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„Die Menschen machen das, was schnell geht und bequem ist“

Für eine große Überraschung sorgte Prof. Dr. Otto Weidmann (FWV), als er in der Kreistagssitzung vom 07. Dezember 2020 vorschlug, doch anstelle der Kochertalbahn eine Shuttlebuslinie mit Elektrofahrzeugen zu planen. GSCHWÄTZ hat bei Prof.Dr. Weidmann nachgefragt, warum er einen Bus anstelle einer Bahn bevorzugt.

Defizite im Hohenlohekreis: Verkehr, Studienplätze, Digitalisierung

Er holt ein wenig aus und beschreibt drei Defizite, die er im Hohenlohekreis sieht: Verkehr, Versorgung mit Studienplätzen und Digitalisierung. Mit einer überregionalen Lösung der Verkehrssituation, die zum Beispiel die Hochschulstandorte in Heilbronn, Schwäbisch-Hall und Künzelsau anbindet, könnte das Angebot für Studierende aus dem Hohenlohekreis verbessert werden.

Blick über die Grenzen des Hohenlohekreises hinaus

Dazu bräuchte es aber, so Weidmann, einen Blick über die Grenzen des Hohenlohekreises hinaus: Die Anbindung auf dem Schienenweg nach Schwäbisch-Hall und darüber hinaus nach Crailsheim sowie nach Heilbronn müsse verbessert werden. Dazu könnte eine häufigere und schnellere Anbindung von Bad Mergentheim nach Künzelsau das System ergänzen.

Verbund von Stadtbahn, Regionalbahn und e-Shuttle-Bus

Eine Verdichtung des Takts der Stadtbahn, sowie eine Weiterführung der Strecke über Cappel hinaus bis Waldenburg mit nur einem weiteren Halt in Neuenstein, sieht er als unbedingt notwendig an. Die Strecke bis Waldenburg müßte dafür elektrifiziert werden. Genauso sei es unabdingbar, die Regionalbahnstrecke nach Schwäbisch-Hall zu intensivieren. Immer wieder angeführtes Problem sei der Ausbau des Tunnels vor Schwäbisch-Hall, der zu niedrig für eine Oberleitung sei. Die Lösung könnten Hybridfahrzeuge sein, die diese Strecke ohne Tunnelbauarbeiten bedienen könnten. Sowohl Lokomotiven mit Dieselmotor als auch S-Bahn-Züge mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb sind derzeit bereits im Einsatz. Er kann sich einen Viertelstundentakt auch auf der Regionalbahnstrecke vorstellen.

„Die Menschen machen das, was schnell geht und bequem ist“

In Ergänzung zum intensivierten Schienenverkehr schlägt Weidmann einen schnellen und elektrischen Shuttlebus vor. „Mit einem elektrischen Antrieb und regenerativ erzeugtem Strom ist der ökologische Vorteil der Bahn weg“, meint Weidmann. Den Geschwindigkeitsvorteil, den die Bahn bei einem Stau auf der B19 hätte, sieht er nicht: Einerseits sei ja der 4-spurige Ausbau der B19 in Planung, andererseits könnte der Bus auch auf gut ausgebauten Landwirtschaftswegen neben der B19 fahren – versenkbare Poller würden den Zugang zu diesen Wegen regeln. Man habe in Öhringen mit einem derartigen System schon gute Erfahrungen gemacht. Vor allem sieht er aber mit dem Bus eine umsteigefreie Anschlußmöglichkeit des Hochschulstandorts Hofratsmühle. Für ihn ein ganz wichtiges Argument, denn „Die Menschen machen das, was schnell geht und bequem ist“. Eine Befragung von Studierenden habe ergeben, dass diese einen direkte Verbindung zur Hofratsmühle wünschten. Und vor allem könne man mit einer Buslinie das Problem des „Begleitverkehrs“ vermeiden, da keine zwei unterschiedlichen Verkehrsmittel im Nahverkehr dieselbe Strecke bedienen dürfen.

Hohenlohekreis hat bereits Erfahrungen mit Elektrobussen

Der NVH nutzt bereits heute Elektrobusse, wie sie in Weidmanns Konzept vorkommen im Linienverkehr und hat daher beim Betrieb dieser Fahrzeuge schon Erfahrungen gesammelt.

