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Bürgermeister Stefan Neumann lädt zur Bürgersprechstunde ein

Die nächste Bürgersprechstunde mit Bürgermeister Stefan Neumann findet am Mittwoch, 13. April 2022 von 17 bis 18 Uhr statt. Das Gespräch kann telefonisch, per Video-Konferenz oder persönlich – im Rathaus, Zimmer 201 – stattfinden. Wer ein Anliegen hat, wird gebeten sich vorher anzumelden im Büro des Bürgermeisters bei Sibylle Fünfer, 07940 129-101, sibylle.fuenfer@kuenzelsau.de .

KünzelSchau

In der Regel freitags informiert Bürgermeister Stefan Neumann per Video in der „KünzelSchau“ über aktuelle Themen von der Arbeit der Stadtverwaltung und anstehende Termine. Die Videos sind über den städtischen YouTube- und Facebook-Kanal abrufbar.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Aus alt mach neu

Bürgermeister Stefan Neumann hat in einer Eilentscheidung fast 350.000 Euro für weitere Baumaßnahmen an der Kocherbrücke genehmigt (GSCHWÄTZ berichtete). Hintergrund ist die massive Beeinträchtigung an dieser für Künzelsau wichtigen Kreuzung, Neumann wollte verhindern, dass diese Kreuzung in den nächsten Jahren noch einmal wegen eventueller Defekte der dort verlegten Infrastrukur aufgegraben werden muss.

Die Massnahmen im Einzelnen  

Daher werden die KünWerke sämtliche bestehenden Leitungen innerhalb des Kreuzungsbereiches und innerhalb des Bereiches der Deckensanierung des Regierungspräsidiums Stuttgart erneuern und geplante Leitungen gleich mit verlegen, so dass es innerhalb der nächsten Jahre und Jahrzehnte keiner Sperrung mehr bedarf.

Zudem, so die Stadt Künzelsau, „können die Synergieeffekte, die durch eine laufende Baumaßnahme entstehen, genutzt werden. So fällt z. B. keine neue Baustelleneinrichtung und keine neue Verkehrssicherung an.“ 

Wasserversorgung 

Im Bereich der Wasserversorgung werden ca. 170 m GGG-Rohre DN 200 verlegt und 3 Hydrantenschächte erneuert. Zudem werden 9 Wasserleitungshausanschlüsse erneuert und auf den Qualitätsstandard der KünWerke gebracht. Die Verlegung erfolgt im Leerrohr, so dass aufgrund von Defekten innerhalb dieser Leitungen keine Grabarbeiten mehr notwendig sind. Zudem
erhält die Mergentheimer Straße 3 einen Neuanschluss. Außerdem haben sich bei den Wasseranschlüssen der
Regenüberlaufbecken und der Pumpanlage Änderungen aufgrund von Umplanungen ergeben, die ebenfalls in der Summe enthalten sind. Ungefähr 185.000 Euro werden für den Wasserbau angesetzt.

Straßenbeleuchtung

Für die Straßenbeleuchtung werden gut 45.000 Euro aufgewendet: Die veralteten 4-adrigen Kabel werden durch 5-adrige Kabel ersetzt und in Leerrohren verlegt, so dass auch hier zukünftig ein Austausch ohne Grabarbeiten stattfinden kann. Die teilweise noch vorhandenen Betonpeitschenmasten werden abgebaut und durch Metallmasten ersetzt.

Parkleitsystem

Auch die Stromversorgung der Anzeige für das Parkleitsystem wird verändert: Bisher hängt die Stromversorgung des Parkleitsystems auf einer Ader der Straßenbeleuchtung. Dies wird im Zuge der Baumaßnahme abgekoppelt, sodass zukünftig das Parkleitsystem unabhängig von der Straßenbeleuchtung geschaltet werden kann. Auch hier werden Leerrohre für die Kabel verlegt um spätere Grabarbeiten zu vermeiden. Dies wird etwa 15.000 Euro kosten. 

