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CONGRATULATIONS – Gute Wahl, Öhringen – „Er ist ein Politiker mit einem wirklich sozialen Herzen“

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann gratuliert Patrick Wegener zur Wahl zum Oberbürgermeister von Öhringen
„Mit großer Mehrheit haben die Bürgerinnen und Bürger von Öhringen Patrick Wegener zu ihrem neuen Oberbürgermeister gewählt.

Parick Wegener, vormaliger Landtagskandidat der SPD. Foto: Hompepage Patrick Wegener

Als Bürgermeister der Kreisstadt Künzelsau gratuliere ich ihm herzlich zu diesem klaren Vertrauensbeweis und wünsche ihm viel Energie, gute Entscheidungen und das nötige Händchen Glück für seine neue ultraspannende Aufgabe. Mit so viel Rückenwind kann er mutig gestalten und seine Ideen für Öhringen gemeinsam mit dem Gemeinderat verwirklichen. Ich freue mich auf eine gute und kollegiale Zusammenarbeit im Hohenlohekreis. Gleichzeitig danke ich Thilo Michler für 16 Jahre engagierten Einsatz an der Spitze der Großen Kreisstadt Öhringen. Ohne Zweifel hat er viel Gutes für die Stadt gemacht, sie weiterentwickelt und viele Weichen für die Zukunft gestellt. Sein Engagement verdient Anerkennung und Respekt – persönlich wünsche ich ihm alles Gute für die Zukunft.“

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann. Foto: Christian Holzknecht

Thilo Michler (Mitte)
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

In Öhringen, der mit über 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern größten Stadt im Hohenlohekreis, ist am Sonntag ein neuer Oberbürgermeister gewählt worden. Der 30-jährige Patrick Wegener (parteilos) hat sich bei der Wahl überraschend deutlich durchgesetzt. Er kam auf 66,9 Prozent der Stimmen. Amtsinhaber Thilo Michler (parteilos) erhielt 30,4 Prozent der Stimmen. Er muss damit nach 16 Jahren im Amt seinen Platz im Rathaus räumen. „Das ist Demokratie“, sagte er nach der Wahl dem SWR. Peter Lohnert (parteilos) erzielte 2,6 Prozent.

Damit wird in Zukunft Patrick Wegener die Geschicke der Stadt als Oberbürgermeister leiten. „Die Menschen interessiert, was in den nächsten acht bis 16 Jahren passiert. Darum ging es bei mir in meinem Wahlkampf und das wurde belohnt“, sagte Wegener direkt nach der Bekanntgabe des Ergebnisses dem SWR. Er geht davon aus, dass es für ihn ein langer Wahlabend wird, auch weil viele Freunde und Bekannte da seien.

Wegener ist SPD-Mitglied, kandidierte aber als überparteilicher Bewerber. „Öhringen braucht eine pragmatische Politik, die Probleme löst. Parteipolitik ist da fehl am Platz. In der Kommunalpolitik geht es darum, durch Sachthemen den Alltag der Menschen zu verbessern – nicht um Parteizugehörigkeit“, sagt Wegener im Vorfeld der Wahl.

Der 30-Jährige ist in Öhringen aufgewachsen und hat Politik studiert. Er arbeitet als Leiter des Europabüros der Kommunen in Brüssel und ist Lehrbeauftragter an der Hochschule für öffentliche Verwaltung. Seit mehreren Jahren ist er im Gemeinderat und Kreistag für die SPD aktiv. Zur Ehrung des neuen Oberbürgermeisters spielte am Sonntag die Stadtkapelle vor dem Rathaus.

Aufgrund eines ausführlichen GSCHWÄTZ-Interviews, das Dr. Sandra Hartmann mit ihm bereits 2021 geführt hat, können wir nur sagen, dass Patrick Wegener ein sehr vertrauenswürdiger und engagierter Mensch ist mit einer sehr sozialen und fairen Einstellung. Er möchte wirklich etwas Gutes bewirken in der Politik“, sagt GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann.

Dr. Sandra Hartmann. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




„Altes bewahren, neues beginnen“

Als Kristin Walter, Bürgermeisterkandidatin für Krautheim, von unserer Redaktion gefragt wurde, an welchem ihrer Lieblingsorte in Krautheim wir das Interview mit ihr führen sollen, war für sie gleich klar: an der Burg sollte es sein. Denn die Burg stehe sinnbildlich für ihren Leitspruch: „Altes bewahren und neues beginnen.“

Kultur, Vereine und die gelebten Werte in Krautheim

Die dreifache Mutter arbeitet seit 2,5 Jahren im Rathaus in Krautheim, derzeit noch unter Andreas Köhler. Der aktuelle Rathauschef hat im Januar 2023 seinen Rücktritt erklärt. Da habe Kristin Walter, so berichtet sie es, für sich entschlossen: „Ich packe das an, durch meine Erfahrung, die ich im Laufe der Jahre sammeln konnte, möchte ich gemeinsam mit den Krautheimern Neues beginnen und altes weiterführen.“ Das Alte, darunter versteht die Verwaltungsangestellte und gelernte Wirtschaftsfachwirtin, insbesondere die Kultur, Vereine – wie Lemia, die Blaskapellen, der TSV, die Burg oder der Reitverein – und die gelebten Werte in dem Jagsttalstädtchen.

Beim Regierungspräsidium Stuttgart

Bevor sie in Krautheim gearbeitet hat, war sievon 2015 bis 2020 stellvertretende Leiterin der Ausländerbehörde beim Regierungspräsidium Stuttgart, Außenstelle Wertheim. Hier war sie für die Bewilligung der verschiedenen Förderprogramme für Flüchtlinge zuständig.

Mehr Bürgernähe

Der Wunsch nach mehr Bürgernähe und damit direktem Kontakt mit den Menschen führte sie schließlich ins Rathaus nach Krautheim. „Mein Wunsch war es, in verschiedenster Art und Weise für die Bürger:innen tätig zu sein. Aktuell arbeitet die 42-Jährige hier als Kassenverwalterin und Marktmeisterin.

In der Verwaltung digitaler werden

Unter anderem die Herbstmesse nach Corona beziehungsweise mit einem angepasstem Coronakonzept hat sie organisiert, eine der Höhepunkte im Jahr in Krautheim. Sie möchte as Bürgermeisterin Krautheim auch in der Verwaltung in die Moderne führen, digitaler werden, vernetzter, auch mit den Vereinen, die sich mit ihren Ehrenamtlichen so sehr engagieren. „Corona hat schmerzhaft gezeigt, wie wichtig dieser Bereich ist.“

Geänderte Öffnungszeiten, mehr Bürgernähe, eine „bürgerfreundliche Kommunikation und offene Rathaustären sind mir wichtig“.