Anbindung Jagsttal und Bad Mergentheim

Als Ergänzung zum E-Shuttle von Waldenburg bis Künzelsau könnte, so Weidmann,  ein Schnellbus nach Bad Mergentheim dienen, der möglicherweise nur einen Haltepunkt in Dörzbach hat.

Schnittstelle Individualverkehr zu Kollektivverkehr

„Sie werden auf dem Land nicht auf das Auto verzichten können“, sagt Weidmann. Er plädiert daher für „Schienenverkehr in der Stadt, auf der Straße übers Land“, das heißt: Mit dem Auto zum Shuttlebus und mit dem Shuttlebus zur Bahn. „Damit die Leute mit dem Zug fahren, braucht es drei Dinge: Schnelligkeit, Takt und Anschlüsse“ – genau das sieht er mit seinen Ideen gewährleistet.

Kosten und Finanzierung

Ökonomisch spreche vieles für eine Shuttlebuslösung: Die Investitionskosten seien sehr gering, da die „Strecke“ bereits vorhanden ist und der Streckenausbau ohnehin in Planung ist. Anschaffungs- und Betriebskosten der Busse dürften auch niedriger sein als für die Bahnen. „Mit 10 bis 20 Millionen können Sie da eine ganze Menge machen.“ Für einen Bruchteil des eingesparten Geldes könne man die Regionalbahnstrecke für einen besseren Taktverkehr ertüchtigen, meint Weidmann fast schon euphorisch.

„Das Ganze steht und fällt mit der Förderung“

Die in Aussicht gestellten Fördergelder für die Kochertalbahn kommen allerdings aus einem Programm für die „Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken“. „Wir können uns ausrechnen, wann wir so viel Geld noch einmal bekommen“, sagt Weidmann und sieht es als Aufgabe der Politik, Alternativen mit Druck aus der Region zu ermitteln. Der Hohenlohekreis als die Mitte der Region, könne hier der Treiber sein. Weidmann sieht in seinem Konzept eine „Win-Win-Win-Win“-Situation, da einfach alle Beteiligten einen Vorteil bekämen, Schwäbisch-Hall, der Hohenlohekreis sowie Kreis und Stadt Heilbronn, denn „Heilbronn ersäuft im Verkehr“. Zwar geht Weidmann  von weiteren Programmen in der Zukunft aus, aber „Wenn der politische Wille da ist, kann man die Mittel in Berlin sicherlich umwidmen“.

Er begrüßt, dass auch die vom Kreistag in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie nicht nur die Kochertalbahn betrachtet, sondern auch die Anforderungen an die übergeordneten Verkehre. „Die Kochertalbahn-Diskussion kann sehr nützlich sein.“

Viele ÖPNV-Projekte in Baden-Württemberg

Im Kreis Schwäbisch-Hall hat man den Anschluß ans S-Bahn-Netz der Stadt Nürnberg beschlossen, Verkehrsminister Winfried Hermann will den Anteil des ÖPNV verdoppeln und das landesweite e-Ticket für den ÖPNV ist in der Erprobung. Der prinzipielle politische Wille im Land Baden-Württemberg zur Verbesserung des ÖPNV-Angebots ist also vorhanden.

Text: Matthias Lauterer

Wasserstoff-Brennstoffzellen-Zug im Liniendienst. Foto: Alstom

 




20-Jähriger erfriert nachts in der Nähe von Schwäbisch Hall

Anwohner haben im Kreis Schwäbisch Hall einen toten 20-Jährigen gefunden, der wahrscheinlich erfroren ist. Das ergaben erste Ermittlungen, so die FAZ https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/mann-erfriert-nachts-in-der-naehe-von-schwaebisch-hall-17065193.html. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Sonntag, den 22. November 2020, weiter mitteilten, hatte sich der junge Mann am Freitagabend in Kirchberg an der Jagst aufgehalten und war dann mit einem Elektrofahrrad vermutlich in Richtung Schwäbisch Hall aufgebrochen. Während der Fahrt sei der Akku leergegangen, daher sei er zu Fuß weitergegangen.

Kirchberg an der Jagst

Der 20-Jährige kam den Angaben nach nur wenige Kilometer weit bis an den Ortsrand von Wolpertshausen. Dort sei er wegen der niedrigen Temperaturen mit großer Wahrscheinlichkeit erfroren. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für die Nacht zum Samstag im Südwesten Tiefstwerte von bis zu minus sieben Grad vorhergesagt.