Breitbandversorgung

Alle Leerrohre für die Breitbandversorgung werden entsprechend der Masterplanung von TKT Vivax vorsorglich mitverlegt und
bis in die Gebäude geführt. Eine Anbindung an den städtischen Netzbetrieb ist derzeit jedoch leider noch nicht möglich. Diese Massnahme ist mit etwa 48.000 Euro angesetzt. 

Gehwege

Skizze Zusatzmassnahmen an der Kocherbrücke. Bild: Stadt Künzelsau

Außerdem sind  noch 55.000 Euro für die Gehwege eingeplant. Zwar werden die Kosten für die Wiederherstellung des Straßenoberbaus (gelb schraffierter Bereich) vom Regierungspräsidiums getragen, jedoch liegen die Oberflächen des Gehweges sowie der südlichen Mergentheimer Straße (rot schraffierter Bereich) im Zuständigkeitsbereich der Stadt. Die Flächen,
die nicht zur Maßnahme Neubau der Regenüberlaufbecken werden können, werden über den Investitionsauftrag abgedeckt.

Trinkwasserleitung

Nicht Bestandteil der Eilentscheidung ist eine durch die zusätzlichen Maßnahmen notwendig gewordene aufwendigere Notversorgung der Trinkwasserleitung. Diese Mehrkosten von 57.000 Euro werden über den bereits beschlossenen Haushalt abgedeckt.

Text: Matthias Lauterer
Quelle: Sitzungsunterlage zur GR-Sitzung vom 22. Februar 2022




„Eine große Zumutung für den Anlieger- und Pendelverkehr“ – Bürgermeister Neumann trifft Eilentscheidung

Die umfangreiche Baustelle an der wichtigen Kreuzung an der Kocherbrücke, wo die B19, die Langenburger Straße als wichtige Einfallstraße und der Zollstockweg als Zubringer für den Südhang aufeinandertreffen, beeinträchtigt den Verkehr in Künzelsau seit Wochen spürbar. Über die Umleitungsstrecken im Südhang ist beispielsweise zu Schul- und Kindergartenbeginn nahezu kein Durchkommen. Es gibt regelrechte Staus, wenn ein größeres Fahrzeug beispielsweise den Nagelsberger Weg befahren möchte.

Folgen für Verkehr und Wirtschaft

Auch wirtschaftlich hat diese Baustelle Folgen: Die Aral-Tankstelle an der Kocherbrücke berichtet beispielweise von erheblichen Umsatzeinbrüchen, da es keinen Durchgangsverkehr gibt.

Bauarbeiten bis Mitte Juni geplant

Bis – soll man sagen: mindestens? – Ende der Pfingstferien sind die Bauarbeiten noch geplant. Das heißt, dass es auch bis Mitte Juni Einschränkungen des fließenden Verkehrs geben wird.

Was ist der Grund für die Bauarbeiten?

„Im Zuge der Bauarbeiten für die beiden Regenüberlaufbecken an der Kocherbrücke und am Kocher werden sämtliche bestehende Leitungen im Kreuzungsbereich und innerhalb der Deckensanierung des Regierungspräsidiums Stuttgart erneuert und geplante gleich mit verlegt: Wasserleitung und Wasserleitungshausanschlüsse, Straßenbeleuchtung, Stromversorgung für das Parkleitsystem und Leerrohre für den Breitbandausbau.“ schreibt die Stadt Künzelsau zur Erläuterung.

„Eine große Zumutung für den Anlieger- und Pendelverkehr“

Aufgrund der massiven Folgen für die Bürger der Stadt – die Sitzungsvorlage für den Gemeinderat spricht davon, dass die Situtation „eine große Zumutung für den Anlieger- und Pendelverkehr sowie für die Fußgänger ist“ – hat Bürgermeister Stefan Neumann nunmehr zu einem selten genutzten Mittel gegriffen: Mit einer Eilentscheidung gab er weitere fast 350.000 Euro frei, um eigentlich nicht geplante Maßnahmen in diesem Bereich durchzuführen. Ziel dieser zusätzlichen Maßnahmen ist, dass es in der näheren Zukunft nicht nochmals zu Baumaßnahmen mit erheblichen Einschränkungen kommen muß, sagt die Stadt Künzelsau: „Verkehrsteilnehmern und Anwohnern werden Beeinträchtigungen so gut wie möglich erspart und Synergieeffekte in der laufenden Baumaßnahme genutzt. In den nächsten Jahren sollten dadurch keine weiteren Sperrungen für den Verkehr mehr erforderlich sein.“

