemeinden zu den Bahnknoten sichergestellt werden. Durch die sinnvolle Verbindung der beiden Teilprojekte soll ein ganztägiges, an den Bedarf angepasstes und verlässliches Grundangebot sichergestellt werden. „Die Weiterentwicklung des RufBus-Angebotes im Landkreis Schwäbisch Hall sowie die Vertaktung des Verkehrsangebots im Landkreis mit stündlichen Verbindungen von den Gemeindehauptorten zu den Bahnknoten und den Mittelzentren ist ein wichtiger Mosaikstein in unserer Ausbaustrategie des ÖPNV. Unserem Ziel, den Anteil des öffentlichen Verkehrs auch bei uns im ländlichen Raum weiter stetig auszubauen, kommen wir Dank der Förderung des Landes Baden-Württemberg nun wieder einem Schritt näher“, sagte Landrat Gerhard Bauer.

Das Förderprogramm Innovationsoffensive Öffentliche Mobilität

Die ausgewählten Projekte werden für die Dauer von fünf Jahren durch das Ministerium finanziell mit bis zu maximal 1,8 Mio. Euro, unterstützt. Zudem haben die Landkreise zugesichert, die neuen Verkehrsleistungen für mindestens acht Jahre zu betreiben. Die Buchung der Fahrten muss per Telefon und Web-/App-basierten Buchungskanälen möglich sein. Außerdem ist ein barrierefreier Zugang zu den einzusetzenden Fahrzeugen sicherzustellen.

On-Demand-Verkehre sollen künftig weiter gestärkt werden

Mit dem Förderprogramm will die Landesregierung ihren Anspruch unterstreichen, die Fahrgastzahlen in allen öffentlichen Verkehrsmitteln bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. In den kommenden Jahren soll eine landesweite Mobilitätsgarantie für eine verlässliche Bedienung im öffentlichen Nahverkehr umgesetzt werden. Hierfür werden alle Orte in Baden-Württemberg künftig von fünf Uhr früh bis Mitternacht mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar sein. Um die Mobilitätsgarantie auch in Räumen und zu Zeiten schwacher Verkehrsnachfrage umzusetzen, beabsichtigt die Landesregierung die Aufgabenträger bei der Schaffung weiterer On-Demand-Angebote auf breiter Front zu unterstützen.

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg