1

Öhringen: „Großveranstaltungen vermutlich bis Jahresende landesweit nicht mehr durchführbar“

Die Stadt Öhringen setzt in diesem Jahr hinsichtlich der Coronapandemie auf „Veranstaltungen in Öhringen mit Augenmaß“. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung hervor. So sollen „kreative und verantwortungsvolle Konzepte Lücken füllen“.

„Großveranstaltungen sind bis Ende August und vermutlich bis Jahresende landesweit nicht mehr durchführbar. Kleine, kreative und verantwortungsvolle Konzepte könnten jedoch unter Auflagen und der nötigen Vorsicht das kulturelle Leben in Öhringen und Umgebung bereichern“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Mit etwas Glück im Herbst

„Wir haben bei der Stadt ein kreatives Veranstaltungsteam und meine Mitarbeiter haben gute Ideen skizziert, wie wir im Rahmen der aktuellen Vorgaben das kulturelle Leben wieder aktivieren können“, freut sich Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler. Zunächst muss auch er jedoch eingestehen, dass große Veranstaltungen wie das traditionelle Hohenloher Weindorf, das beliebte Sommerfestival als auch die stimmungsvolle Lange Nacht der Kultur in diesem Jahr nicht wie gewohnt stattfinden können. „Vielleicht können wir das Weindorf mit etwas Glück in den Herbst verschieben, dies muss aber mit den gültigen Regelungen in Einklang stehen, denn die Gesundheit von uns allen geht vor!“ ergänzt Michler.

Kleine, feine und sichere Konzepte

Ingrid Sterzer, städtische Leiterin des Bereichs Kultur und Veranstaltungen, kann sich in der Coronazeit für Öhringen kleinere und stets sichere Konzepte vorstellen. Für das Sommerfestival gibt Kathja Maneke, Geschäftsführerin der städtischen Kultura, auch den beteiligten Künstlern eine Perspektive: „Das Öhringer Sommerfestival ist fertig geplant und wir möchten das schöne Programm gerne komplett ins nächste Jahr 2021 verschieben.“

Lindenabende statt Sommerfestival, Sommerfestival soll ins Jahr 2021 verschoben werden

„Als kleines Alternativkonzept wären im laufenden Jahr an der Öhringer Tanzlinde einzelne Lindenabende mit Kleinkunst und Musik denkbar, die im Rahmen der geltenden Abstands- und Hygieneregelungen durchgeführt würden“, erklärt die erfahrene Öhringer Kulturchefin Ingrid Sterzer. Auch die Lange Nacht der Kultur könnte stark verändert, auf größere Räumlichkeiten beschränkt, mit limitierten Tickets versehen und im gesetzlichen Rahmen durchgeführt werden. Für das Picknick in Weiß hat das Team von Ingrid Sterzer ein „Picknick in bunt“ mit vorab buchbaren Picknickdecken im Ideenpool. Lunchpakete von örtlichen Gastronomen könnten für sicheres Catering sorgen.

Erweitertes Kinderprogramm

Auch ein erweitertes Kinderferienprogramm soll im „Corona-Jahr 2020“ in den Sommerferien für Abwechslung sorgen – stets unter Einhaltung der gültigen Abstands- und Hygieneregelungen. Nähere Informationen werden für Eltern und Kinder folgen.

Passend zu diesen Veranstaltungskonzepten wurden durch das Kultusministerium Baden-Württemberg für diese Woche neue Regelungen angekündigt, die im Kultur- und Veranstaltungsbereich „Spielräume für kleine, kreative Formate ermöglichen werden“. Das städtische Kultur- und Veranstaltungsteam ist hierfür bereits in den Startlöchern und wird die kommenden Regelungen in die bestehenden Projektideen einarbeiten. „Ich freue mich, wenn wir hier in Öhringen ab dem Sommer wieder mit dem nötigen Augenmaß schöne kulturelle Veranstaltungen anbieten können – denn in Öhringen feiert es sich mit Abstand am besten“, erklärt Ingrid Sterzer mit einem Augenzwinkern.

