Das wird teuer
// Der Abriss des Asbest belasteten Landratsamt ist teuer und nicht ungefährlich
Zum Abriss des mit Asbest belasteten Landratsamtes in Künzelsau bräuchte es idealerweise den Verpackungskünstler Christo. Dieser müsste das ganze Gebäude ummanteln, damit kein Asbeststaub nach außen dringt. Männer in Schutzkleidung mit Schutzbrille und Atemschutzgeräten verpacken den Asbest, in geschlossenen Lastwägen wird der krebserregende Baustoff auf einer Sondermülldeponie entsorgt. So könnte eine ideale Asbestentsorgung ausschauen.
Das Problem: Der Abriss könnte dadurch 20 Prozent mehr kosten, wenn nicht sogar sich verdoppeln, so ein Architekt aus dem Kochertal, der anonym bleiben möchte, jedoch selbst schon mit Asbest behaftete Bauten beim Abriss betreut hat.
Doch wer trägt die Kosten dieser aufwändigen Entsorgung und damit auch das damit verbundene gesundheitliche Risiko? „Die Verantwortung der Entsorgung liegt derzeit beim Landkreis (Eigentümer). Sollte das Gebäude veräußert werden, besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass der neue Eigentümer das Gebäude saniert oder abbricht“, so das Landratsamt des Hohenlohekreises.
Auf Nachfrage bestätigt das Landratsamt, dass die Stadt Künzelsau im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs die Eingangssituation eventuell verändern möchte. Bezüglich der Frage nach den Entsorgungskosten verweist das Landratsamt darauf, dass „zunächst der städtebauliche Wettbewerb abgewartet werde“. Eine erste Kostenschätzung seitens des Landratsamts liegt noch nicht vor. Weiter heißt es: „Das Gebäude A ist grundsätzlich sanierungsfähig, man hatte sich unter den damaligen Umständen aber für eine Veräußerung des Gebäudes und die Errichtung eines Neubaus an anderer Stelle entschieden.“ Das Landratsamt betont: „Die Asbestsanierung ist möglich, aber auch notwendig und wird von Fachleuten sachgerecht durchgeführt. Die hierbei anfallenden Abfälle werden anschließend ordnungsgemäß entsorgt beziehungsweise auf eine zugelassene Sondermülldeponie gebracht.“
Wie und in welcher Form das neue Landratsamt gebaut wird, ist noch nicht klar.
// Foto: GSCHWÄTZ/Archiv