Investorensuche für das ZG-Areal nicht einfach

Sie weiß: „Die Stadtentwicklung brennt den Bürger:innen unter den Nägeln.“ Etwa das derzeit brach liegende ZG-Areal im Herzen Krautheims, das auch ihr Mitbewerber Marcel (Koppe) bemängelt hat. „Leider macht es die derzeitige Situation der Investorensuche nicht leicht“, sagt sie. Auch sie ist unzufrieden mit der Situation. Es habe eine Anfrage eines Drogeriemarktes gegeben, die sehr gut in das Innenstadtkonzept gepasst hätte. Dieser Investor sei aber wieder abgesprungen. Es habe auch verschiedenste Konzepte von der Stadt gegeben, die aber nicht umsetzbar waren. Walter würde hier „komplett neue Wege in der Ideenfindung gehen, etwa in Form einer Ausschreibung“.

Leerstände von Läden in der Innenstadt verhindern

En weiteres Problem: Auch Krautheims Einwohnerschaft altert, unter anderem die Ladenbesitzer: So findet auch nicht jeder von ihnen einen Nachfolger, wenn er oder sie in den Ruhestand geht. Leerstände bleiben nicht aus. Kristin Walter möchte hier generell mehr werben für die Stadt Krautheim, unter anderem über die sozialen Medien, um auch neue Ideen in der Stadt ankommen zu lassen, vorstellbar wären hier etwa ein Bio-Laden, eine Eventlocation oder ähnliches. Wichtig sei für die Start-up-Betreiber:innen, dass „wenn man neues erschafft, rentabel wirtschaften kann“. Sprich: Die Preise für Immobilien oder die Mieten müssen zu den Einnahmen, die hier erzielt werden können, passen.

Ausbau der Kinderbetreuung

Kristin Walter lebt derzeit in Gerichtstetten, einem Ortsteil von Hardheim. Sie war mit ihren drei Kindern (20, 12 und 8 Jahre) immer berufstätig. Daher sei es ihr auch ein besonderes Anliegen, dies auch anderen Müttern möglich machen zu können, die das möchten. Der Ausbau der Kindergarten- und Schulbetreuung in Krautheim sei wichtig, um den Frauen diese Möglichkeiten geben zu können. „Für Kinder unter einem Jahr gibt es derzeit keine Ganztagesbetreuung als Ergänzung zu den bisherigen Angeboten“, erklärt sie. Ab 2026 gäbe es für Eltern an Grundschulen einen Rechtsanspruch auf eine Ganztagesbetreuung. Den Ausbau hierfür möchte sie für Krautheim schon vorher angehen. Gelebte Werte wie Familienfreundlichkeit machen Krautheim als Stadt attraktiver und locken mehr junge Familien an. Dieser Zuzug und damit auch der Zuzug von Kaufkraft sei immens wichtig, damit sich eine Stadt weiterentwickeln könne.

Familien, Vereine, Kultur, Stadtentwicklung, Wirtschaft. Das sind die Schwerpunkte, die Kristin Walter sich im Wahlkampf gesetzt hat und die sie umsetzen möchte, wenn sie am 07. Mai 2023 von den Krautheimern gewählt werden würde.

Kristin Walter bewirbt sich als neue Bürgermeisterin in Krautheim. Foto: GSCHWÄTZ

 




Ingelfingen hat BM Bauer wiedergewählt

Mit 1326 zu 1073 Stimmen haben die Ingelfingen den amtierenden BGM Bauer wiedergewählt. Das sind 54.8% der gültigen Stimmen. Ende des Tickers.

19:00 Noch immer kein Ergebnis, die Zahl der Bürger dürfte ohne Musik inzwischen etwa 100 betragen. Die Kandidaten halten Abstand voneinander.

 

 

18:50 Rund 50 Wartende im Hof. Bürgermeister Bauer dreht sich von der Kamera weg.

18:45 Weitere Stimmzettel treffen ein.


18:42 Bürgermeister Bauer ist eingetroffen.

18:40: Von vier Teilorten wurden die Stimmen bereits ins Rathaus gebracht.

Klaus Schmitt ist mit Familie unter den Wartenden.

Mikrofon und Lautsprecher werden aufgebaut.

Noch sind die Stimmen nicht ausgezahlt, erste Bürger warten bereits am Rathaus auf die Ergebnisverkündung, die ab etwa 18:30 erwartet wird.

Noch tut sich nichts, doch: Die Musik kommt.

 

 




Bürgermeisterwahl Ingelfingen: was passierte beim Stimme-Forum?

18:45: Noch viel Platz in der Stadthalle Ingelfingen:

19:00: Die Kandidaten und die Moderatoren sind auf der Bühne, von den 300 Zuschauerplätzen sind etwa 50 noch frei. Das Interesse scheint gering zu sein, wie auch schon bei der Veranstaltung am Donnerstag.

Armin Rössler und Tamara Ludwig von der HZ stimmen ein. Informativ, kritisch und unterhaltsam soll es werden.

19:08: Die Mehrheit der Besucher antwortet auf die Frage, ob sie ihre Entscheidung schon getroffen haben, mit Ja.

19:12: Schmitt will am Sonntag 54 Prozent und Bauer will 50 Prozent + eine Stimme erreichen.

19:15: Frage an Bauer:

Warum ist Ingelfingen von den anderen Gemeinden überholt worden? Bauer: „Der Eindruck trügt, das teile ich nicht.“ Er stellt den Stand bei der Photovoltaik als musterhaft dar, die anderen Gemeinden würden gerade aufholen. Vereinzeltes Gelächter, wenig Beifall.

19:20: Digitalisierung:

„Die Uhren scheinen stehengeblieben zu sein“, sagt Tamara Ludwig. Sie bringt ein Beispiel: Die Wahlergebnisse Ingelfingens seien als einzige noch per Fax ins Landratsamt übermittelt worden. Bauer: „Wir sind da weit voraus“, die Digitalisierung der Schule nennt er als Beispiel. Nur in einzelnen Ortschaften habe es an der Bandbreite für den Online-Unterricht gefehlt. In der Verwaltung würde man jetzt nachziehen. Und wegen der Übermittlung per Fax meint Bauer: Man sei sehr früh fertig gewesen und habe sofort gefaxt – das müsse man, das sei Vorschrift. Das Fax sei wohl im Landratsamt verlorengegangen, dann habe man auf Anforderung nochmals gefaxt. Ludwig stellt richtig: Sie habe sich im LRA erkundigt, alle anderen Gemeinden hätten andere legale Übermittlungswege gewählt.

19:30: Frage an Bauer: Welche politische Entscheidung war schlecht und würden Sie gerne rückgängig machen?
Bauer fällt zu dieser Frage nichts ein.  Ludwig: „Also alles gut?“. Nicken.

19:35: Fragerunde an Schmitt:
Keine politische Erfahrung, keine Verwaltungserfahrung? Als Trainer sei er es gewohnt, sich auf neue Voraussetzungen einzustellen. Er kehrt die Kritik um: Das sei seine Stärke.

