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Zeichen setzen gegen den Klimawandel

Dürre Fichtenkronen, abblätternde Rinde und Nadeln auf dem ganzen Waldboden verteilt – die Auswirkungen der Borkenkäfer sind nicht zu übersehen. Die Folgen des Klimawandels sind in unseren heimischen Wäldern mittlerweile angekommen. Auch der Stadtwald Waldenburg ist nicht verschont geblieben. Auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern, was knapp einem Fußballfeld entspricht, wütete der Borkenkäfer.

200 Kinder pflanzen den „Wald der Zukunft“

Zusammen mit der Fit-for-Future-Foundation und dem Forstamt des Hohenlohekreises haben rund 200 Kinder auf dieser Fläche nun den Wald der Zukunft gepflanzt. Insgesamt beteiligten sich drei Kindergärten und eine Grundschule. Die Aktion stand unter dem Motto „Zukunft schenken – Bäume pflanzen“ und ist in Zusammenarbeit mit Hitradio Antenne 1 entstanden. Der Radiosender hatte im Herbst zu einer Spendenaktion aufgerufen, bei der Hörerinnen und Hörer Geld für das Pflanzen von Bäumen spenden konnten und sich dafür einen Titel im Radio wünschen durften. Ein Teil des Geldes wurde für die Bäume dieser Pflanzaktion verwendet.

Pflanzaktion mit Kindergärten und Grundschulen in Waldenburg. Foto: LRA Hohenlohekreis

Die Begeisterung der Kinder war groß und ihre Zeit im Wald bereitete ihnen große Freude. Fleißig trugen sie Reisig auf einen Haufen damit die jungen Bäumchen Platz zum Wachsen haben. Auch zu große oder zu schwere Äste waren kein Problem, denn gemeinsam ist man stark und entsprechend stolz waren die Kinder nach dem anstrengenden Schleppen. Die gepflanzten Tannen, Douglasien und Baumhasel wurden individuell mit Steinchen, Zapfen und Zweigen markiert, damit die selbst gepflanzten Bäumchen später von jedem Kind wiedergefunden werden können.

Azubis von Ziehl-Abegg setzen Nordmanntannen

Auch die Auszubildenden der Firma Ziehl-Abegg setzten sich im Stadtwald Ingelfingen tatkräftig für den Erhalt unserer Wälder ein. Die mehr als 20 Azubis unterstützten das Forstamt beim Pflanzen von Nordmanntannen. Auch die restlichen Mitarbeiter der Firma unterstützten die Aktion mit einer Geldspende, um die Pflanzung zu ermöglichen.

Die Azubis der Firma Ziehl-Abegg bei ihrer Pflanzaktion in Ingelfingen. Foto: LRA Hohenlohekreis

Für die Auszubildenden begann der Pflanztag ganz anders als der normale Arbeitstag. Statt Glühbirnenlicht und Maschinenlärm gab es Wind, immer wieder Nieselregen und viel Matsch. Doch die 20 Jugendlichen waren motiviert, schließlich hatten sie sich extra dafür gemeldet. Innerhalb eines Tages setzten sie mehr als 1000 Bäume. Die kahle Fläche füllte sich rasant mit frisch gepflanzten Tannen.

Nach getaner Arbeit waren die Hosen und Handschuhe schmutzig und die Schuhe schwer, doch die Jugendlichen waren sehr zufrieden mit ihrem Werk. Auch sie leisteten einen Beitrag gegen den Klimawandel und für den Aufbau stabiler Wälder.

Die Pflanzaktionen waren eine große Unterstützung für das Forstamt und den Wald, um den geschädigten Wald mit klimaresistenten Baumarten aufzuforsten.

Pressmitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




„Wenn wir den Wald erhalten wollen, müssen wir jetzt eingreifen“

Himmelblaue Fahnen lockten Waldfreunde am Sonntag, den 11. Juli 2021, auf einen Feldweg zwischen Ailringen und Hollenbach. Den blauen Fahnen folgend ging es mitten durch den Wald, matschige Schotterpisten entlang, durch Schlaglöcher und Pfützen. Am Ziel angelangt hieß es: Anhalten – Luft holen – Staunen.

9.000 Bäume auf fünf Hektar Fläche

„Wir befinden uns hier im Gemeindewald Mulfingen“, erklärte Martin Killat, Revierleiter in Mulfingen. „Wir stehen vor einer großen Pflanzfläche, die wir Anfang dieses Jahres bepflanzt haben. Es sind circa fünf Hektar.“ Fünf Hektar und sage und schreibe rund 9.000 Bäume. „Früher sah diese Fläche noch so aus, wie man dort drüben sieht“, sagte der junge Förster und deutete auf einige kahle, krank aussehende Bäume. „Die Fichten, die vorher auf der Pflanzfläche standen, sind vom Borkenkäfer befallen worden. Leider mussten sie daraufhin gefällt werden und es ist eine große Kahlfläche entstanden. Natürlich wollten wir dem Wald relativ schnell wieder neues Leben einhauchen und neue Bäume pflanzen.“ Denn, wie Dezernent Dr. Wolfgang Eißen erläuterte: „Der Wald, der bewirtschaftet wird, leistet einen größeren Beitrag zum Klimaschutz, bindet mehr CO₂, produziert mehr Sauerstoff, als einer, der nicht bewirtschaftet wird.“

