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Hauptsach‘ koi Badelatsche

Die alde Fraa von drobbe de Höh‘ verfolgt die Bürgermeisterwahl in Künzelsau mit Argusaugen. Frei Schnauze, gerade so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist, erzählt sie in Ihrem Kommentar, warum Badelatschen und Föhnfrisuren als Bürgermeischter gar nicht gehen.

Ein Kommentar.

Meht zum Thema Bürgermeisterwahl in Künzelsau 2018 gibt es hier:




„Wir sind am Ende gescheitert“

// Video: Die Bürgermeisterkandidaten stellen sich den Bürgern in der Stadthalle Künzelsau vor

// offene Worte von Bürgermeister Stefan Neumann

// Kandidatin Henrich: „Wenn du etwas besprechen willst, geh‘ zu einem Mann. Wenn du etwas erledigt haben willst, geh‘ zu einer Frau.“

Für Sie vor Ort: Unser Reporter Dr. Felix Kribus

 

Am Mittwochabend, den 16. Mai 2018, haben sich die Kandidaten für das Bürgermeisteramt in Künzelsau den Bürgern in der Stadthalle in Künzelsau präsentiert. Dabei punktete der amtierende Bürgermeister Stefan Neumann mehr mit lokalen Themen. Ruth Hildegard Henrich stellte ihre Vision für die Kreisstadt für die nächsten zwei Jahrzehnte vor und stellte Themen wie die Trinkwasser- und Energieversorgung in den Mittelpunkt ihrer Rede.

 

„Das Amt des Bürgermeisters ist ein sehr verantwortungsvolles Amt. Er ist der Vertreter der Stadt nach aussen und quasi der erste Bürger.“ Mit diesen Worten begrüßte Christian von Stetten, CDU-Bundestagsabgeordneter  und stellvertretender Bürgermeister der Stadt Künzelsau, die Bürger in der Stadthalle.

 

// Neumann: „Die wohnortnahe Versorgung bleibt auf der Strecke“

 

Stefan Neumann macht den Auftakt und betonte in seiner Rede: „Wir wollen ein Ort für Ideen sein“ und zählte auf, was ihm in den vergangenen Jahren geglückt ist: „Wir haben nach langen Jahren einen Investor für das Quartier an der Stadtmauer gefunden. Wir haben einen Gestaltungsbeirat einberufen  und wir haben ein Konzept zur Sanierung der Künzelsauer Kläranlage vorgelegt und prüfen parallel die Beteiligung an der Großkläranlage Kochertal.“ Nicht selbstverständlich sei: „Wir haben einen gebührenfreien Kindegarten.“ Das solle auch so bleiben. „Dies ist echte Familienförderung und solle auch so bleiben.“ Die Schulen seien saniert worden. Er ging auch auf den Verlust des Künzelsauer Krankenhauses ein: „Wir haben die Bürgerschaft beim Kampf um unser Krankenhaus unterstützt, haben eigene Alternativkonzepte entwickelt und sind doch am Ende gescheitert, da größere Einheiten angeblich wirtschaftlicher sein sollen. Die wohnortnahe Versorgung. Kurze Wege bleiben auf der Strecke.“

Er betonte jedoch auch, dass Künzelsau keine allzu großen Sprünge  machen könne, da die Stadt seit 2008 Gewerbesteuerrückzahlungen in Millionenhöhe leisten müsse. Die Stadt sei hier „unbeteiligter Dritter“, die die Gewerbesteuern zwar einnehme, „zu einem Großteil aber an Kreis, Land und Bund weitergibt. Von einem Euro Gewerbesteuer verbleiben rund 30 Cent bei uns“.

 

// Neumann: Den Eingang der Stadt verändern //

 

Themen, die es künftig anzugehen gilt, seien: Das Bau des neuen Landratsamtes. In diesem Zuge laufe ein städtebaulicher Wettbewerb. Bis zum Herbst sollen in diesem Rahmen Ideen entwickelt werden, die den Eingang unserer Stadt dauerhaft verändern können. Weitere Themen seien die Gewerbeentwicklung, die Entwicklung der Innenstadt, die Digitalisierung der Verwaltung und auch die Entwicklung der Gesundheitsversorgung. Neumann: „Wir werden uns mit dem neuen Partner [Anm. d. Redaktion: die BBT-Gruppe] aktiv einbringen“

 

Sein Schlusswort: „Wir sind für Sie da. Und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass sich Künzelsau als Ihre Heimat für Sie und unsere Unternehmen gut entwickelt. Ich kämpfe dafür, dass unsere Lebensqualität weiter zunimmt.

 

// Henrich: Trinkwasserversorgung sichern //

 

Für die Unternehmensberaterin Ruth Hildegard Henrich sind die Hauptthemen der Zukunft: die Trinkwasserversorgung und die Energieversorgung der Stadt. „Das erste, was mir auffällt in der Region“, sagte sie in ihrer Rede, „sind die Höhen und Tiefen. „Da würde es sich anbieten, Wasserkraft zu nutzen.“  Sie möchte die „Weichern stellen für die nächsten Jahrzehnte, damit die Trinkwasser- und Energieversorgung gesichert“ sei. In diesem Rahmen möchte sie auch Naherholungsgebiete schaffen.