Die Anwohner hatten den Toten am Samstagmorgen gefunden. Weitere Details waren einem Polizeisprecher zufolge zunächst unklar. Eine Fremdeinwirkung werde bislang aber ausgeschlossen, hieß es.




„Den grünen Durchfluß der Landschaft erhalten“ – Neugestaltung des Stadteingangs von Schwäbisch-Hall

Das Gebiet „Kocherhalde“ liegt am Hang zwischen Gelbingen und dem DIAK in Schwäbisch-Hall, oberhalb der B19. Derzeit stehen dort einige ältere Häuser, die nicht mehr in einem guten Zustand sind. Das Gelände wurde daher kürzlich an die ALDOS II GmbH &Co.KG verkauft, die einen Architektenwettbewerb zur Neubebauung des Gebiets veranstaltet hat. Mit großer Freude präsentierten am 13. November 2020 Hans-Martin Mader, Organisator des Wettbewerbs, Peter Klink, Baubürgermeister der Stadt Schwäbisch-Hall und Dieter Schmetzer von der ALDOS II GmbH die Ergebnisse des Wettbewerbs im Haller Rathaus.

„Eine derartige Ausschreibung ist nicht selbstverständlich“

Peter Klink lobt die Übereinstimmung der prämierten Entwürfe mit dem Stadtleitbild der Stadt Schwäbisch-Hall und der „Forderung der Gesellschaft nach nachhaltigen und flächenschonendem Bauen.“ Die Menschen erwarten „gemischte, lebendige und urbane Quartiere“, sagt er. Ein solcher Wettbewerb biete die Möglichkeit, „unterschiedliche Ansätze zu sehen und zu vergleichen“. Der Vergleich führe zum Erkennen der einzelnen Stärken und Schwächen. „Eine derartige Ausschreibung ist nicht selbstverständlich“, lobt er den Investor Dieter Schmetzer.

Hochkarätige Jury entscheidet einstimmig

Er betont, dass die Jury, bestehend aus drei anerkannten Baufachleuten unter dem Vorsitz von Prof.Dr. Gunther Laux, sowie Mitgliedern des Stadtrates, eine einstimmige Entscheidung getroffen habe. Er geht daher davon aus, dass der Stadtrat dem jetzt zu erstellenden verfahrensbezogenen Bebauungsplan zustimmen wird, schließlich seien ja Stadträte bereits in den Wettbewerb einbezogen gewesen.

Nur Architekturbüros mit einschlägigen Erfahrungen eingeladen

Hans-Martin Marder betreute und organisierte den Wettbewerb. Er spricht von einem „topographisch sehr schwierigen Gelände mit extremem Steilhang“. Voraussetzung für die Einladung zum Wettbewerb seien einschlägige Vorerfahrungen der Architekturbüros gewesen. Sieben Büros habe man eingeladen, jedes dieser Büros habe 2.000 Euro erhalten. Dazu kämen Preisgelder von 5.000 Euro für den ersten Preis, 4.000 Euro für den zweiten Preis und weitere 2.000 Euro für einen Anerkennungspreis.

„Den grünen Durchfluß der Landschaft erhalten“

Gewonnen hat das Architekturbüro ARP Architekten Partnerschaft GbR aus Stuttgart. Auch Architekt Matthias Igel spricht von einer schwierigen Topographie. Er weist dazu auf die Gegensätze zwischen dem eher dörflich geprägten Gelbingen und den großen Gebäuden des DIAK hin: „Eine Bebauung zu finden, die hier vermittelt, war unser Ziel.“ Zusätzlich sei das Ziel gewesen, den grünen Hang in die Bebauung einzubeziehen, er wollte „den grünen Durchfluß der Landschaft erhalten“. So habe er eine grüne Mitte entworfen, als Spielbereich, Treffpunkt und Öffentlichkeit. Um die Mitte herum seien kubische Hauspaare entstanden, „die spielerisch in den Hang gelegt seien.“ „Fast wie Lego-Steine“, schmunzelt er. Aber auch die Ökonomie sei bei den Planungen berücksichtigt worden: So hätten die beiden Häuser eines Hauspaares ein gemeinsames Treppenhaus.

