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Neues E-Carsharing-Angebot in Jagsthausen

In Jagsthausen steht ein öffentlich verfügbares, stationsbasiertes E-Carsharing-Angebot bereit. Seit Mai 2022 finden Bürgerinnen und Bürger gegenüber dem Dorfladen in Jagsthausen, im Mühlweg 5, einen VW ID 3 sowie eine passende Ladesäule. Zusätzlich zu dem E-Carsharing-Angebot können Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos in Jagsthausen während ihrer Erledigungen also ganz bequem ihr Auto laden.

Die neue E-Carsharing-Station ist ein Angebot der Gemeinde Jagsthausen in Kooperation mit der ZEAG Energie AG. Bürgermeister Roland Halter freut sich: „Mit der neuen Ladesäule können wir gleich mehrere Vorteile miteinander verbinden: Wir tragen dazu bei, die emissionsfreie Mobilität nun auch in Jagsthausen voranzutreiben, bieten unseren Elektroauto-affinen Bürgerinnen und Bürgern, ebenso wie unseren Gästen, eine bequem erreichbare Lademöglichkeit und haben gleichzeitig einen Standort, der auch unserem Dorfladen während der Fahrzeug-Ladepausen zugutekommen kann.“

Das neue Elektroauto kann für unterschiedliche Zeiträume gemietet werden. Gebucht wird das Fahrzeug über die App der ZEAG Energie AG. Bei Fragen zur Nutzung stehen Ihnen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Rathauses (07943/9101-33) gerne zur Verfügung. Mehr über das gesamte Car-Sharing-Angebot im Landkreis Heilbronn erfahren Sie unter www.zeag-carsharing.de.

Die Zukunft wird in Baden-Württemberg gestaltet – dem Land der Vordenkenden in Sachen Mobilität: Mit einer klimafreundlicheren, moderneren, nachhaltigeren und innovativeren Fortbewegung für alle. Seit 2015 fördert das Land im Rahmen der Kampagne „Neue Mobilität bewegt nachhaltig“ das aufeinander abgestimmte Zusammenspiel verschiedener Transportmöglichkeiten – von Fahrrad, E-Auto, ÖPNV bis zu flexiblen Sharing-Angeboten. Das E-Carsharing-Angebot am Dorfladen in Jagsthausen zeigt, dass „Neue Mobilität“ auch hier vor Ort ankommt. Mehr zur Kampagne erfahren Sie auf www.neue-mobilitaet-bw.de.

Pressemitteilung Neue Mobilität BW

 




Wegen Inflation: Haushalte im Hohenlohekreis verlieren 52 Millionen Euro

Inflation frisst Einkommen auf: Wegen rasant steigender Preise gehen den Haushalten im Hohenlohekreis in diesem Jahr rund 51,6 Millionen Euro an Kaufkraft verloren – vorausgesetzt, die bisherige Teuerungsrate zieht nicht noch weiter an. Allein bei Lebensmitteln müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher mit Mehrausgaben von 23,6 Millionen Euro rechnen. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten mit. Die NGG beruft sich hierbei auf eine regionale Kaufkraftanalyse des Pestel-Instituts (Hannover). Danach sind Menschen mit schmalem Portemonnaie besonders betroffen: In den 17.200 Haushalten, in denen im Hohenlohekreis Alleinerziehende und Singles mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 2.000 Euro leben, belaufen sich die hochgerechneten Kaufkraftverluste – vom
Heizen bis zum Einkauf im Supermarkt – bis Jahresende auf 11,1 Millionen Euro.

Alarmierende Zahlen 

NGG-Regionalgeschäftsführer Burkhard Siebert spricht von „alarmierenden Zahlen“. Durch die Preissteigerungen drohten soziale Verwerfungen, wenn die Politik nicht durch weitere, gezielte Entlastungen gegensteuere. „Vom Kellner bis zur Bäckereifachverkäuferin – Beschäftigte, die keine Spitzenverdiener sind, müssen derzeit jeden Cent zweimal umdrehen. Wer ohnehin schauen muss, wie er bis zum Monatsende durchkommt, bei dem schlagen die aktuellen Mehrausgaben enorm zu Buche“, so Siebert. Laut Pestel-Institut sind die gestiegenen Lebensmittelpreise ein besonderer Inflationstreiber: Der durchschnittliche Haushalt im Hohenlohekreis hat in der ersten Jahreshälfte allein bei Nahrungsmitteln eine Zusatzbelastung von 38 Euro im Monat zu tragen. Die Mehrausgaben für Energie belaufen sich auf monatlich
35 Euro, Mobilität verteuerte sich um zehn Euro.

Nach Beobachtung der NGG treffen die Preissprünge im Supermarkt „ausgerechnet die Menschen besonders stark, die selbst mit Lebensmitteln arbeiten – ob im Restaurant, in der Brauerei oder in der Backwarenfabrik“. Zwar sei es der Gewerkschaft in diesem Jahr gelungen, durch Tarifabschlüsse etwa im Gastgewerbe kräftige Lohnerhöhungen zu erzielen. Die Inflation drohe jedoch, diese zunichte zu machen. „Was wir jetzt brauchen, sind spezielle Hilfen für Beschäftigte mit geringen Einkommen. Aber auch für Rentnerinnen und Rentner, Studierende und Arbeitsuchende. Die bisherigen Entlastungspakete der Bundesregierung reichen nicht aus.
Die Ampel muss nachlegen“, fordert Siebert. 

