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Stadtradeln 2021: Hohenlohekreis ist dabei

Zwischen Bretzfeld und Mulfingen, Krautheim und Pfedelbach heißt es im Juni: Ab aufs Rad! Der Hohenlohekreis hat sich für die Aktion „Stadtradeln“ angemeldet. Vom 14. Juni bis 4. Juli sind die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, das Auto stehen zu lassen und stattdessen in die Pedale von Fahrrad, e-Bike oder Lastenrad zu treten. Alle können mitmachen: ob täglich auf dem Weg zur Arbeit, am Wochenende beim Ausflug oder zwischendurch. Die Anmeldung erfolgt über www.stadtradeln.de/hohenlohekreis. Firmen, Vereine, Parteien, Schulen und andere Gruppen können eigene Teams gründen. Für Mitglieder des Kreistags und der Gemeinderäte gibt es zudem den eigenen Wettbewerb „Fahrradaktivstes Kommunalparlament“.

Hohenlohische Landschaft ganz neu entdecken

„Wir freuen uns, wenn viele Bürgerinnen und Bürger des Hohenlohekreises dabei sind und wir gemeinsam drei Wochen lang Kilometer für Kilometer sammeln“, sagt Landrat Dr. Matthias Neth. „Neben den Vorteilen, die das Radeln für Gesundheit und Klima bereithält, lässt sich dabei auch noch die schöne hohenlohische Landschaft ganz neu entdecken.“

Alternativen zum motorisierten Individualverkehr

Mit dabei sind zudem zahlreiche Städte und Gemeinden des Kreises. Gemeinsam mit dem Landratsamt unterstützen sie mit der Teilnahme beim „Stadtradeln“ das gesamtgesellschaftliche Anliegen, die Mobilität breiter aufzustellen. „Auch im ländlichen Raum gibt es Alternativen zum motorisierten Individualverkehr“, sagen Yvonne Hoffmann, Radbeauftragte, und Martin Hellemann, Mobilitätsmanager des Landkreises. „Und dazu gehört zwischen Kocher und Jagst das Fahrrad, als stressfreie und klimaschonende Alternative zum Auto.“

Hintergrund

„Stadtradeln“ ist ein seit 2008 stattfindender Wettbewerb des Klimabündnisses, dem Netzwerk europäischer Kommunen, das auf lokaler Ebene Antworten auf den Klimawandel entwickelt. Im Rahmen der Aktion sollen 21 Tage lang möglichst viele Bürgerinnen und Bürger ihre Alltagswege mit dem Rad zurücklegen und dies via App dokumentieren. Teilnehmende und Kommunen mit den meisten gefahrenen Kilometern werden prämiert. Ziel des „Stadtradelns“ ist, die Vorteile des Radfahrens erfahrbar zu machen und die kommunale Radverkehrsplanung zu unterstützen. Dazu wertet die Technische Universität Dresden anonymisierte Daten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus, die dann den Städten und Gemeinden zur Verfügung gestellt werden.

Weitere Informationen unter www.stadtradeln.de

Pressemitteilung des Hohenlohekreises




ebm-papst investiert 20 Millionen Euro in Mulfingen

Zukunftsorientiert und mit Optimismus bereitet sich ebm-papst bereits auf die Zeit nach Corona vor. Am Sitz der Unternehmenszentrale in Mulfingen investiert der Technologieführer von Ventilatoren und Motoren knapp 20 Millionen Euro in drei neue Gebäude. Diese wird ebm-papst mit lokalen Unternehmen umsetzen und wie üblich dabei auf hohe Umweltstandards achten.

Insgesamt 11.400 Quadratmeter Fläche

Für seine Elektronikentwicklung, wichtiger Bestandteil intelligenter Ventilatorlösungen, überbaut ebm-papst ein Produktionsgebäude und schafft damit in den kommenden 24 Monaten zusätzliche 5.000 Quadratmeter für Forschung und Entwicklung.

Zwei weitere Gebäude plant ebm-papst auf seinem Werksgelände in Mulfingen-Hollenbach. Zum einen soll auf 3.800 Quadratmetern ein Neubau für den Betriebsmittelbau entstehen. Damit soll die Herstellung von Maschinen und Werkzeugen zur Fertigung neuer Ventilatorinnovationen unterstützt werden. Eine Ventilator-Erprobungshalle soll auf 2.600 Quadratmetern zur Sicherung höchster Qualität beitragen.

Neubauten auf neue Abeitplatzmodelle vorbereitet

Beim Neubau wird insbesondere auf moderne und zukunftsorientierte Arbeitsplätze geachtet, um neuen Arbeitsformen wie agiles Arbeiten in flexiblen Projektteams gerecht zu werden. Im Erdgeschoss werden zudem vorhandene Sozialräume erneuert und erweitert.

