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Herbstbauernmarkt in Künzelsau zeigt: Lidl gewinnt häufig gegen Wochenmarkt

Die Supermarktketten und Lebensmittelmärkte unterbieten sich im Billigfleisch. Ein halbes Kilo Hackfleisch gibt es für unter drei Euro. Was ist uns unsere Nahrung wert? Sind wir auf dem Land in einer besseren Lage als die Städter, was die Qualität der Lebensmittel angeht? Massenproduktion contra Regional- und Lokalanbieter. Kurze Wege – bessere Verkaufsargumente? GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus hat sich auf dem traditionellen Künzelsauer Bauernmarkt am Montag, den 05. November 2018, durch die Besucher und Anbieter gefragt, wie gut beziehungsweise wie schlecht sie ihre regional erzeugten Produkte verkaufen können.

Nur auf dem Wochenmarkt verkaufen reicht nicht aus, sagt Sigrid Fleisch. Sie verkauft selbst gemachte Marmelade.

Kundin Nicola Stirn aus Kupferzell-Eschental schätzt es, wenn sie weiss, wo die Ware herkommt.

Imker Christian Pfaff aus Künzelsau stellt fest, dass mehr Verbraucher nachfragen, wo Produkte herkommen.

Manche Verbraucher leben nach der „Geiz-ist-geil“-Methode, kritisiert Wurst-Hersteller Horst Kircher.

Kundin Christa Oberndörfer geht ein- bis zweimal wöchentlich regionale Produkte einkaufen.

Benjamin Frank von der Weinschmiede Weissbach kann sich über mangelnde Nachfrage nicht beklagen.

 

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Wenn Reiter und Pferd auch optisch eins werden

Pferdeliebhaber, Oldtimerfans und Musikfreunde sind beim traditionellen Umzug des Herbstpferdemarktes am 03. November 2018 im beschaulichen Dörzbach wieder auf ihre Kosten gekommen. Ansehnliche Pferde wie Haflinger und Schwärzwälder, traditionelle Trachtengruppen und etliche Traktoren aus vergangenen Zeiten, eingerahmt von vier Musikkapellen, gab es bei gnädigem, grauen Himmel ohne Regenneigung zu sehen und zu hören. Videoreporter Felix Kribus hat sich unter anderem direkt vor die Pferde und zwischen die Musikanten geworfen.

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Die TETS rocken mit Zombies und Vampiren

Vor gut 150 Jahren brachten die katholischen Iren ‚Halloween‘ als Brauchtum mit in die neue Welt, sprich, nach Amerika. Von dort reimportierte es die Konsumgüterindustrie vor gut zehn Jahren zurück nach Europa, auch nach Deutschland. Wörtlich übersetzt benennt es den Abend und die Nacht vor Allerheiligen. Ausgehöhlte Kürbisse, grimmige Gesichter und ein gewisser Totenkult plus Horrormaske gehören einfach dazu. Auf den haben sich die Veranstalter Nadja Herzog, Jan Golgath und das Volksbildungswerk aber nicht konzentriert. Und so feierten und tanzten rund 350 Hohenloher am 27. Oktober 2017 in der Forchtenberger Turnhalle bis in die frühen Morgenstunden. Der Musikgruppe Tets war‘s gedankt. Videoreporter Dr. Felix Kribus hat sich furchtlos zwischen Kunstblut verzierten Gesichtern und von der Decke hängenden Plastikskeletten bewegt.

Zwei Stunden hat Feline aus Forchtenberg (links) für ihr Make up gebraucht.

Johanna und Tobias von den TETs sind begeistert von ihrem Halloween-Publikum.

Mit den TETs feiert es sich immer gut, findet Regina aus Sindringen.

Fotos & Video: GSCHWÄTZ

 




Die Geschichte vom kleinen blauen Planeten Erde

Schon seit über 130 Tagen umkreist Astronaut Alexander Gerst unseren blauen Planeten. Grund genug, ihn über sein Leben und seine Arbeit an Bord der ISS zu befragen, dachte sich Matthias Bopp vom Deutschen Amateur Radio Club und organisierte mit und für drei Künzelsauer Schulen eine Liveschaltung zur Raumstation. Knapp 1000 Schüler der Anne Sophie-, der Georg Wagner Schule und dem Ganerben-Gymnasium lauschten den ausgesuchten Fragen ihrer Mitschüler sowie den Antworten von Gerst. Videoreporter Felix Kribus hat der knapp 10-minütigen Funkverbindung im Carmen Würth Forum am Dienstag, den 16. Oktober 2018, wo auch Gewinner von Jugend forscht und der Experimenta aus Heilbronn Versuche rund um das Thema Wissenschaft ausgestellt haben, aufmerksam zugehört und einige der erstaunlichen Schülerfragen zusammengeschnitten.

