Veranstalter Joachim Schmidt und seine Dutzend Freunde haben zum 9. Hohenloher Harley Run auf die Wertwiesen nach Künzelsau eingeladen. Dieses Mal das erste Mal unter dem Motto: „Harley rides for kids“. Am Samstag, den 28. Juli 2018, 14 Uhr, startete der legendäre Harley Run zur 120 Kilometer-Ausfahrt über Langenburg, Stachenhausen und Bieringen zurück nach Künzelsau. Der Erlös der Veranstaltung beziehungsweise eine Spende geht diesmal an den Förderverein „Klinik für Kinder und Jugendliche“. „Kinder liegen uns sehr am Herzen und wir wollen gerne mit unserer tollen Veranstaltung viele Kinder und Jugendliche aus der Region unterstützen“, so Joachim Schmidt.
Aussteller gab es auch jede Menge und so konnte sich der Motorradliebhaber unter anderem tätowieren lassen und zusehen, wie man aus massiven Baumstämmen mittels Motorsägen Adler modelliert. Motorradstunts nicht zu vergessen. Und Videoreporter Felix Kribus ging unermüdlich dem Mythos um Harley-Davidson-Maschinen nach. Natürlich gab’s auch Musik zur Veranstaltung und ‚born to be wild‘ durfte nicht fehlen.
Einzige Liveschalte zur Astro-Alex in Baden-Württemberg geglückt
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Keine „unheimliche Begegnung der dritten Art“, sondern ein zweites Rendezvous mit Starastronaut Alexander Gerst im Weltall (GSCHWÄTZ berichtete). ISS-Astonaut Alexander Gerst sprach am Donnerstag, den 26. Juli 2018, mit den Künzelauern über eine Liveschalte, das Ganze projiziert auf die Großlandweind vor dem Alten Rathaus. Ein Ereignis für die Geschichtsbücher.
Live-Schalte am 26.07.2018 von Künzelsau zu Alexander Gerst ins Weltall. Foto: GSCHWÄTZ
Trotz gefühlter 40 Grad im Schatten haben dann doch einige Hunderte Hohenloher den Weg in die Künzelsauer Hauptstraße gefunden, wo sie Wissenswertes über die zahlreichen Forschungsprojekte von Alexander Gerst und seinen Kollegen erfahren konnten. Landrat Dr. Neth und Künzelsaus Bürgermeister Neumann waren auch zugegen und stellten Fragen zum Leben in Weltraum, wie sich Alexander fühlt und welchen Nutzen die Experimente für die Menschen haben. Astro-Alex berichtete über Experimente zum Thema Klimawandel und Krankheiten wie Krebs und MS. Es werden ebenfalls Experimente durchgeführt, wie Nahrung künstlich gezüchtet werden kann.
Mehrere hundert Besucher waren bei trotz sehr hohen Temperaturen am 26.07.2018 nach Künzelsau gekommen. Foto: GSCHWÄTZ
Dann wurde es noch etwas philosophisch, als Alexander darauf hinwies, wie zerbrechlich dieser Planet doch letztendlich ist. Stichwort: Klimawandel. Eingebettet war diese Liveschalte in ein mehrstündiges Programm, in dem auch die Musikgruppe Gravity, zu Deutsch „Schwerkraft“, mit Rock und Pop aufwartete.
Stefan Neumann ist ganz glücklich darüber, lieber Bürgermeister anstatt Astronaut zu sein. Foto: GSCHWÄTZ
Dieser Ur-Künzelsauer, eine Versteinerung aus dem Kochertal, durfte ebenfalls mit an Bord der Raumkapsel. Foto: GSCHHWÄTZ
Landrat Dr. Matthias Neth hatte ein paar Fragen an Astronaut Alexander Gerst.
„Hallo Alex“ – Mit dieser Grußbotschaft überraschten die Künzelsauer Alexander Gerst. Foto: GSCHWÄTZ
Astro-Alex berichtete von Experimente zum Klimwandel, Krebs und Nahrungsherstellung. Foto: GSCHWÄTZ
Die Band Gravity („Schwerkkraft“) sorgte für Unterhaltung. Foto: GSCHWÄTZ
Das „Wir-Gefühl stärken“ – Regiotag in Künzelsau
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Einmal kam ein ordentlicher Schauer auf Künzelsau nieder, aber auch das tat dem großen Besucherandrang am 21. Regiotag in Künzelsau am 15. Juli 2018, keinen Abbruch.