Die Bauzeit beider Gebäude wird bei rund 15 Monaten liegen.

“Wir stellen uns auf die Zeit nach Corona ein.“

Stefan Brandl, Vorsitzender der Geschäftsführung von ebm-papst: “Wir stellen uns auf die Zeit nach Corona ein. Mithilfe der Neubauten sind wir künftig noch besser aufgestellt, um der weltweit steigenden Nachfrage nach unseren intelligenten Ventilatoren nachzukommen.“

Thomas Wagner, designierter Vorsitzender der Geschäftsführung: „Die Investition ist für uns ein Signal für Aufbruch und Zukunft. Mit ihr wollen wir unsere führende Position auf dem Weltmarkt weiter ausbauen.“

Neu errichtetes EMV-Labor bereits seit Januar in Betrieb

Erst kürzlich, im Januar 2021, hatte ebm-papst mit der Fertigstellung eines neuen EMV Labors in Mulfingen seine Entwicklungskompetenz im Bereich der elektromagnetischen Verträglichkeit weiter ausgebaut. Auf rund 5.000 Quadratmetern analysieren über 50 Forscher und Entwickler des Ventilatorspezialisten Prüflinge in einer Größe von bis zu 60 Quadratmetern bei einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen und begleiten damit den wachsenden Einsatz von Elektronik in seinen Produkten.

Quelle: Pressemeldung ebm-papst

So soll das neue Gebäude für die Elektronikentwicklung aussehen. Foto: ebm-papst




„Wenn die Buchenbacher nein sagen, das wollen wir nicht, dann sind wir Eberbacher abgekappt“

Es ist ein altes Thema, das aber durch die Corona-Pandemie einen neuen Schub bekommen hat: fehlende Internetanschlüsse, Funklöcher, tote Telefone im Mulfinger Teilort Eberbach. Wer wirkliche Ruhe will, der kann sie dort finden. Anfang des Jahres allerdings kam Bewegung in die Sache: Die Telekom plant einen Mobilfunkmast – in der Nähe der Kirche von Buchenbach. Von dort aus sollen die Eberbacher mit Handyempfang und mobilem Internet versorgt werden. Doch die Buchenbacher wehren sich dagegen.

Auswirkungen aufs Ortsbild

„Ich kann ja verstehen, das die Buchenbacher das nicht an ihrer Kirche wollen“, zeigt eine Eberbacherin im Gespräch mit der GSCHWÄTZ-Redaktion Verständnis. „Das hat auch Auswirkungen auf das Ortsbild.“ Sie zieht einen Vergleich mit der Bergseilbahn in Künzelsau: Das sehe auch nicht unbedingt schön aus. „Aber es gibt Leute bei uns im Ort, die haben absolut nichts – keinen Internetanschluss, kein Telefon und keinen Handyempfang.“ Manche Nachbarn haben eine Verbindung ins WWW über Satellit, aber das sei sehr teuer. „Wenn die Buchenbacher nein sagen, das wollen wir nicht, dann sind wir Eberbacher abgekappt.“

„Das war reine Glückssache“

Sie und ihre Familie hätten noch Glück gehabt: Sie haben einen Festnetz- und Internetanschluss. Allerdings: „Bei schlechtem Wetter haben wir Ausfälle und wenn das Internet ausfällt, sind wir tot“, erklärt die zweifache Mutter. Handyempfang gibt es nicht, außerhalb vom Haus sei sie deshalb gar nicht erreichbar. Sie weiß von Nachbarn, die inständig darauf hoffen, dass der Mobilfunkmast wie geplant gebaut wird. Dabei hätten sie beim Einzug in ihr Haus Glück gehabt: Zuvor hat ihr Onkel dort gewohnt, der Telefonanschluss lief auf ihren Cousin. Weil der diesen nicht gekündigt hatte, konnten sie ihn einfach übernehmen. „Das war reine Glückssache“, sagt die Frau. Mittlerweile sei es Alltag, mit einem Funkloch zu leben. „Man gewöhnt sich daran, dass der Empfang weg ist, sobald man sich einmal umdreht.“ Besonders bitter: Bis zum Ortseingang von Buchenbach ist ein Glasfaserkabel verlegt, im Ort selbst aber nicht. „Aber“, befürchtet die gebürtige Eberbacherin, „ich habe Angst, dass gar nichts gemacht wird, wenn die sich jetzt nicht auf einen Standort einigen.“

„Darüber hinaus gehende Fragen können wir derzeit leider nicht beantworten“

Auf die GSCHWÄTZ-Anfrage zum aktuellen Stand in Sachen Funkmast schreibt Mulfingens Bürgermeister Robert Böhnel: „Sowohl zum Internet wie auch zum Mobilfunk, speziell zum Funkmast in Buchenbach, informieren wir die Bürgerschaft im örtlichen Mitteilungsblatt und in den Sitzungen sehr umfassend. Darüber hinaus gehende Fragen können wir derzeit leider nicht beantworten.“ Er fordert allerdings unsere Eberbacher Leserin dazu auf, sich direkt an ihn zu wenden.