Liveschaltung zur ISS. Knapp 1000 Schüler lauschten den ausgesuchten Fragen ihrer Mitschüler sowie den Antworten von Gerst.
Foto: GSCHWÄTZ

„Hallo Künzelsau! Es freut mich sehr, Sie auf so direktem Weg zu hören. Liebe Grüße auch an alle Schüler des Ganerben-Gymnasiums und der Georg-Wagner-Schule. Mit beiden Schulen verbindet mich einiges. Auf dem Ganerben-Gymnasium habe ich gelernt. Das wissen vielleicht die wenigsten, aber auf dem Schulhof der Georg-Wagner-Schule habe ich Fahrradfahren gelernt“, grüßt Alexander Gerst alle Schüler über die Liveschaltung.

„Alles, was wir aufbrauchen, ist irgendwann weg.“

Nala wollte wissen, da Gerst die Auswirkungen des Jahrhundertsommers von oben sieht, was aus seiner Sicht gegen den Klimawandel getan werden muss. „Ja, das ist eine sehr gute Frage. Es gibt natürlich eine Liste an Dingen, die wir dagegen tun können und die kennt ihr wahrscheinlich genauso wie ich. Was aber dazukommt, ist die Perspektive, die man von hier oben hat. Wir müssen alles, was wir auf diesem Planeten haben, als Ressource sehen“, erklärt Gerst. „Alles, was wir aufbrauchen, und dazugehört auch die Luft und unser Klima, sind Ressourcen. Alles, was wir aufbrauchen, ist irgendwann weg.“ Der Astronaut ist überzeugt: „Wenn wir verstehen, dass die Dinge, die wir auf diesem Planeten haben, sei es Wasser, Luft und Energie, endlich sind, kommt das Umdenken von alleine.“

Nala wollte wissen, da Gerst die Auswirkungen des Jahrhundertsommers von oben sieht, was aus seiner Sicht gegen den Klimawandel getan werden muss.
Foto: GSCHWÄTZ

„Ich habe morgen eine kleine Pflanzenernte auf dem Programm“

Was Gerst am meisten am Astronautsein beeindruckt, ist nicht der Weltraum: „Nicht der Weltraum ist der besondere Ort, sondern der kleine Planet Erde“, antwortete Gerst auf Loreens Frage. Gerst erzählt, dass diese Tatsache ihn verändert habe, zumindest seine Sichtweise auf die Dinge.

Nikola interessierte sich für die Pflanzen auf der ISS. „Werden Pflanzen auf der ISS angebaut und wenn ja, können sie auch dort wachsen?“, fragt er Gerst. „Es gibt tatsächlich Pflanzen auf der ISS. Ich habe morgen eine kleine Pflanzenernte auf dem Programm“, so Gerst. Er erklärt, dass den Pflanzen die Gravitation entzogen wird und man so das Wurzelwachstum besser verstehen kann. „Dadurch können wir vielleicht Pflanzen züchten, die im trockenen Boden besser wachsen und schneller an Wasser kommen. So kann man Menschen helfen, die in trockenen Regionen leben.“

„Ist Krafttraining in der Schwerelosigkeit genauso anstrengend wie auf der Erde?“, fragt Pauline.
Foto: GSCHWÄTZ

„Ist Krafttraining in der Schwerelosigkeit genauso anstrengend wie auf der Erde?“, fragt Pauline. Gerst bejahte die Frage und erzählte, dass er heute schon zweieinhalb Stunden Krafttraining gemacht hat.

Bürgermeister Stefan Neumann bedankte sich bei den Schulen und den Funkern.

