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Lieber die Pausen bezahlen als die Busse fahren lassen

Die Lage und die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs im Hohenlohekreis war das zentrale Thema der Kreistagssitzung vom 18. Juli 2022.

Kämmerer Michael Schellmann hatte zu Beginn eine beruhigende Botschaft an die Anwesenden: Alle coronabedingten Einnahmeausfälle der Jahre 2020 bis 2022 werden durch den Rettungsschirm des Bundes aufgefangen, für den Kreis entsteht hier kein Ausgleichsbedarf. Weniger beruhigend sei die Dieselpreis-Situation. Allein für 2022 rechnet Schellmann mit Mehrkosten von rund drei Millionen Euro. Diese können durch Rücklagen des NVH gedeckt werden – aber nur für 2022. Ab 2023 dürften höhere Zuwendungen des Kreises notwendig werden, eine Erhöhung von Landes- oder Bundeszuschüssen ist derzeit nicht in Sicht.

Effekte des 9€-Tickets

Laut Alexander Wolf, Betriebsleiter des NVH, wurden an den Verkaufsstellen des NVH rund 3.400 9€-Tickets verkauft. Erheblich mehr Tickets dürften aber über die Deutsche Bahn verkauft worden sein. Die Mindereinnahmen – beispielsweise werden den Monatskartenabonnenten von Juni bis August nur 9 Euro berechnet und die Monatskarte ist bundesweit als 9€-Ticket gültig – werden vom Corona-Rettungsschirm übernommen. Insofern entsteht dem NVH kein finanzieller Schaden.
Im Gebiet des NVH seinen keine überfüllten Busse festgestellt worden, Kapazitätsengpässe seien nicht aufgetreten. „Es gibt einen Zusammenhang zwischen Angebotsdichte und Nachfrage“, meint Wolf und stellt fest: „Wo kein Angebot, da keine Nachfrage“. Kapazitätsengpässe gebe es daher vor allem in den Ballungsräumen und auf der Schiene.

Keine Zahlen über Nutzung des 9€-Tickets im NVH

Genaue Zahlen über die Effekte des 9€-Tickets wurden offenbar nicht erhoben, zumindest kann die Pressestelle des NVH damit nicht dienen.

Mit dem 9€-Ticket im NVH-Bus. Foto: GSCHWÄTZ

Preiserhöhung notwendig

Auf Frage von Anton Baron (AfD), ob es nach dem 9€-Ticket zu einer massiven Preiserhöhung kommen müsse, antwortet Landrat Dr. Matthias Neth, dass der NVH noch keinen Vorschlag vorgelegt habe. „Aber zwei bis drei Prozent ist in dieser Realität nicht mehr abbildbar.“ Der Verkehrsverbund Stuttgart plane beispielsweise eine etwa fünfprozentige Steigerung. Zur Frage eines billigen Pauschaltarifs für den ÖPNV meint Neth: „Auf ein marodes System einen Billigtarif setzten, das funktioniert nicht. Aber wie man aus der Nummer wieder rauskommen will … viel Vergnügen“. Catherine Kern (GRÜNE) schiebt die Schuld für das marode System der Politik zu: „Hier wird eine tolle Aktion schlechtgeredet. Man hat in die Bahn nicht investiert – es gibt viel zu tun.“

Verbesserung des Angebots durch Aufhebung der Betriebsruhe

Wolf fordert nicht nur eine Verbesserung des Angebots, sondern präsentiert einen konkreten Vorschlag: Er will die Buslinien, die bisher hauptsächlich den Schülerverkehr bedienen, ausweiten und jeweils ein oder zwei Verbindungspaare auch am Vormittag fahren lassen. Bisher ist auf diesen Linien am Vormittag Betriebsruhe, die Fahrten auf diesen Linien werden erst wieder für den Schülerverkehr am Nachmittag wieder aufgenommen.

