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„Wir sind am Ende gescheitert“

// Video: Die Bürgermeisterkandidaten stellen sich den Bürgern in der Stadthalle Künzelsau vor

// offene Worte von Bürgermeister Stefan Neumann

// Kandidatin Henrich: „Wenn du etwas besprechen willst, geh‘ zu einem Mann. Wenn du etwas erledigt haben willst, geh‘ zu einer Frau.“

Für Sie vor Ort: Unser Reporter Dr. Felix Kribus

 

Am Mittwochabend, den 16. Mai 2018, haben sich die Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Künzelsau den Bürgern in der Stadthalle in Künzelsau präsentiert. Dabei punktete der amtierende Bürgermeister Stefan Neumann mehr mit lokalen Themen. Ruth Hildegard Henrich stellte ihre Vision für die Kreisstadt für die nächsten zwei Jahrzehnte vor und stellte Themen wie die Trinkwasser- und Energieversorgung in den Mittelpunkt ihrer Rede.

 

„Das Amt des Bürgermeisters ist ein sehr verantwortungsvolles Amt. Er ist der Vertreter der Stadt nach aussen und quasi der erste Bürger.“ Mit diesen Worten begrüßte Christian von Stetten, CDU-Bundestagsabgeordneter  und stellvertretender Bürgermeister der Stadt Künzelsau, die Bürger in der Stadthalle.

 

// Neumann: „Die wohnortnahe Versorgung bleibt auf der Strecke“

 

Stefan Neumann macht den Auftakt und betonte in seiner Rede: „Wir wollen ein Ort für Ideen sein“ und zählte auf, was ihm in den vergangenen Jahren geglückt ist: „Wir haben nach langen Jahren einen Investor für das Quartier an der Stadtmauer gefunden. Wir haben einen Gestaltungsbeirat einberufen  und wir haben ein Konzept zur Sanierung der Künzelsauer Kläranlage vorgelegt und prüfen parallel die Beteiligung an der Großkläranlage Kochertal.“ Nicht selbstverständlich sei: „Wir haben einen gebührenfreien Kindegarten.“ Das solle auch so bleiben. „Dies ist echte Familienförderung und solle auch so bleiben.“ Die Schulen seien saniert worden. Er ging auch auf den Verlust des Künzelsauer Krankenhauses ein: „Wir haben die Bürgerschaft beim Kampf um unser Krankenhaus unterstützt, haben eigene Alternativkonzepte entwickelt und sind doch am Ende gescheitert, da größere Einheiten angeblich wirtschaftlicher sein sollen. Die wohnortnahe Versorgung. Kurze Wege bleiben auf der Strecke.“

Er betonte jedoch auch, dass Künzelsau keine allzu großen Sprünge  machen könne, da die Stadt seit 2008 Gewerbesteuerrückzahlungen in Millionenhöhe leisten müsse. Die Stadt sei hier „unbeteiligter Dritter“, die die Gewerbesteuern zwar einnehme, „zu einem Großteil aber an Kreis, Land und Bund weitergibt. Von einem Euro Gewerbesteuer verbleiben rund 30 Cent bei uns“.

 

// Neumann: Den Eingang der Stadt verändern //

 

Themen, die es künftig anzugehen gilt, seien: Das Bau des neuen Landratsamtes. In diesem Zuge laufe ein städtebaulicher Wettbewerb. Bis zum Herbst sollen in diesem Rahmen Ideen entwickelt werden, die den Eingang unserer Stadt dauerhaft verändern können. Weitere Themen seien die Gewerbeentwicklung, die Entwicklung der Innenstadt, die Digitalisierung der Verwaltung und auch die Entwicklung der Gesundheitsversorgung. Neumann: „Wir werden uns mit dem neuen Partner [Anm. d. Redaktion: die BBT-Gruppe] aktiv einbringen“

 

Sein Schlusswort: „Wir sind für Sie da. Und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass sich Künzelsau als Ihre Heimat für Sie und unsere Unternehmen gut entwickelt. Ich kämpfe dafür, dass unsere Lebensqualität weiter zunimmt.

 

// Henrich: Trinkwasserversorgung sichern //

 

Für die Unternehmensberaterin Ruth Hildegard Henrich sind die Hauptthemen der Zukunft: die Trinkwasserversorgung und die Energieversorgung der Stadt. „Das erste, was mir auffällt in der Region“, sagte sie in ihrer Rede, „sind die Höhen und Tiefen. „Da würde es sich anbieten, Wasserkraft zu nutzen.“  Sie möchte die „Weichern stellen für die nächsten Jahrzehnte, damit die Trinkwasser- und Energieversorgung gesichert“ sei. In diesem Rahmen möchte sie auch Naherholungsgebiete schaffen.

Um Kunden in die Innenstadt zu locken, wäre es ihrer Meinung nach sinnvoll, kosenloses Parken anzubieten. „Die Parkscheine könnten von den Einzelhändlern entwertet werden beziehungsweise die Parkgebühren erstattet.“ Was sie irritiere: „Auf der Rückseite der Parktickets finde ich keine Werbung der Stadt, sondern die einer Bank.“

Bezüglich der  Gesundheitsversorgung möchte Henrich die „Notversorgung sicherstellen“. Hierbei denke sie „an ein medizinisches Zentrum mit allen medizinischen Fakultäten,  inklusive Naturheilkunde und alternativer Verfahren.“ Hierfür könnten bereits Räumlichkeiten angeboten werden. Für die Ärzte würden sich dadurch auch die Anschaffung der Geräte lohnen.

„Innovativ, lebendig und lebenswert“ soll  Künzelsau laut der Unternehmensberaterin werden. „Wenn wir das schaffen, kommen auch Fachkräfte in den Ort, die hier gern leben möchten.“

Auf die Frage, warum die Bürger sie wählen sollen zur Bürgermeisterin, antwortete Henrich:

„Wenn du etwas besprechen willst, gehen Sie zu einem Mann. Wenn du etwas erledigt haben willst, geh‘ zu einer Frau.“

 

// Wer ist für die Bürger der Favorit? //

 

Für Besucher Rolf Hamprecht ist Stefan Neumann der Favorit: „Er hat das, was die Leute hier bewegt und wie man damit umgeht, klar definiert. Die Dame war nicht schlecht, aber zu allgemein und nicht auf Künzelsau bezogen.“

 

Für Besucherin Anneliese Scholz ist ebenfalls Stefan Neumann „eindeutig“ der Favorit. Er habe eine fundierte Rede mit hoher Sachkenntnis gehalten. Frau Henrich empfand sie als „relativ schwach“. Sie bemängelte Henrichs Betonung darauf, dass sie sich nur beworben habe, weil sie Bürger darum gebeten haben: „Das war kein guter Einstieg.“




„Innerhalb des Rathauses kann man sicher noch einige Dinge effizienter gestalten“

Künzelsau // Interview mit Bürgermeisterkandidatin Ruth Hildegard Henrich

 

GSCHWÄTZ:  Warum haben Sie sich für das Amt des Bürgermeisters in Künzelsau beworben?

Henrich: Ich wurde von Bürgern gebeten. Von selbst wäre ich nicht auf die Idee gekommen. Ich habe bis dahin gar nicht gewusst, dass in Künzelsau Bürgermeisterwahl ist (lacht).

 

GSCHWÄTZ: Warum sehen Sie sich als geeignet an für das Amt des Bürgermeisters?

Henrich: Ich habe jahrzehntelange Verwaltungserfahrung und besitze analytisches Denken. Mir geht es  darum, das Beste aus den Leuten herauszuholen und die bestmögliche Dienstleistung an den Menschen zu erbringen. In dieser Hinsicht bin ich sehr amerikanisch. Hier in Deutschland dauert alles ziemlich lange hinsichtlich der Bürokratie. Sehr viel ist den europäischen Standards zum Opfer gefallen. Innerhalb des Rathauses kann man sicherlich noch ein paar Dinge effizienter gestalten. Das habe ich schon am eigenen Leib erfahren. Ich bin eine Person, der Dinge auffallen, die anderen nicht auffallen.

 

GSCHWÄTZ: Sehen Sie es als Bonus an, eine Frau  zu sein?

Henrich: Ich habe lange für das US-Militär gearbeitet. Auch wenn ich optisch das genaue Gegenteil bin, bin ich doch in meinen Arbeitsweisen sehr männlich. Ich bin auch streng als Chef.