Bürgermeister Stefan Neumann bedankte sich bei den Schulen und den Funkern.
Foto: GSCHWÄTZ

Das Deutsche Amateur Radio organisierte mit und für drei Künzelsauer Schulen eine Liveschaltung zur Raumstation.
Foto: GSCHWÄTZ

 




„Absoluter Schwachsinn“: Diesel-Debatte am Neuwagenmarkt in Künzelsau

Der Dieselmotor hat‘s nicht leicht. Aus dem Windschatten des Abgasskandals auf das mediale und politische Silbertablett befördert, sieht er sich einer Debatte ausgesetzt, die von Lobbygruppen befeuert und von der Politik instrumentalisiert wird. Begriffe wie Feinstaub, Stickoxide und CO² werden dem deutschen Autofahrer um die Ohren gehauen und in Fernsehtalkshows sagen diverse Politiker, dass der Diesel weg muss. Einst eine gefeierte deutsche Erfindung und Technologie der 1970er und 80er Jahre, jetzt verteufelt und geächtet. Videoreporter Dr. Felix Kribus hat sich auf den Künzelsauer Automarkt am 13. und 14. Oktober 2018 begeben und die Hohenloher nebst Autoverkäufern nach ihrer Meinung zum Thema Diesel im Allgemeinen, Fahrverbote im Speziellen und nach Feinstaub gefragt.

Verkäufer Oliver Schöne stellt fest, dass die Verbraucher verunsicherter sind. Foto: GSCHWÄTZ

„Es wird jeden Tag eine andere Sau durch’s Dorf getrieben“, sagt Dominik Schehak vom Mercedes-Benz-Autohaus Künzelsau: „Beim Diesel sprechen wir über das Thema Feinstaubbelastung. Wenn wir nun alle Diesel gegen Benziner tauschen würden, sprechen wir über das Thema CO2-Ausstoß.“ Persönlich ist er der Meinung, dass die Diesel-Debatte „sehr politisch engagiert“ und ein „Feldzug gegen den Diesel“ ist. Ähnlich äussert sich sein Kollege Lutz Herterich vom Autohaus Koch: „Wir haben eine äusserst saubere Technologie – sauberer als der Otto-Motor. Die Grenzwerte beim Diesel sind niedriger, als bei jedem Laserdrucker im Büro.“

Alternativen zum Diesel gibt es laut Verkäufer Schehak keine. Denn Kunden, die im Jahr 30.000 oder mehr Kilometer jährlich zurücklegen, seien auf einen Diesel angewiesen. Alles andere sei unwirtschaftlich. Oliver Schöne vom Automobilforum AHS in Ingelfingen stimmt zu und ergänzt: „Ganz extrem ist geworden, dass  die Menschen nicht mehr nach dem schauen, was sie brauchen, sondern darauf hören, was die Politik sagt.“ Es sei eben einfach so: Wenn jemand 30.000 Kilometer im Jahr fährt oder noch mehr, lohne sich in der Regel kein Benziner.

„Die Zeiten ändern sich, man muss sich anpassen“

Die Verbraucher haben ganz unterschiedliche Ansichten zur Diesel-Debatte.

Dieter Ehrenfried fährt seit acht Jahren seinen Diesel „aus Überzeugung“. Er fährt jeden Tag 25 Kilometer zur Arbeit. Der Kauf habe sich damals gerechnet.

Das nächste Auto von Ulrich Schübel aus Heilbronn wird ein Benziner. Foto: GSCHWÄTZ

Klaus Bauer aus Krautheim setzt auf die Zukunft des Diesels. Foto: GSCHWÄTZ

Bei Ulrich Schübel aus Heilbronn soll das nächste Auto, das er kauft, ein Benziner werden. Er ist zwar in der Landwirtschaft mit vielen Dieselmotoren um ihn herum groß geworden, wie er berichtet. Aber da er demnächst in Ruhestand gehe und voraussichtlich dann weniger fahren werde, mache ein Diesel keinen Sinn. Er habe zudem bislang immer „gute Erfahrungen“ mit Benzinern gemacht.

Kurt Wolf aus Pfedelbach: Für ihn kommt weder noch in Frage. Er sieht die Zukunft in Elektroautos: „Die Zeiten ändern sich. Da muss man sich anpassen.“

Klaus Bauer aus Krautheim möchte weiterhin dem Diesel treu bleiben, „weil der Verbrauch günstiger ist“ und er den Diesel auch in Zukunft noch gut aufgestellt sieht. Die Dieselhersteller würden ja nach wie vor viel Geld und Know-How in ihre Entwicklungsarbeit stecken.

