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Hohebach: Wenn der sonntägliche Wirtshausgang länger dauert

Eine geheime Liebschaft, ein mysteriöser Treppensturz und ein teuflischer Plan – ein Krimi spielte sich im 18. Jahrhundert in Hohenlohe ab. Hans G. Hirsch, ehemaliger Polizist und aus Öhringen, hat diese Geschichte zu einem historischen Roman verwoben. Darin geht es um den Nadler Johann Markus Schmid, der lange ein angesehener Bürger von Weikersheim war. Nach dem mysteriösen Tod seiner Frau floh er ins Jagsttal. In Hohebach schließlich fand er eine neue Heimat und eine neue Liebe.

In seinem Roman beleuchtet Hans G. Hirsch das tägliche Leben im historischen Hohenlohe. Auch die Ortschaften Dörzbach, Meßbach und Laibach sowie die Kapelle St. Wendel am Stein sind vertreten. Außerdem wird auf die geschichtlichen Ereignisse im Hohenloher Land und in Weikersheim eingegangen. 

Den Hohebacher sollte man nicht reizen

Die Hohebacher werden dabei wie folgt beschrieben: „Die Hohebacher hatten zwar nicht viel, waren aber mit dem wenigen, das sie hatten, zufrieden. Ihre Gemütslage war weich und heiter. Gegen das Unglück waren sie mitleidig – auch gegen das selbst verschuldete. Der Hohebacher war mitteilsam und freigiebig gegenüber der Armut. Besonders liebte der einheimische Mensch den abendlichen und speziell den sonntäglichen Wirtshausgang, der sich hin und wieder auch über das vorgegebene Stündle hinausziehen konnte. Dort saß er dann ruhig und gesittet hinter seinem Bier – wenn er nicht gereizt wurde.“

Unter anderem auch über das Gasthaus Rössle erfährt man einiges, unter anderem, dass der damalige Gründer bereits vor einigen Hundert Jahren Heinrich Häfner hieß: „Heinrich und Lina Häfner spielten schon seit Längerem mit dem Gedanken, in Hohebach eine Gastwirtschaft zu eröffnen. Mit Gasthaus zum Rössle hätten sie schon einen Namen gefunden. Ein Vertrag mit der Brauerei Frankenbräu aus Riedbach war schon unter Dach und Fach.“

Besonder für Ortskundige ist dieser Krimi daher absolut lesenswert. 

Hans G. Hirsch wurde 1955 in Öhringen geboren und war 43 Jahre lang im Polizeidienst. Nach Beendigung des Polizeiberufs, fing der dreifache Vater an zuschreiben. Seinen ersten Roman „Das zweite Leben“ veröffentlichte er im Jahr 2017.




Straßensperrungen nerven Dörzbacher – Video vom Pferdemarkt

Straßensperrungen, Klimapolitik & die Suche nach den Pferden – Unser Reporter Dr. Felix Kribus warf sich mitten ins Umzugstreiben und fragte die Wagenbauer, wie sie auf ihre Ideen gekommen sind.

Wenn Pferdemarkt und Fasching sich treffen, dann heißt das „Frühjahrspferdemarkt“, und der findet traditionell seit über 400 Jahren in Dörzbach statt. Am Samstag, den 08. Februar 2020, war‘s wieder soweit und die gut zwei Dutzend Umzugswagen und –gruppen zogen durch die Hauptstraße an hunderten Besuchern vorbei. Unser rüstiger GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus hat sich mitten ins Getümmel geschmissen, mit Passanten und den Machern der Umzugswagenüber ihre Themen gesprochen. Sofern das eben möglich war bei gefühlten 100 Dezibel Lautstärke.

Mal wurde Kommunalpolitik aufs Korn genommen, mal war‘s einfach nur kreativ-künstlerisch. Die Show muss weitergehen, oder wie der Lateiner sagen würde: The show must go on.

Für Euch vor Ort: GSCHWÄTZ – Das Magazin | Wir lieben unser Ländle | www.gschwaetz.de

Mittendrin statt nur dabei – unser GSCHWÄTZ-Videoreporter begleitete den Umzug durch Dörzbach. Foto: GSCHWÄTZ

Pferdemarkt in Dörzbach am Samstag, den 08. Februar 2020.