Dieses Angebot biete die zuverlässige Möglichkeit für Einkaufs- oder Arztfahrten. Außerdem seien auch die Arbeitszeiten der Berufspendler heute flexibler geworden. Außerdem, so Wolf, sei der Beruf des Busfahrers beim NVH gerade durch die langen Pausenzeiten und die damit verbundenen langen Tagesabwesenheiten sehr unattraktiv. die beauftragten Unternehmen hätten bereits Probleme, Personal zu finden. Und drittens seinen die Pausenzeiten durch den neuen Tarifvertrag WBO, der seit 1.1.2022 in Kraft ist, sehr teuer geworden:

Auszug aus dem Tarifvertrag WBO:

8.2. Mit 100 % des Stundenlohnes werden vergütet:
– Lenkzeiten (Dienst am Steuer)
– Arbeitsunterbrechungen, die unter den gesetzlichen Normen liegen,
– Pausen im ÖPNV, sofern und in dem Umfang wie der Anteil bei über
19 % – ab 01.01.2022, 17 % – ab 01.01.2023, 16 % – ab 01.01.2024, 15 % – ab 01.01.2025, 13 % – ab 01.01.2026

Längere Standzeiten sind also zu vergüten wie Lenkzeiten, „da können die Fahrer auch produktiv arbeiten“. Das bedeute, so Wolf, dass die Kosten für seinen Vorschlag sich lediglich auf 500.000 Euro jährlich beliefen, im Wesentlichen bedingt durch die Treibstoffkosten. Wolf erklärt, dass die Fahrer täglich 8-9 Stunden arbeiten, aber Schichten von 12-13 Stunden haben – diese Zeiten müssen bezahlt werden.

Nahverkehrsstrategie des Landes

Landrat Dr. Matthias Neth verweist auf die Nahverkehrsstrategie des Landes, die sogar einen Taktverkehr zwischen 5:00 und 24:00 vorschreiben will: „Die Betriebsruhe ist der Punkt, warum der NVH nicht verlässlich ist“, sagt Neth und stimmt Wolf zu: „Dort wo ein gutes Angebot ist, ist auch die Nachfrage groß“.

Düstere Aussichten

Achim Beck (FWV) stellt fest, „dass wir uns in sehr unsicheren Zeiten befinden, wo wir uns kein zusätzliches freiwilliges Angebot leisten können. Es gibt auch ein Bedürfnis nach Liquidität“, meint er und verweist darauf, dass die Gemeinden die höhere Kreisumlage bezahlen müssten.

„Die Regierung hat mit Mobilität geworben, dann soll sie auch bezahlen“, meint Anton Baron (AfD).

Michael Schenk (FDP) kann dem Vorschlag etwas abgewinnen: „“Die Aufhebung der Betriebsruhe ist der richtige Weg, man muss natürlich prüfen, wie das Angebot angenommen wird“. „Das Geld kommt so direkt zum Bürger“, meint er. Dem Nahverkehrskonzept der Landesregierung steht er trotzdem skeptisch gegenüber: „Ein 5:00 bis 24:00 Taktverkehr ist im ländlichen Raum nicht zu finanzieren“.

Unterschiedlichste Argumente Pro und Contra

„Wenn wir Klimabeschlüsse fassen, dann müssen wir diese Betriebsruhe nutzen“, meint Irmgard Kircher-Wieland (SPD). Sie erinnert daran, dass man „damals“ mit Streichbeschlüssen den Nahverkehr fast zerstört habe und fordert Mut: „Wir müssen den Mut haben, falsche Beschlüsse zu revidieren“. Dagegen spricht Rolf Weibler (CDU): „Kein Hahn hat damals gekräht, als wirs zugemacht haben. Kein Bedarf, kein Aufschrei“ und ist ansonsten ganz der Meinung von Anton Baron: „Wenn die Ideologen im Land das wollen, dann sollen sie es bezahlen.“

Catherine Kern (GRÜNE) rechnet damit, dass die steigende Inflation die Menschen dazu bringen dürfte, den ÖPNV zu benutzen, wenn sie sich das Auto vielleicht nicht mehr leisten können. Ohne ein entsprechendes ÖPNV-Angebot haben diese Menschen dann keine Chance auf Mobilität mehr – „und ÖPNV gehört zur Daseinsfürsorge“.

ÖPNV für den Tourismus

Fritz Rehm (SPD) bringt ins Spiel, wie bedeutend der ÖPNV für den Tourismus sein könnte: „Wenn wir den Tourismus aufpäppeln wollen, dann gehört das zum Gesamtkonzept“. Seine Fraktionskollegin Sabine Kübler will dem Vorschlag nicht zustimmen: „Das ist Flickschusterei, es ist ein großes Konzept nötig.

