Wie hoch ist mein Pegel?
Über die Qualität der Katastrophenwarnungen in Deutschland wird intensiv diskutiert. Die Apps NINA und KATWARN sind seit einigen Jahren bekannt, diese Apps werden zentral mit Daten versorgt und zeigen zuverlässig die Warnungen, die von den Behörden in die Apps eingepflegt werden, an.
Nachteile der Katastrophen-Warn-Apps
In den Überschwemmungsgebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen scheint das nicht funktioniert zu haben – oder aber die Bürger haben, wie es der NRW-Innenminister Reul unterstellt, den Warnungen nicht geglaubt. Auf jeden Fall haben diese Apps zwei Nachteile:
Die Meldungen umfassen üblicherweise ein großes Gebiet. Wenn es in Künzelsau einen Starkregen gibt, merkt man in Öhringen möglicherweise davon gar nichts.
Außerdem ist die Warnschwelle sehr hoch, eben auf Katastrophenniveau. Es sind aber auch kleinere Ereignisse, die für manche Menschen schon bedrohlich werden können.
Das LUBW empfiehlt eine Hochwasser-Warn-App

Meine Pegel -App: Übersicht der Pegelstände in Baden-Württemberg
Eine kleine Abhilfe kann die App „Meine Pegel“ schaffen: Diese App wird von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) automatisch und nicht nur im Katastrophenfall mit den Pegelständen der baden-württembergischen Pegel gefüllt. Der große Vorteil ist, dass man die Warnungen der App auf bestimmte Pegel einschränken und den Warnwasserstand für die gewünschten Pegel konfigurieren kann und nicht auf eine Katastrophenwarnung der Behörden angewiesen ist. Bei Erreichen des konfigurierten Pegelstandes sendet die App eine Nachricht.
Auch „Mein Pegel“ ist nicht optimal

Meine Pgel-App: Detailübersicht inklusive Vorhersage für den Pegel Kocherstetten
Der Nachteil dieser App ist, dass das Pegelnetz des LUBW an Kocher, Jagst, Kupfer und Ohrn sehr dünn ist: Kocherstetten, Dörzbach, Forchtenberg und Ohrnberg sind die einzigen Pegel in der Umgebung. Man muss also wissen, was die Pegelstände an diesen Orten für den eigenen Wohnort bedeuten: Steigt beispielsweise der Pegel Kocherstetten auf 230cm, sind die ersten Kleingärten am Sportplatz Nagelsberg bald nicht mehr trockenen Fußes erreichbar, die Brücke zum Scheurachshof wird schon früher unpassierbar.
Und natürlich teilt die App die Nachteile der Apps NINA und KATWARN: Man benötigt ein funktionierendes Mobilfunknetz sowie ein Smartphone.
Kostenlos
Die App ist unter dem Namen „Meine Pegel“ in den App-Stores für ANDROID, iOS und WINDOWS10 kostenlos erhältlich.
Text: Matthias Lauterer