Mit Festtagstracht der Hohenloher Bauern
„Wir wollen das „Wir-Gefühl in der Region stärken“, erklärt Ralph Wachter, Geschäftsführer der Bürgerinitiative Pro Region Heilbronn-Franken. „Wir wollen zeigen, was die Region zu bieten hat. Und die Region hat einiges zu bieten, schaut man sich in der Künzelsauer Innenstadt an dem Tag um. Städte und Schulen, etwa aus Mulfingen und Niedernhall, präsentieren sich ebenso wie die Hohenloher Highlanders Pipes & Drums. Am Stand der Stadt Öhringen gibt es die Festtagstracht zu bestaunen, die die Hohenloher Bauern im 18. Jahrhundert getragen haben.
Hermann am Regiotag in der Festtagstracht der Hohenloher Bauern im 18. Jahrhundert
Historische Sonntagskleidung der Öhringer Bauern im 18. Jhd am Stand der Stadt Öhringen bzw. Hohenloher Perlen. Quelle: GSCHWÄTZ
Ralph Wachter Geschäftsführer pro Region Franken. Quelle: GSCHWÄTZ
Gsälz, Stutenmilch und fränkische Bratwurst
Heidrun-Hohl aus Obersulm-Willsbach ist begeistert von den „freundlichen Menschen an den Ständen“, bei denen es etwa Zwetschgengsälz, Holundersirup, Stutenmilchseife oder fränkische Bratwurst zu kaufen gibt. Sie findet den „persönlichen Dialog und Austausch“ gerade in Bezug auf regionale Produkte sehr wichtig.
Martin Ott aus Schwäbisch Hall interessiert sich für die „Kultur, für das Land und die Leute. Ich komme gerne ins Kocher- und Jagsttal.“
Musik kam unter anderem von dem Uwe-Saußele-Trio feat. Maria Elena Valencia mit Uwe und Valentin.
Regionale Firmen wie Würth und Berner informieren über Ausbildungsangebote
Rene Georg Immler aus Künzelsau findet es gut, dass sich regionale Firmen wie Würth und Berner hier präsentieren und auch Informationen zum Thema Ausbildung geben, damit Schüler „wissen, was sie nach der Schule machen können und wollen“.
Für Wachter von der BI Pro Region ist klar, wohin der Weg gehen muss: „Wir sind landsmannschaftlich ein sehr heterogenes Gebiet. Wir sollten in allen Bereichen deutlich stärker zusammenarbeiten.“
Kreuzberger Nächte sind lang, aber die Niedernhaller Nächte sind halt doch länger. Über 600 Hohenloher kamen laut dem Veranstalter, der Fußballabteilung des TSV Niedernhall, am Wochenende zur Niedernhaller Schlager- und Partynacht am Kocher. Neben Markus Becker, der Sängerin Dani und Frank Neuenfels heizte DJ DNF den Zeltbesuchern ein. In bester Bierzeltatmosphäre wurde getanzt, gesungen und geherzelt, was Schlager und Popmusik hergaben. GSCHWÄTZ hat Videojournalist Felix Kribus geschickt, den lauen Sommerabend am Kocher in Wort und Bild zusammenzufassen. Fazit: „Hohenlohe hat Urlaubscharakter“, schwärmt Markus Becker. Der Sänger selbst war schon in frühen Jahren in dieser Gegend – im Zeltlager.
Sänger Frank Neuenfels
„Das-rote-Pferd“-Sänger Markus Becker
Erste Schlagerparty in Niedernhall am 13./14.07.2018
„Das Leben ist schön, von einfach war nie die Rede“
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Überall philsophische Sprüche, nur von wem kommen sie? Portrait einer jungen Frau, die etwas zu sagen hat.
Wer von Lassbach hinab ins malerische Jagsttal nach Langenburg fährt, der kommt durch das beschauliche Dörfchen Oberregenbach mit seinen wenigen Einwohnern. Am einzigen Knick der Hauptstraße – ein riesiger, alter Baum – davor eine schwarze Schiefertafel. In großer Kreideschrift, damit es auch die eiligsten Autofahrer lesen können: „Nicht schneller, höher, weiter, sondern langsamer, bewusster, menschlicher“. Tags drauf: „Kurz mal nicht nachgedacht – und Peng: glücklich“.