Bürgermeister dürfen „in dringenden Angelegenheiten“ ohne Gemeinderat entscheiden

Die Gemeindeordnung Baden-Württemberg gibt Bürgermeistern die Befugnis, „in dringenden Angelegenheiten (…), deren Erledigung auch nicht bis zu einer ohne Frist und formlos einberufenen Gemeinderatssitzung aufgeschoben werden kann“, der Bürgermeister anstelle des Gemeinderats Entscheidungen treffen kann.

Text: Matthias Lauterer




Pssst …. das darf doch alles keiner wissen

Transparenz, Transparenz, Transparenz: Das versprechen Politiker jeglicher Couleur vor jeder Wahl in ihren Wahlkampfreden – nach der Wahl fordern sie die Transparenz in aller Regel nur noch vom politischen Gegner ein. Auch der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann hat bei seiner Kandidatur für das Amt des Oberbürgermeisters von Backnang sinngemäß mit der Transparenz seiner Amtsführung geworben – wenngleich er das Wort auf seiner Webseite nicht explizit verwendet hat.
In Künzelsau erscheint seine Amtsführung hingegen oftmals reichlich intransparent, ja regelrecht geheimniskrämerisch. Das PEKA-Areal, bestimmendes stadtpolitisches Thema seit gut 20 Jahren, zeigt diese Intransparenz sehr gut:

Transparenz vs. Geheimniskrämerei

Was ist geschehen: Auf dem PEKA-Areal wurde Abrißmaterial des ehemaligen Kaufhauses zur Verfüllung des Geländes nach dem Abriß verwendet. Dieses Material ist, so hat sich herausgestellt, wohl kontaminiert, obwohl es das nicht hätte sein sollen. Neumann berichtete im Gemeinderat von einer entsprechenden Vereinbarung mit den Alteigentümern. Jetzt ist Neumann mit den vorherigen Eigentümern in Kontakt … das ändert aber nichts an der Kontamination und der Tatsache, dass die Entsorgungskosten deutlich in die Höhe gehen.

Erst wird das Thema gegen den Willen des Gemeinderats, der mit 11:9 Stimmen für eine öffentliche Beratung gestimmt hat, nichtöffentlich beraten. In der Folgesitzung wird das Thema mit einer kurzen vorbereiteten Erklärung, die viele Fragen offenließ, nicht be-, sondern regelrecht abgehandelt.

Auf der Hand liegende Fragen werden gar nicht erst angesprochen

Auch wenn man ja niemanden vorverurteilen soll, wie auch Bürgermeister Neumann in seinem Statement betont, fragt man sich doch, warum der Bürgermeister einige auf der Hand liegende Fragen in seinem Statement gar nicht erst aufwirft, geschweige denn beantwortet:

  1. Warum wurde nicht bereits bei der Einlagerung des Materials eine Verprobung durchgeführt? Dies wäre bereits damals eine elementare Vorsichtsmaßnahme der Stadt gewesen, um sich vor der heute eingetretenen Situation zu schützen. Die Folge könnte eine Verjährung eventueller zivilrechtlicher Ansprüche gegen die ehemaligen Eigentümer sein, falls die Vereinbarung, von der Stefan Neumann im Gemeinderat gesprochen hat, angewendet werden könnte.
  2. Warum wurde von der Stadt Künzelsau bisher keine Strafanzeige erstattet? Der §324a StGB Bodenverunreinigung sowie der §326 StGB unerlaubter Umgang mit Abfällen hätten genügend Anlass geboten, eine Strafanzeige zu erstatten. Beides sind schließlich schwere Straftaten. Ein Bürgermeister als Leiter der Ortspolizeibehörde wäre wohl zur Anzeigeerstattung qua Amtes verpflichtet gewesen.
  3. Und warum wird die Bevölkerung nicht wenigstens umfassend und proaktiv von Bürgermeister und Stadtverwaltung über Menge und Art der Schadstoffe informiert, die jetzt mehrere Jahre in der Innenstadt gelagert waren und denen die Bevölkerung möglicherweise ausgesetzt war?