Um Kunden in die Innenstadt zu locken, wäre es ihrer Meinung nach sinnvoll, kosenloses Parken anzubieten. „Die Parkscheine könnten von den Einzelhändlern entwertet werden beziehungsweise die Parkgebühren erstattet.“ Was sie irritiere: „Auf der Rückseite der Parktickets finde ich keine Werbung der Stadt, sondern die einer Bank.“

Bezüglich der  Gesundheitsversorgung möchte Henrich die „Notversorgung sicherstellen“. Hierbei denke sie „an ein medizinisches Zentrum mit allen medizinischen Fakultäten,  inklusive Naturheilkunde und alternativer Verfahren.“ Hierfür könnten bereits Räumlichkeiten angeboten werden. Für die Ärzte würden sich dadurch auch die Anschaffung der Geräte lohnen.

„Innovativ, lebendig und lebenswert“ soll  Künzelsau laut der Unternehmensberaterin werden. „Wenn wir das schaffen, kommen auch Fachkräfte in den Ort, die hier gern leben möchten.“

Auf die Frage, warum die Bürger sie wählen sollen zur Bürgermeisterin, antwortete Henrich:

„Wenn du etwas besprechen willst, gehen Sie zu einem Mann. Wenn du etwas erledigt haben willst, geh‘ zu einer Frau.“

 

// Wer ist für die Bürger der Favorit? //

 

Für Besucher Rolf Hamprecht ist Stefan Neumann der Favorit: „Er hat das, was die Leute hier bewegt und wie man damit umgeht, klar definiert. Die Dame war nicht schlecht, aber zu allgemein und nicht auf Künzelsau bezogen.“

 

Für Besucherin Anneliese Scholz ist ebenfalls Stefan Neumann „eindeutig“ der Favorit. Er habe eine fundierte Rede mit hoher Sachkenntnis gehalten. Frau Henrich empfand sie als „relativ schwach“. Sie bemängelte Henrichs Betonung darauf, dass sie sich nur beworben habe, weil sie Bürger darum gebeten haben: „Das war kein guter Einstieg.“




Künzelsau // Fragwürdige Äusserungen der Bürgermeisterkandidatin

Nachdem wir am vergangenen Freitag, den 11. Mai 2018, ein Telefoninterview mit Künzelsaus Bürgermeisterkandidatin Ruth Hildegard Henrich geführt haben, hat sich Ruth Hildegard Henrich nun in einer E-Mail in die Redaktion GSCHWÄTZ gewandt. Darin kritisiert  sie unter anderem unsere erste Meldung vom 08. Mai 2018, in welcher wir sie als Bürgermeisterkandidatin für Künzelsau vorgestellt haben. Ruth Hildegrad Henrich hatte sich auf das Amt offiziell beworben. Unsere Überschrift hieß: „Diese Frau will Bürgermeisterin werden“. Frau Henrich betont nun gegenüber GSCHWÄTZ:

Die Überschrift ist bereits FALSCH.  ICH WURDE VON BÜRGERN GEBETEN mich auf dieses Amt zu bewerben.  Von  „ICH WILL“ = EGO kann also keine Rede sein.“ 

Des Weiteren kritisiert Henrich, dass wir ihr den Text nicht vor Veröffentlichung vorgelegt haben. Sie betont in Ihrer E-Mail:

 

„Bitte seien Sie SEHR vorsichtig wie sie zu meiner Person formulieren. Ich komme nicht umsonst aus den USA.“

 

Wir von der Redaktion GSCHWÄTZ distanzieren uns von jeglicher Art von Einschränkung der Pressefreiheit. Es gab weder eine Übereinkunft, dass der Text vor Veröffentlichung vorgelegt werden sollte, noch ist dies im Sinne der Pressefreiheit üblich – im Gegenteil. Des Weiteren möchten wir betonen, dass man einen Wahlkampf nicht mit Drohgebärden gewinnt.

 

 

Das Interview mit Ruth Hildegard Henrich lesen Sie hier:

 




„Innerhalb des Rathauses kann man sicher noch einige Dinge effizienter gestalten“

Künzelsau // Interview mit Bürgermeisterkandidatin Ruth Hildegard Henrich

 

GSCHWÄTZ:  Warum haben Sie sich für das Amt des Bürgermeisters in Künzelsau beworben?

Henrich: Ich wurde von Bürgern gebeten. Von selbst wäre ich nicht auf die Idee gekommen. Ich habe bis dahin gar nicht gewusst, dass in Künzelsau Bürgermeisterwahl ist (lacht).

 

GSCHWÄTZ: Warum sehen Sie sich als geeignet an für das Amt des Bürgermeisters?

Henrich: Ich habe jahrzehntelange Verwaltungserfahrung und besitze analytisches Denken. Mir geht es  darum, das Beste aus den Leuten herauszuholen und die bestmögliche Dienstleistung an den Menschen zu erbringen. In dieser Hinsicht bin ich sehr amerikanisch. Hier in Deutschland dauert alles ziemlich lange hinsichtlich der Bürokratie. Sehr viel ist den europäischen Standards zum Opfer gefallen. Innerhalb des Rathauses kann man sicherlich noch ein paar Dinge effizienter gestalten. Das habe ich schon am eigenen Leib erfahren. Ich bin eine Person, der Dinge auffallen, die anderen nicht auffallen.