 Der NVH betreibt keine Eisenbahn

Der Vorschlag von Thomas Schmidt (AfD), dass man für die Bahn mehr Waggons bestellen solle, belustigte einige Kreisräte: Der NVH betreibt schließlich keine Züge.

Vorschlag abgelehnt

Obwohl Alexander Wolf nochmals betont, dass man wegen der Betriebsruhe bereits einige Abgänge von Fahrern hat, verwirft der Kreistag seinen Vorschlag mit 14 Ja (SPD, Grüne und einige andere) zu 21 (AfD, FW, CDU und FDP überwiegend) Nein Stimmen bei einer Enthaltung.

Text: Matthias Lauterer

 

 

 

 




Hohe Gefahr von Wald- und Flächenbränden

Vor dem Hintergrund der andauernden Hitzewelle appelliert das Landratsamt Hohenlohekreis an die Bevölkerung, sich vor allem im Wald verantwortungsbewusst und umsichtig zu verhalten. „Die Waldbrandgefahr ist derzeit extrem hoch und wird es wohl über den gesamten Sommer hinweg bleiben. Daher sind wir alle aufgefordert, alles zu tun, dass möglichst keine Flächen- und Waldbrände entstehen“, erklärt Kreisbrandmeister Torsten Rönisch und bittet um erhöhte Vorsicht und Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger. Dadurch, dass es im Hohenlohekreis verhältnismäßig viele Waldstücke in Hanglage gibt, wäre ein Brand in einem solchen Gebiet nur schwer beherrschbar. „Wenn so etwas passiert, wären die Folgen kaum abzuschätzen“, warnt Rönisch.

Rauchverbot im Wald

Das Landratsamt weist daher auf die bekannten Regeln zum Verhalten bei Trockenheit hin:

  • Im Wald herrscht grundsätzlich zwischen März und Oktober ein absolutes Rauchverbot, auch offene Feuer im Wald sind verboten.
  • Die öffentlichen Grillstellen sind von den Städten und Gemeinden in Absprache mit dem Forstamt bis auf Weiteres gesperrt worden. Entsprechende Hinweisschilder sind an den Grillstellen angebracht.

Auch Stoppelfelder können sich bei Trockenheit schnell entzünden, daher sollten diese Regeln auch dort beachtet werden. „Wir sind sehr froh, dass sich die Landwirte im Kreis so umsichtig und vorbildlich verhalten“, erklärt Rönisch.

Zufahrtswege für Feuerwehr freihalten

Immens wichtig sei außerdem, dass Zufahrten in Waldgebiete freibleiben, damit Löschfahrzeuge im Ernstfall nicht behindert werden. Auch das Abstellen von Fahrzeugen über trockenem Bodenbewuchs sollte unbedingt vermieden werden.

Wer einen Waldbrand bemerkt, sollte sofort die Feuerwehr unter der Rufnummer 112 informieren. Dabei kommt es auf eine präzise Ortsbeschreibung an. Rettungspunkte, allgemein bekannte Parkplätze oder Ähnliches können hier als Orientierung dienen.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




„Die Allgemeinverfügung liegt schon in der Schublade“

Im Rahmen der Kreistagssitzung vom 18. Juli 2022 teilte Landrat Dr.Neth mit, dass die Entnahme von Oberflächenwasser bei fortschreitender Trockenheit in Kürze gänzlich untersagt werden könnte. Noch „bittet das Landratsamt Hohenlohekreis um einen verantwortungsvollen Umgang bei der Wasserentnahme“ (Pressemitteilung)

Anderswo ist Wasserentnahme bereits verboten

In einigen Landkreisen, beispielsweise in Tuttlingen, sind bereits Maßnahmen in Kraft. Dort ist es bei Androhung von Bussgeldern bis 10.000 Euro verboten, Wasser aus Seen, Flüssen oder Bächen abzuschöpfen.

„Die Allgemeinverfügung liegt sozusagen schon in der Schublade“ sagt Neth. Auf Nachfrage von Jürgen Kienzle (FWV) versprach Neth, dass weitergehende Maßnahmen intensiv kontrolliert würden.

Text: Matthias Lauterer




Politisch motivierte Sachbeschädigungen: 3/4 können keinem „Lager“ zugerechnet werden.