Warum sind 16 Jahre Michael Bauer genug? Nach 16 Jahren sei zuviel Routine eingekehrt, ein neuer Kopf, neue Ideen könnten helfen, z.B. bei der  Mariannenstraße. „Ich sehe viele Punkte, wo man was anfangen könnte.“

Schmitts drei Topthemen für den Beginn der Amtszeit?
– mit den Teilorten ins Gespräch kommen und ihnen mehr Autonomie geben. Ein Budget für kleinere Entscheidungen innerhalb der Teilorte sei möglich, darüber habe er sich erkundigt.
– Einarbeitung
– Anpacken von Dingen, die leicht lösbar sind. Er habe ja gesehen, dass sein Wahlkampf Wirkung zeigt: Die Tische im Stadtpark seien plötzlich sauber.

Was passiert, wenn im Rathaus jemand wichtiges ausfällt? Schmitt will auch personelle Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden, wie es ja kocherabwärts bereits praktiziert werde, „aber das geht nur mit einem Bürgermeister, der …“ Spontaner Beifall.

Kleine lustige Panne: Die Uhr ist ausgefallen 😉

19:40 Thema: Grosskläranlage und interkommunale Zusammenarbeit:

Bauer schiebt das Scheitern der grossen Kläranlage auf die Gemeinden unterhalb am Kocher. Ihm wären zwei kleinere Kläranlagen in einem Zweckverband lieber gewesen. Er betont: „Ingelfingen wird kein Nachteil entstehen.“
Über Probleme in der Zusammenarbeit der Gemeinden: „ich sehe da keine Probleme“.

Schmitt: Vielleicht gibt’s noch Chancen, das Thema nochmal anzugehen, das LRA hat ja noch nichts genehmigt. Schmitt will durch interkommunale Zusammenarbeit Synergien erzielen, auch personell. Sowohl die Zusammenarbeit mit Künzelsau als auch mit den Kochertalgemeinden, wo das schon praktiziert wird, sei für ihn denkbar.

19:50: Thema Innenentwicklung, Mariannenvorstadt und Kleingewerbe.

Bauer: Verkehrsplaner hatten damals die Einbahnregelung vorgeschlagen. Planer hatte prognostiziert, dass dann die Kaufkraft ansteigt – das ist nicht passiert. Bauer schließt daraus: „Die Bürger sind mit ihrem Einkaufsverhalten natürlich verantwortlich, was passiert.“

Rückfrage: 3 Jahre Ruhe in Mariannenstraße. Es kommt der Eindruck auf, dass nichts mehr getan wird?
Bauer: „Man muss auch Mal Ruhe einkehren lassen. Ich hätte mir auch vom Gemeinderat mehr Vorschläge erwartet.“

Dazu Schmitt: „Drei Jahre Ruhe reinbringen, halte ich für zu lang.“ Es gebe  viele Möglichkeiten, Fördergelder für Verkehrsberuhigung und Innnenstadtbelebung zu bekommen. „Es gibt keinen Grund, nicht sofort zu beginnen.“ Konkret schlägt er vor, von städtischer Seite Unterstützung bei der Nachfolgefindung für Ladeninhaber zu geben, die bald in Rente gehen. Die Innenstadt will er durch „Verweilmöglichkeiten“ beleben, beispielsweise durch eine Eisdiele, ein Café oder ähnliches.

19:55: Tourismus:

Schmitt: „Es fehlt ein Highlight, weswegen an gezielt nach Ingelfingen kommt.“ Kunst und Kultur fehlen fast völlig. Schmitt verweist auf eigene Erfahrung in diesem Bereich [er war Inhaber einer Galerie, Red.].

Bauer: Ingelfingen habe die beste Gastronomie und die besten Übernachtungszahlen weit und breit [Gelächter]. Er will den Tourismus nicht auf Ingelfingen beziehen, sondern kreisweit betrachten. Relativiert seine erste Aussage, indem er sagt, dass eine hohe Zahl von Übernachtungen betrieblich und nicht touristisch motiviert sind.

Was wird unternommen, um Ingelfingen für alle Altersgruppen kulturell zu beleben?

Bauer: Man kann immer mehr machen, aber da sind die Vereine gefordert, das kann die Stadt nicht alleine stemmen. Wenn jemand Ideen hat, der kann kommen.

Schmitt: „für alle Altersgruppen“ ist wichtig, regt technisch orientierten Wasserspielplatz mit Unterstützung der Firmen an. Kinder spielen am Wasser, Eltern trinken nebenan einen Kaffee oder können ein Eis essen.

20:00 „Klimaschutz – wie stellen Sie sich die Umsetzung vor?“

Schmitt: „Photovoltaik ist ein Schritt, aber nicht alles.“ Er verweist auf das  Klimaschutzkonzept des Kreises: „Das hat 42 Punkte – für Kommunen, Wirtschaft und Bürger. Der wichtigste Punkt: Die Kommunen sollen das Vorbild sein.“ Warum nicht als Vorbild Freiflächen-PV?

Konkrete Frage an Bauer: Warum bisher keine städtischen PV-Dächer? Das sei bisher finanziell nicht leistbar gewesen, jetzt gebe es aber dank des neuene EEG-Gesetzes neue Fördermöglichkieten. „Wir werden was tun“ – natürlich unter der Voraussetzung, dass der Gemeinderat zustimmt. PV-Anlagen in Weinbergen will er nicht: „Das verändert die Kulturlandschaft.“

Ob er ein persönliches Vorzeigeprojekt zum Klimaschutz habe? Ja, dass die Sporthalle mit Geothermie und die Schule mit einem Blockheizkraftwek beheizt würde.

Thema: Gewerbeflächen und Wohnbau:

Schmitt: Warum steht das Gewerbegebiet in Stachenhausen schon so lange still? Die Gemeinde soll in Vorleistung gehen und nicht warten, dass genug Gewerbe zusammenkommt. Ähnlich sieht er das im Bereich Wohnbau: Jetzt gebe es plötzlich Neubaugebiete, warum vorher mehrere Jahre nichts?

Bauer: In Stachenhausen jetzt geologische Untersuchungen fertig, „das ist am Werden“. Nach vielen größeren Projekten seien jetzt Kapazitäten frei, dass man Wohnungsbau in Angriff nehmen kann.

20:10: Die Moderatoren lassen eine Abstimmung mit den Füssen durchführen – das Publikum soll für seinen Kandidaten trampeln. Dsa Stimmungsbild nach Lautstärke: Ungefähr gleichstark. Es ist aber eindeutig eine Grüppchenbildung in der Halle zu hören – die Anhänger der Kandidaten sitzen beieinander.

