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„Wir freuen uns auf unsere Schüler“

Ab Montag, den 15. Juni 2020, geht es für einen Großteil der Schüler wieder zurück in die Klassenzimmer – zumindest stunden-, tageweise und wochenweise. Jede Schule im Hohenlohekreis hat sich Gedanken um ein passendes Konzept gemacht, welche Stunden für welche Schüler wie angeboten werden können. Das hängt unter anderem auch davon ab, wieviele Lehrkräfte zur Verfügung stehen, da Lehrer, die einer Corona-Risikogruppe angehören, vom Präsenzunterricht befreit sind. Viele Schulen haben darüber hinaus versucht, die Stundenpläne passend zu den Busfahrplänen abzustimmen. Es zeigt sich: Jede Schule hat dabei für sich individuelle Lösungen gefunden.

Kupferzell: „Es wurde bei der Einteilung auf die zeitgleiche Beschulung von Geschwisterkinder geachtet.“

In der Johann-Friedrich-Mayer-Schule in Kupferzell wurden wie in den meisten anderen Schulen auch, die Klassen und Lerngruppen in Kleingruppen eingeteilt. Rektor Markus Autenrieth erklärt: „Es wurde bei der Einteilung auf die zeitgleiche Beschulung von Geschwisterkinder geachtet.“ Die Beschulung finde im wöchentlichen Wechsel (A-Woche und B-Woche) statt. Die Schule hält sich dabei an den Vorschlag des baden-würrtembergischen Kultusministeriums, dass die Kinder eine Woche Präsenzunterricht im Klassenzimmer haben und eine Woche homeschooling „Der Unterricht beginnt und endet versetzt, ebenso die Pausenzeiten“, erkärt Autenrieth weiter. So stehen nicht alle Schüler zur gleichen Zeit auf dem Pausenhof. „In der Woche, in der die Lerngruppe kein Unterricht hat, finde die Beschulung weiterhin online oder mit Aufgaben aus dem Präsenzunterricht statt“, so der Rektor.

Die Gemeinschaftsschule kann es ermöglichen, dass Schüler aller Klassenstufen (1 bis 10) eine Woche mit mindestens 20 Unterrichtsstunden an der Schule im Präsenzunterricht ist. Die tägliche Unterrichtszeit umfasst laut Autenrieth 4 bis 5 Schulstunden. „In der darauf folgenden Woche findet das Homeschooling statt, so dass im Schnitt jede Schülerin / jeder Schüler auf mindestens 10 Unterrichtsstunden im Präsenzunterricht pro Woche kommt.“ Die Zeiten würden zum allergrößten Teil mit dem Busfahrplan übereinstimmen. „Da wir aber Schüler aus einem Umkreis von zirka 20 Kilometer haben, kann es sein, dass manche längere Zeit auf den Bus warten müssen oder von den Eltern in Fahrgemeinschaften abgeholt werden.

Mulfingen: Ein Tag Schule, ein Tag homeschooling – immer im Wechsel

An der Bischof von Lipp Schule, ebenfalls eine Gemeinschaftsschule, gibt es ein anderes Modell. Schulleiter Johannes Dirnberger erklärt: „Die Schüler jeder Jahrgangsstufe sind mindestens an zwei Tagen an der Schule, dies in jeder Woche.“ Es gibt also keinen wöchentlichen Wechsel. „Nach jedem Präsenztag gibt es einen Heimarbeitstag, an dem Aufgaben gemacht werden, die dann am nächsten Präsenztag in der Schule besprochen werden“, erklärt der Schulleiter und nennt ein Beispiel für die Jahrgangsstufe:

Klasse: 5a/b

Aus Hygienegründen sind die Klassen noch einmal in sich getrennt, so dass sich vier Gruppen mit der erlaubten Schülerzahl ergeben.