 

GSCHWÄTZ: Sehen Sie es als Bonus an, eine Frau  zu sein?

Henrich: Ich habe lange für das US-Militär gearbeitet. Auch wenn ich optisch das genaue Gegenteil bin, bin ich doch in meinen Arbeitsweisen sehr männlich. Ich bin auch streng als Chef.

 

GSCHWÄTZ: Würden Sie sich als durchsetzungsstark bezeichnen?

Henrich: Hartnäckigkeit ist mein zweiter Vorname. Wenn ich etwas durchsetzen will, dann schaffe ich das auch. Ich berate schließlich Geschäftsführer, da muss man sich auch durchsetzen können.

 

GSCHWÄTZ: Bislang sieht man noch keine Plakate oder Flyer von Ihnen. Auch die Menschen wollen Sie kennenlernen. Wann werden Sie in den Wahlkampf ziehen?

Henrich: Allein das Wort Wahlkampf irritiert mich schon sehr. Ich ziehe schließlich nicht in den Krieg. Ich stelle mich vor als der, der ich bin. Als ich mich aufstellen ließ, bekam ich nette Mails: „Endlich eine Alternative für Künzelsau“.  Ich habe für Wahlkampf nicht die Zeit. Ich mache das nicht, um mein Ego zu verwirklichen, sondern es geht mir um die Sache.

 

GSCHWÄTZ: Wo möchten Sie denn Schwerpunkte setzen?

Henrich: Ich habe brennende Themen für Künzelsau. Wichtig ist: Wir haben Gewerbetreibende und ganz einfache Menschen, die Verbraucher. Bei den Gewerbetreibenden wäre die Gewerbesteuer, die Vergabe von Aufträgen an ortsansässige Unternehmen oder Anreize zu schaffen, um Unternehmenszentralen von Firmen hier ansässig zu machen, wichtige Themen. Bei den Verbrauchern ist das Thema Strom interessant und wo er in Zukunft herkommt oder das Thema kostenloses Parken. Auch die medizinische Versorgung der Bürger ist ein Thema.

 

GSCHWÄTZ: Was haben Sie beim Thema Gesundheitsversorgung konkret für Ideen?

Henrich: Hier wird kein König gewählt. Jeder sollte seine Ideen einbringen. Es leiden viele Kommunen daran, dass viele Leute nur ihr Ego voranbringen wollen, viele denken nur parteipolitisch und denken nicht über zwei Generationen hinweg. Man müsste hier auch nochmal die Sinnhaftigkeit von Projekten prüfen. Hinsichtlich der Gesundheitsversorgung habe ich schon eine Idee, was man machen könnte. Da könnte Künzelsau Vorbild werden. Ich bin da ganz gut vernetzt.

 

GSCHWÄTZ: Inwiefern?

Henrich: Mit neuen Ansätzen in der Wirtschaft, in der Industrie- und Handelskammer.

 

GSCHWÄTZ: Manch ein Bürger moniert, dass Sie keine Kämmerin waren oder sind, wie viele Bürgermeister hierzulande, bevor Sie zum Bürgermeister gewählt wurden.

Henrich: Ich komme aus dem Bereich Finanzverwaltung, eine bessere Qualifikation kriegen Sie nicht.

 

// Ruth Hildegard Henrich //

Ruth Hildegard Henrich ist am 20. Juli 1958 in Neuwied am Rhein geboren. Heute wohnt die 59-Jährige in Zweiflingen. Henrich (geschieden; keine Kinder) ist Unternehmens- und Managementberaterin mit einer eigenen Praxis in Bad Friedrichshall. Sie ist unter anderem Burnout-Beraterin und bietet „mental coaching“ an. Sie coacht laut eigenen Angaben unter anderem Führungskräfte, Sportler und Paare, um psychische und physische Stärke zu erlangen.

Laut ihrem vierseitigen Lebenslauf hat sie 2004 ihren Master in Business Administration in New Orleans (USA) gemacht, zuvor war sie unter anderem Leiterin einer Bankzweigstelle des US Militärs (Defense Liaison Office), war beim Department of State (Auswärtigem Amt) als Controllerin tätig, betreute Finanzverwaltungen der U.S. Botschaften in Europa, dem Nahen Osten und Washington D.C. und war zuständig für die Budgetplanung und -Einhaltungsüberwachung für das Auswärtige Amt (USA) hinsichtlich der Verwaltungen der diplomatischen Niederlassungen der USA in Deutschland. Seit 2011 ist sie offiziell als Business- und Management Coach zertifiziert. 2016/2017 hat sich Henrich zur Fitnesstrainerin in den Ladyfitness Studios in Heilbronn, Neckarsulm, Bad Friedrichshall und Mosbach weitergebildet und daraufhin eine Fitness-Akademie für Personal-Training gegründet. Kurse gibt sie unter anderem beim Finanzamt Öhringen. Www.bijang.de

 

// Henrich persönlich kennenlernen //

Am Mittwoch, den 16. Mai 2018, können sich die Bürger einen Eindruck von Ruth Hildegard Henrich machen. Dann stellen sich alle Kandidaten in der Stadthalle in Künzelsau vor. Los geht es um 20 Uhr in der Stadthalle in Künzelsau

 

Das Interview führte Dr. Sandra Hartmann; Foto // GSCHWÄTZ/Archiv/Rathaus Künzelsau




„Man geht in den Wahlkampf, weil man gewinnen möchte“

Video-Interview: Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann über die Höhen und Tiefen seiner Amtszeit und welche Vision er für Künzelsau hat.