Nette Botschaft am Straßenrand. Foto: GSCHWÄTZ/Kribus
Überraschend philosophische Einsichten, die der Wanderer, Rad- und Autofahrer hier mit auf seinen Weg bekommt. Gschwätz-Reporter Felix Kribus hat den Autor dieser Sätze ausfindig gemacht, besser gesagt, die Autorin. Sie heißt Andrea Busch, ist Mutter von drei Kindern, liest gerne die Bibel, engagiert sich in der Kirche, und wohnt seit bald sieben Jahren in einem über 250 Jahre alten Bauernhaus in Oberregenbach. Genau an dieser Kurve. Ein Portrait.
Das Leben genießen, es wertschätzen
„Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen“ – ein lebensweiser Satz auf einem terrakottafarbenen Dachziegel. Genau danach lebt Andrea Busch. Das Leben genießen, es wertschätzen und kreativ sein. Angefangen hatte alles mit den Sprüchen, als die gelernte Industriekauffrau ihre Kürbisse aus dem hauseigenen Garten verschenken wollte. Kurzerhand stellte sie eine alte Tischplatte an besagtem Baum auf, die Aufschrift „Kürbisse – zum Mitnehmen!“, darum die Gewächse dekoriert. Irgendwann mutierte diese Hinweistafel zur Tageslosung mit philosophischer Note.
Mit diesen Zierkürbissen hat alles angefangen. Foto: GSCHWÄTZ/Kribus
Einige Sprüche entstammen Buschs Lebenserfahrung, intensiven Begegnungen mit Menschen, und natürlich auch nach eigener Tagesform und -stimmung. Weitere Lebensweisheiten findet sie im Internet. Mittlerweile stecken ihr auch Durchreisende Sprüche in den Briefkasten zur Veröffentlichung. Etwa: „Dein stärkster Muskel ist dein Wille.“ Weniger tiefgründig, aber dafür lebenspraktisch: „Ein Leben ohne Schokolade – möglich, aber sinnlos“. Oder wie wäre es mit diesem Vierzeiler zum Thema Bescheidenheit?
Neue Sprüche bekommt Andrea Busch zugesteckt oder sie findet sie im Internet. Foto: GSCHWÄTZ/Kribus
„Es ist keine Villa, es ist nur ein Haus, wir sind zufrieden, und das macht es aus“. Was fürs Vorbeifahren zu lang ist, das schreibt Andrea auf Dachziegel, die sie daneben drapiert. Den Begriff „Heimat“, von Politikern vor der Wahl aktuell wiederentdeckt, fasst sie feinsinnig und nachdenklich in Worte: „Zuhause ist da, wo nicht nur der Schlüssel passt, sondern auch das Herz sich wohlfühlt.“ Zwischen all diesen inhaltsreichen Aphorismen sprich Lebensweisheiten patrouilliert die hauseigene Katze, wie im Video unter Gschwaetz.de zu sehen ist.
Menschen Mut und Kraft geben
Wenn Andrea Busch die Tafeln wöchentlich neu beschriftet, hält der eine oder andere Autofahrer auch mal an und bedankt sich: „Es gibt Menschen darunter, die sind traurig, denen gibt es dann Mut und Kraft. Und das finde ich toll.“ Eine bestimmte Lebensphilosophie verbindet Busch damit nicht, wobei der eine oder andere Spruch ihren Glauben an Gott wohl erahnen lässt. Und von dem glaubt sie, dass er sie beschützt und ihr immer hilft. Einige hunderte Weisheiten hat sie schon aufgeschrieben.
„Lieb‘ Freund, lieb‘ Feind, lieb‘ doch das Ganze. Hass zerstört die Welt, Liebe nur sie erhält. Hast du den Hass bezwungen und dich zur Liebe durchgerungen, drum nie von der Liebe lass.“ Diesen Spruch hat sie vom Großvater übernommen. Ob sich der Spruch „tagsüber Zirkus, abends Theater“ auf Mann und Kinder bezieht, dazu schweigt die junge Künstlerin.
