Derzeit nur noch eine Handvoll Intensivbetten in den Krankenhäusern der Region frei
Seit dem Beginn der dritten Pandemie-Welle hat sich die Zahl der Patienten mit Covid-19 auf Deutschlands Intensivstationen massiv erhöht: nach Angaben des Zentralregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) von damals 2,721 auf 4.662 (Stand 12.04.2021, 12.15 Uhr). Das DIVI rechnet damit, dass die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland gegen Ende April auf die 6.000 zugeht. „Das Bild wird sich in knapp 14 Tagen deutlicher zeichnen“, sagt dazu Professor Christian Karagiannidis, medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des DIVI-Intensivregisters. „Das wird nur schwerlich aufzuhalten sein.“ (https://www.divi.de/presse/pressemeldungen/pm-mehr-patienten-und-weniger-betten-die-zeit-draengt).
Aufstockung auf neun Intensivplätze in Öhringen
„Die Belegungszahlen mit COVID-19 Patienten schwanken täglich, Daten, die ich Ihnen heute gebe, können morgen schon veraltet sein“, schreibt Ute Emig-Lange, Sprecherin der BBT-Gruppe, zu der das Hohenloher Krankenhaus in Öhringen und das Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim gehören, auf GSCHWÄTZ-Anfrage. Die Belegung auf den Intensivstationen aller Krankenhäuser in der Region sei derzeit angespannt. Laut der Pressesprecherin waren im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim am Dienstag, den 13. April 2021 (Stand 7 Uhr) drei Intensivplätze frei. Zum Krankenhaus in Öhringen schreibt Ute Emig-Lange: „Im Hohenloher Krankenhaus haben wir die Intensivkapazitäten bereits in der vergangenen Woche kurzfristig auf neun Plätze erweitert. In der Regel stehen sieben Plätze zur Verfügung.“ Diese sieben Plätze waren Stand Dienstagvormittag belegt. Es könnten jedoch – falls es in Notfällen erforderlich sei – weitere Intensivpatienten behandelt werden.
28 Intensivplätze im Diak Schwäbisch Hall
Auch beim Diak in Schwäbisch Hall fragte GSCHWÄTZ nach der aktuellen Anzahl der Intensivbetten. „Wie viele Intensivbetten am Diakoneo Diak Klinikum Schwäbisch Hall zur Verfügung stehen, ist maßgeblich von der Anzahl von intensivmedizinischen Fachkrankenpflegekräften abhängig und kann deshalb täglich schwanken“, schreibt Pressesprecher Markus Wagner. „Im Regelbetrieb halten wir insgesamt 28 Intensivbetten für Erwachsene und Kinder sowie neun Betten für Intermediate Care vor.“ Er gibt zu bedenken, dass „nicht nur Covid-19-Patienten intensivmedizinische Betreuung benötigen. „Nach Notfällen und nicht aufschiebbaren Operationen ist eine intensivmedizinische Betreuung oftmals ebenfalls erforderlich.“
Angaben des DIVI-Registers
Das DIVI-Register listet für Hohenlohe sieben Intensivbetten, die alle belegt sind (https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/kartenansichten) (Stand 15.04.2021, 8.19 Uhr). Zwei dieser Betten sind mit einem Covid-19-Patienten belegt, was einem Anteil von 28,57 Prozent an der Gesamtzahl der Intensivbetten bedeutet. Einer dieser Patienten wird invasiv beatmet. Im Landkreis Schwäbisch Hall dagegen sind laut DIVI-Register von den insgesamt 42 Intensivbetten 36 belegt, sechs sind noch frei. 15 Covid-19-Patienten werden aktuell intensivmedizinisch behandelt, was einem Anteil von 35,71 Prozent entspricht. Neun der Covid-19-Patienten müssen invasiv beatmet werden.
Intensivbetten im Sommer 2020 reduziert
GSCHWÄTZ hatte immer wieder über die Anzahl der Intensivbetten im Hohenlohekreis und im Diak in Schwäbisch Hall und deren Belegung berichtet. Am 17. April 2020 hatten wir geschrieben, dass „die Intensivplätze im Hohenlohe Krankenhaus Öhringen von sieben auf zwölf Betten erhöht“ wurden. Zu der Zeit standen somit „zwölf Intensivbetten für 120.000 Einwohner zur Verfügung“. (https://www.gschwaetz.de/2020/04/17/hohenlohe-ohne-medizinischen-sauerstoff-werden-die-patienten-sofort-blau-pfleger-berichtet-von-schockierenden-bildern/). Über den Sommer 2020, als die erste Pandemie-Welle abgeebbt war, wurden die Betten wieder auf sieben reduziert, allerdings mit der Option, diese erneut bei Bedarf auf zwölf zu erhöhen. Zu dem Zeitpunkt waren fünf der Betten belegt und zwei frei (https://www.gschwaetz.de/2020/10/23/im-hk-derzeit-9-covid-patienten-davon-1-auf-der-intensivstation/).
Aufstockung von 20 auf 55 Intensivbetten
Das Diak in Schwäbisch Hall hatte im Frühjahr 2020 20 Intensivbetten und eine Reserve von acht weiteren Plätzen. Zu der Zeit wurden „täglich ein bis zwei intensivpflichtige Patienten mit Covid-19 an andere Standorte verlegt, um wieder freie Plätze auf der Intensivstation zu schaffen“. Das sei zu der Zeit möglich gewesen, weil die Kliniken in Löwenstein und Am Gesundbrunnen in Heilbronn noch freie Kapazitäten gehabt hätten (https://www.gschwaetz.de/2020/04/17/hohenlohe-ohne-medizinischen-sauerstoff-werden-die-patienten-sofort-blau-pfleger-berichtet-von-schockierenden-bildern/). Im Oktober 2020 gab es im Diak 55 Intensivbetten, von denen elf frei waren.
Wieder andere Zahlen im Februar 2021
Im vergangenen Februar hatten sich die Zahlen bereits wieder geändert. Am 17. Februar 2021 berichtete GSCHWÄTZ, dass im Hohenloher Krankenhaus „zurzeit täglich im Schnitt 10 bis 15 Patienten mit dem Verdacht auf eine Infektion beziehungsweise positiv getestete Patienten behandelt werden, darunter in der Regel zwei bis drei auf der Intensivstation.“ Drei Tage später, am 20. Februar 2021, hatte das DIVI ein freies Intensivbett im Hohenlohekreis verzeichnet.
Ein Patient mehr
Am 17. Februar 2021 waren im Haller DIAK „15 Patienten mit einer Corona-Infektion und zwei Patienten mit Verdacht auf eine Infektion stationär aufgenommen.“ Von denen wurden „drei intensivmedizinisch betreut, zwei davon beatmet“. Am selben Tag hatte das Diak sechs freie Intensivbetten an das DIVI-Zentralregister gemeldet. (https://www.gschwaetz.de/2021/02/21/daher-kann-man-aktuell-nicht-von-einer-entlastung-fuer-das-aerztliche-und-pflegerische-personal-sprechen/).

Anteil der COVID-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten im Hohenlohekreis. Screenshot: GSCHWÄTZ

Anteil der COVID-19-Patienten an der Gesamtzahl der Intensivbetten in Schwäbisch Hall. Screenshot: GSCHWÄTZ

Belegung der Intensivbetten im Hohenlohekreis. Screenshot: GSCHWÄTZ

Belegung der Intensivbetten in Schwäbisch Hall. Screenshot: GSCHWÄTZ