Über Sachbeschädigungen mit politischem Hintergrund hat GSCHWÄTZ dreimal berichtet. Erst in dieser Woche entstand an einer Gastwirtschaft nach einer Veranstaltung der AfD-Jugendorganisation JA ein Schaden von rund 4.000 Euro. Davor haben wir über Farbschmierereien am Wahlkreisbüro des Landtagsabgeordneten Anton Baron sowie über eine massive Verteilung von rechten Aufklebern in Künzelsau berichtet, von der auch unsere Redaktion betroffen war.

Politisch motivierte Straftaten sind nicht selten

Die Polizei Heilbronn nennt Zahlen, sowohl für das gesamte Polizeipräsidium Heilbronn

„2020 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn 196 Straftaten mit politischer Motivation erfasst. 2021 waren es 411 Fälle. Hiervon waren 82 (2020) und 91 (2021) politisch rechts und 23 (2020) und 35 (2021) politisch links, sowie 13 (2020) und 18 (2021) Fälle anderweitig motiviert. 78 (2020) und 267 (2021) konnten nicht zugeordnet werden.“

als auch speziell für den Hohenlohekreis:

„Im Hohenlohekreis wurden 2020 32 und 2021 50 Fälle registriert. Hierbei waren 16 (2020) und 17 (2021) Fälle politisch rechts motiviert und keine (2020) bzw. zwei (2021) Fälle politisch links motiviert. In einem Fall 2021 konnte eine anderweitige politische Motivation festgestellt werden, wohingegen bei 16 Fällen in 2020 und 30 Fällen in 2021 eine Zuordnung nicht möglich war.“

Die rechts motivierten Straftaten sind also deutlich häufiger als die links motivierten. Das dürfte unter anderem daran liegen, dass es Straftaten gibt, die nahezu ausschließlich vom rechten Milieu begangen werden, etwa das Verwenden von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen (z.B. das Zeigen des Hitlergrusses) oder Volksverhetzung (beispielsweise die Leugnung oder die Verharmlosung des Holocaust).

Zuordnung Rechts-Links nicht mehr möglich

Gesellschaftlich bedenkenswert ist der hohe Anteil von Straftaten, die nicht in das klassische Rechts-Links-Schema passen. Es könnte sich hier in einigen Fällen um Straftaten aus dem Milieu von Querdenkern handeln, eine seit 2020 neu aufgetretene politische Richtung, die ebenfalls nicht in das Rechts-Links-Schema passen will.

Sachbeschädigungen sind häufigste Straftat

Farbanschlag auf Anton Barons Wahlkreisbüro im Jahr 2019. Foto: privat

„Am häufigsten sind Sachbeschädigungen vertreten“, teilt Polizeipressesprecher Yannick Zimmermann mit. „Über die Jahre 2020 und 2021 wurden insgesamt 242 Fälle registriert. Der Großteil dieser Sachbeschädigungen können nicht zweifelsfrei zugeordnet werden. Davon entfallen 46 Fälle auf politisch linke und 9 Fälle auf politisch rechte Motivation. Insgesamt 7 Fälle sind anderweitiger Motivation zuzuordnen und 180 Sachbeschädigungen konnten nicht zweifelsfrei zugeordnet werden.“
Bei Sachbeschädigungen gibt es also mehr links als rechts motivierte Straftaten. Wiederum fällt auf, dass rund drei Viertel aller Sachbeschädigungen zwar politisch motiviert sind, aber nicht einer der „klassischen“ Richtungen zugeordnet werden können. Es gibt also eine neue Art von politisch motivierten Straftätern.

Aufklärungsquote unterscheidet sich deutlich

„Die Aufklärungsquote beläuft sich auf 41,8% im Jahr 2020 und 33,1% im Jahr 2021. Hierbei liegt die Aufklärungsquote bei politisch rechts motivierten Straftaten mit 46,3% (2020) und 44,0% (2021) höher als bei politisch links motivierten Straftaten mit 4,3% (2020) und 8,6% (2021). Bei anderweitiger Motivation betrug die Aufklärungsquote im Jahr 2020 61,5% und 2021 66,6%. Die Aufklärungsquote von nicht zuzuordnenden Straftaten lag 2020 bei 44,9% und 2021 bei 30,3%.“

„Macht Deutschland wieder weiß“ – lautetet die Forderung auf einem der Aufkleber. Foto: GSCHWÄTZ

Warum die Aufklärungsquote sich zwischen links und rechts motivierten Straftaten so unterschiedlich ist, sei, so Zimmermann,  nicht in Kürze zu erklären. Die Vermutung, dass rechts motivierte Straftaten wie die Verwendung von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen (§86 StGB) oder Volksverhetzung (§130 StGB) meist öffentlich, sei es auf der Straße oder im Internet, begangen werden und daher engagierte Zeugen zur Verfügung stehen, sei aber nicht von der Hand zu weisen, meint er.