 

GSCHWÄTZ: Würden Sie sich als durchsetzungsstark bezeichnen?

Henrich: Hartnäckigkeit ist mein zweiter Vorname. Wenn ich etwas durchsetzen will, dann schaffe ich das auch. Ich berate schließlich Geschäftsführer, da muss man sich auch durchsetzen können.

 

GSCHWÄTZ: Bislang sieht man noch keine Plakate oder Flyer von Ihnen. Auch die Menschen wollen Sie kennenlernen. Wann werden Sie in den Wahlkampf ziehen?

Henrich: Allein das Wort Wahlkampf irritiert mich schon sehr. Ich ziehe schließlich nicht in den Krieg. Ich stelle mich vor als der, der ich bin. Als ich mich aufstellen ließ, bekam ich nette Mails: „Endlich eine Alternative für Künzelsau“.  Ich habe für Wahlkampf nicht die Zeit. Ich mache das nicht, um mein Ego zu verwirklichen, sondern es geht mir um die Sache.

 

GSCHWÄTZ: Wo möchten Sie denn Schwerpunkte setzen?

Henrich: Ich habe brennende Themen für Künzelsau. Wichtig ist: Wir haben Gewerbetreibende und ganz einfache Menschen, die Verbraucher. Bei den Gewerbetreibenden wäre die Gewerbesteuer, die Vergabe von Aufträgen an ortsansässige Unternehmen oder Anreize zu schaffen, um Unternehmenszentralen von Firmen hier ansässig zu machen, wichtige Themen. Bei den Verbrauchern ist das Thema Strom interessant und wo er in Zukunft herkommt oder das Thema kostenloses Parken. Auch die medizinische Versorgung der Bürger ist ein Thema.

 

GSCHWÄTZ: Was haben Sie beim Thema Gesundheitsversorgung konkret für Ideen?

Henrich: Hier wird kein König gewählt. Jeder sollte seine Ideen einbringen. Es leiden viele Kommunen daran, dass viele Leute nur ihr Ego voranbringen wollen, viele denken nur parteipolitisch und denken nicht über zwei Generationen hinweg. Man müsste hier auch nochmal die Sinnhaftigkeit von Projekten prüfen. Hinsichtlich der Gesundheitsversorgung habe ich schon eine Idee, was man machen könnte. Da könnte Künzelsau Vorbild werden. Ich bin da ganz gut vernetzt.

 

GSCHWÄTZ: Inwiefern?

Henrich: Mit neuen Ansätzen in der Wirtschaft, in der Industrie- und Handelskammer.

 

GSCHWÄTZ: Manch ein Bürger moniert, dass Sie keine Kämmerin waren oder sind, wie viele Bürgermeister hierzulande, bevor Sie zum Bürgermeister gewählt wurden.

Henrich: Ich komme aus dem Bereich Finanzverwaltung, eine bessere Qualifikation kriegen Sie nicht.

 

// Ruth Hildegard Henrich //

Ruth Hildegard Henrich ist am 20. Juli 1958 in Neuwied am Rhein geboren. Heute wohnt die 59-Jährige in Zweiflingen. Henrich (geschieden; keine Kinder) ist Unternehmens- und Managementberaterin mit einer eigenen Praxis in Bad Friedrichshall. Sie ist unter anderem Burnout-Beraterin und bietet „mental coaching“ an. Sie coacht laut eigenen Angaben unter anderem Führungskräfte, Sportler und Paare, um psychische und physische Stärke zu erlangen.

Laut ihrem vierseitigen Lebenslauf hat sie 2004 ihren Master in Business Administration in New Orleans (USA) gemacht, zuvor war sie unter anderem Leiterin einer Bankzweigstelle des US Militärs (Defense Liaison Office), war beim Department of State (Auswärtigem Amt) als Controllerin tätig, betreute Finanzverwaltungen der U.S. Botschaften in Europa, dem Nahen Osten und Washington D.C. und war zuständig für die Budgetplanung und -Einhaltungsüberwachung für das Auswärtige Amt (USA) hinsichtlich der Verwaltungen der diplomatischen Niederlassungen der USA in Deutschland. Seit 2011 ist sie offiziell als Business- und Management Coach zertifiziert. 2016/2017 hat sich Henrich zur Fitnesstrainerin in den Ladyfitness Studios in Heilbronn, Neckarsulm, Bad Friedrichshall und Mosbach weitergebildet und daraufhin eine Fitness-Akademie für Personal-Training gegründet. Kurse gibt sie unter anderem beim Finanzamt Öhringen. Www.bijang.de

 

// Henrich persönlich kennenlernen //

Am Mittwoch, den 16. Mai 2018, können sich die Bürger einen Eindruck von Ruth Hildegard Henrich machen. Dann stellen sich alle Kandidaten in der Stadthalle in Künzelsau vor. Los geht es um 20 Uhr in der Stadthalle in Künzelsau

 

Das Interview führte Dr. Sandra Hartmann; Foto // GSCHWÄTZ/Archiv/Rathaus Künzelsau




„Man geht in den Wahlkampf, weil man gewinnen möchte“

Video-Interview: Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann über die Höhen und Tiefen seiner Amtszeit und welche Vision er für Künzelsau hat.

Kurz bevor es richtig losgeht mit dem Bürgermeisterwahlkampf in den einzelnen Ortsteilen und der Bürgermeisterwahl am 03. Juni 2018 haben wir am 23. April 2018 mit Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann über seine Zeit als Chef der Kreisstadt und seine Vision für die Zukunft gesprochen.

GSCHWÄTZ: Können Sie sich noch an den Tag vor acht Jahren erinnern, als Sie zum neuen Bürgermeister gewählt wurden?
Neumann: Es war ein sehr heißer Tag damals und es war ein wunderschönes Gefühl.

GSCHWÄTZ: Hätten Sie mit diesem Ergebnis gerechnet?
Neumann: Man tritt schon an, um zu siegen. Man geht in den Wahlkampf, weil man gewinnen möchte. Das war damals der Fall und das ist auch heute der Fall.

GSCHWÄTZ: Wenn Sie zurückdenken an die vergangenen acht Jahre, was waren besondere Momente?
Neumann: Gern erinnere ich mich zurück an die Stadtfeste, denn die sind ein Highlight für Künzelsau und für die gesamte Region. Da kommen Künzelsauer von der ganzen Welt her, um sich dort zu treffen. Was sicher auch ein besonderes Highlight war, war die Eröffnung des Carmen-Würth-Forums. Und auch die Welcome-back-Party mit Alexander Gerst.
Alexander Gerst fliegt bald wieder in den Weltraum. Wie begleitet Künzelsau dieses Ereignis?
Neumann: Wir versuchen, das angemessen zu begleiten. Wir sind ja in Kooperation mit der deutschen Luft- und Raumfahrt. Es wird unter anderem eine Startveranstaltung am Alten Rathaus am 06. Juni 2018 geben.

GSCHWÄTZ: Es gab ja nicht immer Sternstunden in den vergangenen Jahren.Wie haben Sie das Hochwasser 2016 erlebt?
NEUMANN: Das war ein ganz prägendes Ereignis. Bei mir persönlich was es so, dass ich abends noch eine WhatsApp von einer Kollegin bekommen habe, die in Braunsbach [Anm. der Redaktion: Braunsbach wurde am stärksten von dem Hochwasser verwüstet] Theater gespielt hat. Ich habe die Kinder noch ins Bett gebracht. Dann ging auch schon mein Melder los. Ich bin gar nicht mehr über die Kocherbrücke gekommen, weil das Wasser schon so hoch gestanden ist.

GSCHWÄTZ: Was haben Sie dann gemacht?
Neumann: Ich habe das Auto auf dem Gehweg abgestellt und bin zu Fuß zur Feuerwehrwache gelaufen.

Gesundheitsversorgung : „Es war eine unglaublich kräfezehrende Zeit“

GSCHWÄTZ: Wie haben Sie die Zeit erlebt rund um die Schließung des Künzelsauer Krankenhausstandortes?
Neumann: Es ist eine unglaublich kräftezehrende Zeit, die ja auch einen gewissen zeitlichen Vorlauf hat. Das hat ja schon mit meiner Tätigkeit als Aufsichtsrat begonnen und mich über die ganzen Jahre begleitet und begleitet mich ja heute immernoch, denn auch mit der Wahl des neuen Partners, der BBT-Gruppe, ist das Thema ja nicht ausgestanden, sondern es gibt viele offene Fragen, die es noch zu klären gilt und wo wir uns auch einbringen müssen.

