Am Dienstag, den 04. September 2018, wurde in der Facebook-Gruppe ‚Du weißt, dass du aus Künzelsau und Umgebung bist, wenn …’ einen Link zu einer Berichterstattung der Internetseite Gerlachreport.de gepostet. Darin wurde dem Künzelsauer Inkasso-Unternehmen GPW Inkasso GmbH und auch dessen Geschäftsführer Dieter Morscheck unter anderem Betrug unterstellt. Weiter steht in dem Artikel, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Dieter Morscheck und sein Unternehmen ermitteln würde.
Morscheck: „Erlogene und haltlose Anschuldigungen“
Geht man auf die Internetseite von GPW Inkasso GmbH findet man eine Mitteilung von Morscheck. Darin heißt es unter anderem: „Ich möchte Sie darüber informieren, dass die Berichte des Gerlachreport’s über mich als Privatperson, als auch die Informationen über die GPW Inkasso GmbH erlogen und haltlos sind.“
GSCHWÄTZ hat bei Dieter Morscheck angefragt, wie es zu den Beschuldigungen gekommen ist.
Morscheck: „Mir wurde versichert, dass keinerlei Strafanzeigen vorliegen.“
GSCHWÄTZ: Ihnen wird vom Gerlachreport unter anderen Betrug vorgeworfen und auch, dass es Ermittlungen gegen Sie gäbe. Stimmt das?
Morscheck: Ich hatte letzte Woche persönlich bei den Behörden angefragt, ob irgendwelche Strafanzeigen gegen mich oder die GPW vorliegen. Mir wurde versichert, dass keinerlei Strafanzeigen vorliegen.
GSCHWÄTZ: Können Sie sich erklären warum Rainer von Holst, der Betreiber vom Gerlachreport, diesen Text geschrieben und veröffentlichet hat?
Morscheck: Seit geraumer Zeit sind wir die GPW Inkasso GmbH in Sachen Enercrox, Halbstrom, Firmenwelten usw. tätig und haben dies auch auf unserer Homepage veröffentlicht. Ein Rainer von Holst , alias Peter Klein oder Jan Faber ist der Betreiber dieser Unternehmen und wird seit zwei bis drei Jahren per Haftbefehl gesucht. Es ist bekannt, dass er sich in die USA abgesetzt hat. Von dort aus betreibt er den sogenannten Gerlachreport. Es gibt dort keine Mitarbeiter oder wie angegeben wird irgendwelche Reporter, sondern lediglich von Holst und seine Tochter, gegen die in Bielefeld, Bremen und Augsburg Verfahren anhängig sind. So zumindest steht es in diversen Berichten. Sämtliche Personen, gegen die er dort berichtet, werden von ihm erpresst. Uns versuchte er dahingehend zu erpressen, unsere Akten gegen ihn zu schließen und die Firmennamen von unserer Homepage zu nehmen. Zudem sollen wir unsere Finger von einem anderen Fall, der nicht gegen ihn gerichtet ist, lassen. Andere Personen und Unternehmen hat er dahingehend erpresst, monatliche Zahlungen an ihn zu leisten, damit er nicht negativ über sie im Gerlachreport berichtet. Außer den oben bereits erwähnten Staatsanwaltschaften ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Zentralstelle Cybercrime Bamberg gegen den Gerlachreport. Hauptproblem für die Staatsanwaltschaft ist, dass das Unternehmen Newsroom LLC, die Namensrechte Gerlachreport hat er gekauft, in den USA registriert ist und sich der Server nicht im Zugriffsbereich der Generalstaatsanwaltschaft befindet. Von Holst wirbt damit, dass der Gerlachreport heute in der Lage ist, „Mit der Berichterstattung Unternehmen und Personen in der Öffentlichkeit zu beschädigen oder zu zerstören“
Flugblätter verteilt
GSCHWÄTZ: Haben Sie schon Strafanzeige gegen Rainer von Holst gestellt?
Morscheck: Wir sind gerade dabei, weiteres Material zu sammeln. Kontakt zu der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg besteht, der Staatsanwalt ist darüber informiert.
GSCHWÄTZ: Wie wurden Sie auf den Artikel von Rainer von Holst aufmerksam?
Morscheck: Ich erhielt viele Anrufe.
GSCHWÄTZ: Hatte diese Berichterstattung schon Auswirkungen auf Ihr Unternehmen?
Morscheck: Ja. Einige Mandanten kündigten ohne nachzufragen erteilte Mandate. Nicht so schön war, dass eine unbekannte Person, nachdem die Veröffentlichung in „ Du weißt dass du aus Künzelsau und Umgebung bist…“ von der Seite gelöscht wurde, den Artikel des Gerlachreports ausdruckte und in den Briefkästen in Künzelsau verteilte. Ich finde dies beschämend.
Keinerlei Ermittlungen gegen Morscheck und GPW Inkasso
Heiner Römhild, erster Staatsanwalt der Staatanwaltschaft Stuttgart, äußerte sich auf GSCHWÄTZ-Nachfrage: „Ich kann bestätigen, dass keinerlei Ermittlungen gegen die Privatperson Dieter Morscheck und dem Unternehmen GPW Inkasso GmbH laufen.“
Auf GSCHWÄTZ- Nachfrage bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, ob und warum gegen von Holst ermittelt wird, antwortete uns Lukas Knorr, Leitender Oberstaatsanwalt: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir aufgrund der laufenden Ermittlungen derzeit leider keine Auskünfte zum Verfahren geben können.“
GSCHWÄTZ hätte gerne von Holst um eine Stellungnahme gebeten, jedoch findet man keinerlei brauchbare Kontaktdaten.