„Die Maske ist für die Mitarbeiter eine sehr hohe Belastung, insbesondere in der Produktion“
Nüchtern, aber gut organisiert ist die Impfstation bei Ziehl-Abegg, wo sich am 10. Mai 2021 Mitarbeiter der Firma impfen lassen konnten. Ungefähr alle drei Minuten erscheint ein Impfwilliger, die vorab verteilten Unterlagen haben die Patienten bereits ausgefüllt – ein kurzer Check der nötigen Unterschriften und der Versichertenkarte und schon geht es weiter in die Impfkabine. Dort gibt es nochmals eine Möglichkeit, Fragen an den Arzt zu zu stellen, die Impfung selber nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch.
Freigabe von Astra-Zeneca-Impfstoff ermöglicht Impfangebot für alle Mitarbeiter
Der ursprüngliche Plan war, streng nach Impfpriorität vorzugehen. „Aber durch die Freigabe des Astra-Zeneca-Impfstoffs für alle können wir jetzt jedem Mitarbeiter ein Impfangebot machen“, sagt Rainer Grill, Pressesprecher von Ziehl-Abegg. Er betont, dass die Impfentscheidung des einzelnen Mitarbeiters vom Arbeitgeber nicht beeinflußt wird: „Selbst mein Chef erfährt nicht, ob ich mich impfen lasse oder nicht“, erklärt er. Von den etwa 2.400 Beschäftigten am Standort ließen sich am ersten Impftag bereits 250 Mitarbeiter impfen. Auch die Angehörigen der Mitarbeiter gehen nicht leer aus, ihnen wird in der nächsten Woche ein Impfangebot gemacht werden.
250 Mitarbeiter am ersten Tag geimpft
Martin (der richtige Name ist der Redaktion bekannt) ist 51 Jahre alt und hätte gemäß der ursprünglichen Impfreihenfolge noch kein Impfangebot bekommen. Daher hat er das Angebot seines Arbeitgebers gerne angenommen. „Ich wurde schon viele Jahre gegen nichts mehr geimpft. Auch eine Grippeimpfung habe ich noch nie gemacht“, sagt er. Eine wichtige Motivation für die Impfung sind seine Mitmenschen: „Ich mache das ja nicht nur für mich, sondern auch für meine Angehörigen.“
Durchgeführt wurden die Impfungen unter der medizinischen Leitung von Dr. Tobias Neuwirth, der in Heilbronn eine Corona-Schwerpunktpraxis betreibt. Zum Thema Nebenwirkungen betont er, dass die allermeisten Symptome eigentlich gar keine Nebenwirkungen sind. Die meisten Patienten würden von schmerzendem Oberarm oder Symptomen wie einem grippalen Infekt, auch mit Fieber oder Schüttelfrost, berichten, das sei aber die erwünschte Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff. Schwere Impffolgen, von denen zu lesen ist, habe er in seiner Praxis noch nicht beobachtet.
Seit Pandemiebeginn in der Coronaprävention engagiert
Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, betont, dass sein Unternehmen sich seit Beginn der Pandemie in der Bekämpfung von Corona engagiert habe: „Wir haben bereits im Februar einen Krisenstab gebildet, der sich mit dem Thema Prävention beschäftigt.“ Er erinnert daran, dass man für das Landratsamt Face-Shields hergestellt habe und dem Gesundheitsamt über mehrere Wochen auch 6 Mitarbeiter für die Corona-Task-Force zur Verfügung gestellt habe. „Seit Anfang des Jahres haben wir uns mit dem Thema Impfung beschäftigt. Wir sind jetzt gut bestückt mit Astra-Zeneca, das heißt, wir haben sogar mehr Dosen bekommen als wir erwartet haben“. Daher kann auch den Angehörigen der Mitarbeiter eine Impfung angeboten werden.
Nahezu keine Grippe und Erkältungen
Grippe und Erkältungskrankheiten gab es in diesem Winter wohl durch die Hygienemaßnahmen Desinfektion, Masken und Abstand so gut wie nicht. Trotzdem mag sich Fenkl die Fortführung dieser Maßnahmen nach Corona nicht vorstellen: „Die Maske ist für die Mitarbeiter eine sehr hohe Belastung, insbesondere in der Produktion. Da würde man den Mitarbeitern zu viel abverlangen.“
Text: Matthias Lauterer

Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, im GSCHWÄTZ-Interview. Foto: GSCHWÄTZ (Video-Hardcopy)

Kurze Wege. Foto: GSCHWÄTZ

Nüchterne Impfkabine. Foto: GSCHWÄTZ

Die Impfung dauert nur wenige Sekunden. Foto: GSCHWÄTZ