Glühweihnacht in Öhringen. Foto: HGV Öhringen/Archiv




Ohne Therapie wird Varya ihren 2. Geburtstag nicht mehr erleben

Varya ist ein kleines Mädchen, das in Russland lebt und an der genetisch bedingten Krankheit Spinale Muskelatrophie (SMA) Typ 1 leidet. Sie ist jetzt ein Jahr alt, wird ihren zweiten Geburtstag aber nicht erleben, sofern sie nicht noch das Medikament Zolgensma erhält. Eine einzelne Dosis davon könnte Varyas Leben retten, doch kostet es rund 2,2 Millionen US-Dollar und die Krankenkasse in Russland bezahlt das nicht. Varyas Eltern sind auf Spenden angewiesen. Danach könnte sich das Mädchen wieder bewegen und vielleicht sogar laufen lernen. 13 junge Mütter in Deutschland wollen die Familie unterstützen und sammeln unter https://www.gemeinsamfuervarya.de Spendengelder für die Kleine.

Rekordversuch am 14. Mai 2020

Um ihrer Initiative mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen, wollen die Frauen am Donnerstag, den 14. Mai 2020, den Rekord „Am meisten gesammelte Spenden innerhalb von 24 Stunden“ für das russische Guinness-Buch aufstellen. Gezählt werden alle Spenden, die an diesem Tag in der Zeit von 0 bis 24 Uhr auf den Spendenkonten oder dem Moneypool der Deutschen Muskelstiftung mit dem Vermerk „Help for Varya Rostova“ eingehen. Zeitgleich läuft ein Spendenaufruf in Russland. „Alle Spenden an diesem Tag aus Deutschland werden von einem Notar beglaubigt und ins Russische Guinnessbuch der Rekord aufgenommen“, sagt Gschwätz-Mitarbeiterin Kristina Dorn, die die Initiative für Varya gestartet hat. „Das wäre das erste Mal, dass dieser Rekord in Russland von Deutschland aus aufgestellt werden könnte“, so die 35-Jährige weiter. Außerdem gebe es zwei Möglichkeiten bei der Eintragung. „Entweder es werden die Spender eingetragen oder die Deutsche Muskelstiftung, die Kinder aus aller Welt unterstützt“, erklärt sie. Beide Varianten gab es noch nicht.

13 Frauen wollen Berge versetzen

„Ich hatte mich zuvor bereits für zwei Kinder engagiert und wurde von den Eltern angeschrieben“, berichtet Kristina Dorn, wohnhaft in Niedernhall, von ihren Beweggründen. Zwei Monate lang schaute sich die zweifache Mutter die Aktivitäten der Familie im Internet an. Dann wurde sie aktiv, baute eine Facebook-Seite, eine Homepage und eine Instagram-Seite für Varya auf. Rasch kamen zwölf weitere Frauen hinzu, die ebenfalls die Familie unterstützen möchten. „Diese Kontakte entstanden übers Internet, wir kennen uns eigentlich nicht direkt“, sagt Kristina Dorn. Aber alle 13 „wollen gemeinsam Berge versetzen“. Gleichzeitig versucht ein Rechtsanwalt, der Initiative mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen und beispielsweise auf RTL eine Dokumentation zu platzieren.

Unterstützung von der Deutschen Muskelstiftung

Unterstützt wird der Spendenaufruf von der Deutschen Muskelstiftung. Die hat alle Unterlagen der Familie überprüft und die Richtigkeit der Angaben bestätigt. Die Stiftung nimmt die Spenden für Varya entgegen und stellt auch Spendenquittungen aus. Damit die Spende zu 100 Prozent Varya zugeordnet werden kann, sollte der Verwendungszweck „Help for Varya Rostova“ angegeben werden. Die Initiative ist auch auf Instagram unter https://www.instagram.com/gemeinsam_fuer_varya/ sowie auf Facebook unter https://www.facebook.com/helpVaryaSMATYPE1 aktiv. Die verschiedenen Spendenkonten für Varya sind auf https://taplink.cc/gemeinsam_fuer_varya gelistet.

Spendenkonten bleiben offen

Sollte mehr Geld eingehen, als für Varyas Behandlung nötig ist, kommt das anderen Kinder zugute, die an SMA erkrankt sind. Auch nach dem 14. Mai kann für Varya gespendet werden. „Die Spendenkonten bleiben offen“, sagt Kristina Dorn.