Reiche stärker an der Finanzierung der Krisenlasten zu beteiligen

Der Geschäftsführer der NGG-Region Heilbronn spricht sich für einen „Energiepreisdeckel“ aus, um Privathaushalte vor explodierenden Kosten für Gas und Strom zu schützen. Dabei müssten alle Entlastungen sozial ausgewogen sein. Siebert: „Starke Schultern können mehr tragen als schwache. Deshalb wäre es auch konsequent, Reiche stärker an der Finanzierung der Krisenlasten zu beteiligen – zum Beispiel durch eine einmalige Vermögensabgabe. 

Pressemitteilung NGG




Klima-Zentrum meldet Vollzug: kostenlose Energie-Erstberatungen angelaufen

Das Klima-Zentrum meldet Vollzug: Seit Juli gibt es im Hohenlohekreis kostenlose Energie-Erstberatungen. Damit steht ein Netzwerk aus Energie-Effizienz-Experten (EEE) den Bürgerinnen und Bürgern beim Kampf gegen hohe Energiekosten und dem spürbaren Klimawandel zur Seite. Dem neuen Angebot vorausgegangen war das erste vom neuen Klima-Zentrum organisierte Netzwerktreffen für Energieberater, bei dem sich diese über ihre Arbeit und das neue Beratungsangebot austauschen konnten. Gastgeber des Treffens war die Firma MEFA Befestigungs- und Montagesysteme GmbH, die ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte.

„Wir haben die Einladung von MEFA begeistert angenommen“, berichtet der Leiter des Klima-Zentrums Joachim Schröder. „Denn das Unternehmen passt mit seiner Ausrichtung perfekt zu den Zielen der Energie-Effizienz-Experten.“

Die in Kupferzell ansässige Firma bietet unter anderem innovative Wärmepumpen für Heizung und Kühlung von Häusern und Gebäudekomplexen an. Dabei werden verfügbare Energiequellen wie Sonne, Geothermie oder Prozesswärme genutzt. Nicht zuletzt die sommerlichen Temperaturen machten den innovativen Eisspeicher namens multiQ ice im Keller des MEFA-Gebäudes für die Energieberater zum angenehm kühlen Höhepunkt der Werksführung.

Bei der anschließenden Vorstellung des neuen Klima-Zentrums und dem folgenden Austausch aller Anwesenden war der Erfolg des ersten Netzwerktreffens deutlich zu spüren: Neue Kontakte wurden geknüpft, bestehende Bekanntschaften weiter vertieft. Wer ist Experte für energetische Sanierung für Gebäude mit Denkmalschutz? Wer kennt sich aus bei Industriebauten? „Sich mit anderen Energieberatern austauschen zu können ist für alle Beteiligten ein echter Mehrwert. Doch unser eng getakteter Berufsalltag lässt die Organisation eines solchen Treffens einfach nicht zu. Toll, dass mit dem Klima-Zentrum nun wieder jemand diese wichtige Aufgabe übernimmt“, bestätigt Energie-Effizienz-Experte Reinhold Zentler.

Erste Beratungen in Forchtenberg und Kupferzell

Welche Möglichkeiten gibt es, Energie im Alltag einzusparen? Kupferzells Bürgermeister Christoph Spieles (links) folgt den Ausführungen von Energieberater Benjamin Roth. Foto: MEWA

Bereits im Juli wurden erste Termine für kostenlose Energie-Erstberatungen im Hohenlohekreis angeboten. In Forchtenberg stellte Energie-Effizienz-Experte Norbert Kilb sein Wissen den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung. Erste Beratungen gab es auch in der Gemeinde Kupferzell. Deren Bürgermeister Christoph Spieles nutzte die Möglichkeit und holte sich von Energieberater Benjamin Roth wertvolle Tipps: „Das Treffen mit einem Experten für energetische Sanierung hat mir viele neue Impulse gegeben. Besonders gut gefällt mir, dass auch mögliche Förderungen für die angesprochenen Maßnahmen auf den Tisch kamen.“

Nächste Runde am 4. August in Neuenstein

Die nächste Energie-Erstberatungsrunde im Hohenlohekreis findet am Donnerstag, 4. August 2022, von 16:30 bis 17:30 im Rathaus von Neuenstein statt. Auch hier berät Benjamin Roth. Eine Voranmeldung für interessierte Bürgerinnen und Bürger für diesen und weitere Termine sind beim Klima-Zentrum unter klimazentrum@hohenlohekreis.de oder Telefon 07940 18-1928 erforderlich.

Neben den Erstberatungen wollen Joachim Schröder und Janina Schüßler vom Klima-Zentrum auch das Netzwerk der Energie-Effizienz-Experten weiter ausbauen: Das 2. Netzwerktreffen findet am Donnerstag, 15. September 2022, um 17 Uhr statt. Diesmal bei der Firma CWF GmbH in Niedernhall-Waldzimmern. Die Teilnehmer dürfen auf eine spannende Führung durch das Werk des Herstellers von Unterkonstruktionen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen gespannt sein.