Text: Sonja Bossert




Mulfingen: Chefwechsel bei ebm-papst

Stefan Brandl (52), CEO der ebm-papst Gruppe, wird das Unternehmen zum 30. Juni 2021 verlassen, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Er wird Vice Chairman des Automobilzulieferers Dräxlmaier. Brandl fällt der Wechsel nach eigenen Worten nicht leicht: „Ich habe meine gesamte berufliche Laufbahn bei ebm-papst verbracht. Der Schritt, das Unternehmen zu verlassen, fällt mir alles andere als leicht. Ich danke den Gesellschaftern, dem Beirat, meinen Kollegen in der Geschäftsführung und der gesamten Belegschaft herzlich für die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das Unternehmen ist strategisch bestens gerüstet und ich werde bis zu meinem letzten Arbeitstag mit Leidenschaft für ebm-papst arbeiten.“

Nachfolger

Den Vorsitz der Geschäftsführung übernimmt ab 1. Juli 2021 Thomas Wagner, seit 2002 Geschäftsführer Produktion und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung des Ventilatorenherstellers. Verantwortlich für das Vertriebsressort innerhalb der Gruppengeschäftsführung ist ab 1. April 2021 Thomas Nürnberger, seit 2016 CEO von ebm-papst China.

Über 30 Jahre im Unternehmen

Stefan Brandl hat bei ebm-papst in über 30 Jahren in verantwortlichen Positionen zur Entwicklung des Unternehmens beigetragen und die Unternehmensgruppe strategisch für eine erfolgreiche Zukunft positioniert. Unter seiner Führung wurde durch die Umsetzung der „one“-Strategie aus drei dezentral geführten Einheiten ein starker Unternehmensverbund mit klarem Fokus auf die Wachstumsmärkte China und Nordamerika. Gleichzeitig initiierte er mit der „Innovationsschmiede“ ebm-papst neo neue digitale Geschäftsmodelle für die ebm-papst Gruppe.

Abschiedworte

ebm-papst Unternehmensgründer und Ehrenbeiratsvorsitzender Gerhard Sturm sagte in der Mitteilung: „Im Namen der Gesellschafter danke ich Stefan Brandl sehr herzlich für alles, was er in den vergangenen 30 Jahren für unser Unternehmen erreicht hat. Wir bedauern seinen Weggang ganz außerordentlich. Wir freuen uns darüber, dass er den Familienunternehmen treu bleibt, denn sie sind das Herz des deutschen Mittelstands. Für seine berufliche und private Zukunft wünschen wir ihm alles erdenklich Gute.“ Auch Dr. Ludger Laufenberg, Beiratsvorsitzender der ebm-papst Gruppe, sagte zum Abschied: „Herrn Brandl danke ich im Namen des Beirats für die positive Entwicklung und strategische Ausrichtung der Unternehmensgruppe sowie für sein erfolgreiches Management in der gegenwärtigen Corona-Krise. Wir gratulieren ihm zu seiner neuen Aufgabe. Wir danken unserem langjährigen Geschäftsführer Thomas Wagner, dass er den Vorsitz der Geschäftsführung übernimmt und damit Kontinuität in der Unternehmensführung sicherstellt. Thomas Nürnberger übernimmt in der Gruppengeschäftsführung das Vertriebsressort. Wir wünschen auch ihm viel Erfolg. Die Führungsmannschaft ist ein eingespieltes, erfahrenes Team, das den Wachstumskurs des Unternehmens gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konsequent weiterverfolgen wird. ebm-papst ist für die Zukunft hervorragend aufgestellt.“

Quelle: Pressemitteilung von ebm-papst

 

Thomas Wagner wird Vorsitzender der ebm-papst-Geschäftsführung. Foto: Philipp Reinhard

Thomas Nürnberger wird in der Geschäftsführung verantwortlich für das Vertriebsressort. Foto: ebm-papst




ebm-papst stellt neues Laborzentrum fertig

Die hohe Bedeutung seiner Forschung und Entwicklung beweist der Ventilatorenhersteller ebm-papst mit der Fertigstellung eines neuen Testzentrums in Mulfingen, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit. Auf über 5.000 Quadratmetern hat der Technologieführer neue Laborflächen für Analysen und Funktionstests im Bereich der elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV) geschaffen. Während der 14-monatigen Bauzeit wurden zwölf Millionen Euro investiert. Das Unternehmen hat sich dabei auf die regionale Bauwirtschaft konzentriert.