Text: Sonja Bossert

Ohne die Therapie wird Varya Rostova ihren zweiten Geburtstag nicht erleben. Foto: privat

 

 

 

 




Flagge zeigen

Inspiriert durch den Aufruf der Aktion Mensch, am Aktionstag für Menschen mit Behinderung teilzunehmen, haben die Offenen Hilfen Öhringen, die zur Evangelischen Stiftung Lichtenstern gehören, laut einer Pressemitteilung die Online-Aktion #InklusionÖhringen ins Leben gerufen. „Öhringen ist ziemlich aktiv in Sachen Inklusion. Wir wollen aber noch mehr Aufmerksamkeit für Menschen mit Behinderung“, erklärt Jonas Volp, der gemeinsam mit Iris Körner die Aktion geplant hat, in der Mitteilung. „Nach wie vor ist es so, dass Menschen mit Behinderung Nachteile erfahren und eben nicht gleichgestellt sind.“

„Wir zeigen Flagge für Menschen mit Behinderung“

Mit der Aktion, die wegen der Corona Pandemie rein digital über die Sozialen Medien abläuft, wollen die Offenen Hilfen positive Beispiele für Inklusion sichtbar machen, aber auch zeigen, wo es noch nicht so gut klappt und Luft nach oben ist. „Unterm Strich geht es darum, dass wir Flagge für Menschen mit Behinderung zeigen und dass sich viele Öhringer und Hohenloher – egal ob Organisationen oder Privatpersonen – anschließen“, bekräftigt Jonas Volp. „ Am besten postet man in Facebook etwas zum Thema. Da reicht schon ein Foto oder einfach ein kurzer Satz, was Inklusion für einen bedeutet. Dann unbedingt noch den Hashtag #InklusionÖhringen setzen. Das war es. Und ganz toll wäre ein Link zu unserer Facebook-Seite https://www.facebook.com/OffeneHilfenOehringen/“.

„Der Weg ist das Ziel“

Wer Facebook nicht nutzt, kann seine Inklusionsbotschaft auch per E-Mail loswerden und an Jonas Volp senden. Wer sich intensiver zum Thema austauschen und auf dem Laufenden bleiben möchte, kann der Facebook Gruppe InklusionÖhringen beitreten. Die Offenen Hilfen Öhringen haben in den vergangenen Jahren eine Reihe von Inklusionsprojekten in Öhringen auf den Weg gebracht. „Bisher haben wir immer viel Rückenwind durch die Stadt und die Menschen in Öhringen bekommen. Egal, ob es der Alle(s)inklusive-Lauf war oder unser aktuelles Projekt Der Weg ist das Ziel.“ Jetzt wünscht sich Jonas Volp, „dass es auch bei dieser Aktion so ist und wir viele Unterstützer gewinnen“.

Protesttag rund um den 05. Mai

Seit 24 Jahren veranstalten Verbände und Organisationen der Behindertenhilfe und -selbsthilfe rund um den 05. Mai überall in Deutschland Podiumsdiskussionen, Informationsgespräche, Demonstrationen und andere Aktionen. Dabei geht es darum, die Kluft zwischen dem im Grundgesetz verankerten Anspruch der Gleichberechtigung für alle Menschen und der Lebenswirklichkeit Stück für Stück zu überwinden. Entstanden ist der Protesttag 1992 auf Initiative des Vereins Selbstbestimmt Leben, einer Interessenvertretung von Menschen mit Behinderung. Mittlerweile bündelt die Aktion Mensch das Engagement rund um den 05. Mai unter www.aktion-mensch.de/was-du-tun-kannst/aktionstag-5-mai.html und entwickelt ausgehend von der sozialpolitischen Lage jedes Jahr ein übergreifendes Motto, unter das die Organisationen und Verbände ihre Veranstaltungen und Aktion stellen können.

Quelle: Pressemitteilung der Evangelischen Stiftung Lichtenstern

Jonas Volp von den Offenen Hilfen Öhringen zeigt Flagge für Menschen mit Behinderung. Foto: Evangelische Stiftung Lichtenstern




Elternfrust im Hohenlohekreis

Viele Eltern von Kindern, die normalerweise mit Bussen des Nahverkehr Hohenlohe (NVH) zur Schule fahren würden, ärgern sich derzeit: Obwohl seit Dienstag, den 17. März 2020, kein regulärer Unterricht mehr stattfindet, wurden die Abopreise für die Monatstickets der Kinder weiterhin regulär abgebucht. Gleichzeitig empfahl der NVH, die Abos nicht zu kündigen. Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hatte eine Entschädigungsregelung angekündigt. Die Verhandlungen zwischen Land und den kommunalen Spitzenverbänden laufen aber seit April 2020. Wie der NVH auf seiner Homepage mitteilt, könne sich „die Entlastung gegebenenfalls bis Juni ziehen“. Die KidCard für Kinder bis einschließlich 14 Jahre kostet im Abo und für eine Tarifzone 43 Euro pro Monat. Das Sunshineticket gilt für das gesamte Netz und kostet 51,25 Euro monatlich.