Prima Klima – Einige Wägen betonten, dass das Jagsttal eine starke Lamdschaft hat und eine starke Landwirtschaft braucht. Foto: GSCHWÄTZ

Jugendhaus warb für sich – ein XXL-Asbach-Spender befand sich an den Bord des Umzugswagens. Foto: GSCHWÄTZ

 




Künzelsau: Mietpreise erhöhen sich in fünf Jahren um über 32 Prozent

Die Mieten der Stadt Künzelsau liegen zwar unter dem landesweiten Durchschnitt Baden-Württembergs, aber sie haben sich dafür in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich schnell und stark erhöht. Das geht aus einer kleinen Anfrage von Anton Baron (AfD), Landtagsabgeordneter des Hohenlohekreises, hervor.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut verwies in der Antwort ihres Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg darauf, dass  sich die durchschnittliche Angebotsmiete von 5,90 Euro je Quadratmeter in Künzelsau in den Jahren 2012/2013 auf 7,80 Euro je Quadratmeter in den Jahren 2017/2018erhöht habe. „Dies entspricht einer Steigerung in fünf Jahren um 32,2 Prozent, die damit über dem Landesdurchschnitt von 25,4 Prozent liegt.“

Dennoch habe Künzelsau im Vergleich zum landesweiten Durchschnitt (7,36 Euro pro Quadratmeter in den Jahren 2012/2013; 9,23 Euro pro Quadratmeter in den Jahren 2017/2018) noch vergleichsweise niedrige Mieten. Die Mieten für Künzelsau liegen damit rund 2 Euro im Schnitt pro Quadratmeter unter dem landesweiten Durchschnitt.

In Dörzbach, Mulfingen und Krautheim wurden die Mieten in dem genannten Zeitraum im Durchschnitt sogar um rund 50 Prozent angehoben.

Liegt die Erhöhung der Miete für die Stadt Künzelsau an einem zu knappen Wohnungsangebot? Wohl kaum, wie aus dem Schreiben des Wirtschaftsministeriums hervorgeht. Demnach habe Künzelsau ein Überangebot von 149 Wohnungen. In den umliegenden Städten und Gemeinden des Kocher- und Jagsttals sieht die Versorgungsquote ähnlich aus.

Durchschnittliche Haushaltseinkommen in Künzelsau laut Wirtschaftsministerium 55.063 Euro

Laut dem Wirtschaftsministerium beträgt das durchschnittliche Haushaltseinkommen in Künzelsau 55.063 Euro. Dadurch liege die so genannte Mietbelastungsquote (bruttowarm) – also die Quote, wieviel Geld Haushalte für die Miete aufwenden im Vergleich zu ihrem Monatseinkommen – bei  lediglich 16,8 Prozent. Diese liege damit unter dem Landesdurchschnitt von 19,6 Prozent.

Entwicklung der Mieten in 15 Städten und Gemeinden des Hohenlohekreises. Quelle: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg vom Januar 2020.




Bei strahlendem Sonnenschein lädt der Dörzbacher Pferdemarkt heute ein – Umzug ab 13.30 Uhr

Bei strahlendem Sonnenschein lädt der Dörzbacher Pferdemarkt am heutigen Samstag, den 08. Februar 2020, wieder unzählige Besucher in das Jagststädtchen ein. Seit heute morgen um 09 Uhr hat der Krämermarkt geöffnet. Ab 13.30 Uhr erwartet die Besucher einen großen Pferdeumzug. Hier wird der beste Wagen prämiert. Sehen Sie den Pferdemarkt von 2018:

https://www.youtube.com/watch?v=BpGJS1gXl5E

Den Frühjahrspferdemarkt gibt es bereits seit über 400 Jahren und ist immer am zweiten Samstag im Februar. Der Krämermarkt hat heute bis 18 Uhr geöffnet.