Fahrverbote: „Absoluter Schwachsinn“

Zum Thema Fahrverbote sind sich die befragten Verbraucher einig.

Schübel: „Global betrachtet macht das keinen Sinn. Ich halte das für absoluten Schwachsinn.“

Auch Wolf findet es problematisch, „von heute auf morgen Fahrverbote auszusprechen.“

Heinrich Friedrich aus Weissbach findet sie „schlecht“. Denn „als Privatmann muss man umrüsten oder einen neuen Wagen kaufen.“ Das alles ziele doch nur darauf ab, die Wirtschaft anzukurbeln.

Dieter Ehrenfried aus Kupferzell fährt seinen Diesel aus Überzeugung. Foto: GSCHWÄTZ

Klaus Bauer aus Krautheim ist sich sicher: „Die Fahrverbote werden sich wahrscheinlich nicht sehr lange halten. Aber für uns auf dem Land, ist das kein größeres Problem. Wenn wir mal vom Land in größere Städte müssen, können wir auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen.“

Heinz Burkhardt aus Künsbach ist der Meinung, dass „dann das Verbot auch für Lkws gelten müsste. Und dann sind die Städte tot. Das ist die andere Seite.“ Auch der Flugverkehr müsste dann seiner Meinung nach gestrichen werden, denn „die machen mit Sicherheit mehr kaputt“.

Verkäufer und Verbraucher monieren: Hochseedampfer und Flugzeuge dürfen auch weiter unterwegs sein

Martin Hagelloch vom Opel-Autohaus Künzelsau-Schwäbisch Hall gibt zu Bedenken: „Wenn ich zum Beispiel an Hamburg denke, wo teils komplette Straßenzüge gesperrt sind und parallel dazu habe ich Hochseedampfer, die mit Schweröl unterwegs sind, da frage ich mich dann schon, wo die Feinstaubbelastung in Hamburg eigentlich herkommt.“

Schlechterer Abverkauf des Diesel?

Verkauft sich der Diesel nun angesichts der Fahrverbote schlechter, wollten wir von den  Verkäufern der umliegenden Autohäuser wissen. Hier gehen die Meinungen etwas auseinander. Im Großen und Ganzen lässt sich aber sagen, dass sich Privatkunden mehr von der politischen Debatte beeinflussen lassen als Firmenkunden. Dominik Schehak vom Mercedes-Benz-Autohaus Künzelsau sagt, der Abverkauf sei bei ihnen „unverändert, da „wir sehr viele Gewerbekunden haben, die sehr viel unterwegs sind“. Zwischen 85 und 90 Prozent der verkauften Autos bewegt sich nach wie vor im Dieselbereich. Lutz Herterich vom Autohaus Koch: Von zehn Autos sind vier noch Diesel und sechs Benziner. „Privatkunden haben schon immer mehr Benzinmotoren gekauft.“

Martin Hagelloch vom Opel-Autohaus Künzelsau-Schwäbisch Hall: „Im Privatkundenbereich ist der Diesel sicherlich etwas weniger gefragt.“ Aber generell gelte es in erster Linie abzuklären: Was brauche der Kunde und wenn er viel fährt, lohne sich nach wie vor der Diesel, „weil es die sinnvollere Variante ist“.

Preisverfall des Diesel

Die Verkäufer versichern, dass die Kunden nun nicht befürchten müssten, dass sie nun viel weniger Geld für ihren Diesel bekommen, wenn sie ihn verkaufen.

