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Neue Gesichter bei den Festspielen in Jagsthausen 2023

Das Besetzungskarussell dreht sich. In der Spielzeit 2023 kehren viele bekannte Gesichter nach Jagsthausen zurück, aber auch einige neue Gesichter können im Ensemble begrüßt werden. Eines davon ist Denis Fischer, der die Hauptrolle „Rio Reiser“ im gleichnamigen Stück „Rio Reiser – König von Deutschland“ geben wird. Außerdem komponiert er die Musik für „Des Kaisers neue Kleider“ und spielt den „Narr“.

Des Kaisers neue Kleider

Wenn auch nach außen noch nicht sichtbar, laufen die Vorbereitungen im Hintergrund bereits auf Hochtouren. Die künstlerische Abteilung steckt in den Endzügen der Besetzungsplanungen, um das Ensemble für die Saison 2023 zu komplettieren, Castings, Kostüm- und Bühnenbildbesprechungen fanden statt. Bereits im März nehmen die Mitarbeiterinnen in der Schneiderei ihre Arbeit auf.

„Mein Bruder hat mich damals mitgeschleift“

„Ich hatte das Glück „Rio“ zufällig 1991 live in der Schmidtshow auf der Reeperbahn in Hamburg zu sehen. Mein Bruder hat mich damals mitgeschleift. Er sang: „Halt dich an deiner Liebe fest“. Ganz allein am Klavier. Das hatte eine unglaubliche Energie. Danach lief er im Backstage an mir vorbei, ganz verdruckst und unsicher. Für mich ist Rio Reiser bis heute der beste Texter deutschsprachiger Songs. Ohne Schnörkel, ehrlich und geradeaus. Als ich 1978 geboren wurde, hat er schon solche Songs wie „Land in Sicht“ geschrieben. Damit war er seiner Zeit und all seinen Kollegen weit voraus. Als Sänger hat er diese raue Energie und trifft direkt ins Herz. Ich freue mich riesig darauf diese Lieder live auf die Bühne zu bringen“, so Schauspieler und Sänger Denis Fischer.

Rocky Horror Picture Show

Denis Fischer, der neben der Titelrolle im gleichnamigen Stück „Rio Reiser – König von Deutschland“ auch im Kinderstück „Des Kaisers neue Kleider“ als „Narr“ zu sehen ist, wurde 1978 im Norden Deutschlands geboren, machte er im Alter von 16 Jahren erste Erfahrungen als Musiker in Kneipen und Bars. Seit 1999 arbeitet er als Sänger und Schauspieler in der freien Kunst- und Kultur-Szene. Im selben Jahr schlüpfte er auch in erste Theaterrollen am Jungen Theater Bremen. Seit 2004 fester Gast am Künstlerhaus Schwankhalle Bremen. Neben seinen schauspielerischen Tätigkeiten engagierte er sich dort in den Bereichen Konzeption und Programmplanung und war von 2013-15 künstlerischer Leiter des Hauses. Mit seinen Soloprogrammen ist Fischer deutschlandweit unterwegs. Als Regisseur hatte er zuletzt Premiere mit: „Wildes Berlin“, einer Produktion des BKA Theaters in Koproduktion mit dem Admiralspalast Berlin. 2017 erschien mit dem Album: „Sommer in der Stadt“ Fischers erste CD mit ausschließlich eigenen, deutschsprachigen Songs. 2018 war Fischer neben Theaterprojekten mit seinem Liederabend: „Denis Fischer singt Cohen“ auf Tournee. Ein Highlight 2019 war sein Mitwirken bei den Clingenburg Festspielen. Dort war er in der Rolle des Frank‘n‘Furters in der „Rocky Horror Show“ zu sehen. Hierfür bekam er den Preis „Publikumsliebling 2019“.

Bedürfnis nach Gerechtigkeit

Eva Hosemann, die künstlerische Leiterin der Burgfestspiele wird bei „Rio Reiser – König von Deutschland“ selbst Regie führen und freut sich sehr auf dieses Stück: „Rio Reiser ist für mich nicht nur ein Musiker, der uns sowohl mit „Ton Steine Scherben“, als auch als Solokünstler viele unvergessliche Hits geschenkt hat, sondern ein Ausnahmemensch. Immer mit dem „Ohr auf der Schiene der Geschichte“ und dem Zeitgeist und dem Herz am Dilemma des Menschschein. Klar, zart und mit einem großen Bedürfnis nach Gerechtigkeit, das ihn auch laut werden ließ, von vielen vereinnahmt blieb er weit über seinen Tod hinaus solitär.“

Hauptsponsor Würth

Die Burgfestspiele Jagsthausen möchten sich auf diesem Wege für die große Unterstützung des Landes Baden-Württemberg, des Landkreises Heilbronn und der Gemeinde Jagsthausen bedanken. Ein aufrichtiger Dank gilt dem Hauptsponsor Adolf Würth GmbH & Co. KG, dem Sponsor ZEAG Energie AG, dem Förderverein „Freunde der Burgfestspiele Jagsthausen e. V.“, der KulturStiftung der Kreissparkasse Heilbronn, der SV SparkassenVersicherung, dem Deutschen Bühnenverein und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit dem Förderprogramm „Neustart Kultur“.

Karten für alle Stücke gibt es online unter http://www.burgfestspiele-jagsthausen.deper Mail unter info@burgfestspiele-jagsthausen.de, telefonisch unter 07943 912345 oder persönlich im TicketCenter.

 




Vorverkaufsstart bei den Burgfestspielen Jagsthausen am Montag, 14. November 2022

Auch 2023 bietet der Spielplan der Burgfestspiele Jagsthausen wieder eine spannende und abwechslungsreiche Mischung aus Musical, Schauspiel sowie Kinder- und Familientheater! Mit dem Musical „Saturday Night Fever“ wird die Spielzeit am 10. Juni 2023 offiziell eröffnet. Vorab feiern die Kinderstücke „Des Kaisers neue Kleider“ für Kinder ab 5 Jahren (im Burghof) sowie „Der Sonnenkönig“ für Kinder ab 3 Jahren (im Gewölbe) Premiere. Der Vorverkauf für die Spielzeit 2023 startet am Montag, 14. November um 9.00 Uhr.