Wichtiger Stadteingang

Prof. Michel Roeder, dessen Entwurf den zweiten Platz belegt hat, kennt Schwäbisch-Hall sehr gut, schließlich ist er dort geboren. Ein wenig traurig ist er schon, ausgerechnet hier „nur“ den zweiten Platz belegt zu haben. Er lobt die Stadtarchitektur von Schwäbisch-Hall, die Stadtsilhouette sei sehr gut geplant. Daher sieht er die Wichtigkeit dieses Bauvorhabens auch darin, diese Silhouette zu erweitern und den wichtigen Stadteingang ansehnlich zu bebauen.

Dieter Schmetzer, der Initiator des Wettbewerbs macht nicht viele Worte: Er freut sich still.

115 Wohnungen für rund 250 Menschen

Wenn die planerischen und rechtlichen Hürden genommen sind, wird Dieter Schmetzers Firma DS-Wohnbau GmbH die Häuser bauen und vermarkten. 115 Wohnungen, vom 1-Zimmer-Appartement bis zur 4-Zimmer-Wohnung sollen entstehen und rund 250 Menschen stadt- und naturnahen Wohnraum bieten.

Wohnungsmarkt von Unsicherheit geprägt

Manuela Hilkert, Geschäftsführerin von DS-Wohnbau GmbH, sieht im Coronajahr 2020 große Unsicherheit im Wohnungsmarkt: „Der Kauf einer Wohnung ist abhängig von der Sicherheit des Arbeitsplatzes“. Gerade in Schwäbisch-Hall gebe es Firmen, deren Markt von Corona schwer getroffen sei.

Text: Matthias Lauterer

 

Auf dem Modell ist zu sehen, was Matthias Igel mit „wie LEGO-Steine“ meint. Im Vordergrund Gelbingen, hinten das DIAK. Foto: GSCHWÄTZ

Nur zufriedene Gesichter: Matthias Igel, Dieter Schmetzer, Dorothea Käpplinger, Manuela Hilkert, Hans Martin Marder. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 




Im HK derzeit 9 Covid-Patienten, davon 1 auf der Intensivstation

Die Infektionszahlen steigen bundesweit, auch der Hohenlohekreis steht mit einer Inzidenz von 48,8 am 22. Oktober 2020 kurz vor dem Erreichen der Schwelle, an der der Landkreis Maßnahmen beschließen muss. Nicht nur die Infektionszahlen steigen, auch die Anzahl der COVID-Patienten in den Intensivstationen steigt deutlich.

Rund 8.000 Intensivbetten von insgesamt rund 30.000 noch frei, davon rund 1.100 Covid-Patienten

Das DIVI-Intensivregister nennt 29.570 verfügbare Intensivbetten in Deutschland, davon sind (Stand 22. Oktober 2020) 21.775 belegt. 1109 COVID-Patienten werden derzeit intensiv versorgt. 7.795 Intensivbetten sind demnach frei, weitere 12.719 könnten innerhalb einer Woche zur Verfügung gestellt werden. Ob für die Intensivbetten auch genügend qualifiziertes Pflegepersonal zur Verfügung steht, sagen die Zahlen des DIVI-Registers nicht.

Hohenloher Krankenhaus: wenig Intensivbetten frei, aber Erhöhung möglich

Im Hohenlohekreis werden laut Ute Emig-Lange, Pressesprecherin der BBT-Gruppe, „zurzeit neun positiv auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 getestete Patienten behandelt, ein weiterer Patient mit Verdacht auf eine Corona-Infektion wird ebenfalls auf der Infektstation versorgt. Einer der Patienten ist intensivpflichtig.“ Laut DIVI-Register stehen in Öhringen momentan 7 Intensivbetten zur Verfügung, zwei davon sind frei. Emig-Lange weiter: „Die derzeit sieben Beatmungsplätze können wie im Frühjahr bei Bedarf auf insgesamt zwölf erhöht werden.“