Verkäufer Herterich vom Autohaus Koch: „Es gibt wegen der Diesel-Debatte und der Fahrverbote nun „keine pauschalen Abwertungen des Diesel“, in Form dass  Dieselfahrer bei einem Verkauf nun sehr viel weniger Geld bekämen. Allerdings gäbe es leichte Preisverluste wegen des mittlerweile in die Jahre gekommenen Euro-5-Diesels. Wäre kein Abgas-/Dieselskandal gekommen, wäre die Entwicklung aber ähnlich gewesen.“ Verkäufer-Kollege Oliver Schöne vom Automobilforum AHS in Ingelfingen: „zwischen 10 und 20 Prozent Abschlag“ seien schon möglich, wobei „da auch noch ganz viele andere Faktoren mit hineinspielen.“

Schehak: „Es wäre schön, wenn das Ganze nicht nur auf die deutsche Automobilindustrie abgewälzt werden würde“

Für die Zukunft fordern die Autoverkäufer von der Politik, keine ständigen Änderungen und dass man sich auch noch auf andere Aspekte konzentriere, um die schlechte Luft zu verbessern:

Verkäufer Herterich: „Würden wir die Gelder und die Mühe in die Infrastruktur investieren, um einen flüssigeren Verkehr hinzubekommen, könnten wir viel mehr Abgase reduzieren.“

Verkäufer Schöne: „Für uns als Verkäufer ist es schwierig, den Kunden zu sagen: Kauft jetzt ein Auto. Weil man ganz genau weiß, dass man den Menschen nichts versprechen kann. Man weiß nicht, was in fünf Jahren ist oder ob die Politik in drei Jahren meint, auf die Benziner losgehen zu müssen.“

Verkäufer Schehak: „Die Verunsicherung bei den Verbrauchern ist spürbar. Die Informationspolitik könnte durchaus besser sein.“ Es müsste klare Regeln geben, die für alle gelten. Und nicht, dass morgen jemand ins Horn blässt und den Rückwärtsgang bei allen bislang getroffenen Entscheidungen einlege und es dann womöglich auch die Euro-6-Fahrzeuge an den Kragen gehe. Auch die Hersteller müssten in die Pflicht genommen werden. Aber es wäre schön, wenn das Ganze nicht nur auf die deutsche Automobilindustrie abgewälzt werden würde.

Privatpersonen reagieren eher auf den Dieselskandal als Firmenkunden. Foto: GSCHWÄTZ

Keiner weiss, ob es in fünf Jahren nicht dem Benziner an den Kragen geht. Foto: GSCHWÄTZ

Der Neuwagenmarkt in Künzelsau am 13. und 14. Oktober 2018 war gut besucht. Foto: GSCHWÄTZ

 

 

 

 




Es lebe der Sport – Eindrücke vom ersten Workout Festival in Künzelsau

Vorbei sind die Zeiten, als wir bei den Bundesjugendspielen eine Urkunde mit Gold- oder Silbersiegeloptik bekamen. Die Hohenloher Jugend orientiert sich heute eher an Reinhard Fendrichs Lied: „Es lebe der Sport, er ist gesund und macht uns hart“. Und mit dieser Idee haben Dennis Göller und Freundin Lea Richter das erste Workoutfestival, früher sagte man mal „Leibesertüchtigung“, auf dem Sportgelände Prübling in Künzelsau ausgerichtet. Gekommen sind nach eigenen Angaben etwa 500 Jugendliche und Erwachsene, um bei strahlendem Sonnenschein und kühlem Wind auf dem Künzelsauer Sportplatzgelände den Alabasterkörper zu entwickeln, ihn zu pflegen und Endorphine auszuschütten. Gemeinsam macht Sport ja nochmal so viel Spaß. Videojournalist Felix Kribus hechelte den Besuchern und Sportlern mit seiner nicht ganz leichten Kameraausrüstung hinterher, frei nach dem Motto: Nur eine verbrannte Kalorie ist eine gute Kalorie.

Die Besucher konnten unterschiedliche Workouts testen. Foto: GSCHWÄTZ

Auch verschiedene Sportgeräte standen zum Testen bereit. Foto: GSCHWÄTZ

Die Veranstalter, Lea Richter und Dennis Göller, sind zufrieden. Foto: GSCHWÄTZ




Die Schule hat begonnen und im Schlossgymnasium fehlt einer

Das feuerrote Schloss ist das Markenzeichen der Kreisstadt Künzelsau – wobei es den Einwohnern selbst gar nicht mehr richtig aufzufallen scheint. Es gehört einfach dazu. Und doch wissen die wenigsten, was sich hinter den roten Mauern so tut. Klar, ein Gymnasium befindet sich darin, indem Einheimische und Schüler von auswärts unterrichtet werden. Aber mehr wissen die wenigsten. Wir haben uns hinter die Schlossmauern gewagt – und eines der letzten Interviews mit Schulleiter Dieter Hummel geführt, der seit dem ersten August 2018 im Ruhestand ist.