Montag: Präsenztag 

Dienstag: Heimarbeitstag

Mittwoch: Präsenztag

Donnerstag: Heimarbeitstag

Freitag: Heimarbeitstag

Bei der Jahrgangsstufe 6 werde nach demselben Prinzip verfahren. „Dann ist das Schulhaus an den Montagen und dem Mittwoch von den Abstandsregeln her ziemlich voll“, erklärt Johannes Dirnberger. „Die Jahrgangsstufen sieben und acht kommen dann zum Beispiel am Dienstag und Donnerstag zum Präsenztag. Für die  Jahrgangsstufen 9 und 10 weichen wir räumlich aus.“

Johannes Dirnberger sieht mehr Vorteile für dieses Unterrichtsmodell

Er sieht mehr Vorteile in diesem Unterrichtsmodell als in einem wöchentlichen Wechsel und nennt hierfür folgende Gründe:

1. Lehrkräfte arbeiten an der Schule in einem System und nicht im Wechsel zwischen Präsenz – und Fernlernunterricht

2. Wir haben bis zu den Sommerferien kontinuierlich Unterricht, Eltern können planen und wir kommen im Stoff besser voran, als wenn zwischendrin immer eine Woche liegt. Die Tagesaufgaben können die S Schüler gut meistern und dann am Folgetag direkt nachfragen. 

3. Wir kommen mit den Lehrerstunden hin, da wir so alle Lehrkräfte jede Woche gleichmässig beschäftigen können. 

Die Präsenztage umfassen laut Schulleiter Dirnberger jeweils mindestens sechs Schulstunden, die Materialien für die Heimarbeitstage seien ebenfalls für diese Zeit ausgelegt. „Neben Deutsch, Mathematik und Englisch unterrichten wir auch stark eingeschränkt die Nebenfächer. Somit ist jeder Schüler pro Woche zwischen 12 und 14 Stunden im Präsenzunterricht an der Schule anwesend.“ Die Heimarbeit ist mit ebenfalls mit zirka 14 bis 18 Stunden pro Woche veranschlagt. 

„Leider haben wir mit dem Nahverkehrsmodell einen vergleichweise unflexiblen Partner“

Bezüglich den Pausenzeiten erklärt Johannes Dirnberger: „Die Pausenzeiten sind flexibel, das heißt, die Gruppen haben unterschiedlich Pausen.“ Das Ziel dabei sei es, möglichst wenig Schüler gleichzeitig auf dem Schulhof und in den Gängen zu haben. „Auf dem Schulhof und im Schulgebäude ist genug Platz, um das Pausenbrot mit entsprechendem Abstand zu verzehren. Die Sitzgelegenheiten geben dies her. Für den Notfall haben wir die Sporthalle als Pausenbereich zur Verfügung, etwa bei extremem Schlechtwetter.“

Ein kleines Manko gibt es laut Dirnberger bislang noch: „Leider haben wir mit dem Nahverkehrsmodell einen vergleichweise unflexiblen Partner, da laufen die Gespräche noch. Für Kinder ausserhalb der Gemeinde Mulfingen, bei denen wir wissen, dass sicher kein Bus fährt, haben wir eigene Busverkehre eingerichtet. Dies bedeutet aber für uns einen organisatorischen und finanziellen Kraftakt.“

Forchtenberg: Auf dem Schulhof gibt es für die Schüler Aufstellpunkte für die A- Klassen und die B- Klassen.

Für die Geschwister-Scholl-Schule in Forchtenberg waren für die Planungen wiederum die Busankunfts- und Busabfahrtzeiten entscheidend, wie Rektorin Petra Schüler gegenüber GSCHWÄTZ erklärt:

„Wir unterrichten die Kinder rollierend, allerdings wöchentlich, so dass alle Schüler jede Woche für 2 Tage an der Schule sein werden und dadurch mehr Unterricht erhalten. 
Unsere 16er Klassen machen dies möglich. Wir beginnen am Morgen um eine halbe Stunde versetzt, sodass wir den Überblick über die ankommenden Kinder haben. Sie sind nach den Vorgaben der Ministerin zusammengestellt. Das heißt Klassen 1 und 3 und die Klassen 2 und 4.“