Geringer Anteil von Gewaltdelikten

Die Anzahl von Gewaltdelikten, also Straftaten, bei denen Menschen zu Schaden kommen, unter den politisch motivierten Straftaten ist in der Region glücklicherweise gering. Dafür ist die Aufklärungsquote hoch, darauf weist Zimmermann hin: „Besonders hervorzuheben sind die Aufklärungsquoten bei Gewaltdelikten mit politischer Motivation, die bei 2 Fällen 2020, 100% betrug und bei 12 Fällen im Jahr 2021 83,3% aufwies.“

Aktenzeichen XY – Ungeklärt

Im Falle des beschmierten Abgeordnetenbüros von Anton Baron sowie der Anbringung unzähliger Aufkleber im Stadtgebiet von Künzelsau konnte kein Täter ermittelt werden, die Ermittlungen wegen der Sachbeschädigung an einer Gaststätte laufen, sie wurden vom polizeilichen Staatsschutz übernommen.

Text: Matthias Lauterer




Wassermengen in den Fließgewässern im Hohenlohekreis nehmen ab

Als Folge der Witterung der vergangenen Wochen sind die Wasserpegel der Flüsse und Bäche im Hohenlohekreis erheblich gesunken. Um die Wassermengen nicht zusätzlich zu verringern, bittet das Landratsamt Hohenlohekreis um einen verantwortungsbewussten Umgang bei der Wasserentnahme.

Der Pegel des Kochers stand am 13. Juli 2022 bei 37cm. Normalhöhe ist ungefähr 80cm.

Aus oberirdischen Gewässern darf nur begrenzt Wasser entnommen werden. Ohne Erlaubnis zulässig sind Wasserentnahmen in geringen Mengen für den Gemeingebrauch, darunter das Tränken von Tieren oder das Schöpfen von Hand mit Eimern und Gießkannen. Landwirte, Gartenbaubetriebe und die Forstwirtschaft dürfen hierzu zwar auch Pumpen benutzen, allerdings darf der Abfluss des Gewässers insbesondere an den Nebengewässern von Kocher und Jagst nicht maßgeblich weiter verringert werden. Ein Aufstauen des Gewässers zur Entnahme ist ebenfalls nicht erlaubt.

Weitere Maßnahmen denkbar

Sollte sich die Niedrigwassersituation weiter verschärfen, kann es notwendig werden, dass das Landratsamt die Wasserentnahmen weiter einschränken muss. Weitere Informationen zum Thema Niedrigwasser und zu Wasserentnahmen sind bei der Unteren Wasserbehörde des Landratsamts Hohenlohekreis unter Telefon 07940 18-1367 erhältlich.

Hintergrund

Oberflächengewässer sind besonders empfindliche Ökosysteme. Gerade im Sommer sind sie durch hohe Temperaturen und lang andauernde Trockenheit großen Belastungen ausgesetzt. Zum Schutz der Gewässerlebewesen muss eine Mindestwassermenge im Gewässer verbleiben. Durch vermehrte und teilweise unkontrollierte Wasserentnahmen wird der empfindliche ökologische Zustand der Gewässer mit ihren Tieren und Pflanzen zusätzlich gefährdet und kann auf Dauer zerstört werden.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




Erster Platz beim Stadtradeln für das Team GEMÜ

Auch in diesem Jahr hat das Ingelfinger Technologieunternehmen GEMÜ wieder als Team beim Stadtradeln teilgenommen. Beim Stadtradeln geht es darum, 21 Tage möglichst viele Alltagswege klimafreundlich mit dem Fahrrad zurückzulegen und dabei selbst die Vorteile des Radfahrens zu erleben. 74 GEMÜ Mitarbeitende entschieden sich ganz bewusst dazu, diese 21 Tage verstärkt in die Pedale zu treten und auf Fahrten mit dem Auto zu verzichten. In diesem Zeitraum haben die teilnehmenden GEMÜ Mitarbeitenden pro Kopf durchschnittlich 271 km auf dem Rad zurückgelegt und haben dabei insgesamt 3.090 kg CO2-Ausstoss vermieden.