Auch Caritas hat Covid-Patienten, aber nicht auf der Intensivstation

Für das Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim berichtet sie von 3 bestätigten Fällen und 9 Verdachtsfällen, von denen keiner intensivpflichtig ist. „Im Caritas-Krankenhaus haben wir das im Frühjahr bewährte Stufenkonzept wieder aktiviert“, erläutert Pflegedirektor Frank Feinauer. „Danach haben wir im Moment auf einer Station eine Spange mit mehreren Zimmern für COVID-19-Patienten sowie für Patienten mit Verdacht auf eine Corona-Infektion reserviert. Zugleich sind wir darauf vorbereitet in kurzer Zeit, die gesamte Station für COVID-19-Patienten zu räumen.“ Der nächste Schritt wäre dann die Räumung einer weiteren Station in diesem Bettenhaus. „Im Caritas-Krankenhaus haben wir den Vorteil, dass die vier Bettenhäuser räumlich komplett voneinander getrennt sind. Dadurch können wir eine Trennung von infektiösen und nicht-infektiösen Patienten hier sicherstellen“, so Feinauer.

Das DIVI-Register listet 52 freie Intensivbetten für den Main-Tauber-Kreis. Im Kreis Schwäbisch-Hall stehen insgesamt 55 Intensivbetten zur Verfügung, davon sind 11 frei.

Im Kreis Schwäbisch-Hall wird ein COVID-Patient intensivmedizinisch behandelt.

Experten gehen bis Ende November von einem Anstieg bis zur Vollauslastung auf den Intensivstationen aus

Die Belegungskurve der Krankenhaus- und Intensivbetten hinkt der Infektionszahl um etwa 14 Tage hinterher, es ist also zu erwarten, dass die Anzahl der COVID-Patienten, die intensivmedizinisch versorgt werden müssen, ebenfalls bald ansteigt. Eine Studie von Prof. Dr. Thorsten Lehr von der Universität des Saarlandes rechnet Ende November 2020 mit einem Bedarf von bundesweit etwa 12.500 Intensivbetten allein für COVID-Kranke. Damit wäre die Grenze zur Vollauslastung erreicht: Ohne die kurzfristig verfügbaren zusätzlichen Betten müssten planbare Behandlungen mit Intensivbedarf schon Ende November zurückgeschraubt werden.

Es droht eine Überlastung des Gesundheitssystems

Der Coronavirus verbreitet sich wieder in allen Bevölkerungsgruppen, auch die so genannten Risikogruppen sind wieder stärker betroffen. Solange kein Impfstoff oder eine effiziente Behandlungsmethode zur Verfügung steht, ist die Verhinderung von Infektionen die einzige Möglichkeit, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu umgehen, das bedeutet unter anderem eine Verringerung der Kontakte, Einhaltung der Maskenpflicht und der Abstandsregeln sowie Desinfektion.

Ab dem Erreichen einer Inzidenz von 50 sind die Landkreise gehalten, Maßnahmen zu verschärfen, etwa Versammlungen zu beschränken oder ganz zu verbieten.

Text: Matthias Lauterer

Quellen: DIVI-Register: https://www.intensivregister.de/ , Simulationsstudie: https://covid-simulator.com/

 

Intensivkapazitäten im Kreis Schwäbisch-Hall, Stand 22. Oktober 2020. Bild: Screenshot DIE ZEIT

Intensivkapazitäten im Main-Tauber-Kreis, Stand 22. Oktober 2020. Bild: Screenshot DIE ZEIT

 

 

 

 




Corona: Zahlen steigen auch im Hohenlohekreis wieder – Ehemalige Hotspots bleiben weiter vorn mit dabei

Auch bei uns steigen die Coronazahlen wieder. Laut dem baden-württembergischen Regierungspräsidium in Stuttgart gibt es derzeit 809 offizielle Coronafälle allein im Hohenlohekreis. Dieser Wert ist fast doppelt so hoch wie der Wert im Neckar-Odenwald-Kreis (486). Im Vergleich: Die Stadt Heilbronn hat aktuell offiziell 580 Coronainfizierte. Der Wert von schwäbisch Hall ist allerdings noch etwas schlechter als der vom Hohenlohekreis (944). Bislang gab es offiziell 47 Coronatote im Hohenlohekreis.

Am 26. August 2020 meldete das Landratsamt des Hohenlohekreises allein 136 Infizierte in Öhringen. Damit  ist die große Kreisstadt derzeit Spitzenreiter, gefolgt von den ehemaligen Hotspots Pfedelbach (123) und Kupferzell (117).

