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„Ich merke schon jetzt, wie Balu mir Kraft gibt“

„Balu ist ein Geschenk für uns alle“, sagt Lisa Strehle* und krault den kleinen Parson Russel Terrier liebevoll am Ohr. Der Weg, wie Balu in die Familie nach Weißbach fand, ist aber eher ungewöhnlich.

Bis hin zu Suizidgedanken

Vor einigen Monaten ging es Lisa nicht so gut. Im November2021 wurde der jungen Mutter gekündigt. Danach fiel sie in ein depressives Loch. Im März 2022 folgte dann das Vorstellungsgespräch in der Tagesklinik in Künzelsau. Bereits zuvor plagten Lisa in ihrem Leben „ups and downs“, wie sie schildert. Alle drei Monate überrollte sie eine Phase, in der es ihr nicht gut ging – am Ende bis hin zu Suizidgedanken. Irgendwann sei „gar nicht mehr gegangen“, sagt sie. Ihr Freund und ihre Familie haben ihr geholfen, sagt sie. Und nun ist auch Balu da.

Schuhe und Füße mag Baku ganz besonders.

Lisas Psychologe empfahl ihr ein Hobby

Lisas Psychologe empfahl ihr ein Hobby. Zuerst wollte sie reiten. Aber das koste monatlich Geld, Sprit, Zeit. Und wenn sich wieder ein depressives Loch auftut, geht sie vermutlich einfach nicht hin. „Ich brauche etwas, das mich zwingt, rauszugehen“, sagt Lisa. Hund Balu soll sie im Alltagsrhythmus halten. Und auch ihren beiden Kindern tue das neue Familienmitglied gut. Besonders dem älteren, der an ADHS leide, sich schwerer im Alltag tue, aber dafür besonders gut mit Tieren könne, erklärt Lisa.

Zutiefst bewegt von der Geschichte

Die Hundezüchterfamilie Schief aus Forchtenberg war zutiefst bewegt von der Geschichte der Familie Strehle und entschloss sich spontan, ein Hundewelpe aus ihrem aktuellen Wurf Familie Strehle zu schenken. Lediglich die Unkosten wie etwa Impfkosten hatten diese zu tragen. Normalerweise hätte Balu 1.300 Euro gekostet. Viel zu viel für die junge Familie. Umso dankbarer sind sie daher für dieses Geschenk auf vier Beinen. „Ich denke, das hat einfach gepasst“, sagt Manuela Schief.

Seit vier Jahren Züchter

Ihr Mann Daniel Schief, der im Hauptberuf bei Bürkert arbeitet, ist seit vier Jahren Jagdhund-Züchter. Neben Deutsch Drahthaar züchtet er auch Parson Russell Terrier. „Diese Rasse ist sehr kinderlieb und gut im Wesen“, erklärt Schief. Zur Zucht kam er eher zufällig. Nachdem er und seine Frau von seinem Schwiegervater einen Parson Russell übernommen hatten, wollte Daniel Schief noch einen Deutsch Drahthaar dazu haben. Diesen hat er selbst ausgebildet, dann kam noch ein Weibchen dazu, das er ebenfalls ausgebildet hat. Seit einem Jahr hat auch seine Frau einen Jagdschein und darf die Jagdhunde damit auch ausbilden.

„Die Natur gibt einem viel Ruhe“

Im November 2021 hat Daniel Schief gemeinsam mit seinem Bruder Michael zudem noch ein kleines Jagdgeschäft im Untergeschoss seines Wohnhauses eröffnet. Hier gibt es nicht nur Hundefutter, sondern auch Katzenfutter, Nahrungsergänzungsmittel für Vierbeiner und Jagdzubehör. Seit vier Wochen ist er zudem Vorsitzender des Deutsch Drahthaar Vereins Gruppe Rhein Neckar, seine Frau wurde zur Geschäftsführerin bestellt. Im „normalen“ Leben arbeitet sie Teilzeit als medizinisch-technische Radiologieassistentin. Mit zwei Kindern und 5 Hunden im Haus wird es nicht langweilig. Aber das Schöne sei, so Daniel Schief: „Es gibt einem auch viel zurück. Die Natur gibt einem auch viele Ruhe.“

Ab der zweiten Nacht im „Kräbbele“

Derweil hat sich Balu schon sehr gut an seine neue Wohnung in Weißbach gewöhnt. Seit ein paar Tagen lebt er bei Familie Strehle. „Die erste Nacht war sehr anstrengend“, erinnert sich Manuel Gehwald*, der Freund von Lisa Strehle. Alle zwei Stunden habe Balu in seiner Hundebox auf sich aufmerksam gemacht, habe „gefinst“. Ab der zweiten Nacht durfte er daher im „Kräbbele“ bei beiden im Bett schlafen. Seitdem schlafe er durch, erzählen beide lachend. Die beiden Katzen, die ebenfalls in der Wohnung leben, habe er am Anfang gejagt, aber jetzt habe er sich auch an diese beiden Vierbeiner gewöhnt. Die sieben- und zehnjährigen Jungs von Lisa seien ganz vernarrt in Balu. Als die Familie Schief ihnen den Rabatt von rund 1.000 Euro gewährt hat, konnte Lisa Strehle es anfangs kaum glaube. „Damit hätte ich nicht gerechnet. Ich wäre auch zum Putzen gekommen oder hätte es anderweitig irgendwie versucht, abzuarbeiten. Ich bin sehr dankbar und ich mehr schon jetzt, wieviel Kraft Balu mir gibt.“

Öffnungszeiten des Jagd- und Hundebedarfs Schief: Schöntaler Straße 28; 74670 Forchtenberg-Neuwülfingen:

Mittwoch & Freitag: 16 bis 18 Uhr; Samstag 10 bis 12 Uhr oder nach Absprache

Kontakt: info@jagdundhundebedarf.de; Internetseite: www.jagdundhundebedarf.de

Text: Dr. Sandra Hartmann

*die Namen der Familienmitglieder wurden auf Wunsch der Familie anonymisiert.