Der geschäftsführende Gesellschafter Gert Müller ist stolz auf sein Team GEMÜ: „Ich möchte mich bei allen teilnehmenden GEMÜ Mitarbeitenden herzlich für Ihren Einsatz auf dem Rad bedanken. Sie schützen die Umwelt und gehen mit gutem Beispiel voran – ebenso wie GEMÜ.“

Der Ventilspezialist verfolgt konsequent den Weg zur Klimaneutralität und möchte bei allen Beschäftigten ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit schaffen sowie gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Dabei zählen kleine Schritte genauso wie große Projekte, um immer ein bisschen nachhaltiger zu werden.

Pressemitteilung GEMÜ




Planungen zum neuen Kreishaus nehmen Gestalt an

Am Freitag, 1. Juli 2022, fand die Preisgerichtssitzung zum Architektenwettbewerb für den Neubau des Kreishauses in Künzelsau statt. Die Jury aus erfahrenen Architekten und Vertretern des Landkreises, der Stadt Künzelsau und des Kreistags haben nach einer regen Diskussion aus den insgesamt 17 Entwürfen vier Preisträger ausgewählt. Die Preisträger sind unterschiedlich mit den städtebaulichen und funktionalen Vorgaben umgegangen. Somit bieten die Entwürfe verschiedene architektonische Lösungen für das neue Kreishaus. Auch hinsichtlich der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes zeigen die Siegerentwürfe solide Lösungsansätze.

Einstieg in das Vergabeverfahren

Im nächsten Schritt finden im Rahmen des Vergabeverfahrens Verhandlungsgespräche mit den Preisträgern statt. An deren Ende wird die Kreisverwaltung den Mitgliedern des Kreistages vorschlagen, welches Büro mit der Umsetzung betraut werden soll. Die Entscheidung trifft der Kreistag in der Sitzung am 26. September 2022.

Auch die Öffentlichkeit hat die Möglichkeit, sich in einer virtuellen Ausstellung ein Bild von den 17 abgegebenen Entwürfen und insbesondere den vier Preisträgern zu machen. Über die Zugangsmöglichkeiten zu der virtuellen Ausstellung wird gesondert informiert.

Die Preisträger des Architekturwettbewerbs Neues Kreishaus sind:

1.Preis: KUBUS360 GmbH, Stuttgart mit Dreigrün Gross + Partner Landschaftsarchitekten mbB, Reutlingen

1. Preis: KUBUS360 GmbH, Stuttgart mit Dreigrün Gross + Partner Landschaftsarchitekten mbB, Reutlingen. Foto: LRA Hohenlohekreis[Weitere Ansichten unter Entwickeln > NEU – Kubus 360. Red.]

2.Preis: Harter+Kanzler Freie Architekten BDA Part GmbB, Freiburg mit AG Freiraum Landschaftsarchitekten PartGmBB, Freiburg

2. Preis. Harter+Kanzler Freie Architekten BDA Part GmbB, Freiburg mit AG Freiraum Landschaftsarchitekten PartGmBB, Freiburg. Foto: LRA Hohenlohekreis

3.Preis: h4a | Gessert Randecker Architekten, Stuttgart mit P-38 Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, München

3. Preis: h4a | Gessert Randecker Architekten, Stuttgart mit P-38 Landschaftsarchitekten und Stadtplaner, München. Foto: LRA Hohenlohekreis

4.Preis: harris + kurrle architekten BDA Partnerschaft mbB, Stuttgart mit Wiedemann-Schweizer Landschaftsarchitekten, Stuttgart

4.Preis: harris + kurrle architekten BDA Partnerschaft mbB, Stuttgart mit Wiedemann-Schweizer Landschaftsarchitekten, Stuttgart. Foto: LRA Hohenlohekreis

Hintergrund

Für das neue Kreishaus in Künzelsau hat das Landratsamt einen Architekturwettbewerb ausgelobt. Insgesamt 17 Büros haben einen Entwurf eingereicht.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




