Mit fast 50 Teilnehmern war die Auftaktveranstaltung des Online-Dialog-Forums „In und nach der Corona-Krise: Wie kann das „To-go“-Geschäft im Hohenlohekreis umweltfreundlicher werden?“ ein voller Erfolg. Eingeladen hatten der Landkreis mit der Abfallwirtschaft, der Wirtschaftsinitiative und der Touristikgemeinschaft sowie DEHOGA. „Ziel des Dialog-Forums ist es, mit den Anbietern von Speisen und Getränken im Hohenlohekreis über Mehrweglösungen ins Gespräch zu kommen“, so die Geschäftsführerin der Wirtschaftsinitiative Hohenlohe und Leiterin des Amts für Wirtschaftsförderung und Tourismus Caroline Bogenschütz bei der Einführung zu Beginn der Online-Veranstaltung. Im Blick haben die Initiatoren dabei neben Gaststätten, Kantinen, Hotels, Besenwirtschaften auch Tankstellen, Dönerläden, Supermärkte und die Fast-Food-Ketten im Kreis. Geplant sind insgesamt drei Termine. Ideal wäre es, wenn man eine Pfandschale nach dem Einkauf beim Metzger in Mulfingen beispielsweise wieder beim Bäcker in Künzelsau abgeben könnte.
Pfandschale nach dem Einkauf in Mulfingen wieder in Künzelsau abgeben
Bei seiner Begrüßung unterstrich Landrat Dr. Matthias Neth die Wichtigkeit der vielfältigen gastronomischen Angebote für den Hohenlohekreis. „Wir wissen, wie schwer Ihnen die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu schaffen machen. Daher ist es uns sehr wichtig, Sie zu unterstützen, indem wir eine geeignete Plattform zum Austausch über ein geeignetes Mehrwegsystem bieten“, so Neth.
Sebastian Damm: „Berge von Verpackungen, die leider oft in der Natur oder im Straßengraben landen“
Mitveranstalter des Dialog-Forums ist der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA). Angelika Walter-Hertweck, Vorsitzende der Fachgruppe Tourismus und Hotellerie, betonte die Notwendigkeit, sich auf Neuerungen gerade durch das „To go“-Geschäft einzustellen. „Dessen Folge sind Berge von Verpackungen, die leider oft in der Natur oder im Straßengraben landen“, so der Geschäftsführer der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis Sebastian Damm. Auch deshalb schreibe der Gesetzgeber ab 2023 das Angebot von Mehrweglösungen vor. Exemplarisch wurde das etablierte Mehrwegsystem Recup/Rebowl aus München vorgestellt, das mittlerweile bundesweit aktiv ist.
Erste Erfahrungen positiv
Auch im Hohenlohekreis gibt es bereits erste Erfahrungen mit Mehrwegsystem in der Gastronomie. So berichtete beispielsweise Besenwirt Günter Banzhaf aus Siebeneich über kürzlich eingeführte Behältnisse. Die Kunden haben bei einer Essensbestellung zum Mitnehmen bei Banzhaf die Wahl zwischen einer Einweg- oder einer Mehrwegverpackung. Knapp 80% entschieden sich für die Mehrwegverpackung und nahmen dafür einen Aufpreis in Kauf. Praktikabel und akzeptiert ist Banzhafs Fazit. Der Bretzfelder Bürgermeister Martin Piott schließt sich Günter Banzhaf an und hält ein glühendes Plädoyer für ein kreisweit einheitliches System.
Kreisweit einheitliches System mit regionalem Branding
Die Auftaktveranstaltung lieferte viele wertvolle Impulse und einen ersten Überblick über bestehende Mehrwegsysteme – sowohl für Becher als auch für Schalen. Bei der Diskussion in Kleingruppen wurden dann Fragen zum Beispiel zur Spülung, oder zur Akzeptanz der Systeme näher erörtert. Erfreulich war, dass auch teilnehmende Metzgereien sich das Angebot von Mehrwegpfandschalen vorstellen können.
Gleich am nächsten Montag startet das Online-Dialog-Forum in die nächste Runde. Hier sollen die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Systeme näher beleuchtet werden. Außerdem stehen Einblicke in gemeinsame Initiativen in anderen Regionen auf dem Programm. Da die Vorteile eines regionalen Brandings in der digitalen Umfrage mehrheitlich groß eingeschätzt wurden, sollen auch hierzu Ideen gesammelt werden.
Nächstes Online-Dialog-Forum am Montag, den 29. März 2021
Teil 2 des Dialog-Forums startet am Montag, 29. März 2021 um 14:30 Uhr. Für die Teilnahme wird ein Laptop oder PC und ein Internetanschluss benötigt. Es muss kein spezielles Computerprogramm und keine Kamera vorhanden sein. Die Anmeldung erfolgt über: https://eveeno.com/hohenlohe-to-go-2.
Anmeldeschluss ist der 28. März.
Quelle: Pressemitteilung LRA Hohenlohekreis