Neues Leben für Ingelfinger Alte Schule
Rechter Hand, wenn man von Niedernhall kommend am Ortseingang links in den Ortskern Ingelfingen Richtung Rathaus fährt, steht kurz vor dem Rathaus die denkmalgeschützte alte Schule am Eingang der Schloßstraße und prägt damit den Eingang des Ingelfinger Altstadtensembles. Der Ingelfinger Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 15. Februar 2022 mit großer Mehrheit die Renovierung des Gebäudes beschlossen, es gab eine Gegenstimme und zwei Enthaltungen.
Soll weiterhin eine Obdachlosenunterkunft bleiben, Asylbewerberunterkunft soll hinzu kommen
Bereits 2018 hatte der Gemeinderat die Renovierung beschlossen, führt Bürgermeister Bauer in das Thema ein, allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt keine Fördermittel. Im Jahr 2021 habe man das Sanierungsgebiet Mariannenstraße um die alte Schule erweitert, um Zugriff auf Fördermittel zu bekommen.
Neue Nutzung mit Obdachlosenunterkunft, Wohnungen und Asylbewerberunterkunft
Andrea Kempf, Architektin, stellt den derzeitigen Zustand und das Ziel vor: Das Erdgeschoß dient heute der Unterbringung von Obdachlosen und Bedürftigen, ein Teil des ersten Obergeschoßes ist vermietet, der Rest des Gebäudes steht leer. Kempfs Konzept sieht im Erdgeschoß weiterhin Sozial- und Obdachlosenunterkünfte vor – 8 Menschen sollen hier unterkommen können. Der momentan ungenutzte Bereich im ersten OG soll zu einer weiteren Mietwohnung ausgebaut werden, das zweite Obergeschoß und das Dachgeschoß soll für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt werden. Insgesamt 4 kleine Wohnungen für Familien sowie neun Einzelzimmer, dazu Sanitär-, Küchen und Aufenthaltsbereiche, sollen entstehen.
Umfangreiche Renovierungen sind notwendig
Die komplette Installation (Heizung, Wasser, Elektrizität) muss neu eingebaut werden, die Installation einer Gasheizung ist unter dem Dach vorgesehen. Die alten Klassenräume müssen komplett neu gestaltet werden, Wände müssen eingezogen werden. Auch der Brandschutz ist ein wichtiges Thema: Ein Brandschutzkonzept liegt vor, das unter anderem von geeigneten baulichen Maßnahmen begleitet wird.
Eine Außendämmung kann das Gebäude nicht erhalten, es ist denkmalgeschützt, die Decke zum Dach ist bereits gedämmt.
Gesamtvolumen: 1,5 Millionen Euro
Laut Architektin Kempf rechnet man mit Baukosten von rund 1.5 Millionen Euro, wobei in dieser Summe bereits 200.000 Euro Puffer für Unvorhergesehenes – Kempf: „Es ist schließlich ein historisches Gebäude“ – eingerechnet sind.
85 Prozent dieser Summe ist förderfähig, die Förderung beträgt 60 Prozent, so dass die Stadt Ingelfingen mit Kosten von rund 750.000 Euro rechnen muß. Demgegenüber stehen, das betont Bürgermeister Bauer, regelmäßige Einnahmen, denn Bund und Land zahlen für die Unterbringung der Asylbewerber Gelder an die Gemeinden.
Text: Matthias Lauterer