Auf dem Schulhof gebe es für die Schüler Aufstellpunkte für die A- Klassen und die B- Klassen. Rektorin Schüler erklärt: „Die Aufsicht holt die Kinder einzeln herein und fordert sie zur Händedesinfektion auf. Anschließend gehen sie in die Klassenzimmer.“
In dieser halbstündigen Ankunftszeit könne gefrühstückt werden. „Die Pausen werden, wenn notwendig, immer mit 4 Kindern durchgeführt. Die Aufsichtsperson beobachtet die Pausensituation und die Toilettengänge
und das Händedesinfizieren im Anschluss. Unsere Ü-60 Lehrerinnen haben für jedes Kind Masken genäht, die täglich nach Unterrichtsende gewaschen werden.“

„Unsere Ü-60 Lehrerinnen haben für jedes Kind Masken genäht, die täglich nach Unterrichtsende gewaschen werden“

„Außerdem haben wir dankenswerterweise Masken und Desinfektionsmittel von der Firma Arnold erhalten. Über den örtlichen Schreiner konnten Spuckschutze für die Lehrkräfte bestellt werden. Desinfektionsstationen sind im Foyer und in den Toiletten ausreichend vorhanden. Die Reingung und Desinfektion der Schule verlief bislang sehr professionell. Die Zusammenarbeit mit dem Rathaus gestaltete sich sehr gut. Unser Kollegium ist nach dem Schulhausbrand 2016 und dem anschließenden Hochwasser ein eingespieltes kollegiales und engagiertes Team. Schüler Das ist in Krisensituationen von entscheidender Wichtigkeit und erleichtert jedem Schulleiter die Arbeit.“

Petra Schüler lobt in diesem Zusammenhang die Arbeit der Eltern: „Auch die Elternschaft hat hervorragende Arbeit geleistet.“

Der „Testlauf“ mit den vierten Klassen, die bereits wieder beschult werden, habe gut funktioniert, „so dass wir guter Dinge sind, die letzten Wochen gut zu bewältigen. Wir freuen uns auf unsere Schüler.“

Johannes Dirnberger, Schulleiter an der Bischof-von-Lipp-Schule in Mulfingen, ist bald nicht mehr umringt von leeren Stühlen. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




Findet Nemo – Fische geklaut

Aus einem Fischteich in Mulfingen-Ailringen wurden zahlreiche Fische gestohlen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor.

Unbekannte drangen in der Zeit zwischen Mittwochnachmittag, den 03. Juni 2020, und Montagmittag, den 08. Juni 2020, in das Gartengrundstück im Kirchbergweg ein und entnahmen dort etwa 30 Kois, Goldfische und Schleierschwänze aus dem Teich und transportierten diese ab.

Die Fische haben einen Wert von mehreren hundert Euro. Zeugen, die Hinweise auf den oder die Täter haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 06294/234 beim Polizeiposten Krautheim zu melden.

 




„Diejenigen, die abfällig über uns Landwirte reden, tun oft gar nichts für eine gesunde Umwelt“

„Ich fange immer mit der Heidi an. Unsere Hündin mit dem Namen Heidi ist immer dabei, wenn es darum geht, zu lernen und das Verhalten der Tiere zu respektieren“, beginnt Daniela Lutz von den Giebelhöfen bei Niedernhall den Rundgang routiniert und wortgewandt. Der Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems als Vertretung der regionalen landwirtschaftlichen Betriebe möchte mit Kurzberichten und Portraits von Höfen und Landwirten aus der Region zeigen, dass „unsere heimische Landwirtschaft stark und unabhängig“ ist. „Die Bevölkerung wird mit Nahrungsmitteln gut versorgt, auch weil viele Lebensmittel regional produziert werden“, erklärt der Bauernverband. In diesem Artikel, den der Bauernverband GSCHWÄTZ zur Verfügung gestellt hat, geht es nun um den Giebelhof der Familie Lutz bei Niedernhall.