„Bisher konnte noch keine Lösung gefunden werden“

Als Anfang Mai klar wurde, dass auch in diesem Monat für die meisten Kinder kein Unterricht stattfinden wird, wandte sich eine betroffene Mutter aus dem Hohenlohekreis bezüglich einer Rückerstattung der Fahrkartenkosten für April und Mai an den NVH. Die Antwort des Unternehmens vom Montag, den 04. Mai 2020, liegt GSCHWÄTZ vor. Sie besagt: „Für den Monat April 2020 kann nach heutigem Stand keine Erstattung oder Sonderreglung zugesagt werden. Es finden jedoch momentan Gespräche zwischen dem Land, den Landkreisen und Städten sowie den Verkehrsverbünden und Verkehrsunternehmen in Baden-Württemberg statt, um gegebenenfalls eine Ausgleichsregelung für die im April 2020 weitgehend nicht genutzten Schüler-Abos sicherzustellen. Für den NVH konnte bisher leider noch keine Lösung gefunden werden“. Sobald aber weitere Informationen dazu vorliegen, würden diese auf  der NVH-Homepage eingestellt. Dazu sollten sich die Eltern regelmäßig auf http://www.nvh.de informieren.

„Es ist uns nicht bekannt, bis wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist.“

GSCHWÄTZ hakte daraufhin beim NVH nach. Birgit Kuttner, beim NVH zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, erklärte am Dienstag, den 05. Mai 2020, per E-Mail ebenfalls: „Leider gibt es hier noch keine Lösung. Es finden derzeit Absprachen zwischen dem Land Baden-Württemberg, den kommunalen Spitzenverbänden und den Verkehrsverbünden statt. Es ist uns nicht bekannt, bis wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist“.

Rückgabe ungenutzter Tickets bis zum 15. des Vormonats

Laut NVH-Homepage können ungenutzte Monatsabschnitte bei den Schüler-Abos normalerweise bis zum 15. des Vormonats beim zuständigen ABO-Center abgegeben werden. Der Monat wird dann nicht berechnet. Dann muss aber auch – sofern vorhanden – die Bonuskarte abgegeben werden. Die Frist für die Rückgabe der Mai-Abschnitte hatte der NVH bis zum 23. April verlängert. Viele Eltern – so etwa im Landkreis Heilbronn – nutzten diese Möglichkeit, manche gaben dann auch gleich die restlichen Tickets für die Monate Juni und Juli ab, weil ja immer noch nicht klar ist, wann und in welchem Umfang der reguläre Schulbetrieb wieder startet. Gerade die älteren Schüler fahren dann häufig mit dem Fahrrad zur Schule.

Text: Sonja Bossert




Öhringen: Nacht in Zelle verbracht

Die Polizei in Öhringen bekam in der Nacht auf Donnerstag, den 07. Mai 2020, ungeplanten Übernachtungsbesuch. Ein 20-Jähriger hatte am Mittwochabend im Parkhaus eines Supermarktes im Haagweg seinen 21-jährigen Mitbewohner geschlagen und dessen Mobiltelefon an sich genommen. Die Polizei überraschte den jungen Mann daraufhin in seiner Wohnung, um nach dem gestohlenen Handy zu suchen. Der Tatverdächtige war damit gar nicht einverstanden, brüllte herum und weigerte sich, den Anweisungen der Beamten Folge zu leisten. Nachdem er sich nicht beruhigte, wurden ihm Handschließen angelegt. Als auch diese Maßnahme nicht zu dem gewünschten Ergebnis führte, musste der 20-Jährige mit aufs Polizeirevier Öhringen kommen und die Nacht in einer Zelle verbringen.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn vom 07.05.2020

 




Corona: lebensverändernd oder einfach nur nervig?

