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„Sehr belastend“

Die Musikgruppe Keep alive hat am Donnerstag, den 21. Mai 2020, für Pfleger und Bewohner des Eduard-Knoll-Wohnzentrums für Körperbehinderte in Krautheim ein Corona-Straßenkonzert gegeben. Bei Kaiserwetter gab es international bekannte Oldies, aber auch aktuelle deutsche Lieder zu hören. Wie gut das bei den Bewohnern angekommen ist und wie die Coronaschutzmaßnahmen deren Leben und den Berufsalltag der Pfleger verändert hat, dazu hat GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus sie unter anderem befragt.

GSCHWÄTZ: „Wie hat Ihnen das Konzert von Keep alive gefallen?“

Jutta aus Krautheim: „Supergeil. Das war Abwechslung, schön, entspannend. Einfach eine andere Alternative für das tägliche Leben hier. Ich denke, da werde ich noch ne Weile dran zu knabbern haben und auch immer wieder ins Gedächtnis rufen. Mit sich tragen und in sich wirken lassen. Ruhe und entspannend. Einfach, wenn man schlechte Laune hat, an den glücklichen Moment wieder zurückdenken.“

GSCHWÄTZ: „Wie gefällt Ihnen die Musik von Keep alive?“

Carmen aus Krautheim: „Gut. Gemischt, Deutsch, Englisch finde ich sehr gut.“

GSCHWÄTZ: „Wie weit fühlen Sie sich eingeschränkt durch die Schutzmaßnahmen gegen Corona?“

Carmen: „Also bei mir geht`s. Ich bin ja hier mit meinen Freunden zusammen und mit der Familie kann ich telefonieren. Wir können ja auch noch in den Hof raus. Für mich wäre es schlimmer, wenn wir jetzt nur auf dem Zimmer sitzen würden und niemanden sehen könnten.“

GSCHWÄTZ: „Wir sehr haben damals die sehr eingeschränkten Sicherheitsmaßnahmen gegen Corona ihr persönliches Leben beeinflusst?“

Jutta: „Man durfte nicht mehr raus, man durfte nicht gerade einkaufen gehen. Wenn ich selbst unterwegs sein kann, mache ich das. Jetzt haben wir Gottseidank unsere Tagesstrukturierung und die hilft uns Bewohnern, unsere Einkäufe zu erledigen. Wir müssen hier halt das Beste daraus machen.“

Carmen: „Ich hab`s eigentlich recht locker genommen. Mich hat das nicht so betroffen.“

GSCHWÄTZ: „Sie sind zuversichtlich?“

Carmen: „Ja. Auf alle Fälle.“

GSCHWÄTZ: „Wie haben die Corona-Maßnahmen Ihr Leben als Pfleger verändert?“

Tobias, Pfleger, Eberstal: „Das hat sich so ausgewirkt, dass ich meine sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren musste, um die Bewohner hier vor Covid-19 zu schützen. Natürlich auch die psychische Situation der Bewohner durch die Ausgangsbeschränkungen hat sich nicht gerade erleichtert sondern eher verschlechtert. Dadurch wird auch die Arbeit hier anspruchsvoller. Man wird als Pfleger schon mehr belastet.“

GSCHWÄTZ: „Wie fühlt man sich, wenn man mit den Leuten doch relativ auf Distanz zu tun hat oder arbeiten muss? Wie ist das für Sie?“

Tobias: „Die intensive Betreuung, die die Langzeitbewohner auch benötigen, die fällt dadurch total unter den Tisch. Und das ist auch für mich als jemand, der den Beruf von Herzen macht, natürlich schon arg belastend, dass man sich in gewissen Situationen nicht so verhalten kann, wie man gerne würde. Schon schade gerade aber um die Bewohner zu schützen, muss man das halt noch eine gewisse Zeit durchziehen.“

GSCHWÄTZ: „Wie nehmen das die Bewohner hier auf?