„Wir waren selbst überrascht über die Welle des Engagements“

Doch woher kommen all diese neuen Bäumchen und das öffentliche Interesse an ihnen? Das erklärte Isabel Haspel, Redakteurin und Reporterin bei Hitradio Antenne 1: „Wir haben letzten November gemeinsam mit der Cleven-Stiftung und dem Ministerium für Ernährung, ländlichen Raum und Verbraucherschutz die Aktion gestartet ‚Zukunft schenken mit Hitradio Antenne 1‘. Dabei hatten die Menschen in Baden-Württemberg die Chance, für fünf Euro Baumpate zu werden und einen Baum zu spenden, um unseren Wald in Baden-Württemberg zu retten. Wir waren selbst überrascht über die Welle des Engagements, die uns da entgegenkam. Heute stehen wir hier und können in verschiedenen Regionen in Baden-Württemberg mehr als 100.000 Bäume pflanzen. Wir finden es genial, wie ganz Baden-Württemberg da mitgezogen hat.“

„Wir wollen ja Wälder erhalten“

Auch seitens der Politik stößt diese Aktion auf große Begeisterung. „Das hat keine fünf Minuten gedauert, dann war das Projekt im Gremium durch“, verriet Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel. Der Minister für den ländlichen Raum, Peter Hauk, stellte klar: „Wir wollen ja, als Zielsetzung des Ministeriums, Wälder erhalten. Wälder, wie wir sie kennen. Wälder mit hohen Bäumen. Wir wollen keine Steppen wie im Süden Europas und keine Savannen, wo Sträucher und vereinzelt Bäume drin stehen. Wir wollen und brauchen Wälder, auch im Interesse des Klimaschutzes als Kohlenstoffspeicher.“

Grundstein für ein gesamtgesellschaftliches Engagement

Forstamtsleiter Thomas Maier sieht diesbezüglich dringenden Handlungsbedarf. „Wenn wir einen Wald auch für unsere späteren Generationen haben möchten, in dem auch alte Bäume stehen, dann müssen wir jetzt eingreifen.“ Aktionen wie „Zukunft schenken mit Hitradio Antenne 1“ können einen Grundstein für ein gesamtgesellschaftliches Engagement zum Erhalt unserer Wälder legen, indem sie für den Lebensraum Wald sensibilisieren und den Umgang mit ihm diskutieren.

Text: Priscilla Dekorsi

 

Rund 9.000 Bäumchen wurden im Mulfinger Gemeindewald gepflanzt. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

Das Forst-Team (v.l.n.r.): Thomas Maier, Amtsleiter des Forstamts, Stephan Buchner, Funktionsamt Forstamt, Christian Jakob, Holzverkaufsstelle Forstamt, Martin Killat, Revierleiter Mulfingen, und Thomas Schmitt, Leiter des Forstreviers Kochertal. Foto: GSCHWÄTZ

 

Die Gemeinderäte Thomas Lanig, Christoph Schiedel und Armin Deubler (v.l.n.r.) waren auch vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ

Dr. Hans-Dieter Cleven, Gründer der Cleven-Stiftung,  Malte Heinemann, Geschäftsführer der Cleven-Stiftung, der Verleger Valdo Lehari und Peter Hauk, Minister für ländlichen Raum (v.l.n.r.). Foto: GSCHWÄTZ

 

Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel plädierte für einen bewussten Umgang mit dem Wald. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 




Kupferzell: Stefan Hartmann erhofft sich eine Stärkung der Akademie für Landbau

Zum Einzug in das neue Landwirtschafts- und Veterinäramt in Kupferzell haben Dr. Wolfgang Eißen, Geschäftsführer des Verbands Landwirtschaftlicher Fachbildung (Vlf), und Stefan Hartmann, Vorsitzender des Vlf, zwei Bäume gepflanzt. Eine Scheinakazie und ein Blauglockenbaum – der Baum des Jahres 2020 – schmücken nun den Eingangsbereich des neuen Verwaltungsgebäudes.

Laut einer der Pressemitteilung des Landratsamtes wünschte Stefan Hartmann alles Gute zum Einzug und einen gelungenen Start am neuen Standort, von welchem er sich auch eine Stärkung der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft Kupferzell erhofft. Dr. Wolfgang Eißen, der neben seiner Geschäftsführertätigkeit auch Dezernent für ländlichen Raum beim Landratsamt Hohenlohekreis ist, freute sich über die beiden Insektenbäume und den damit verbundenen Beitrag zum Artenschutz.

Quelle: Landratsamt Hohenlohekreis