1

Bürgerbudget Künzelsau: Online-Abstimmung beginnt am Montag, 19. September 2022

Nicht ohne Widerspruch verlief die Vorstellung der Projekte für das Künzelsauer Burgerbudget am Dienstag, 13. September 2022 im Künzelsauer Gemeinderat. Schon die Verwaltung war sich nicht sicher, ob drei der vorgestellten Projekte den Projektrichtlinien entsprachen und merkte an, dass eine Entscheidung über enthaltene Personalkosten vom Gemeinderat zu treffen sei. Der Vorschlag der Verwaltung lautete, die Personalkosten als eine Art Anschubfinanzierung für ein Jahr zu genehmigen.

„Wir sehen das eigentlich nicht ein“

Für die SPD/GRÜNE-Fraktion äußert Hans-Jürgen Saknus Bedenken: er plädiert dafür, Projekte mit Personalkosten nicht zuzulassen, genausowenig wie Projekte, die ausschließlich vereinsinterne Zwecke verfolgen und stellt einen entsprechenden Antrag. Verena Löhlein-Ehler (Die Freien) könnte sich vorstellen, auch Projekte mit einer Anschubfinanzierung für Personal zu unterstützen. „Man könnte das mal probieren, aber man muß das überprüfen“, sagt sie. Einen Ausschluß empfinde sie als unfair.  Wolfgang Schmelzle (FfK) mag nicht für Projekte mit Personalkosten stimmen: „Wir sehen das eigentlich nicht ein“. Robert Volpp spricht für die CDU-Fraktion und empfiehlt, die Anträge diesmal zuzulassen und den Verlauf zu beobachten.

Die Abstimmung ergab ein Ergebnis von elf Ja- und acht Nein-Stimmen für den Antrag von Hans-Jürgen Saknus. Die drei abgelehnten Projektanträge stehen daher nicht zur Abstimmung. Die weiteren acht Vorschläge wurden vom Gemeinderat einstimmig zur Abstimmung zuzulassen.

Abstimmung beginnt ab 19. September 2022

Die Stadtverwaltung Künzelsau informiert mit der folgenden Pressemitteilung über die Abstimmungsmodalitäten

Mitmachen und mitentscheiden – darum geht es beim Künzelsauer Bürgerbudget. Auch in diesem Jahr haben die Künzelsauer Vereine, Organisationen und Bürger vielseitige Projektideen vorgeschlagen. Über diese kann nun vom 19. September bis 16. Oktober 2022 abgestimmt werden. „Das Bürgerbudget läuft bereits in der vierten Runde und auch diesmal sind tolle Bürgerprojekte von und für Künzelsau mit dabei“, freut sich Bürgermeister Stefan Neumann. „Mit dem Bürgerbudget können wir bürgerschaftliches Engagement ganz konkret und unkompliziert fördern. Ich danke allen, die sich beteiligen und ihre Idee mit einbringen.“ Das Bürgerbudget ist auch dieses Jahr wieder überzeichnet. Insgesamt stehen 50.000 Euro zur Verfügung.

Foto: Robert Kneschke, shutterstock.

Online abstimmen und mitentscheiden

Die Künzelsauer Bevölkerung kann nun mitentscheiden und online abstimmen: Welche Projekte sollen mit dem Bürgerbudget gefördert werden? Acht Projekte stehen in diesem Jahr zur Auswahl. Die Abstimmung ist von Montag, 19. September bis Sonntag, 16. Oktober 2022 geöffnet. Alle Künzelsauer Einwohnerinnen und Einwohner ab 16 Jahren können sich daran beteiligen und einmal abstimmen. Über die städtische Webseite www.kuenzelsau.de/buergerbudget gelangt man zu den Projektvorstellungen und zum Online-Voting. Für Einwohnerinnen und Einwohner ohne Zugang zur Online-Abstimmung ist eine Möglichkeit zur Stimmabgabe im Bürgerbüro im Rathaus eingerichtet. Im Oktober 2022 gibt der Gemeinderat die 50.000 Euro für die Siegerprojekte des Bürgerbudgets frei und die Umsetzung der Projekte kann beginnen.