„Es ist ein bisschen wie vorgezogene Weihnachten.“

Eva Hosemann, künstlerische Leiterin zum bevorstehenden Vorverkaufsbeginn: „Wenn ich jemandem unseren neuen Spielplan in die Hand drücke, kommt immer große Freude auf. Meist höre ich Sätze wie „oh, das will ich sehen“ oder „das ist mein Stück“ oder „habe ich verpasst, diesmal schaff ichs“. Der Vorverkaufsstart ist für uns immer der erste Gradmesser, ob unser Spielplan auf Interesse stößt. Wir sind neugierig und aufgeregt. Es ist ein bisschen wie vorgezogene Weihnachten.“

Saturday Night Fever

Musicals sind aus dem Spielplan der Burgfestspiele schon lange nicht mehr wegzudenken – 2023 kommt das Discofeeling der 70er Jahre in den Burghof. „Saturday Night Fever“ (von Robert Stigwood und Bill Oakes / In der neuen Version von Ryan McBryde / Deutsche Dialoge von Anja Hauptmann), ein Musical über Sehnsüchte, Freundschaft und die Suche nach Anerkennung mit den legendären Hits der Bee Gees. 1976: Tony Manero, ein junger Italo-Amerikaner, arbeitet in einem Farbenladen in der New Yorker Vorstadt Brooklyn. Um seinem tristen Arbeitsalltag zu entfliehen, verbringt er jeden Samstagabend in der Disco „2001 Odyssey“. Der 19-Jährige träumt davon, Brooklyn zu verlassen und wünscht sich ein besseres Leben an der Seite eines schönen Mädchens. Vorerst jedoch kann er seine Sehnsüchte nur auf der Tanzfläche – als umjubelter Disco-King – ausleben. Seine große Chance sieht Tony in dem Tanzwettbewerb des „2001 Odyssey“. Doch bevor er sich auf dem Siegerpodest feiern lassen kann, muss er noch seine umschwärmte Traumfrau überzeugen, sich mit ihm aufs Parkett zu wagen…

Der Klassiker: Götz von Berlichingen

Der Klassiker „Götz von Berlichingen“ wird in einer neuen Inszenierung auf die Burghofbühne kommen. Regie führt, der aus Schwäbisch Hall bekannte ehemalige Intendant der Freilichtspiele Schwäbisch Hall, Christoph Biermeier. Götz von Berlichingen steht in Fehde mit dem Bischof von Bamberg. Er nimmt Weislingen, seinen ehemaligen Jugendfreund und Berater des Bischofs gefangen. Götz überzeugt Weislingen, sich mit ihm auf die Seite der Fürstengegner zu stellen. Doch bei einem erneuten Besuch am Hofe in Bamberg gerät Weislingen in den Bann der schönen Adelheid von Walldorf und verrät Götz erneut. Gleichzeitig erheben sich die Bauern.

Christoph Biermeier zu seiner Inszenierung: „Goethes „Götz“ ist kein historisch-klassisches Drama. Es ist ein zeitgenössisches Stück, weil es unsere gegenwärtige Welt sehr anschaulich und drastisch schildert: eine (Welt-)Ordnung zerfällt, ist zumindest in einer existentiellen Krise. Partikularinteressen, Radikalisierungen, Krieg, Ausbeutung nehmen in beängstigender Weise zu. Sehr genau und scharfsinnig zeigt Goethe, was mit Menschen und Interessengruppen geschieht, wenn eine übergeordnete gemeinsame gesellschaftliche Idee verschwindet, dass Goethe dies anhand der handelnden Menschen zeigt, macht uns heutige Zuschauer*innen diese Veränderungen auf sehr menschliche und nachvollziehbare Weise deutlich. „Götz von Berlichingen“ ist ein Drama, das uns warnen will und uns dazu aufruft, den gegenwärtigen Zeittendenzen entgegenzutreten.“

Der König von Deutschland: Rio Reiser

Neben dem Traditionsstück ergänzt das Schauspielmusical „Rio Reiser – König von Deutschland“ (von Heiner Kondschak) das vielseitige Programm. KEINE MACHT FÜR NIEMAND schrie Rio Reiser als Sänger der Polit-Band „Ton Steine Scherben“. Ein Lied, dessen Titel zum Motto einer ganzen Generation wurde – und ein Lied, das dafürsteht, dass sich Musik mit einer starken politischen Botschaft verbinden lässt. Reisers wohl bekanntester Hit „König von Deutschland“ gibt dieser musikalischen Inszenierung seinen Namen. Neben seiner Musik steht Rio Reisers Biografie im Zentrum dieses Stückes. Es geht um die Hoffnung auf ein Leben voller Liebe in einer Gesellschaft ohne ökonomische Zwänge und Korruption. Schlaglichtartig wird hier von der Gründung der Band, von Konzerten, Hausbesetzungen, dem Umzug der Band aufs Land und schließlich von Reisers Solokarriere erzählt.

Einmal mehr: „Ladies Night“ l

Aufgrund des großen Erfolgs in der Spielzeit 2022 wird die Komödie „Ladies Night“ (von Stephen Sinclair und Anthony McCarten / Deutsch von Annette und Knut Lehmann / Übertragen ins Schwäbische: Monika Hirschle) wieder in den Spielplan 2023 aufgenommen. Arbeitslose Männer beschließen, sich als Stripteasetänzer in Schwaben zu versuchen. Sie sind zwar zu dick, zu schmächtig oder zu alt, aber sie wollen es versuchen. Was mehr oder weniger als Spaß beginnt, wird bald harte Arbeit. Nach anfänglich tollpatschigen Versuchen nehmen sie Unterricht bei einem weiblichen Revuestar und perfektionieren ihre Show. Immer wieder droht der Plan zu scheitern, doch die Burschen entsprechen vollkommen den weiblichen Zuschauererwartungen und werden erfolgreich.

Tradition: Stücke für Kinder

Auch für die kleinen Gäste gibt es in der kommenden Spielzeit wieder ein umfangreiches Programm. Mit „Des Kaisers neue Kleider“ (nach Hans Christian Andersen / in einer Fassung von Laura Remmler) setzen die Burgfestspiele weiterhin auf Klassiker der Kinderbuchliteratur. Für seine hochwohlgeborene Majestät, den Kaiser, gibt es nichts Wichtigeres auf der Welt als Kleider. Seine Garderobe quillt über, während er seine Pflichten vernachlässigt und das Volk Hunger leidet. Eines Tages kommt ein Mann an den Hof, der behauptet, er sei in der Lage, Kleider zu weben, die von niemandem gesehen werden können, der dumm ist oder nicht für sein Amt taugt. Sofort gibt der Kaiser die Herstellung dieser seltenen Stoffe in Auftrag und weder er noch sein Minister möchten eingestehen, dass sie nichts von dem sehen können, was der Fremde da zu weben behauptet. Gibt es denn niemanden, der seiner eigenen Wahrnehmung traut?

