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„Ich hoffe, es trifft die links grünen feministischen Mädels mal“ – Wenn Männer im Netz dazu aufrufen, Frauen zu vergewaltigen

Nach 5 Tagen hat ein Reel, das wir auf Instagram geteilt haben, bereits 1.762 Kommentare. In dem Reel geht es um eine Vergewaltigung mitten in der Stuttgarter Innenstadt. Das Opfer ist eine 15-Jährige. Die Uhrzeit soll angeblich 1 Uhr gewesen sein. Der Täter: angeblich ein Mann mit einem dunklen Teint.

Das Video geht viral durch die Decke

Wir teilen dieses Video, weil es uns in erster Linie darum geht, dass es erschreckend ist, dass im Jahr 2025 15-Jährige mitten in Stuttgart vergewaltigt werden. Das Video geht viral durch die Decke. Die Kommentarspalte explodiert – aber auf erschreckende Weise. Die meist gelikten Kommentare sind unter anderem: „Bravo Multikulti“ von „Heavenboy“, in seinem Profil sieht man einen Comicmann mit Cowboyhut. 266 Likes bekam Yashami, ein Mädchen, das unter dem Video kommentiert: „Durfte damals als 15-Jährige nicht mal mehr um 20 Uhr raus, musste schon um 19 Uhr zu Hause sein.“

Oder dieser Kommentar von Sing.Diana: „Liebe Eltern, sprecht bitte mit euren Mädels, das sie mit niemandem in der heutigen Zeit zusammen spazieren gehen dürfen.“

Wir sind schockiert. Das Opfer wird öffentlich zum Täter gemacht. „Selbst schuld, so spät nachts unterwegs zu sein“, schreiben viele. Selbst schuld? Bitte was? Das erinnert an: „Selbst schuld, hat ja einen ziemlich kurzen Rock getragen.“ Eigentlich dürfte doch eines im 21. Jahrhundert in einer zivilisierten westlichen Gesellschaft angekommen sein: Es spielt keine Rolle, welche Uhrzeit es war. Es spielt auch keine Rolle, was das Mädchen anhatte. Nichts rechtfertigt oder beschönigt diese Tat. Und jeder, der so etwas sagt, ist frauenfeindlich. Warum sprechen 90 Prozent der Kommentaren über das Verhalten des Mädchens und der Eltern (oft wird auch nur die Mutter genannt), so spät nachts noch unterwegs gewesen zu sein und warum spricht keiner über die furchtbare Tat an sich?

AfD-Anhänger machen Werbung für ihre Partei, denn mit ihnen wäre das natürlich nicht passiert

Über den Täter indes sprechen viele – viele mit blauen Herzchen, die sich eine solche Tat zunutze machen, um pauschal Hass gegen alle Ausländer und Migranten zu säen und Aufrufe für die AfD als einzig wählbare Partei zu starten (die Partei, die bekanntermaßen ja sehr frauenfreundlich ist…Ironie Ende), als ob alle Nicht-Deutschen Vergewaltiger wären und deutsche Männer ihre Frauen immer gut behandeln. Dabei verweisen sie auf absurde Studien. Denn Fakt ist nun mal: Ob jemand einen anderen Menschen vergewaltigt, ist eben nicht genetisch bedingt, es liegt nicht an der Hautfarbe, nicht an der Nationalität. Es liegt einzig und allein daran, wie jemand geprägt wurde, wie er aufgewachsen ist, wie er sozialisiert wurde. Es gibt genug Dramen in deutschen Einfamilienhäusern, die sich tagtäglich abspielen, Szenen voller physischer und psychischer Gewalt, die aber kaum jemand mitbekommt, weil sie viel seltener zur Anzeige gebracht werden und wenn sie zur Anzeige gebracht werden, oft nicht weiter verfolgt werden, als wenn es um einen unbekannten ausländischen Täter geht, der kein Familienmitglied nicht. Auch die Medien berichten wesentlich häufiger über die Taten von Ausländern. Als ein deutscher SUV-Fahrer unlängst ein paar Menschen umgefahren hat, war das kaum der Rede wert. Wenn ein Deutscher einen Femizid begeht, war er eben psychisch krank. Bei einem Ausländer liegt es an seinem Blut. Sind wir denn alle noch zu retten?

Sind wir denn alle noch zu retten?

Aber es gibt auch auch genug Menschen, die Partei für das Mädchen ergreifen, es verteidigen in den Kommentaren und die mobil machen gegen die pauschale Hetze gegen Ausländer. Es kann ja auch nicht sein, dass der Weisheit letzter Schluss hier ist, dass Frauen anderen Frauen und Mädchen raten, ab 19 Uhr zu Hause zu sein. Im Gegenteil. Frauen müssten um 2 Uhr nachts nackt durch Berlin Kreuzberg tanzen dürfen, ohne dass ihnen etwas geschieht. So sähe eine Gesellschaft der Zukunft aus. Und wenn das nur möglich ist, wenn man umgekehrt doch einfach mal über ein Zuhause-bleiben für derartige Männer, die sich und ihre Triebe nicht im Griff haben, nachdenkt. Auch präventiv ließe sich einiges verhindern, wenn die Strafen für sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung und Femizid nicht irgendwo bei 5 Jahren plus / minus dahindümpeln würde.

Was ist das für eine verlogene Doppelmoral, bitte?

In der Kommentarspalte unseres Videos wünschen dann eben diese Hass gegen Ausländer schürenden Männer anderen Frauen, die sich für das Mädchen einsetzen, unter anderem ebenfalls eine Vergewaltigung an den Hals, wie etwa ein Mann, der sich auf Insta sssa.f4ansa nennt: „Ich hoffe, es trifft die links grünen feministischen Mädels mal.“ Oder „Halt’s Maul“ ist auch sehr gebräuchlich bei derartigen Männern. Wie diese Männer im privaten mit Frauen umgehen, die nicht ihrer Meinung sind, darüber will man gar nicht erst nachdenken.  Zuerst den großen Beschützer ob der vermeintlich furchtbaren Ausländer. Dann entpuppen sich gerade diese Männer oft selbst als Frauenhasser. Was ist das für eine verlogene Doppelmoral, bitte?

Also, in welcher Gesellschaft möchten wir leben? Wo Angst und Hass regiert oder Freiheit und Frieden? Machen wir uns klein und ziehen uns zurück, damit uns keiner  vergewaltigt oder werden wir laut, stehen auf, gehen raus und stehen ein für unser Leben in Freiheit? Wie entscheidet ihr euch?

 




Mit diesem Satz katapultierte sich eine 16-Jährige 50 Jahre hinter Gitter

Sie war 16, als sie mit einer Waffe, die sie von ihrem Vater geschenkt bekam, am 29. Januar 1979 in eine Schule ging und damit neun Menschen verletzte – acht davon Kinder – und zwei Erwachsene tötete. Brenda Spencer wurde damals zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Nach 46 Jahren bat sie nun um eine Begnadigung. Das Gericht lehnte ab. Dabei war damals nichts so wie es schien.

„I don’t like Mondays“

„I don’t like mondays“, soll die damals 16-Jährige Brenda Spencer zu einem Reporter gesagt haben, als dieser sie unmittelbar nach ihrem Amoklauf mit einer Waffe an einer Schule, bei der zwei Erwachsene starben und neun weitere Personen verletzt wurden, befragt hat. Ihr angeblicher Satz wird heute noch als zentrale Aussage bewertet, die bei Gericht und bei der Presse damals wie heute das Mädchen wie eine eiskalte Teen-Killerin wirken lässt. Dabei täuscht das Bild massiv und viele wichtige Dinge flossen nie in die Urteilsbewertung mit ein – bis heute nicht.

Vom Vater eine Waffe zum Geburtstag

Brendas lange leicht lockige rötliche Haare waren ihr Markenzeichen. Ein hübsches Mädchen, das von ihrem Vater, wie sie in einem Interview später erzählt, eine Waffe zu ihrem 16. Geburtstag geschenkt bekommen hat. Mit dieser Waffe ging sie an einem Montag im Jahr 1979 in eine Schule und schoss um sich. Es war einer der ersten so genannten Amokläufe in den USA zu der damaligen Zeit und der erste überhaupt, ausgeübt von einem Mädchen. Das Entsetzen darüber und die Betroffenheit mit den Opfern war verständlicherweise groß.

Das personifizierte Böse?

Die Presse stürzte sich auf diesen Fall. Ein Journalist behauptete, er habe direkt nach der Tat mit Brenda gesprochen und nach den Gründen ihrer Tat gefragt. Sie habe anscheinend geantwortet: „I don’t like mondays“. Durch diesen Satz, wenn er denn je so gefallen sein sollte, erschien Brenda wie das personifizierte Böse, ohne jegliches Gewissen. Sie wird als Erwachsene und nicht gemäß dem Jugendstrafrecht verurteilt zu einer lebenslänglichen Haftstrafe – mit der Möglichkeit auf Entlassung ab 1993. Ab 1993 hatte Brenda Spencer die Möglichkeit, um ihre Freilassung zu bitten, was sie bis heute sechsmal versuchte. Sechsmal lehnte das Gericht ab. So bleibt sie weiterhin, seit nunmehr fast 50 Jahren hinter Gittern. Die Begründung hierfür wirkt fadenscheinig. Zumal viele Dinge in ihrem Fall nach wie vor nicht als strafmildernde Umstände herangezogen werden.