Projektvorstellung

Für folgende Projekte kann abgestimmt werden:

Aromapflege in der Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen (Hospizdienst Kocher/Jagst)
Antragsumme: 4.500 Euro

Nutzbarmachung des Tonstudios und Bandprobenraums im alten Bahnhof (Jugendkulturverein Kokolores e.V.)
Antragsumme: 9.000 Euro

Kippster für Künzelsau (AG Abfallvermeidung Klimabeirat)
Antragsumme: 5.000 Euro

Künzelsau wird verpackungsfrei (Hohenlohe for Future)
Antragsumme: 3.000 Euro

Neue Campus-Mitte: Aufwertung der Außenanlage durch zusätzliche Sitzgelegenheiten und Sport- und Spielgeräte für alle (Hochschule Heilbronn Campus Künzelsau)
Antragsumme: 8.100 Euro

Outdoor Fitnessstation (SSV Gaisbach)
Antragsumme: 18.000 Euro

Ein Trinkwasserbrunnen für die Hauptstraße (Werbegemeinschaft Künzelsau)
Antragsumme: 9.000 Euro

Schwimmfloß fürs Hallenbad TollKÜN (TSV Künzelsau Abteilung Schwimmen)
Antragsumme: 1.400 Euro

Informationen und Abstimmung

Alle Informationen rund um das Künzelsauer Bürgerbudget – auch der Link zur Online-Abstimmung – gibt es auf der städtischen Webseite unter www.kuenzelsau.de/buergerbudget. Hier und auf der städtischen Facebook-Seite werden während des Abstimmungszeitraums die Projekte näher vorgestellt.

Wie auch in den letzten Jahren stellt die Stadt Künzelsau insgesamt 50.000 Euro für die Projekte zur Verfügung. Die Antragssumme der zugelassenen acht Projekte liegt bei 58.000 Euro.

Text: Matthias Lauterer / Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Neue Runde beim Bürgerbudget Künzelsau

Auch für 2022/2023 stehen wieder 50.000 Euro zur Verfügung. Welche Projekte und Maßnahmen möchten die Künzelsauerinnen und Künzelsauer gerne umsetzen? In einem ersten Schritt können Projektideen bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Bis spätestens 15. August 2022 ist dies möglich. Wichtig ist, dass die Projekte der breiten Öffentlichkeit dienen und damit ein Mehrwert für Künzelsau und die Künzelsauer Bevölkerung geschaffen wird. Vorschlagsberechtigt sind alle Künzelsauer Vereine, Organisationen, Kirchen und Privatpersonen.

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:

  • Das Projekt muss 2022/2023 in Eigenregie umgesetzt werden.
  • Eine angemessene Eigenleistung der Antragstellerinnen und Antragsteller ist erforderlich.
  • Die Finanzierung muss mit dem Beitrag durch das Bürgerbudget gesichert sein.
  • Das Projekt muss der Allgemeinheit dienen.

Ablauf und Online-Abstimmung

Im September 2022 entscheidet der Gemeinderat über die Zulassung der Projekte. Anschließend kann die Bevölkerung von Mitte September bis Mitte Oktober wieder mitentscheiden und bei einem Online-Voting für eines der Projekte abstimmen. Nach der Online-Abstimmung trifft der Gemeinderat im Oktober 2022 die endgültige Entscheidung: Welche Projekte werden mit dem Bürgerbudget gefördert? Dann geht es los und die geförderten Projekte können mit der Umsetzung starten.

Weitere Infos auf der Beteiligungsplattform

Auch in diesem Jahr steht für die Dokumentation und Abstimmung rund um das Künzelsauer Bürgerbudget die Bürgerbeteiligungsplattform zur Verfügung. Alle Informationen und Dokumente sowie das Antragsformular gibt es unter www.kuenzelsau.de/buergerbudget. Die neue Beteiligungsplattform kann auch genutzt werden, um Ideen vorzustellen, zu diskutieren oder Mitstreiter zu gewinnen. Mitmachen ist ganz einfach: Konto anlegen, interessante Projekte aussuchen, Newsletter abonnieren und mitdiskutieren.

Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung Künzelsau ist Rafaela van Dorp, Telefon 07940 129-102 oder E-Mail buergerbudget@kuenzelsau.de.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




„Wir bewerben uns sicher bei einer nächsten Bürgerbudget-Runde wieder.“

Neben dem neu aufgebauten Lügenbrückle (GSCHWÄTZ berichtete) gibt es weitere erfolgreiche Initiativen, die mit Mitteln des Bürgerbudgets gefördert wurden. Gerhard Rudolph, Ortsvorsteher von Amrichshausen, präsentiert stolz den neuen Pavillion zwischen Dorfplatz und Kirche. „Es hat sich gezeigt, dass die Menschen nach Hochzeiten gerne einen Platz für einen Sektempfang haben – das ist jetzt ein idealer Ort für so einen Sektempfang, eine kleine Hocketse oder eine kleine Feier“, meint er. Aber alles soll im Rahmen sein, „wilde Feste wollen wir an dieser Stelle nicht“. Deshalb gibt es auch keine fest installierten Sitzgelegenheiten.

„Wilde Feste wollen wir an dieser Stelle nicht“

Gerhard Rudolph ist stolz auf den neuen Pavillion. Foto: GSCHWÄTZ

Neben 8.000 Euro aus dem Bürgerbudget haben etwa 15 – 20 die Bürger:innen aus Amrichshausen rund 400 – 500 Stunden Eigenleistung eingebracht. Auf dieses Engagement ist Rudolph stolz. Und obwohl der Pavillion noch nicht ganz fertig – einige spezielle Materialien konnten nicht rechtzeitig angeliefert werden – ist der Pavillion bereits eingeweiht: Das erste Hochzeitspaar mit seinen Gästen hat den Pavillion bereits eingeweiht.

Nicht zum Feiern, sondern zum Verweilen

Ernst Gruber, Rafaela van Dorp, Stefan Neumann und Prof. Dr. Wofgang Freiherr von Stetten präsentieren eine der neuen Bänke. Foto: GSCHWÄTZ

Schon aus der vorletzten Runde des Bürgerbudgets stammen 12 Bänke an den Wanderwegen zwischen Kocherstetten, Nitzenhausen und Lassbach. Wegen der damaligen Budgetsperre ist die Albert-Berner-Stiftung eingesprungen und hat die von der Stadt zugesagten 7.500 Euro übernommen. Die Bänke stehen jetzt an gut frequentierten Wander- und Fußwegen, meist an Orten mit guter Aussicht und laden zum Verweilen und Ausruhen ein. „Die Bänke werden gerne angenommen“, hat Prof. Dr. Wolfgang von Stetten, Vorsitzender des Projektpartners Stauder-Stiftung, beobachtet. Ernst Gruber weist darauf hin, dass die Bänke nicht im Gras sondern auf Platten stehen: „Damit haben wir dort keine Zeckengefahr“.

Ein Feucht-Fröhliches Projekt

Nicht nur für die KInder: Werner Hannemann demonstriert die neuen Spielgeräte. Foto: Stadt Künzelsau

Ebenfalls aus der Runde 2020/21 und damit ebenfalls von der Berner-Stiftung unterstützt, ist die neue Spielstrasse der Jugendfeuerwehr. Mit Geschicklichkeitsübungen sollen Kinder an die Feuerwehr herangeführt werden. Beispielsweise soll ein Ball mit einem Wasserstrahl durch ein Labyrinth ins Ziel geleitet werden. Diese Spiel- und Spaßgeräte wurden im Projekt neu gebaut – und damit sie möglichst lange erhalten bleiben wurden speziell angepaßte Lager- uns Transportwägen angefertigt. Zum Einsatz kommen die Spiele bei diversen Festen in der Umgebung, zum erstenmal bereiteten sie den Kindern während des Schulaktionstags des Landeskinderturnfests Spaß – und natürlich Erfrischung bei der Hitze, denn manch ein Kind blieb nicht trocken.