„Nach dem Aufwachen konnte ich meine Beine nicht mehr spüren“
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Simone Zeller hat eine Odyssee hinter sich, was Krankenhäuser, Operationen und Behandlungen angeht. Trotzdem trägt sie die Folgen ihres so genannten Rückenmarkinfarktes, nämlich die Lähmung der Beine, stoisch und relativ gelassen. Doch der Reihe nach.
Treppen sind eine Barriere für Simone Zeller. Foto: GSCHWÄTZ/DR. Felix Kribus
Nach einem Sturz während der Arbeit verordnet der Arzt Spritzen, die aber nicht helfen. Eine implantierte Schmerzpumpe muss wegen Entzündungen wieder entfernt werden. Danach beginnt das Spiel von vorne, wieder Schmerzpumpe, aber keine Besserung in Sicht. Simone Zeller, Jahrgang 70, plagt sich weiter wochenlang mit Rückenschmerzen herum. An einem Freitagabend legt sie sich mit Rückenschmerzen aufs Sofa. Als die 47-Jährige nach einem Schläfchen wieder aufstehen will, spürt sie ihre Beine nicht mehr. Ein Schock.
Vom Künzelsauer Krankenhaus geht’s ins Ludwigsburger – ohne genaue Diagnose. Von dort zurück auf eigenen Wunsch nach Schwäbisch Hall. Die Ärzte diagnostizieren schließlich eine Rückenmarksentzündung, welche dann medikamentös behandelt wird. Nach drei Wochen wird sie entlassen und kommt in die Reha-Maßnahme. Im Januar 2018 kommt sie dann nach fünf Monaten endlich wieder nach Hause. Im Rollstuhl. Ob sie wieder zu gehen vermag, kann und will ihr kein Arzt prognostizieren.
Zwei Stufen? Dann ist der Laden unerreichbar für Rollstuhlfahrerin Simone
Ehemann Joachim baut den ersten Stock für Simone behindertengerecht um, so dass Simone, gelernte Fleischereifachverkäuferin, weitgehend mit ihrer Behinderung und der Komplettsituation besser klar kommt. Mal mehr, mal weniger, wie das eben so ist. Seit letztem Jahr kann Simone auch das Haus eigenständig verlassen, da ihr Mann einen Treppenlift für satte 11.000 Euro hat einbauen lassen. 4.000 Euro hat ihm die Krankenkasse dazugeschossen. Immerhin. Der Treppenlift gibt ihr eine neue Freiheit zurück. Sie kann das Haus alleine verlassen und einkaufen gehen. Allzu große Steigungen wie den Mühlgrabenweg im ‚Honigzipfel‘ , wo sie wohnt, oder das Sixtenbergele meidet sie und nimmt Umwege in Kauf. Erst geht’s Richtung Hauptstraße, dann an der Bushaltestelle vorbei Richtung Drogerie Müller, Altes Rathaus. „Treppen kommen für mich natürlich nicht in Frage. Im Drogeriemarkt frage ich jemanden, wenn ich was aus dem Untergeschoss brauche. Die Leute sind aber schon hilfsbereit“. Viele neue beziehungsweise modernisierte Geschäfte in Städtle kann Simone glücklicherweise barrierefrei befahren, viele Türen öffnen automatisch, wobei die Ladenbauer primär wohl ein barrierefreies, sprich, bequemeres Einkaufserlebnis für jedermann im Auge hatten und weniger die Rollstuhlfahrer. Sei’s drum. Simone profitiert davon. Trotzdem gibt es immer noch alte Häuser mit Geschäften, wo ein, zwei Stufen nach oben führen. Und damit ist dieser Laden für Simone unerreichbar.
Vor nicht allzu langer Zeit konnte Simone Zeller noch laufen. Foto: GSCHWÄTZ/Dr. Felix Kribus
Gefährliche Gullys und Schlaglöcher
Daneben existieren noch andere Rollstuhlfallen, an die kein normaler Fußgänger überhaupt nur einen Gedanken verschwendet. Aber für Simone können sie gefährlich werden, „zum Beispiel schwere große Türen, die ich im Sitzen aufdrücken muss. Hier kann ich mich einklemmen und verletzen“. Und dann gibt’s Stellen, wo sich die Räder verklemmen und man nicht mehr ohne fremde Hilfe herauskommt, zum Beispiel Gullys mit schmalen Rillen oder Schlaglöcher direkt zwischen Bordsteinkante und Straße, die sie überqueren muss. Busfahren bleibt Simone erspart, da ihr Mann Joachim Autobesitzer ist.