Pressemtteilung Klimazentrum Hohenlohekreis

 




Afrikanische Schweinepest: Der Hohenlohekreis ist vorbereitet

Das Landratsamt Hohenlohekreis macht sich fit für den Ernstfall: Um bei einem möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Wildschweinebestand schnell und richtig reagieren zu können, fand am 26. Juli eine Zaunbauübung in der Nähe des Landwirtschaftsamtes in Kupferzell statt. Unter Anleitung des ASP-Kompetenzteams Baden-Württemberg aus Aulendorf wurde übungsweise ein Elektrozaun installiert, der im Fall der Fälle helfen soll, eine Ausbreitung der Seuche zu unterbinden.

BestmöglicherSchutz für einen eventuellen ASP-Ausbruch

„Die Landwirtinnen und Landwirte des Hohenlohekreises leisten täglich einen wertvollen Beitrag zu unserer Ernährungssicherheit. Daher ist es mir besonders wichtig, dass wir ihnen im Falle eines ASP-Ausbruchs mit dem bestmöglichen Schutz vor einer Ausbreitung der Seuche zur Seite stehen“, erklärte Landrat Dr. Matthias Neth anlässlich der Übung. Dr. Helmut Stoffel, Leiter des Veterinäramts und Lebensmittelüberwachung, ergänzte: „Wir danken dem ASP-Kompetenzteam und allen beteiligten Ämtern des Landratsamtes für die tatkräftige Unterstützung während der Übung. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass wir auf Sie zählen können.“

Mehrere Ämter beteiligt

Die Mitarbeiter der Straßenmeistereien unterstützten den Aufbau des Zauns tatkräftig. Foto: LRA Hohenlohekreis

Zur besseren Standfestigkeit wird der Zaun mit Holzpfählen verstärkt. Die dünnen, stromführenden Seile werden durch ein rot-weißes Flatterband kenntlich gemacht. Foto: LRA Hohenlohekreis

Neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Veterinäramtes und Landwirtschaftsamtes arbeiteten auch Forst-, Jagd, Vermessungs-, Naturschutz- und Straßenbauamt Hand in Hand zusammen. Diese enge Kooperation wäre auch im Ernstfall notwendig. Der ASP-Schutzzaun besteht aus vier dünnen, stromführenden Seilen, sogenannten Litzen, die mit einem Weidezaungerät verbunden sind, das kontinuierlich elektrische Spannung an den Zaun legt. Bei Berührung wird der Stromkreis geschlossen. Das Wildschwein erhält einen Schlag und wird vom Zaun zurückgetrieben.

Ziel: Befallene Wildschweinbestände abgrenzen

Der ASP-Schutzzaun besteht aus vier stromführenden Seilen, sogenannten Litzen. Foto: LRA Hohenlohekreis

„Mit dem Zaun können wir befallene Wildschweinbestände abgrenzen, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. Das Virus ist glücklicherweise für den Menschen ungefährlich. Für Schweine enden Infektionen jedoch in über 95 Prozent der Fälle tödlich“, erklärte Dr. Thomas Winter, Dezernent für Ländlichen Raum im Hohenlohekreis. Doch es gibt auch Maßnahmen, die helfen, einen Ausbruch von vornherein zu verhindern. „Schweinefleisch sowie Nahrungsmittel, die mit Schweinefleisch in Kontakt gekommen sind, könnten das Virus enthalten. Werden diese von Wildschweinen aufgenommen, infizieren sich die bis dato gesunden Tiere. Es ist also ganz besonders wichtig, dass alle Bürgerinnen und Bürger Essensreste nur über die Biotonne alternativ über den Restmüll aber keinesfalls in der Natur entsorgen“, appelliert Dr. Winter.

Hintergrund

Seit 2014 breitet sich die hochansteckende Afrikanische Schweinepest (ASP) in Europa aus. Lebensmittel können diese, für den Menschen ungefährliche, Krankheit übertragen. Die ASP hat 2020 auch Deutschland erreicht und im Mai dieses Jahres erstmals einen baden-württembergischen Hausschweinebestand erfasst. Die ASP-Kompetenzteams des Landwirtschaftlichen Zentrums Baden-Württemberg unterstützen die Landkreise mit Vorträgen und praktischen Übungen, damit diese sich bestmöglich auf einen eventuellen Ausbruch vorbereiten können.

Pressemitteilung LRA Hohenlohekreis

 

 




Kochertalbahn weiter in der Warteschleife

Seit einiger Zeit fährt die Kochertalbahn zumindest in den Köpfen vieler Menschen wieder. Bis sie vielleicht wieder real fährt, wird noch einige Zeit vergehen. Über den aktuellen Stand berichtete Landrat Neth in der Kreistagssitzung vom 18. Juli 2022 auf Anfrage von Anton Baron (AfD).

Studie war fertig

Der Kreistag hatte eine Studie in Auftrag gegeben, die die sogenannte „Standardisierte Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen im schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehr“ für die Kochertalbahn in Verbindung mit einer eventuellen Elektrifizierung der Hohenlohebahn zwischen Öhringen-Cappel und Schwäbisch Hall-Hessental ermitteln sollte. Diese Studie war fertig, so Landrat Dr.Matthias Neth. Doch zwischenzeitlich habe der Bund die Kriterien verändert und so müssten diese neuen Kriterien jetzt eingearbeitet werden.