GSCHWÄTZ: Wie geht es weiter mit der Gesundheitsversorgung für Künzelsau? Kennen Sie die Konzepte, die angedacht sind?
Neumann: Es gibt Konzepte und Varianten. Diese müssen aber noch ausformuliert werden. Das eine ist, was jetzt auf dem Papier steht, das andere ist, was man am Ende des Tages letztendlich leben kann. Wir können alle keine Lösung gebrauchen, die ein, zwei oder drei Jahre hält, sondern wir müssen Perspektiven auftun. Mit dem neuen Partner haben wir diese Möglichkeit, aber da gehört noch mehr dazu, als der neue Partner.

GSCHWÄTZ: Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth könnte sich ein medizinisches Versorgungszentraum (MVZ) ähnlich dem in Forchtenberg vorstellen.
Neumann: Ein MVZ kann für mich nur ein Teil der Lösung sein. Es ist sicherlich richtig, dass vermehrt Ärzte ins Angestelltenverhältnis gehen möchten. Aber wir haben ja einen ganzen Komplex zu bespielen, der jetzt da ist. Das MVZ kann ein Kernelement sein, weil wir davon ausgehen, dass der ambulante Bereich gestärkt wird. Wir wollen aber auch die Möglichkeiten nutzen, die es in Künzelsau gibt. Wir haben beispielsweise Operationsmöglichkeiten. Die Frage ist: Kann man das in die Zukunft führen – auch in einem ambulanten Zentrum? Welche Fachrichtung kann man noch hinzugewinnen? Welche gesundheitsnahen Dienstleistungen kann man noch hinzuziehen? Das sind Fragen, sie es noch zu klären gilt, wo aber auch das Sozialministerium sicherlich seinen Teil dazu beitragen kann.

Medien: „Das eine ist, was man über die Medien wahrnimmt, das andere, was im OFF tatsächlich stattfindet.“

GSCHWÄTZ: Manche Bürger bemängeln, dass Sie sich zu wenig für das Krankenhaus Künzelsau eingesetzt haben.
Neumann: Das eine ist, was man wahrnimmt über die Medien und das andere, was im OFF tatsächlich stattfindet – sei es im Kreistag oder in Gesprächen, die wir mit dem Ministerium oder Ärztevertretern führen. Man kann davon ausgehen, dass sich der Bürgermeister und auch andere verantwortliche Personen in die Sache richtig reinknien, weil wir nicht nur ein persönliches, sondern ein städtisches Interesse haben, wie wir das Ganze nun weiterentwickeln. Da kann man sich natürlich an Wörtern stören oder an Meinungen. Aber unsere Aufgabe ist es, verantwortungsbewusst zu handeln und dann auch für die Zukunft einen Nutzen zu stiften. Die Gesundheitsversorgung hört mit der Schließung des Krankenhauses nicht auf und da muss jeder seinen Teil dazu beitragen – auch der Bürgermeister von Künzelsau.

GSCHWÄTZ: Künzelsaus Innenstadt hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Es hat sich einiges getan. Aber dennoch gibt es offene Baustellen, wie etwa das Peka-Areal. Wie geht es da weiter?
Neumann: In den nächsten Monaten werden wir den Kaufvertrag abschließen, der Bauantrag wird eingereicht. Wir haben erst diese Woche die letzten Details besprochen. Ich gehe davon aus, dass es mit der Baustelle ab Herbst und in den Wintermonaten so richtig losgeht. Ab Baubeginn rechnet man mit 18  Monaten Bauzeit, bis alles fertig ist.

GSCHWÄTZ: Ein weiteres großes Vorhaben ist der Neubau des Landratsamtes.
Neumann: Wir machen in diesem Jahr einen städtebaulichen Wettbewerb, um die ideale Stelle fürs Landratsamt zu finden. Es geht nicht nur ums Landratsamt, sondern auch um die Mitarbeiter. Die kommen großteils mit dem Auto. Wir schauen uns daher an, wo ein guter Standort für das Verwaltungsgebäude wäre und wo ein Parkhaus entstehen könnte.