 

 




Dörzbach: Hoftor blockiert die Fahrbahn

Da staunte ein 34-Jähriger Autofahrer nicht schlecht, als er am Donnerstagmorgen, den 23. Januar 2020, in der Hohebacher Straße in Dörzbach gegen ein Hoftor fuhr, welches auf die Fahrbahn ragte. Vor Ort wurde festgestellt, dass an dem, zum Hoftor gehörenden, Anwesen Renovierungsarbeiten durchgeführt werden. Offensichtlich wurde das Tor nach Beendigung der Arbeiten nicht ausreichend abgesichert, sodass es sich durch den Wind zur Fahrbahn hin öffnete und quer über die gesamte rechte Fahrbahn ragte. Dies erkannte der Fahrer wohl zu spät und fuhr dagegen. An dem Pkw des 34-Jährigen wurde der rechte Außenspiegel beschädigt.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




B19/Dörzbach: Es krachte beim Abbiegen

Knapp 9.000 Euro Schaden sind das Ergebnis eines missglückten Abbiegevorgangs am Mittwochnachmittag, den 04. Dezember 2019 in Dörzbach. Ein Audi Fahrer kam gegen 16.30 Uhr aus Richtung Ailringen und wollte nach links auf die B19 abbiegen. Einen PKW, der auf der Bundesstraße unterwegs war, ließ der 35-Jährige noch in Richtung Ailringen abbiegen, den darauf folgenden Ford Focus eines 36-Jährigen, der weiter geradeaus fuhr, übersah der Mann dann aber wohl. Es kam im Bereich der Einmündung zur Kollision, bei der beide Fahrzeuge schwer beschädigt wurden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Tagespflege in Dörzbach: „Große Erleichterung für uns“

Frischer Kaffeeduft strömt durch das Treppenhaus im Seniorenzentrum „Am Goldbach“ in Dörzbach, während man aufgeweckten Stimmen in die Tagespflegeräume folgt. Dort sitzen in einem großzügigen, selbst dekorierten Gemeinschaftsraum acht Tagesgäste gemeinsam am Tisch und tauschen sich rege über das Tagesgeschehen aus.

Mittendrin: Altenpflegerin Birgit Volkert, die die Senioren mittwochs und freitags in der Tagespflege zusammen mit ihrer Kollegin Monika Scheid betreut. „Wir sind hier eine tolle Gemeinschaft, in der man sich mit Vornamen anspricht, sich schätzt, vertraut und unterstützt“, berichtet Volkert über die Tagespflege, die seit August 2018 im neuen Anbau angeboten wird. Sie wird in Dörzbach und Umgebung so gut angenommen, dass künftig noch ein dritter Tagespflegetag angeboten werden soll.
„Der Schulbus der Gemeinde holt die Tagesgäste morgens gegen einen geringen Unkostenbeitrag ab und bringt sie zu uns in die Tagespflege“, sagt Einrichtungsleiterin Meta Götz. Das sei nicht zuletzt dem Einsatz von Bürgermeister Andy Kümmerle zu verdanken, der das Seniorenzentrum als wesentlich für die Stärkung der kommunalen Infrastruktur ansehe und unterstütze. „Man merkt, dass wir hier gewollt sind. In der Gemeinde hat man stets ein offenes Ohr für unsere Belange“, so Götz weiter. Auch über die engagierten Ehrenamtlichen um Cäcilia Schmeißer sei man bestens vernetzt. „Wir unterstützen im Seniorenzentrum Dörzbach Mitarbeitende wie Senioren, begleiten sie zu externen Veranstaltungen und geben Veeh-Harfen-Konzerte“, berichtet Cäcilia Schmeißer. Wie die meisten ihrer Kolleginnen im Ehrenamt gehört Schmeißer zu den „Damen der ersten Stunde“, die seit 13 Jahren im Dienst sind. „Langsam kommen wir aber etwas in die Jahre und suchen Nachwuchs für unsere sinnstiftende ehrenamtliche Arbeit. Melden Sie sich gern bei uns.“

 

„Anfangs habe ich ein schlechtes Gewissen gehabt, meinen Mann hier buchstäblich abzugeben.“