Neue Kriterien

Am 1. Juli 2022 ist eine neue „Verfahrensanleitung“ zur Ermittlung der Standardisierten Bewertung in Kraft getreten. Dieses neue Verfahren soll die Kritik am bisherigen Verfahren einbeziehen und soll mehr „weiche“ Faktoren berücksichtigen. Beispielsweise städtebaulich-gestalterische Vorteile des ÖPNV gegenüber dem Individualverkehr, Erschließungspotential für Neubaugebiete oder die „Resilienz“ eines Verkehrssystems. Auch wurden vermiedene Straßenbauinvestitionen bisher nicht eingerechnet. Das soll die neue „Verfahrensanleitung“ nun besser berücksichtigen – es soll also nun leichter möglich sein, das „Nutzen/Kosten-Verhältnis“ von mehr als 1 zu erreichen als bisher.

Keine Information über das bisher errechnete Nutzen/Kosten-Verhältnis

Nur Projekte, deren Nutzen/Kosten-Verhältnis größer als 1 ist, können mit Zuschüssen von Bund und Land rechnen. Welches Verhältnis für die Kochertalbahn mithilfe der alten Kriterien errechnet wurde, teilte Landrat Dr.Neth nicht mit. „Schaumamal, was die Studie ergibt“, war alles, was er dazu sagte.
Die Berechnung ist kompliziert, Neth hofft, dass die Studie bis Ende des Jahres abgeschlossen werden kann.

Wichtig für Künzelsau

Eine baldige Entscheidung des Landes über die Kochertalbahn ist insbesondere für die Gestaltung des Stadteingangs von Künzelsau mit dem neuen Kreishaus wichtig – bisher werden in den Planungen Schienenstrecken freigehalten und es bestehen Pläne für einen Bahnhof am neuen Kreishaus.

Text: Matthias Lauterer




Praktikumsstellen, Freiwilligendienste, Ferien- und Nebenjobs sowie Last Minute-Ausbildungsplätze in ganz Hohenlohe

Jetzt können Arbeitgeber und junge Menschen aus ganz Hohenlohe von der Plattform www.jobs4young.de profitieren: Nachdem die Wirtschaftsinitiative Hohenlohe im Frühjahr beitrat, hat sich im Juli auch der Main-Tauber-Kreis dem Projekt der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Schwäbisch Hall und der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim angeschlossen.

„Last minute azubi“

Neben der geografischen Erweiterung ist auch eine neue Rubrik zu verzeichnen: „Last minute azubi“. Dort können Schulabgänger:innen nach Ausbildungsplätzen in der Region suchen, die innerhalb von vier Monaten zu besetzen sind. Ausbildungen mit Beginn Februar 2023 sind somit ab Oktober 2022, Ausbildungen mit Beginn September 2023 ab Mai 2023 usw. auffindbar. Aktuell sind noch einige Ausbildungsstellen mit Beginn am 1. September 2022 aufgeführt.

Daneben hält die Plattform Praktika, Freiwilligendienste sowie Ferien- und Nebenjobs bereit. Alle Rubriken sind mit einer Filterfunktion versehen, die eine schnelle Eingrenzung auf passende Angebote ermöglicht.

Schon 200 Arbeitgeber der Region vertreten

Mittlerweile sind knapp 200 Arbeitgeber aus allen Branchen – so auch Landratsämter und Gemeinden – dabei. Durch das finanzielle Engagement der drei Wirtschaftsförderungen haben alle Arbeitgeber im Hohenlohekreis, im Main-Tauber-Kreis und im Landkreis Schwäbisch Hall die Möglichkeit, per jobs4young kostenlos auf ihre Angebote und ihr Profil aufmerksam zu machen. Während sich die Unternehmen unter https://jobs4young.de/login anmelden, können Schüler:innen und Studierende die Onlinebörse ohne Registrierung nutzen. Gepflegt wird das Portal von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Schwäbisch Hall.

Presseinformation Hohenlohekreis




Impfangebot des Hohenlohekreises ab 27. Juli 2022 auf Standby-Betrieb

Das Impfangebot des Hohenlohekreises geht nach dem 27. Juli 2022 in den Ruhemodus. Durch Reduzierung der Einsatztage sowie der Teamgröße wurde das Impfangebot in den vergangenen Monaten laufend an die sinkende Nachfrage angepasst. Der nach dem 27. Juli 2022 einsetzende Standby-Betrieb bietet zwar keine regulären Impfeinsatztage mehr an, stellt jedoch sicher, dass bei stark ansteigender Nachfrage der Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Impfungen sind weiterhin über die Regelversorgung durch die niedergelassene Ärzteschaft möglich. Auch die Betreuung von Pflegeheimen und sonstigen Einrichtungen durch die niedergelassenen Ärzte ist gewährleistet. Sofern erforderlich, wird der Landkreis mithilfe der etablierten Strukturen unterstützen.