Kurz bevor es richtig losgeht mit dem Bürgermeisterwahlkampf in den einzelnen Ortsteilen und der Bürgermeisterwahl am 03. Juni 2018 haben wir am 23. April 2018 mit Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann über seine Zeit als Chef der Kreisstadt und seine Vision für die Zukunft gesprochen.

GSCHWÄTZ: Können Sie sich noch an den Tag vor acht Jahren erinnern, als Sie zum neuen Bürgermeister gewählt wurden?
Neumann: Es war ein sehr heißer Tag damals und es war ein wunderschönes Gefühl.

GSCHWÄTZ: Hätten Sie mit diesem Ergebnis gerechnet?
Neumann: Man tritt schon an, um zu siegen. Man geht in den Wahlkampf, weil man gewinnen möchte. Das war damals der Fall und das ist auch heute der Fall.

GSCHWÄTZ: Wenn Sie zurückdenken an die vergangenen acht Jahre, was waren besondere Momente?
Neumann: Gern erinnere ich mich zurück an die Stadtfeste, denn die sind ein Highlight für Künzelsau und für die gesamte Region. Da kommen Künzelsauer von der ganzen Welt her, um sich dort zu treffen. Was sicher auch ein besonderes Highlight war, war die Eröffnung des Carmen-Würth-Forums. Und auch die Welcome-back-Party mit Alexander Gerst.
Alexander Gerst fliegt bald wieder in den Weltraum. Wie begleitet Künzelsau dieses Ereignis?
Neumann: Wir versuchen, das angemessen zu begleiten. Wir sind ja in Kooperation mit der deutschen Luft- und Raumfahrt. Es wird unter anderem eine Startveranstaltung am Alten Rathaus am 06. Juni 2018 geben.

GSCHWÄTZ: Es gab ja nicht immer Sternstunden in den vergangenen Jahren.Wie haben Sie das Hochwasser 2016 erlebt?
NEUMANN: Das war ein ganz prägendes Ereignis. Bei mir persönlich was es so, dass ich abends noch eine WhatsApp von einer Kollegin bekommen habe, die in Braunsbach [Anm. der Redaktion: Braunsbach wurde am stärksten von dem Hochwasser verwüstet] Theater gespielt hat. Ich habe die Kinder noch ins Bett gebracht. Dann ging auch schon mein Melder los. Ich bin gar nicht mehr über die Kocherbrücke gekommen, weil das Wasser schon so hoch gestanden ist.

GSCHWÄTZ: Was haben Sie dann gemacht?
Neumann: Ich habe das Auto auf dem Gehweg abgestellt und bin zu Fuß zur Feuerwehrwache gelaufen.

Gesundheitsversorgung : „Es war eine unglaublich kräfezehrende Zeit“

GSCHWÄTZ: Wie haben Sie die Zeit erlebt rund um die Schließung des Künzelsauer Krankenhausstandortes?
Neumann: Es ist eine unglaublich kräftezehrende Zeit, die ja auch einen gewissen zeitlichen Vorlauf hat. Das hat ja schon mit meiner Tätigkeit als Aufsichtsrat begonnen und mich über die ganzen Jahre begleitet und begleitet mich ja heute immernoch, denn auch mit der Wahl des neuen Partners, der BBT-Gruppe, ist das Thema ja nicht ausgestanden, sondern es gibt viele offene Fragen, die es noch zu klären gilt und wo wir uns auch einbringen müssen.

GSCHWÄTZ: Wie geht es weiter mit der Gesundheitsversorgung für Künzelsau? Kennen Sie die Konzepte, die angedacht sind?
Neumann: Es gibt Konzepte und Varianten. Diese müssen aber noch ausformuliert werden. Das eine ist, was jetzt auf dem Papier steht, das andere ist, was man am Ende des Tages letztendlich leben kann. Wir können alle keine Lösung gebrauchen, die ein, zwei oder drei Jahre hält, sondern wir müssen Perspektiven auftun. Mit dem neuen Partner haben wir diese Möglichkeit, aber da gehört noch mehr dazu, als der neue Partner.