Gullys – einmal nicht aufgepasst und schon festgesetzt. Foto: GSCHWÄTZ/Dr. Felix Kribus
Ärzte im Obergeschoss – wie erreichen?
Aber auch das Busfahren ist für Rollstuhlfahrer zum Teil ein Problem, da nicht alle Busse einen behindertengerechten Einstieg haben. Immerhin aber gibt es in Künzelsau ein Taxi für Rollstuhlfahrer, das man aber vorbestellen sollte. Bei Arztpraxen im Obergeschoss ohne Aufzug muss Familie Zeller improvisieren. Entweder hochtragen oder zu einem anderen Arzt, notfalls auch in Öhringen oder Schwäbisch Hall. Simone: „Generell kann ich mit der Situation in Kü’au relativ zufrieden sein. Künzelsau ist übersichtlich und alles liegt nah beieinander.“
Während gesunde Menschen viele Wünsche haben, haben Kranke nur einen Wunsch. So auch Simone: „wieder laufen zu können und geregelt zur Arbeit zu gehen“.
Unüberwindbares Hindernis: bauchige Regenablaufrinne am Straßenrand der Hauptstraße. Foto: GSCHWÄTZ/Dr. Felix Kribus
Mit Simone Zeller durch Künzelsau – Das Video
In unserem Video begleitet unser Autor Simone Zeller mit ihrem Rollstuhl durch Künzelsau und stellt fest: Es gibt ganz schön viele unscheinbare Hürden für Rollstuhlfahrer.
Wir beissen nicht
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Die Drive Brothers, der Motorradclub aus Forchtenberg mit Sitz in Berndshausen, haben zur 38. Sommerparty geladen und Videoreporter Felix Kribus ist ihrem Ruf gefolgt. Vor dörflicher Kulisse, Scheunen- und Lagerfeueratmosphäre, trafen sich etwa 120 Motorradfans: Mitglieder, Familienangehörige und befreundete Motorradclubs. Einer Samstagabendparty in lauer Sommernacht stand damit nichts im Weg. Die Band Nice surprise sorgte für musikalische Akzente. Im Video erklären sie, warum sie so gerne bei den Rockern auftreten. Ausserdem befragte Jungreporterin Alina Kempe die Rocker, was denn unterm Jahr so geboten wird.
Die Band Next Surprise spielte an der Sommerparty der Drive Brothers
Informationen über weitere Motorradclubs in der Region gibt es hier:
// Wie eine 25-jährige Studentin der Reinhold-Würth-Hochschule einen Kindergarten in Afrika nachhaltiger machen will
Seit Mitte der 1980er Jahre engagiert sich Christa Zeller aus Ingelfingen für Afrika. Ihr Mann fand damals keine Arbeit als Lehrer in Deutschland und so ging die Familie kurzerhand nach Zimbabwe. Für die Erzieherin gab es bei der Ankunft vor Ort in einer Mission anfänglich wenig zu tun. Da es keinen Kindergarten gab, war jedoch schnell die Idee geboren, dort etwas für Kinder im Vorschulalter aufzubauen. Gesagt – getan. Seitdem ist Christa Zeller immer wieder nach Zimbabwe gereist und hat aktuell ein neues, ehrgeiziges Projekt verwirklicht (GSCHWÄTZ berichtete): Einen Kindergarten mit fünfundzwanzig Kindern in einer Vorstadt von Mutare, etwa 200 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Harare gelegen, den sie „autark“, das heißt, unabhängig in die Zukunft führen will.
Genau diese Unabhängigkeit war ausschlaggebend für die Künzelsauer Studentin Nina Kapischke (23), sich diesem Projekt zu widmen. „Ich kannte das Projekt schon durch eine Freundin. Ich wollte nicht mehr weiter in Großunternehmen arbeiten, sondern mit meiner Abschlussarbeit einen positiven Mehrwert für die Gesellschaft beitragen. Daraufhin habe ich Christa Zeller geschrieben und alles hat sich sehr schnell und spontan ergeben.“
// Stromversorgung, damit Lebensmittel nicht verderben //
Die junge Studentin von der Reinhold-Würth-Hochschule war aktuell knapp fünf Wochen vor Ort in Zimbabwe, hauptsächlich im Township, wo sich der Kindergarten befindet. Für Kapischke war es wichtig, sich ein Bild vor Ort zu machen. Wie leben die Menschen, was sind ihre Bedürfnisse, welche Möglichkeiten gibt es, wie ist die politische Situation und kann sie Ansprechpartner finden, die das Projekt unterstützen?