Auch Gerichte entwickeln sich innerhalb der vergangenen 50 Jahre weiter

Mittlerweile ist psychologisch längst widerlegt, dass Menschen von Natur aus „böse“ sind. Kein Mensch wird als „Monster“, ohne jedes Gewissen geboren. Wenn wir Geschichten über Täter:innen hören, sind diese oft stark traumatisiert – in ihrer Kindheit und/oder in ihrem weiteren Leben. Nicht selten sehen sich viele Täter:innen interessanterweise selbst als nicht traumatisiert an und weisen jegliche verstörende Kindheit von sich und idealisieren sie möglicherweise noch, da sie die Wahrheit gar nicht verkraften würden. Das ist ein Teufelskreis, denn durch ein Ausblenden der eigenen Traumata, besteht auch nie die Möglichkeit einer Aufarbeitung und damit einer Verarbeitung. Eines solcher Beispiele ist etwa der Serienmörder Ted Bundy, der Frauen zunächst umschmeichelt und dann auf qualvolle Weise umgebracht und sich an ihren Leichen vergangen hat. Das war ebenfalls in den 1970er Jahren. Sein Umfeld berichtete von einem verstörenden schwierigen Kindheit und einem abweisenden Elternhaus. Bundy selbst nahm alle Schuld auf sich und erklärte in ausführlichen Interviews, eine perfekte Kindheit gehabt zu haben und er einfach so geboren oder eventuell die Pornoindustrie Schuld an seinen verstörenden Trieben sei.

Kein Mensch wird als Mörder geboren

Es gibt in keinen einzigen Täter, der bewusst derartige Taten durchgeführt hat. ohne dass er traumatisiert ist und/oder dass er psychische Leiden hat und/oder von äußeren Einflüssen bestimmt wurde, wie etwa durch Drogenkonsum. All diese Dinge werden in der Regel im Rahmen eines Gerichtsverfahrens näher geprüft – und zwar dahingehend, ob es schuldmindernde Umstände gibt, die zu dem Mord geführt haben. Liegen schuldmindernde Umstände vor, werden Mörder in Deutschland nicht wegen Mordes verurteilt, sondern wegen Totschlages, was eine wesentlich geringere Haftstrafe bewirkt. So ist es zumindest heute, 50 Jahre später, üblich. Aktuelle zahlreiche Fälle von Pädophilie in Deutschland kommen vor Gericht noch immer häufig mit einer Haftstrafe zwischen 5 und 10 Jahren davon – und das, obwohl die Täter:innen diese Taten nach der Haft wieder begehen könnten.

In dem Video wirkt sie authentisch und glaubwürdig

In einem Interview aus dem Gefängnis, das das Mädchen kurz nach ihrer Verurteilung mit CSB führte, erklärte sie, dass sie an diesem Tag und auch die darauffolgenden Tage noch unter massivem Drogeneinfluss stand und sich nur noch bruchstückhaft an diese Tage erinnern konnte. In eben diesem Interview erzählte sie auch, dass ihr Vater ihr diese Waffe zu ihrem 16. Geburtstag geschenkt hat. Das ist kein übliches Weihnachtsgeschenk und spricht sicher nicht für ein friedvolles Elternhaus. Als sie mit dem Reporter über die beiden Männer spricht, die durch ihre Hand gestorben sind, weint sie und sagt, das sei sehr schwer auszuhalten, dass diese Männer wegen ihr tot sind. In dem Video wirkt sie absolut authentisch und glaubwürdig. Sie zeugte echte Reue, was ein Gericht ebenfalls als positiv bewerten sollte.

Convicted San Diego school shooter Brenda Spencer exclusive CBS 8 interview in 1993

Heute werden strafmildernde Umstände mehr beleuchtet und höher bewertet bei der Urteilssprechung

Vielleicht waren die Gerichtsverfahren Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre noch nicht soweit, um auch das soziale Umfeld, das Elternhaus und die Kindheit in den Blick zu nehmen. Vielleicht wurden mögliche psychische Leiden nicht geprüft. Aber nun, nach knapp 46 Jahren hinter Gittern hat sich die Welt verändert und es sollte jedem, der eine so lange Haftstrafe verbüßt (geschweige denn, dass die wenigsten Menschen eine so lange Haftstrafe überhaupt verbüßen müssen, selbst wenn sie die schlimmsten Taten verübt hatten, wie etwa Kindesmissbrauch), die Möglichkeit gegeben werden, den Fall noch einmal neu prüfen zu lassen. Sechsmal hat Brenda in den vergangenen Jahrzehnten versucht, eine gerichtliche Wiederaufnahme ihres Falles zu erkämpfen, ohne Erfolg. Das letzte Mal im Februar diesen Jahres.

Die Anwaltskanzlei in San Diego, die unter anderem drei der damaligen Opfer vertritt, freut sich über die Entscheidung des Gerichts und erklärt:

„The shock of this brazen crime rippled through the community in San Diego at the time and it continues to hold a place of infamy in the history of mass shootings in our nation. While new laws are in place that can potentially speed up releases for individuals who were convicted as minors, as well as inmates who are over 50 years old, our position is that the totality of the horrific circumstances of this crime and this case do not warrant release and we are gratified that the Parole Board agreed with our position.“

Die Anwaltskanzlei bezieht sich damit auf den Schock-Moment des damaligen Amoklaufes und was dieser bis heute für Auswirkungen auf San Diego hat und daher eine Freilassung von Brenda nicht in Frage komme.

Bei einer Entscheidung über eine Freilassung eines Menschen sollte jedoch nicht im Vordergrund stehen, welche verheerenden Auswirkungen die vergangenen Taten noch immer auf das Umfeld haben, da der Umkehrschluss bedeuten würde, dass im Grunde niemals ein Mensch wieder entlassen werden dürfte, der wegen Totschlags oder Mord verurteilt worden ist. Es sollte einzig und allein darum gehen, zu prüfen, ob dieser Mensch nach wie vor eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellt.

Das nächste Mal kann Brenda Spencer im Jahr 2028 um ihre Freilassung bitten.

 

 




„Meine beiden Töchter leben vegan, ich selbst bin aber noch eine fleischfressende Pflanze“

Veganismus ist ein sehr kontroverses und umstrittenes Thema. Vegan sein bedeutet, keinerlei tierische Produkte zu essen – also nicht nur kein Fleisch und Fisch, sondern auch keine Eier, Käse oder Joghurt, die aus tierischen Produkten wie etwa Milch hergestellt werden.

Mittlerweile leben 15 Prozent der Bürger:innen laut der Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse in ganz Deutschland vegan. Vor ein paar Jahren war diese Zahl noch deutlich niedriger. Doch wenn man tierische Produkte nicht isst, fehlen einem dann nicht viele Nährstoffe und wenn ja, durch welche Produkte kann man diese fehlenden Nährstoffe dann am besten stattdessen aufnehmen?

GSCHWÄTZ-Schülerpraktikant Ben Koczor ist diesen Fragen nachgegangen.

Was ist vegan überhaupt und wie sehen die Menschen Veganismus?

Unter dem Wort „vegan“ versteht man eine Ernährungsart oder ein Lebensstil, bei welchem man keine tierischen Produkte zu sich nimmt. Das bedeutet nicht nur kein Fleisch wie bei Vegetariern, sondern auch keine Eier, kein Käse, keine Milch und keinen Honig. Veganer möchten Tieren nicht schaden. Daher versuchen viele Veganer auch über den Tellerrand hinaus vegan zu leben und verzichten etwa auch beim Shopping auf tierische Produkte wie Leder oder Wolle.

Die militante Veganerin – berühmt-berüchtigt

In der Gesellschafft ist Veganismus noch immer sehr umstritten. Die bekannteste Veganerin in Deutschland ist wohl die Social-Media Influencerin „Die Militante Veganerin“. Die Influencerin ist bekannt für ihre hitzigen Diskussionen mit Bürger:innen auf der Straße, die man dann in den sozialen Medien als kurze Clips sehen kann, und ihren fast schon aggressiven Aktivismus.

Die militante Veganerin spaltet die Nation. Manche finden ihre penetrante Art, andere davon zu überzeugen, vegan zu leben, fast schon abstoßend. Auch meiner Generation geht es dabei so, dass sie mit dieser Art eher abschreckt als ansteckt. Aber es gibt auch viele Fans, die sagen: „Sie sind der Grund, wieso ich vegan geworden bin.“ Auch wenn die zahlreichen Kommentare zeigen, wie stark sie mit ihrer Art polarisiert, bleibt sowohl bei Fans als auch bei ihren Gegnern häufig die Frage unbeantwortet im Raum stehen: „Ist vegan sein überhaupt gesund ?“

Vegan in Supermärkten: „Es wird immer mehr“

In Supermärkten wie Edeka, Rewe und Penny gibt es viele vegane Ersatzprodukte. Um das selbst zu sehen, bin ich zum Edeka in Künzelsau gegangen, um dort ein paar Fragen beantwortet zu bekommen. „Ja, es wird immer mehr in letzter Zeit“, antwortete eine Edeka-Mitarbeiterin auf die Frage, ob vegane Produkte oft verkauft werden. Und für die vielen Nachfragen der veganen Ersatzprodukte ist Edeka bestens ausgestattet. Das hat Edeka alles in vegan: Ei, Käse, Brot-Aufstrich, Schokolade, Gummibärchen, Chips, Jogurt, Saucen und Wein. Unter all diesen veganen Produkten ist aber immer noch Tofu am beliebtesten und wird am meisten gekauft. Eine Statistik von Veganivore.de besagt, dass im Jahr 2024 39% aller Deutschen vegetarische und vegane Ersatzprodukte gekauft haben. Zu meiner Frage, ob mehr echtes oder veganes Fleisch gekauft wird, antwortete die Edeka Mitarbeiterin: „Jetzt gerade wird noch mehr Fleisch verkauft, aber es kaufen immer mehr veganes Fleisch.“

Der Geschmackstest

Im Edeka und teilweise auch im Aldi in Gaisbach habe ich Produkte und deren veganen Ersatzprodukte gekauft, um zu sehen wie viele Unterschiede es bei veganen Ersatzprodukten gibt. Hier seht ihr das Video dazu.