GSCHWÄTZ: Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth könnte sich ein medizinisches Versorgungszentraum (MVZ) ähnlich dem in Forchtenberg vorstellen.
Neumann: Ein MVZ kann für mich nur ein Teil der Lösung sein. Es ist sicherlich richtig, dass vermehrt Ärzte ins Angestelltenverhältnis gehen möchten. Aber wir haben ja einen ganzen Komplex zu bespielen, der jetzt da ist. Das MVZ kann ein Kernelement sein, weil wir davon ausgehen, dass der ambulante Bereich gestärkt wird. Wir wollen aber auch die Möglichkeiten nutzen, die es in Künzelsau gibt. Wir haben beispielsweise Operationsmöglichkeiten. Die Frage ist: Kann man das in die Zukunft führen – auch in einem ambulanten Zentrum? Welche Fachrichtung kann man noch hinzugewinnen? Welche gesundheitsnahen Dienstleistungen kann man noch hinzuziehen? Das sind Fragen, sie es noch zu klären gilt, wo aber auch das Sozialministerium sicherlich seinen Teil dazu beitragen kann.

Medien: „Das eine ist, was man über die Medien wahrnimmt, das andere, was im OFF tatsächlich stattfindet.“

GSCHWÄTZ: Manche Bürger bemängeln, dass Sie sich zu wenig für das Krankenhaus Künzelsau eingesetzt haben.
Neumann: Das eine ist, was man wahrnimmt über die Medien und das andere, was im OFF tatsächlich stattfindet – sei es im Kreistag oder in Gesprächen, die wir mit dem Ministerium oder Ärztevertretern führen. Man kann davon ausgehen, dass sich der Bürgermeister und auch andere verantwortliche Personen in die Sache richtig reinknien, weil wir nicht nur ein persönliches, sondern ein städtisches Interesse haben, wie wir das Ganze nun weiterentwickeln. Da kann man sich natürlich an Wörtern stören oder an Meinungen. Aber unsere Aufgabe ist es, verantwortungsbewusst zu handeln und dann auch für die Zukunft einen Nutzen zu stiften. Die Gesundheitsversorgung hört mit der Schließung des Krankenhauses nicht auf und da muss jeder seinen Teil dazu beitragen – auch der Bürgermeister von Künzelsau.

GSCHWÄTZ: Künzelsaus Innenstadt hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Es hat sich einiges getan. Aber dennoch gibt es offene Baustellen, wie etwa das Peka-Areal. Wie geht es da weiter?
Neumann: In den nächsten Monaten werden wir den Kaufvertrag abschließen, der Bauantrag wird eingereicht. Wir haben erst diese Woche die letzten Details besprochen. Ich gehe davon aus, dass es mit der Baustelle ab Herbst und in den Wintermonaten so richtig losgeht. Ab Baubeginn rechnet man mit 18  Monaten Bauzeit, bis alles fertig ist.

GSCHWÄTZ: Ein weiteres großes Vorhaben ist der Neubau des Landratsamtes.
Neumann: Wir machen in diesem Jahr einen städtebaulichen Wettbewerb, um die ideale Stelle fürs Landratsamt zu finden. Es geht nicht nur ums Landratsamt, sondern auch um die Mitarbeiter. Die kommen großteils mit dem Auto. Wir schauen uns daher an, wo ein guter Standort für das Verwaltungsgebäude wäre und wo ein Parkhaus entstehen könnte.

Begrenzter Wohnungsmarkt: „Wir sehen den Trend zum urbanen Wohnen“

GSCHWÄTZ: Wo sehen Sie Künzelsau in den nächsten fünf bis zehn Jahren?
Neumann: Wichtig ist, dass sich Künzelsau positiv weiterentwickelt, dass wir den Schwung, den wir derzeit haben, auch mitnehmen und weiterführen. Künzelsau ist eine sehr lebenswerte Stadt, aber dafür muss man am Ball bleiben.

GSCHWÄTZ: Einige Bürger bemängeln den knappen Wohnungsmarkt.
Neumann: Künzelsau ist gefragt. Wir sehen den Trend zum urbanen Wohnen. Daher schaffen wir Wohnflächen in der Innenstadt. In Gaisbach haben wir eigene Flächen für Geschosswohnungsbau, wo wir modellhaft zeigen wollen, das preisgünstiges Wohnen möglich ist.

Im Rathaus in Künzelsau legen wir Stefan Neumann jeweils zwei Bilder vor, zwischen denen er sich entscheiden muss.

Fußball: VfB Stuttgart oder FC Bayern München?
Neumann: VfB Stuttgart. Ich habe ja bei der Landeshauptstadt Stuttgart angefangen zu arbeiten. Und mein Traum als Verwaltungspraktikant war eine Stelle im gehobenen Dienst im Sportreferat zu bekommen. Das sitzt nämlich direkt im Stadion. Meine Frau ist übrigens Bayern-München-Fan.

Musik: „lieber Après-Ski als Toten Hosen“

Helene Fischer oder Lena Meyer-Landrut?
Neumann: Ich würde mich dann eher für Helene Fischer entscheiden.

Andreas Gabalier oder die Toten Hosen?
Neumann: Ich entscheide mich für Après-Ski und damit Andreas Gabalier.

Dörzbachs Bürgermeister Andy Kümmerle oder Forchtenbergs Bürgermeister Michael Foss?
Neumann: Ich komme mit beiden richtig gut aus. Michael Foss hat bei uns mal ein Praktikum gemacht. In Forchtenberg habe ich auch meine berufliche Laufbahn begonnen. Deshalb entscheide ich mich für Michael Foss.