Strafanzeige gegen übergriffigen Giganetz-„Medienberater“

Die Methoden, mit denen die von Giganetz Deutschland beauftragten „Medienberater“ zu Werke gehen, sind schon mehrfach in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Sowohl aus Künzelsau als auch aus anderen Gemeinden sind Berichte bekannt, in denen die von Giganetz beauftragten Subunternehmen mit üblen Mitteln zu Werke gehen. Nicht nur von penetranten Hausbesuchen wird berichtet, auch vom Aufbau regelrechter Drohszenarien. Werber sollen Menschen belogen haben, indem sie Ihnen erklärt haben, dass sie bei Giganetz unterschreiben müßten, damit sie überhaupt noch Internet hätten, denn die Leitungen der anderen Anbieter würden durchtrennt werden. Dass trotz Schulung technische Falschinformationen vermittelt werden, ist gegenüber den Vorwürfen fast schon zu vernachlässigen.

35% der Anschlüsse fast erreicht

In der Gemeinderatssitzung vom 28. Juni 2022 konnte Bürgermeister Stefan Neumann zwar berichten, dass das Quorum von 35%, bei dem Giganetz das Glasfasernetz für Künzelsau und die Teilorte in Eigenregie und ohne Kosten für Bürger:innen und die Stadt Künzelsau legt, fast erreicht wurde. Allerdings wurde auch berichtet, dass der Besuch des „Medienberaters“ in mindestens einem Falle derart eskaliert ist, dass ein Nachbar eingreifen mußte und ein Polizeieinsatz notwendig wurde. „Medienberater“ ist der Ausdruck, den Giganetz in der Kommunikation benutzt – von einer „Drückerkolonne“ sprach Erhard Demuth in der Gemeinderatssitzung.

Polizeiliche Ermittlungen wegen Hausfriedensbruchs

Die Polizei bestätigt: „Der Polizei ist im Hohenlohekreis eine Anzeige gegen einen Beauftragten der Deutschen Giganetz bekannt. Der Person wird Hausfriedensbruch vorgeworfen. Die Ermittlungen dauern noch an.“

„bis dahin eine weitere Zusammenarbeit mit diesem Team ausgeschlossen“

Auch der Deutschen Giganetz ist der Vorfall bekannt, auf GSCHWÄTZ-Anfrage bestätigt Frank Wittich-Böcker, der Unternehmenssprecher: „Die Deutsche GigaNetz hat von dem Vorfall mit einem der Vertriebsteams unseres Vertriebspartners Kenntnis erlangt.“ Der Frage, warum es weiterhin zu solchen Vorfällen kommen kann, nachdem doch nach jedem bekanntgewordenen Fall Maßnahmen getroffen wurden und man nur ausgesuchte und zuverlässige Partner einsetze, weicht Wittich-Böcker aus: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Vertriebspartner haben auch in ihrem Auftreten gegenüber Interessentinnen und Interessenten Verhaltensvorgaben. Daher dulden wir grundsätzlich kein individuelles, persönliches Fehlverhalten einzelner Mitarbeiter von uns beauftragter Vertriebspartner gegenüber Dritten. Im konkreten Fall klären wir aktuell noch den Sachverhalt gemeinsam mit unserem Vertriebspartner und haben bis dahin eine weitere Zusammenarbeit mit diesem Team ausgeschlossen.“

Bezahlung der „Medienberater“

Auf die Frage, wie die Mitarbeiter bezahlt werden und wie hoch ggf. die Provision für einen Abschluß ist, antwortet er gar nicht. Man darf aber davon ausgehen, dass die Provision mindestens 60 Euro beträgt – das ist nämlich der Betrag, den man spart, wenn man den Vertrag nicht beim „Medienberater“ sondern im Internet abschließt. Für Menschen, die möglicherweise mit Mindestlohn oder sogar rein provisionsbasiert, also quasi-selbstständig sind, bezahlt werden, mag eine solche Provision Anreiz genug sein, die Verhaltensvorgaben nicht einzuhalten.

Text: Matthias Lauterer




Bewegende Geschichte der Landfrauen

Der LandFrauenverband Württemberg-Baden e. V. und der KreisLandFrauenverband Hohenlohe feiern in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Verbandsjubiläums wurde eine Wanderausstellung, die die Geschichte der LandFrauen erzählt, auf die Reise durch die 24 Kreisverbände geschickt.