Platz für 50 Mitarbeiter

„Aufgrund unserer Auswahl von heimischen Unternehmen konnte trotz Covid-19 der Zeitplan eingehalten werden“, sagt Dr. Stephan Arnold, ebm-papst Gruppengeschäftsführer Forschung und Entwicklung, in der Mitteilung. „Dadurch können wir wie geplant im ersten Quartal 2021 mit dem Messbetrieb starten und den wachsenden Einsatz von Elektronik in unseren Produkten analytisch begleiten.“ Martin Schmitt, Abteilungsleiter in der Elektronikentwicklung bei ebm-papst, erklärt: „In dem neuen EMV-Testzentrum werden zukünftig 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus unseren Elektronik-Dienstleistungsbereichen tätig sein.“

Schirm- und Absorberhallen

Einen Großteil der Fläche benötigen die für die EMV-Messtechnik notwendigen Schirm- und Absorberhallen. Hier wird zum einen die Abschirmung vor äußeren Störquellen ermöglicht, zum anderen die Simulation eines Freifelds erreicht. „Damit ist es möglich, normgerechte Störfestigkeits- sowie Störaussendungsprüfungen an Prüflingen mit einer Größe von bis zu 60 Quadratmetern und einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen durchzuführen“, berichtet Schmitt stolz.

Nachhaltiges Denken und Handeln

Bei dem Mulfinger Unternehmen hat nachhaltiges Denken und Handeln hohe Priorität. Unter der Leitlinie „GreenIntelligence“ spiegelt das ebm-papst sowohl in seinen Produkten, Prozessen und der Unternehmenskultur als auch in seinen Neubauten wider. Die Wärme- und Kälteerzeugung der neuen Labore erfolgt über eine Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung. Überschüssige Wärme – vor allem in den Sommermonaten – wird für den Antrieb von Absorptionskälteanlagen genutzt. Die Beheizung und Kühlung der Räume erfolgt weitestgehend über kombinierte Heiz- und Kühldecken, die sich durch hohe Kaltwassertemperaturen und sehr moderate Heizwassertemperaturen energetisch auszeichnen. „Über eine spezielle Verschaltung der Umluftanlagen und eine hochkomplexe Mess-, Steuer- und Regelungstechnik gelingt es uns, prozessübergreifend eine Gesamtluftmenge von zirka 140.000 m³/h einzusparen“, sagt Markus Mettler, verantwortlich für den Bau bei ebm-papst Mulfingen. „Dies wirkt sich positiv auf den Verbrauch der Luftfördereinrichtungen sowie auf die thermische Aufbereitung der Umluft aus und minimiert den Energiebedarf deutlich“.

Quelle: Pressemitteilung von ebm-papst

 

Rund zwölf Millionen Euro hat das neue Laborzentrum in Mulfingen gekostet. Foto: ebm-papst




Letzte Abfuhr von Leichtverpackungen in grüner Tonne

Die Abfallwirtschaft Hohenlohe informiert:

Bis Mittwoch, 30.12.20, finden die letzten Abfuhren von Leichtverpackungen in den Bezirken Bretzfeld, Ingelfingen, Künzelsau, Mulfingen und Pfedelbach Bezirk 1 über die grüne Tonne statt. Bitte befüllen Sie danach nur noch Gelbe Säcke und stellen diese zur Abfuhr bereit. Die Abfuhrtermine für den Gelben Sack stehen in der Abfall-App „Abfallinfo HOK“ und im neuen Abfallkalender. Die ersten Abfuhren von Leichtverpackungen über den Gelben Sack finden in den genannten Bezirken zwischen 05.01. und 15.01.21 statt. Bis 31.12.20 haben Sie die Möglichkeit, Leichtverpackungen auch auf dem Recyclinghof abzugeben.

Weitere Informationen unter www.abfallwirtschaft-hohenlohekreis.de/neu-ab-2021

Die Abfall-App „Abfallinfo HOK“ erinnert an alle Abfuhrtermine. Sie steht in den gängigen App-Stores kostenlos zum Download zur Verfügung.