Landrat Dr. Matthias Neth oder BI-Sprecher Andreas Eckle?
Neumann: Das sind zwei Herren, die ich beide sehr gut kenne und ich komme auch mit beiden gut aus. Ich weiss nicht genau, wie das Innenverhältnis zwischen den Zweien ist. Mit dem Landrat haben wir natürlich viele Berührungspunkte, nicht nur das Krankenhaus, zum Beispiel auch der Neubau das Landratsamtes. Deshalb würde ich mich für Matthias Neth entscheiden.

// Stefan Neumann //

Stefan Neumann (35) wurde am 05. November 1982 in Schwedt geboren. Der Diplom-Verwaltungswirt war Kämmerer von Forchtenberg und Putzbronn, bevor er im Juli 2010 zum Bürgermeister von Künzelsau gewählt wurde. Neumann ist verheiratet und hat drei Kinder im Alter von fünf, drei und eins.
Das Video-Interview mit Neumann wurde in Künzelsau gedreht.

// Gegenkandidaten //

Ob es ein Wahlkampf wird, werden die Bürger am Montag, den 07. Mai 2018, in der Gemeinderatssitzung in Künzelsau erfahren. Dort wird verkündet, ob es Gegenkandidaten gibt und wenn ja, wer es ist.

Die Bürgermeisterwahl in Künzelsau ist am 03. Juni 2018.

Das Interview führte Dr. Sandra Hartmann; Videodreh und Schnitt: Dr. Felix Kribus

Das ganze Interview sowie Fotos vom Videodreh gibt es in unserer aktuellen GSCHWÄTZ-Ausgabe des Monats Mai – jetzt überall im Einzelhandel abonnieren über unseren GSCHWÄTZ-Shop: www.gschwaetz.de/gschwaetz-shop/

 




Des Bürgermeisters großes Mimimi

Ein Kommentar von Matthias Lauterer über die Rolle des Künzelsauer Bürgermeisters Stefan Neumann beim Thema Krankenhaus.

Wie erwartet hat der Kreistag sich mit überwältigender Mehrheit, sogar mit 100 Prozent, für den einzigen verbliebenen Bewerber BBT entschieden.

Der Künzelsauer Bürgermeister Neumann empfand es kurz vor der Abstimmung noch als notwendig, eine Pressemeldung vor der versammelten Weltpresse (z.B. hier nachzulesen) herauszugeben, in der er nachdrücklich und fast schon weinerlich darum fleht, doch endlich auch mal was zum Thema beitragen zu dürfen:

„Als Vertreter der Stadt Künzelsau biete ich dem Kreis an, dass wir uns in den nun folgenden Prozess aktiv einbringen und gerne Verhandlungsteilnehmer werden.“

Wen er mit „ich“ meint, ist klar, aber wen genau meint er mit „wir“?

Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, daß die „Vertreter der Stadt Künzelsau“ in die Entscheidungen über das Wohl und Wehe der Stadt Künzelsau einbezogen werden. Wenn das nun, so muß ich Neumann interpretieren, nicht der Fall ist, dann muß sich der Bürgermeister und dann müssen sich natürlich auch die Bürger, um deren Stimmen er sich ja wieder bewirbt, fragen, warum das so ist.

Und auch mit den Sätzen

„Als Mitglied des Lenkungsausschusses habe ich den Prozess des Markterkundungsverfahrens aktiv begleitet. (…) Leider war kein Interessent bereit, den Standort Künzelsau als akutstationäres Haus zu betreiben.“

disqualifiziert und demontiert er sich als „Mitglied des Lenkungsausschusses“ eigentlich selbst – denn er sollte in dieser Funktion eigentlich wissen, daß (nach der Zusicherung der knapp 50 Millionen vom Land und der Zusicherung des Bettenabbaus im Gegenzug … oder war die Reihenfolge doch umgekehrt? Egal.) die Option „akutstationäres Haus in Künzelsau“ bereits bei Erstellung der Ausschreibung schon gar nicht mehr wirklich offenstand. Warum er diese Option im Nachhinein wieder in den Raum stellt, ist doch sehr merkwürdig.

Wie das Gschwaetz berichtet, sagt Dr. Andreas Eckle als Vorsitzender der BI „Wir sind HK“, daß der Bürgermeister „machtlos“ sei – und damit hat er sicherlich aus heutiger Sicht aber sowas von recht.

Man darf aber nicht vergessen, daß derselbe Bürgermeister bis 2015 Mitglied im Aufsichtsrat der Hohenloher Krankenhaus gGmbH war, also durchaus in einer Position, in der er ganz und gar nicht „machtlos“ war! Diesen Posten hat er 2015 freiwillig aufgegeben – die Gründe für den Rücktritt von diesem Amt hat er bis heute nicht öffentlich gemacht.