Tobias: „Sie haben Verständnis dafür, dass gerade die Schutzmaßnahmen und die Vorgaben so sind, wie sie sind. Und sie hoffen im Prinzip auch einfach, dass es schnellstmöglich wieder gelockert wird, dass sie langsam wieder ihrem geregelten Alltag nachgehen können.“

GSCHWÄTZ: „Das wie vielte Mal spielt ihr hier und wie seid ihr mit den Reaktionen eurer Zuschauer und des Publikums zufrieden?“

Sebastian von Keep alive: „Wir sind jetzt das zweite Mal hier gewesen. Wir haben die letzte Weihnachtsfeier hier gespielt. Und die Reaktionen sind megageil. Wahrscheinlich eins der besten Publikum, die wir gehabt haben oder die wir haben.“

GSCHWÄTZ: Ihr kommt dann auch das dritte Mal?“

Sebastian: „Wir hoffen doch. Wir haben gerade schon ein paar Stimmen gehört. Also wahrscheinlich sind wir noch das eine oder andere Mal hier.“

GSCHWÄTZ: „Ihr wart heute Zuschauer beim Konzert. Wie haben euch die Schutzmaßnahmen vor Corona in eurem Leben eigentlich beeinflusst?“

Hanna aus Krautheim: „Zum einen, die ganzen Festle fallen aus. Die ganzen Dorffeste, die jetzt angefangen hätten um diese Zeit, und auch die Festivals fallen aus. Wir sind beide Festivalgänger und gehen gerne mal feiern. Einfach ein bisschen unter die Leute und gehen gerne Tanzen. Das können wir jetzt gerade nur für uns oder halt mit Abstand Zuhause.“

GSCHWÄTZ: „Welche Alternativen gibt es für euch als Partyfrauen?“

Maria aus Diebach: „Für uns ist das hier eine Alternative, deshalb sind wir auch hierhergekommen. Weil es einfach schön ist, mal wieder Live-Musik zu hören. Natürlich und selbstverständlich mit ganz viel Abstand.“

GSCHWÄTZ: „Wie gut tut euch so ein Konzert hier im Freien?“

Hanna: „Da kommen schon Glücksgefühle hoch. Glücksmomente, weil wir beide ohne Musik überhaupt nicht können. Bei uns ist immer Musik dabei. Und deswegen ist das eine sehr gute Alternative für uns.“

GSCHWÄTZ: „Und ihr wart mit der Musikauswahl von Keep alive zufrieden?“

Beide: „Ja sehr. Wir mögen Rock und Pop.“

GSCHWÄTZ: „Wie zufrieden seid ihr generell mit den Schutzmaßnahmen oder Vorsichtsmaßnahmen, die die Regierung uns jetzt verordnet hat?“

Maria: „Ich finde, es ist wichtig, dass man da auch vorsichtig ist. Gerade auch für die Schwächeren in unserer Gesellschaft. Und deswegen finde ich es auf jeden Fall auch in Ordnung, auch das mit den Masken.“

Hanna: „Und ich würde sagen, wir haben uns da sehr gut angepasst und können damit gut leben und machen da einfach das Beste für uns draus.“

Corona: Für Pfleger und Bewohner keine einfache Situation, aber die Musik lenkte jeden von den aktuellen Gegebenheiten ab. Foto: GSCHWÄTZ

Corona: Für Pfleger und Bewohner keine einfache Situation. Foto: GSCHWÄTZ

Keep alive gab am Donnerstag, den 21. Mai 2020, ein Coronakonzert beim Eduard-Knoll-Wohnzentrum in Krautheim. Foto: GSCHWÄTZ

 




82-Jährige erfasst Neunjährige mit Auto, Kind wird schwer verletzt

Am Montagabend, den 18. Mai 2020, wurde in Krautheim ein Kind beim Überqueren der Fahrbahn von einem Pkw erfasst.

Gegen 18 Uhr war das neunjährige Mädchen mit ihrem Bruder und ihrem Vater auf Fahrrädern unterwegs. Als das Mädchen von ihrem Fahrrad abstieg und die Fahrbahn der Landstraße bei Krautheim überqueren wollte, übersah sie vermutlich den Ford einer 82-jährigen Frau. Das Auto erfasste die Neunjährige frontal. Durch den Zusammenprall erlitt das Kind schwerste Verletzungen und wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

Krautheim. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




„Für viele Familien ein Problem, wenn sie nicht für jedes Kind einen Rechner haben“

In Zeiten von Corona lernen die Schüler von Zuhause aus, Homeschooling ist das Schlagwort der Stunde. Dazu mussten die Schulen Strukturen aufbauen, um die Kinder und Jugendlichen mit den nötigen Lernmaterialien versorgen zu können.