Die Bevölkerung hat ein Recht auf Information

Die Bevölkerung hat ein Recht auf Aufklärung: Es könnte ja sein, dass sie jahrelang Stoffen ausgesetzt war, die zu gesundheitlichen Schäden führen können. Die Stadtverwaltung weiß offenbar, welche Schadstoffe aufgefunden wurden – sie ist zumindest moralisch in der Pflicht, die Bevölkerung darüber aufzuklären.

Die Stadtverwaltung ist gegenüber der Presse zur Auskunft verpflichtet

Es ist unbestreitbar, dass das Thema PEKA-Areal in und für Künzelsau von erheblichem öffentlichem Interesse ist. Das zeigt sich daran, dass die Presse ein ganzes Jahrzehnt schon drüber berichtet oder dass sich Bürgermeister Neumann im Wahlkampf auf dem Grundstück fotografieren ließ. Gesetzlich ist die Stadtverwaltung daher in der Pflicht, auf eine konkrete Presseanfrage eine konkrete Antwort zu geben. Die Frage nach Art und Menge der Schadstoffe ist sicher kein Grund, die Auskunft zu verweigern, das ist nur möglich, soweit

1. hierdurch die sachgemäße Durchführung eines schwebenden Verfahrens vereitelt, erschwert, verzögert oder gefährdet werden könnte oder, 2. Vorschriften über die Geheimhaltung entgegenstehen oder 3. ein überwiegendes öffentliches oder schutzwürdiges privates Interesse verletzt würde oder 4. ihr Umfang das zumutbare Maß überschreitet.

GSCHWÄTZ hat bei der Pressestelle der Stadt Künzelsau nachgefragt:

  • Welcher Art ist die festgestellte Kontamination? Welche Schadstoffe wurden festgestellt?
  • Welche Materialien enthalten diese Schadstoffe (beispielsweise Betonreste, Verkleidungen, Mineraldämmungen etc)?
  • Wieviel Schutt (m³ oder Tonnen) wurden als kontaminiert festgestellt?
  • Von welchen Mehrkosten für die Entsorgung geht man derzeit aus?

Die Antwort von Helen Bühler auf diese konkreten Fragen ist nichts- und gleichzeitig vielsagend:

Es wurde durch Untersuchungen festgestellt, dass der Aushub der Baugrube im April 2021, der zum Teil aus Abbruchmaterial besteht, mit Schadstoffen belastet ist.
Das beim Baustart ausgehobene Material wurde nach einem mit dem Landratsamt Hohenlohekreis abgestimmten Aushub- und Entsorgungskonzept behandelt. Die Aushubarbeiten wurden von einem Fachbüro überwacht und das Material nach einem Rasterschema beprobt. Ein zweites, ebenfalls von der Stadtverwaltung beauftragtes Fachingenieurbüro hat die Aushubbegleitung, das Material und die Entsorgung in der Zwischenzeit nochmals begutachtet und dort ein einwandfreies Vorgehen bestätigt.
Jetzt steht die Stadtverwaltung Künzelsau mit den damals Beteiligten in Kontakt, um zu klären, wie das belastete Material in die Baugrube gekommen ist. Beim jetzigen Verfahrensstand können keine Namen der Beteiligten genannt werden, um eine Vorverurteilung zu vermeiden. Sobald die Untersuchung des Sachverhalts abgeschlossen ist, wird die Stadt die Öffentlichkeit weiter unterrichten.

Nicht eine der gestellten Fragen wurde beantwortet – stattdessen flieht man in leere Worthülsen, die noch weniger Information enthalten als die Erklärung von Bürgermeister Neumann vor dem Gemeinderat. Eine Begründung, warum die Verwaltung die Aussage verweigert, wird nicht gegeben.
Die Untersuchung dieses Sachverhalts kann lange dauern … allein die Staatsanwaltschaft rechnet damit, einige Monate zur Vorermittlung zu benötigen. Solange will Bürgermeister Neumann und seine Verwaltung also die Bevölkerung über mögliche Gesundheits- und Umweltgefährdungen im Unklaren lassen?