„Ich sehe mich nicht mehr in der Lage, meiner Aufsichtspflicht im Rahmen des mir erteilten Mandates gerecht zu werden.“

[Quelle: Hohenloher Zeitung]

ist halt leider nur eine inhaltsleere Aussage. Dabei spricht er doch selber von Aufsichtspflicht – gerade wenn die Aufsichtsführung problematisch ist, wäre es nur pflichtbewußt gegenüber den Bürgern seiner Stadt (die ihn in das Amt des Bürgermeisters Amt gewählt haben und gegenüber denen er in der Verantwortung ist), diese Aufsicht weiterhin auszuüben und seinen Einfluß innerhalb des Gremiums (und sei es vielleicht letztendlich vielleicht auch nur als lästige, aber immerhin protokollrelevante Gegenstimme) auszuüben. So hat er sich selber aus dem Spiel genommen und sich selber vom Informationsfluß abgeschnitten.

Fakt ist, daß er als Bürgermeister damit die Entscheidungsgewalt über einen ganz wichtigen Aspekt der Zukunft seiner Stadt aus der Hand gegeben hat. Ist es das, was ein Bürger von einem Bürgermeister erwartet? Zumindest ich erwarte etwas anderes.

Und Fakt ist, daß er jetzt herumjammert, daß er keinen Einfluß mehr habe. Nun … das eine hat sicherlich mit dem anderen zu tun.

Fakt ist auch, daß er sich im gesamten Prozeß nicht unbedingt durch Einbringen von konstruktiven Beiträgen hervorgetan hat. Immerhin sieht er für Künzelsau

„eine große Chance, den Standort als Gesundheitscampus in eine gute Zukunft zu überführen.“

Was das denn sein mag, so ein Gesundheitscampus, das ist sein Geheimnis – und damit ist er ein genausogroßer Geheimniskrämer wie Landrat Neth, der ja auch über „fünf tolle Konzepte“ verfügt, über die er allerdings mit den Bürgern nicht reden mag.

Über Neumanns Amtsführung wird ja bald abgestimmt und das Krankenhaus-Schlammassel ist sicher sein größter und folgenschwerster politischer Mißerfolg.

Und über den Spruch „Wir haben keine rechtliche Verantwortung, aber eine politische und moralische. Wir werden daher auch finanziell Künzelsau bei der Umsetzung unterstützen.“ von Landrat Neth sage ich jetzt besser nichts ….

 

// Den Text und weitere Kommentare von Matthias Lauterer gibt es nachzulesen auf seinem Blog rund ums Künzelsauer Weltgeschehen:

 

https://matthiasausk.blogspot.de/2018/03/des-burgermeisters-groes-mimimi.html

 

Fotos // GSCHWÄTZ; Mattias Lauterer




Die barmherzigen Brüder wollen das Hohenlohe Krankenhaus übernehmen // Neumann: „Rettungsdienst muss ausgebaut werden“

Die barmherzigen Brüder, kurz BBT-Gruppe genannt, übernehmen aller Voraussicht nach die Mehrheitsanteile an der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH (HK). Der Kreistag des Hohenlohekreises entscheidet in seiner nächsten Sitzung am kommenden Mittwoch, den 21. März 2018, um 14.30 Uhr in Pfedelbach, ob er dem Angebot zustimmt. Bis zum Schluss des Bieterverfahrens gab es noch einen zweiten Mitbewerber, der sein Angebot jedoch zurückgezogen hat. Der Name des Mitbewerbers ist bislang nicht bekannt. Das geht aus einer aktuellen Sitzungsvorlage zum nächsten Kreistag hervor.

 

// Gesundheitscampus soll kommen //

 

Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann äusserte sich nur wenige Stunden nach Veröffentlichung der Sitzungsvorlage zu dem voraussichtlich neuen Mehrheitseigner in einer schriftlichen Stellungnahme: „Falls sich der Kreistag für das Angebot der BBT-Gruppe entscheidet, gewinnt unser Kreis einen starken strategischen Partner in der Gesundheitsversorgung, welcher von Anbeginn mit in die Verantwortung geht. Für Künzelsau sehe ich bei einer Entscheidung für diesen Partner eine große Chance, den Standort als Gesundheitscampus in eine gute Zukunft zu überführen. Gleichzeitig bleiben die Forderungen der Stadt Künzelsau bestehen, dass begleitend zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Künzelsau unter anderem auch der Rettungsdienst weiter ausgebaut werden muss.“

Wie genau das Krankenhausgebäude in Künzelsau nach der geplanten Schließung im Jahr 2022 genutzt werden soll, ist noch nicht bekannt. In der Sitzungsvorlage zur kommenden Kreistagssitzung heißt es: „Die BBT-Gruppe hat für den Standort Öhringen ein medizinisches Konzept erstellt, ebenso ein medizinisches Konzept für den Standort Künzelsau. Dieses Nachnutzungskonzept der BBT-Gruppe für Künzelsau zeigt fünf verschiedene Modelle oder Varianten auf, die von BBT nach Übernahme der Geschäftsanteile an die HK innerhalb definierter Fristen noch weiter zu konkretisieren sind. Ein Nachnutzungskonzept für Künzelsau ist einzig kommunal zu finanzieren.Über ein entsprechendes Konzept muss der Kreistag im Laufe des Jahres 2018 entscheiden. Des Weiteren beinhaltet das Konzept der BBT-Gruppe ein Investitionskonzept zum Klinikneubau Öhringen sowie ein Zielkonzept für die im gesamten Hohenlohekreis vorhandenen Seniorenheime.“