Das erste Produkt, waren Chicken Nuggets. Die normalen Chicken Nuggets, hatten einen komischen Geschmack aber die Panade war knusprig. Das Fleisch war sehr weich. Die Farbe der Panade war hell und das Fleisch war sehr hell weiß. Die veganen Nuggets waren knuspriger, und das vegane Fleisch zerging auf der Zunge. Das Nugget war dunkler, innen und außen. Fazit: Die veganen Nugget konnten hier bei mir mehr punkten als die fleischhaltigen.

Als nächstes testete ich veganes und nicht-veganes Toastbrot. Das nicht-vegane Toastbrot schmeckte fluffig und knusprig zugleich. Das Toastbrot war getoastet und sah goldbraun aus Das vegane Toastbrot war ebenfalls goldbraun und war weicher und schmeckte körniger und süßer. Im Großen und Ganzen hat das vegane Toastbrot mehr Geschmack als das nicht-vegane. Auch hier gewinnt meines Erachtens das vegane Toastbrot.

Als letztes probierte ich vegane und nicht-vegane Gummibärchen.  Die nicht-veganen Gummibärchen waren normale Goldbären von Haribo. Die Gummibärchen waren bunt und schmeckten fruchtig und süß, während die roten veganen Gummibärchen ebenfalls süß und fruchtig schmeckten, aber auch irgendwie sauer und klebrig waren. Hier gebe ich den Punkt an die original Gummibärchen.

Fazit des Geschmackstestes: Ich bin positiv von den veganen Ersatzprodukten überrascht, dass sie so gut und teilweise sogar besser schmecken.

Das Gespräch mit der AOK: „Eine vegane Ernährung kann eine präventive Wirkung auf die Gesundheit haben“

Um herauszufinden, ob vegane Ernährung wirklich gesund ist, spreche ich mit Heike Max, Ernährungsberaterin bei der AOK. Ohne Fleisch, Fisch und Milch fehlen einem ein paar Nährstoffe und Vitamine, wie zum Beispiel Vitamin B12, Jod, Calcium und Omega 3 Fettsäuren. Diese können aber durch pflanzliche Alternativen oder angereicherte Produkte ersetzt werden. Vitamin B12 erhält man durch Getreide. Jod bekommt man durch Getreide, Salz, Gemüse und Obst, jedoch nur eine geringe Menge. Calcium erhält man in Blattspinat oder Broccoli und Omega 3 Fettsäuren gewinnt man zum Beispiel durch Chiasamen, Walnüsse oder auch mit Hilfe von Chiaöl und Walnussöl. Laut Heike Max, ist die vegane Ernährung nur zu empfehlen bei einer ausgewogenen und gesunden Ernährung, und viel Zeit in die Produktauswahl und Zubereitung investiert.

Wenn man sich vegan ernährt, sollten zudem wenig hochverarbeitete Fertigprodukte verwendet werden, da sie mehr Zusatzstoffe als Nährstoffe liefern. Außerdem soll laut Heike Max auch idealerweise regelmäßig Laborkontrollen durchgeführt werden, um Defizite früh zu erkennen. „Eine vegane Ernährung kann eine präventive Wirkung auf die Gesundheit haben“, laute aber das positiv Fazit von Heike Max. Durch eine ausgewogene vegane Ernährung kann man etwa Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen oder Adipositas vermeiden.

Straßenumfrage: „Ich könnte allerhöchstens eine Woche vegan leben.“

Um zu testen, wie Menschen über den Veganismus denken, machte ich mich auf dem Weg nach Öhringen für eine Straßenumfrage. Die erste Befragte von sechs war keine Veganerin, dafür aber ihre Enkelin, wodurch sie sich mit veganem Kochen und Backen etwas auskennt. „Man muss aufpassen, dass man genug Eiweiß bekommt,“ so die Öhringerin, „Für mich ist es keine ausgewogene Ernährung, wenn man die fehlenden Nährstoffe allerdings zuführt, ein bisschen drauf achtet, ist es in Ordnung.“

Am wenigsten könnte die Öhringerin auf „gutem Käse“ verzichten. Auf meine Frage, wie lange sie vegan leben könnte, antwortete sie: „Ich könnte allerhöchstens eine Woche vegan leben.“ Eine andere Öhringerin war zwar keine Veganerin, dafür aber Vegetarierin. Sie lebt seit 30 Jahren vegetarisch und nimmt die fehlenden Nährstoffe des Fleisches durch Hülsenfrüchte auf. Bei der Frage ob die 75-jährige Vegetarierin auch auf vegan umstellen würde, antwortete sie: „Sinn würde es machen, vegan zu leben.“

Die 66-jährige Gisela Peters ist ebenfalls keine Veganerin, und begründet dies damit, dass sie aus der Generation kommt, die noch gar nicht so viel Wert darauf gelegt hat. „Meine beiden Töchter leben vegan, ich selbst bin aber noch eine ‚fleischfressende Pflanze‘.“ So die 66-jährige. Am wenigsten könnte sie auf „Ein gutes Kalbschnitzel“ verzichten. Vegan leben würde Gisela Peters schwerfallen. „Eine Woche könnte ich es durchhalten“, schätzt Peters. Eine weitere Befragte ist die 14-jährige Öhringerin Elen. Sie ist ebenfalls keine Veganerin, könnte aber anders wie die bereits befragte Öhringerin, die am wenigsten auf Käse verzichten könnte, am ehesten  auf Käse verzichten. Ein Öhringer antwortete auf die Frage, was ihm am meisten fehlen, wenn er vegan leben würde: „Die Freiheit, einfach einzukaufen und nicht ständig nachzusehen, ob es vegan ist.“ Eine:n Veganer:in habe ich bei meiner Straßenumfrage leider nicht gefunden.

 

 

 

 




„Beruhigend“, „cool“, „entspannend“ – Wie gefährlich sind Vapes?

Dieser Artikel wurde von unserer Schüler-Praktikantin Celina Fiedler geschrieben, die das Thema Vapen näher unter die Lupe genommen hat.

Auch in Künzelsau – wie in vielen anderen Städten in Deutschland – steht ein Vape-Automat – direkt am Busbahnhof, an welchem jeden Tag zahlreiche Kinder und Jugendliche mit Bussen zur Schule kommen. Vapes sind E-Zigaretten, sie sehen aus wie dicke Kugelschreiber. Es gibt sie in allen möglichen Farben und Geschmacksrichtungen. Während der Zigarettenkonsum in Deutschland seit Jahren rückläufig ist, wie Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums deutlich belegen, ist nun Vapen der neue Trend – insbesondere bei Jugendlichen.

Für meine Recherche zum Thema Vapen habe ich zunächst zwei Jugendliche befragt, warum sie vapen beziehungsweise gevapt haben:

Mit 14 angefangen – „Beruhigend“, „cool“, „entspannend“

Der eine Schüler (er möchte nicht namentlich genannt werden) kam zum ersten Mal mit 14 Jahren (2022) in seiner Freundesgruppe mit dem „Dampfen“ in Kontakt und ist jetzt 17 Jahre alt. Er beschreibt es als „beruhigend“, „entspannend“ und „aufregend“. Er hatte auch eine Vape, aber wegen des Preises und weil es ihn und seine Freunde nicht mehr interessierte, hat er mittlerweile keinen Bezug mehr zu Vapes. Eine Vape kostet zwischen 5 und 10 Euro und garantiert laut Hersteller bis zu 600 Züge. Die zweite Schülerin, die ich befragt habe, begann mit 15 Jahren und ist jetzt 17 Jahre alt. Das erste Mal probierte sie mit 14 Jahren auf einer Party mit ihren Freunden. Sie sagt, dass sie sich „leicht“, „cool“ und „entspannt“ fühlt, wenn sie einen richtigen Nikotinschock hat. Mit einer Freundin kaufte sie sich ihre erstes Vape, aber auch das hat sie nur einmal gemacht. Sie hat aufgehört zu vapen, weil der Preis zu hoch ist und sich ihr Freundeskreis geändert hat. Der süße Geschmack verursachte ihr auf Dauer Kopfschmerzen und da sie sich mit den Inhaltsstoffen eines Vapes auseinandersetzte, hörte sie mit dem Dampfen auf.

Beide sagen, dass das Vapen für sie trotzdem „normal“ ist, das heißt, wenn sie Leute sehen, die dampfen, oder wenn sie es selbst wieder probieren würden, würde es sie nicht stören.

Inhaltsstoffe von Vapes: Gesundheitsschädlicher im Vergleich zu Zigaretten?