 

Dass die Aufgaben und Angebote im Seniorenzentrum Dörzbach vielfältig sind, bestätigen die anwesenden Tagesgäste. Else Scheu, früher selbst Ehrenamtliche, besucht die Tagespflege sowohl am Mittwoch als auch am Freitag. „Wir frühstücken hier gemeinsam, machen uns dann an die Zeitungsrunde und freitags besuchen wir den Gottesdienst. Wir basteln, gehen spazieren oder machen Gymnastik. Nach der Mittagsruhe folgt die Kaffee-und-Kuchen-Runde. Damit ist mein Tag ausgefüllt und zuhause bleibt noch genügend Zeit für den Haushalt“, erklärt Else Scheu. Die Angebote werden morgens bei der Tagesplanung nach den individuellen Wünschen der Gäste angepasst und ergänzt, betont Birgit Volkert: „Denn es ist unser erklärtes Ziel, dass niemand miesepetrig nach Hause geht.“ Zusätzlich zum Betreuungsangebot für jeden Tagesgast erstellt Birgit Volkert eine individuelle Pflegeplanung. „Wir ermitteln, wie viel Hilfe die Senioren jeweils beim Essen, bei der Medikamenteneinnahme, dem Toilettengang und der Tagesgestaltung benötigen. Auch kleinere Pflegeleistungen sind bei uns problemlos möglich.“
Horst Distler und seine Frau Birgit sind begeistert. „Ich kann meinen Mann zweimal die Woche herbringen und mich in dieser Zeit etwas um mich selbst kümmern. Durch seine fortschreitende Erkrankung wird es für mich immer schwieriger, rund um die Uhr für ihn da zu sein“, berichtet die Oberginsbacherin. „Anfangs habe ich ein schlechtes Gewissen gehabt, meinen Mann hier buchstäblich abzugeben. Aber nachdem ich gesehen habe, was in der Tagespflege alles geboten wird, wie er hier aufblüht und wie qualifiziert die Betreuerinnen sind, da war ich beruhigt. Die Tagespflege ist eine große Erleichterung für uns und ein Gewinn an Lebensqualität. “ Dass ein Teil der Tagespflegekosten von den Pflegekassen getragen wird, war für Birgit Distler eine zusätzliche Erleichterung. „Ich wusste gar nicht, dass ein monatliches Budget in der Pflegeversicherung für Tagespflege zur Verfügung steht. Die Mitarbeiterinnen hier in Dörzbach haben mich hervorragend beraten.“ Wie Einrichtungsleiterin Meta Götz erklärt, werden die Kosten für Tagespflege abhängig vom Pflegegrad zu einem Teil von der Pflegekasse übernommen.

Quelle: Pressemitteilung der BBT-Gruppe, Mehrheitseigner des Seniorenheims; Pflegeleistungen der Pflegekassen




Dieser „schwarze Peter“ hat eine saubere CO2-Bilanz

Am vergangenen Wochenende konnten sich die Hohenloher ins gemachte Nest legen, und zwar in Mulfingen und Umland. Dort fanden die „Kulturneschter“ unter dem Motto „Guck‘s ou“ wieder
großen Anklang, trotz widrigen Wetters. Am 07. und 08. September 2019 gab es erhellende Einblicke in Handwerk, Kunst und Kultur. Gschwätz-Videoreporter Dr. Felix Kribus hat sich mehrere Stationen in Zaisenhausen und Mulfingen näher ouguckt.

Rücken kraulen mit einem handgemachten Rechen. Foto: GSCHWÄTZ

Handarbeit vom Feinsten. Foto: GSCHWÄTZ

Lieblingsstücke. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Wo sind all die Vögel hin?