Niedrigschwelliger Zugang zur Covid-19-Impfung

„Mit unseren Impfteams haben wir den Bürgerinnen und Bürgern einen niedrigschwelligen Zugang zu einer Covid-19-Impfung angeboten“, bilanziert Landrat Dr. Matthias Neth den bisherigen Einsatz. „Auch wenn die Zahlen zuletzt gesunken sind, sind wir dankbar, dass viele Bürgerinnen und Bürger sich haben impfen lassen und somit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet haben. Gerade in Hinblick auf den Herbst freue ich mich über jede einzelne Impfung und für jede Person, die dadurch das Risiko auf einen schweren Krankheitsverlauf nachweislich verringert.“

Dank an die Ärzte, medizinischen Fachangestellten sowie die Messebauer-Firma

Die Auswertung zeigt, dass das Impfangebot des Kreises insbesondere für Auffrischungsimpfungen genutzt wurde. Landrat Dr. Neth dankt allen, die das Impfangebot des Hohenlohekreises in den vergangenen Monaten ermöglicht haben: „Allen Ärzten, medizinischen Fachangestellten sowie der Messebauer-Firma, die uns logistisch unterstützt hat, spreche ich meinen großen Dank für ihren Einsatz aus.“

7.392 Impfungen

Mit Stand vom 21. Juli 2022 wurden durch die Impfteams 7.392 Impfungen durchgeführt. Die Hochphase war im Dezember mit 4.297 Impfungen, danach folgte ein kontinuierlicher Rückgang der Impfzahlen auf 67 Impfungen im Mai. Ab Juni 2022 war jedoch wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Bei den Erwachsenen wurden vor allem Drittimpfungen durchgeführt (76 Prozent), bei den Kindern Erstimpfungen (62 Prozent).

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




Was haben ein billiger Rollwagen und ein teurer NVH-Bus miteinander zu tun?

So ein einfacher Rollwagen ist bereits für 40 Euro erhältlich, qualitativ deutlich hochwertigere Ausführungen mit besseren Rädern und einer Tragkraft von mehr als 150kg kosten vielleicht 250 oder 350 Euro im einschlägigen Fachhandel. Mit derartigen Wägen werden in Industriebetrieben zuverlässig Tonnen von Gütern bewegt und das über Jahre hinweg – diese Wägen sind nahezu unverwüstlich.

Derartige Wägen sind also sicherlich geeignet, vereinzelt Gewichte von rund 50kg von einem Raum im ersten Obergeschoss mittels Fahrstuhl ins Erdgeschoß und dort zu einem direkt vor der Tür befindlichen Parkplatz zu fahren – und zurück. Ein Zentner – soviel wiegt selbst ein großer Beamer, der nicht mehr dem heutigen Stand der Technik entspricht, nicht.

Und doch MUSS das Kreismedienzentrum unbedingt ins Erdgeschoß – weil Beamer so schwer seien und weil das KMZ unbedingt dort plaziert sein soll, „wo die Schule am offensten“ ist.  Das sind prinzipiell vernünftige Argumente, aber doch nur dann, wenn man sich für einen von zwei leeren Räumen in Erdgeschoß und im Obergeschoß entscheiden soll. Wenn aber für diese Argumente ein bestehendes Pneumatik-Labor für einen Aufwand von sage und schreibe rund 600.000 Euro zwei Stockwerke höher umziehen soll, dann darf man sich Fragen stellen … zumindest die nach der Wirtschaftlichkeit.

Es soll ja immer die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen

Denn welche Ausstattung benötigt so ein Kreismedienzentrum in wenigen Jahren noch? Eine Sitzecke für Beratungsgespräche und Arbeitsplätze für die nicht allzu vielen Mitarbeiter. Dazu einen kleinen(!) Lagerraum für selten gebrauchtes spezielles Equipment und einige „uralte“ Medien. Das sollte im Zeitalter der Digitalisierung – in dem wir in wenigen Jahren hoffentlich doch noch angekommen sein werden – ausreichend sein. Und natürlich eine Kaffeemaschine.

Vom Kreistag beschlossenenes bezahltes Nichtstun

In derselben Sitzung hat derselbe Kreistag sich gegen eine Ausweitung einiger Buslinien ausgesprochen. Das hätte ab 2023 pro Jahr 500.000 Euro gekostet. Man war wegen der unsicheren wirtschaftlichen Lage nicht bereit, so weit in die Zukunft zu denken. Stattdessen zahlt man lieber den Busfahrern das volle tarifliche Entgelt, wenn sie mehrere Stunden Pause haben, fürs (vom Kreistag so beschlossene) Nichtstun.

Der Ankauf von zwei Rollwägen hätte die Erweiterung des NVH-Linienverkehrs für ein Jahr gegenfinanziert …

Ein Kommentar von Matthias Lauterer




Neues gesundes Essensangebot in der Künzelsauer Innenstadt überzeugt Jury

Am Donnerstag, den 14. Juli 2022 fand im Digital Hub: Heilbronn-Franken das zweite Pitch-Event des Hohenlohe 4 Talents Gründerstipendiums von Hohenlohe Plus e.V. in Künzelsau statt. Nach 90 hochspannenden Minuten mit dutzenden gekühlten Getränken und wieder einmal spannend vorgetragenen Präsentationen neuer Geschäftsideen, kam der zweite Hohenlohe 4 Talent Pitch-Event zu einem erfolgreichen Ende. Fünf von einer hochqualifizierten Jury ausgewählte Finalisten, aus insgesamt vierzehn eingereichten Bewerbungen waren an diesem Tag im Digital Hub: Heilbronn Franken in Künzelsau angetreten, um Ihre vielversprechenden
und neuartigen Geschäftsideen zu präsentieren.