Um dieser Frage nachzugehen, habe ich mich an das Gesundheitsministerium des Landes Baden-Württemberg gewandt. Pressesprecher Markus Jox hat mir wie folgt geantwortet: „In Vapes wird eine Flüssigkeit (Liquid) erhitzt und dadurch vernebelt. Dieses Liquid gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Nikotinstärken. Die Grundstoffe sind Glycerin, Propylenglykol, Aromastoffe und je nach Variante Nikotin. Beim Erhitzen des Liquids können gesundheitsschädliche Stoffe entstehen, darunter Nikotin (…), aber auch giftige Metalle wie Chrom, Nickel und Cadmium. Das gesundheitsgefährdende Potenzial hängt jedoch stark von der Zusammensetzung des Liquids ab. Unter den üblichen Gebrauchsbedingungen ist die Menge der Stoffe geringer als beim Tabak. Die Metalle können aber auch in höheren Konzentrationen als im Tabak enthalten sein.“

Die Caritas kritisiert in diesem Zusammenhang: „Vapes enthalten zwar weniger Schadstoffe als Zigaretten. Weil der Dampf aber viel kälter ist, kann er besonders intensiv von der Lunge aufgenommen werden. Eine E-Zigarette entspricht etwa 16 bis 20 mg Nikotin. Und das sind etwa zwei Schachteln Zigaretten.

Gefahr oder Glücksbringer?

Vapes gibt es in verschiedenen Formen und Farben. Es gibt auch Vapes ohne Nikotin. Sind Vapes ohne Nikotin also auch ein Suchtmittel? Oder sind Vapes generell eine Gefahr für unseren Körper? Hierzu führt Jox näher aus: „Für die Entwicklung einer Abhängigkeit ist in erster Linie das Nikotin verantwortlich. Allerdings bestehen gesundheitliche Risiken und die Gefahr eines niedrigschwelligen Einstiegs in das Rauchen. Kinder und Jugendliche können mit vermeintlich harmlosen, schmackhaften E-Zigaretten (auch nikotinfreien) das Rauchritual einüben. Dadurch kann der Wechsel zu nikotinhaltigen Produkten und zur Tabakzigarette vereinfacht werden. “ Sprich: Der vermeintliche harmlose Einstieg ohne Nikotin kann die Hemmschwelle senken, um danach auf nikotinhaltige Produkte umzuschwenken.

Zu den bisher bekannten Gesundheitsrisiken gehören unter anderem:

– Abhängigkeit, Beeinträchtigung der Gehirnentwicklung bei Jugendlichen

– Ablagerung von Partikeln in der Lunge, verschiedene Formen der Lungenentzündung, schwere Lungenerkrankungen

– kurzfristige Erhöhung der Herzfrequenz, kurzfristige Erhöhung des Blutdrucks,

– oxidativer Stress = (Schädigung der Zelle und ihrer Funktion), Schädigung der Erbsubstanz, Beeinträchtigung des Immunsystems

Die bunte Welt der Vapes – auch in social media stark präsent

Vapes sind aber auch ziemlich beeindruckend. Die vielen verschiedenen Formen und Farben und wahrscheinlich das Wichtigste, die Geschmacksrichtungen. Erdbeere, Kirsche, Minze, Blaubeere, Vanille-Käsekuchen. Besonders durch die Vielfalt sind Vapes  interessant, wenn man auf Social Media sieht, was man mit dem Dampf alles für Tricks machen kann. Das muss man einfach mal ausprobieren, oder?

Auch wenn die bunte Aufmachung und die süßen Aromen nur allzu verlockend sind, besteht die Gefahr, dass der Einstieg ins Rauchen erleichtert wird und sich eine Nikotinabhängigkeit entwickelt. Der Zusammenhang zwischen E-Zigaretten und dem späteren Rauchverhalten von Jugendlichen ist allerdings schwer zu untersuchen. Es gibt jedoch Hinweise des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), dass der Konsum von E-Zigaretten die Wahrscheinlichkeit, mit dem Rauchen zu beginnen, um das Dreifache erhöht. Möglicherweise spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle.

Die Vielzahl an Geschmacksrichtungen erschwert laut dem DKFZ die Risikoabschätzung. Liquids enthalten beispielsweise verschiedene Aromen und ätherische Öle („durchschnittlich zehn verschiedene Aromen pro Liquid“). Dies ermögliche es den Konsumenten, ihre eigenen Mischungen aus verschiedenen Aromen herzustellen, was die Bewertung des Gesundheitsrisikos erschwere. Einige Aromastoffe können beim Einatmen die Atemwege sensibilisieren oder reizen, andere sind in höheren Konzentrationen in Zellkulturen giftig oder zytotoxisch = (besitzt die Eigenschaft, lebende Zellen zu schädigen oder zu zerstören).

Zugang zu Vapes leichter als gedacht

Der Zugang zu Vapes ist für Jugendliche in der Regel schnell und einfach. Die meisten Schüler: innen haben einen großen Freundeskreis oder kennen generell viele Leute.  Wenn diese wiederum Freunde haben, die 18 Jahre oder älter sind, geht alles sehr schnell. Es ist zwar strafbar E-Zigaretten für Minderjährige zu kaufen, aber erwischt wird man meistens nie, man Vapes an diversen öffentlichen Automaten ziehen kann. Man benötigt hierfür lediglich irgendeinen Ausweis eines Erwachsenen. Die Übergabe der Vapes kann ja an allen möglichen Orten oder an völlig unterschiedlichen Tagen stattfinden, was eine Kontrolle fast unmöglich macht. Aber auch den Eltern schnell den Ausweis klauen und wieder zurückgehen, ist ein schnelles Spiel.

Wie viele Konsument:innen gibt es heute, im Gegensatz zu früher, wenn man so einfach an Vapes kommt?

Hierzu gibt es zwei Studien:

Laut den Daten der bundesweiten DEBRA-Studie konsumierten im Jahr 2019 1,7 % der 14- bis 17-Jährigen E-Zigaretten, 2023 waren es 2,3 %. Bei den 18- bis 24-Jährigen lag der Anteil derjenigen, die E-Zigaretten konsumierten im Jahr 2019 bei 4,0 % und im Jahr 2023 bei 3,5 %. Bei den über 25-Jährigen waren es im Jahr 2019 1,4 %, im Jahr 2023 1,7 %.

Insgesamt ist der E-Zigarettenkonsum laut den Ergebnissen der DEBRA-Studie von 1,8 % im Jahr 2019 auf 2,2 % im Jahr 2023 angestiegen. Für das Jahr 2024 liegen noch keine abschließenden Daten vor, der aktuelle gleitende Mittelwert liegt hier bei 2,3 % (Stand 10/2024). Laut einer Veröffentlichung zu den Ergebnissen der DEBRA-Studie ist der Konsum von Einweg-E-Zigaretten stark an gestiegen, von 0,1 % im Jahr 2016 auf 0,8 % im Jahr 2023.

Auffallend ist bei den Ergebnissen, dass die Konsument:innen  von Einweg-E-Zigaretten im Durchschnitt 3,5 Jahre beziehungsweise 4,1 Jahre jünger sind als Personen, die Tank- bzw. Pod-Modelle konsumieren.

Mit 6,7 Prozent ist der Konsum von Einweg E-Zigaretten bei 12- bis 17-Jährigen im Jahr 2023 ähnlich verbreitet wie der von Tabakzigaretten (7,4 Prozent).

Jahr Alter Konsum in Prozent
2019 14-17 Jahre 1,7%
  18-24 Jahre 4,0%
  25 Jahre 1,4%

Laut den Daten der bundesweiten DEBRA-Studie konsumieren vermehrt jüngere Menschen Vapes:

Jahr Alter Konsum in Prozent
2023 14-17 Jahre 2,3%
  18-14 Jahre 3,5%
  25 Jahre 1,7%

Fazit: durch ihr cooles, buntes Image, die leichte Zugänglichkeit und die verschiedenen Geschmacksrichtungen wirken Vapes auf den ersten Blick nicht wie (Einstiegs-) Drogen und werden vielleicht dadurch auch bewusst unterschätzt. Sie können aber ebenso zu Abhängigkeit führen wie andere nikotinhaltige Suchtmittel wie Zigaretten.




„Herr Spieles, das ist kein Spiel“ – Bald krebserregende Stoffe in der Luft?

„Herr Spieles, das ist kein Spiel“ – steht auf einem Plakat der zirka 70 Bürger:innen, die am Sonntag, den 09. Februar 2025, eine Begehung entlang des Steinbruches in Rüblingen machen. Der Steinbruch liegt idyllisch am Waldrand, Wiesen und Wald so weit das Auge reicht. Doch damit soll bald Schluss sein, wenn es nach den Bürgermeistern der anliegenden Städte und Gemeinden geht.

Flyer der BI zur geplanten Teerverbrennungsanlage.

Am Dienstag, den 11. Februar 2025, berät der Gemeinderat in Kupferzell über die deutschlandweit erste Teerverbrennungsanlage in dieser Form, die direkt neben den Steinbruch kommen soll. Ein 30 Meter hoher Schlot bläst dann fast jeden Tag 24 Stunden extrem viel CO2 in die Luft und möglicherweise auch krebserregende Stoffe.