Jeder Gemeinde ihr Biotop 

Vortrag von Prof. Dr. Peter Berthold über ein neues Naturschutzprojekt zur Wiederbelebung der Artenvielfalt

 

Auch im Hohenlohekreis nimmt der menschliche Nutzungsdruck auf die Landschaft schon seit Jahrzehnten zu. Flächenverbrauch sowie die Intensivierung von Land- und Forstwirtschaft haben dazu geführt, dass vielerorts Lebensräume von Tieren und Pflanzen verloren gingen und nur noch kleine, isolierte Flächen übrig geblieben sind. Um dem entstandenen Artenrückgang entgegenzuwirken, könnten in Zusammenarbeit mit der Heinz Sielmann Stiftung  Naturschutzprojekte ins Leben gerufen werden.

Durch Initiative des CDU-Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb lud der Landschaftserhaltungsverband Hohenlohekreis e.V. Prof. Dr. Peter Berthold nach Dörzbach ins Universum ein, damit dieser für seine Ideen zu einem deutschlandweiten Biotopverbund werben kann.  Prof. Berthold ist von Haus aus Zoologe, im Besonderen jedoch Verhaltensforscher und Ornithologe, leitete lange Jahre die Vogelschutzwarte in Radolfzell, eine Zweigstelle des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen und war Professor an der Universität Konstanz. Als seine Forschungsschwerpunkte sind der Vogelzug und Fragen zur Populationsdynamik und zum Artenschutz in der Ornithologie.

„Drei Kohlmeisenpaare je Hektar vertilgen während der Jungenaufzucht bis zu 50 Prozent aller Schädlingsraupen, wie zum Beispiel den Frostspanner“

Berthold beleuchtete mit aufrüttelnden Zahlen und provokativen Worten Gründe für den dramatischen Artenschwund: „Gehen Sie mit einem Körnerfresser in ein Mais- oder Weizenfeld und fragen ihn, was er zu fressen findet. Da wird er ihnen sagen: Gar nichts! Denn da gibt’s nichts mehr.“ Dagegen fanden sich in den Weizenäckern um 1950 in Deutschland zirka 1 Million Tonnen Sämereien von Wildkräutern. Wie notwendig allein aus Sicht einer umweltverträglichen Schädlingsbekämpfung eine hohe Vogeldichte ist, belegte er damit, dass „drei Kohlmeisenpaare je Hektar während der Jungenaufzucht bis zu 50 Prozent aller Schädlingsraupen vertilgen, wie zum Beispiel den Frostspanner“.

Die Kohlmeise. Foto: Unsplash/Pascal Beyer

„Oasen aus Menschenhand – jeder Gemeinde sein Biotop“

Doch er brachte auch konkrete Beispiele vom Bodensee, wie dem fortschreitenden Artenschwund erfolgreich Einhalt geboten werden kann. Seit seiner Emeritierung im Jahr 2004 wirkt er im Stiftungsrat der Heinz Sielmann Stiftung mit und gab den Anstoß für den Biotopverbund Bodensee (BVB). Die Heinz Sielmann Stiftung schafft seit 2004 ein Netz von neuen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen in Sielmanns Biotopverbund Bodensee. Die Tier- und Pflanzenbestände sollen sich erholen und verschwundene Arten sollen zurückkehren können. Dieses Projekt stellt den umfangreichsten Großversuch dar, der im Hinblick auf die Rettung der Artenvielfalt durchgeführt werden konnte. Grundlage dafür ist ein im Jahre 1988 vorgestelltes neues Naturschutzkonzept: Renaturierung von etwa zehn Prozent der Fläche im Bereich jeder Gemeinde und dadurch Schaffung eines bundesweiten Biotopverbundes, basierend auf „Oasen aus Menschenhand – jeder Gemeinde sein Biotop“. Zwischenzeitlich wurden auf 500 Quadratkilometern Fläche über 100 Einzelprojekte an 44 Standorten gemeinsam mit den Städten und Gemeinden aus ganz Deutschland im Wert von etwa fünf Millionen Euro realisiert.