Aktionen rund um den „Lernort Bauernhof“

Der Familienhof mitten in Hohenlohe steheimmer offen: für Aktionen im Rahmen von „Lernort Bauernhof“, für Nachbarn, Spaziergänger und Kindergärten der Region. „Wir müssen unsere Arbeit so umstellen, dass wir mehr zeigen können, was wir tun und dass die Menschen uns näher kommen können.“ Dafür steht die junge Landwirtin. „Heute ist es aber doppelt so wichtig, gesund zu bleiben, deshalb waren die Ställe vorübergehend geschlossen“, betont die studierte Diplomingenieurin für Landbau. Eigentlich ist sie ein Stadtkind aus Karlsruhe, die ihre Liebe für die regionale Landwirtschaft hier gefunden hat. Ihr Mann Peter, er ist Techniker für Landbau, und die beiden Kinder Annika und Felix wohnen wie die Schwiegereltern auf dem schönen Hof. Umgeben von vielen Obstbäumen, hegen und pflegen sie die Vielfalt der einheimischen Natur.    

Die Familie bewirtschaftet den Hof ohne Angestellte

Wir haben unsere Äcker um den Hof herum maximal fünf Minuten entfernt. In dritter Generation bewirtschaftet die Familie Lutz den Hof ohne weitere Angestellte. 1970 haben sie ihn ausgesiedelt. Das heißt: von der Lage mitten in Niedernhall weit hinter den damaligen Ortsrand. 400 Mastschweine und 100 Hektar Ackerfläche, Grünland und Wiesen werden schon immer vielfältig bewirtschaftet. Nur was sie alles selber brauchen, wie Gras für Heu und Silage, Mais, Weizen und Gerste für eigenes Kraftfutter. Zum geschlossenen Kreislauf des Hofes gehört, dass die umliegenden Wiesen durch den Anbau von Luzerne aufgewertet werden. Das sorgt für mehr Eiweiß im Futter. Die Äcker werden mit fünf verschiedenen Fruchtfolgen bebaut, zu denen auch gentechnik-freies Soja, Raps und Hafer gehören und es wird mit der eigenen Gülle gedüngt. „Nicht zu viel von allem, da wir nur unseren Kreislauf bedienen“, erklärt Daniela Lutz. Auch sie ärgert sich darüber, dass diese sensiblen Kreisläufe immer wieder durch neue Verordnungen durcheinander gebracht werden. Wegen der ständig neuen Bestimmungen sitzt sie beispielsweise für die Planung der Düngung länger am Schreibtisch, als schlussendlich für die Dünung selbst auf dem Traktor. Um das nicht einfach hinzunehmen, engagiert sie sich im Vorstand des hiesigen Bauernverbandes für ihren Berufsstand.     

Milch geht zur Hofgut-Molkerei nach Schwäbisch Hall

Ein geschlossener Kreislauf für die eigenen Tiere. 60 Kühe geben jeden zweiten Tag 2500 Liter Milch, welche gut gekühlt von der Hofgut-Molkerei in Schwäbisch Hall abgeholt wird. „Das ist eine grundsolide Molkerei, die ihren Wurzeln treu bleibt“, freut sich Daniela Lutz stellvertretend für die Landwirte der Region. Sie sind als Zulieferer ihrer Milch in der Regel auch Mitglieder der Molkerei-Genossenschaft und beteiligt am Gewinn. Milch, Butter und Jogurt wird daraus produziert. Ihre Milchleistungstiere, bestehend aus den Rassen mit den Namen Schwarzbunte und Holsteiner, können rund um die Uhr fressen, trinken, liegen, miteinander spielen und Fellpflege oder sich frei in den sogenannten Laufställen bewegen. Zweimal am Tag kommen sie in den blitzsauberen Melkstand, wo eine Sprinkleranlage für erfrischenden Sprühnebel sorgt. „Dort werden alle Tiere regelmäßig, einmal um 7 Uhr und um 17 Uhr, von uns beobachtet und angefasst. Wir wissen ganz genau, wie es ihnen geht“, erklärt Bäuerin Lutz. Unterstützt wird dieses Wissen vom Computer, der zusätzlich alle Daten der Tiere erfasst und auswertet.