Das Corona-Virus ist seit Monaten in aller Munde. Was zuerst für uns nicht wirklich ernst schien, hat mittlerweile das ganze Leben auf den Kopf gestellt. Dazu startet GSCHWÄTZ nun einen Aufruf unter dem Motto: Wie hat Corona euer Leben verändert? Fühlt ihr euch beeinträchtigt durch die Vorschriften, lebt ihr euer Leben weitgehend weiter so wie vorher oder seid ihr einfach nur noch genervt von Mundschutz & Co?

Schickt uns eure Antworten und Ansichten an info@gschwaetz.de mit dem Stichwort: Wie hat Corona mein Leben verändert? Die Texte werden veröffentlicht. Alle Teilnehmer erhalten eines unserer neuen türkisfarbenen Notizbücher in DIN A 5 – solange der Vorrat reicht.

 

 




Freizeitparks sollen als erstes öffnen

Tourismuswirtschaft, Hotellerie und Gastronomie sind massiv von der Corona-Krise betroffen. Um den Unternehmen und den bundesweit drei Millionen Mitarbeitern eine Perspektive zu geben und die Auflagen für diesen Sektor schrittweise zurückzunehmen, haben laut einer Pressemitteilung Baden-Württemberg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ein Konzept entwickelt, das sie in die Wirtschaftsministerkonferenz einbringen. Eingeleitet werden soll die Öffnung mit touristischen Outdoor-Angeboten wie Zoos, Freizeitparks und Klettergärten. In der zweiten Phase folgen Restaurants und mit eingeschränkter Nutzung Ferienwohnungen und Hotels. Später soll dann der Übernachtungstourismus ohne Restriktionen wieder möglich sein.

Sehr umsatzstarke Branche

Mit einer Bruttowertschöpfung von mehr als 100 Milliarden Euro ist der Tourismus in Deutschland eine sehr umsatzstarke und beschäftigungsintensive Branche. In das Konzept der drei Bundesländer sind Anregungen aus dem Kreis der Wirtschaftsministerkonferenz sowie der Industrie- und Handelskammern, der Branchenverbände und der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten eingeflossen.

„Der Gesundheitsschutz der Bürger hat Vorrang.“

„Bei den Szenarien für die schrittweise Rücknahme der Beschränkungen haben wir es uns nicht leichtgemacht. Denn natürlich ist bei allen Maßnahmen zu beachten, dass der Gesundheitsschutz der Bürger Vorrang hat. Deshalb sieht das Konzept die Einhaltung strikter Abstandsregelungen, Hygienevorgaben und Registrierungspflichten vor. Voraussetzung ist auch immer, dass die epidemiologische Lage sich weiter stabilisiert“, erklärten Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Tourismusminister Guido Wolf, der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart in der Mitteilung vom Mittwoch, den 29. April 2020.

„Umso wichtiger ist eine konkrete Perspektive.“

Aus Sicht der Minister Wolf und Hoffmeister-Kraut könnten die Ministerpräsidenten in ihrer Konferenz mit der Kanzlerin am Mittwoch, den 06. Mai 2020, entsprechende Beschlüsse auf den Weg bringen, sodass in Baden-Württemberg Lockerungen und Wiedereröffnungen der ersten Stufe bereits ab Mitte Mai möglich wären. Tourismusminister Guido Wolf: „Uns war es wichtig, gemeinsam und länderübergreifend für diese Branche ein realistisches Konzept zu entwickeln. Tourismus, Gastronomie und Hotellerie sind durch die Krise massiv betroffen und werden leider noch längere Zeit mit Einschränkungen leben müssen. Umso wichtiger ist für diese Branche eine konkrete Perspektive. In einigen Bereichen von Tourismus, Gastronomie und Hotellerie sind absehbar Lockerungen möglich, ohne dass dadurch der Infektionsschutz vernachlässigt würde. Zuerst Wiedereröffnen könnten Angebote und Ziele an der frischen Luft, wo sich Abstandsregeln ohne Weiteres einhalten lassen. Auch für Gastronomie und Hotellerie kann und soll es aus unserer Sicht baldige Öffnungen, zumindest mit reduzierten Auslastungen, geben.“