Im vollbesetzten Dörzbacher Universum kamen die markigen Worte Professor Bertholds beim Publikum größtenteils gut an. Die Frage, was daraus nun vor Ort folgen wird, konnte aber auch nach lebhafter Diskussion noch nicht beantwortet werden.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises




Artenrückgang in Hohenlohe

Zunehmende Landwirtschaft bedroht diverse Tier- und Pflanzenarten

Der Landschaftserhaltungsverband Hohenlohekreis unter dem Vorsitz von Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth lädt am Donnerstag, den 11. Juli, 19 Uhr, zu einem Vortrag von Professor Dr. Peter Berthold auf Schloss Eyb in Dörzbach ein. Der Vortrag beschäftigt sich unter anderem mit dem Kampf gegen den Artenrückgang auch im Hohenlohekreis. Außerdem spricht Berthold über die Schaffung eines bundesweiten Biotopverbundes.

Über die Hälfte der Fläche Deutschlands nutzen Landwirte

Anbei veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des Landschaftserhaltungsverbandes Hohenlohe:

„Über die Hälfte der Gesamtfläche Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt. Dieser Fläche kommt als Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen eine besondere Bedeutung zu. Eine intensive Bewirtschaftung kann enorme Belastungen für die Umwelt zur Folge haben und zu Biodiversitätsverlusten führen. Wie kann diesem Artenrückgang in Deutschland und speziell im Hohenlohekreis entgegengewirkt werden? Damit beschäftigt sich der Vortrag von Prof. Dr. Peter Berthold am Donnerstag, 11. Juli 2019, um 19 Uhr auf Schloss Eyb in Dörzbach.
Prof. Dr. Berthold ist Ornithologe und Verhaltensforscher. Er war Leiter der Vogelschutzwarte in Radolfzell, einer Zweigstelle des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen, und Pro-fessor an der Universität Konstanz. Seit seiner Emeritierung im Jahr 2004 wirkt er im Stiftungsrat der Heinz Sielmann Stiftung mit und gab den Anstoß für den Biotopverbund Bodensee (BVB).
Die Heinz Sielmann Stiftung schafft seit 2004 ein Netz von neuen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen in Sielmanns Biotopverbund Bodensee. Die Tier- und Pflanzenbestände sollen sich er-holen und verschwundene Arten sollen zurückkehren können. Dieses Projekt stellt den umfangreichsten Großversuch dar, der im Hinblick auf die Rettung der Artenvielfalt durchgeführt werden konnte.

Zurück zur Natur

Grundlage dafür ist ein im Jahre 1988 vorgestelltes neues Naturschutzkonzept: Renaturierung von etwa zehn Prozent der Fläche im Bereich jeder Gemeinde und dadurch Schaffung eines bundesweiten Biotopverbundes, basierend auf „Oasen aus Menschenhand – jeder Gemeinde sein Biotop“.
Zwischenzeitlich wurden auf 500 Quadratkilometern Fläche über 100 Einzelprojekte an 44 Standorten gemeinsam mit den Städten und Gemeinden aus ganz Deutschland im Wert von etwa fünf Millionen Euro realisiert. Neu angelegte Stillgewässer, renaturierte Bachläufe, aufgewertete Streuobstwiesen oder extensive Weideprojekte konnten innerhalb kürzester Zeit durch zahlreiche Vogelarten, Amphibien, Tagfalter, Libellen und andere Tiergruppen besiedelt werden.

Bachläufe, Streuobstwiesen, Platz für Amphibien

Auch im Hohenlohekreis nimmt der menschliche Nutzungsdruck auf die Landschaft schon seit Jahrzehnten zu. Flächenverbrauch sowie die Intensivierung von Land- und Forstwirtschaft haben dazu geführt, dass vielerorts Lebensräume von Tieren und Pflanzen verloren gingen und nur noch kleine, isolierte Flächen übrig geblieben sind. Um dem entstandenen Artenrückgang entgegenzuwirken, könnte in Zusammenarbeit mit der Heinz Sielmann Stiftung ein Naturschutzprojekt ins Leben gerufen werden. Dies kann nur gemeinsam erfolgen, durch Kommunen, über die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg bis hin zur aktiven Beteiligung der Bevölkerung.“

Teilnahme nur nach schriftlicher Anmeldung. Anmeldungen bitte direkt beim Landschaftserhaltungsverband per Fax: 07940/18 755 oder E-Mail: michael.buss@hohenlohekreis.de