BM-Wahl in KÜN // Welcher Kandidat hat mehr überzeugt?
Jedenfalls konnten die anwesenden Zuschauer einen Eindruck von zwei der drei Kandidaten (Fridi Miller hatte sich, wie von fast allen erwartet, entschuldigt – hier ging ein leises Lächeln durch den Saal) gewinnen: Stefan Neumann und Ruth Henrich stellten sich den Bürgern vor. Eine Diskussion war nicht vorgesehen, so dass sich die Zuhörer nach den beiden weniger als 20 Minuten dauernden Vorträgen auch schnell wieder zerstreuten – eine merkwürdig unemotionale Stimmung war das.
Der amtierende BGM Neumann eröffnete und begann – übrigens im Anzug, nicht in Jeans! – mit einer Bilanz seiner Amtszeit, in der er von vielen Sanierungen berichtete, in der aber offenbar vergleichsweise wenig Neues geschaffen wurde, vielleicht mit Ausnahme des Bauhofs. Außerdem stellte er seine Rolle im Krankenhauskonflikt als die des weißen Ritters dar, der sich heldenhaft, aber vergeblich für die Stadt eingesetzt hat – viele Bürger werden da anderer Ansicht gewesen sein.
Einen Logistikumschlagplatz vom Diesel-LKW auf den E-LKW „an der Autobahn“ schlug sie vor und daß die Stadt Aufträge an lokale Unternehmen vergeben und mit diesen Rahmenverträge machen soll. Ersteres betrifft Künzelsau nur, falls es im interkommunalen Gewerbegebiet realisiert werden könnte, zweiteres ist ja durch Vergaberecht, teils auf europäischer Ebene, bereits geregelt.
„Es haben sich innerhalb der Bewerbungsfrist drei Personen um das Amt des Bürgermeisters (m/w/div) von Künzelsau beworben:
- der amtierende Bürgermeister Stefan Neumann, in Künzelsau omnipräsent, allerdings unter anderem wegen seiner Politik zum Thema Krankenhaus nicht unumstritten.
- die sogenannte „Dauerkandidatin“ Fridi Miller – sie kandidiert in der gesamten Region (und nicht nur in unserer Region), kam bisher wohl noch nie zu Kandidatenvorstellungsterminen und wenn man sie googelt, entfaltet sich eine wahrhaft schillernde Persönlichkeit.
- die Unternehmensberaterin Ruth Hildegard Henrich, die bisher noch nicht kommunalpolitisch aktiv war. Und während in Villabajo die STIMME im Samstagskommentar noch (offenbar unbekannterweise) über sie spottet, hat in Villariba das GSCHWAETZ schon mit der Kandidatin gesprochen.
Es sind aber – da bietet das Wahlrecht in Baden-Württemberg enorme Freiheiten – außer den genannten KandidatInnen alle Personen [mit einigen kleinen Einschränkungen] wählbar, die
- Deutsche oder Deutscher im Sinne des Grundgesetzes sind oder
- Unionsbürger sind und in Deutschland wohnen (es muss nicht der Ort sein, für den Sie als Bürgermeister kandidieren) und
- am Wahltag 25 Jahre, aber noch nicht 68 Jahre alt sind.
// Wahlbeteiligung in Öhringen: weniger als 20 Prozent //
Auf den ersten Blick läßt die Liste der Kandidaten auf einen Wahltag wie in Öhringen schließen, wo Thilo Michler bei einer Wahlbeteiligung von weniger als 20% mit ca. 90% der gültigen Stimmen gewählt wurde. Jaaa, 90%, das hört sich wirklich nach überragendem Rückhalt in der Bevölkerung an (obwohl auch Ergebnisse von 100% bekanntlich keine Garantie für weiteren politischen Erfolg sind …), wenn man die Wahlbeteiligung nicht erwähnt … aber wenn nur weniger als 3.500 Menschen von mehr als 18.000 Wahlberechtigten es überhaupt für notwendig halten, zur Wahl zu gehen, dann muß man sich wirklich fragen, ob man als Demokrat auf ein solches Ergebnis stolz sein muß …
Ich wäre nicht stolz darauf! Und ob ein Bürgermeister, der mit der Unterstützung von sage und schreibe 18 oder 19% der Wahlberechtigten ins Amt gewählt wurde, auf höherer Ebene eine Respektsperson ist? Ich könnte mir vorstellen, daß man mit einer Mehrheit, die sich aus einer Wahlbeteiligung von … sagen wir 75% ableitet, ein deutlich besseres Standing hat.
Und auch Stefan Neumann, der bei einer Wahlbeteiligung von 46,7% vor 8 Jahren gewählt wurde (er hatte knapp über 50%, wurde also von ca. 25% der Wahlberechtigten gewählt), war damals mit dieser Beteiligung unzufrieden – was würde er wohl zu 20% wie in Öhringen sagen?
Warum es In Künzelsau gibt es in den nächsten Jahren viel zu tun – also sorgen wir doch bitteschön für eine hohe Wahlbeteiligung – und dazu muß man halt zur Wahl gehen.
https://matthiasausk.blogspot.de/2018/05/ein-paar-gedanken-zur-burgermeisterwahl.html