20:12: Die Moderatoren nennne den Kandidaten einen Teilort und erwarten ein Projekt: Bei Eberstal stockt Bauer, in Diebach ist sein erstes Projekt der Dank an die Wähler. Schmitt will in Dörrenzimmern erstmal das Vertrauen der Bürger wiederherstellen. In dieser Runde verliert auch Schmitt einmal den Faden.

20:15: Umgang mit dem Gemeinderat, Samstagssitzung des Gemeinderats:
Bauer betont, dass er die nächste Sitzung bewußt am Samstag angesetzt hat, damit man ihm nicht vorwerfen kann, er wollte Themen erst nach der Wahl besprechen. Schmitt will mehr demokratische Mitwirkung bei der Auswahl der Themen im Gemeinderat und will durch frühzeitige Information den Gemeinderät:innen mehr Zeit zur inhaltlichen Auseinandersetzung geben.

20:20 Nochmals Bürgerfragen:

Warum hat Ingelfingen keinen Fahrdienst für Senioren?
Bauer: in Zusammenarbeit mit dem Seniorenrat zurückgestellt.
Schmitt: Andere Verkehrsthemen, Buslinien oder Haltestellen, sind unmittelbarer.

Frage an Schmitt: Angebote für Jugendliche, was kann Ingelfingen für 12-18 anbieten?
„Die Jugendlichen haben Ideen en masse“, Bikerpark, „Affenkäfig“ sind Vorschläge, die er bereits erhalten hat.

Frage an Bauer: Warum so viel Fluktuation im Gemeinderat. Wegen autoritären Führungsstils? Er sieht keine große Fluktuation, kann sich an zwei Personen erinnern, die den GR verlassen hätten. „Dass ich von oben herab regieren würde, sehe ich nicht. Alle werden gleich behandelt, egal wer es ist.“

Altersgerechte Spielgeräte für alle Altersgruppen, konkret für die Kleinsten im Alter von ein bis zwei Jahren:
Bauer antwortet erstmal auf einen Vorwurf, der nicht erhoben wurde: „Unsere Spielplätze sind in einem guten Zustand, diese Vorwurf lasse ich nicht gelten.“ Kleinkindschaukeln für die Jüngsten seien bestellt. Er ergänzt: „Wenn irgendwas ist, lassen Sie’s mich wissen. Ich kann nichts tun, wenn ich’s nicht weiss“.

Letztes Thema: Bildung und Schule, an Schmitt: Er will die Bildungmöglichkeiten vor Ort ausbauen, im Raum stehe ja, dass man in Ingelfingen auch Abitur machen kann. Die derzeitige Situation mit Schulwechsel nach Künzelsau sei suboptimal.

Letzte Frage an Bauer: Er widerspricht einer Bürgerfrage, nach der er im letzten Jahr gesagt haben soll, keine Lust aufs Amt zu haben und nicht mehr kandidieren zu wollen. Er hoffe, am 8. Mai gewählt zu werden.

ein letztes Stimmungsbild fragen die Moderatoren ab, bevor sie das Forum schließen: Das Forum hat den Menschen gefallen, keiner der Zuschauer will seine Meinung durch die Vorstellung geändert haben.

Armin Rössler und tamara Ludwig stellen fest, dass es am Sonntag wohl eng wird und beendet die Veranstaltung. Nicht alle gehen unmittelbar nach Hause – im Saal und vor der Stadthalle stehen die Menschn in Gruppen beoieinander und lassen die Veranstaltung Revue passieren.

Vor Ort: Matthias Lauterer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




„Wer auch immer sowas tut, sollte sich bewusst sein, dass er allen Kandidaten schadet.“

Die Demokratie in Deutschland lebt von Wahlen, die nach demokratischen Grundsätzen durchgeführt werden. Jeder Bürger, jede Bürgerin soll gleichwertig sein, alle Stimmen sollen gleichviel zählen. Jeder soll das Recht haben, sich aus verschiedenen Quellen zu informieren und seine Wahlentscheidung aufgrund seiner Informationen und seines Gewissens zu treffen.

Wenn nun Menschen ein Schreiben unter dem Briefkopf der Stadt Ingelfingen verteilen, in dem ein hanebüchener Unsinn verbreitet wird, dann vergehen sich diese Menschen an der Demokratie. Über die Motivation dieser Menschen ist noch nichts bekannt – möglicherweise kommen Sie sich besonders witzig vor und betrachten den Brief als Maischerz. Möglicherweise wollen sie aber auch tatsächlich politisch Einfluß nehmen und haben diese Aktion in einen Maischerz verkleidet, das ist nicht ganz abwegig.

Inhalt des Schreibens ist Unsinn

Eine Doppelspitze, wie in dem Schreiben genannt, gibt es im baden-württembergischen Wahlrecht nicht, insofern kann das Landratsamt einer „Änderung der Wahl“ nicht zugestimmt haben. Und schon gar nicht nach einem ominösen §17(2) einer ominösen Gemeindewahlordnung.

Die Kandidaten sind sich einig

In einem Punkt hat der Brief aber recht: Die beiden Kandidaten, Bürgermeister Michael Bauer und sein Gegenkandidat Klaus Schmitt sind sich einig – zumindest, was die Art und Weise des Vorgehens des oder der Briefschreiber angeht.

„Strafanzeige gegen Unbekannt bezüglich der von mir aufgeführten Zitate gestellt.“

Bauer kommentiert gegenüber GSCHWÄTZ: „Ich habe eine Strafanzeige gegen Unbekannt bezüglich der von mir aufgeführten Zitate gestellt.“ Auf die Frage nach Konsequenzen für den Wahlablauf antwortet er:  „Ich persönlich sehe hier, dass es keine Konsequenzen für die Wahl und den Wahltermin haben wird.“

„allen Wählern versichern, dass dies Humbug ist“

Gegenkandidat Schmitt bekräftigt: „Wer auch immer sowas tut, sollte sich bewusst sein, dass er allen Kandidaten schadet. Egal für wen er stimmen mag. Und vor allem, dass er sich in mehrfacher Hinsicht strafbar macht. Wir sollten jetzt so schnell wie möglich allen Wählern versichern, dass dies Humbug ist und von mir dementiert wird. Diese Sache ist äußerst ärgerlich, denn Sie kostet wieder unnötig Energie und vielleicht sogar Redezeit, die für inhaltliche Themen viel besser eingesetzt werden könnte.“

„In den Wahllokalen wird am kommenden Wahlsonntag die Wahlhandlung wie gewohnt durchgeführt werden.“

Heidrun Weiß, Hauptamtsleiterin der Stadt Ingelfingen sagt: „Bezüglich des von Ihnen erwähnten Schreibens wurde Strafanzeige erstattet. Die polizeilichen Ermittlungen laufen, federführend in der Angelegenheit ist nun die Staatsanwaltschaft. Das Landratsamt wurde über den Sachverhalt informiert. In den Wahllokalen wird am kommenden Wahlsonntag die Wahlhandlung wie gewohnt durchgeführt werden.“

Wählertäuschung als Straftatbestand

Die Pressestelle der Polizei Heilbronn bestätigt den Eingang der Strafanzeigen, zumindest in einem Fall wurde Anzeige nach §108a StGB erstattet. Der §108a StGB Wählertäuschung, sagt:

(1) Wer durch Täuschung bewirkt, daß jemand bei der Stimmabgabe über den Inhalt seiner Erklärung irrt oder gegen seinen Willen nicht oder ungültig wählt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Der Nachweis, dass jemand tatsächlich „falsch“ gewählt hat, wird schwer fallen, aber bereits der Versuch der Wahlbeeinflussung ist strafbar. Und zusätzlich kommen noch weitere Delikte infrage, wie zum Beispiel die Verletzung der Persönlickeitsrechte der im Brief namentlich genannten und „zitierten“ Personen oder die Verwendung des Logos der Stadt Ingelfingen.