 „Wir wissen ganz genau, wie es unseren Tieren geht“

Unser regionaler Austausch ist gut eingespielt und über Generationen aufgebaut.Mir ist diese Regionalität wichtiger als Bio. Wir Bauern investieren viel in umweltfreundliche Technik und Produktion, wie man überall sieht. Diejenigen, die abfällig über uns Landwirte reden, tun oft gar nichts für eine gesunde Umwelt.“ Das ärgert nicht nur die engagierte Bäuerin von den Giebelhöfen bei Niedernhall. Diese häufige Form der gelebten Regionalität der konventionellen Landwirte ist ihrer Meinung nach schwer „zu vermarkten“. Sie ist wenig spektakulär. „Wir haben hier alles direkt drum herum“, zeigen Daniela und Peter Lutz stolz. Wiesen, mit Streuobst, liebliche Täler, Waldstücke, Schräglagen. „Das ergibt eine viel bessere CO2-Bilanz, als wenn wir alles von irgendwo her holen oder weit weg bringen.“ Heute wachsen die Häuser der Ortschaften immer näher an die ehemals abgelegenen Höfe heran. Das hat Vor- und Nachteile für beide Seiten, da sei gegenseitige Toleranz und Offenheit wichtig.

Annika, Daniela, Felix und Peter Lutz vom Giebelhof (v.l.n.r.) Foto: Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

 

 




Tornado bahnt sich seinen Weg durchs Ländle

Am Montag, den 08. Juni 2020, veröffentlichte Mario Rudolph aus Schwäbisch Hall ein Video mit dem Titel „Tornado über Schwäbisch Hall“. Mario Rudolph erklärte auf Nachfrage, dass die Aufnahmen um zirka 11.30 Uhr gemacht wurden und von ihm selbst stammen. Der Standort, von welchem gefilmt wurde, sei der ehemalige Toom Baumarkt gewesen.

Im Hintergrund hört man vermutlich einen Jungen, der sagt: „Ein echter Tornado.“

Was ist ein Tornado?

Ein Tornado (spanisch tornar, auf deutsch „umkehren, wenden, (sich) drehen“) ist ein Luftwirbel in der mit annähernd senkrechter Drehachse. Er hängt zusammen mit einer speziellen, nämlichen konvekten, Bewölkung.

Der Wirbel erstreckt sich durchgehend vom Boden bis zur Wolkenuntergrenze.

 

Anbei veröffentlichen wir die Aufnahme:

https://www.facebook.com/mario.rudolph.7/videos/3535993453081854/

 

 




„Ich habe das Geld nicht beantragt, weil ich Angst davor habe, dass ich es irgendwann zurückzahlen muss“

Die Wiedereröffnung der Geschäfte nach der coronabedingten Schließung ist nun ein paar Tage her. Welche Erfahrungen haben Künzelsauer Ladeninhaber gemacht? Dieser Frage ist unser Videoreporter Dr. Felix Kribus nachgegangen:

„Wir waren alle ganz aufgeregt, waren froh, dass wir endlich wieder aufmachen können, aber die Auflagen waren sehr heftig. Man musste viele Vorbereitungen treffen, wusste nicht mal, ob man das in unserem kleinen Laden hier umsetzen kann. Wir haben das aber, denke ich, ganz gut hingekriegt“ erinnert sich Christiane Bürkert von der Kreativwerkstatt am Schloss in Künzelsau.