„Seit zwei bis drei Jahren nutzen wir das für unsere Fünftklässler“

Die Realschule in Krautheim hatte bereits eine digitale Struktur. „Wir nutzen Office 365 von Microsoft“, sagt Schulleiter Thomas Weniger. Die Schule hat seit einigen Jahren eine Lizenzvereinbarung mit dem Software-Riesen. „Wir haben einen Pauschalvertrag über alle Rechner im Haus, der nach Anzahl der Lehrkräfte bezahlt wird“, so der Rektor. Der Vertrag beinhalte auch Heimnutzungsrechte für das Kollegium und die Schüler. „Seit zwei bis drei Jahren nutzen wir das besonders für unsere Fünftklässler“, so Weniger weiter. Als im März klargeworden sei, dass die Schulen schließen, mussten nur noch die E-Mail-Adressen der Eltern eingeholt werden, damit alle direkt erreichbar sind. Worüber sich Weniger besonders freut: Alle Eltern haben geantwortet. Am letzten Schultag hätten außerdem die Schüler einen Link oder Bar-Code bekommen, mit dem sie sich direkt in ihren digitalen Klassenordner mit Arbeitsaufträgen der Fächer einloggen konnten.

„Es läuft ganz gut bei uns“

„Der Online-Unterricht läuft bei uns ganz gut“, ist Weniger überzeugt. Sowohl Zugang als auch Struktur seien recht einfach. Unterrichtet werde nach Stundenplan, für den zuvor Wochenpläne erstellt worden seien. „Wir haben einen Musterwochenplan, anhand dem die Lehrer vorgehen“, sagt er. So könnten alle einheitlich und strukturiert arbeiten. Vorher hätte es kein digitales Lernen an der Realschule gegeben, lediglich einen Server mit Tauschordnern, auf die Schüler und Lehrer Zugriff hätten.

„Es ist auch eine Belastung für die Eltern“

„Es ist ja auch eine Belastung für die Eltern, wenn eine Schule verschiedene Möglichkeiten nutzt“, so Weniger. Die hätten oft genug Probleme, das Homeschooling zuhause zeitlich zu koordinieren. „Für viele Familien ist es zudem ein Problem, wenn sie nicht für jedes Kind einen Rechner haben.“ Auch die Rückmeldungen von Seiten der Schüler sei positiv. Wenn er bei seinen Schülern anrufe, geht es ihnen zwar ganz gut, vielen sei aber langweilig. Den Umfang der Aufgaben für Zuhause finden die meisten in Ordnung.

„Videokonferenzen sind lediglich für kleine Schülergruppen“

Nach den Osterferien wurden in Krautheim wie an vielen anderen Schulen Videokonferenzen eingeführt. Diesem Heimnutzungsrecht mussten die Eltern zuvor zustimmen, was 78 Prozent auch taten. „Die Videokonferenzen sind lediglich für kleine Schülergruppen“, sagt Weniger, der selbst Englisch unterrichtet. Sie seien nicht vergleichbar mit Präsenzunterricht. „Wenn eine gewisse Schülerzahl überschritten wird, wird es schwierig, was Sinn und Zweck anbelangt“, findet er. Der Lernstoff müsse also anders aufbereitet werden.

Den Rücklauf muss der Lehrer einfordern.

Nach drei bis vier Unterrichtsstunden würde er von seinen Schülern eine Rückmeldung verlangen. Das heißt, sie müssen ihre Hausaufgaben an den Lehrer schicken. Ansonsten kontrollieren sie ihre Aufgaben anhand von eingestellten Lösungen selbst. Schulleiter Weniger ist der Kontakt wichtig: „Wenn nichts kommt, schreibe ich eine E-Mail. Kommt dann immer noch keine Reaktion, rufe ich an“. Diesen Rücklauf müsse der Lehrer einfordern, Hausaufgaben auch mal ausdrucken und korrigieren. Und dann an die Schüler ein entsprechendes Feedback geben. Meistens klappe es aber auf Anhieb.