 

// Landrat: „Sicherstellung einer hochwertigen Versorgung“ //

 

Der Landrat des Hohenlohekreises, Dr. Matthias Neth, hat sich in einer offiziellen Pressemitteilung zu der bevorstehenden Krankenhausentscheidung geäussert: „Ich freue mich, dass wir das Markterkundungsverfahren zu einem Ende bringen konnten und dem Kreistag nach breiter Markterkundung und intensiver Verhandlungen die bestmöglich erreichbare Partnerschaft vorschlagen können. Wir haben eine breite öffentliche Ansprache aller möglichen Interessenten und Investoren sichergestellt, für jeden stand das Verfahren offen. Mein Dank gilt an dieser Stelle den Mitgliedern des Lenkungsausschuss für ihren engagierten Einsatz im Rahmen der sieben Sitzungen und auch darüber hinaus.“

Neth ist „davon überzeugt, dass diese strategische Partnerschaft im Hohenlohekreis langfristig die Krankenhausversorgung sicherstellen wird und für den Hohenlohekreis große Chancen bietet. Gemeinsam in einem großen Verbund und durch eine strategische Zusammenarbeit mit allen Partnern der Region ist die Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen und modernen Versorgung in Medizin und Pflege unser Ziel. Jetzt liegt es am Kreistag, das Bieterangebot zu bewerten und über die Übertragung der Unternehmensanteile zu entscheiden.“

Die Bürgerinitiative, die für den Erhalt des Krankenhausstandortes Künzelsau gekämpft hat, wollte sich erst nach der Kreistagssitzung am kommenden Mittwoch, den 21. März 2018,  zu dem eventuell neuen Mehrheitseigner, den barmherzigen Brüdern, äussern.

 

 

// Kosten Künzelsau //

 

Künzelsau sei der größte Kostenträger innerhalb der HK für die Jahre bis zur Schließung. In der Sitzungsvorlage heißt es: „Die Hauptkosten sind hierbei vor allem der Weiterbetrieb des Standortes Künzelsau, der pro Jahr weiterhin zirka fünf Millionen Euro kosten wird. Ebenso sind Belastungen aus den Vorjahren, die Schließungskosten Künzelsau und die Kosten der Nachnutzung in Künzelsau in jedem Fall vom Hohenlohekreis zu erbringen. Für das Jahr 2018 bedeutet dies, dass zuzüglich zu den schon veranschlagten 5,373 Millionen Euro weitere 2,5 Millionen Euro bereitzustellen sind.“ Der geplante Neubau in Öhringen schlägt mit 100 Millionen zu Buche, so die derzeitigen Schätzungen – rund die Hälfte davon soll das Land Baden-Württemberg im Rahmen des Krankenhausstrukturfonds tragen.
Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann betonte in seiner Pressemitteilung: „Der Landkreis steht weiterhin in der Verantwortung für den Mittelbereich Künzelsau und ich sehe den Willen des Kreistages, des Landrates und der BBT-Gruppe hier ein gutes und nachhaltiges Ergebnis zu erzielen.“
// Bilanz des Hohenloher Krankenhauses //
Das HK hat bis zum Jahr 2011 schwarze Zahlen geschrieben. Die vergangenen Jahre hat sich das Defizit jedoch jährlich vergrößert. 2015 lag das Defizit bei 1,7 Millionen Euro, 2016 bei 2,1 Millionen Euro, 2017 bei 4,4 Millionen Euro. Das Krankenhaus weist in seinen Bilanzen allerdings auch erhebliche Rückstellungen auf. 2016 lagen diese Rückstellungen bei 7,4 Millionen Euro, allein 3,6 Millionen Euro für Risikovorsorge.

// Wer sind die barmherzigen Brüder? //

Hinter der BBT-Gruppe verbergen sich die barmherzigen Brüder Trier gGmbH mit Sitz in Koblenz. Die Gruppe hat laut der Sitzungsvorlage des Landratsamtes rund 80 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, unter anderem Krankenhäuser und Seniorenheime. In der Region ist die BBT-Gruppe unter anderem Mehrheitsgesellschafter des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim, des Krankenhauses Tauberbischofsheim und der Sanitas Tauberfranken (Physiotherapiepraxis und Physiotherapieschule).
Fotos // GSCHWÄTZ/Archiv



Video // Rathausgeflüster: Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer

// Ingelfingerns Bürgermeister ist kein Fan von allem

Unsere alt Fraa ist der Meinung, dass es dem Ingelfingenr Bürgermeister nicht schaden könnte, ein bisschen mehr Mister Charming zu sein.

Zur diesjährigen Prunksitzung in Ingelfingen ist der Bürgermeister Michael Bauer nicht aufgetaucht und auch ansonsten zeigt er wenig Gesprächsbereitschaft. Na, dann hoffen wir, dass die Ingelfinger künftig ein unterhaltsames Programm bieten, damit der Bürgermeister auch Spaß hat.

 

 

// Den ganzen Text lesen Sie in der aktuellen März-Ausgabe.

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