„Der Sonnenkönig“, nach dem Bilderbuch von Werner Holzwarth wird für Kinder ab 3 Jahren parallel zu „Des Kaisers neue Kleider“ im Gewölbe der Götzenburg gespielt. Die Premiere findet parallel zu „Des Kaisers neue Kleider“ am Samstag, 3. Juni 2023 statt. Jeden Morgen geht auf dem Hühnerhof die Sonne auf. Und jeden Morgen wird sie von Konrad, dem Hahn, mit einem lauten „Kikeriki!“ begrüßt. Bis zu dem Tag, an dem Konrad den Hühnern weismacht, dass die Sonne nur deshalb aufgeht, weil er kräht. Ab jetzt ist auf dem Hühnerhof nur noch einer der Chef: König Konrad! Aber was, wenn die ganze Sache auffliegt?

Neuer Spielort im Burggraben

Erstmals wird auch im Burggraben der Götzenburg Theater gespielt. „Indien“ (von Alfred Dorfer und Josef Harder), ein Wunderwerk des komischen Schreckens, rundet das Programm für die Spielzeit 2023 ab. Unter der Oberfläche der beiden ungleichen Protagonisten, Heinzi Bösel und Kurt Fellner, die im Wirtshaus über die letzten und die ersten Dinge, Wiener Schnitzel und ihre Ängste philosophieren, lauern lauter kleine Tragödien von einsamen Männern. Eine kammertheatralische Groteske von derb-menschlicher Art, deren Humor sich nicht sofort aufdrängt, sondern erst im Laufe des Stückes zum Tragen kommt. Eine subtile emotionale Entwicklung der Beziehung zweier Menschen zueinander, an deren Endpunkt der Zuschauer/die Zuschauerin das Gefühl hat an einem besseren Ort angekommen zu sein – unweit von „Indien“ eben.

„Klassik meets Götzenburg – so klingt Goethe“

Ein besonderes Highlight im Spielplan der Burgfestspiele ist das klassische Konzert des Württembergischen Kammerorchesters am Sonntag, den 25. Juni 2023 im Burghof. Mit „Klassik meets Götzenburg – so klingt Goethe“ erwartet das Publikum eine musikalische Reise mit dem Württembergischen Kammerorchester unter seinem Chefdirigenten Case Scaglione von Beethovens Musik zu „Egmont“ bis hin zu Schuberts „Erlkönig“. Eine lang verschollene „Götz von Berlichingen“- Ouvertüre wird vom WKO neu interpretiert – ein exklusives, klassisches Konzert in der Götzenburg!

Vorneweg findet am 22. April 2023 erneut ein Gastspiel mit der aus „Laible und Frisch – Urlaubsreif“ bekannten Schauspielerin Monika Hirschle statt. Sie kommt mit ihrem neuen Soloprogramm ins Gewölbe. „Jetzt wird’s Dag!“ – das kann ein Stoßseufzer, eine Warnung oder eine Beruhigung sein und es ist das Motto des neuen Solo-Programms von Monika Hirschle. Erlebte Geschichten – zum Beispiel mit Hugo, Hermann und Karl-Heinz und ein Rückblick auf 40 Jahre Theaterarbeit. Wie immer auf gut Schwäbisch.

Nach dem erfolgreichen Start der Schultheatertage im Schuljahr 2018/2019 geht die Kooperation der aim- Akademie und der Burgfestspiele Jagsthausen in die Fortsetzung. Zum Thema „Anders sein – Mutig sein“ entwickeln die Schüler*innen spannende Inszenierungen und erhalten über das Schuljahr hinweg professionelle Unterstützung. Die fertigen Inszenierungen werden dann am 18./19.07.2023 im Burghof präsentiert.

Vorverkauf ab Montag, 14. Noveber 2022

Karten gibt es ab Montag, den 14. November 2022 online unter www.burgfestspiele-jagsthausen.de, per Mail unter info@burgfestspiele-jagsthausen.de oder telefonisch unter 07943 912345.

Pressemitteilung BFS Jagsthausen




„Wir haben noch Ideen und Pläne, die wir gemeinsam mit ihr realisieren möchten. Das packen wir jetzt an.“

Eva Hosemann hatte keinen problemlosen Start als künstlerische Leiterin der Burgfestspiele Jagsthausen. Gleich die ersten beiden Spielzeiten 2020 und 2021 mussten pandemiebedingt abgesagt werden. Kurz vor Abschluss der Spielzeit 2022 gibt es aber gute Nachrichten! Eva Hosemann bleibt künstlerische Leiterin der Burgfestspiele Jagsthausen. Ihr auslaufender Vertrag wird um drei weitere Jahre, bis Ende der Spielzeit 2025, verlängert.

Die Geschäftsleitung um Birgit Freifrau von Berlichingen und Roland Halter ist sich einig: „Wir freuen uns sehr, dass wir Eva Hosemann für drei weitere Jahre an die Burgfestspiele binden konnten und diese angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit so fortführen können.“, so Roland Halter. „Wir haben noch Ideen und Pläne, die wir gemeinsam mit ihr realisieren möchten. Das packen wir jetzt an.“, führt Birgit Freifrau von Berlichingen weiter aus.

„Es freut mich sehr weitere 3 Jahre in Jagsthausen bei den Burgfestspielen wirken zu dürfen! Ich empfinde es als große Wertschätzung für die Arbeit der letzten 3 Jahre und freue mich auf die kommende gemeinsame Zusammenarbeit.“  So Eva Hosemann, künstlerische Leiterin der Burgfestspiele Jagsthausen.

Pressemitteilung Burgfestspiele Jagsthausen




Burgfestspiele Jagsthausen ziehen positive Bilanz nach Spielzeit 2022

Mit der Vorstellung des Traditionsstückes „Götz von Berlichingen“ endete am vergangenen Sonntag die 71. Spielzeit der Burgfestspiele Jagsthausen. Mit 28.925 verkauften Karten im Burghof, Gewölbe und den Gastspielen ziehen die Burgfestspiele ein positives Fazit, betrachten die Spielzeit allerdings differenziert.