32 Kinder und Jugendliche seien derzeit bei der Jugendfeuerwehr tätig, berichtet Werner Hanneman, verantwortlich für die Jugendfeuerwehr.

„Wir bewerben uns sicher bei einer nächsten Bürgerbudget-Runde wieder.“

Alexander Gunnesch (li.) und Bürgermeister Stefan Neumann auf dem neuen Boden des Kokolores. Foto: GSCHWÄTZ

Für 8.000 Euro und ebenfalls mit viel Eigenleistung wurde der Boden im Jugendverein KOKOLORES erneuert. Ein attraktiver und robuster Holzboden wurde verlegt, dazu wurde die Bühne abgeschliffen. Aus Vereinsmitteln und mit Eigenleistung wurden im Rahmen des Projekts auch die Wände neu gestrichen. „„Wir sind sehr zufrieden und dankbar für die Unterstützung aus dem Bürgerbudget“, sagt Alexander Gunnesch. Der Verein hat schon einmal vom Bürgerbudget profitieren können und hat damals die Bühnentechnik erneuert. Erneuerungsbedarf gibt es immer wieder, weiß Gunnesch. Im nächsten Schritt müssen man im Obergeschoß angreifen. Und er hofft darauf, dass die Bürger den Verein KOKOLORES wieder unterstützen: „Wir bewerben uns sicher bei einer nächsten Bürgerbudget-Runde wieder.“

Text: Matthias Lauterer

 

 

 




„Gutes tun und Werte schaffen“

Die Legende vom Lügenbrückle besagt, dass derjenige ins Wasser fällt, der am Tag, an dem er das Brückle über den Erlesbach zwischen Vogelsberg und Kocherstetten betritt, bereits gelogen hat.

Erstaunlich: Niemand hatte gelogen

Soviel sei vorweggenommen: Niemand ist beim Presserundgang am 26. Juli 2022 ins momentan ausgetrocknete Bachbett gestürzt, selbst der GSCHWÄTZ-Reporter nicht.

Bürgerbudget machts möglich

Lange Zeit war es nur schwer möglich, den alten Weg von Kocherstetten nach Vogelsberg zu gehen, denn die bestehende Brücke war in keinem guten Zustand mehr. Mit 10.000 Euro Unterstützung aus dem Bürgerbudget und 250 bis 300 ehrenamtlichen Arbeitsstunden von Kocherstettener, Vogelsberger, Laßbacher und Mäusdorfer Helfer:innen war es der Initiative des SC Kocherstetten möglich, die Brücke neu zu errichten.

„So stabil wars noch nie“ – das Lügenbrückle. Foto: GSCHWÄTZ

Mit dem Ergebnis ist man zufrieden: „So stabil war sie wohl noch nie“, lacht Mario Retzbach, Vorsitzender des SC Kocherstetten. Ganz besonderen Dank richtet er an Zimmerer Tobias Heller, dessen Know-How das Projekt beflügelte. „Das Bürgerbudget ist die Chance für die Allgemeinheit, Gutes zu tun und Werte zu schaffen.“

Platz lädt zur Rast oder zum Picknick ein

Mehrere selten zu beobachtende Schmetterlingsarten flattern um das Brückle herum, ein Tisch mit Bänken lädt zum Picknick in der Natur ein. „Das wurde auch schon genutzt“, berichtet Ortsvorsteher Frank Egner. Jetzt fehlt nur noch ein Schild, das auf die Legende vom Lügenbrückle hinweist, aber dieses sei bereits in Arbeit.

Text: Matthias Lauterer




„Lügenbrückle“ zwischen Kocherstetten und Vogelsberg mit Bürgerbudget-Mitteln erneuert

Die Holzbrücke in der Klinge über den Erlesbach wurde in den letzten Monaten erneuert und ist nun fertiggestellt. Damit ist der uralte Verbindungsweg zwischen den Orten Kocherstetten und Vogelsberg wiederhergestellt. Heute ist dies wieder ein beliebter Wanderweg durch den Wald.