Ehemalige Hotspots bleiben mit den Zahlen an der Spitze

Wenn man die Coronazahlen von Anfang Juli 2020 mit der jetzigen Coronakarte des Landratsamtes vergleicht, fällt auf, dass nur manche Städte und Gemeinden ansteigende Zahlen verzeichnen und dies auch nur minimal. So hatte Künzelsau Anfang Juli 2020 76 offizielle Coronafälle und nun 81. Auffällig: Bei manchen Städten und Gemeinden bewegt sich seit rund zwei Monaten gar nichts. Sprich: Die Zahlen sind immer dieselben, wie etwa in Ingelfingen (24). Offenbar sind seit Anfang Juli in Ingelfingen konstant 24 Menschen an Corona erkrankt oder warum ändern sich hier die Zahlen nicht?

Rot als Warnfarbe?

Interessant auch das Farbenspiel des Landratsamtes: Bis Ende Juni 2020 veröffentlichte das Landratsamt regelmäßig grüne Landkarten mit Zahlen der Gesundeten. Seit Anfang Juli 2020 gibt es wieder die roten Karten mit den Zahlen der offiziell Erkrankten.  Dieser Farbwechsel kann zum einensymbolisch für den Anstieg der Coronazahlen verstanden werden oder als psychologische Warnung, in der Reisezeit vorsichtiger zu sein, damit sich das Virus nicht wieder sprunghaft ausbreitet.

 

https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-sm/intern/bilder/03_Gesundheit/Coronavirus_Faelle-BW_Karte.jpg

Corona Zahlen vom 06.07.2020. Quelle: Landratsamt Hohenlohekreis

Corona Zahlen vom 26.08.2020. Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises

Bis Ende Juni 2020 veröffentlichte das Landratsamt regelmäßig grüne Landkarten mit Zahlen der Gesundeten. Seit Anfang Juli 2020 gibt es wieder die roten Karten mit den Zahlen der offiziell Erkrankten.  Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises.




Namibia-Luxus-Lodge auf Kosten der Steuerzahler

Gegen den Schwäbisch Haller Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim hat das Amtsgericht Schwäbisch Hall einen Strafbefehl erlassen. Das geht aus einer Meldung des SWR hervor. https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/heilbronn/schwaebisch-hall-pelgrim-vorwuerfe-100.htmlEs geht um eine Dienstreise nach Namibia im Jahr 2018.

 Im Frühjahr 2018 war er auf Dienstreise nach Namibia, wo Schwäbisch Hall eine Partnerstadt hat: Okahandja. Mit dabei auf dieser Reise waren Pelgrims Lebensgefährtin und deren Sohn. Die Stadtverwaltung weigerte sich später, rund 800 Euro Reisekosten für die Begleitung des Oberbürgermeisters zu übernehmen. Pelgrim bezahlte schließlich aus eigener Tasche. 

Bürgermeister soll nun fünfstellige Summe zahlen

Knackpunkt scheint zu sein, dass Pelgrim, seine Lebensgefährtin und der Sohn sich anschließend noch zwei Tage auf eine Luxus-Lodge einladen ließen. Das, so meinten Teile des Gemeinderates, gehe nicht.

Die Gemeinderätin Monika Jörg-Unfried, damals noch SPD, wird im Haller Tagblatt zitiert: „Sie haben eine Zuwendung angenommen, die sie als Beamter nicht hätten annehmen dürfen.“

Die Strafanzeige wegen Vorteilsnahme und Untreue stammt wohl von ihr. Wie Pelgrims Rechtsanwalt inzwischen bestätigte, ist der Einspruch gegen den Strafbefehl über eine fünfstellige Strafsumme bereits erfolgt.

Pelgrim erhebt Einspruch – Er sieht keine Vorteilsnahme

Der Strafbefehl trifft laut dem SWR Hermann-Josef Pelgrim in einer Zeit, in der er auch auf anderen Ebenen viel Gegenwind erfährt. So habe ihn seine Aufsichtsbehörde, das Regierungspräsidium Stuttgart, darauf hingewiesen, dass er bei der Verlagerung des Baucontrollings der Stadt aus der Revision nicht einfach ohne Gemeinderatsbeschluss handeln darf.