Geschäftsführer Roland Halter zur abgelaufenen Spielzeit 2022: „Vor der diesjährigen Spielzeit hätte wohl keiner von uns gedacht, dass wir am Ende zufrieden über eine ordentliche Saison sprechen können, standen die Coronavorzeichen doch alles andere als gut. Dennoch betrachten wir die Spielzeit differenziert, vor und während der Urlaubszeit. Der Vorverkauf vor den Sommerferien verlief über unseren Erwartungen, worüber wir uns sehr freuen. Der Verkauf während der Urlaubszeit verlief dann im Rahmen unserer Erwartungen.“

„Alles in allem sind wir sehr positiv gestimmt und möchten uns natürlich bei unseren Zuschauerinnen und Zuschauern für die Treue bedanken. Ein großer Dank geht auch an das komplette Team vor und hinter den Kulissen, die mit einer bravourösen Teamleistung, diese Spielzeit mit all ihren Unabwägbarkeiten geprägt haben“, so Geschäftsführerin Birgit Freifrau von Berlichingen.

Auch die künstlerische Leiterin Eva Hosemann zieht ein positives Fazit: „Es war kein leichter Sommer, aber ein großartiges, teamfähiges und einsatzfreudiges Ensemble, ein engagiertes Team hinter den Kulissen und ein gut gelauntes Publikum machten diesen Festspielsommer zu einem Fest. Wir sind nun alle glücklich erschöpft und vor allem dankbar, dass die Festspiele unbeschadet die Saison 2023 planen können. Wir freuen uns darauf!“

Mit 7480 verkauften Tickets war das Musical „Monty Python`s SPAMALOT“ das am stärksten nachgefragte Stück der diesjährigen Spielzeit. Gefolgt vom Kinderstück „Der kleine Vampir“ mit 6970 Zuschauer*innen. „Götz von Berlichingen“ sahen 4370 Zuschauer*innen und „Ladies Night“ 5900 Zuschauer*innen. Für die Wiederaufnahme von „BASKERVILLE – Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville“ wurden 2950 Tickets verkauft. „Die dumme Augustine“ begeisterte 1040 alte und junge Zuschauer*innen. Das Gastspiel „Judas“ in der Jakobuskirche sahen 75 Personen. Mit den Gastspielen im Gewölbe ergibt sich so die Summe von 28.925 Zuschauer*innen. Eine krankheitsbedingte und eine wetterbedingte Absage von „Ladies Night“ trüben die diesjährige, gute Bilanz.

Vorbereitungen für die Spielzeit 2023 laufen

Eine spannende und abwechslungsreiche Mischung aus Musical, Schauspiel sowie Kinder- und Familientheater erwartet den Besucher der Burgfestspiele auch 2023! Mit dem Musical „Saturday Night Fever“ (von Robert Stigwood und Bill Oakes / in der neuen Version von Ryan McBryde / Deutsche Dialoge von Anja Hauptmann) wird die Spielzeit am 10. Juni 2023 offiziell eröffnet. Bereits eine Woche vorher feiern die Kinderstücke „Des Kaisers neue Kleider“ für Kinder ab 5 Jahren (im Burghof / nach Hans Christian Andersen) sowie „Der Sonnenkönig“ für Kinder ab 3 Jahren (im Gewölbe / nach dem Bilderbuch von Werner Holzwarth) Premiere. Der Klassiker „Götz von Berlichingen“ wird im Jubiläumsjahr der Druckausgabe, die 1773 erschienen ist, in einer neuen Inszenierung auf die Burghofbühne kommen. Neben dem Traditionsstück steht ein weiteres Musikstück im Spielplan 2023. „Rio Reiser – König von Deutschland“ (Schauspielmusical von Heiner Kondschak) ergänzt das vielseitige Programm, dessen Musik eine ganze Generation prägte und zu seinen Ehren kürzlich in Berlin Kreuzberg der Heinrichplatz in „Rio-Reiser-Platz“ umbenannt wurde. „Ladies Night“ wird aufgrund seines großen Erfolgs in den Spielplan 2023 wiederaufgenommen. Erstmals in der Geschichte der Burgfestspiele wird auch im Burggraben der Götzenburg Theater gespielt. „Indien“, ein „komödiantisches Wunderwerk des komischen Schreckens“ (Verfilmung 1993), rundet das Programm der kommenden Spielzeit im Burggraben ab. Außerdem findet ein einmaliges Konzert des Württembergischen Kammerorchesters im Burghof statt und die Kooperation mit der aim- Akademie geht in die Fortsetzung. Nach dem erfolgreichen Start im Schuljahr 2018/2019 finden auch kommendes Schuljahr wieder Schultheatertage in Jagsthausen statt. Der Vorverkauf startet noch Ende des Jahres.

Großer Dank

Die Burgfestspiele Jagsthausen möchten sich auf diesem Wege für die große Unterstützung des Landes Baden-Württemberg, des Landkreises Heilbronn und der Gemeinde Jagsthausen in der Spielzeit 2022 bedanken. Ein aufrichtiger Dank gilt dem Hauptsponsor Adolf Würth GmbH & Co. KG, den Sponsoren wie der ZEAG Energie AG, der staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg, dem Förderverein „Freunde der Burgfestspiele Jagsthausen e. V.“, der KulturStiftung der Kreissparkasse Heilbronn und der SV Sparkassenversicherung.

Ein besonderer Dank geht an den Deutschen Bühnenverein, die deutsche Theatertechnische Gesellschaft und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die aus den Mitteln des Förderprogramms „Neustart Kultur“ große Unterstützung im Bereich der Hygienemaßnahmen und Infrastruktur lieferten und damit einen großen Anteil an der Umsetzung der Spielzeit 2022 haben.

„Es war ein Kraftakt, die Spielzeit 2022 personell und finanziell zu stemmen. Doch wir haben es geschafft. Ohne die Förderung wäre das kaum möglich gewesen“, so Geschäftsführer Roland Halter.

Pressemitteilung BFS Jagsthausen




Ein Stück Normalität in die Götzenburg zurückgebracht

Nach einer langen Pause heißt es nun endlich wieder „Wir machen Theater“ bei den Burgfestspielen in Jagsthausen. Jens Wawrczeck und Jan-Peter Pflug gaben den Startschuss für die Theatersaison 2022 in Jagsthausen. Eine Lesung der besonderen Art, die dem Publikum unter die Haut ging.

Theatersaison 2022 hat begonnen

Jens Wawrczeck – dessen Stimme den meisten als die von Peter Shaw aus den Drei ??? Hörspielen bekannt sein dürfte – läutete am Samstag, den 29.01.2022 die Theatersaison bei den Burgfestspielen Jagsthausen ein. Seine Interpretation von „Die Vögel“ ging dem Publikum unter die Haut. Begleitet wurde Wawrczeck von Jan-Peter Pflug auf dem Theremin. Virtuos erzeugte Pflug auf diesem außergewöhnlichen Instrument den passenden Soundtrack zu Wawrczeck Lesung. Die Kombination von der eindringlichen Stimme Wawrczecks und des beeindruckenden Spiels Pflugs ließen die Bilder zu „Die Vögel“ in den Köpfen des Publikums lebendig werden und machte den Klassiker, der vor allem durch Verfilmung von Hitchcock Berühmtheit erlangte, auf eine vollkommen neue Art und Weise erlebbar.