In ihrer Abschlussarbeit thematisiert die Studentin ganz konkret Nachhaltigkeit für den Kindergarten. „Meine Arbeit betrachtet zuerst allgemein die Elektrifizierung von ländlichen Gegenden in Zimbabwe durch Solarenergie und orientiert sich an dem praktischen Projektbeispiel Bongai Shamwari. Ich plane eine Solaranlage für den Kindergarten, so dass der Energiebedarf nachhaltig und durch Eigenerzeugung gedeckt werden kann.“ Damit vermag der Kindergarten unabhängig von der staatlichen Stromversorgung klimafreundlich „grünen“ Strom erzeugen und natürlich auch als Vorbild dienen.
Im Projekt geht es um Fragen zur Planung, Einsatz und Technik der Anlage. Mit welchen Unternehmen soll der Kindergarten kooperieren? Mit deutschen, südafrikanischen oder Unternehmen aus Zimbabwe direkt? Kapischke analysiert außerdem die Finanzierung des Projektes, ob staatliche Förderung oder Kleinkredite sinnvoll sind. Und natürlich auch, ob und wenn ja, welche Hindernisse und Herausforderungen sich bei solch einem Projekt ergeben. Antworten auf diese Fragen will Kapischke in ihrer Abschlussarbeit zusammentragen und bewerten.
// Mit Kleinkrediten ans Ziel //
So nützt diese Abschlussarbeit, die Nina jetzt gerade in ihrem letzten Semester fertigstellt, dem Kindergarten ganz konkret, indem eine zuverlässige grüne Stromversorgung die Getränke und das Essen der Kinder zukünftig frischhalten soll. In Mutare herrscht nämlich eine Durchschnittstemperatur von über 30 Grad. Nina Kapischke hofft: „Durch solche Solarprojekte ergeben sich schnell Schneeballeffekte. Je mehr Menschen davon erfahren und die Kinder schon mit einem verantwortungsbewussten Umgang mit Strom und der Stromerzeugung aufwachsen, desto besser und grüner sieht die Welt von morgen aus.“ Dabei interessiert sich die Studentin auch dafür, wie die Kinder mit Strom oder generell mit Ressourcen wie beispielsweise Wasser umgehen. Dies sei neu für die Kinder. Sie müssten somit noch lernen, mit knappen Rohstoffen bewusst umzugehen.
Durch ihre Kommilitonin Anna Schubert, die bereits in Zimbabwe war, um beim Aufbau des Kindergartens zu helfen, ist Kapischke gut vorbereitet nach Afrika gereist. Vor Ort sei sie ebenfalls sehr gut aufgenommen worden. Ihr Fazit: “Ich habe sehr viel gelernt, gesehen und viele Erfahrungen gemacht, worüber ich sehr froh und dankbar bin.“
*Spendenkonto Bongai Shamwari*
Ev. Kirchengemeinde Ingelfingen
Raiffeisen Kocher-Jagst eg.
IBAN: DE49 6006 9714 0070 1500 01
Stichwort „Zimbabwe“
Spendenquittung wird ausgestellt
Christa Zeller im Interview:
Fotos // Nina Kapischke mit Kindern des Kindergartens in Zimbabwe; Initiatorin Christa Zeller aus Ingelfingen
Die Narren sind los // Video von der Prunksitzung der FG Lemia in Krautheim
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„Das ist auch in Krautheim die schönste Zeit im Jahr, das ist ganz klar“, begrüßt Sybille Weisl, Präsidentin der FG Lemia die Fastnacht-Fans zur zweiten von in diesem Jahr insgesamt drei Prunksitzungen (und einer Kinderfastnacht) im vollbesetzten Eugen-Seitz-Bürgerhaus in Krautheim. Krautheim ist über den jagsttälerischen Tellerrand hinaus bekannt für seine Prunksitzungen. Das Programm ist gespickt mit lokalen Beiträgen, aber auch mit Programmpunkten von auswärtigen Fastnachtlern: So hat der Götz von Berlichingen (Klaus Geldenbuth) seinen traditionellen Auftritt: „Zu erbeuten gibt es in Krautheim schon lange nichts mehr. Nicht einmal Ratten, Tauben und Elstern finden was hier“, sagt er vermutlich in Anspielung auf die dünn gefüllte Krautheimer Haushaltskasse. Isegrim vom Unterschloss (Peter Bienert) betrachtet die politische Weltbühne, vor allem über Türkeis‘ Staatschef Erdogan musste er im vergangenen Jahr öfter mal ungläubig den Kopf schütteln. „Doch keiner scheint sich da zu trauen, mal endlich auf den Tisch zu hauen“, kritisiert er auch die deutsche Regierung. Junge Gardetänzerinnen und Tanzmariechen hüpfen über die Bühne. Niklas Käfer als gestresster Weihnachtsmann ist der jüngste Büttenredner des Abends. Und auch Hauptmann Küppers darf nicht fehlen und nimmt sich dieses Mal die Sesamstraße vor.