„Auflagen waren heftig“

Ähnlich ungewohnt waren die neuen Vorschriften für Nikolaus Kechlibaris, Inhaber des Friseursalons Nikos Friseure am unteren Markt in Künzelsau:  „Tatsächlich hat man sich gefühlt wie am ersten Tag, wenn man irgendwo in einem Salon oder in irgendeinem Betrieb anfängt zu arbeiten. Man ist aufgeregt, man ist gespannt und hat ein unsicheres Gefühl am Anfang.“ Auch für die Kunden ist die Situation ungewohnt, weiß er zu berichten: „Tatsächlich sind die Kunden vorsichtig, sie halten sich an die Maßnahmen. Ich würde eher behaupten, dass viele unsicher sind, was sie machen dürfen und was sie nicht machen dürfen. Ständig werde ich gefragt, ob das erlaubt ist: Ob es erlaubt ist, auf die Toilette zu gehen, ob man nach draußen gehen darf. Und das ist natürlich eine Sache, die verunsichert die Kunden.“ 

„Die Leute wussten nicht, wie sie sich verhalten sollten“

Diese Verunsicherung hat auch Christiane Bürkert gespürt: „In der ersten Zeit, die ersten zwei Wochen nach dem ‘juhu, endlich wieder aufmachen‘, war es eigentlich ganz schwierig, es war fast niemand da. Die Leute wussten nicht, wie sie sich verhalten sollen. Es kann dann auch die Maskenpflicht, ich glaube, das hat ganz viele abgeschreckt.“

Corona-Soforthilfe: „Innerhalb von einer Woche war das Geld auf meinem Konto“

Ganz unterschiedlicher Ansicht sind die beiden Geschäftsinhaber beim Thema Corona-Soforthilfen. Nikolaos Kechlibaris hat die Soforthilfen beantragt und ohne Probleme bekommen: „Innerhalb einer Woche war das Geld auf dem Konto.“ Zwar würden diese Hilfen bei weitem nicht alle laufenden Kosten decken, aber: „Nichtsdestotrotz sind wir dankbar, dass es überhaupt eine Soforthilfe gibt. Da sollte man einfach nicht undankbar sein.“

„Nicht beantragt aus Angst, dass ich es irgendwann wieder zurückzahlen muss“

„Bis jetzt habe ich noch nie etwas geschenkt bekommen. Deshalb bin ich da sehr mißtrauisch.“ sagt Christiane Bürkert. Sie hat daher die Soforthilfen nicht beantragt: „Ich habe das nicht beantragt, weil ich davor Angst habe, dass ich es irgendwann am Jahresende wieder zurückzahlen muss. Ich glaube, dass sich das am Jahresende die Steuer wieder holt – dann muss ich das die Zeit über reinschaffen und muss dann schauen, wie ich zurückzahlen kann.“

Trotz der Soforthilfen ist Kechlibaris davon überzeugt, dass ihn die Coronakrise noch eine Weile belasten wird: „Da wir auch eingeschränkt sind beziehungsweise nicht so viele Kunden bedienen können, wie wir vorher bedient hatten, werden wir das auf jeden Fall noch länger merken.“

„Ich würde mir wünschen, dass ich die Maske nicht mehr aufsetzen muss“

In ihren Wünschen für den Sommer sind sich die beiden wieder einig. Beide wünschen sich, dass sie einfach nur ihre Kunden in der gewohnten Art zufriedenstellen können: „Ich wünsche mir ganz viel Freiheit, dass ich die Maske nicht mehr aufsetzen muss, dass ich einfach meine Workshops wieder beginnen kann, Ausstellungen machen kann. Dass es einfach noch mehr gelockert wird und dass die Leute wieder Freude daran haben, zu mir zu kommen und Workshops zu machen, Ausstellungen, Flohmarkt und so weiter“, sehnt sich Christiane Bürkert und Nikolaos Kechlibaris möchte, „dass wir mehr Kunden bedienen können und auch dementsprechend schönere Frisuren machen können. Einfach ein Stück weit Normalität, das wünsche ich mir für den Sommer.“

Video: Dr. Felix Kribus

Text dazu transkribiert: Matthias Lauterer

Christiane Bürkert hat die Coronasoforthilfe des Landes nicht in Anspruch genommen. Foto: GSCHWÄTZ