Lesung brachte ein Stück Normalität in die Götzenburg zurück

Die Vorstellung fand unter Beachtung aller geltenden Corona-Verordnungen statt. Eventuelle Bedenken das Tragen der Maske an den Plätzen könnte störend sein oder ähnliches waren schnell vergessen. Diese Lesung brachte ein Stück Normalität in die Götzenburg zurück und macht Lust auf mehr. „Unser Publikum sehnt sich nach Theater und Kultur. Wir sind sehr froh darüber, endlich wieder loslegen zu können“ so Eva Hosemann, künstlerische Leitung der Burgfestspiele. Bereits vor der Veranstaltung war in den Gesprächen der Gäste deutlich zu hören, wie groß die Freude ist, dass in Jagsthausen wieder Theater gespielt wird. Nach der Veranstaltung nahmen sich die Künstler genügend Zeit, um sich mit den Gästen zu unterhalten. Publikum und Künstler waren sich dabei einig: Ein mitreißender Auftakt für eine langerwartete, bunte Spielzeit 2022.

Pressemitteilung Burgfestspiele Jagsthausen




Monty Python kommt nach Jagsthausen

Musicals sind seit 1990 fester Bestandteil der Spielplangestaltung und ein Markenzeichen der Burgfestspiele, schreibt die Burgfestspiele Jagsthausen gGmbh. Daher wird es auch in der 71. Spielzeit wieder ein neues Musical geben: „Monty Python’s SPAMALOT“ kommt am Samstag, den 11. Juni 2022, auf die Burghofbühne. Spamalot (Musik von John Du Prez & Eric Idle / Buch und Liedtexte von Eric Idle / Deutsch von Daniel Große Boymann) erzählt auf humorvolle und sehr freie Weise die Geschichte von König Artus auf der Suche nach dem Heiligen Gral. Unterstützt wird der Monarch von seinem treuen Diener „Patsy“ und den Rittern der Tafelrunde. Es beginnt eine ereignisreiche Reise durch das Königreich, garniert mit allerhand Kuriositäten und schrägen Einfällen: Scharen von Showgirls mischen die Truppe auf, die Tafelrunde tagt in einem glitzernden Las Vegas-Casino und Ritter Lanzelot entpuppt sich als leidenschaftlicher Copacabana-Tänzer. Das schräge Musical basiert auf dem Monty Python-Filmklassiker „Die Ritter der Kokosnuss“.

Eine neue Sicht auf den Götz

Wieder eine neue Sicht auf das Traditionsstück „Götz von Berlichingen“ – auch im kommenden Sommer wird es mit einer Neuinszenierung eine neue Sicht auf das turbulente Leben und Wirken des Ritters mit der eisernen Hand geben. Dieses Stück um Freiheit und Gerechtigkeit feiert am Freitag, den 17. Juni 2022, Premiere im Burghof. Götz von Berlichingen steht in Fehde mit dem Bischof von Bamberg. Er nimmt Weislingen, seinen ehemaligen Jugendfreund und Berater des Bischofs, gefangen. Götz überzeugt Weislingen, sich mit ihm auf die Seite der Fürstengegner zu stellen. Doch bei einem erneuten Besuch am Hofe in Bamberg gerät Weislingen in den Bann der schönen Adehlheid von Walldorf und verrät Götz erneut. Gleichzeitig erheben sich die Bauern.

Kultkomödie „Ladies Night“ in einer schwäbischen Version

Nach dem Erfolg des schwäbischen Humorformats „Laible und Frisch – Urlaubsreif“ findet sich auch im Spielplan 2022 wieder eine weltbekannte Kultkomödie, die von Monika Hirschle eigens für die Burgfestspiele ins Schwäbische übertragen wird: „Ladies Night“ (von Stephen Sinclair und Anthony McCarten / Deutsch von Annette und Knut Lehmann). Die englische Kultkomödie, übersetzt in die schwäbische Gegenwart, feiert Premiere am Freitag, den 24. Juni 2022, im Burghof der Götzenburg. Arbeitslose junge Männer beschließen, sich als Stripteasetänzer zu versuchen. Was mehr oder weniger als Spaß beginnt, wird bald harte Arbeit. Nach anfänglich tollpatschigen Versuchen nehmen sie Unterricht bei einem weiblichen Revuestar und perfektionieren ihre Show. Die jungen Burschen entsprechen vollkommen den weiblichen Zuschauererwartungen und werden erfolgreich.

Sherlock Holmes geht mit Dr. Watson auf die Suche nach dem „Hund von Baskerville“

„Baskerville – Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville“ in der Regie von Eva Hosemann kehrt nach vier Jahren zurück in den Burghof an seine erste Spielstätte. Hier feierte die Komödie am 6. Juli 2018 Premiere und spielte eine erfolgreiche Spielzeit, bevor sich die Produktion aus dem Burghof nach Hamburg und später auf große Deutschlandtour verabschiedete. Jetzt ist das Stück um Sherlock Holmes und seinen treuen Gefährten Dr. Watson zurück, um seine Ermittlungen mit Witz und Humor in der Götzenburg wieder aufzunehmen. In einer Wiederaufnahme mit teilweise veränderter Besetzung feiert das Stück am Freitag, den 01. Juli 2022, Premiere im Burghof. Der weltberühmte Sherlock Holmes ist gemeinsam mit seinem treuen Gefährten Dr. Watson dem „Hund von Baskerville“ auf der Spur. Aber ist es wirklich ein Hund, der im Devonshire Moor seine grausamen Verbrechen verübt, oder stecken doch eher menschliche Intrigen hinter den Todesfällen? Und warum benehmen sich alle so überaus verdächtig? Zu allem Überfluss treibt sich auch noch der entflohene Dartmoor-Schlitzer in der Gegend herum, der Holmes blutige Rache geschworen hat.

Umfangreiches Kinderprogramm

Auch für die kleinen Gäste gibt es in der kommenden Spielzeit wieder ein umfangreiches Programm. Mit „Der kleine Vampir“ (von Angela Sommer-Bodenburg) setzen die Burgfestspiele weiterhin auf Klassiker der Kinderbuchliteratur. Anton liebt Gruselgeschichten. Als eines Abends aber ein echter Vampir auf seiner Fensterbank sitzt, jagt ihm das doch einen großen Schrecken ein. Dieser ist schnell vergessen, denn Rüdiger von Schlotterstein ist ein freundlicher Vertreter seiner Art. Während Anton verzweifelt versucht, seine Eltern von der Existenz der Vampire zu überzeugen, kämpfen diese mit dem furchtbaren Geiermeier, der alle Vampire ausrotten will. Ab Samstag, den 04. Juni 2022, warten spannende Abenteuer auf die ungewöhnlichen Freunde. „Die dumme Augustine“, nach dem Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler wird für Kinder ab 3 Jahren parallel zu „Der kleine Vampir“ im Gewölbe der Götzenburg gespielt. Die Premiere findet ebenfalls am Samstag, den 04. Juni, statt. Tagein tagaus muss die dumme Augustine den Haushalt führen und sich um die Kinder kümmern. Sie träumt davon, so wie ihr Mann, der dumme August, im Zirkus aufzutreten. Eines Tages muss ihr Mann zum Zahnarzt und der Zirkusdirektor braucht eine Vertretung. Augustine nutzt ihre Chance und springt ein. Kann sie das Publikum genauso zum Lachen bringen?

Judas erzählt aus seinem Leben

Den künstlerischen Rahmen schließt ein Gastspiel der Schauspielbühnen Stuttgart. „Judas“ von Lot Vekemans mit Jörg Pauly als „Judas“ wird einmal in der Jakobuskirche Jagsthausen aufgeführt. Sein Name steht für Verrat. Doch wäre das Christentum zu einer Weltreligion geworden, wenn der Judaskuss ausgeblieben wäre? Wir können nicht wissen, wer wir heute ohne seinen Verrat wären. Wir wissen aber, dass wir ohne ihn nicht die wären, die wir sind. Zu allen Zeiten ist über ihn gesprochen und geschrieben worden. Jetzt spricht Judas selbst – über seine Motive, sein Leiden, sein Leben.

„Wir mussten feststellen, wie sehr uns die Kunst fehlt“

Eva Hosemann, künstlerische Leiterin zum bevorstehenden Vorverkaufsbeginn: „Zwei Jahre haben wir uns alle zurückgezogen, zurückgehalten und uns auf unsere persönlichen Perspektiven konzentriert. Schmerzlich mussten wir feststellen, wie sehr uns die Kunst fehlt. Wie sehr sie uns erfüllt und bereichert. Und so machen wir uns endlich wieder auf die Suche nach den anderen Perspektiven, den anderen Lebensentwürfen, Geschichten und Ideen, durch die wir uns selbst begegnen können, in all unseren Facetten. Kunst hilft uns zu werden. Endlich geht’s wieder los!“

Informationen

Karten gibt es ab Montag, den 29. November, über das Internet www.burgfestspiele-jagsthausen.de, per E-Mail burgfestspiele@burgfestspiele-jagsthausen.de, per Fax unter 07943/912 440 oder per Telefon 07943/912 345. Alle Veranstaltungen der Burgfestspiele Jagsthausen werden unter den dann aktuellen behördlich vorgegebenen Schutz- und Hygienemaßnahmen stattfinden.

Quelle: Pressemitteilung der Burgfestspiele Jagsthausen gGmbH




„Unser Blick geht nach vorne“

Birgit Baronin von Berlichingen wurde bei der Mitgliederversammlung des Heimat- und Verkehrsverein e.V. einstimmig zur neuen ersten Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsvereins gewählt, heißt es in einer Pressemitteilung der Burgfestspiele Jagsthausen GmbH. Gleichzeitig ist sie nun auch deren Geschäftsführerin an der Seite von Roland Halter. Alexandra Baronin von Berlichingen und Jürgen Bircks scheiden nach 25 Jahren aus dem Vorstand aus. Die Verantwortlichen blicken nach zwei coronabedingt ausgefallenen Spielzeiten hoffnungsvoll auf die kommende Spielzeit 2022.

Blick nach vorne

Bei den nachgeholten Mitgliederversammlungen 2019 und 2020 des Heimat- und Verkehrsvereins e.V. gab es einen Rückblick auf die traurigen Geschehnisse der vergangenen zwei Geschäftsjahre, die zu den schwersten in der Geschichte der Burgfestspiele gehören. Erstmals mussten zwei Spielzeiten hintereinander abgesagt werden. „Mit viel Unterstützung aus dem Nothilfefonds des Landes Baden-Württemberg, des Landkreises Heilbronn, unseren treuen Sponsoren, ganz besonders unserem Hauptsponsor, der Adolf Würth GmbH & Co. KG, und vor allem einer großartigen Teamleistung konnte der Betrieb der Burgfestspiele Jagsthausen für das Spieljahr 2022 gesichert werden. Unser Blick geht hoffnungsvoll nach vorne – wir planen eine normale Spielzeit 2022“, so Geschäftsführer und zweiter Vorsitzender Roland Halter.

Rückzug nach 25 Jahren

Ein weiterer Tagesordnungspunkt der Mitgliederversammlung war die Wahl eines neuen ersten Vorstands. Alexandra Baronin von Berlichingen, die krankheitsbedingt nicht anwesend sein konnte, und Jürgen Bircks erklärten nach über 25 Jahren bereits im vergangenen Jahr ihren Rückzug aus der Vereinsführung sowie der Geschäftsleitung der Burgfestspiele. Im Vorfeld der Wahl wurde durch den Ausschuss die Satzungsänderung von bisher drei auf nun zwei Vorstände empfohlen. Birgit Baronin von Berlichingen wurde einstimmig zur neuen 1. Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsvereins e.V. gewählt. Geschäftsführer Roland Halter freut sich auf eine gute Zusammenarbeit und gratulierte ihr im Namen der Burgfestspiele.

„Ich hoffe auf eine erfolgreiche Zukunft“

„Ich bin dankbar für das Vertrauen der Mitglieder und freue mich auf die neue Herausforderung. Der große Zuspruch motiviert mich, diese neue Aufgabe anzugehen, und ich hoffe auf eine erfolgreiche Zukunft der Burgfestspiele in Jagsthausen. Es ist mir eine große Freude, dieses Amt nach meiner Schwiegermutter, die die Festspiele über 25 Jahre mit ihrer charmanten Art geprägt hat, nun weiterzuführen“, so Birgit Baronin von Berlichingen. Roland Halter bringt sein großes Bedauern zum Ausdruck, dass es Alexandra Baronin von Berlichingen nicht möglich war, seinen großen Dank persönlich entgegenzunehmen und von der Mitgliederversammlung verabschiedet zu werden. „Die Burgfestspiele Jagsthausen verdanken ihr viel. Wir wünschen Baronin Alexandra von Herzen alles Gute und wir hoffen, dass es ihr bald bessergeht“, so Roland Halter.