Kunststoffmüll Symbolfoto. Quelle: adobe stock




„Wir Bauern können nicht heute Millionen in tierwohlgerechte Ställe investieren, wenn diese durch einen gefühlt willkürlich entstandenen Gesetzesbeschluss morgen schon veraltet sind“

Erst Ende Mai 2020 haben Maike und Markus Wilhelm ein neues Deckzentrum auf Ihrem Schweinehof in Mulfingen in Betrieb genommen. Wie der Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems  mitteilt, wurde das Projekt mit wissenschaftlicher Beratung und als besonders tierwohlgerechter Stall geplant. Trotzdem sei es aufgrund des zeitgleich verabschiedeten Bundesratsbeschluss zur Tierhaltung heute schon „veraltet“, denn im Juli 2020 hat der Bundesrat die siebte Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung beschlossen. Dies war nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes des Landes Sachsen-Anhalt vom November 2015 („Magdeburger Urteil“) nötig geworden.

Typisch Hohenloher Betrieb

Markus Wilhelm beschreibt seinen Familienbetrieb als einen typischen Hohenloher Betrieb. Seine Frau Meike und er hätten sich bewusst für die Sauen-Haltung entschieden und deshalb auch das neue und tierwohlgerechte Deckzentrum mit 140 Plätzen errichtet. Durch die späte Klarheit habe der Betrieb das Problem, dass sie den neuen, bis vor 6 Monaten weit über die damals geltenden Vorschriften hinaus, für 800 000 Euro erbauten Stall, in acht Jahren so nicht mehr betreiben zu dürfen. Denn die darin lebenden Tiere haben hier „nur“ 3,8 von den nun gesetzlich geforderten 5 Quadratmetern Platz.

Viele tausend Euro notwendig

Viele tausend Euro wären für die Familie Wilhelm notwendig, um den Stall auf den aktuellen Stand der Vorschriften zu bringen. Als Alternative bliebe nur  die Reduzierung des Viehbestands, mit der Folge, dass weniger Einkommen erzielt wird. Dieses Dilemma der unkalkulierbaren politischen Beschlüsse ist für die Landwirte existenziell.

Dilemma der unkalkulierbaren politischen Beschlüsse ist für die Landwirte existenziell

Der Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems möchte von Vertretern der Politik wissen, wie man sich dort die Landwirtschaft der Zukunft vorstellt. „Wir wollen wissen, wo die Reise hingeht“, betont der Geschäftsführer Helmut Bleher. „Wir Bauern können nicht heute Millionen in tierwohlgerechte Ställe investieren, wenn diese durch einen gefühlt willkürlich entstandenen Gesetzesbeschluss morgen schon veraltet sind“, so Maurer weiter.

Aus diesem Grund tauschten sich Vertreter des Bauernverbandes und der Bundestagsabgeordnete Harald Ebner vom BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN auf dem Hof von Maike und Markus Wilhelm in Mulfingen über die vom Bundesrat beschlossenen Regelungen in der Tierhaltung und entsprechende Auswirkungen der Neuerungen vor Ort in Hohenlohe aus.

Ebner: „Warum wurden die Landwirtinnen und Landwirte vom zuständigen Ministerium so lange in Unsicherheit gelassen?“

Abgeordneter Ebner bekennt sich bei seinem Besuch zu einer, für landwirtschaftliche Betriebe existentiell notwendigen, Planungssicherheit. „Das Magdeburger Urteil gab es bereits 2015. Warum wurden die Landwirtinnen und Landwirte vom zuständigen Ministerium so lange in Unsicherheit gelassen?“ Auch auf die Trendumkehr in der Gesellschaft, den Wunsch und die Notwendigkeit nach mehr Tierwohl und einer höheren Umweltverträglichkeit, müssen sich die landwirtschaftlichen Betriebe sicher einstellen können. „Deshalb fordern wir seit langem, dass Leistungen für die Umwelt und die Gesellschaft besonders honoriert werden“, so der Abgeordnete.

„Landwirte dürfen dabei nicht bis an die Schwelle ihrer Existenzsicherheit gefordert werden“

Das beschreibt auch Jürgen Maurer als Vorsitzender des Verbandes und als Landwirt ähnlich. Er weiß, dass sich viele Bäuerinnen und Bauern fragen, wie es weiter gehen soll. Er kündigt an, für die Existenz der Höfe in der Region zu kämpfen. Dabei verkennt er nicht, dass die Bedürfnisse der Menschen unserer Gesellschaft von der Landwirtschaft aufgenommen werden müssen. „Tierwohl ist jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Landwirte dürfen dabei nicht bis an die Schwelle ihrer Existenzsicherheit gefordert werden. Zudem brauchen sie, mit dem Blick auf immer neu entstehende Auflagen, mehr Planungssicherheit“, betont Maurer.