Landratsamt: „entbehrt jeglicher Grundlage“

In einer Stellungnahme geht das Landratsamt von einem mißglückten Maischerz aus. „Die Ausführungen entbehren jeglicher Grundlage. Es bestehen keine entsprechenden Erklärungen der beiden Bewerber und das Landratsamt hat in der Sache auch keine Prüfung vorgenommen. Weder die Gemeindeordnung noch das Kommunalwahlrecht ermöglichen eine Kandidatur als Doppelspitze.“ Auch das Landratsamt ist sich sicher: „Das Schreiben hat damit keine Auswirkungen auf die weitere Wahlvorbereitung und die Durchführung der Bürgermeisterwahl der Stadt Ingelfingen am 8. Mai 2022.“

Text: Matthias Lauterer

 




„Keine Fotos, keine Videos, keine Tonaufnahmen“

„Für mich ist das ein Traumberuf, Bürgermeister einer so schönen Flächengemeinde wie Ingelfingen zu sein“, erklärt Michael Bauer, Ingelfingens amtierender Bürgermeister, am Samstag, den 23. April 2022, im Dorfgemeinschaftshaus in Ingelfingen-Stachenhausen. Am 08. Mai 2022 wird er sich bei der Bürgermeisterwahl seinem Herausforderer Klaus Schmitt stellen. Bis dahin hat er noch einige Termine auf seiner Wahlkampftournee vor sich.

Die Stimmung ausgelassen

In Stachenhausen haben sich rund 30 Interessierte um Bauer zusammengefunden. Doch die Atmosphäre erinnert eher an ein Beisammensein mit Freunden, als an eine Wahlkampfveranstaltung. Bauer spricht die meisten Anwesenden mit Namen an und reißt immer mal wieder einen Witz. Die Stimmung ist ausgelassen.

Die Agenda des Abends sieht eine Vorstellung des Bürgermeisters, einen Rückblick auf die letzten 16 Jahre der Ära Bauer und einen Ausblick auf Ingelfingens Zukunft vor, wie sie mit „weiteren acht Jahren Bauer“ aussehen könnte, vor.

Unter Freunden

Gerne hätten wir diese Veranstaltung mit der Kamera begleitet, jedoch kam vom amtierenden Bürgermeister die klare Ansage: „Keine Fotos, keine Videos, keine Tonaufnahmen.“ Offenheit sieht anders aus. Pressefreiheit ebenso. Ein Bericht in der „Zeit“ zeigt die Rechtslage im Falle eines solchen „Fotografierverbots“ auf: „Foto- und Videoaufnahmen sind für die Berichterstattung unerlässlich. Deshalb gilt: ‚Im öffentlichen Raum dürfen Journalisten andere Menschen grundsätzlich filmen und fotografieren‘, sagt Tobias Gostomzyk, Professor für Medienrecht an der TU Dortmund. Das Anfertigen von Bildern verstoße nicht gegen Persönlichkeitsrechte.

Es dürfen keine Hilflosen zur Schau gestellt werden

Allerdings gelten auch Einschränkungen. So dürfen Personen nicht in besonders geschützten Räumen, etwa der eigenen Wohnung, aufgenommen werden. Auch dürfen keine Hilflosen zur Schau gestellt werden. Verstöße dagegen können mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden (§201a StGB).

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-08/persoenlichkeitsrecht-journalismus-kamera-aufnahmen-recht-presse

Auch datenschutzrechtlich sind Pressevertreter gesetzlich privilegiert, weil sie einer öffentlichen Aufgabe nachkommen. ‚Werden Aufnahmen zum Zweck der Berichterstattung angefertigt, ist dies kein Verstoß gegen das Datenschutzrecht – obwohl sich über die Aufnahmen etwa sagen lässt, wann eine Person wo und (im Falle einer Demonstration) zu welchem Zweck gewesen ist‘, erklärt Gostomzyk.“

Bauer hätte uns also kein Fotografie- und Filmverbot aussprechen dürfen. Nach 16 Jahren als Person des öffentlichen Lebens muss ihm das bewusst gewesen sein. Aus Kulanz haben wir also darauf verzichtet, Aufnahmen anzufertigen, auch in dem Wissen, dass das Verbot nicht rechtens und ein Eingriff in die Pressefreiheit ist.

Ingelfingen nicht verschlafen

„Falls Sie gelesen haben sollten, wir seien eine verschlafene Stadt, an der die Entwicklung vorbeigezogen ist und wir seien von den Nachbarkommunen überholt worden, dann möchte ich Ihnen jetzt in der nächsten halben bis Dreiviertelstunde das Gegenteil beweisen“, kündigt Bauer eingangs an.

Während seines Vortrags lässt der 55-Jährige auch das Thema „Freizeit und bürgerschaftliches Engagement“ nicht aus: „Wir haben in Ingelfingen sehr viele Vereine. (…) Die Vereine sind mir besonders wichtig – auch im Gemeinderat. Deshalb haben wir durchgehend – auch in finanziell schlechten Zeiten (…) – die Vereins- und Jugendförderung weiter betrieben. (…)“

Den TSV Ingelfingen ganz vergessen?

