„Mittleres Hochwasser“ in Niedernhall, Weißbach, Künzelsau, Forchtenberg und Ingelfingen
Viel Schnee gab es in diesem Winter bisher noch nicht. Dafür regnet es seit Tagen, dieser wechselt sich ab mit Graupelschauer, Hagel und Schnee. Dazwischen wieder frühlingshafte Temperaturen, bevor die nächste Kältezone Einzug hält. Der Kocher und die zufließenden Bäche sind mittlerweile über die Ufer getreten. Der Künsbach rauscht mit lautem Donnern durch Künzelsau. Vielen Menschen in Hohenlohe ist noch die Hochwasserkatastrophe vom Mai 2016 nur allzu gut im Gedächtnis.
Wir vom GSCHWÄTZ haben uns am Dienstag, den 04. Februar 2020, von Künzelsau über Ingelfingen, Niedernhall und Weißbach nach Forchtenberg auf den Weg gemacht, um zu schauen, wie hoch der Kocher mittlerweile schon gestiegen und wo er über die Ufer getreten ist. Und wir haben nachgefragt, was die Stadtverwaltungen konkret an Vorbereitungen treffen, um ein weiteres Unglück zu verhindern.
Weißbach: Kochertalradweg gesperrt
„Die Gemeindeverwaltung Weißbach beobachtet schon seit gestern sowohl den Stand der Kocherpegel in Gaildorf und Kocherstetten, als auch die Lage hier bei uns vor Ort“, schreibt Bürgermeister Rainer Züfle in seiner Antwort an GSCHWÄTZ per E-Mail. „Ein aktives Tätigwerden ist bislang aber (fast) nicht erforderlich – und wird es, falls die Wetter- und Pegelvoraussagen stimmen, höchstwahrscheinlich auch nicht werden.“ Die einzige Ausnahme sei, dass der Gemeindebauhof immer wieder die Einläufe der diversen Bach-, Klingen- und Wassergraben-Verdolungen kontrolliere und sie erforderlichenfalls von „Geschwemmsel“ (also Äste, Reisig und ähnliches) freiräume. Außerdem wurde der stellenweise überflutete Kochertal-Radweg abgesperrt. „Sollten wider Erwarten doch noch weitergehende Maßnahmen erforderlich werden, sind sowohl der Gemeindebauhof als auch die Freiwillige Feuerwehr in Bereitschaft“, schreibt Bürgermeister Züfle weiter.
Künzelsau: Feuerwehr seit 4 Uhr unterwegs
Elke Sturm von der Stadtverwaltung Künzelsau schreibt auf unsere Anfrage: „Eine förmliche Hochwasserwarnung besteht momentan nicht. Der Kocher und die Bachläufe treten zwar an verschiedenen Stellen leicht über die Ufer, das Wasser fließt aber in die vorhandenen Retentionsflächen. Der Hochwassermeldestand am Pegel Kocherstetten ist zurzeit zwar erreicht, aber nicht im kritischen Bereich.“ Mitarbeiter des städtischen Bauhofes und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr seien aber seit 4 Uhr morgens unterwegs und würden die Lage beobachten.
Niedernhall: „Mittleres Hochwasser“
Auch Alfons Rüdenauer von der Stadt Niedernhall schreibt, dass in Niedernhall der Meldewasserstand von 2,20 Metern gemessen am Pegel Kocherstetten überschritten worden sei – in diesem Rahmen spreche man von einem mittleren Hochwasser. „Sofern der Pegelstand nicht weiter ansteigt, ist mit keiner Gefährdungslage zu rechnen“, so Rüdenauer weiter. Wichtig sei in diesem Zusammenhang eine permanente Kontrolle der Rechenanlagen der Zuläufe zum Kocher im Stadtgebiet.
In Forchtenberg hat die Feuerwehr laut Leseraussagen die Brücke, den den neuen Damm sowie die bereits überfluteten Bereiche inspiziert. Eine offizielle Reaktion der Stadtverwaltung liegt der Redaktion GSCHWÄTZ bislang nicht vor. Auch die Stadt Ingelfingen hat sich auf GSCHWÄTZ-Nachfrage bislang nicht zum Hochwasser geäußert. Hier stehen wieder die Sportplätze unter Wasser.

Die Kleingärten am Wehr in Forchtenberg. Foto: GSCHWÄTZ
Der Künsbach in Künzelsau am heutigen Dienstag, den 04. Februar 2020. Foto: GSCHWÄTZ

Blick von der Brücke in Weißbach vor der Firma Hornschuch AG. Foto: GSCHWÄTZ
Blick auf die Kocherbrücke in Niedernhall. Foto: GSCHWÄTZ

Blick auf das Weißbacher Gewerbegebiet. Foto: GSCHWÄTZ

Der Ingelfinger Sportplatz steht unter Wasser. Foto: GSCHWÄTZ