Liest man die Beratungsvorlage zur Gemeinderatssitzung, so könnte man den Eindruck gewinnen, dass hier schon längst nicht mehr die Frage im Raum steht, OB die Anlage kommt, sondern nur noch, WANN und in welcher Form:

Kupferzell nimmt Stellung

“ In der GR-Sitzung im Oktober 2024 wurde beschlossen, dass zu dem Thema „NovoRock“ eine enge
Zusammenarbeit der Gemeinden Braunsbach und Kupferzell erfolgen soll. Dabei wurde auch eine
gemeinsame Stellungnahme vorgestellt und anschließend in den Mitteilungsblätter veröffentlicht und
an den Personenkreis (Abgeordnete, Regierungspräsidentin, Regionalverband und Landräte)
versendet.
Mit Frau Regierungspräsidentin Bay konnte sich BM Spieles bereits vor Weihnachten in Künzelsau
über das Schreiben, den Sachstand und die Sichtweise über NovoRock austauschen. Es wurde
deutlich, dass auch von Seiten RPS die Klärung über den Standort von besonderer Bedeutung ist.
Hier ist der Vorhabenträger mit dem RPS in einem intensiven Austausch, ob und wenn ja welche
Verfahrensart über die Nennung eines Standortes (z. B. Raumordnungsverfahren) angewendet wird.
Um weiterhin miteinander im Gespräch zu bleiben, fand Ende November 2024 zwischen
Vorhabenträger, Verwaltung und Vertreter der Faktionen ein Treffen statt.
Bei diesem Treffen wurde insbesondere über die Wahl des Standorts und der Weg dorthin diskutiert.
Über den Standort ist, wie oben beschrieben, das RPS mit dem Vorhabenträger im Austausch.“

Das ganze Dokument ist hier einsehbar:

Ratsinformationssystem: Gemeinde Kupferzell

Bürgermeister Spieles von Kupferzell ist bei diesem umwelttechnisch sehr kritischen Vorhaben ähnlich eng im Austausch mit dem Stuttgarter Regierungspräsidium wie vor einigen Jahren beim deutschlandweiten ersten und bislang einzigen XXL-Strom-Booster-Vorhaben, der ebenfalls in Kupferzeller Gemarkung Heimat findet. Ein Zufall? Trotz einer starken Bürgerinitiative (BI) konnte der Booster damals nicht verhindert werden. Auch GSCHWÄZ berichtete kritisch darüber:

Riesenbatterie Archive – GSCHWÄTZ

Nun tut sich die BI bezüglich der Teerverbrennungsanlage ähnlich schwer, an den Entscheidungsprozessen etwas zu verändern. Das frustriert viele Anwohner:innen.

„Ich möchte, dass meine Kinder hier gesund aufwachsen können“, erklärt ein junger Mann seine Beweggründe, warum er an der Begehung teilnimmt. “

Sobald die Anlage läuft, betrifft die schlechtere Luft alle Dörfer, Städte und Gemeinden in einem Radius von rund 10 Kilometer Luftlinie, also auch Künzelsau, Kupferzell, Rüblingen, Steinkirchen, Döttingen, Braunsbach, Kocherstetten, Amrichshausen und viele weitere. Bislang wissen hauptsächlich Bürger:innen von der geplanten Anlage, die unmittelbare in den betroffenen Gemeinden wohnen.

Das Unternehmen NovoRock, welche der Betreiber der Anlage wäre, gibt sich derweil greenwashed gelabelt:

„NovoRock hat eine nachhaltige Lösung entwickelt, um teerhaltigen Straßenaufbruch nach höchsten Umweltstandards zu recyceln und als Recycling-Baustoff wieder in den regionalen Nutzungskreislauf zurück zu bringen. Das Bindemittel wird als Wärmequelle für die Anlage genutzt. Die Anlage arbeitet so im Betrieb ohne zusätzliche Brennstoffe und erzeugt außerdem ihren eigenen Strombedarf. Es bleibt ein nutzbarer Wärmeüberschuss, den wir der Region zur Verfügung stellen werden. Mit diesem Projekt wird der begrenzte Vorrat an Naturbaustoffen und Deponieraum geschont. Der rückgewonnene Stein dient als Ersatz für einen Teil der im Steinbruch Rüblingen erzeugten Naturstein.“

Über den extrem hohen CO2-Ausstoß verliert der Betreiber kein Wort. Wieso Rüblingen?, fragt NovoRock selbst auf seiner Homepage. Als Antwort steht dort unter anderem: „Sie ist von außen nicht einsehbar.“

 




Merz: „Es gibt keine Gemeinsamkeiten zwischen CDU und AfD“ – Bei diesem TV-Duell malt sich jeder die Welt, wie es ihm gefällt

Das Live Duell von ARD und ZDF, übertragen unter anderem auch auf youtube, geht gleich direkt mit dem großen Knall von vergangener Woche los. Es gibt um die Abstimmung im Bundestag um das Asylgesetz.

„Das war ein Wort- und Tabubruch“, sagt Olaf Scholz zu Beginn zum Thema CDU-Asylgesetz gemeinsam mit Stimmen der AfD.

Merz betont: „Uns trennen in Sachfragen Welten. Es gibt keine Gemeinsamkeiten zwischen CDU und AfD“. Aha. So ganz stimmt das ja nicht. Allein die Abstimmung beim Asylgesetz zeigte sich ja deutlich, wie nah sich die CDU und die AfD allein bei diesem wichtigen Thema sthen.

„Es wird diese Zusammenarbeit nicht geben“, wird Merz nochmal deutlich. Scholz wiederum schenkt dieser Aussage keinen Glauben mehr.

„Ich konnte es mit meinem Gewissen nicht mehr verantworten nach Aschaffenburg“, daher habe er dieses Gesetzesvorhaben jetzt schon versucht, mit der CDU durchzuboxen, erklärt Merz. „Kaum jemand denkt an die Opfer.“ Naja, an die Opfer denken sehr viele. Diese waren ja auch Migrant:innen und gegen diese Menschen richtet sich ja das von Merz forcierte Asylgesetz.

„Wir haben die Abschiebungen um 70 Prozent gesteigert, seit ich Kanzler bin“, erklärt Scholz. Ob das stimmt, keine Ahnung. Im Prinzip kann man ja jede Studie, wie wir mittlerweile wissen, so hinbiegen, dass sie für einen selbst passt.

Laut Moderatorin Maybrit Illner sind aber die Zuwanderer-Zahlen aber tatsächlich gesunken. Ob das der Verdienst von Bundeskanzler Scholz ist oder einfach ein automatischer Rückgang der syrischen Flüchtlinge, weil viele die vergangenen Jahre bereits ihr Land verlassen haben, kann sich jeder für sich überlegen.

„Es gibt mehr Schutz an den europäischen Außengrenzen, es finden mehr Überprüfungen statt. Dieses Gesetze treten nächstes Jahr in Kraft“, erklärt Scholz. „Herr Merz macht lediglich Shows mit Anträgen im Bundestag, die so gar nichts bringen.“ Also alles kein Problem und alles im Griff, laut Herr Scholz?

Syrer und Afghanen sind wohl laut Illner die Menschen, die die höchste Flüchtlingsquote aufweisen.

Merz betont, dass jetzt schon viele Länder problemlos Zurückweisungen machen, wie etwa Finnland, nur Deutschland hadere, wohl weil die SPD und die Grünen uneins in ihrem Kurs seien. „Sie beschönigen die Lage und beschreiben eine Situation, die nichts mehr der Wirklichkeit zu tun hat.“

„Das, was Sie machen, widerspricht europäischem Recht“, kontert Scholz. Viele brechen jetzt schon dieses Recht, wie etwa Polen, sagt Illner. Aber das könne doch nicht das größte Land Europas als Vorbild so machen, sagt Scholz.

20.38 Uhr. Ein Themenwechsel wäre jetzt auch mal echt toll. Gibt ja noch mehr Probleme in Deutschland.

„Ich habe gefordert, dass wir mehr Abschiebeeinrichtungen bauen“, sagt Scholz. Merz wiederum sagt: „Sie leben nicht in dieser Welt. Das ist Wunschdenken.“

Nach einer knappen halben Stunde endlich Themenwechsel. Wirtschaft. „Scholz: „Bürokratieabbau und mehr öffentliche Investitionen.“ Blablabla. Alles schon gehört, auch schon vor vier Jahren. Getan hat sich ja leider bekanntlich nichts.

„Wir haben drei Millionen Arbeitslose, wir haben eine Insolvenzwelle wie nie, beides steigende Tendenz und dann sprechen sie davon, dass wir keine Deindustrialisierung hätten“, kontert Merz. „Industrieunternehmen gehen reihenweise ins Ausland. „Ich bin erschüttert, wie Sie den Zustand der Wirtschaft beschreiben. Das hat mit der Realität nichts zu tun.“

Wir haben 45 Millionen Erwerbstätige, wir haben Grundlagen für Wachstum.“ Aha. Naja, viel fällt ihm hier an dieser Stelle tatsächlich nicht ein. Doch, noch etwas: „Ich habe die Ukraine nicht überfallen. Kohle, Gas und Öl müssen wir importieren. Die Preise sind explodiert. Wir sind eine Exportnation. Der Krieg hat uns daher mehr gebeutelt, als andere EU-Länder.“ Die SPD schlägt einen Made-in-Germany-Bonus vor, das heißt, 10 Prozent auf alle Maschinen und Geräte, die Unternehmen jetzt kaufen. Da fragt man sich: Wäre es nicht richtiger und wichtiger, sich als Deutschland neu zu erfinden – weg von der veralteten Industrie und Produktion hin zu Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Zukunftstechnologien? Es gibt ja noch  mehr Branche als der Maschinenbau und die Automobilindustrie, aber vielleicht kennt Herr Scholz nur die beiden Branchen.