Schweinezüchter Markus Wilhelm: „Wir können weiter existieren, wenn man uns mitnimmt“

Trotz unterschiedlicher Herangehensweisen und kontroversen Diskussionen, wie es funktionieren könnte, ist sich die Gruppe einig, dass Landwirtschaft auskömmlich und zukunftsfähig sein muss. „Wir können weiter existieren, wenn man uns mitnimmt“, sagt Markus Wilhelm.

Markus Wilhelm, Landwirt aus Mulfingen
Foto: Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

Markus Wilhelm erläutert seinen Besuchern die politische Problematik
Foto: Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

 




Mehrere Radfahrer bei Unfällen verletzt

Übers Wochenende wurden im Hohenlohekreis mehrere Fahrradfahrer bei Unfällen verletzt. Am Freitag verletzte sich eine 31-Jährige bei Mulfingen, als sie mit ihrem Rennrad auf dem Fahrradweg zwischen Mulfingen und Ailringen unterwegs war.

Ein 76-Jähriger der mit seinem PKW zu einem Grundstück gelangen wollte, kam der Radfahrerin und ihrem Begleiter entgegen. Die Frau verlor wohl aufgrund des zu geringen Seitenabstands zum PKW die Kontrolle über ihr Rad und stieß mit dem Wagen zusammen. Sie zog sich bei der Kollision leichte Verletzungen zu. An dem Rennrad und dem Auto entstanden Schäden in Höhe von insgesamt etwa 3.000 Euro.

Ebenfalls am Freitag musste in Krautheim ein Rettungshubschrauber wegen eines verletzten Fahrradfahrers landen. Ein 73-Jähriger fuhr am Nachmittag mit seinem Pedelec auf der Bergstraße, als er vermutlich aus Unachtsamkeit gegen eine Verkehrsinsel fuhr. Der Mann, der ohne Fahrradhelm unterwegs war, stürzte daraufhin und wurde schwer verletzt. Er wurde von Rettungskräften in eine Klinik geflogen. Einen 60-Jährigen traf es am Sonntagnachmittag in Künzelsau glücklicherweise nicht ganz so schlimm. Der Mann radelte auf seinem E-Bike die Hauptstraße entlang, als ihn ein 77-Jähriger mit seinem Auto überholte.

Vermutlich war der Abstand des PKWs zum Fahrrad zu gering, weshalb der Radler ins Straucheln geriet. Er konnte den Sturz abfangen, suchte allerdings das Gespräch mit dem Autofahrer. Dazu lief er mit seinem Rad vorne um den stehenden Wagen herum. Als sich der 60-Jährige direkt vor dem PKW befand, rollte dieser nach vorne und klemmte das Rad unter sich ein. Beim Versuch das E-Bike unter dem Auto hervorzuziehen stürzte der Fahrradfahrer und zog sich leichte Verletzungen zu. Die entstandenen Schäden am PKW und dem Fahrrad beziffert die Polizei mit etwa 500 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




„Wir freuen uns auf unsere Schüler“

Ab Montag, den 15. Juni 2020, geht es für einen Großteil der Schüler wieder zurück in die Klassenzimmer – zumindest stunden-, tageweise und wochenweise. Jede Schule im Hohenlohekreis hat sich Gedanken um ein passendes Konzept gemacht, welche Stunden für welche Schüler wie angeboten werden können. Das hängt unter anderem auch davon ab, wieviele Lehrkräfte zur Verfügung stehen, da Lehrer, die einer Corona-Risikogruppe angehören, vom Präsenzunterricht befreit sind. Viele Schulen haben darüber hinaus versucht, die Stundenpläne passend zu den Busfahrplänen abzustimmen. Es zeigt sich: Jede Schule hat dabei für sich individuelle Lösungen gefunden.

Kupferzell: „Es wurde bei der Einteilung auf die zeitgleiche Beschulung von Geschwisterkinder geachtet.“

In der Johann-Friedrich-Mayer-Schule in Kupferzell wurden wie in den meisten anderen Schulen auch, die Klassen und Lerngruppen in Kleingruppen eingeteilt. Rektor Markus Autenrieth erklärt: „Es wurde bei der Einteilung auf die zeitgleiche Beschulung von Geschwisterkinder geachtet.“ Die Beschulung finde im wöchentlichen Wechsel (A-Woche und B-Woche) statt. Die Schule hält sich dabei an den Vorschlag des baden-würrtembergischen Kultusministeriums, dass die Kinder eine Woche Präsenzunterricht im Klassenzimmer haben und eine Woche homeschooling „Der Unterricht beginnt und endet versetzt, ebenso die Pausenzeiten“, erkärt Autenrieth weiter. So stehen nicht alle Schüler zur gleichen Zeit auf dem Pausenhof. „In der Woche, in der die Lerngruppe kein Unterricht hat, finde die Beschulung weiterhin online oder mit Aufgaben aus dem Präsenzunterricht statt“, so der Rektor.

