Patrick Wegener im GSCHWÄTZ-Kandidatencheck zur Landtagswahl – Teil 2. Der Landtagskandidat für den Wahlkreis Hohenlohe sieht die SPD als wichtige Volkspartei in Krisenzeiten, wie wir sie derzeit erleben und fordert einen aktiveren Staat dort, wo der Markt nicht funktioniert: beim Wohnungsbau, bei der Kinderbetreuung und beim Breitbandausbau im ländlichen Raum. Wir haben ihn gefragt, ob der Staat wirklich so gut im managen ist, wenn man an die Krankenhausschließungen und die teilweise schlecht bezahlten Jobs im Gesundheitswesen denkt. Wäre das mit der SPD nicht passiert?
GSCHWÄTZ: Wie realistisch ist denn der Einzug in die Landesregierung im März 2021? Sie haben bei der letzten Landtagswahl 2016 11,5 Prozent erzielt. Man spricht ja sowieso schon sehr viel darüber, inwieweit die SPD noch eine Volkspartei ist. Wie sehen Sie das?
Von der Mitgliederstruktur ist die SPD noch immer eine Volkspartei
Wegener: Ich mache es nicht fest an den Wahlergebnissen, sondern ich schaue in meine Mitgliederschaft. Wenn ich meine Mitglieder als Ortsvereinsvorsitzender oder auch als Kreisvorsitzender anschaue, dann sehe ich, dass ich eine Breite der Gesellschaft habe. Und das ist für mich ein wichtiges Argument dafür, was eigentlich eine Volkspartei ausmacht und vor allen Dingen auch im Hinblick darauf, wie wir uns programmatisch aufstellen. Machen wir Programme für spezielle Gruppen oder nur für ein spezielles Thema oder stellen wir uns breit auf? Und ich arbeite fest daran, dass wir ein besseres Ergebnis einfahren als 2016. Mehr als 11,5 Prozent. Wenn ich das so einfach mal zusammenfassen kann.
GSCHWÄTZ: Kann die SPD als Gewinnerpartei aus der Coronakrise hervorgehen?
„Corona als Chance für die SPD“
Wegener: Ich glaube, die Coronakrise kann eine Chance auch für Parteien sein. Vor allen Dingen auch für die SPD. Weil wir sehen, dass der soziale Zusammenhalt, den wir in den letzten Monaten eingefordert und sowohl politisch aber auch als Gesellschaft aktiv gelebt haben, dass das eben unsere Programmatik ist.
GSCHWÄTZ: Viele sagen aber auch, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt, der immer gefordert wird, nicht besteht. Man sieht es auch in den sozialen Medien, dass viele Gruppen unzufrieden sind. Und viele Bürger sehen, dass die Lasten nicht gleichmäßig auf allen Schulten verteilt sind, sondern es gibt eben welche, die viel stärker belastet sind in dieser Krise als andere. Um mal kleine Ladenbesitzer zu nennen, um Familien zu nennen und berufstätige Mütter zu nennen. Es gibt ja schon eine gewisse Ungleichverteilung auch bei diesen Corona-Maßnahmen.
Perspektiven und Chancen schaffen für die, die von der Krise besonders betroffen sind
Wegener: Das Wichtige ist dabei, dass wir mit den Leuten ins Gespräch kommen. Dass wir mit den Menschen, die stärker als andere belastet sind von dieser Coronakrise und den Pandemiebedingungen, in den Dialog treten. Gerade mit dem lokalen Einzelhandel steht bei mir ein Termin nächste Woche an, weil es mir einfach wichtig ist, zu hören, wie die Lage ist. Aber vor allen Dingen auch: Was kann die Perspektive werden und was ist die Chance? Sie haben gefragt, welches Stimmergebnis ich mir bei dieser Landtagswahl wünsche: Bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg geht es um jede Stimme. Denn das Landtagswahlrecht ist so speziell, dass man eigentlich nicht sagen kann, mit welchem Stimmergebnis reicht es, in den Landtag von Baden-Württemberg einzuziehen. Außer man gewinnt diesen Wahlkreis direkt mit den meisten Stimmen. Und deswegen bin ich bis zum 14. März unterwegs, um zu sagen, dass die Stimme, die Sie haben, bei mir gut aufgehoben ist, weil ich nämlich genau Sie auch in den Mittelpunkt meiner Arbeit rücke.
GSCHWÄTZ: Was glauben Sie denn, warum im Hohenlohekreis bisher so wenig Bürger ihr Kreuz bei der SPD gemacht haben? Der Hohenlohekreis besticht jetzt nicht gerade durch viele SPD-Wähler.