Intransparenz oder Vertuschung?

Vor vielen Jahren sang der Kabarettist Hans Scheibner: „Hauptsache, es quatscht nicht einer, das macht doch nichts, das merkt doch keiner.“ Bei einer solchen Informationspolitik der Stadt Künzelsau, die diesen Namen eigentlich gar nicht verdient, fragt sich selbst der Wohlmeinendste, ob hier noch einfache behördenübliche Intransparenz vorliegt oder ob hier zielgerichtet ewas vertuscht werden soll.

GSCHWÄTZ hat bei Bürgermeister Neumann um einen Interviewtermin zum Thema gebeten, aber noch keine Antwort erhalten. Er sei noch nicht dazu gekommen.

Kommentar: Matthias Lauterer




Stefan Neumann tritt gegen Iron Man an

Der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann hat Großes vor: Er will sich am 14. März 2021 zum Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Backnang wählen lassen. Backnang ist mit etwa 35.000 Einwohnern rund doppelt so groß wie Künzelsau und liegt im S-Bahn-Bereich von Stuttgart. Das Amt des Oberbürgermeisters ist vakant geworden, weil der Backnanger Oberbürgermeister  Frank Nopper kürzlich zum Nachfolger Fritz Kuhns als Oberbürgermeister von Stuttgart gewählt wurde.

Bisher sechs Kandidaten

Die Nachfolge Noppers anzutreten wird nicht leicht, haben die Backnanger doch wahrscheinlich die Persönlichkeit Noppers gewählt: Immerhin erreichte er bei der letzten Wahl 2018 mit über 85 Prozent der abgegebenen Stimmen mehr als doppelt so viele Stimmen wie seine Partei, die CDU, bei der Stadtratswahl. Bisher haben sich sechs Kandidaten zur Wahl gestellt, die Bewerbungsfrist endet am 18. Februar 2021, es könnten also noch weitere Kandidaten hinzukommen.

Vier Gegenkandidaten aus dem Rems-Murr-Kreis

Maximilian Friedrich (33), amtierender Bürgermeister von Berglen, einer 6.400-Seelen Gemeinde in der Nähe von Backnang, ist der Kandidat mit der meisten Verwaltungserfahrung. Er wurde im Alter von 25 Jahren in dieses Amt gewählt, damals der jüngste Bürgermeister Deutschlands, und im Juni 2020 im Amt bestätigt. Er ist auch Vorsitzender der Fraktion der Freien Wähler im Kreistag des Rems-Murr-Kreises. Hinzu kommt, dass er in Backnang geboren ist und diese Wahl zu seiner Herzensangelegenheit erklärt hat.

Er hat bereits den Ironman-Triathlon auf Hawaii bestritten

Ebenfalls am ersten Tag der Bewerbungsfrist hat Jörg Bauer (51), ein Bauunternehmer aus Backnang und Mitglied des Stadtrats für das „Bürgerforum Backnang“, seine Unterlagen abgegeben. Beide werden daher auf dem Stimmzettel vor Stefan Neumann stehen. Bauer weiß laut eigenen Angaben „wie man komplexe Projekte entwickelt und umsetzt“, Ausdauer ist eine seiner Eigenschaften: Er hat bereits den Ironman-Triathlon auf Hawaii bestritten.

Einer lud bereits zum Burkini-Schwimmen ein

Ebenfalls aus Backnang kommt Marco Schlich (45), ein Bauingenieur und lokaler DIE-PARTEI-Vorsitzender. Er wurde überregional bekannt, als er 2019 zum Burkini-Schwimmen im Backnanger Schwimmbad Wonnemar einlud. Er ist im Klimaschutz engagiert und tritt als Einzelkandidat ohne Unterstützung einer Partei an.

Der Bankfachwirt Roland Stümke (52), auch er aus Backnang, tritt als parteiunabhängiger Kandidat an, macht aber keinen Hehl daraus, dass er Mitglied der LINKEN ist. Auch er war und ist in der Baubranche tätig: Viele Jahre als selbständiger Immobilienmakler, jetzt bei einem Unternehmen, das Fertighäuser vertreibt.