Von Thorben Heinrichs, dem Erfinder des Hohenlohe-4-Talents Gründerfonds, seinem hfconTeam und Hohenlohe Plus hervorragend vorbereitet, kam die Jury, bestehend aus Vertretern der Sparkasse Hohenlohekreis, der Raiffeisenbank Hohenloher Land, der Volksbank Hohenlohe, ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG, dem amtierenden geschäftsführenden Bürgermeister vom Hohenlohe Plus e.V., sowie dessen Geschäftsführer im Digital Hub zusammen, um ihr Urteil zu fällen.

Angetreten waren fünf Startups aus den unterschiedlichsten Branchen. Vom Produkt der viralen Bilderkennung in der Atemluft, einer ganz eigenen Version eines robusten
Lastenfahrrads mit großer Reichweite für Innenstädte und Betriebsgelände auf Pedelec-Basis, einem erfrischend modernen und gesunden Essensangebot in der Innenstadt einer der Kreisstädte, einem Angebot zur Beratung, Begleitung und Unterstützung beim Umsetzen des Nachhaltigkeitsmanagement, bis hin zur Umsetzung einer vollumfänglich optimierten und vereinfachten Ladeinfrastruktur.

Während des Events versuchten alle fünf Finalisten mit ihren jeweiligen „Pitch-Decks“, welche mit der beratenden Unterstützung der hfcon GmbH erstellt worden waren, ganz in „Höhle der Löwen“-Manier die anwesende Jury von ihrem Geschäftsmodell zu überzeugen. Dabei hatten alle Bewerber eines gemein: Die Hoffnung auf die umfangreiche Unterstützung, welche der Gründerfond unter dem Dach von Hohenlohe Plus e.V. bietet. Neben einer finanziellen Förderung winkt den Gewinnern des Stipendiums eine sechs bis zwölf-monatige Unterstützung, bestehend aus Gründungs-Know-how, einem wirtschaftlichen Netzwerk und ausgiebiger Coaching-Beratung für Gründer:innen und Start-ups, damit der Start in die Selbstständigkeit nicht zum Fehlstart wird.

And the winners are …

Direkt nach der Veranstaltung haben sich die Förderer beraten, die Gewinner sind:

Friends

Möchten das Essensangebot in der Innenstadt von Künzelsau um ein Konzept mit hochwertigem, gesundem und dazu noch frisch zubereitetem Essen erweitern. Mit dem
Slogan „Wir haben keine Gäste – wir haben Freunde“ werden künftig sogenannte Pokébowls auf Reis/Salat-Basis sowie Smoothiebowls und frisch gemixte Smoothies angeboten. Das Angebot, welches dem hawaiianischen Nationalgericht nachempfunden ist, soll Studenten, Schüler und sonstige Liebhaber guter und gesunder Küche in der Mittagspause anlocken und zu einer gesünderen Essensweise animieren.

Metrucks

Das junge Start-up aus Schwäbisch Hall stellte seine Version eines robusten Lastenfahrrads mit großer Reichweite für Innenstädte und Betriebsgelände auf Pedelec-Basis
vor. Das Besondere hier ist die modulare Aufbauweise, die es erlaubt durch verschiedene Heckaufbauten, vom Paletten Transport über Pritsche bis hin zur Personenbeförderung alles anzubieten. Selbst eine Probefahrt wurde den Jurymitgliedern angeboten.

SMOPI

Das angestrebte Ziel von SMOPI ist es, die Ladeinfrastruktur in der Region Hohenlohe, der Heimatregion des Unternehmens, zum einen zu vereinfachen aber zugleich auch vollumfänglich zu optimieren. So bietet das Unternehmen als Hersteller, Entwickler und Betreiber eine ganzheitliche Ladeinfrastruktur mit einem vollumfänglichen Ökosystem inklusive Aufbau, Betrieb und Abrechnung. Mit dieser innovativen Idee und dem „German Innovation Award 2022“ in der Tasche möchte man nun den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos hier in der Region beschleunigen.

Statements aus der Jury

Fast-Food geht auch anders. Foto: Hohenlohe plus e.V.

„Friends mit ihrem gesunden Essen ist eine Bereicherung für die Künzelsauer Innenstadt und eine gesunde Alternative für die Mittagspause von Schülern, Studenten und alle anderen, die auf frische und ausgewogene Ernährung Wert legen.“ – (Bürgermeister Stefan Neumann, Künzelsau)

„Das elektrifizierte Lastenfahrrad von Metrucks könnte ich mir gut auf dem Werksgelände von ebm-papst vorstellen.“ – (Hauke Hannig, Bereichsleiter Unternehmenskommunikation ebm-papst Gruppe, Mulfingen)

„In das Startup SMOPI mit seinem umfassenden Konzept einer optimierten Ladeinfrastruktur investieren wir gern. Es ist perspektivisch gesehen absolut notwendig hier schneller zu werden und die Elektromobilität voranzubringen.“ – (Werner Siller, Vorstand der Sparkasse Hohenlohekreis für die das Projekt unterstützenden Banken).