Im Hintergrund steht auch immer noch der Konflikt um den unveröffentlichten Revisionsbericht 2018 – der offenbar Unangenehmes für die Verwaltung enthält.

Allerdings berichten Gemeinderatsmitglieder auch von einer Art Kleinkrieg von Teilen des Gremiums mit Pelgrim. Wie die Auseinandersetzungen weitergehen, sei offen so der SWR. Fakt sei, dass Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim vor Kurzem bekräftigt hat, nicht mehr für eine weitere Kandidatur zur Verfügung zu stehen.

Bürgermeister will für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehen

Der Schwäbisch Haller Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim wehrt sich gegen die Vorwürfe, er habe in seinem Amt einen Vorteil angenommen, der im nicht zustehe. Die beiden Begleiter Pelgrims waren nach Einschätzung der Behörden nicht dienstlich, sondern privat unterwegs. Untreue und Vorteilsannahme lauten die Vorwürfe, es gehe um insgesamt rund 1.000 Euro. Aus den Reihen des Gemeinderats kam eine Anzeige. Gemeinderätin Damiana Koch von der Bunten Liste hat ihre Anzeige bestätigt und gegenüber dem SWR begründet: „Eigentlich habe ich persönlich nichts gegen den OB. Es geht nur um die Sache, um seine Amtsausübung. Dieser Anschein von Vorteilsnahme, -gewährung, Korruption – das darf hier in Hall nicht sein (…) Ich denke, das muss einfach geklärt werden.“

Oberbürgermeister Pelgrim sieht in seiner Dienstreise mit Begleitung keine Vorteilsnahme.Er hat bereits Einspruch gegen den Strafbefehl des Schwäbisch Haller Amtsgerichts eingelegt.




Tornado bahnt sich seinen Weg durchs Ländle

Am Montag, den 08. Juni 2020, veröffentlichte Mario Rudolph aus Schwäbisch Hall ein Video mit dem Titel „Tornado über Schwäbisch Hall“. Mario Rudolph erklärte auf Nachfrage, dass die Aufnahmen um zirka 11.30 Uhr gemacht wurden und von ihm selbst stammen. Der Standort, von welchem gefilmt wurde, sei der ehemalige Toom Baumarkt gewesen.

Im Hintergrund hört man vermutlich einen Jungen, der sagt: „Ein echter Tornado.“

Was ist ein Tornado?

Ein Tornado (spanisch tornar, auf deutsch „umkehren, wenden, (sich) drehen“) ist ein Luftwirbel in der mit annähernd senkrechter Drehachse. Er hängt zusammen mit einer speziellen, nämlichen konvekten, Bewölkung.

Der Wirbel erstreckt sich durchgehend vom Boden bis zur Wolkenuntergrenze.

 

Anbei veröffentlichen wir die Aufnahme:

https://www.facebook.com/mario.rudolph.7/videos/3535993453081854/

 

 




Boom beim Zweiradverkauf

Seit Tagen kommen die Kunden telefonisch kaum durch beim wohl größten Fahrradhändler in Schwäbisch Hall. Aber auch wenn man es schafft, jemanden an die Strippe zu bekommen, ändert das nichts an der Tatsache, dass die Ladenfläche fast leergefegt ist. Wo früher sich Rad an Rad reihte, breitet sich seit Wochen eine immer größere gähnende Leere aus. Dafür steht draußen vor dem Ladengeschäft eine immer längere Corona-Warteschlange.

Nicht nur Radneuverkäufe, auch mit Reparaturen diverser alter Fahrräder sind die Mitarbeiter zuhauf beschäftigt. Auch in Ingelfingen kann sich ein Farradhändler kaum vor Neubestellungen retten. Allerdings ist auch hier das Problem: „Woher nehmen, wenn nicht stehlen?“ Viele Räder im Laden sind abverkauft, der Nachschub an neuen Fahrrädern und Ersatzteilen aber stagniert. Die Händler warten nicht selten mehrere Wochen auf neue Ware, um weiter verkaufen und den derzeit großen Bedarf decken zu können.