Doch bei Bauers Aufzählung von Beispielen, bei denen die Stadt die Vereine unterstützt hat, wird ein Herr im Publikum stutzig: „Den TSV Ingelfingen haben Sie jetzt bewusst ausgespart, oder? Auch so den ganzen Kram, was das Thema Sportheim und die ganze Diskussion und den ganzen Kram angeht? Ich bin da übrigens auf Eurer Seite.“ „Ich bin auf gar keiner Seite“, entgegnet Bauer diplomatisch. „Wenn da etwas gebaut wird, wird es einen Zuschuss geben, aber eins ist klar: Die Stadt selbst kann nicht 100 Prozent der Kosten übernehmen. Also ‚Zuschuss‘, habe ich immer gesagt, ‚kriegt ihr von uns‘.“

Detaillierte Bürgeranliegen

„Herr Bauer, Sie haben das Thema ‚Wege‘ angesprochen“, meldet sich ein Herr aus dem Publikum. „Ich habe Fotos von Wegen aufgenommen. Die möchte ich Ihnen geschwind zeigen. Die Situation ist, dass die Müllautos bzw. LKWs, die im Moment den Erdaushub vom Pfannenweg herausfahren hinten ums Eck herum beim Anwesen Grau Schaden anrichten. Der Weg sieht furchtbar aus. Das ist ein asphaltierter Weg, von der Klassifizierung her ein Feldweg. Die Müllautos fahren am Pfannenweg hinter und radieren jedes Mal die Kurve. Dann fahren LKWs Bauschutt beziehungsweise Aushub hinter. Die rammen die Feldwege zusammen. In den 50er Jahren sind diese Wege für andere Lasten ausgelegt worden und heute fahren 20 bis 25 Tonnen drauf.“ „Ich sehe das genauso. Die Wege damals in den 50er Jahren sind natürlich nicht für die Lasten ausgebaut worden, die heute darauf bewegt werden“, antwortet Bauer. „Das ist ganz klar. Ich sage jetzt einmal: Heutzutage sind das ja keine Schlepper mehr. Das sind fast schon Lokomotiven, die da herumfahren, von der Größe her und wie die aussehen. Deshalb sind die ganzen Feldwege, aber das ist nicht nur in Ingelfingen so, das ist überall so, durch die Zunahme der Lasten, die gefahren werden, in Mitleidenschaft gezogen. (…) Das wissen wir auch und wir sind deswegen zugange im Feldwege-Programm für die Modernisierung ländlicher Wege. Da machen wir jetzt dieses Jahr fünf Stück in der Gesamtgemeinde. Da machen wir auch weiter, indem wir weiter Folgeanträge stellen.“

„Meine Autos sind geländegängig“

„Wenn Sie jetzt bei den Wegen sind: Die Mühlhofer Straße oben hinter da am Friedhof vorbei ist auch in schlechtem Zustand“, meldet sich ein Herr mit freundlicher Stimme zu Wort. „Gut, die müssen wir dann auch mit aufnehmen“, sagt der Bürgermeister. „Ich bin da letztens auch vorbeigefahren. Ich meine, meine Autos sind geländegängig, aber schnell fährst du da nicht. Wir haben das mal so gemacht, dass der Ortsvorsteher sich mit dem Ortschaftsrat berät und die zwei schlechtesten Feldwege auswählt, dass man sich dann um die kümmert. (…) Das machen wir dann wieder so.“

Von Stachenhausen nach Dörrenzimmern fahren, wenn man auf die Toilette muß

Als nächstes wird das Thema Dorfplatz angesprochen. Nach Umbau des Dorfgemeinschaftshauses ist nämlich noch nicht klar, ob dieser unterhalb des Hauses bleiben soll oder an einen anderen Ort oberhalb verlegt werden soll. „Zum Thema ‚Dorfplatz‘“, erinnert sich ein Bürger. „Da muss man auch an die sanitären Anlagen denken. Wir haben schon Gäste aus Dörrenzimmern da gehabt, die mussten dann heimfahren, als sie auf die Toilette wollten. Die sind dann auch nicht mehr gekommen.“ „(…) Ich würde sagen, jetzt warten wir mal, bis der Parkplatz (am Dorfgemeinschaftshaus) fertig ist und dann können wir darüber reden. Der Dorfplatz oben oder unten hat Vorteile, da muss man dann abwägen, wo der Weg hinführt.“

Giganetz als großes Thema

„Herr Bauer, was machen wir mit den Giganetz-Werbetafeln? Die fahren überall in der Gegend herum“, erzählt ein Anwohner. „Ich habe da auch schon welche mitgenommen, die herumlagen.“ „Ich habe auch schon welche entsorgt“, sagt ein Herr aus der ersten Reihe. „Da liegen überall Kabelbinder und so etwas. Mittlerweile sind viele (Werbetafeln) auf Kniehöhe heruntergerutscht.“ – „Hoffentlich hängen meine Tafeln noch.“, scherzt Bauer. Das Publikum lacht herzhaft und beruhigt den passionierten Jäger. „Sind meine also noch nicht auf Kniehöhe heruntergerutscht?“, will sich dieser versichern. „Ihre Tafeln müssen Sie dann aber selbst entsorgen, wenn Sie herunterfallen, Herr Bauer“, ruft ein Herr aus dem Publikum. „Noch einmal zum Thema Giganetz: Das ist eine Sauerei. Die Tafeln fahren überall herum.“ „Das ist halt der Wind gewesen, der die weggerissen hat“, erklärt Bauer. „Die müssen die natürlich wieder holen. (…)“ „Da sollten Sie vielleicht einmal drauf schießen“, lautet ein Vorschlag aus dem Publikum. „Was habe ich davon, wenn ich da meine Jagdmunition verschwende? Meinen Sie, die treffe ich wenigstens, die sind groß genug?“, scherzt Bauer. „Die haben auch eine grelle Farbe, die sieht man dann besser“, ruft ein Besucher aus der ersten Reihe.

Bürger sehen viele offene Themen

Weitere Themen, die die Bürger interessieren sind die Sanierung des Netto-Parkplatzes, die Platzierung des neuen Dorfplatzes, Rad- und weitere Feldwege, die Schaffung von 30er-Zonen und Verkehrssicherheit, die Frage danach, wie sich die Einnahmen der Gewerbesteuer verändern werden, wenn Gemü teilweise in den Waldenburger Gewerbepark umzieht, der Glasfaser-Ausbau in Ingelfingen, Freiflächenphotovoltaik, die Reinigung von Straßengräben, der Bau von Mehrfamilienhäusern, die Integration von neu Zugezogenen in die Dorfgemeinschaft, die Bewahrung von Ingelfingen Selbstständigkeit und Verwaltungsgemeinschaften.

Bürgermeister Bauer ist mit seiner Leistung zufrieden

Nach Abschluss von Bauers Rückblick auf seine letzten beiden Amtszeiten und der offiziellen Veranstaltung fragt ein Besucher aus der letzten Reihe: „Herr Bauer, ich habe noch eine Frage. Sie haben jetzt sehr viel Positives aufgezählt, das Sie in den letzten 16 Jahren erreicht haben. Sehen Sie selbst etwas in Ihrer Arbeit der letzten Jahre, wo Sie sagen: ‚Hätte ich vielleicht besser machen können‘?“ „Das ist immer eine schwere Frage“, antwortet der amtierende Bürgermeister. „Ich denke einmal, was für mich hätte besser laufen können, ist, dass man im Bereich Innenentwicklung mehr vorangekommen wäre.“

Text: Priscilla Dekorsi

 




Ingelfingens Bürgermeister fühlt sich von der Presse ungerecht behandelt

Nachdem wir schon mehrfach über den Bürgermeisterkandidaten Klaus Schmitt berichtet haben, hätten wir uns sehr gefreut, wenn auch ein Gespräch mit dem amtierenden Ingelfinger Rathauschef Michael Bauer zustande gekommen wäre

Interview abgelehnt

Nun hat Bauer in einer schriftlichen Mitteilung ein Interview während des Wahlkampfes abgelehnt. Eigentlich war es nicht mal ein Interview. GSCHWÄTZ hatte ihm 5 Fragen mit der Bitte um schriftliche Beantwortung per Mail geschickt. Bauer hat dies abgelehnt, weil er befürchtet, dass aufgrund der GSCHWÄTZ-Berichterstattung in der Vergangenheit über ihn kein fairer und sachlicher Artikel herauskommen werde.