Thorben Heinrichs, Ideengeber und Dienstleister von Hohenlohe 4 Talents ist begeistert: „Die Qualität der Startups, die sich für diese Runde des Gründerfonds Hohenlohe 4 Talents beworben haben, war extrem gut. Die Region bietet offensichtlich großes Potenzial für Gründer.“

Martin Buchwitz, Geschäftsführer von Hohenlohe Plus: „Die Region Hohenlohe ist und bleibt eine Region von Tüftlern, kreativen Entwicklern und mutigen Gründern. Der Gründergeist in Hohenlohe lebt und wird noch viele spannende Unternehmensgründungen hervorbringen. Hohenlohe 4 Talents hat sich als Katalysator und als ganz praktisches Angebot bewährt und ist im Begriff sich zu etablieren.“

Zusammenfassend meldete sich nochmal Hauke Hannig von ebm-papst zu Wort: „Das war wieder eine spannende Jury-Sitzung mit großartigen, innovativen Projekten und tollen Gründer:innen. Ein wirklich schöner Termin, der mich begeistert hat und wieder perfekt vorbereitet war! Die Qualität der eingereichten Business-Ideen zeigt auch wieder eindrucksvoll, dass wir mit dem Hohenlohe 4 Talents Stipendium einmal mehr die Attraktivität unserer Region Hohenlohe Plus erhöhen und Gründern einen spannenden Anreiz bieten.“

Zur Verfügung gestellt wird diese Unterstützung von regionalen Förderern. Aktuell sind dies, die fünf Kommunen Bad Mergentheim, Crailsheim, Künzelsau, Öhringen und Schwäbisch Hall, den drei Banken Raiffeisenbanken Hohenloher Land, Sparkasse Hohenlohekreis und Volksbank Hohenlohe sowie der ebm-papst Mulfingen GmbH & Co. KG. Weitere Förderer sind herzlich willkommen.

Pressemitteilung Hohenlohe Plus e.V.




Lieber die Pausen bezahlen als die Busse fahren lassen

Die Lage und die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs im Hohenlohekreis war das zentrale Thema der Kreistagssitzung vom 18. Juli 2022.

Kämmerer Michael Schellmann hatte zu Beginn eine beruhigende Botschaft an die Anwesenden: Alle coronabedingten Einnahmeausfälle der Jahre 2020 bis 2022 werden durch den Rettungsschirm des Bundes aufgefangen, für den Kreis entsteht hier kein Ausgleichsbedarf. Weniger beruhigend sei die Dieselpreis-Situation. Allein für 2022 rechnet Schellmann mit Mehrkosten von rund drei Millionen Euro. Diese können durch Rücklagen des NVH gedeckt werden – aber nur für 2022. Ab 2023 dürften höhere Zuwendungen des Kreises notwendig werden, eine Erhöhung von Landes- oder Bundeszuschüssen ist derzeit nicht in Sicht.

Effekte des 9€-Tickets

Laut Alexander Wolf, Betriebsleiter des NVH, wurden an den Verkaufsstellen des NVH rund 3.400 9€-Tickets verkauft. Erheblich mehr Tickets dürften aber über die Deutsche Bahn verkauft worden sein. Die Mindereinnahmen – beispielsweise werden den Monatskartenabonnenten von Juni bis August nur 9 Euro berechnet und die Monatskarte ist bundesweit als 9€-Ticket gültig – werden vom Corona-Rettungsschirm übernommen. Insofern entsteht dem NVH kein finanzieller Schaden.
Im Gebiet des NVH seinen keine überfüllten Busse festgestellt worden, Kapazitätsengpässe seien nicht aufgetreten. „Es gibt einen Zusammenhang zwischen Angebotsdichte und Nachfrage“, meint Wolf und stellt fest: „Wo kein Angebot, da keine Nachfrage“. Kapazitätsengpässe gebe es daher vor allem in den Ballungsräumen und auf der Schiene.

Keine Zahlen über Nutzung des 9€-Tickets im NVH

Genaue Zahlen über die Effekte des 9€-Tickets wurden offenbar nicht erhoben, zumindest kann die Pressestelle des NVH damit nicht dienen.

Mit dem 9€-Ticket im NVH-Bus. Foto: GSCHWÄTZ

Preiserhöhung notwendig

Auf Frage von Anton Baron (AfD), ob es nach dem 9€-Ticket zu einer massiven Preiserhöhung kommen müsse, antwortet Landrat Dr. Matthias Neth, dass der NVH noch keinen Vorschlag vorgelegt habe. „Aber zwei bis drei Prozent ist in dieser Realität nicht mehr abbildbar.“ Der Verkehrsverbund Stuttgart plane beispielsweise eine etwa fünfprozentige Steigerung. Zur Frage eines billigen Pauschaltarifs für den ÖPNV meint Neth: „Auf ein marodes System einen Billigtarif setzten, das funktioniert nicht. Aber wie man aus der Nummer wieder rauskommen will … viel Vergnügen“. Catherine Kern (GRÜNE) schiebt die Schuld für das marode System der Politik zu: „Hier wird eine tolle Aktion schlechtgeredet. Man hat in die Bahn nicht investiert – es gibt viel zu tun.“

Verbesserung des Angebots durch Aufhebung der Betriebsruhe

Wolf fordert nicht nur eine Verbesserung des Angebots, sondern präsentiert einen konkreten Vorschlag: Er will die Buslinien, die bisher hauptsächlich den Schülerverkehr bedienen, ausweiten und jeweils ein oder zwei Verbindungspaare auch am Vormittag fahren lassen. Bisher ist auf diesen Linien am Vormittag Betriebsruhe, die Fahrten auf diesen Linien werden erst wieder für den Schülerverkehr am Nachmittag wieder aufgenommen.