„Herzlichen Dank an den SC Kocherstetten, der dieses Projekt initiiert und umgesetzt hat,“ sagt Bürgermeister Stefan Neumann. Im Rahmen des Künzelsauer Bürgerbudgets 2021/22 wurde die Maßnahme mit 10.000 Euro unterstützt.

„Mit etlichen Stunden Eigenleistung der ehrenamtlichen Helfer und dem Geld aus dem Bürgerbudget konnten wir unser „Lügenbrückle“ wieder auf Vordermann bringen“, freut sich Mario Retzbach vom SC Kocherstetten. „Das Bürgerbudget ist die Chance für die Allgemeinheit Gutes zu tun und Werte zu schaffen. Wir sagen danke, dass wir 2021 die Förderung bekommen haben. Sicher werden wir uns mal wieder mit einem Projekt bewerben.“

Wer auch eine Idee für ein tolles Bürgerprojekt hat, ist eingeladen, sich an der aktuellen vierten Ausschreibung zum Künzelsauer Bürgerprojekt zu beteiligen. Die Antragsfrist endet am 15. August 2022. Für 2022/23 stehen wieder 50.000 Euro zur Verfügung. Nähere Informationen gibt es auf unserer Beteiligungsplattform www.civocracy.org/stadtkuenzelsau oder auf der städtischen Webseite unter www.kuenzelsau.de/buergerbudget.

Projektideen mit Bürgermeister Neumann besprechen

Um offenen Fragen zu klären und Projektideen gemeinsam zu besprechen, gibt es Anfang Juli zwei Sprechstunden mit Bürgermeister Stefan Neumann: Dienstag, 5. Juli 2022 um 18.00 Uhr im Rathaus oder Freitag, 8. Juli 2022 um 8.30 Uhr bei Yvonnes Café.

Eine vorherige Anmeldung über buergerbudget@kuenzelsau.de ist erforderlich.

Presseinformation Stadt Künzelsau




„Beim Kicken gefürchtet, von Weibern verehrt…“

„Beim Kicken gefürchtet, von Weibern verehrt. Am Glase der Beste, sein Körper begehrt.“ Weiter möchten wir an dieser Stelle das Gedicht über den „Nitzenhäuser Schuppenhocker“ nicht zitieren, sonst müssen wir ein FSK auf diesen Artikel kleben. Dieses Gedicht jedenfalls ist eines von vielen netten kleinen Details, das den komplett entkernten und von Grund auf renovierten und sanierten Schuppen Nizza ziert.

Sinnbildlich für die Gemeinschaftsleistung eines ganzen Dorfes

Der Schuppen steht sinnbildlich für die Gemeinschaftsleistung eines ganzen Dorfes, allen voran den kleinen Handwerksbetrieben, die sich in Nitzenhausen tummeln. „Ohne die Motivation von den ganzen Jungs hätten wir das nicht stemmen können“, sagt Yannick Kraft, verantwortlicher für den Jugendraum, bei der Presseführung durch die neuen Räume am Samstag, den 18. September 2021.

„Wir haben erst festgestellt, was alles auf uns zukommt, als wir alles draussen hatten“

Alte Wagenräder hängen nostalgisch von der Decke, im frisch holzervertäfeltem Gemeinschaftsraum hat man es nicht weit zur neu gestalteten Bar. Sogar mit einer Fußbodenheizung sind die neuen Räume ausgestattet, was energetisch sicherlich Sinn macht.

Zimmerer, Schreiner, Elektriker und Schlosser haben rund ein Jahr für diesen Kraftakt gebraucht.

An den Wänden kleben noch Fotos von der schrittweisen Erneuerung der Räume. Zimmerer, Schreiner, Elektriker und Schlosser haben rund zwei Jahre für diesen Kraftakt gebraucht. Viele ehrenamtliche Stunden sind dabei zusammengekommen. „Wir haben erst festgestellt, was alles auf uns zukommt, als wir alles draussen hatten“, erinnert sich Yannick Kraft.