„Die Schule ist sehr persönlich“

„Ich bin an diese Schule gekommen, weil ich an der Schule in Bayern ziemlich Probleme hatte. Ich war nicht so gut, hatte Leistungsprobleme“, berichtet Schüler Marc. Nun ist er am Schlossgymnasium in Künzelsau, kurz, Semi genannt. Er ist Internatsschüler. Das heißt, er schläft unter der Woche auch hier. Sein Vater war ebenso Internatsschüler – nicht in Baden-Württemberg, sondern in Bayern. Aber im Internet hat sich Marc schlau über das Semi gemacht und Gefallen an der Schule auf dem Land gefunden. „Vor allem das Sportliche hat mich interessiert“, erinnert er sich. Dann sei er zunächst für ein Probehalbjahr gekommen. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich hier geblieben bin.“ Was Marc besonders gut gefällt? „Die Schule ist sehr persönlich, das spiegelt sich auch im Unterricht wieder.“ Die Schule ist kleiner, jeder kennt sich untereinander und auch mit den Lehrern hat man privat mehr zu tun.“

Marc ist wegen mäßiger schulischer Leistungen von Bayern nach Baden-Württemberg gezogen. Foto: GSCHWÄTZ

Auch Internatsschülerin Fanny hat sich hier eingelebt. „Die Schule und Klasse finde ich sehr gut“, sagt sie in unserem GSCHWÄTZ-Interview. Die Klassengemeinschaft sei super und alle seien sehr hilfsbereit, lobt Fanny: „Es sind alle sehr nett.“ Seit einem Jahr ist Fanny auf der Schule. Das sportlich ausgerichtete Gymnasium sei optimal für sie gewesen, da sie seit fünf Jahren fechtet: „Hier in Künzelsau ist ein sehr guter Fechtverein und da bin ich hingewechselt.“

Fanny ist wegen dem guten Fechtclub in Gaisbach nach Künzelsau gezogen. Foto: GSCHWÄTZ

„Das Besondere an unserer Schule ist, dass wir für Schüler ganz unterschiedlicher Schularten Chancen bieten. Schüler aus verschiedensten Schulen können zu uns kommen – aus der Realschule, aus der Gemeinschaftsschule, sogar von der Hauptschule und anderen Schularten“, sagt Dieter Hummel, der die Schule die vergangenen zwölf Jahre geleitet hat und nun, seit dem 01. August 2018, in Ruhestand ist.

Diese Schüler würden alle sehr erfolgreich am Semi das Abitur ablegen, so Hummel. Stolze 80 Prozent der Abiturienten kämen von der Realschule.

Dieter Hummel war bis 31. Juli 2018 Schulleiter des Gymnasisums. Foto: GSCHWÄTZ

Wo hat das Schlossgymnasisum Verbesserungspotenzial? Da muss Schüler Marc erstmal überlegen. „Vielleicht, dass man länger weggehen dürfte oder auch mal mit Freunden ausserorts etwas unternehmen dürfte, das wäre gut. Am Internat würde ich mir manchmal wünschen, dass man mehr Freiheiten hat, da man oft sehr eingeschränkt ist, wenn man manchmal erst später etwas unternehmen will. Aber diverse Einschränkungen kennt man ja auch von zu Hause.“

„Nicht so gut gefällt mir, dass man die Eltern nur am Wochenende sieht“, sagt Fanny. „Aber dafür verbringt man die Zeit dann umso besser miteinander.“ Aber am besten gefalle ihr, dass „hier alle wie Geschwister sind“.

Wie ist das Leben hinter den roten Internetsmauern? Foto: GSCHWÄTZ

Zahlen, Daten Fakten

Ab der siebten Klasse können Schüler aus der Hauptschule, Gemeinschaftsschule und anderen Gymnasien auf das Schlossgymnasium nach Künzelsau wechseln. In Stufe elf gibt es eine neue Klasse speziell für Realschüler, die das allgemeinbildende Abitur machen wollen. Das Gymnasium bietet die Profile „Musik“ und „Sport“ an, in welchen sich die Schüler spezialisieren können. Rund ein Viertel, zirka 360 Schüler, leben in dem schuleigenen Internat. Mehr Informationen: http://www. schlossgym.de




Wehe, wenn sie losgelassen

Die Wikinger sind los in Osterburken. GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus hat sich unter’s Volk gemischt.