Ramona Sbircea von FG Lemia: „Das Anliegen von Lemia ist, das Brauchtum der Fastnacht weiterzugeben.“ So kommt denn auch Melana Mitterlehner immer wieder in ihren Heimatort Krautheim zurück, um die Prunksitzung als Zuschauerin mitzuerleben. Freundin Liesa Meyle erinnert sich noch gerne an die Zeit zurück, in der die beiden selbst auf der Bühne gestanden sind und mitgetanzt haben: „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich die Prunksitzungen weiterentwickelt haben“, so Meyle. Die Mischung aus eigenen Gruppen und Gastabordnungen ist immer wieder super getroffen“, findet Michael Schellmann. Die als rosa Baby verkleidete Ute Fahrbach ist seit elf Jahren Mitglied bei Lemia. Heute schaut sie ihrem Sohn zu, wie er seinen Auftritt im Männerballett meistert. Das ganze Jahr über trainieren die einzelnen Gruppen laut Sbircea für ihren großen Fastnacht-Auftritt: „Wir legen auch sehr viel Wert darauf, dass es Fastnacht bei uns heißt und nicht Fasching, weil Fastnacht Brauchtum ist. Fasching ist mehr Alkohol und Halli Galli.“
Ein besonderes Leckerbissen an diesem Freitag: (Ex)-Bürgermeister schmettern gemeinsam ein Lied auf der Bühne, unter anderem dabei: Karlheinz Börkel, der frühere Bürgermeister von Schöntal, an der Gitarre und Andreas Köhler, der Bürgermeister von Krautheim, mit cooler Sonnenbrille: „Und wir liegen uns heut‘ alle in den Armen, denn für eine Nacht, da sind wir alle gleich“, singen sie. Andreas Köhler betonte gegenüber GSCHWÄTZ: „Die FG Lemia hat für Krautheim eine große kulturelle Bedeutung, weil sie sehr viele große Veranstaltungen durchziehen kann und Besucher aus dem gesamten Jagsttal anzieht.“
Zu feiern gab und gibt es derzeit reichlich für die Krautheimer Narren. 2017 feierte die FG Lemia 55-jähriges Jubiläum. Der berühmte Götz-Spruch „Er kann mich mal im Arsche lecken“ ist 500 Jahre alt geworden. Von diesem Spruch abgeleitet, entstand die Abkürzung: Lemia.
Foto // Lemia Krautheim/Archiv/privat
„Unsere Gegend ist hierfür nicht geeignet“
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Die fünfte Jahreszeit steht vor der Tür: Fasching, Fastnet oder Karneval – wie man es auch immer nennen möchte. Eigentlich begonnen schon am 11. November 2017 um 11.11 Uhr, aber zwischendrin haben der November als Trauermonat, Weihnachten, Silvester und die Heiligen drei Könige die Narrenzeit in den Hintergrund verbannt. Aber jetzt ist es wieder soweit: Helau, narri narro und Alaaf. Verkleiden, Masken und Umzüge sind angesagt. Und obwohl das Kocher- und Jagsttal nicht als die Hochburg des Faschings gilt, hat Gschwätz-Reporter Felix Kribus doch einige Hohenloher Faschingsliebhaber getroffen. Allerdings nicht nur, wie man in unserem Umfragevideo zum Thema Fasching sieht.