„Wenn wir Marcel Schuhmacher nicht im Boot gehabt hätten, hätten wir das nicht so umgesetzt bekommen“

Die Stadtverwaltung Künzelsau hat das Projekt im Rahmen des Bürgerbudgets mit 16.000 Euro bezuschusst. Mit dem Betrag wurden im Wesentlichen die Materialien bezahlt. Der Rest: Engagement von vielen. Ein Ortsvorsteher, der das Projekt immer unterstützt und mit Ideen weitergeführt hat und Menschen wie Marcel Schuhmacher, der mit seiner Holzwerkstatt Hohenlohe nur einen Steinwurf vom Schuppen Nizza entfernt arbeitet. „Wenn wir Marcel Schuhmacher nicht im Boot gehabt hätten, hätten wir das nicht so umgesetzt bekommen.“

Text: Dr. Sandra Hartmann

 

Rustikal-schöne Details hängen etwa über dem Stammtisch. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Gewölbekeller angrenzend an den Schuppen Nizza. Foto: GSCHWÄTZ

Auch mit einem Gewölbekeller kann der Schuppen aufwarten. Foto: GSCHWÄTZ

Das Logo des Schuppen Nizza. Foto: GSCHWÄTZ

Die neue alte Bar. Ach ja, und: Gracht wird drauße. Foto: GSCHWÄTZ

Hinter der neuen Theke lässt es sich gut ausschenken. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Nobel geht die Welt zugrunde. Der Jugendraum ist nun mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Foto: GSCHWÄTZ

Bis auf die Grundmauern abgerissen und wieder neu aufgebaut. Foto: GSCHWÄTZ

Auch eine neue Küche gab’s. Foto: GSCHWÄTZ

 

Yannick Kraft zeigt voller Stolz den neuen Schuppen Nizza. Foto: GSCHWÄTZ




„Mein Mann hat eine schwere Kindheit gehabt“

Das Bürgerbudget für Bürgerprojekte in und um Künzelsau kann nun doch in die zweite Runde gehen. Ermöglicht hat das die Albert Berner-Stiftung, die das Bürgerbudget im Rahmen ihres 25. Jubiläumsjahrs als neues Leuchtturmprojekt ausgelobt hat und die Fördersumme in Höhe von 50.000 Euro übernimmt. Aufgrund der Corona-Pandemie und einer Haushaltssperre der Stadt lag die aktuelle Ausschreibung für das Bürgerbudget auf Eis.

GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus war bei der feierlichen Scheckübergabe im Rathaus mit dabei.

„Das ist ein sehr, sehr glücklicher Tag“

„Es gibt ganz viele Leute, die Ideen haben und mit anpacken wollen, aber denen noch etwas fehlt zum Glück“, so Bürgermeister Neumann. „Dieses Etwas ist der Teil, den das Bürgerbudget beitragen kann.“ Die Grundidee des Bürgerbudgets sei, die Leute, die eine Idee haben, anzuregen, zu schauen, dass diese umsetzbar ist, und sich dann Partner zu suchen. „Insofern ist das ein sehr, sehr glücklicher Tag heute.“

„Mein Mann ist ein echter Hohenloher“

„Es ist der Wunsch meines Mannes, der ein echter Hohenloher ist, der hier aufgewachsen ist unter schwierigen Verhältnissen – er hat eine sehr schwere Kindheit gehabt – und hat dann doch den Schwung bekommen, dass er sich selbstständig gemacht hat. Er ist der Bevölkerung und dem Land hier sehr dankbar, dass er die Möglichkeit gehabt hat und deswegen wollte er etwas zurückgeben“, sagte Ursula Berner, Stiftungsratsvorsitzende der Albert-Berner-Stiftung und Ehrenbürgerin von Künzelsau zur Motivation von Albert Berner. „Und dieses Zurückgeben sieht er speziell im Hohenlohekreis, weil wir entdeckt haben, dass es viele kleine Felder gibt, die nicht so in den Vordergrund rücken, aber die eigentlich auch bedient sein müssen.“