Stimmenwanderung sichtbar – zu AfD und Grünen
Wegener: Wenn Sie sich die Wahlergebnisse der letzten 20 Jahre mal anschauen – da war ich sechs Jahre alt. Das hab ich gemacht, weil mich natürlich interessiert hat, welches Potenzial eigentlich für die SPD hier im ländlichen Raum mal da war. Und da waren wir zwischen 20 und 25 Prozent, bei der Landtagswahl 2011 bei knapp 22 Prozent.
GSCHWÄTZ: Dann kam die AfD…
Wegener: Ja, dann kam die AfD. Aber auch insgesamt hat sich das Stimmergebnis verändert, zum Beispiel auch bei den Grünen. Die Grünen haben natürlich stark zugelegt, vor allen Dingen im ländlichen Raum auf Kosten der CDU, das ist natürlich auch ein Punkt.
GSCHWÄTZ: Auch auf Kosten der SPD vielleicht?
Wegener: Auch auf Kosten der SPD. Aber was will ich damit sagen? Insgesamt ist der Hohenlohekreis durch seine Prägung ein schwieriges Pflaster, um hier vor allen Dingen ein Zweitmandat zu holen. Das Erstmandat war historisch immer in den Händen der CDU. Wir sind ein recht konservativer Kreis, sind ländlicher Raum und anscheinend haben wir als Parteien, vielleicht auch meine Partei, bisher die Menschen nicht überzeugen können, dass wir genauso gute Ideen haben, um den ländlichen Raum zukunftsfest zu machen. Und da setze ich mit meiner Arbeit an.
GSCHWÄTZ: Was würden Sie denn in den nächsten fünf Jahren in Angriff nehmen, wenn Sie denn gewählt werden würden? Im Speziellen für den Hohenlohekreis.
Das Mandat anders verstehen
Wegener: Ich möchte vor allen Dingen die Art und Weise, wie wir ein Landtagsmandat verstehen, ein bisschen verändern. Ich möchte Ansprechpartner sein für die Akteure hier vor Ort. Und es sollte klar sein, dass wenn wir ein politisches Thema haben, das vor Ort brennt, dass dann der Landtagsabgeordnete da sein kann, um zu vermitteln, in Stuttgart anzuklopfen, wo es notwendig ist, aber vor allen Dingen hier in der Fläche als Ansprechpartner dienen kann und vielleicht auch vermitteln kann. Das ist das eine, wie ich ein Landtagsmandat vor allen Dingen verstehen möchte und vor allen Dingen meine politische Arbeit verstehe. Das andere sind die inhaltlichen Punkte. Da sind mir drei Themen sehr wichtig, die wir in Stuttgart im Landtag anpacken müssen, damit sich hier vor Ort sich auch was tut.
Kernthema bezahlbarer Wohnraum
Vor allen Dingen wollen wir die Wohnraum-Thematik auf ein breiteres Fundament stellen, dass jeder Mensch den Wohnraum hier in der Fläche auch für sich findet, den er für sich braucht. Der Bedarf für jemand Junges ist ganz anders als für eine Familie. Oder wenn ich im höheren Alter vielleicht wieder alleine bin oder mit meinem Partner zusammenlebe. Und da stehen wir als SPD und da stehe ich auch als Kandidat hier vor Ort für den bezahlbaren Wohnraum, der vor allen Dingen in Künzelsau und auch in Öhringen gebraucht wird.
GSCHWÄTZ: Wenn ich unterbrechen darf: Die Preise – die Immobilienpreise und auch die Mietpreise – sind exorbitant angestiegen in den vergangenen Jahren.
Staatlicher Wohnungsbau, weil der Markt nicht für die richtigen Wohnungen sorgt
Wegener: Ja, genau. Und jetzt ist der Punkt: Wie kriegen wir das gelöst. Unser Vorschlag ist zu sagen: Okay, wir sehen aktuell, dass der Markt Wohnungen baut, aber der Markt baut uns keine bezahlbaren Wohnungen. Und das bestärkt mich darin, als Sozialdemokrat zu sagen: Da muss es eben der Staat wieder tun. Und da wollen wir mit der Landesbaugesellschaft BW-Wohnen wieder öffentliche Wohnungen bauen. Auf der einen Seite durch das Land, aber wir wollen auf der anderen Seite auch die Kommunen unterstützen, die vor Ort vielleicht nicht unbedingt die Kapazitäten haben, um mit dem Thema Wohnen auch konkret zu werden.