Aufgaben müssen bis 8 Uhr online sein

Manche Lehrer geben die Hausaufgaben wochenweise, andere täglich. Das werde unterschiedlich gehandhabt, allerdings müssen die Aufgaben bis spätestens 8 Uhr online sein. Das erleichtere es den Schülern, zuhause einen Rhythmus zu finden. Momentan hält Weniger dieses Vorgehen für alternativlos. Er komme mit dem Unterrichtsfortschritt voran, zwar langsamer, aber die Qualität sieht er bei ungefähr Dreiviertel der sonstigen.

„Es besteht die Gefahr, dass Schüler abgehängt werden“

Dennoch befürchtet der Schulleiter, dass die Schere zwischen guten und schlechten Schülern noch weiter auseinandergeht. „Es besteht durchaus die Gefahr, dass Schüler abgehängt werden“, sagt er. Deshalb können in Krautheim Schüler, die Unterstützung brauchen, in die Schule kommen. „Die Lehrer melden Problemfälle an die Schulsozialarbeit“, beschreibt Weniger. Die lade die Schüler ein. Zurzeit seien das zwei, es könnten aber auch vier bis fünf Schüler sein.

„Wir halten die Abstände ein“

Kinderreiche Familien, die nicht für alle Kinder einen PC zur Verfügung haben, könnten außerdem ein Leih-Tablet bekommen. Oder auch diese Kinder kommen in die Schule. In der dann betreuten Zeit müssen die online gestellten Aufgaben gemacht werden. Das könne an einem Vormittag sein, aber durchaus auch dreimal in der Woche. „Dabei halten wir die Abstände ein“, so Weniger. Bis zu zwölf Schüler könnten so untergebracht werden.

Abschlussprüfungen im Bürgersaal

Der Blick von Thomas Weniger richtet sich nun Richtung Abschlussprüfungen. In Krautheim kommen die 63 Prüflinge in den Bürgersaal, wo mehr als der vorgeschriebene 1,50 Meter-Abstand eingehalten werden kann und eine Lüftungsanlage für Frischluft sorgt. Auch die Regeln für die vier Kinder aus der Gruppe der Risikopatienten können problemlos beachtet werden.

Tablets oder Laptops für die Lehrer

Der nächste Schritt an der Krautheimer Realschule werden Tablets oder Laptops mit Pens sein, denn die würden das digitale Korrigieren für die Lehrer erleichtern. „Im Moment nutzen unsere Lehrkräfte ihr eigenes privates Equipment“, so Weniger. Er selbst sei als Schulleiter verpflichtet, jeden Werktag vormittags in der Schule zu sein. Doch die Vorbereitung des Unterrichts mache er dann oft auch Zuhause.

Text: Sonja Bossert

Thomas Weniger, Leiter der Realschule Krautheim (links) mit Josef Kraus. Foto: GSCHWÄTZ




Mit dem Fahrrad gegen Metallmasten

Wegen des Genusses alkoholischer Getränke im Vorfeld der Fahrt prallte ein Radfahrer am Freitagnachmittag, den 08. Mai 2020, gegen 15.15 Uhr, gegen einen Metallmasten in Krautheim. Der Radler war auf der Gefällstrecke der König-Albrecht-Straße in Richtung der Landstraße 515 unterwegs, als er beim Durchfahren einer Linkskurve nach rechts von der Fahrbahn abkam und vor einer ehemaligen Gaststätte gegen den Masten prallte. Hierbei zog sich der Mann eine Kopfverletzung zu und wurde ambulant in einem Krankenhaus behandelt. Dort musste der Fahrer auch eine Blutprobe abgeben.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Kennen Sie Gommershof bei Krautheim? Wir auch nicht

Macht man einen Spaziergang an der Jagst und läuft am Sportplatz in Gommersdorf vorbei, stolpert man über ein Schild mit dem Titel: „Lebensraum Jagst“ von der staatlichen Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg und dem Landratsamt des Hohenlohekreises. Auf dem Schild wird die Jagst dargestellt als eine der „letzten ökologisch weitgehend intakten Flußlebensräume“. Der Leser erfährt auch, durch welche Städte und Ortschaften sich die Jagst im Jagsttal so durschlängelt. Und siehe da, es gibt doch tatsächlich noch ein Name, der vielleicht nicht jedem Einheimischen so geläufig ist. Zwischen Marlach und Krautheim gibt es ein Örtchen namens Gommershof. Noch nie gehört? Auch die GSCHWÄTZ-Redaktion kannte diesen Namen bislang nicht. Aber vielleicht handelt es sich dabei um einen kleinen Weiler, einen Hof, der nicht jedem geläufig ist?