Projektideen können bis Mittwoch, 26. August 2020, eingereicht werden

In einem ersten Schritt können bis Mittwoch, den 26. August 2020, Projektideen bei der Stadtverwaltung eingereicht werden, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau. Wichtig ist, dass die Projekte der breiten Öffentlichkeit dienen und durch sie ein Mehrwert für Künzelsau und die Künzelsauer Bevölkerung geschaffen wird. Anfang September wird über die Zulassung der Projekte entschieden und der Öffentlichkeit zur Abstimmung in Form eines Online-Votings bekannt gegeben. Anschließend kann die Künzelsauer Bevölkerung bis Ende September abstimmen, welche Projekte mit den Mitteln aus dem Bürgerbudget gefördert werden sollen. Nach der Online-Abstimmung steht voraussichtlich Ende September die endgültige Entscheidung.

Projekte für die Allgemeinheit

Vorschlagsberechtigt sind alle Künzelsauer Vereine, Organisationen, Kirchen und Privatpersonen sowie städtische Einrichtungen. Folgende Kriterien müssen erfüllt sein: Das Projekt muss der Allgemeinheit dienen, gemeinnützige Zwecke nach §52 AO erfüllen und in Eigenregie umsetzbar sein. Eine Förderung ist möglich für Projekte aus den Bereichen Soziales, Bildung, Kultur und Sport. Es wird eine angemessene Eigenleistung der Antragsteller erwartet. Die Finanzierung muss mit dem Beitrag durch das Bürgerbudget gesichert sein.

Video-Sprechstunde mit Bürgermeister Neumann

Bei Bewerbungen zum Künzelsauer Bürgerbudget tauchen immer wieder Fragen auf: Welche Projekte sind zugelassen? Was muss ich bei der Finanzierung beachten? Wie kann ich mich bewerben? Um alle offenen Fragen zu klären und Projektideen gemeinsam zu besprechen, gibt es am Montag, den 06. Juli, den 20. und 27. Juli 2020, jeweils zwischen 11 und 12 Uhr die Möglichkeit für eine Video-Sprechstunde mit Bürgermeister Stefan Neumann. Eine vorherige Anmeldung über buergerbudget@kuenzelsau.de ist erforderlich. Weitere Informationen und Dokumente rund um das Künzelsauer Bürgerbudget sowie das Antragsformular gibt es auf http://www.kuenzelsau.de/buergerbudget. Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung Künzelsau ist Rafaela van Dorp, erreichbar unter Telefon 07940/129 102 oder per E-Mail rafaela.vandorp@kuenzelsau.de. Ansprechpartner bei der Albert Berner-Stiftung ist Renate Wolpert, erreichbar unter Telefon 07940/121 701 oder per E-Mail renate.wolpert@berner-group.com.

Quellen: GSCHWÄTZ vor Ort/Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Künzelsau: Hauswirtschaftliche Sperre

Laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau wird das Künzelsauer Bürgerbudget ausgesetzt.

Nach dem erfolgreichen Start des Künzelsauer Bürgerbudgets im letzten Jahr war auch für 2020/2021 eine Förderung von Bürgerprojekten in Höhe von 50.000 Euro vorgesehen. Aufgrund der aktuellen Situation und einer haushaltswirtschaftlichen Sperre der Stadtverwaltung Künzelsau wurde nun entschieden, die diesjährige Ausschreibung auszusetzen. Auch das Schüler- und Jugendbudget, für das ursprünglich 2.500 Euro zur Verfügung standen, wird es dieses Jahr nicht geben. Es können daher in diesem Jahr keine Anträge gestellt werden. 

Der Spielplatz am Künzelsauer Südhang wollten Bürger mit Geld aus dem Bürgerbudget erneuern. Den Zuschlag hierfür erhielten sie jedoch nicht. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 




Und der Zuschlag für das Künzelsauer Bürgerbudget geht an …

Die Stühle in den Zuhörer-Reihen im großen Sitzungssaal im Künzelsauer Rathaus waren voll besetzt, als Bürgermeister Stefan Neumann die Sitzung des Gemeinderates am Dienstag, den 08. Oktober 2019 eröffnete. Unter anderem die Mittelvergabe im Rahmen des Künzelsauer Bürgerbudgets.