Wiedereröffnungen nur auf Grundlage von Hygienemaßnahmen

„Gerade weil wir noch lange mit dem Coronavirus leben werden müssen, braucht unsere Hotellerie und Gastronomie schnellstmöglich eine verlässliche Perspektive. Nur so können wir eine nie da gewesene Insolvenzwelle vermeiden, die nicht nur die Wirtschaftsstruktur unseres Landes, sondern auch die Lebensqualität und Anziehungskraft in unseren Regionen massiv beeinflussen wird“, erklärte Ministerin Hoffmeister-Kraut in der Mitteilung. Klar sei aber auch: Wiedereröffnungen und Lockerungen dürften nur auf Grundlage von konsequenten und allgemeingültigen Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen erfolgen. Das schaffe Akzeptanz und Vertrauen bei den Kunden und sei Voraussetzung dafür, für das Gastgewerbe eine verlässliche Zukunftsperspektive zu schaffen. Mit den nun erarbeiteten fundierten Konzepten werde beiden Anliegen gleichermaßen Rechnung getragen. 

Verlässliche Regelungen sind erforderlich

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Pinkwart schloss sich dem an: „Der Tourismus ist die Branche, die von der Corona-Krise am härtesten betroffen ist. Deshalb wollen wir den Unternehmen und den Mitarbeitern eine konkrete wirtschaftliche Perspektive geben und gleichzeitig einen Vorlauf zur Öffnung der Betriebe ermöglichen“. Dazu seien jetzt schnell verlässliche Regelungen zur Wiedereröffnung erforderlich. Es gelte, eine kluge Balance zu halten zwischen dem Schutz der Gesundheit und einer jeweils neu zu bewertenden und zu begründenden Einschränkung der wirtschaftlichen Betätigung für die Betriebe und deren Mitarbeiter und Kunden, damit auch der Tourismussektor an der Aufwärtsentwicklung nach der Krise teilhaben könne.

Risiken der Verbreitung

Niedersachsens Tourismusminister Dr. Bernd Althusmann meinte dazu: „Mit Blick und unter Beachtung des Infektionsgeschehens scheint der richtige Zeitpunkt gekommen, um dem Tourismus wieder eine Perspektive zu geben. Jede der drei Phasen eröffnet weitere Freiheiten für Touristen und Anbieter“. Damit seien natürlich auch Risiken der Verbreitung verbunden. Deshalb werde ein maßvolles Tempo vorgeschlagen und die strikte Einhaltung von Hygiene und Abstandsvorgaben vorausgesetzt. Der Tourismus in Zeiten von Corona stelle alle vor eine große Herausforderung. Er habe jedoch großes Vertrauen, dass sich Tourismusunternehmen und Gäste verantwortungsvoll verhalten werden. In Niedersachsen könnte baldmöglichst in die erste Lockerungsphase starten. Ein konkretes Startdatum wird in der Pressemitteilung nicht genannt.

Quelle: Pressemitteilung vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau, Baden-Württemberg

 




Ab heute Autokino in Öhringen

Ein Trend aus den 1950ern kehrt in Coronazeiten zurück: Autokinos. Auch im Hohenlohekreis kann man ab heute Kinofilme im Auto gucken und zwar auf dem Parkdeck des Ö-Centers in Öhringen.

Es gibt Kinderfilme zu sehen, aber auch Filme für Erwachsene. Heute kommt um 16.30 Uhr Shaun das Schaf und um 20 Uhr Leberkäsjunkie.

Hier geht’s direkt zum Kinoprogramm: https://www.facebook.com/OecenterOehringen/posts/3505176952879368

Auch in Heilbronn auf der Theresienwiese werden Filme gezeigt. Hier geht’s zum Kinoprogramm und zu den E-Tickets: https://www.popup-autokino.de/heilbronn

In Schwäbisch Hall dürfen sich Interessierte auf das Kantine Open Air freuen. Das Kinoprogramm gibt es hier nachzulesen: https://autokino26.de/

Die Polizei kontrolliert die Einhaltung der Regeln auf der Heilbronner Theresienwiese. Foto: privat

Lautsprecher ans Auto hängen – das war einmal. Heute kommt der Ton direkt aus dem Autoradio. Foto: privat

Autokino Heilbronn: Diverse Dinge müssen in Coronazeiten auch im Autokino beachtet werden. Unter anderem darf man das Auto nur verlassen, um auf die Toilette zu gehen. Mobile Toiletten sind auf der Theresienwiese in Heilbronn aufgestellt. Foto: privat