Die Gemeinschaftsschule kann es ermöglichen, dass Schüler aller Klassenstufen (1 bis 10) eine Woche mit mindestens 20 Unterrichtsstunden an der Schule im Präsenzunterricht ist. Die tägliche Unterrichtszeit umfasst laut Autenrieth 4 bis 5 Schulstunden. „In der darauf folgenden Woche findet das Homeschooling statt, so dass im Schnitt jede Schülerin / jeder Schüler auf mindestens 10 Unterrichtsstunden im Präsenzunterricht pro Woche kommt.“ Die Zeiten würden zum allergrößten Teil mit dem Busfahrplan übereinstimmen. „Da wir aber Schüler aus einem Umkreis von zirka 20 Kilometer haben, kann es sein, dass manche längere Zeit auf den Bus warten müssen oder von den Eltern in Fahrgemeinschaften abgeholt werden.

Mulfingen: Ein Tag Schule, ein Tag homeschooling – immer im Wechsel

An der Bischof von Lipp Schule, ebenfalls eine Gemeinschaftsschule, gibt es ein anderes Modell. Schulleiter Johannes Dirnberger erklärt: „Die Schüler jeder Jahrgangsstufe sind mindestens an zwei Tagen an der Schule, dies in jeder Woche.“ Es gibt also keinen wöchentlichen Wechsel. „Nach jedem Präsenztag gibt es einen Heimarbeitstag, an dem Aufgaben gemacht werden, die dann am nächsten Präsenztag in der Schule besprochen werden“, erklärt der Schulleiter und nennt ein Beispiel für die Jahrgangsstufe:

Klasse: 5a/b

Aus Hygienegründen sind die Klassen noch einmal in sich getrennt, so dass sich vier Gruppen mit der erlaubten Schülerzahl ergeben.

Montag: Präsenztag 

Dienstag: Heimarbeitstag

Mittwoch: Präsenztag

Donnerstag: Heimarbeitstag

Freitag: Heimarbeitstag

Bei der Jahrgangsstufe 6 werde nach demselben Prinzip verfahren. „Dann ist das Schulhaus an den Montagen und dem Mittwoch von den Abstandsregeln her ziemlich voll“, erklärt Johannes Dirnberger. „Die Jahrgangsstufen sieben und acht kommen dann zum Beispiel am Dienstag und Donnerstag zum Präsenztag. Für die  Jahrgangsstufen 9 und 10 weichen wir räumlich aus.“

Johannes Dirnberger sieht mehr Vorteile für dieses Unterrichtsmodell

Er sieht mehr Vorteile in diesem Unterrichtsmodell als in einem wöchentlichen Wechsel und nennt hierfür folgende Gründe:

1. Lehrkräfte arbeiten an der Schule in einem System und nicht im Wechsel zwischen Präsenz – und Fernlernunterricht

2. Wir haben bis zu den Sommerferien kontinuierlich Unterricht, Eltern können planen und wir kommen im Stoff besser voran, als wenn zwischendrin immer eine Woche liegt. Die Tagesaufgaben können die S Schüler gut meistern und dann am Folgetag direkt nachfragen. 

3. Wir kommen mit den Lehrerstunden hin, da wir so alle Lehrkräfte jede Woche gleichmässig beschäftigen können. 

Die Präsenztage umfassen laut Schulleiter Dirnberger jeweils mindestens sechs Schulstunden, die Materialien für die Heimarbeitstage seien ebenfalls für diese Zeit ausgelegt. „Neben Deutsch, Mathematik und Englisch unterrichten wir auch stark eingeschränkt die Nebenfächer. Somit ist jeder Schüler pro Woche zwischen 12 und 14 Stunden im Präsenzunterricht an der Schule anwesend.“ Die Heimarbeit ist mit ebenfalls mit zirka 14 bis 18 Stunden pro Woche veranschlagt. 