Steuerstattung, höhere Schulden, höhere Staatsverschuldung, sei das laut Merz. „Warum belohnen Sie nicht alle? Das sind ansonsten  Einmaleffekte, die Sie nicht mal bezahlen können.“

„Uns fehlt schlicht das Geld für mehr“, sagt Scholz. Aber 15 Euro Mindestlohn möchte er durchsetzen. Dass dieser Schuss derzeit angesichts der stark angestauchten Wirtschaft nach hinten losgehen könnte, sei mal dahingestellt. Beim Thema Wirtschaft wirkt Merz wesentlich kompetenter und durchdachter.

Nun kommt das Thema Inflation. Dadurch haben die Menschen im Schnitt 20 Prozent weniger in den Taschen. Scholz schiebt das auf den Ukrainekrieg, obwohl jeder weiß, dass die Wirtschaft schon vor Corona und insbesondere auch durch Corona stark angeschlagen war. „Aber wir brauchen hier Steuererleichterungen. Daher brauchen wir Mehrwertsteuersenkungen bei Lebensmittel.“

Merz sagt, er möchte ein Klimageld ausbezahlen an jeden Bürger, das bereits 2022 hätte ausbezahlt werden müssen. Und: „Wir müssen den Industriestandort Deutschland erhalten.“

Thema Bürgergeld.

Merz möchte 1,5 Milliarden Euro sparen durch das Kürzen des Bürgergeldes. „Wenn wir nur ein Viertel zurückholen in den Arbeitsmarkt, haben wir schon viel gewonnen.“

Scholz sagt: „Sie kleben doch nur einen anderen Namen drüber und ändern werden Sie nichts. ich sehe das ja auch so: Wer arbeiten kann, soll arbeiten.“ Und: „Leute wie ich und Sie, Herr Merz, sollten mehr Steuer zahlen und wer noch mehr verdient, sollte auch mehr Steuern zahlen.“ Der Spitzensteuersatz sollte nach Scholz um 2 Prozent ansteigen.

Wie finanziert man all diese Steuererleichterungen gegen?

Merz: „Die Steuerreform ist in vier Teile aufgeteilt. Wir wollen in einer wachsenden Volkswirtschaft 25 anstatt 30 Prozent Unternehmenssteuern.“ Besser weniger Unternehmenssteuern, aber dafür wieder eine wachsende Volkswirtschaft als umgekehrt – ja, da hat er Recht. Wie er die Wirtschaft wieder ankurbeln möchte, sagt er leider nicht, denn es liegt ja nicht alles an den Steuern in Deutschland, sondern auch an der derzeit fehlenden Innovationsfähigkeit alternder Unternehmen.

Thema Gendern.

Merz möchte das Gendern in Behörden verbieten. Huch? Kehren wir hier plötzlich ins Mittelalter zurück? Hier ist Scholz wesentlich entspannter: „Lasst uns doch das alle so machen, wie jeder es machen möchte.“

Thema Ukraine-Krieg

Beide sind überraschenderweise positiv, was das baldige Ende des Ukrainekrieges betrifft – mit Hinblick auch auf Vermittler Trump. Das kam jetzt etwas überraschend. Trotzdem betont Scholz: „Es ist aber immnoch ein ganz gefährlicher Krieg, wobei man schauen muss, dass das kein Krieg zwischen Russland und der Nato wird. Wir brauchen hier eine kluge, besonnene Politik.“

Merz: „Russland wird auch die nächsten Jahre aggressiv gegen Europa vorgehen. Da müssen wir uns darauf einstellen.“

Scholz möchte keine schärfen Waffen in die Ukraine liefern, um den Krieg nicht zu verschärfen. Merz schon. Merz möchte auch die Ukraine in die Nato aufnehmen. Putin wird dabei nur nicht tatenlos zusehen, Herr Merz.

Thema Trump.

Merz: „Es gibt erhebliche Sorgen, was da noch kommt. Deswegen ist es wichtig, dass wir geschlossen reagieren. Dazu gehören auch die Briten. Wir brauchen eine gemeinsame europäische Strategie, was das Thema Grönland betrifft. Wir dürfen uns hier auch nicht kleiner machen, als wir sind. Wir sind in Europa größer als die USA und Kanada zusammen.“

Scholz: „Wir wollen mit der Regierung in den USA zusammenarbeiten. Aber das, was der Präsident sagt, meint er auch. Deswegen habe ich bezüglich Grönland gesagt: So geht das nicht. Die Wegnahme von Grönland muss mit aller Macht verhindert werden. Die Präsenz der Nato in Grönland müssen wir erhöhen.“

Thema US-Zölle.

Merz würde als Europa Gegenzölle einführen wie vor sechs Jahren. „Starke Europäer, starke Antwort, was geht und was geht nicht.“

Scholz sagt: „Wir sind darauf vorbereitet und wir können in einer Stunde als Europäische Union handeln. Deutschland als Exportnation würde am meisten unter diesen Zöllen darunter leiden.“

Scholz würde mindestens 2 Prozent Verteidigungsausgaben in den nächsten vier Jahren ansetzen. Merz sagt, dass Deutschland hier deutlich über zwei Prozent liegen müsse, eher bei drei Prozent. Woher das Geld kommen, wird nicht so richtig klar, vermutlich über Steuererhöhungen, wie immer halt. „Das geht nur, wenn wir wieder eine stark wachsende Volkswirtschaft werden“, sagt er schließlich auf explizite Nachfrage von Sandra Maischberger. „Und wir werden Prioritäten im Haushalt setzen müssen: Wir schauen auch auf den öffentlichen und wieviel Bedienstete wir wirklich brauchen.“

„Was Sie hier sagen, ist lächerlich“, sagt Scholz. „So ein großes Wirtschaftswachstum können Sie gar nicht erreichen. Sie gaukeln hier den Bürger:innen etwas vor.“

Letzten Endes ist Deutschland so etwas von pleite und eigentlich kommt man aus dieser großen Schuldenspirale wohl gar nicht mehr raus.

Thema Koalitionsgespräche und eine eventuell instabile Regierung nach der Wahl

Merz: „Diese AfD muss wieder kleiner werden. Für linke Politik gibt es in diesem Land keine Mehrheit mehr. Alle, die mit uns regieren möchten, müssen mit uns den Weg zurück zur Mitte gehen.“ Nur was passiert, wenn sich die SPD und die Grünen sagen: Nö?

Scholz erinnert wie bereits zu Anfang an den Tabubruch von Friedrich Merz durch seine Asylgesetz-Abstimmung mit Stimmen der AfD. „Mit denen [AfD] gibt es keine Zusammenarbeit. Und darauf können Sie sich verlassen.“




Bundestagswahlen 2025 – Die 10 größten Baustellen Deutschlands

Laut aktuellen Umfragen vor den Bundestagswahlen sind den Deutschen derzeit besonders die Themen Asylpolitik, Frieden in Europa, Wirtschaftspolitik und Klimapolitik wichtig.

Doch auch darüber hinaus gibt es zahlreiche Baustellen. In dem Video erklärt Dr. Sandra Hartmann die wichtigsten Problemzonen und wie man diese angehen müsste, um Deutschland wieder in Schwung zu bringen.

Bundestagswahl 2025 – Was Deutschland jetzt braucht – YouTube

1. Bildungspolitik

„Kinder sind die Zukunft eines jeden Landes. In der Coronapandemie wurde auf Familien am wenigsten geachtet“, sagt Hartmann. Shut downs, wochenlange Schulschließungen und home schooling, in welchem viele überfordert wurden, waren das „Resultat einer völlig verfehlten familienunterstützenden Politik“. Wenn Deutschland auch für Familien wieder attraktiv sein möchte, muss es mehr Geld in Bildung investieren: kleinere Klassen, eine positive Lernumgebung, mehr Lehrerstellen und vor allem mehr Digitalisierung in den Schulen anstatt schwere und oftmals veraltete Schulbücher. Mehr Bewegung anstatt Frontalunterricht. Wie eigne ich mir neue Fähigkeiten und Wissen an anstatt wie lerne ich 2000 Jahre Geschichte auswendig.

2. Gesundheitspolitik

Corona hat es deutlich gezeigt, doch auch davor wurde das Gesundheitswesen nur noch mit dem Rotstift betrachtet, nach wirtschaftlichen und nicht nach sozialen Maßstäben. Die Menschen im Land, die Arbeitnehmer:innen, zahlen sehr hohe Gesundheitsabgaben, und das Ergebnis ist, dass trotzdem ständig die Krankenkassen in den roten Zahlen feststecken und auch zahlreiche insbesondere kleinere Krankenhäuser schließen mussten während die Pharmaindustrie nach wie vor Milliarden scheffelt. Auch hier muss dringend umgedacht und gegebenenfalls umverteilt werden.

3. Bürokratisierung

Deutschland ist weltweit bekannt seine überbordende Bürokratisierung. Allein der Verwaltungsapparat verschlingt mehrere Milliarden jährlich, ganz zu schweigen von der Unattraktivität des Standortes Deutschland für Unternehmer:innen dadurch.