Der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen, folgende Projekte mit dem Künzelsauer Bürgerbudget 2019/2020 zu fördern:

  • „KLEBWEG“ am Kocher, 309 Stimmen, 19.000 Euro
  • Natur-Erlebnis-Pfad für kleine und große Entdecker, 208 Stimmen, 5.000 Euro
  • Mehrgenerationenspielplatz Alte Schule Gaisbach, 180 Stimmen, 5.000 Euro
  • Sanierung des Jugendraums Nitzenhausen, 179 Stimmen, 16.000 Euro
  • Treff für Jung und Alt in Belsenberg, 110 Stimmen, 5.000 Euro (Antragssumme 15.000 Euro)

Insgesamt werden 50.000 Euro für Bürgerprojekte ausgeschüttet.

 

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

 

 




Wer bekommt den Zuschlag für das Bürgerbudget 2019?

Noch bis zum 10. September 2019 können Künzelsauer Bürger abstimmen, wohin das Geld fließen soll, das die Stadt hier vergibt. Beworben haben sich Menschen mit ganz unterschiedlichen Projekten. Zehn Projekte stehen nun in der Endrunde. (wir berichteten/siehe Link unten)

Auch Caroline Posch hat sich mit einem Projekt beworben. Sie möchte den Spielplatz am Künzelsauer Südhang aufwerten. Ihre Begründung: „Der Spielplatz ist doch etwas in die Jahre gekommen und für Kinder aufgrund der wenigen Spielmöglichkeiten einfach langweilig. Aktuell gibt es den Sandkasten bei dem liegen zwar Sandspielsachen drin, aber noch viel häufiger Kot, so dass dieser nahezu nicht genutzt wird beziehungsweise die meisten Mütter ihre Kinder da nicht rein lassen. Der Spielplatz hat eine Rutsche die okay ist, aber wegen der Höhe und des Sprossenabstandes erst für Kinder ab dreieinhalb bis vier Jahren. Auch eine Wippe die 2018 erneuert wurde und eine Turnplattform stehen auf dem Spielplatz. Bei der Wippe können es jedoch maximal zwei Kinder sein um Wippvergnügen zu haben und die Turnplattform ist eher langweilig, da kleinere Kinder maximal drauf stehen können. Meine Mädels besuchen total gerne Spielplätze und es wäre toll wenn durch das Bürgerbudget und entsprechend viele Stimmen der Bürger hier eine positive Entwicklung für mehr Spielmöglichkeiten und vor allem interessantere Spielstationen geschaffen werden können.“

Caroline Posch würde den Spielplatz wie folgt ändern: „Die Turnplattform abbauen, Fläche einebnen und eine Doppel-Schaukel mit Normalsitz und Kindersitz beziehungsweise Babysitz aufstellen. Hinter der Wippe den Spielplatz einebnen und eine länglichen Balanciernetze anbringen. Um die Wippe herum zwei einzelne kleine Federwippenaufstelle, so dass auch kleinere Kinder alleine Wippen können. Der Sandkasten könnte durch ein Bodentrampolin ersetzt werden, denn jedes Kind hüpft gerne.“ Für Caroline Posch ist das Besondere an diesem Spielplatz: „Der Spielplatz hat durch die Bäume Flair, diese laden zum klettern ein, und der Platz ist auch an heißen Tagen angenehm zu besuchen.“

 

„Die Turnplattform ist eher langweilig, da kleinere Kinder maximal drauf stehen können“, so Poch. Foto: privat

Poch erklärt, dass die Rutsche okay ist, aber wegen der Höhe und des Sprossenabstandes erst für Kinder ab dreieinhalb bis vier Jahren geeignet sei. Foto: privat

„Hinter der Wippe den Spielplatz einebnen und eine länglichen Balanciernetze anbringen“, wünscht sich Poch. Foto: privat

Neben der Wippe würde Poch gerne Einzelwippen auf dem Spielplatz haben. Foto: privat

Wer bekommt den Zuschlag? Jetzt Abstimmen. Foto: privat

Der Spielplatz am Südhang möchte modernisiert werden. Foto: privat