„Leider haben wir mit dem Nahverkehrsmodell einen vergleichweise unflexiblen Partner“

Bezüglich den Pausenzeiten erklärt Johannes Dirnberger: „Die Pausenzeiten sind flexibel, das heißt, die Gruppen haben unterschiedlich Pausen.“ Das Ziel dabei sei es, möglichst wenig Schüler gleichzeitig auf dem Schulhof und in den Gängen zu haben. „Auf dem Schulhof und im Schulgebäude ist genug Platz, um das Pausenbrot mit entsprechendem Abstand zu verzehren. Die Sitzgelegenheiten geben dies her. Für den Notfall haben wir die Sporthalle als Pausenbereich zur Verfügung, etwa bei extremem Schlechtwetter.“

Ein kleines Manko gibt es laut Dirnberger bislang noch: „Leider haben wir mit dem Nahverkehrsmodell einen vergleichweise unflexiblen Partner, da laufen die Gespräche noch. Für Kinder ausserhalb der Gemeinde Mulfingen, bei denen wir wissen, dass sicher kein Bus fährt, haben wir eigene Busverkehre eingerichtet. Dies bedeutet aber für uns einen organisatorischen und finanziellen Kraftakt.“

Forchtenberg: Auf dem Schulhof gibt es für die Schüler Aufstellpunkte für die A- Klassen und die B- Klassen.

Für die Geschwister-Scholl-Schule in Forchtenberg waren für die Planungen wiederum die Busankunfts- und Busabfahrtzeiten entscheidend, wie Rektorin Petra Schüler gegenüber GSCHWÄTZ erklärt:

„Wir unterrichten die Kinder rollierend, allerdings wöchentlich, so dass alle Schüler jede Woche für 2 Tage an der Schule sein werden und dadurch mehr Unterricht erhalten. 
Unsere 16er Klassen machen dies möglich. Wir beginnen am Morgen um eine halbe Stunde versetzt, sodass wir den Überblick über die ankommenden Kinder haben. Sie sind nach den Vorgaben der Ministerin zusammengestellt. Das heißt Klassen 1 und 3 und die Klassen 2 und 4.“

Auf dem Schulhof gebe es für die Schüler Aufstellpunkte für die A- Klassen und die B- Klassen. Rektorin Schüler erklärt: „Die Aufsicht holt die Kinder einzeln herein und fordert sie zur Händedesinfektion auf. Anschließend gehen sie in die Klassenzimmer.“
In dieser halbstündigen Ankunftszeit könne gefrühstückt werden. „Die Pausen werden, wenn notwendig, immer mit 4 Kindern durchgeführt. Die Aufsichtsperson beobachtet die Pausensituation und die Toilettengänge
und das Händedesinfizieren im Anschluss. Unsere Ü-60 Lehrerinnen haben für jedes Kind Masken genäht, die täglich nach Unterrichtsende gewaschen werden.“

„Unsere Ü-60 Lehrerinnen haben für jedes Kind Masken genäht, die täglich nach Unterrichtsende gewaschen werden“

„Außerdem haben wir dankenswerterweise Masken und Desinfektionsmittel von der Firma Arnold erhalten. Über den örtlichen Schreiner konnten Spuckschutze für die Lehrkräfte bestellt werden. Desinfektionsstationen sind im Foyer und in den Toiletten ausreichend vorhanden. Die Reingung und Desinfektion der Schule verlief bislang sehr professionell. Die Zusammenarbeit mit dem Rathaus gestaltete sich sehr gut. Unser Kollegium ist nach dem Schulhausbrand 2016 und dem anschließenden Hochwasser ein eingespieltes kollegiales und engagiertes Team. Schüler Das ist in Krisensituationen von entscheidender Wichtigkeit und erleichtert jedem Schulleiter die Arbeit.“

Petra Schüler lobt in diesem Zusammenhang die Arbeit der Eltern: „Auch die Elternschaft hat hervorragende Arbeit geleistet.“

Der „Testlauf“ mit den vierten Klassen, die bereits wieder beschult werden, habe gut funktioniert, „so dass wir guter Dinge sind, die letzten Wochen gut zu bewältigen. Wir freuen uns auf unsere Schüler.“

Johannes Dirnberger, Schulleiter an der Bischof-von-Lipp-Schule in Mulfingen, ist bald nicht mehr umringt von leeren Stühlen. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




Findet Nemo – Fische geklaut

Aus einem Fischteich in Mulfingen-Ailringen wurden zahlreiche Fische gestohlen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor.

Unbekannte drangen in der Zeit zwischen Mittwochnachmittag, den 03. Juni 2020, und Montagmittag, den 08. Juni 2020, in das Gartengrundstück im Kirchbergweg ein und entnahmen dort etwa 30 Kois, Goldfische und Schleierschwänze aus dem Teich und transportierten diese ab.

Die Fische haben einen Wert von mehreren hundert Euro. Zeugen, die Hinweise auf den oder die Täter haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 06294/234 beim Polizeiposten Krautheim zu melden.