1

„Betty sagt schade“

// Biomüll-Kontrolle mit Rainer Mugler

// Video-Interview mit Bio-Kontrolleur

von Nadja Fischer

Mit einem kleinen Trolley, auf dem sich ein Karton befindet, läuft Rainer Mugler ganz in orange gekleidet durch die Straßen. Rainer Mugler klappt den Deckel der Biomülltonne auf, um einen Blick hineinwerfen zu können. Sofort steigt ein beißender Geruch die Nase hoch und es kommen ihm kleine Fliegen entgegen. Aus Reflex macht man einen kleinen Schritt zurück, nur einen kleinen, denn man muss noch erkennen können, was sich in der Biotonne befindet.

Wir begleiteten Rainer Mugler von der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis am Freitag, den 27. April 2018, bei der Kontrolle der Biotonnen. Treffpunkt war um 9.30 Uhr in Schöntal-Bieringen an der Ecke Gartenstraße/Rosenweg. Wir wollten wissen: Was machen die Hohenloher bei der Befüllung der Biotonne namens Betty falsch?

Die meisten Hohenloher haben das Grundprinzip verstanden: keine Plastikfolie in die Betty. Nach einem kurzen, geschulten Blick in die Tonne fasst der 53-jährige in den Karton, der sich auf dem Trolley befindet, und zieht zwei Zettel heraus. Auf dem einem ist zu lesen „Betty sagt schade“ und auf dem anderen „Betty sagt Dankeschön“. Die Bürger sollen wissen, so Mugler, ob sie alles richtig gemacht haben. Neben dem zutreffenden Zettel hinterlässt Mugler auch ein Bündel Papier-Biomülltüten. In den Biomülltonnen, die wir gemeinsam kontrollierten, war der Müll in Zeitungspapier gehüllt. Das ist völlig in Ordnung. „Wichtig ist, dass keine normalen Plastikmülltüten benutzt werden, um die Haushaltsreste zu verpacken“, erklärt Mugler. Er erzählt fassungslos vom schlimmsten Fall, den er bei einer Kontrolle gesehen hat: „Die Tonne war von oben bis unten voll mit Plastik. Diese Sachen, die gehen nicht. Entweder schiebe ich die Tonne auf die Seite ober aber wenn ich es raus tun kann, tue ich es raus und lege es auf die Seite.“

Der Weg kreuzt sich mit dem des Müllfahrzeuges. Die gerade kontrollierte Tonne wird geleert. Der Besitzer der Tonne kommt nach der Leerung direkt nach draußen, um sie aufzuräumen. „War alles in Ordnung“, fragt er. Mugler antwortet, dass alles bestens war. „Es gibt sehr gute Gebiete. Zweiflingen war sehr gut, Mulfingen war nicht schlecht. Aber es gibt auch Gebiete, da kann es vorkommen, dass es bei jedem fünften oder sechsten Haushalt etwas zu bemängeln gibt. Es kommt dann vor, dass einzelne Straßen und Gebiete nicht gut sind. In dem Moment wo Anonymität auftaucht, wird es schwierig“, erklärt Mugler, ohne nächer darauf einzugehen, welche Gemeinden schlechter bei der Mülltrennug sind.

// Was ist erlaubt und was nicht) //

Ganz wichtig ist, dass kein Katzenstreu, kein Hundekot oder verstorbene Haustiere in der Betty landen. Obst und Gemüse ist oft in Folie verpackt. Wenn das Obst oder Gemüse vergammelt ist, muss man erst die Folie entfernen bevor es in die Betty gelangt. Auch Batterien, Steine oder Glas müssen richtig entsorgt werden und dürfen nicht in der Biotonne zu finden sein. Selbst bei Blumensträußen muss man die Bänder entfernen. Denn nur ohne Störstoffe kann hochwertiger Kompost und Erde entstehen. Mugler: „Ich denke, es rentiert, sich zu sortieren. Wir haben 60 Prozent Biomaterial, welches wir nutzen können um vernünftige Dinge herzustellen wie Strom. Aber dazu brauchen wir eine sehr gute Qualität. Der kleine Punkt: Achtsamkeit. Aber wir schaffen das.“ Denn aus dem Biomüll kann Gas gewonnen werden, was wiederum zur Erzeugung von Strom genutzt werden kann.

 

Rainer Mugler im Gespräch:

 

// Fotos und Video: GSCHWÄTZ