Gerichtsverfahren wegen Nötigung

GSCHWÄTZ hat in der Vergangenheit unter anderem über das schlechte Verhältnis von Michael Bauer zum TSV-Vorstand Bernd Bauer und zum Faschingskomittee berichtet. Auch sein Gerichtsverfahren (und Verurteilung) wegen Nötigung bezüglich einer Ingelfinger Einwohner:in war Thema unserer Berichterstattung. Hierauf hat er bei einer öffentlichen Veranstaltung in Ingelfingen gedroht, die Redaktion zu verklagen.

Auch mehrere Gemeinderäte seien in den vergangenen Jahren unter anderem wegen seines Verhaltens hinter den Kulissen aus dem Gemeinderat ausgetreten. Das Verhältnis zu Bürgermeistern in den Nachbargemeinden ist mehr schlecht als Recht. Aus dem Kreistag ist er ausgeschieden.

Leider hat Michael Bauer diese Möglichkeit nie wahrgenommen

Die Redaktion hat Michael Bauer bei jedem dieser Themen stets um eine Stellungnahme gebeten, damit er seine Sicht der Dinge schildern kann. Leider hat Michael Bauer diese Möglichkeit nie wahrgenommen. Stattdessen hat er die Gelegenheit genutzt, um bei einer Gastpredigt in der Kirche in Dörrenzimmern, GSCHWÄTZ zu diffamieren. Ein Gesprächsangebot im Nachgang hat er abgelehnt.

In einem anderen Fall hat er seinen Anwalt eingeschaltet, damit wir über ein gewisses Thema nicht mehr schreiben.

Anschuldigungen, Drohungen, Unter Druck setzen. Im Wahlkampf derzeit soll er wohl aber derzeit sehr nett sein.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




„Ein Bürgermeister ist für die Menschen da und nicht umgekehrt“

Nicht mal einen Monat bleibt den Kandidaten noch Zeit, die Ingelfinger von sich als Rathauschef zu überzeugen. Seit Montag, den 11. April 2022, ist klar: In Ingelfingen bewerben sich Klaus Schmitt und der amtierende Bürgermeister Michael Bauer um das Amt. Während Niedernhall nur einen Kandidaten hat: den amtierenden Bürgermeister Achim Beck. Auch im Nachbarstädtchen Niedernhall wählen die Einwohner:innen am 08. Mai 2022 ihren neuen Rathauschef.

„Ich bin froh, dass ich mich beworben habe“

Dr. Sandra Hartmann hat mit Ingelfingens Bewerber Klaus Schmitt gesprochen, wie seine nächsten Wochen ausschauen.

GSCHWÄTZ: Wie geht es Ihnen am heutigen Tag, nachdem nun klar ist, dass es keinen weiteren Bewerber um das Amt des Ratshauschefs in Ingelfingen geben wird?

„Keine Chance auf einen Wechsel“

Schmitt: Nachdem es keine weiteren Mitbewerber gibt, bin ich umso mehr froh, dass ich mich beworben habe. Sonst wäre Herr Bauer der einzige Kandidat und damit hätte Ingelfingen keine Chance auf einen Wechsel gehabt.

GSCHWÄTZ: Warum wünschen Sie sich einen Wechsel für Ingelfingen?

Schmitt: Weil ich der Meinung bin, dass in Ingelfingen in den vergangenen 16 Jahren zwar viele Dinge angegangen wurden, aber es gibt darüber hinaus viele Projekte, die der Aufmerksamkeit wert sind, auch wenn es keine Fördergelder dafür gibt.

GSCHWÄTZ: Welche Projekte zum Beispiel?

Die Kindergärten zum Beispiel. Im Kindergarten Pusteblume etwa gibt es Risse in den Decken, im Boden, an den Wänden. Die Stadtverwaltung hat hier bislang nichts unternommen.

GSCHWÄTZ: Wie schauen nun bei Ihnen die nächsten Wahlkampfwochen aus bis zur Wahl am 08. Mai 2022?

„Der Fokus liegt in den Teilorten“

Schmitt: Der Fokus liegt auf den Teilorten, um dort näher auf die Themen einzugehen, die die Menschen interessieren. Ich war vorher schon in Gesprächen mit den Menschen und habe Ortsbegehungen gemacht und freue mich auf weitere Dialoge. Bislang habe ich sehr viele positive Rückmeldungen für meine Kandidatur bekommen. Viele Menschen sind frustriert, dass ihr Engagement nicht entsprechend gewürdigt wird, dass Dinge immer wieder zurückgestellt werden. Bei der Zusammenarbeit zwischen der Stadt und anderen Organisationen oder den Teilorten kann man noch einiges verbessern. Ich war gestern bei Gemü und habe gefragt, was sie von einem Bürgermeister erwarten, ich bin im Gespräch mit Kirchenvertretern, mit den Vereinen. Weitere Gespräche mit Wirtschaftsvertretern sind vorgesehen mit dem Fokus darauf, wir man als Team Ingelfingen stärken kann.

GSCHWÄTZ: Herr Bauers Plakate kann man schon überall sehen. Wo sind ihre?

Schmitt: Die kommen demnächst. Die Flyer haben meine Frau und bereits in jeden Briefkasten in Ingelfingen und den Teilorten verteilt. Vier Tage bei Eis und Schnee im April. Aber dadurch haben wir auch viele Rückmeldungen von Einwohner:innen bekommen.

GSCHWÄTZ: Haben Sie auch gemeinsame Wahlkampfauftritte mit Herrn Bauer?

Schmitt: In jedem Teilort gibt es gesonderte Einzeltermine von mir, bis auf den 28. April 2022 in der Turnhalle in Ingelfingen um 19 Uhr. Das ist eine städtische Veranstaltung. Da sind wir gemeinsam vor Ort.

GSCHWÄTZ: Haben Sie seit Ihrer öffentlichen Kandidatur mit Herrn Bauer persönlich gesprochen?

Schmitt: Nein, bislang nicht.

„Auf mein Wort kann man sich verlassen“

GSCHWÄTZ: Was unterscheidet Sie von Herrn Bauer?

