1

Grüner Strom für Christas Kinder

// Wie eine 25-jährige Studentin der Reinhold-Würth-Hochschule einen Kindergarten in Afrika nachhaltiger machen will

Seit Mitte der 1980er Jahre engagiert sich Christa Zeller aus Ingelfingen für Afrika. Ihr Mann fand damals keine Arbeit als Lehrer in Deutschland und so ging die Familie kurzerhand nach Zimbabwe. Für die Erzieherin gab es bei der Ankunft vor Ort in einer Mission anfänglich wenig zu tun. Da es keinen Kindergarten gab, war jedoch schnell die Idee geboren, dort etwas für Kinder im Vorschulalter aufzubauen. Gesagt – getan. Seitdem ist Christa Zeller immer wieder nach Zimbabwe gereist und hat aktuell ein neues, ehrgeiziges Projekt verwirklicht (GSCHWÄTZ berichtete): Einen Kindergarten mit fünfundzwanzig Kindern in einer Vorstadt von Mutare, etwa 200 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Harare gelegen, den sie „autark“, das heißt, unabhängig in die Zukunft führen will.

Genau diese Unabhängigkeit war ausschlaggebend für die Künzelsauer Studentin Nina Kapischke (23), sich diesem Projekt zu widmen. „Ich kannte das Projekt schon durch eine Freundin. Ich wollte nicht mehr weiter in Großunternehmen arbeiten, sondern mit meiner Abschlussarbeit einen positiven Mehrwert für die Gesellschaft beitragen. Daraufhin habe ich Christa Zeller geschrieben und alles hat sich sehr schnell und spontan ergeben.“

// Stromversorgung, damit Lebensmittel nicht verderben //

Die junge Studentin von der Reinhold-Würth-Hochschule war aktuell knapp fünf Wochen vor Ort in Zimbabwe, hauptsächlich im Township, wo sich der Kindergarten befindet. Für Kapischke war es wichtig, sich ein Bild vor Ort zu machen. Wie leben die Menschen, was sind ihre Bedürfnisse, welche Möglichkeiten gibt es, wie ist die politische Situation und kann sie Ansprechpartner finden, die das Projekt unterstützen?

In ihrer Abschlussarbeit thematisiert die Studentin ganz konkret Nachhaltigkeit für den Kindergarten. „Meine Arbeit betrachtet zuerst allgemein die Elektrifizierung von ländlichen Gegenden in Zimbabwe durch Solarenergie und orientiert sich an dem praktischen Projektbeispiel Bongai Shamwari. Ich plane eine Solaranlage für den Kindergarten, so dass der Energiebedarf nachhaltig und durch Eigenerzeugung gedeckt werden kann.“ Damit vermag der Kindergarten unabhängig von der staatlichen Stromversorgung klimafreundlich „grünen“ Strom erzeugen und natürlich auch als Vorbild dienen.

Im Projekt geht es um Fragen zur Planung, Einsatz und Technik der Anlage. Mit welchen Unternehmen soll der Kindergarten kooperieren? Mit deutschen, südafrikanischen oder Unternehmen aus Zimbabwe direkt? Kapischke analysiert außerdem die Finanzierung des Projektes, ob staatliche Förderung oder Kleinkredite sinnvoll sind. Und natürlich auch, ob und wenn ja, welche Hindernisse und Herausforderungen sich bei solch einem Projekt ergeben. Antworten auf diese Fragen will Kapischke in ihrer Abschlussarbeit zusammentragen und bewerten.

// Mit Kleinkrediten ans Ziel //

So nützt diese Abschlussarbeit, die Nina jetzt gerade in ihrem letzten Semester fertigstellt, dem Kindergarten ganz konkret, indem eine zuverlässige grüne Stromversorgung die Getränke und das Essen der Kinder zukünftig frischhalten soll. In Mutare herrscht nämlich eine Durchschnittstemperatur von über 30 Grad. Nina Kapischke hofft: „Durch solche Solarprojekte ergeben sich schnell Schneeballeffekte. Je mehr Menschen davon erfahren und die Kinder schon mit einem verantwortungsbewussten Umgang mit Strom und der Stromerzeugung aufwachsen, desto besser und grüner sieht die Welt von morgen aus.“ Dabei interessiert sich die Studentin auch dafür, wie die Kinder mit Strom oder generell mit Ressourcen wie beispielsweise Wasser umgehen. Dies sei neu für die Kinder. Sie müssten somit noch lernen, mit knappen Rohstoffen bewusst umzugehen.

Durch ihre Kommilitonin Anna Schubert, die bereits in Zimbabwe war, um beim Aufbau des Kindergartens zu helfen, ist Kapischke gut vorbereitet nach Afrika gereist. Vor Ort sei sie ebenfalls sehr gut aufgenommen worden. Ihr Fazit: “Ich habe sehr viel gelernt, gesehen und viele Erfahrungen gemacht, worüber ich sehr froh und dankbar bin.“

 

*Spendenkonto Bongai Shamwari*

Ev. Kirchengemeinde Ingelfingen

Raiffeisen Kocher-Jagst eg.

IBAN: DE49 6006 9714 0070 1500 01

Stichwort „Zimbabwe“

Spendenquittung wird ausgestellt

 

Christa Zeller im Interview:

 

Fotos // Nina Kapischke mit Kindern des Kindergartens in Zimbabwe; Initiatorin Christa Zeller aus Ingelfingen

 

Mehr zu Christa Zeller gibt es hier: