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Künzelsau wird Blau-Weiss

Im Oktober wird Künzelsau blau-weiß. Die Stadtverwaltung Künzelsau und die Werbegemeinschaft Künzelsau laden am Samstag, 9. Oktober 2021 und Sonntag, 10. Oktober 2021 nach Künzelsau zu den blauweißen Tagen ein. Die Innenstadt wird passend geschmückt sein.

Am 09. und 10. Oktober 2021 gibts Weißwurst und Blasmusik

Startschuss ist am 9. Oktober 2021 ab 10 Uhr mit dem Weißwurstfrühstück am Unteren Markt. Der SV Morsbach übernimmt die Bewirtung und wird neben dem Weißwurstfrühstück auch weitere
Speisen im Oktoberfest-Stil anbieten. Die Stadtkapelle Künzelsau umrahmt das Weißwurstfrühstück musikalisch. Darüber hinaus wird es kleine blau-weiße Mitmach-Aktionen am Unteren Markt geben. Ab 17 Uhr sorgen die „Lazy Monkeys“ ebenfalls für Stimmung.

Auch am 10. Oktober 2021 wird es ab 10 Uhr ein Weißwurstfrühstück durch den SV Morsbach am Unteren Markt geben. Ab 10.30 Uhr beginnt der Musikverein Lampoldshausen mit traditioneller Blasmusik. Im Anschluss werden „Die fröhlichen Dorfmusikanten“ aus Ballenberg spielen. Eine Vielzahl von Fachgeschäften in der Künzelsauer Hauptstraße haben ab 12 Uhr geöffnet und erwarten mit einigen
Sonderaktionen beim verkaufsoffenen Sonntag viele Besucherinnen und Besucher. Bis 17 Uhr freuen sich die Einzelhändler der Werbegemeinschaft auf den Besuch zahlreicher Kunden, die sich ungezwungen umschauen.

Neben dem Veranstaltungsprogramm am Unteren Markt wird es auch im Bistro BREUNINGER und in der Alten Schmiede am Oberen Bach bayerische Schmankerl und Live-Musik geben. Die „Grauen Stars“ mit Frieder Uebele, Harry Weber und Hermann Lorenz spielen im Bistro BREUNINGER Gassenhauer, Volkslieder und Stimmungsmusik: Am Samstag, 9. Oktober 2021 von 10 bis zirka 13 Uhr und am Sonntag, 10. Oktober 2021 von 12 bis zirka 15 Uhr. In der Alten Schmiede sorgt am Samstag, 9. Oktober 2021 ab 17 Uhr das Duo „Shadow & Knut“ für Unterhaltung.

Corona-Regeln für den Unteren Markt

Für die Kontaktnachverfolgung wird den Besucherinnen und Besuchern die Nutzung der Luca-App empfohlen. Alternativ können die Kontaktdaten auf Anmeldezetteln erfasst werden. Es gelten die
allgemeinen und jeweils aktuellen Corona-Vorgaben und HygieneVorschriften.
Bei Änderungen der Corona-Auflagen müssen Veranstaltungen unter Umständen auch kurzfristig abgesagt werden.
Aktuelle Informationen und alle weiteren Aktionen werden kommuniziert über die städtische Homepage und über Facebook „Künzelsau – meine Stadt“ und Instagram „kuenzelsau.meinestadt“.

Quelle: Pressemitteilung Stadt Künzelsau

 

Verkaufsoffener Sonntag in Künzelsau. Foto: Stadt Künzelsau




„Ich wollte einfach helfen“

Wer die Nachrichten in den vergangenen zwei Wochen verfolgt hat, ist meist sprachlos und kann es nicht fassen: In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, später in Bayern und Sachsen sind ganze Ortschaften überflutet worden. Viele Menschen haben ihr ganzes Hab und Gut verloren, manche sogar Angehörige. Über 150 Tote sind mittlerweile zu beklagen, einige Menschen werden immer noch vermisst.