 




Öhringens Bürgermeister Thilo Michler: „Persönlicher Kontakt ist durch nichts zu ersetzen“

Ab Montag, den 04. Mai 2020, startet auch im Öhringer Rathaus der Kundenverkehr wieder schrittweise und im Rahmen der gültigen Abstands- und Hygieneregeln. Laut einer Pressemitteilung ist in der ersten Woche die telefonische Vereinbarung eines Termins unter der zentralen Telefonnummer 07941/68 0 erforderlich. Dringende Anträge und Verfahren werden vorgezogen, bei denen Bürger persönlich unterzeichnen oder Fingerabdrücke abgeben müssen.

„Persönlicher Kontakt ist durch nichts zu ersetzen.“

„Service und Bürgernähe sind uns im Rathaus sehr wichtig. Die Verwaltung war in den letzten Wochen der Rathausschließung bereits mit Einzelterminen, telefonischer Beratung und digitalen Lösungen für viele Anliegen der Bürger erreichbar. Der Betrieb lief in den Ämtern weiter. Nichtsdestotrotz ist der persönliche Kontakt weiterhin durch nichts zu ersetzen. Ich bin mir sicher, dass unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, wir im guten Gespräch alle Anfragen bearbeiten werden können.“, erläutert Oberbürgermeister Thilo Michler in der Mitteilung.

Offen an zwei Tagen

In der Woche vom Montag, den 11. Mai, bis Freitag, den 15. Mai 2020, ist das Rathaus dienstags und donnerstags für den allgemeinen Publikumsverkehr geöffnet. An den anderen drei Tagen – also Montag, Mittwoch und Freitag – sind nur Termine mit telefonischer Vereinbarung möglich. Ab Montag, den 18. Mai 2020, ist das Rathaus wieder zu den bekannten Öffnungszeiten weitgehend im Normalbetrieb geöffnet.

Abstands- und Hygieneregeln

Innerhalb des Rathauses muss ein Nasen-Mund-Schutz getragen werden. Auch in allen anderen städtischen Gebäuden besteht Maskenpflicht. Sofern Besucher weder eigene Maske, Schal oder Halstuch dabei haben, wird ihnen eine Einmalmaske von der Verwaltung zur Verfügung gestellt. Desweiteren müssen die Abstandsvorschriften eingehalten werden, es sollen keine Warteschlangen entstehen. Im Gebäude selbst stehen Desinfektionsmittel im Eingangsbereich, Einwohnermeldeamt, Treppenhaus und Prinzenbau bereit. Die Türgriffe werden zudem überall täglich feucht gereinigt. In Büros mit viel Publikumsverkehr und räumlicher Enge werden zudem Plexiglasscheiben zur Trennung angebracht. Behördengänge oder Fragen sollten zunächst per E-Mail oder Telefon abgeklärt werden. Nur wenn ein persönlicher Besuch unumgänglich ist, sollte das Öhringer Rathaus in der aktuellen Corona-Situation aufgesucht werden.

Öffnungszeiten im Rathaus

Vom 11. bis 15. Mai: dienstags von 9 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr. Donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17.30 Uhr.

Ab dem 18. Mai: Einwohnermeldeamt und Passamt montags und mittwochs von 7.30 bis 13 Uhr, dienstags von 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 18 Uhr sowie freitags von 7.30 bis 12.15 Uhr.

Zentrale und Fundbüro können montags bis mittwochs von 7.30 bis 16 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 18 Uhr und freitags von 7.30 bis 12.15 Uhr aufgesucht werden.

Die übrigen Ämter der Verwaltung haben montags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 12.15 Uhr, dienstags von 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 12.15 Uhr und 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Öhringen