Gibt man bei Google „Gommershof“ ein, findet man unter anderem etwas über das – wortwörtlich – „Grundeigenthum im Besitz der Frau Wittwe Esser zu Gommershof in der Gilbach“, man findet Gommershof im Zusammenhang mit dem Erzstift Köln und es wird einem der Europaweg 110 angezeigt. Von Gommershof bei Krautheim keine Spur. Google fragt: „Meinten Sie Gommersdorf“? Ja, vielleicht meinten wir Gommersdorf. Denn Gommersdorf sucht man vergebens auf dieser Karte.

Gommershof? Noch nie gehört. Foto: GSCHWÄTZ

Schild „Lebensraum Jagst“ am Sportplatz in Gommersdorf. Foto: GSCHWÄTZ

Schild „Lebensraum Jagst“ des Landratsamtes des Hohenlohekreises. Foto: GSCHWÄTZ

Das Schild befindet sich neben dem Sportplatz in Gommersdorf. Foto: GSCHWÄTZ

Jagst in Gommersdorf. Das Schild befindet sich unweit dieser Brücke. Foto: GSCHWÄTZ




„Enormer Zulauf an Erstspendern“

„Es ist eine enorme Herausforderung“, sagt Ralf Debus, Leiter des Bereichs Spenderbindung und Spendergewinnung beim Deutschen Roten Kreuz (DRK). Er organisiert und plant die Blutspendetermine in Baden-Württemberg und steht wie viele andere auch vor einer völlig neuen Situation. „Uns sind alle Schul- und Firmentermine weggebrochen“, sagt er. So wie vorher hätten die Termine aufgrund der Hygiene- und Schutzverordnungen nicht mehr durchgeführt werden können. Alles sei wegen der veränderten Bedingungen auf den Prüfstand gekommen. So war etwa eine Frage, ob die üblichen Spendeorte wie beispielsweise Stadthallen unter den momentanen Voraussetzungen weiterhin zu nutzen sind. Einziger Pluspunkt: Weil die Kliniken aufgefordert waren, planbare Maßnahmen zurückzufahren, hätten sie auch weniger Blut gebraucht. Der Bedarf sei nach unten gegangen. Doch der steigt jetzt wieder und sei momentan bei 80 Prozent. „Wir rechnen damit, dass die Kliniken Ende Mai wieder 90 bis 100 Prozent des vorigen Bedarfs haben werden“, sagt der DRK-Mitarbeiter.

„Wir hatten einen enormen Zulauf an Erstspendern“

Über mangelndes Blut konnte sich der DRK zu Beginn der Krise nicht beklagen – im Gegenteil. „Wir hatten einen enormen Zulauf an Erstpendern“, sagt Debus. „Die meisten Menschen waren ja zuhause und hatten Zeit, endlich das zu tun, was sie schon lange vorhatten.“ Um weiterhin unter den veränderten Bedingungen Blutspende-Termine anbieten zu können, richtete das DRK Spendezentren ein – beispielsweise in Flein. Die waren jeweils eine Woche am jeweiligen Ort und wechselten dann. Schließlich wollte man alle Regionen in Baden-Württemberg abdecken. „Das machen wir noch bis Ende Mai und dann sehen wir weiter“, so Debus. Schließlich wolle das DRK zu den alten Spendeterminen zurück. Zunächst allerdings müsste geprüft werden, ob die alten Räumlichkeiten weiterhin nutzbar seien oder eventuell andere nötig sind. „Das ist eine große logistische Herausforderung für uns“, erläutert er.