Scheidende Vorsitzende zu Ehrenmitgliedern ernannt

Der zweite Vorsitzende Roland Halter würdigte im Anschluss den scheidenden dritten Vorsitzenden Jürgen Bircks und dankte ihm für die jahrzehntelange gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gleichzeitig ernannte er im Auftrag des Vereinsausschusses Alexandra Baronin von Berlichingen und Jürgen Bircks zu Ehrenmitgliedern des Vereins. „Seit 1961 bin ich mit der Götzenburg und den Burgfestspielen verbunden, ab 1995 aktiv. Ich habe viele Höhen und Tiefen miterlebt, aufregende Jahre liegen hinter mir, von denen ich aber keines missen möchte. Intendanten, Regisseure, Schauspieler und Techniker – für sie alle war ich gerne Ratgeber, Freund und Bewunderer. Für diese Zeit und die besonderen Momente bedanke ich mich herzlich, vor allem für die gute und freundschaftliche Zusammenarbeit innerhalb der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern“, so Jürgen Bircks.

„Der kleine Vampir“ kommt nach Jagsthausen

Die Vorfreude auf das Festspieljahr 2022 ist groß. Die künstlerische Leiterin Eva Hosemann steht in den Startlöchern. Sie berichtete der Versammlung über den aktuellen Planungsstand für die kommende Saison. Der Spielplan bleibt weitestgehend unverändert, einzig das Kinderstück hat sich geändert. „Der kleine Vampir“ kommt an Stelle von „Alice im Wunderland“ für Kinder ab fünf Jahren in den Burghof. „Ganz besonders freue ich mich über eine Ergänzung im Spielplan, denn „Baskerville – Sherlock Holmes und der Hund von Baskerville“ is coming home. Im Anschluss an die Spielzeit 2018 war das Stück in Hamburg und auf Deutschlandtour und kommt nun an seine erste Spielstätte zurück. Uns erwartet ein eingespieltes Team und die Zuschauer:innen dürfen sich auf unterhaltsame Abende mit einem spielfreudigen Ensemble freuen“, so Eva Hosemann.  Im Weiteren berichtete sie über die laufenden Planungen und schürte die Vorfreude auf den kommenden Sommer. Bereits am 29. November 2021 startet der Vorverkauf.

Ehrung für zehn Jahre Laienensemble

Zwei Mitwirkende wurden für ihre langjährige Verbundenheit ausgezeichnet. Bereits zehn Jahre sind Simone Hölzle und Tobias Gundel Teil des Laienensembles der Burgfestspiele. Roland Halter dankte ihnen für ihr großes Engagement und überreichte ein Präsent mit Urkunde. Er brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass beide auch in Zukunft mit viel Freude und Elan auf der Bühne stehen.

Information

Tickets können ab 29. November 2021 über das Internet www.burgfestspiele-jagsthausen.de, per Mail burgfestspiele@burgfestspiele-jagsthausen.de oder unter Telefon 07943/912 345 bestellt werden.

Quelle: Pressemitteilung der Burgfestspiele Jagsthausen GmbH




„Wir arbeiten an einem nachhaltigen Überleben“

Viele Branchen waren und sind durch die Auswirkungen der Corona-Lockdowns in ihrer Existenz gefährdet. Einige dieser Branchen suchten den Weg in die Öffentlichkeit, über andere wurde recht wenig berichtet. Eine der Branchen, die kaum öffentlich zu Wort kamen, sind die Veranstalter von Kulturveranstaltungen. GSCHWÄTZ hat mit Eva Hosemann, der künstlerischen Leiterin, und Roland Halter, dem Geschäftsführer der Burgfestspiele Jagsthausen (BFS) unter anderem über dieses Thema gesprochen.

Zwei Jahre kompletter Ausfall

In den Jahren 2020 und 2021 fiel das Programm der Burgfestspiele den Corona-Einschränkungen komplett zum Opfer. Einzig zwei Konzerte konnten 2021 stattfinden. Eine auch persönlich besonders unglückliche Wendung für Eva Hosemann, die mit dem Programm 2020 ihre erste Saison als künstlerische Leiterin bestreiten wollte. „Und schon haben wir nicht gespielt“, sagt sie mit einem eher gequälten Lachen. „Als Kulturschaffender ist das eine Tragödie“, sagt sie, aber fügt hinzu: „In der Tragödie sterben alle, wir arbeiten aber an einem nachhaltigen Überleben.“ Den Optimismus sieht man daran, dass rund um die Burg Jagsthausen schon mit dem Programm für 2022 geworben wird. Die Veranstalter möchten die Stücke aufführen, die für 2020 geplant waren.

Die Lobby fehlt

„Wir waren die ersten, die aus der Szene rausgeschossen wurden und wir kommen als letzte wieder rein“, beschreibt Halter die Situation. „Bedauerlicherweise haben wir nicht die Lobby wie DFL oder UEFA oder andere verantwortungslose Veranstalter.“ Er verweist auf die bekannten Bilder von nahezu voll besetzten Fußballstadien in Budapest, St.Petersburg oder Wembley. Deutliche Worte sind das – aber „ich weiß nicht, wie ich aus meinem Herzen eine Mördergrube machen sollte“.

Manche Akteure haben den Beruf komplett gewechselt

Im Jahr 2020 war das gesamte Ensemble bereits engagiert, die Verträge waren unterschrieben, als die Vorstellungen abgesagt wurden. Glück für die Künstler, denn aufgrund der bestehenden Verträge konnte Kurzarbeit beantragt werden und die Künstler hatten daher immerhin Einnahmen. Die Spielzeit 2021 wurde so frühzeitig abgesagt, dass man gar keine Engagements abgeschlossen hat. Trotz der Absagen habe man große Teile des Ensembles für 2022 halten können. Einige geplante Akteure seien allerdings durch andere Engagements gebunden, andere hätten sogar den Beruf gewechselt. „Besonders für die Freiberufler ergaben sich echte Notlagen.“ Hosemann berichtet von einem Ensemblemitglied, das eine Übergangstätigkeit in der Pflege angenommen habe und sich jetzt für eine Ausbildung im Pflegebereich entschieden hat.