Außer Neumann kommt nur noch der 62-jährige Jörg Lesser aus Karlsruhe und nicht aus der Region Backnang. Er bezeichnet sich selbst als „Privatier“, ist im Landesvorstand von DIE PARTEI und sagt über sich selbst: „Grundsätzlich bin ich dafür und dagegen. Je nachdem, wie politisch und populistisch sich das am besten verwerten lässt. Ich bin Politiker – trauen Sie meinen Wahlversprechen nicht!“

Bewerbungsfrist bis 18. Februar

Noch bis zum 18. Februar können sich Kandidaten bewerben, hohe Hürden sieht das Wahlrecht in Baden-Württemberg für eine Kandidatur nicht vor. Es kann daher sein, dass sich noch weitere Kandidaten, etwa von SPD oder GRÜNEN, bewerben. Insbesondere ist noch mit Dauerkandidaten wie Fridi Miller zu rechnen, die in Künzelsau bereits gegen Stefan Neumann angetreten ist.

Erste Einschätzung

Aus der Ferne ist es natürlich schwierig, die Chancen der einzelnen Kandidaten zu bewerten. Stefan Neumann, der von der CDU unterstützt wird, dürfte durchaus gute Chancen haben. Die CDU ist in Backnang traditionell stark, hat aber bei der letzten Kommunalwahl 6,5 Prozent verloren, wurde dennoch mit knapp unter 29 Prozent stärkste Fraktion. Da Bürger gerne Verwaltungsfachleute auf dem Posten des Bürgermeisters sehen, mag auf dem Papier Neumanns stärkster Gegner Maximilian Friedrich sein, der einen ähnlichen Werdegang wie Neumann hat. Er ist kommunalpolitisch gut vernetzt, ist eine bekannte Person im Kreis und geht dazu noch als Lokalmatador ins Rennen.

85 Prozent wie Vorgänger Frank Nopper dürfte keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang erreichen.

Text: Matthias Lauterer

Die bisher bekannten Kandidaten für das Amt des Backnanger OB:
oben v.l. Jörg Bauer, Maximilian Friedrich, Jörg Lesser
unten v.l.: Stefan Neumann, Marco Schlich, Roland Stümke
Quelle: jeweiliger Kandidat

 




Video des Wahlabends in Künzelsau

Um 19.15 Uhr steht das Ergebnis im Rathaus Künzelsau fest: Die Künzelsauer haben Stefan Neumann als Bürgermeister wiedergewählt. Der dreifache Familienvater bekam 87,4 Prozent der Stimmen (Stand: 19.15 Uhr). 10,1 Prozent der Stimmen erhielt Ruth Henrich. 1,5 Prozent der Stimmen fielen auf Dauerbewerberin Fridi Miller. Sonstige: 1,1 Prozent. Die Wahlbeteiltigung war gering. Nur 35,5 Prozent der Künzelsauer haben ihre Stimme ab. Das heißt: Von 12.111 Wahlberechtigten gingen 4.305 zur Wahl. Ungültige Stimmen, also falsch ausgefüllte Wahlzettel: 86, laut ersten Angaben des stellvertretenden Bürgermeisters von Künzelsau, Christian von Stetten. Weitere Informationen gibt es auf: https://www.kuenzelsau.de/aktuelles?view=publish&item=article&ii=2133.

 

Kür Künzelsau-Blogger Matthias Lauterer ist die Zahl der Nichtwähler in Künzelsau zum Mäuse melken. Hier geht es zu seinem Kommentar:

 

https://matthiasausk.blogspot.com/2018/06/die-zahl-des-abends-355-wahlbeteiligung.html

 

Das Video zum Wahlabend im Rathaus am 04. Juni 2018 mit allen Emotionen der Beteiligten und viel Lokalprominenz gibt es hier zu sehen:

 

 

 

Fotos // GCHWÄTZ/Archiv

Video // Dr. Felix Kribus

Grafik // Stadtverwaltung Künzelsau