„95 Prozent der Spender reservieren einen Termin“

Momentan werden die Termine nicht mehr weit im Voraus veröffentlicht. Erst wenn feststeht, dass der jeweilige Ort unter Hygiene- und Schutzbedingungen nutzbar ist, wird der Termin rund vier Wochen vorher bekanntgegeben. Damit zudem nicht zu viele Spender gleichzeitig kommen, müssen diese sich vorher auf der DRK-Homepage anmelden. „Wir haben festgestellt, dass 95 Prozent der Spender einen Termin reservieren“, sagt Debus. Die meisten würden sich freuen, denn jetzt sei der Spendetermin auch für sie besser planbar und sie müssten nicht mehr so lange warten. „Was vorher zwei bis drei Stunden gedauert hat, ist jetzt oft nach 45 Minuten erledigt“, erklärt der DRKler. Doch auch spontane Spender können weiterhin kommen, die müssen aber eventuell etwas warten. Für solche Fälle hätte das DRK aber Puffer eingebaut und letztendlich werde das vor Ort geklärt.

„Auch wir lernen aus dieser Pandemie“

Momentan müsse das DRK das Angebot wöchentlich mit den Kliniken absprechen und planen. „Normalerweise haben wir eine Vorlaufzeit von drei Monaten, zurzeit sind das zwei bis drei Wochen“, sagt Debus. Doch Blut sei nicht ewig haltbar – Thrombozyten-Konzentrate maximal vier Tage. Der DRK-Mann findet es unethisch, gespendetes Blut nicht zu verwenden und einfach zu entsorgen. Von den unnötigen Kosten ganz abgesehen. Das Unplanbare sei momentan die große Schwierigkeit und eine enorme Herausforderung. „Aber“, so der DRK-Mann weiter, „auch wir lernen aus dieser Pandemie“.

Termin in Krautheim

Der Blutspende-Termin im Eugen-Seitz-Bürgerhaus in Krautheim findet wie geplant am Montag, den 11. Mai 2020, von 14.30 bis 19.30 Uhr statt. Es wird kein Imbiss angeboten und es sollten keine Begleitpersonen oder Kinder mitbracht werden. Spendewillige, die in den vergangenen vier Wochen aus dem Ausland zurückgekehrt sind, müssen für vier Wochen nach Rückkehr von der Blutspende zurückgestellt werden. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Terminreservierung gibt es unter https://www.blutspende.de/blutspendetermine/termine/153160 .

Text: Sonja Bossert

 




Krautheim: Junge Tänzer gesucht

Aufgrund des Corona-Virus ist das Schnuppertraining der FG Lemia Krautheim zwar ausgefallen, aber dennoch sucht der Fastnachtsverein junge Tänzer. Für drei- bis achtjährige Tanzfans gibt es die Gruppe Schautanz, für Sechs- bis Zehnjährige den Gardetanz, ebenso für zehn- bis 14-jährige Kinder und Jugendliche. Ab 15 Jahre können Jugendliche am Garde- und Schautanz teilnehmen.

Weitere Infos gibts unter Telefon 06294/43 92 29 oder auf der Homepage http://www.fg-lemia-krautheim.de

 

 




Krautheim / Horrenbach: 26-jähriger Motorradfahrer stürzt Abhang hinunter und verletzt sich schwer

Am Samstagnachmittag, den 25. April 2020, ist ein 26-Jähriger Motorradfahrer auf der Landstraße in Richtung Horrenbach von der Fahrbahn abgekommen und einen Abhang heruntergestürzt. Der junge Mann kam mit seiner BMW aus bislang unbekannter Ursache auf der Strecke zwischen Krautheim und Horrenbach nach rechts von der Fahrbahn ab und stürzte einen etwa vier Meter hohen Hang herunter. Die Feuerwehr musste den Mann aus seiner Lage retten. Durch den Sturz verletzte sich der Motorradfahrer schwer. Er musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Am Motorrad entstand Sachschaden in Höhe von zirka 5.000 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 




„Ihr macht euren Job super“ – Micky überreicht Oscar mit Flügeln im Pflegeheim Krautheim

Im Altenpflegeheim Haus der Generationen in Krautheim war Mitte April 2020 ein ganz besonderes Ereignis auf der Tagesordnung eingetragen. Fast ging es zu wie bei einer Oscarverleihung. Der Anlass: Lea Schmidt ist eine von vielen tatkräftigen Facharbeiterinnen im dortigen Pflegeheim. Für ihre stetige Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und Fleiß wurde ihr symbolisch ein „Goldener Änschel“ von Michael Scholz und Heimleiterin Heike Stadtmüller überreicht. Es war eine gelungene Überraschung für Lea Schmidt, die sich sehr über diese Aufmerksamkeit gefreut hat. Mit dieser Auszeichnung soll vor allem die „geradlinige, zuverlässige Arbeit“ von Lea Schmidt gewürdigt werden, die sie für die zu betreuenden Personen verrichtet. Sie steht dabei für alle im Haus Beschäftigten, an alle soll die Botschaft gehen: „Ihr macht euren Job super“.