4. Digitalisierung

Ja, wo ist sie, die Digitalisierung? Wir könnten Vorreiter im Bereich von KI und Quantentechnologie sein und sehen den Zug hier ebenso abfahren, wie auch in der digitalisierten Automobilindustrie. Deutschland hat vermutlich mehr Funklöcher wie Zimbabwe. Mehr Mut für diesen Bereich zu wagen, wäre nicht nur wichtig und richtig, Digitalisierung ist auch Zukunft. Und wer hier noch immer am Bahnsteig steht, wird immer mehr zurückfallen hinter alle anderen Nationen

5. Klimawandel & ethisch leben

Um die Welt wieder grüner zu bekommen, bedarf es einer enormen Kraftanstrengung, der für jeden Einschnitte bedeutet, unter anderem weniger Fleisch und Fisch essen, weniger reisen, weniger Müll produzieren. Sich fragen, wo wird unsere Kleidung produziert? Sicher kann man sagen, die in China leben aber noch nicht so. Aber man sollte grüner leben auch nicht wegen anderen machen, sondern weil man selbst frische Luft atmen, den Planeten nicht ausbeuten und gesünder leben möchte. Wer weiß, vielleicht katapultiert uns auch diese Vorreiterrolle in diesem Bereich wieder zur Weltspitze

6. eine starke Wirtschaftspolitik

Um aktiv die Welt wieder grüner zu gestalten, bedarf es Geld. Und ihne eine funktionierende Wirtschaft mit einer niedrigen Inflation und einer niedrigen Arbeitslosenquote wird uns das nicht gelingen. Der Wirtschaftsstandort Deutschland muss hier verbessert werden mit einer zuverlässigen Politik, mit einer Entbürokratisierung, einer starken Digitalisierung und positiven Rahmenbedingungen für Start ups

7. Asylpolitik

Für viele Menschen ist das derzeit das Hauptthema bei den Bundestagswahlen, andere sagen wiederum, das finde ich gar nicht so wichtig, es wird aber leider derzeit immer nur darüber gesprochen. Da es anscheined für viele einen so hohen Stellenwert hat, sonst wäre die AfD auch nicht so stark in den Umfragen, sollte dieser Punkt von jeder Partei Beachtung finden. Menschen wollen nicht nur in Freiheit, sondern auch in Sicherheit leben, in einem sicheren Land. Viele fühlen sich derzeit nicht sicher und diesem Gefühl sollte man Respekt zollen. Schon seit Anfang der 1990er Jahre wurde über eine europäische Blue Card – ähnlich der Green Card in den USA debattiert für eine geregelte Fachkräfte-Zuwanderung. Zusätzlich haben wir als ehemalgier Kolonial-Kontinent auch Verpflichtungen, und auch als treibender Motor des Klimawandels. Wir haben die Verpflichtung, andere Menschen in Kriegsländern oder Ländern, die vom Klimawandel stark betroffen sind, zu helfen – vor Ort oder auf unserem Kontinent. Das bedeutet aber nicht, dass jeder nach Europa ohne Papiere einwandern darf und tun und lassen kann, was er will. Jeder, der nach Europa kommen und hier leben möchte, muss sich hier genauso an unserem Werte- und Rechtssystem orientieren und integrieren. Viele machen das, aber nicht alle. Gleichwohl gibt es nicht nur unter Migrant:innen Täter (wie auch Opfer), sondern auch unter Deutschen. Integration ist der Schlüssel zum Erfolg. Eine Willkommenskultur, die gleichzeitig mit klaren Regeln verbunden ist.

8. Gleiche Rechte für alle – und gleicher Schutz für alle

Wir leben in einer bunten, vielfältigen Gesellschaft. Jede:r sollte im Jahr 2025 die gleichen Rechte haben und gleich behandelt werden, das fängt bei den Löhnen hat, geht weiter bei der Chancengleichheit im Leben, auf dem Arbeitsmarkt und endet in der Frage nach der sozialen Gleichheit in unserem Land. Die Schere zwischen Arm und Reich vergrößert sich weiter. Schon in der Schule muss hier Vorsorge getroffen werden, dass nicht nur der Geldbeutel, der Status oder Beruf der Eltern entscheidet, welches Kind Abitur macht und welches nicht. Später im Berufsleben müssen die Besten an die wirtschaftliche und politische Spitze kommen und nicht die Vitamin-B-Konsumenten. Wer Schutz in unserem Land braucht – vor Gewalt in Form von Mobbing, physischer wie psychischer – sollte sie bekommen, ohne die Schuld dafür zu bekommen.

9. Wir sind eine Demokratie. Eine Demokratie ist geprägt von Toleranz, Achtung, Respekt. Meinungs- und Pressefreiheit. Auch in schwierigen Zeiten dürfen wir unsere Werte nicht über Bord werfen. Eine Spaltung der Gesellschaft, wie sie heute auch in Deutschland zu beobachten ist, nützt niemandem etwas, es schwächt nur uns alle.

10. Frieden

Die Menschen wünschen sich Frieden, in der Ukraine, in Gaza, überall. Niemand möchte Krieg.

Was ist Euch wichtig? Schreibt es uns. Wir freuen uns, auf Eure Antworten.

 




„Finde es inspirierend, einen Charakter zu spielen, der immer das Gute im Menschen sieht“

Mit einer Flasche Jack Daniels, einem Klappmesser und einem Schlauch rettet der Assistenzarzt Shaun Murphy [gespielt von Freddie Highmore] einem Jungen auf einem Flughafen spontan das Leben. In den Medien wird er gefeiert, während das Krankenhaus, bei dem er sich als Chirurg beworben hat, hinter verschlossen Türen damit ringt, ob sie ihn einstellen sollen – einen Autisten als Chirurg. Kann das gut gehen? Es kann und es geht nicht nur gut, es sollte sogar Vorbild für unsere Gesellschaft sein.

Autismus gepaart mit Inselbegabung

Die Serie zeigt die vorurteilsbehafteten Narrative, die es um autistische Menschen gibt, wie etwa, sie seien emotionslos beziehungsweise unempathisch, wie auch die realen positiven, aber auch problematischen Auswirkungen, als Shaun anfängt, in dem Krankenhaus zu arbeiten.

Durch seine Inselbegabung im Bereich der Chirurgie und seine Hochfunktionalität erkennt Shaun besser als seine Kolleg:innen besondere Fallstricke bei Patient:innen, die sich innerlich in den Organen abspielen, aber die sich äußerlich nicht auf den ersten Blick erkennbar sind. Er hat dabei ein äußerst systematisches Vorgehen (auch in seiner private Alltagsroutine) bei seiner Arbeit. So kommt es allerdings auch vor, dass er manchmal zu gründlich einen Patienten behandelt, der nur Bauschmerzen hat. Auch als er einer an Krebs erkrankten Frau direkt im Erstgespräch ins Gesicht sagt, dass sie sterben wird, wenn sie nicht sofort operiert wird, zeigen die Probleme auf, die es mit sich bring, sich als autistischer Arzt nicht so einfach in andere Menschen hineinversetzen zu können. Aber Shaun lernt schnell, was er anders machen muss, wenn Kolleg:innen ihn darauf hinweisen und es ihm erklären. Dabei hat er es auch mit weniger reinfühlsamen und verständnisvollen Kolleg:innen zu tun, die kein Fan von Shaun sind und ihn aufgrund seiner Krankheit auch offensiv angreifen und boykottieren.

Viele Nicht-Autisten verhalten sich emotional wie Autisten

Hier merkt der Zuschauer deutlich, dass der Unterschied zwischen Autisten und Nicht-Autisten hier unter anderem daran liegt, dass Autisten nicht bewusst und vorsätzlich andere Menschen emotional verletzen möchten. Was ist also besser, fragt man sich hier automatisch als Zuschauer: Ärzte, die einfühlsam zu ihren Patienten sein könnten, aber es oft nicht sind oder ein autistischer Arz, dem es durch den Autismus bedingt schwerer fällt, sich in andere hineinzuversetzen, der aber nichts dafür kann und das auch versucht zu ändern, wenn er darauf aufmerksam gemacht wird?

Und man lernt, dass eine vermeintliche Schwäche oder ein Handicap eines Menschen auch immer eine Stärke mit sich bringt. Oft sind Autisten und Menschen mit Asperger in bestimmten Bereichen inselbegabt. Menschen, denen Arme fehlen, haben gelernt, ihren Alltag allein mit ihren Füßen zu bewältigen. Blinde können oft extrem gut hören.

„Ich finde das inspirierend“

In einem Interview mit prima sagte der Hauptdarsteller Freddie Highmore über einen autistischen Charakter, den er spielt: „Ich denke, jeder von uns kann sich mit ihm identifizieren, in dem Sinne anders zu sein oder sich von der Gesellschaft ausgegrenzt oder diskriminiert zu fühlen. Es gibt so viel Negativität in den Nachrichten. Also warum sollte man sich danach mehr davon ansehen wollen? Ich finde es inspirierend, einen Charakter mit einem solch optimistischen Bild von Menschlichkeit zu verfolgen, der immer das Gute im Menschen sieht.“ Highmore selbst ist kein Autist. Er hat aber für seine Vorbereitung auf seine Rolle mit autistischen Menschen gesprochen.