„Enormer Zulauf an Erstspendern“

„Es ist eine enorme Herausforderung“, sagt Ralf Debus, Leiter des Bereichs Spenderbindung und Spendergewinnung beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Er organisiert und plant die Blutspendetermine in Baden-Württemberg und steht wie viele andere auch vor einer völlig neuen Situation. „Uns sind alle Schul- und Firmentermine weggebrochen“, sagt er. So wie vorher hätten die Termine aufgrund der Hygiene- und Schutzverordnungen nicht mehr durchgeführt werden können. Alles sei wegen der veränderten Bedingungen auf den Prüfstand gekommen. So war etwa eine Frage, ob die üblichen Spendeorte wie beispielsweise Stadthallen unter den momentanen Voraussetzungen weiterhin zu nutzen sind. Einziger Pluspunkt: Weil die Kliniken aufgefordert waren, planbare Maßnahmen zurückzufahren, hätten sie auch weniger Blut gebraucht. Der Bedarf sei nach unten gegangen. Doch der steigt jetzt wieder und sei momentan bei 80 Prozent. „Wir rechnen damit, dass die Kliniken Ende Mai wieder 90 bis 100 Prozent des vorigen Bedarfs haben werden“, sagt der DRK-Mitarbeiter.

„Wir hatten einen enormen Zulauf an Erstspendern“

Über mangelndes Blut konnte sich der DRK zu Beginn der Krise nicht beklagen – im Gegenteil. „Wir hatten einen enormen Zulauf an Erstpendern“, sagt Debus. „Die meisten Menschen waren ja zuhause und hatten Zeit, endlich das zu tun, was sie schon lange vorhatten.“ Um weiterhin unter den veränderten Bedingungen Blutspende-Termine anbieten zu können, richtete das DRK Spendezentren ein – beispielsweise in Flein. Die waren jeweils eine Woche am jeweiligen Ort und wechselten dann. Schließlich wollte man alle Regionen in Baden-Württemberg abdecken. „Das machen wir noch bis Ende Mai und dann sehen wir weiter“, so Debus. Schließlich wolle das DRK zu den alten Spendeterminen zurück. Zunächst allerdings müsste geprüft werden, ob die alten Räumlichkeiten weiterhin nutzbar seien oder eventuell andere nötig sind. „Das ist eine große logistische Herausforderung für uns“, erläutert er.

„95 Prozent der Spender reservieren einen Termin“

Momentan werden die Termine nicht mehr weit im Voraus veröffentlicht. Erst wenn feststeht, dass der jeweilige Ort unter Hygiene- und Schutzbedingungen nutzbar ist, wird der Termin rund vier Wochen vorher bekanntgegeben. Damit zudem nicht zu viele Spender gleichzeitig kommen, müssen diese sich vorher auf der DRK-Homepage anmelden. „Wir haben festgestellt, dass 95 Prozent der Spender einen Termin reservieren“, sagt Debus. Die meisten würden sich freuen, denn jetzt sei der Spendetermin auch für sie besser planbar und sie müssten nicht mehr so lange warten. „Was vorher zwei bis drei Stunden gedauert hat, ist jetzt oft nach 45 Minuten erledigt“, erklärt der DRKler. Doch auch spontane Spender können weiterhin kommen, die müssen aber eventuell etwas warten. Für solche Fälle hätte das DRK aber Puffer eingebaut und letztendlich werde das vor Ort geklärt.

„Auch wir lernen aus dieser Pandemie“

Momentan müsse das DRK das Angebot wöchentlich mit den Kliniken absprechen und planen. „Normalerweise haben wir eine Vorlaufzeit von drei Monaten, zurzeit sind das zwei bis drei Wochen“, sagt Debus. Doch Blut sei nicht ewig haltbar – Thrombozyten-Konzentrate maximal vier Tage. Der DRK-Mann findet es unethisch, gespendetes Blut nicht zu verwenden und einfach zu entsorgen. Von den unnötigen Kosten ganz abgesehen. Das Unplanbare sei momentan die große Schwierigkeit und eine enorme Herausforderung. „Aber“, so der DRK-Mann weiter, „auch wir lernen aus dieser Pandemie“.

Termin in Krautheim

Der Blutspende-Termin im Eugen-Seitz-Bürgerhaus in Krautheim findet wie geplant am Montag, den 11. Mai 2020, von 14.30 bis 19.30 Uhr statt. Es wird kein Imbiss angeboten und es sollten keine Begleitpersonen oder Kinder mitbracht werden. Spendewillige, die in den vergangenen vier Wochen aus dem Ausland zurückgekehrt sind, müssen für vier Wochen nach Rückkehr von der Blutspende zurückgestellt werden. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Terminreservierung gibt es unter https://www.blutspende.de/blutspendetermine/termine/153160 .

Text: Sonja Bossert