Humorvoller Touch

Die Auszeichnung für Lea Schmidt ist der zweite Goldene Engel, der überreicht wurde. Der erste ging an eine ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Tagespflege. Und warum Goldener Änschel und nicht Goldener Engel? Um der ganzen Sache humorvollen Hauch zu verleihen, wurde der Auszeichnung ein hessicher Tatsch mitgegeben. In Hessen heißen die Engel Änschel.

Schon als junger Mensch sozial engagiert

Die Grundidee zu dieser Überraschung kommt von Michael Scholz, bekannt in Krautheim auch als Micky. Schon als junger Mensch habe der heute 63-Jährige gespürt, dass er sich gerne sozial engagiert und ehrenamtlich tätig ist. Nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit hat er sich für ein Praktikum als Betreuungskraft schulen lassen und wusste dann sofort, dass dies seine Berufung ist. Seit acht Jahren ist er nun im Altenheim in Krautheim in der Betreuung eingesetzt. Er sagt heute mit fester Überzeug, dass er mit 65 Jahren nicht in den Ruhestand gehen möchte, sondern noch so lange wie es seine Gesundheit erlaubt, in diesem Bereich tätig sein möchte, um anderen Menschen eine Freude zu machen und zu helfen.

Jugendraum in Krauthim

Getreu dem Motto „Gib der Jugend Raum und sie kann sich entfalten“ engagiert sich Michael Scholz seit fünf Jahren für die Jugendarbeit in Krautheim.  Dazu stellt er eine Räumlichkeit in einem von ihm gekauften Haus zur Verfügung. Gerne hätte er in diesem Bereich Untersützung, damit für die Jugendlichen  mehr Freizeitbeschäftiung angeboten werden kann, bisher leider noch ohne Erfolg. Darüber hinaus verkauft er ehrenamtlich Pizza, der Erlös dafür geht ans Pflegeheim Krautheim. Für Heimbewohner hat er ein Frühbeet gebaut und zudem macht er Ausflüge mit Heimbewohnern mit Rollator. So fuhr er mit ihnen beispielsweise nach Bad Mergentheim. Außerdem wurde vor sechs Jahren der Verein „Frische Quelle  e.V.“ in einer früheren Mälzerei gegründet. Denn ein weiteres Motto von Michael Scholz ist: „Wenn man die Nachrichten der Welt sieht, kann man nichts bewegen. Im eigenen Ort oder in der Nachbarschaft ist es aber möglich, mit vielen Kleinigkeiten Gutes zu tun“.

Text: Elke Brand

Lea Schmidt (Mitte) wurde der Goldene Änschel von Michael Scholz und Heimleiterin Heike Stadtmüller überreicht. Foto: privat

 

Der Goldene Änschel würdigt das besondere Engagement von Pflegekräften. Foto: privat

Michael Scholz in Aktion. Foto: privat

Mit den Senioren baute Michael Scholz eine Krippe. privat

Auch für die Jugend engagiert sich Michael Scholz. Mit Kindern backt er Pizza. Foto: privat

 




Krautheim: Deutlich alkoholisiert mit dem Roller unterwegs

In der Krautheimer Innenstadt stellten die Beamten des Polizeireviers Künzelsau laut einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Heilbronn am Montagabend, den 20. April 2020, gegen 18.00 Uhr, einen betrunkenen Mann fest, der mit seinem Moped unterwegs war. Eine vor Ort durchgeführter Alkoholtest ergab, dass der 58-Jährige mit deutlich über einem Promille unterwegs war. In der Folge wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Eine Anzeige wegen Trunkenheit im Straßenverkehr folgt.