Bundesweite Auktion

Um der schieren Not zu begegnen und Geld für Spenden zu sammeln, haben sich verschiedenste Handmade-Unternehmer – Künstler, Kunsthandwerker und kleine Kunstlabels aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz – unter dem Namen „Handmade hilft“ zusammengeschlossen und eine bundesweite Auktion gestartet. Über die Facebook-Seite https://www.facebook.com/groups/253551356202651 können Schmuck, Deko-Artikel aus Holz oder altem Papier, Gehäkeltes, selbstgenähte Accessoires für Kinder, Artikel für Tiere, Fotografien, Bilder und vieles mehr ersteigert werden. Es gibt auch schon Kleinigkeiten für zwei bis drei Euro.

Anbieter aus Hohenlohe

Auch Anbieter aus der Region machen bei der Auktion mit: Die Krautheimerin Milena Albrecht ist mit ihrem Label Milenas Handmade Schätze dabei. Sie hat bereits drei Auktionen durchgeführt und ist soeben in die vierte gestartet. „Ich wollte einfach helfen“, sagt die Mutter eines Dreijährigen. „Die Bilder, die man da überall zu sehen bekommt, sind so schlimm.“ Die gelernte Informatikkauffrau betreibt ihr Label seit fast einem Jahr und kennt die Initiatoren von „Handmade hilft“ von anderen Facebook-Gruppen. Sie stellt Karten her, häkelt und lasert verschiedenste Gegenstände wie Holz oder Spiegel – „alles hauptsächlich individuell auf Kundenwunsch“.  Zum Kunsthandwerk kam sie während ihrer Elternzeit und als sie die Deko für ihre Hochzeit selbst herstellte. Das Label betreibt sie im Nebenerwerb als Kleingewerbe.

Der Gruppe verbunden ist auch die Pfedelbacherin Louise Müller mit ihrem Label Lous Naturkosmetik. Sie hat allerdings noch keine Auktion durchgeführt, sondern spendet selbst direkt an die Organisation „Aktion Deutschland Hilft/Bündnis deutscher Hilfsorganisationen“ – und zwar 40 Prozent vom Verkaufserlös ihres „100g festes Kräuter-Shampoo“.

Private Gruppe

Ins Leben gerufen wurde die Aktion von den Kunsthandwerkerinnen Katrin Anslinger und Claudi Silzle. „Mein Mann ist gleich in der ersten Woche zum Helfen hingefahren und erzählte, dass in den betroffenen Gebieten nichts mehr steht“, sagt Anslinger. Sie lebt in der Nähe von Mainz und stellt unter ihrem Label Einzik-Art Schmuck aus Draht, Steinen und Perlen her. Mitstreiterin Silzle wohnt im Schwarzwald. Für ihr Label CC Wohnkultur fertigt sie Deko-Artikel aus Holz. „Wir haben eine ganz neue Facebook-Gruppe erstellt, auf der wir die jeweiligen Anbieter und ihre Angebote sammeln.“ Mittlerweile hat die Gruppe bereits 786 Mitglieder.  Die Anbieter müssen aber Gewerbetreibende sein und eine eigene Facebook-Seite haben, auf der sie die Gegenstände, die sie für die Aktion versteigern wollen, anbieten. Die Gruppe selbst ist privat, auf ihre Seite kommt nur, wer eingeladen ist oder ihr beitritt. „Wir machen außerdem alles manuell, um uns keine Trolle einzuladen“, sagt Katrin Anslinger. Sonst gebe es keine Grenzen, vielmehr sei Ziel der Gruppe, so viele Menschen wie möglich zu erreichen.

Aktueller Spendenstand wird jeden Morgen bekanntgegeben

Die Fangemeinde der Gruppe ist mittlerweile enorm, die Reichweite groß. Bis zum Montag, den 26. Juli 2021, sind bereits 2.712 Euro zusammengekommen. „Häufig runden die Käufer den Betrag auf oder hängen eine Null hinten dran“, hat Katrin Anslinger erfahren. „Das motiviert uns, denn wir tun was und sehen, dass es etwas bringt.“ Jeden Morgen gibt es ein Feedback zum aktuellen Spendenstand. Der Erlös geht direkt an eins von vier Spendenkonten: an die Kreisverwaltung Ahrweiler, die Initiative RPR hilft des Sender RPR, das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe oder an die Tierrettung Essen e.V.  Die Käufer bestimmen selbst, wohin das Geld gehen soll. „Wenn dann beispielsweise eine Kita Spielzeug braucht, kann das von dem Geld besorgt werden“, blickt die Initiatorin voraus. Selbstverständlich könne man auch direkt auf diese Konten spenden, ohne vorher an einer Auktion teilgenommen zu haben.