Wanderausstellung im Landratsamt

Seit dem 30. Juni macht die Wanderausstellung Halt im Foyer des Landratsamtes Hohenlohekreis. Feierlich eröffnet wurde sie bereits einen Tag davor mit Vertretern der LandFrauen, der Kreisverwaltung sowie des Kreistages. Landrat Dr. Matthias Neth bedankte sich bei den KreisLandFrauen für ihr unermüdliches Engagement. „Ich bin stolz darauf, dass wir im Hohenlohekreis 43 Ortsvereine mit über 2.500 Mitgliedern haben. Seit 75 Jahren sind Sie wahrhaftig eine tragende Säule in unserem Landkreis und in ganz Baden-Württemberg. Sie setzen sich für die Frauen auf dem Land ein und verbinden mit Projekten, Aktionen und Bildungsprogrammen Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Sie sind unsere Managerinnen, Antreiberinnen für Veränderung und Fortschritt und Bewahrerinnen von Wissen und Traditionen“, so Landrat Dr. Neth zu Beginn der Eröffnungsfeier. In ihrer Begrüßung schloss sich Kreisvorsitzenden Regina Müller dem an: „Es freut mich, dass wir auf solch eine lange Verbandsgeschichte zurückblicken können. Und umso mehr freue ich mich, dass wir hier heute alle zusammengekommen sind, um die Wanderausstellung anlässlich des 75-jährigen Bestehens des LandFrauenverbands Württemberg-Baden e. V. im Hohenlohekreis feierlich zu eröffnen.“

Auf 12 beleuchteten Displays erhalten Besucherinnen und Besucher grundsätzliche Informationen zu Geschichte und Bedeutung der LandFrauen in Württemberg-Baden. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis

Frauen auf dem Land waren in der Nachkriegszeit besonders betroffen und begierig darauf, ihre Bildung und Lebensbedingungen zu verbessern. Was die Landfrauen seither bewegt haben, erfahren die Besucherinnen und Besucher dieser Ausstellung. Noch bis zum 8. Juli 2022 können Interessierte die Ausstellung im Foyer des Landratsamtes Hohenlohekreis besuchen. Bereits am ersten Tag zählte die Ausstellung bereits mehr als 150 Besucher. Am Eröffnungsabend wurde auch die 6.000ste Besucherin der Jubiläums-Wanderausstellung, Heidrun Fleisch aus dem Ortsverein Bretzfeld-Rappach, beglückwünscht.

Hintergrund

Die Geschichte der LandFrauen beginnt 1898 mit dem ersten „Landwirtschaftlichen Hausfrauenverein“ in Ostpreußen. In Württemberg entstand durch Fürstin Therese zu Hohenlohe Waldenburg 1916 ein landwirtschaftlicher Hausfrauenverein. In der NS-Zeit wurden die Vereine aufgelöst. Nach dem Krieg im Jahr 1947 folgte die Neuorganisation der LandFrauen-Bewegung. In dieser Zeit wurden auch der LandFrauenverband Württemberg-Baden e. V. und der KreisLandFrauenverband Hohenlohe gegründet.

Beate Krieg, Landesgeschäftsführerin des LandFrauenverbands gratuliert Heidrun Fleisch, der 6.000sten Besucherin der Ausstellung. Foto: LRA Hohenlohekreis

Öffnungszeiten

Montag bis Mittwoch von 7.30 bis 17.00 Uhr, Donnerstag von 7.30 bis 18.00 Uhr sowie Freitag von 7.30 bis 12.00 Uhr.
Zu den Öffnungszeiten ist immer eine Ansprechperson vor Ort, die Auskunft über die LandFrauen geben kann.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohekreis




Impfstützpunkt Künzelsau bleibt im Juli geöffnet

Das Impfangebot des Hohenlohekreises wird bis 27. Juli 2022 verlängert. Wie bereits im Juni gibt es damit mittwochs und samstags die Möglichkeit, sich ohne Termin gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Die Impfungen finden mittwochs von 13-19 Uhr und samstags von 10-17 Uhr im Impfstützpunkt Künzelsau in der ehemaligen Praxis Dr. Köhler, Stettenstraße 30, 74653 Künzelsau statt.

„Die COVID-19-Impfung ist immer noch das effektivste Mittel zur Eindämmung der Pandemie und zur Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe. Angesichts der wieder steigenden Fallzahlen wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern auch weiterhin eine niedrigschwellige Möglichkeit bieten, eine Impfung bzw. eine Auffrischungsimpfung zu erhalten“, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth.

Pressemitteilung Hohenlohekreis