Keine Möglichkeit, ein alternatives Programm anzubieten

Häuser mit festem Ensemble hätten einen Vorteil, meint Hosemann: „Mit einem eigenen Ensemble kann man Übergangsprogramme selber machen, bei uns hätte jede Idee neu installiert werden müssen.“  So sei für die Burgfestspiele (BFS) in Jagsthausen ein Alternativprogramm nicht möglich gewesen. Andere Bühnen konnten beispielsweise interaktive Aktionen über das Internet anbieten.

Aus den Corona-Hilfen-Töpfen gab es keine Förderung, einzig aus dem „Nothilfefonds Kultur“ des Landes Baden-Württemberg sei Geld geflossen. Auf das Land Baden-Württemberg läßt Halter nichts kommen: „In den letzten Jahren hatten wir eine hervorragende Zusammenarbeit mit dem Ministerium, eine tolle Unterstützung, ideell und finanziell. Es ist leicht zu schimpfen, aber wir haben keinen Grund zu schimpfen“.

„Kein Geldgeber ist abgesprungen“

Noch begeisterter ist er, wenn er über die Sponsoren der BFS spricht: „Nicht ein Geldgeber, nicht ein Sponsor ist abgesprungen“.

Statt 860 nur 180 Zuschauer

Andere Theater haben 2021 zumindest ein abgespecktes Programm gespielt. Das kann Eva Hosemann bestätigen. „Wo eine potente Stadt und eine Touristik dahintersteckt“, sei das teilweise möglich gewesen. Zum Beispiel in Schwäbisch-Hall, wo es breite Zu- und Abgangswege gibt und die Bestuhlung etwas luftiger gestellt werden kann. „Hier auf dem Dorf ist es zu eng für das große Spektakel, da sind die Hygieneauflagen nicht zu erfüllen, auch wegen der Dreifachnutzung des Schlosses als Privatwohnung, Hotel und Theater“ sei das nicht leistbar. „Wir wären nur noch ein Hygienekonzeptunternehmen gewesen“, wirft Halter ein. Coronabedingt vor 180 Zuschauern statt wie in normalen Jahren vor bis zu 860 Zuschauern zu spielen, das sei wirtschaftlich nicht mehr darstellbar.
Die Gegebenheiten der einzelnen Spielstätten seien nunmal sehr unterschiedlich – einige Veranstalter hätten ihr Ensemble auch in Kohorten eingeteilt, die nichts miteinander zu tun haben.

Der Reiz von Jagsthausen

Das geht bei den BFS aber nicht: In Jagsthausen übernehmen Schauspieler nämlich bis zu drei Rollen – vom Götz bis zum Kindertheater. „Das ist ja das Reizvolle: einen Schauspieler in drei komplett unterschiedlichen Rollen sehen zu können“, beschreibt es Hosemann aus Sicht des Publikums. „Auch für die Schauspieler ist das ein Anreiz. Das macht Spaß, auch wenn die Proben anstrengend sind.“

„Eine der großen Aufgaben ist es, in kurzer Zeit ein homogenes Ensemble zu erzeugen“, sagt Hosemann, „dazu ist die Auswahl der Schauspieler wichtig“ – das ist einer der Anreize für sie selbst.

Stephan Szász, Götz-Darsteller. Foto bereitgestellt von den BFS, ©_Janosch-Orlowsky

Und dann ist da ja noch der Spielort, die historische Götzenburg: „Das ist für mich überhaupt immer so ein Faszinosum, ich kann Wände berühren, die Götz vielleicht auch berührt hat, kann Landschaften sehen, die er vielleicht auch sah. Das ist für mich immer eine wunderbare Inspirationsquelle.“ So drückt es Stephan Szász, der Darsteller des Götz, aus.

Halter und Hosemann können das nachvollziehen: „Das geht mir genauso, wenn ich an einem historischen Ort bin“ – das letzte Mal habe er in der Goslarer Kaiserpfalz so empfunden. Und Hosemann wird etwas wehmütig, wenn sie an ihre Zeit in Wien zurückdenkt, wo man „pausenlos auf historischen Spuren wandelt“.

Jeder Euro erzeugt weitere vier Euro

Aber zurück zu den ökonomischen Folgen der coronabedingten Schließung: Nicht nur die Festspiele selbst, auch die Schauspieler und die weiteren Beteiligten leiden unter dem Ausfall – lokale Handwerker, Einzelhändler, Gastronomie und Hotellerie eingeschlossen. „Die Umwegrentabilität der Festspiele ist 1:4“ sagt, Halter. Was er damit meint: Jeder Euro, der für den Festspielbesuch ausgegeben wird, erzeugt weitere 4 Euro, die in der Region ausgegeben werden. Das beginnt beim Handwerker, der beim Bühnenbau beteiligt ist und endet bei der Hotellerie und den Freizeitaktivitäten.  „Die Besucher bleiben gerne mal einen Tag länger und besuchen zum Beispiel das Kloster Schöntal, die Grablege des Götz, oder andere kulturhistorische Stätten der Region.“

Im zweiten Teil des Gesprächs sprechen Hosemann und Halter darüber, was die coronabedingte Einsamkeit mit den Menschen macht und warum Kultur so wichtig für die Entwicklung von Kindern ist.

Weitere Informationen, alles zum Spielplan und Kartenbestellungen auf: https://burgfestspiele-jagsthausen.de/spielplan/

Das Gespräch führte Matthias Lauterer




The Addams Family in Jagsthausen

Die 70. Spielzeit der Burgfestspiele Jagsthausen im kommenden Jahr eröffnet das Musical-Comedy Stück „The Addams Family“ am Mittwoch, den 05. Juni 2019. Der Vorverkauf für die Spielzeit 2019 hat begonnen.

Neben dem Erfolgsmusicals „Hair“, dem Traditionsstück „Götz von Berlichingen“, dem schwäbischen Humorformat „Laible und Frisch – Urlaubsreif“, dem Klassiker „Cyrano de Bergerac“ und einem Gastspiel des Kabarettisten Mathias Richling mit seinem neuen Programm „Richling und 2084“ dürfen natürlich auch in der Jubiläumsspielzeit die Stücke für die jungen Zuschauer nicht fehlen.

Für Kinder ab 5 Jahren kommt „Das kleine Gespenst“ in den Burghof und für die ganz Kleinen ab 3 Jahren „Zum Glück gibt’s Freunde“ im Gewölbe der Götzenburg.

Karten gibt es ab sofort über die Internetseite Burgfestspiele Jagsthausen, per Mail burgfestspiele@jagsthausen.de, per Fax 07943 912440, per Telefon 07943 912345 oder persönlich im TicketCenter in Jagsthausen.