Schmitt: Letzten Endes möchte ich gar nicht so sehr auf die Unterschiede schauen, sondern mehr darauf, was mich ausmacht. Ich gehe auf die Menschen zu, auf mein Wort kann man sich verlassen, ich möchte hören, was die Einwohner:innen brauchen, um daraus eine gute Politik zu machen. Ein Bürgermeister ist für die Einwohner:innen da und nicht umgekehrt. Dafür stehe ich.

GSCHWÄTZ: Was würde Ihr erstes großes Projekt sein, wenn Sie gewählt werden würden?

Schmitt: Ich habe von einem Bürgermeister den Rat bekommen, die Sachen langsam anzugehen. Ich würde mir daher erst einmal von der Verwaltung und den Prozessen ein Bild machen und mit den Menschen ins Gespräch kommen wollen, wo sie noch Verbesserungsvorschläge hätten. Und dann kommen die ersten Projekte, wie etwa die Erneuerung der Spieplätze, da wo es nötig ist, und eine vertiefende Kommunikation mit den Teilorten.

 




Start der kleinen Wahlkampftournee von Klaus Schmitt in Diebach

Pressemitteilung Bürgermeisterkandidat Klaus Schmitt




Nicht alles, womit er wirbt, hat er in die Tat umgesetzt

Eine Nummer größer hätte sein blauer Anzug sicher auch gut ausgeschaut. Nun hängt er überall auf Wahplakaten in Ingelfingen. Der amtierende Bürgermeister Michael Bauer möchte am 08. Mai 2022 gerne wiedergewählt werden von seinen Einwohner:innen. Derzeit gibt es einen Gegenkandidaten, Klaus Schmitt (wir berichteten), ebenfalls aus Ingelfingen-Lipfersberg. Die beiden sind quasi Nachbarn.

Viel gemeinsam haben sie indes nicht

Viel gemeinsam haben sie indes nicht. Während Klaus Schmitt Aufbruchsstimmung in dem kleinen Kocherstädtchen verbreiten möchte und mit mehr Kommunikation und Transparenz wirbt, betont Michael Bauer – wie viele seiner Bürgermeisterkollegen, wenn sie wiedergewählt werden möchten – wie viel denn schon gemeinsam geschafft wurde in den vergangenen – in diesem Fall 16 – Amtsjahren. „Gemeinsam viel erreicht“ heißt denn auch sein Wahlslogan. Darunter listet Bauer in einem Faltflyer diverse Erfolge der vergangenen Jahre auf. Etwa den Neubau der Heinrich-Ehrmann-Halle und die Platzgestaltung des Fritz-Müller-Platzes in der historischen Altstadt, ebenso wie den Wochenmarkt, den es dort seit einigen Jahren gibt sowie den Breitbandausbau. All die Errungenschaften, die er in seinen Augen erreicht hat, kann man in dem untenstehenden Flyer nachlesen, den wir hier vollständig abdrucken.

Nicht alles, womit er wirbt, hat er bereits in die Tat umgesetzt

Man muss jedoch sagen, das nicht alles bisher in die Tat umgesetzt wurde, was darin als Erfolg verbucht wird, etwa den Breitbandausbau. Derzeit wirbt die Stadt Ingelfingen und auch Bürgermeister Bauer mit dem privaten Glasfaseranbieter Giganetz, der bei einer Beteiligung der Ingelfinger Haushalte von 35 oder mehr Prozent, den Glasfaser-Ausbau für die Stadt vornimmt. Also: Erledigt ist da noch nichts und zahlen tut es, wenn es nach Bauer geht, am liebsten ein privater Investor, nämlich Giganetz. Das wäre für die Stadt das Günschtigschte, wie Bauer in einer Gemeinderatssitzung Anfang des Jahres 2022 betont – womit er sicher nicht Unrecht hat, aber den Breitbandausbau als bereits geleisteten Erfolg in einen Flyer zu packen, scheint doch etwas übertrieben. Und wer als ein weiterer Erfolg einen Wochenmarkt auflistet, nun gut.

Wochenmarkt als weiterer Erfolg

Die größten Erfolge in seiner Amtszeit sind sicherlich die Sanierung der Georg-Fahrbach-Schule und der Sporthallenneubau. Das war und ist für Ingelfingen, für Bildung und Sport, sehr wichtig. Das ist Lebensqualität und macht die Attraktivität einer Stadt aus. Aber es bleibt nicht zu vergessen, dass beim Sporthallenneubau und den dazugehörigen Planungen vieles auch ehrenamtlich vom TSV gestemmt und mitgestaltet wurde. Es gab hinter den Kulissen deswegen und wegen diversen anderen Dingen viele Konflikte. Eine normale Kommunikation ist hier kaum mehr möglich.

Einwohner:innen vor vollende Tatsachen gestellt

Mit der Schule und der Schulleitung indes arbeitete und arbeitet Bauer sehr eng und gut zusammen. In anderen Bereichen wie in der Wirtschaft, bei Kultur und Sport von diversen Gemeinderäten hört man des Öfteren ein Wehklagen, dass mit ihm nicht gut Kirschen essen sei, wenn man nicht mit seiner Meinung einhergeht. Bauer sei nachtragend, habe ein Freund-Feind-Denken und nicht selten geschehen Taten vor der Kommunikation wie jüngst in Eberstal, als die Einwohner:innen vor vollendete Tatsachen gestellt wurden beim Abholzen von altem Baumbestand (wir berichteten).

Gewerbegebiet in Stachenhausen liegt schon seit längerem im Dornröschenschlag

Im Flyer stehen auch Dinge, die sich Bauer als Erfolg verbucht, aber andere Einwohner:innen, darunter auch Gemeinderäte, nach wir vor vermissen und sich mehr wünschen, etwa „die Erschließung von Gewerbeflächen“. Stachenhausen etwa liegt schon seit längerem im Dornröschenschlaf. Manchmal stimmt seine Selbstwahrnehmung und Selbsteinschätzung nicht mit der Fremdwahrnehmung seiner Umgebung überein, nicht nur in diesem Punkt.

In den „Senkel gestellt“

Bauer präsentiert sich in seinem Flyer auch mit seinem Enkel, quasi als Familienmensch. Aber auch hier stehen seine Taten in der Vergangenheit nicht gerade überzeugend für die eines Familienmenschen. Kommunikation mit anderen auf Augenhöhe, damit tut er sich im Allgemeinem immer wieder schwer. Man erinnere sich nur an den Vorfall, als er seinen Hund nicht unter Kontrolle hatte und eine Katze dabei sterben musste oder als er eine Autofahrerin in den, wie sagt man so schön, „Senkel gestellt“ hat und vor Gericht dafür sogar verurteilt wurde.

Was ein sehr gutes Licht auf ihn wirft, ist aber eine solide Haushaltsführung in und für Ingelfingen. Seine Finanzen hat er im Griff.

Text: Dr. Sandra Hartmann