„Sie müssen ihren Mut beweisen und die Scham überwinden, Blödsinn zu machen“
Wenn heiße Öfen durch Ingelfingen-Stachenhausen brettern, verwegen aussehende Gestalten in Lederkluft sich freundlich und zufrieden lächelnd in den Armen liegen und auf dem Hügel über dem Ort ihre Zelte aufschlagen, wilde Rockmusik über Wiese und Felder dröhnt und es nach Lagerfeuer riecht, wissen erfahrene Stachenhausener und Yankee-Fans sofort, was Sache ist: Der Motorrad-Club lädt zu einem seiner legendären Treffen ein. GSCHWÄTZ-Reporterin Priscilla Dekorsi war für GSCHWÄTZ am Freitag, den 10. Juni 2022 dabei, als es hieß: „Hier steht Party an – eine schöne Party, eine angenehme Party, nette Menschen, freundliche Menschen, kein Ärger, kein Stress und vor allen Dingen: sehr gute Musik“ – Diese prägnante Zusammenfassung des Events stammt vom Biker Micky, der seinen 19. Besuch beim Bikertreffen der Yankees gefeiert hat.
„Einsauen. Sich einfach nur im Schlamm wühlen und dreckig machen.“
Neben Party, Zelten und Freunde treffen steht aber auch eine andere Art von Freizeitgestaltung auf dem Programm, wie Dirk aus Meßbach erklärt: „Meine lustigste Erinnerung an hier sind die Spiele. Die sind immer schön. Hier werden sehr viele Prospect-Spiele gespielt. (…) Damit hat es folgendes auf sich: Also wir sind ja in einem Club, einem Motorradclub. Dieser Motorradclub hat Prospects. Das sind Anfänger und diese müssen sich natürlich auch beweisen. Das findet dann bei den Prospectspielen statt. Dabei müssen sie ihren Mut beweisen und die Scham überwinden, Blödsinn zu machen.“ Bei solch einem Prospectspiel müsse man sich beispielsweise „Einsauen. Sich einfach nur im Schlamm wühlen und dreckig machen.“
Wiedersehen mit alten Freunden
Für zart besaitete Seelen mit einem etwas weniger dreckigen Humor: Jochen von den Wolfmen aus Reinau hat ein anderes Highlight vor Augen, wenn er an seinen letzten Besuch bei den Yankees zurückdenkt. (Kurzer Spoiler für alle, die sich ungern dreckig machen, aber davon träumen, einem Motorradclub beizutreten: Jochen musste kein Prospectspiel absolvieren, um seine Gangmitgliedschaft inklusive stilechter Lederkutte zu erhalten.) „Ich verbinde damit, dass ich hier einen ganz alten Kumpel getroffen habe, den ich schon sechs, sieben Jahre nicht mehr gesehen habe. Ich laufe so durchs Zelt und denke mir ‚Oh mein Gott! Ein alter Kumpel von der Biker Blasmusik!‘ Das war eigentlich das Highlight an dem Abend.“
Freiheit wie in Easy Rider
Des Weiteren schwärmt Jochen: „Das Geile am Motorradfahren ist die Freiheit. Es ist, wenn der Motor unter dem Hintern blubbert. Es sind die Freunde, die dazugehören. Es ist die Rockmusik und das Party feiern. Es ist, nette Leute um sich herum zu haben und ein Bierle zu trinken. Mehr braucht man gar nicht – außer vielleicht noch etwas Gutem zum Essen.“ – Ehrliches Fazit nach einem Freitagabend bei den Yankees: Ich habe noch nicht einmal einen Mofa-Führerschein, aber nach diesem Erlebnis, den wunderbaren Begegnungen mit herrlich entspannten Menschen und der ausgelassenen freien Stimmung auf dem Festplatz hätte ich mich am liebsten aufs Bike geschwungen und wäre einem Motorradclub beigetreten – auch wenn das bedeutete zuerst durch den Matsch zu waten und ziemlich dreckig zu werden.
Text: Priscilla Dekorsi






