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Schnelltests: Erste Corona-Symptome, aber erst Tage später positives Ergebnis

Während die baden-württembergische Landesregierung schon wieder die ersten Öffnungsschritte mit dem Wegfall der 3G-Pflicht im Einzelhandel einleitet, häufen sich die Coronafälle im Hohenlohekreis immer mehr – oft jedoch glücklicherweise mit einem milden grippeähnlichen Verlauf.

Schnelltests liefern erstmal beharrlich ein negatives Ergebnis

Doch die Virusvariante Omikron scheint förmlich wie ein Wirbelwind alle zu erfassen, die in der Nähe einer/s Betroffenen sind. Die Verbreitung läuft rasanter als bei seinem Vorgänger, vor allem innerhalb von Familien. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Schnelltests oftmals trotz ersten Anzeichen wir Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen weiterhin beharrlich ein negatives Ergebnis liefern und erst nach Tagen bei einem weiteren Schnelltest auf einmal ein positives angezeigt wird.

Ansteckender als Delta

Dadurch haben Betroffene weiterhin Kontakt mit Angehörigen und Kollegen und stecken dadurch weiter Menschen im näheren Umfeld an, bis sie in Quarantäne sind. Hinzu kommt, dass die Omikronvariante an sich schon ansteckender ist als Delta, weil sich die Viren in den oberen Atemwegen befindeen und nicht wie bei Delta, in den unteren. Dafür – dass sei zum Trost hier nochmal gesagt – beschert Omikron den Betroffenen häufiger einen milderen Verlauf als Delta.




Höhere Chancen, Corona zu bekommen, wenn man arm ist

In einem aktuellen Artikel der Wochenzeitung Die Zeit analysiert die Autorin Anna Mayr mehrere Studien zum Thema: Corona und Ansteckung. Das Ergebnis: Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten stecken sich im Durchschnitt häufiger mit dem Virus an als reiche. https://www.zeit.de/2020/49/soziale-ungleichheit-corona-ansteckungsgefahr-arm-reich

Hat man zu Hause mehr Platz, ist das während einer Quarantäne entspannter Luxus

Wie aber kommt es zu dieser Ungleichverteilung? Zum einen spielt die soziale Umgebung eine Rolle. Wenn man zu Hause bereits mehr Platz zum Leben und um sich zurückzuziehen hat, wirkt das Virus wohl weit weniger ansteckend wie einer Wohnung, in der vier Menschen auf wesentlich engerem Raum leben. Sich aus dem Weg zu gehen in einer Quarantänesituation ist hier schier unmöglich. Ebenso wenn man auf soziale Brennpunktviertel schaut. Es macht eben doch einen Unterschied, ob man in einem Haus mit Garten und Platz um sich herum wohnt oder in einer dicht an dicht bebauten Wohnsiedlung. Hier hat das Virus weit mehr Chancen, sich zu verbreiten. Im Juni 2020 ließ die Stadt Göttingen etwa einen ganzen Wohnkomplex einzäunen, weil 120 der 700 Bewohner infiziert gewesen seien (siehe Foto).

Das Nachsehen haben Supermarktkräfte

Aber auch das Arbeitsumfeld kann man sich eher flexibel gestalten, wenn man sein eigener Chef oder zumindest in einer Abteilung ist, in dem home office möglich ist. Das Nachsehen haben Pflegekräfte, Supermarktkräfte, Arbeiter auf dem Bau.

Chronischer Stress schwächt das Immunsystem

Weiterhin ergaben Studien, dass auch der existenzielle Stress eine Rolle spielt, wie schnell man sich das Virus einfangen kann. Die Menschen, die während und auch schon vor der Coronazeit permanent Ängsten ausgesetzt sind hinsichtlich des Bezahlens ihrer Miete oder ob sie ihren Job verlieren, tragen laut dem Artikel ein weit höheres Risiko in sich, an Corona zu erkranken. Denn: Chronischer Stress schwächt das Immunsystem. Und macht es demnach angreifbarer für Corona.

Auch die Ernährung spielt eine große Rolle. Das Virus trifft vermehrt Menschen mit Übergewicht und/oder Herzproblemen. Wer sich gesund ernährt, macht sich weniger angreifbar. Gesündere Ernährung überwiegt aber eher in Familien mit einem höheren Lebensstandard.

Zudem wird in diversen Studien vermutet, dass auch eine gewisse Unkenntnis in bildungsfernen Schichten dazu führt, dass sich ärmere Bevölkerungsgruppen häufiger anstecken: weil sie schlicht nicht wüssten, wie man sich schützen könne.