Die Hohenloher haben ein neues Lieblingsspielzeug für sich entdeckt: Das Fahrrad. Und das hat in Coronazeiten viele Vorteile: Bewegung an der frischen Luft, schöne Hohenloher Wege, eine Sport- und Freizeitbeschäftigung für die Familie und der Kontaktabstand bleibt gewahrt. Da gibt es vergleichsweise nur noch ein anderes Zweirad, das nicht geschwächt, sondern gestärkt durch uns aus der Krise geht: das Motorrad.

Symbolfoto Fahrradverkauf. Quelle: adobe stock

 




Ab heute Autokino in Öhringen

Ein Trend aus den 1950ern kehrt in Coronazeiten zurück: Autokinos. Auch im Hohenlohekreis kann man ab heute Kinofilme im Auto gucken und zwar auf dem Parkdeck des Ö-Centers in Öhringen.

Es gibt Kinderfilme zu sehen, aber auch Filme für Erwachsene. Heute kommt um 16.30 Uhr Shaun das Schaf und um 20 Uhr Leberkäsjunkie.

Hier geht’s direkt zum Kinoprogramm: https://www.facebook.com/OecenterOehringen/posts/3505176952879368

Auch in Heilbronn auf der Theresienwiese werden Filme gezeigt. Hier geht’s zum Kinoprogramm und zu den E-Tickets: https://www.popup-autokino.de/heilbronn

In Schwäbisch Hall dürfen sich Interessierte auf das Kantine Open Air freuen. Das Kinoprogramm gibt es hier nachzulesen: https://autokino26.de/

Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Regeln auf der Heilbronner Theresienwiese. Foto: privat

Lautsprecher ans Auto hängen – das war einmal. Heute kommt der Ton direkt aus dem Autoradio. Foto: privat

Autokino Heilbronn: Diverse Dinge müssen in Coronazeiten auch im Autokino beachtet werden. Unter anderem darf man das Auto nur verlassen, um auf die Toilette zu gehen. Mobile Toiletten sind auf der Theresienwiese in Heilbronn aufgestellt. Foto: privat

 




Schwäbisch Hall: Sounds of Hall mit Mark Forster verschiebt sich um 1 Jahr

„In diesem Jahr wollten wir mit dem ersten „Sounds of Hall“ große Premiere feiern. Doch nun entfällt die Festivalsaison 2020 und somit auch die Erstausgabe unseres neuen Open Airs“, so die Veranstalter des Sounds of Hall, das in diesem Jahr erstmalig im Juli 2020 in Schwäbisch Hall hätte stattfinden sollen und wegen der Coronakrise nun nicht wie geplant durchgeführt werden kann. Aufgrund „der aktuellen Lage und auch der neuen Verordnung der Landesregierung ist eine Durchführung nicht mehr tragbar – unser aller Gesundheit geht vor“, betonen die Veranstalter in einer aktuellen Pressemitteilung.

Doch aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht immer aufgehoben.

Daher kündigen die Veranstalter einen Ersatztermin an: „Trotz allem möchten wir positiv in die Zukunft schauen und somit unsere Konzerte nicht absagen, sondern lediglich verschieben.“ Der Ersatztermin für Mark Forster ist jetzt gefunden, weitere Informationen zum Termin von Dieter Thomas Kuhn & Band folgen laut den Veranstaltern in Kürze. Der Ersatztermin für das Konzert mit Mark Forster ist am 17. Juli 2021.

Für das Konzert von Dieter Thomas Kuhn & Band, das eigentlich am 10. Juli 2020 hätte stattfinden sollen, wird derzeit noch nach einem geeigneten Ersatztermin gesucht, welcher ebenfalls in Kürze bekanntgegeben wird.

Alle gekauften Tickets behalten für die Nachholtermine ihre Gültigkeit. Ebenso bleiben Einlass und Beginn wie auf der Karte kommuniziert bestehen.

„Wir freuen uns schon jetzt, auf eine unvergessliche erste Ausgabe des Sounds of Hall, tolle Künstler und noch schönere Konzerte, dank längerer Vorfreude“, so die Veranstalter. „An dieser Stelle möchten wir uns auch herzlich für die Geduld, das Verständnis und die zahlreiche Unterstützung unserer Besucher und Partner bedanken.

Alle neuen Termine und weiteren Informationen gibt es ab sofort auch auf der Internetseite http://www.sounds-of-hall.de

Sounds of Hall in Schwäbisch Hall fällt 2020 ins Wasser. Quelle: Plakat Veranstalter