Wichtiger Reminder in der heutigen Zeit

Wenn wir das erst einmal verstanden haben, ist der Begriff „Mensch mit handicap“ eigentlich nicht mehr alltagstauglich, da jeder Mensch im Grunde irgendwelche Handicaps hat. Diese Handicaps treten aber immer in Kombination mit Stärken und besonderen Begabungen auf, die jeder einzelne mitbringt. Und bei den Dingen, die wir nicht so gut können, sollten wir uns einfach gegenseitig unterstützen.

Für uns ist THE GOOD DOCTOR der Filmtipp der Woche, auch wenn die Serie bereits seit 2017 am Start ist, wir finden, die Netflix-Serie ist ein wichtiger Reminder in der heutigen Zeit.




Scholz: Merz‘ 5-Punkte-Plan „gesetzlich nicht umsetzbar“…ähhh…wir denken zurück an die Drölftausend Coronaverordnungen

Nach dem Messerangriff von Aschaffenburg, bei der ein Afghane – vermutlich unter Drogeneinfluss – zwei Menschen tödlich verletzt – ein zweijähriger Junge und ein Mann. Drei Menschen erleiden teils schwere Verletzungen, zieht nun Friedrich Merz einen 5-Punkte-Plan aus seiner Aktentasche. Unter anderem sagt er, sobald er Kanzler sei, werde es wieder Grenzkontrollen an deutschen Grenzen geben Und: Nur Menschen, die sich ausweisen können, dürfen einreisen.

Wo haben Scholz und Habeck in den vergangenen fünf Jahren gelebt?

Daraufhin meldet sich der Kanzlerkandidat der Grünen, Robert Habeck zu Wort wie auch der SPD-Kanzlerkandidat und aktuelle Bundeskanzler Olaf Scholz. Sie verweisen auf aktuelle deutsche und EU-Gesetze, mit denen derartige Pläne von Merz gar nicht umsetzbar seien.

GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann fragt sich in ihrem aktuellen Video: Wo haben Scholz und Habeck in den vergangenen fünf Jahren gelebt? Immerhin wurden während der Coronapandemie zahlreiche Gesetze aus den Angeln gehoben und Notverordnungen verlassen. Maskenpflicht, Kontaktverbot, Shut-Downs. Wer erinnert sich nicht?

 

Danach ist Deutschland irgendwie in den Ukraine-Krieg gestolpert – und zwar mit allem, was wir so auffahren können: Panzer, Munition, Man-Power, Geld. Laut dem Nachrichtenportal Springer kostete der Ukrainekrieg die deutsche Wirtschaft allein im Jahr 2023 175 Milliarden Euro.

Woher das Geld nehmen, wenn nicht stehlen?

Woher das Geld nehmen, wenn nicht stehlen? Keiner weiß so genau, woher die Milliarden kommen, die die Bundesrepublik auf einmal locker machen kann – Geld, das jahrelang anscheinend nicht da war, wenn es um die Versorgung der Krankenhäuser, Altenheime, Schulen und der Ausbau maroder Straßen und Brücken ging.

Scholz: Merz‘ 5-Punkte Plan nicht gesetzlich…aber Drölftausend Coronagesetze gingen problemlos

Doch die Gelddruckmaschine Deutschland hat auch seine Schattenseiten: Seitdem wächst die Inflation schneller, als man „Wladimir Putin“ sagen kann. Mittlerweile kosten Leitz-Ordner im Einzelhandelsgeschäft 12 Euro, eine belegte Brezel 4 Euro und beim Tanken wendet man der Zapfsäule am besten den Rücken zu. Offiziell liegt die Inflation aber nur bei 2 Prozent versteht sich.

Es hätte so schön sein können mit Kamala

Nicht nur vom Frieden mussten wir uns in Europa verabschieden, sondern auch von der ersten US-Präsidentin der Geschichte. Es hätte so schön sein können. Anstatt Kamala Harris sitzt nun wieder Donald Trump fest im Präsidentensattel und hat bei seiner Vereidigung am 20. Januar 2025 gleich mal mehrere Dekrete erlassen. Unter anderem dürfen Männer keine Skinny Jeans mehr tragen, die USA tritt aus der Weltgesundheitsorganisation aus und der Golf von Mexiko heißt fortan Golf von Amerika. Und wenn nun ein Herr Habeck oder ein Herr Scholz auf Paragraf Drölftausend auf Seite 2.598 in unserem Deutschen Gesetzbuch verweisen, dass Merz‘ Ideen nicht so einfach umsetzbar seien, so können wir darüber nur müde gähnen, da wir wissen: Aktuell ist alles möglich in der Politik.

Dies ist ein Kommentar unserer Redaktion




Robert, you need to calm down…

HÄ?, sagt mir hier bei uns im Lände, wenn man etwas nicht gleich versteht. Oft ist dieses HÄ auch ironisch gemeint – wenn etwas besonders absurd ist. HÄ?, fragt sich derzeit so manch ein Wähler, wenn er in den sozialen Medien immer wieder auf Robert Habeck stößt, der derzeit anscheinend besonders Gas gibt mit diversen Forderungen – an seine Wähler:innen gerichtet.

Es ist kurz vor Bundestagswahlen

Eigentlich funktioniert das Spiel ja umgekehrt. Es ist kurz vor Bundestagswahlen (für alle, die das Datum noch immer googlen müssen: Sonntag, 23. Februar 2025) und eigentlich sollten nun die Wählerwünsche Gehör finden. Nicht so bei unserem eloquenten Wirtschaftsminister.

Das Sparstrümpfle im Visier

Robert, wie ihn Freunde nennen dürfen, Robert offeriert stattdessen gleich mal, was die Wähler:innen erwarten dürfen, sollten sie ihn und seine Partei, die Grünen noch einmal wählen. Da der Staat in den vergangenen Jahren, in denen die Ampel und damit auch die Grünen regiert haben, immer mehr in eine „leichte“ Schieflage des Haushaltes geraten ist, braucht der Staat nun noch mehr Geld wie jemals zuvor. Und wer suchet, der findet. Robert hat gesucht und auch gefunden. Es gibt noch etwas zu holen bei den deutschen Bürger:innen. Und zwar im Sparstrümpfle.

Ordentlich Gegenwind für Robert Habeck

Sparer und Anleger sollen nach dem Willen von Robert Habeck auf Kapitaleinkünfte wie etwa Zinsen künftig Sozialbeiträge zahlen. Diese Abgaben sollen zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen herangezogen werden, die in den vergangenen Jahren seit den ganzen Reformen auch ganz schön eine finanzielle Schieflage geraten sind. Ob die Sozialabgaben reichen, die Lieschen Müller auf ihre 50 Euro Zinsen, die sie jährlich bei ihrer Hausbank bekommt, bald möglicherweise leisten muss, sei mal dahingestellt.

„Auf schon einmal versteuertes Geld dürfen keine zusätzlichen Beiträge und Steuern erhoben werden“

Ohnehin blies dem Grünen-Frontmann gleich mal ordentlich um die Ohren mit seinen Vorschlag. CSU-Chef Markus Söder schüttelte nur den Kopfe und meinte: „Auf schon einmal versteuertes Geld dürfen keine zusätzlichen Beiträge und Steuern erhoben werden.“ Das stört unseren kompetenten Wirtschaftsminister anscheinend nicht. „Habecks Vorschlag offenbart die ökonomische Kleingeistigkeit“, kam von Christoph Meyer, FDP-Fraktionsvize im Bundestag.

Einst die Lieblingspartei der Deutschen

Man fragt sich auch als normaler Laien-Bürger, ob Herr Habeck verstanden hat, warum derzeit so viele Menschen mit der hiesigen Politik unzufrieden sind. Die Grünen waren schließlich einst, vor gar nicht all zu langer Zeit, mal die Lieblingspartei vieler Deutschen – mit Sonnenblumen im Gewandt, einer Claudia Roth mit rotem Haar, mit Friedensfahnen vor der Brust und authentischen Gesichtern. Authentisch sind sie zwar immer noch mit ihren Wünschen, nur die Nähe zum Volk und zu den Problemen und Ärgernissen des Volkes scheint ihnen irgendwann im Laufe ihrer Regierungsjahre abhanden gekommen zu sein – irgendwann zwischen der vergeigten Coronapandemie, den Maskenskandalen, den Impfskandalen, dem Ukrainekrieg, der wirtschaftlich mittlerweile unzumutbaren Situation für viele Unternehmen in Deutschland, den explodierenden Energiepreisen, einem Internet, das in Zimbabwe besser als an vielen Orten in der Bundesrepublik ist, zwischen maroden Brücken, einer aufgeblähten Bürokratie, einer Nicht-Digitalisierung per Staatswegen und mittlerweile völlig überdimensionierten XXL-Landtagen und Bundestagen.

Selbst erwirtschaften, das wäre doch mal was

Es gäbe daher sicher zahlreiche weitaus bessere Ansatzpunkte, um dem Staat wieder zu mehr Geld zu verhelfen oder die Krankenkassen rentabler zu machen. Daher zeugen die Aussagen von Habeck leider von so gar keinem Verständnis von Wirtschaftspolitik. So jedenfalls bringt man Deutschland nicht voran. Vor allem, wenn Habeck zeitgleich in einem anderen sozialen Beitrag für Spenden für seine Partei, die Grünen wirbt – Geld vom Steuerzahler kann man eben in jeder Situation gut gebrauchen. Selbst erwirtschaften – das wäre aber auch mal fein.

social Media Kanal von Robert Habeck. Wahlwerbung vom 15.01.2025. Screenshot