Christiane Bürkert in ihrer Kreativwerkstatt am Schloss in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

Nikolaus Kechlibaris, Inhaber des Friseursalons „Nikos Friseure“ am Unteren Markt in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ




Mauer beschädigt

Ein Unbekannter ist am Donnerstagnachmittag, den 04. Juni 2020, gegen eine Mauer in Krautheim gefahren, beschädigte diese und fuhr daraufhin einfach davon. Zwischen 14 und 18 Uhr muss der bislang unbekannte Fahrzeuglenker in einer Hofeinfahrt in der Straße „Schneidmühle“ rangiert haben, und stieß dabei wohl gegen die etwa 23 Zentimeter hohe Mauer. Diese wurde bei der Kollision beschädigt, sodass ein Schaden in Höhe von etwa 1.000 Euro entstand. Zeugen, die den Unfall beobachten konnten, werden gebeten, sich telefonisch unter 07940/9400 beim Polizeirevier Künzelsau zu melden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Paketlieferant übersieht 92-Jährigen

Am Freitagmittag, den 05. Juni 2020, ereignete sich ein Verkehrsunfall mit einer schwer verletzten Person in Künzelsau-Taläcker in der Emil-Nolde-Straße. Gegen 12:20 Uhr übersah vermutlich ein 29-jähriger Paketlieferant beim Rückwärtsfahren mit seinem Fahrzeug einen 92-jährigen Fußgänger. Der Transporter stieß mit dem älteren Mann zusammen, woraufhin dieser stürzte. Der 92-Jährige wurde durch den Zusammenprall schwer verletzt und musste mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

Symbolfoto Rettungshubschrauber in Künzelsau-Taläcker.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




„Das ist keine Müllkippe“

Achtlos weggeworfene Verpackungen, Getränkebecher von Fast-Food-Ketten, Kaugummi- und Bonbonpapiere: Müll ist ein immerwährendes Thema. „Jedoch hat sich das Problem in Zeiten von Corona verstärkt, stellt die Stadtverwaltung Künzelsau in einer Pressemitteilung fest. Diesen Eindruck nicht nur die Einwohner, die sich deshalb an die Stadtverwaltung Künzelsau gewandt haben. Auch Bürgermeister Stefan Neumann ärgert sich über den Unrat im Stadtwald, entlang von Straßen und Gehwegen und in öffentlichen Grünanlagen. Er will dieses Dauerthema wieder ins Bewusstsein aller rücken, zum Umdenken auffordern und ruft deshalb einen Malwettbewerb zum Thema „Wilder Müll“ aus. Das Motto: „Dies ist keine Müllkippe, nimm’s mit!“ Alle kleinen und großen Künstler aus Künzelsau und Umgebung sind eingeladen, an dieser Aktion mitzuwirken. Einsendeschluss ist der 14. Juni 2020.

Jeder Künstler erhält eine Kugel Eis, verspricht Bürgermeister Neumann

Die Bilder sind zu senden an: Stadtverwaltung Künzelsau, Marion Hannig-Dümmler, Stichwort Malwettbewerb, Stuttgarter Straße 7, 74653 Künzelsau. Bitte Kontaktdaten auf der Rückseite des Bildes nicht vergessen.
„Wir freuen uns auf Eure Kunstwerke und Ideen zur Vermeidung von Müll wo er nicht hingehört“, lädt Bürgermeister Stefan Neumann zum Mitmachen ein. „Jeder Künstler erhält eine Kugel Eis. Die besten Bilder werden prämiert und ausgestellt.“ Sie sollen auch als Motiv auf neuen Hinweisschildern verwendet werden, die die Stadtverwaltung an verschiedenen Stellen, wo immer wieder Müll in der Natur und eben nicht im Müllereimer landet, in Künzelsau aufstellen möchte.