Dieses Angebot biete die zuverlässige Möglichkeit für Einkaufs- oder Arztfahrten. Außerdem seien auch die Arbeitszeiten der Berufspendler heute flexibler geworden. Außerdem, so Wolf, sei der Beruf des Busfahrers beim NVH gerade durch die langen Pausenzeiten und die damit verbundenen langen Tagesabwesenheiten sehr unattraktiv. die beauftragten Unternehmen hätten bereits Probleme, Personal zu finden. Und drittens seinen die Pausenzeiten durch den neuen Tarifvertrag WBO, der seit 1.1.2022 in Kraft ist, sehr teuer geworden:

Auszug aus dem Tarifvertrag WBO:

8.2. Mit 100 % des Stundenlohnes werden vergütet:
– Lenkzeiten (Dienst am Steuer)
– Arbeitsunterbrechungen, die unter den gesetzlichen Normen liegen,
– Pausen im ÖPNV, sofern und in dem Umfang wie der Anteil bei über
19 % – ab 01.01.2022, 17 % – ab 01.01.2023, 16 % – ab 01.01.2024, 15 % – ab 01.01.2025, 13 % – ab 01.01.2026

Längere Standzeiten sind also zu vergüten wie Lenkzeiten, „da können die Fahrer auch produktiv arbeiten“. Das bedeute, so Wolf, dass die Kosten für seinen Vorschlag sich lediglich auf 500.000 Euro jährlich beliefen, im Wesentlichen bedingt durch die Treibstoffkosten. Wolf erklärt, dass die Fahrer täglich 8-9 Stunden arbeiten, aber Schichten von 12-13 Stunden haben – diese Zeiten müssen bezahlt werden.

Nahverkehrsstrategie des Landes

Landrat Dr. Matthias Neth verweist auf die Nahverkehrsstrategie des Landes, die sogar einen Taktverkehr zwischen 5:00 und 24:00 vorschreiben will: „Die Betriebsruhe ist der Punkt, warum der NVH nicht verlässlich ist“, sagt Neth und stimmt Wolf zu: „Dort wo ein gutes Angebot ist, ist auch die Nachfrage groß“.

Düstere Aussichten

Achim Beck (FWV) stellt fest, „dass wir uns in sehr unsicheren Zeiten befinden, wo wir uns kein zusätzliches freiwilliges Angebot leisten können. Es gibt auch ein Bedürfnis nach Liquidität“, meint er und verweist darauf, dass die Gemeinden die höhere Kreisumlage bezahlen müssten.

„Die Regierung hat mit Mobilität geworben, dann soll sie auch bezahlen“, meint Anton Baron (AfD).

Michael Schenk (FDP) kann dem Vorschlag etwas abgewinnen: „“Die Aufhebung der Betriebsruhe ist der richtige Weg, man muss natürlich prüfen, wie das Angebot angenommen wird“. „Das Geld kommt so direkt zum Bürger“, meint er. Dem Nahverkehrskonzept der Landesregierung steht er trotzdem skeptisch gegenüber: „Ein 5:00 bis 24:00 Taktverkehr ist im ländlichen Raum nicht zu finanzieren“.

Unterschiedlichste Argumente Pro und Contra

„Wenn wir Klimabeschlüsse fassen, dann müssen wir diese Betriebsruhe nutzen“, meint Irmgard Kircher-Wieland (SPD). Sie erinnert daran, dass man „damals“ mit Streichbeschlüssen den Nahverkehr fast zerstört habe und fordert Mut: „Wir müssen den Mut haben, falsche Beschlüsse zu revidieren“. Dagegen spricht Rolf Weibler (CDU): „Kein Hahn hat damals gekräht, als wirs zugemacht haben. Kein Bedarf, kein Aufschrei“ und ist ansonsten ganz der Meinung von Anton Baron: „Wenn die Ideologen im Land das wollen, dann sollen sie es bezahlen.“

Catherine Kern (GRÜNE) rechnet damit, dass die steigende Inflation die Menschen dazu bringen dürfte, den ÖPNV zu benutzen, wenn sie sich das Auto vielleicht nicht mehr leisten können. Ohne ein entsprechendes ÖPNV-Angebot haben diese Menschen dann keine Chance auf Mobilität mehr – „und ÖPNV gehört zur Daseinsfürsorge“.

ÖPNV für den Tourismus

Fritz Rehm (SPD) bringt ins Spiel, wie bedeutend der ÖPNV für den Tourismus sein könnte: „Wenn wir den Tourismus aufpäppeln wollen, dann gehört das zum Gesamtkonzept“. Seine Fraktionskollegin Sabine Kübler will dem Vorschlag nicht zustimmen: „Das ist Flickschusterei, es ist ein großes Konzept nötig.

 Der NVH betreibt keine Eisenbahn

Der Vorschlag von Thomas Schmidt (AfD), dass man für die Bahn mehr Waggons bestellen solle, belustigte einige Kreisräte: Der NVH betreibt schließlich keine Züge.

Vorschlag abgelehnt

Obwohl Alexander Wolf nochmals betont, dass man wegen der Betriebsruhe bereits einige Abgänge von Fahrern hat, verwirft der Kreistag seinen Vorschlag mit 14 Ja (SPD, Grüne und einige andere) zu 21 (AfD, FW, CDU und FDP überwiegend) Nein Stimmen bei einer Enthaltung.

Text: Matthias Lauterer