Begrenzter Wohnungsmarkt: „Wir sehen den Trend zum urbanen Wohnen“

GSCHWÄTZ: Wo sehen Sie Künzelsau in den nächsten fünf bis zehn Jahren?
Neumann: Wichtig ist, dass sich Künzelsau positiv weiterentwickelt, dass wir den Schwung, den wir derzeit haben, auch mitnehmen und weiterführen. Künzelsau ist eine sehr lebenswerte Stadt, aber dafür muss man am Ball bleiben.

GSCHWÄTZ: Einige Bürger bemängeln den knappen Wohnungsmarkt.
Neumann: Künzelsau ist gefragt. Wir sehen den Trend zum urbanen Wohnen. Daher schaffen wir Wohnflächen in der Innenstadt. In Gaisbach haben wir eigene Flächen für Geschosswohnungsbau, wo wir modellhaft zeigen wollen, das preisgünstiges Wohnen möglich ist.

Im Rathaus in Künzelsau legen wir Stefan Neumann jeweils zwei Bilder vor, zwischen denen er sich entscheiden muss.

Fußball: VfB Stuttgart oder FC Bayern München?
Neumann: VfB Stuttgart. Ich habe ja bei der Landeshauptstadt Stuttgart angefangen zu arbeiten. Und mein Traum als Verwaltungspraktikant war eine Stelle im gehobenen Dienst im Sportreferat zu bekommen. Das sitzt nämlich direkt im Stadion. Meine Frau ist übrigens Bayern-München-Fan.

Musik: „lieber Après-Ski als Toten Hosen“

Helene Fischer oder Lena Meyer-Landrut?
Neumann: Ich würde mich dann eher für Helene Fischer entscheiden.

Andreas Gabalier oder die Toten Hosen?
Neumann: Ich entscheide mich für Après-Ski und damit Andreas Gabalier.

Dörzbachs Bürgermeister Andy Kümmerle oder Forchtenbergs Bürgermeister Michael Foss?
Neumann: Ich komme mit beiden richtig gut aus. Michael Foss hat bei uns mal ein Praktikum gemacht. In Forchtenberg habe ich auch meine berufliche Laufbahn begonnen. Deshalb entscheide ich mich für Michael Foss.

Landrat Dr. Matthias Neth oder BI-Sprecher Andreas Eckle?
Neumann: Das sind zwei Herren, die ich beide sehr gut kenne und ich komme auch mit beiden gut aus. Ich weiss nicht genau, wie das Innenverhältnis zwischen den Zweien ist. Mit dem Landrat haben wir natürlich viele Berührungspunkte, nicht nur das Krankenhaus, zum Beispiel auch der Neubau das Landratsamtes. Deshalb würde ich mich für Matthias Neth entscheiden.

// Stefan Neumann //

Stefan Neumann (35) wurde am 05. November 1982 in Schwedt geboren. Der Diplom-Verwaltungswirt war Kämmerer von Forchtenberg und Putzbronn, bevor er im Juli 2010 zum Bürgermeister von Künzelsau gewählt wurde. Neumann ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von fünf, drei und eins.
Das Video-Interview mit Neumann wurde in Künzelsau gedreht.

// Gegenkandidaten //

Ob es ein Wahlkampf wird, werden die Bürger am Montag, den 07. Mai 2018, in der Gemeinderatssitzung in Künzelsau erfahren. Dort wird verkündet, ob es Gegenkandidaten gibt und wenn ja, wer es ist.

Die Bürgermeisterwahl in Künzelsau ist am 03. Juni 2018.

Das Interview führte Dr. Sandra Hartmann; Videodreh und Schnitt: Dr. Felix Kribus

Das ganze Interview sowie Fotos vom Videodreh gibt es in unserer aktuellen GSCHWÄTZ-Ausgabe des Monats Mai – jetzt überall im Einzelhandel abonnieren über unseren GSCHWÄTZ-Shop: www.gschwaetz.de/gschwaetz-shop/