 

Ein Dauerthema auch in Künzelsau: Müll, wo er nicht hingehört. Diese leeren Flaschen und anderen Müll musste das Team des Künzelsauer Waldkindergartens unlängst in der Umgebung des Waldsofas im Stadtwald einsammeln. An solchen Stellen sollen Schilder mit Motiven aus dem Kinder-Malwettbewerb aufgestellt werden, die zum ordentlichen Entsorgen des Mülls auffordern. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau.

 




Führerscheinstelle geschlossen

Wegen Umbaumaßnahmen ist die Führerscheinstelle des Landratsamts Hohenlohekreis ganztägig am Freitag, 19. Juni, und Montag, den 22. Juni 2020, sowie vormittags am Dienstag, den 23. Juni 2020, geschlossen. Es findet auch keine telefonische Bearbeitung oder Beratung statt. Ab Dienstag, den 23. Juni 2020, 14 Uhr, ist die Führerscheinstelle wieder zu den üblichen Öffnungszeiten erreichbar.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises

Landratsamt des Hohenlohekreises.
Foto: GSCHWÄTZ




Hohenloher Krankenhaus erscheint nicht vor Gericht

Vor dem Arbeitsgericht Crailsheim kam es am Mittwoch, den 03. Juni 2020, zu einer weiteren Verhandlung im Streit zwischen Anke E.* und der Hohenloher Krankenhaus gGmbH. Anke E., die bis November 2019 im Krankenhaus Künzelsau gearbeitet hatte, wurde (GSCHWÄTZ berichtete unter https://www.gschwaetz.de/2020/02/06/keinen-lohn-keine-krankenversicherung-mehr-2-mitarbeiterinnen-verklagen-hk/) Mitte November von ihrem Arbeitgeber unbezahlt freigestellt wurde, nachdem man keine Einigung über ihren Arbeitsplatz in Öhringen erzielen konnte.

Unabhängig von diesem Verfahren hat Anke E., vertreten durch den Rechtsanwalt Joachim Hofmann, auf Entgeltweiterzahlung für die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020 geklagt.

Sichtlich nervös sitzt Anke E. alleine im Wartebereich des Gerichts, ihr Anwalt ist noch nicht angekommen, auch von der Gegenseite ist nichts zu sehen. Ein wenig fahrig setzt sie ihre Maske auf. „Man macht einiges mit“ ist ihr einziger Kommentar.

In diesem neuen Verfahren sollte der vorgeschriebene Gütetermin stattfinden. Nach 20 Minuten Wartezeit eröffnete Richterin Sabine Stahl die Verhandlung und stellt fest, dass die Ladungen fristgemäß zugegangen waren, aber die Beklagtenseite, also die Hohenloher Krankenhaus gGmbH, nicht erschienen ist. Rechtsanwalt Hofmann beantragte daraufhin ein Versäumnisurteil, das die Richterin dann auch erließ.

Die Hohenloher Krankenhaus gGmbH muss demnach drei Monatsgehälter an Anke E. nachzahlen, die Rechtsmittelfrist gegen dieses Urteil beträgt eine Woche.

Wie viel Vertrauen zwischen den Parteien verspielt wurde, zeigt vielleicht die Tatsache, dass Rechtsanwalt Hofmann eine „vollstreckbare Ausfertigung“ des Urteils beantragt hat, er scheint mit weiteren Komplikationen zu rechnen.

Warum die HK vor Gericht nicht erschienen ist, ist bislang nicht bekannt.

Anke E. jedenfalls war die Erleichterung darüber, dass sie dieses Verfahren mit Erfolg hinter sich gebracht hat, deutlich anzumerken.

* Der Name wurde aufgrund des Persönlichkeitsschutzes von der Redaktion geändert.

Text: Matthias Lauterer

 

Zum zweiten Verhandlungstermin vor dem Arbeitsgericht in Crailsheim erschien eine der Parteien nicht. Foto: GSCHWÄTZ

So leer ist der Wartebericht, wenn eine der Parteien nicht erscheint. Foto: GSCHWÄTZ