Wie lebten die Wikinger wirklich?  Wer mehr über sie erfahren wollte, konnte diesen Volksstamm am Samstag und Sonntag, den 15. und 16. September 2018, an den Toren von Osterburken besser kennenlernen. Im Histotainment Park Adventon gab es Geschichte zum Anfassen: Besucher konnten Lederer, Schuhmacher, Schmied und andere Handwerker beim Arbeiten zuschauen. Höhepunkt der zwei Tage: Wie haben die Wikinger mit Speer, Axt, Schwert und Schild gekämpft? Videoreporter Felix Kribus hat sich vor Ort bei strahlender Herbstsonne umgesehen und räumt mit dem Vorurteil auf, dass die Wikinger weder ihr Met [Honigwein] aus Tierhörnern tranken noch Hörner an ihren Helmen hatten.

Die Wkinger kochten damals über offenen Feuerstellen. Foto: GSCHWÄTZ

Die Besucher erhalten Einblick in die Handarbeit von damals. Foto: GSCHWÄTZ

En garde! _ Schwerterkampf der Wikinger. Foto: GSCHWÄTZ

Die Einbauküche der Wikinger vor 1000 Jahren. Foto: GSCHWÄTZ




‚Fürstliche Gartentage‘ auf Schloss Langenburg

Zum fünfzehnten Mal hat das Schloss Langenburg seine Pforten zu den ‚Fürstlichen Gartentagen‘ geöffnet. Drei Tage lang konnten die Besucher bestaunen, was es zum Thema Garten und Lebensart Interessantes gibt. Videoreporter Felix Kribus hat sich ebenfalls in den großzügigen Schlossanlagen umgesehen.

Einblick in die Fürstlichen Gartentage in Langenburg 2018.
Foto: GSCHWÄTZ

Fürst Phillip zu Hohenlohe, der die großzügigen Schlossanlagen zur Verfügung stellt, erzählt: „Die Bedeutung der fürstlichen Gartentage wird eigentlich jedes Jahr größer. Und das ganze Jahr über überlegen wir, was kann man neues machen, wo kann man was verbessern, welche Flächen können wir noch erschließen und somit ist nicht nur organisatorisch viel zu tun. Es ist auch eine Imageveranstaltung, von der alle Leute reden. Inzwischen haben die Gartentage einem der größten Bekanntheitsgrade für Langenburg. Davon profitieren wir und versuchen natürlich daran zu arbeiten, dass weiterhin so bleibt. Ich versuche den Garten zu nutzen um mich ein bisschen zu entspannen. Ich habe an einem Baum einen schönen Traumschwinger hingesetzt, an den ich mich gerne reinsetzte und dann im Schatten vor mich hin träume. Den Sonntagnachmittag darin zu verbringen, dass ist Luxus.“

Die Besucher hatten die Möglichkeit einzukaufen oder sich Inspirationen zu holen. „Ich bin heute hier her gekommen, weil wir die Ausstellung anschauen wollten. Verschiedenes Zubehör für den Garten, Ausrüstung oder eben auch diese Windlichter. Gekauft habe ich jetzt, was eigentlich nicht geplant war, eine Gartenschaufel oder Gartenharke, eine Mischung aus beidem“, schildert Hans Ulrich Bauer aus Magstadt. Wofür er die braucht weiß er noch nicht so genau. „Für Laub, für Obst, für verschiedenes im Garten. Was halt anfällt.“

Hans Ulrich Bauer ein Besucher der Fürstlichen Gartentage in Langenburg 2018.
Foto: GSCHWÄTZ

Martin Lohde, der Veranstalter der Fürstlichen Gartentage, erklärt die Hintergründe zu den Fürstlichen Gartentagen: „Wir suchen immer nach einem Fleck, der ohne Ausstellung schon etwas Besonderes ist und versuchen ihn dann mit den richtigen Ausstellern eben zu diesem Erlebnis zu machen.“