Auktion bis Herbst

„Wir wollen die Zeit für die Aktion nicht begrenzen“, so die Initiatorin. „Es geht auf jeden Fall bis in den Herbst hinein.“ Auch, wenn es eigentlich sehr arbeitsintensiv sei. Wer nicht auf Facebook unterwegs ist, aber trotzdem Kontakt aufnehmen und über die Gruppe spenden möchte, erreicht Katrin Anslinger auch per E-Mail unter info@einzik-art.de.

Text: Sonja Bossert

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In der Facebook-Gruppe „Handmade hilft“ versteigern Kunsthandwerker unterschiedlichste Dinge für den guten Zweck. Hier: Ein Holzbrett der Krautheimerin Milena Albrecht. Screenshot: GSCHWÄTZ

Kerzen für die Einschulung …

… Kinderkleidung …

… oder Schmuck. Screenshots: GSCHWÄTZ




Mit Gehzeugen die Mobilitätswende anmahnen

Wie an zahlreichen Orten weltweit veranstalten Parents for Future Hohenlohe und Fridays for Future Künzelsau am Freitag, den 19. März 2021, eine Kunstaktion und eine Mahnwache. Die Aktion findet von 10 bis 13 Uhr am Alten Rathaus in Künzelsau statt, heißt es in einer Pressemitteilung. „Die neue Legislaturperiode im Landtag wird die letzte sein, die die Klimakrise noch abmildern kann“, erklärt Nicola Hellgardt von Parents for Future Hohenlohe. „Deswegen erwarten wir von allen demokratischen Parteien, mit aller Kraft sozial gerechte Maßnahmen zur Beschränkung der Erderhitzung um maximal 1,5 Grad zu verfolgen.“ 

Enormer Platzbedarf

Bei dieser Aktion setzen die Mitglieder von Fridays for Future Künzelsau auch erstmals sogenannte Gehzeuge ein, mit denen sie im Straßenverkehr in und um Künzelsau auffallen wollen. „Gehzeuge sind Holzgestelle zum Umschnallen in SUV-Größe“, so Sam Retzsch von den Fridays, die ein Gehzeug tragen wird. „Unser Gestell veranschaulicht den enormen Platzbedarf, der für Autos im öffentlichen Raum vorgesehen wird.“ „Anstatt in Zeiten der Klimakrise viel stärker in Bus und Bahn zu investieren, wird immer noch mit anwachsendem motorisiertem Individualverkehr geplant,“ bedauert Mario Dietel von den Fridays mit Blick auf den sechsspurigen Ausbau der A6 und die vierspurige Erweiterung der B19. „Die Bevölkerung darf sich ein solches Vorhaben der Politik, das die Einhaltung der Pariser Klimaziele verhindert, nicht gefallen lassen. Wir alle sollten für die Mobilitätswende kämpfen.“

Forderung: Tempo 30

Die Aktivist:innen fordern zudem Tempo 30 im gesamten Künzelsauer Stadtgebiet und gleichberechtigte Nutzungsmöglichkeiten der Verkehrswege für alle Verkehrsteilnehmer:innen. Sylvia Schöne von den Parents for Future formuliert es so: „Wir könnten ganz sicher auf verbreiterte Straßen verzichten, wenn man den ÖPNV radikal ausbauen und vergünstigen, sowie ein durchgängiges und sicheres Radwegenetz schaffen würde.“ Die öffentliche Aktion „Gehzeuge“ soll auf die dringend notwendige Mobilitätswende aufmerksam machen.

Quelle: Pressemitteilung von Fridays for Future Künzelsau