Es kann aber nicht jeder Ausstellen. Lohde weiter: „Erst einmal muss der Bezug zum Garten da sein, wenn einer hier ausstellen will. Es gibt viele Bewerbungen. Wir suchen dann die Aussteller aus, die am besten rein passen. Gartenthema oder eben auch Wohnen. Also das Motto „draußen daheim“ heißt ja draußen wohnen, draußen essen, draußen kochen, draußen ernten. Einfach Sachen draußen machen und das Leben draußen genießen, das war in diesem Sommer sehr gut möglich. Und hier bei den Gartentagen bieten wir viele Anregungen dafür an.“

Fürstliche Gartentage in Langenburg 2018.
Foto: GSCHWÄTZ

Joseph Schießelbauer, Aussteller von Vogelhäuschen, erzählt von seinen wiederkehrenden Kunden: „Die Leute die bei uns ein Vogelhaus kaufen, die kommen alle Jahre wieder und sind auch wirklich begeistert und haben so viel Freude. Viele Leute schauen kein Fernsehen, die schauen nur im Garten den Vögeln zu, wie sie ihre Häuser beziehen. Wir bekommen Briefe und Fotos von den Leuten zugeschickt. Stammkunden rufen auch vorher an, ob wir auf dem Markt sind und dann kommen sie extra.“

 

Die vollständigen Interviews und Eindrücke der Fürstlichen Gartentage sehen Sie im Video.




Wein, Weib und Gesang: Die Kochertaler Genießertour 2018

Wer sich am Samstag über die große Begängnis in den Weinbergen zwischen Belsenberg und Forchtenberg gewundert hat: Der Kochertaler Genießertour Verein hatte eingeladen – zum Essen, Trinken und Wandern über die Kochertaler Weinberge. An elf Stationen konnten die Besucher an der Kochertaler Genießertour 2018 rasten, einkehren und es sich beim Viertele gut gehen lassen. Kostenloses Panorama inklusive. Natürlich gabs auch lukullische Gaumenfreuden. Videojournalist Felix Kribus hat Trinkfeste und Wanderer beim Weingut Gaufer aufgesucht und sie nach ihrem Lieblingstropfen gefragt.

Susanne Schmezer lud an der Kochertaler Genießertour 2018 auf die Gauferhütte ein. Foto: GSCHWÄTZ

Susanne Schmezer vom Weingut Gaufer in Ingelfingen: „Die Idee der Genießertour ist, dass wir unseren Gästen Genuss hoch drei bieten: vielfältige, leckere Weine aus dem Kochertal, leckeres Essen von heimischen Caterern und unsere tolle Reblandschaft.“

Kochertaler Genießertour 2018. Foto: GSCHWÄTZ

Kerstin Friedel ist aus Giengen an der Brenz angereist, kommt aber ursprünglich aus Künzelsau: „Ich bin hierhergekommen, weil die Genießertour sehr bekannt ist. Es ist wunderschön, hier im Kochertal zu wandern und man trifft immer nette Leute.“ Kerstin Friedel trinkt gerne einen Riesling, an der Genießertour hat sie den 2016er Riesling vom Weingut Gaufer gewählt.

Kochertaler Genießertour 2018. Foto: GSCHWÄTZ

Gerhard Brunner aus Crailsheim ist zur Genießertour gekommen, „um gemeinsam mit guten Bekannten und Freunden etwas zu erleben, um das Leben zu genießen.“ Er lobt nicht nur die „herrliche Gesellschaft mit Freunden“, sondern auch die „herrlichen Weinberge und die besondere Umgebung“- nicht zu vergessen, die wunderbaren Weine. Sein Lieblingswein ist der Muskateller.

Bei der Kochertaler Genießertour 2018 spielte unter anderem Make my day auf. Foto: GSCHWÄTZ

Musikalisch unterwandert wurde die Genießertour ebenfalls an vielen Stationen, unter anderem Make my day und die TETs spielten auf.

Kochertaler Genießertour 2018. Foto: GSCHWÄTZ

Birgit und Karl Junker sind „in einer Kurzschlussidee“ mit dem Fahrrad auf die Genießertour gefahren. Ziel war die Gauferhütte. Die beiden Dörrenzimmerner sind sich einig: „Tolle Musik, toller Wein.“ So muss das sein.