„Beste Bildung und Betreuung“ – mehr Geld in das System der Kinderbetreuung
Das ist das eine. Das zweite ist: Beste Bildung und Betreuung. Wir brauchen die Gebührenfreiheit. Es ist eine Ungerechtigkeit, dass der Wohnort entscheidet, welche Chance ein Kind hat, oder ob Familien entlastet werden. Wir brauchen insgesamt mehr Geld im System der Betreuung, um vor allen Dingen auch die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Die Aufgaben, die heute in der Kita, im Kindergarten geleistet werden, die sind immens. Und die Erzieherinnen und Erzieher leisten da auch eine sehr, sehr, sehr große Arbeit, eine sehr wichtige Aufgabe. Und die gilt es eben auch zu unterstützen. Und wenn wir dann über Erzieherinnen und Erzieher sprechen, da bin ich einfach kommunalpolitisch geprägt. Da müssen wir den Kommunen auch mehr Luft lassen, dass sie vor Ort ihre Schwerpunkte setzen können. Aber das setzt voraus, dass das Land auch stärker mit einsteigt in die frühkindliche Förderung.
Breitbandausbau im ländlichen Raum – der Markt hat versagt
Und das dritte Thema, das ist der Breitbandausbau. Das werden Sie bei vielen anderen Parteien auch hören. Dass der wichtig und richtig ist. Auch hier sehen wir, dass der Markt versagt. Leider wurde dieses Thema privatisiert. Heute sehen wir, dass eigentlich nur das erschlossen wird durch die privaten Telekommunikationsunternehmen, was sich für sie lohnt. Das ist privatwirtschaftlich gedacht. Und deswegen wollen wir als SPD in der Landes-Infrastrukturgesellschaft eigentlich das wieder auffangen. Dass wir auch öffentliche Breitbandnetze bauen und vor allen Dingen auch die Kommunen dabei unterstützen, das bei sich vor Ort zu realisieren. Warum? Weil das ein öffentliches Netz ist und dieses öffentliche Netz auch ein Mehrwert für die Menschen generieren soll am Ende des Tages. Und da ist mir vor allen Dingen wichtig, dass wir in der Fläche dieses Thema Glasfaser immer thematisieren, immer ansprechen. Wir brauchen keine andere Technologien langfristig, weil die eben nicht zukunftsfest sind.
Wohnungsbau, Kinderbetreuung, Breitband: drei Themen für die Zukunft des ländlichen Raums
Das sind drei Themen: Bezahlbarer Wohnraum, beste Bildung und Betreuung und vor allen Dingen eben Breitbandausbau mit Glasfaser in der Fläche, damit die ländlichen Räume auch Zukunft haben. Über Corona hinaus.
GSCHWÄTZ: Sprich: Mehr Staat, wenn ich es jetzt richtig verstanden habe.
Corona-Bilanz: Mehr staatliche Aktivität nach Wegener notwendig
Wegener: Genau, da haben Sie recht. Corona zeigt uns vielleicht, wo wir auch ein bisschen Bilanz der Politik der vergangenen 20, 30 Jahre ziehen können. Und da lief vieles gut. Aber wir sehen auch, dass beispielsweise dieser Privatisierungsgedanke in vielen Bereichen nicht unbedingt sinnvoll war. Und jetzt könnte man sagen, man lässt es einfach weiterlaufen. Das ist aber nicht unser Anspruch und mein Anspruch als Sozialdemokrat, sondern wir sagen: Wir brauchen eigentlich wieder einen aktiveren Staat. Corona beschleunigt eigentlich nur diese Erkenntnis.
GSCHWÄTZ: Aber Staat ist ja nicht gleich besser. Ich sage jetzt nochmal das Stichwort Gesundheitswesen und Gesundheitssystem. Da ist ja eigentlich viel in staatlicher Hand gewesen. Es wurde hier auch bei uns vor Ort in Künzelsau immer stärker auf die Zahlen geschaut. Aber im Grundgesetz verankert steht, dass der Staat eine soziale Aufgabe hat.
Wegener: Genau. Aber das spricht ja genau dafür, dass wir sagen, wir brauchen wieder diesen aktiven Staat.
GSCHWÄTZ: Hätten wir mit der SPD wieder mehr kleine Krankenhäuser?
„Mir geht’s darum, dass vor allen Dingen die Ärzt:innen in der Fläche da sind.“
Wegener: Eine dezentrale medizinische Versorgung auf jeden Fall. Die Digitalisierung wird auch in dem Bereich einiges verändern. Aber ich wünsche mir – da steht auch die SPD dafür – dass wir trotzdem eine dezentrale Gesundheitsversorgung auf dem Land garantieren können. Ob das allein nur ein Krankenhaus sein muss, das gilt es dann zu diskutieren. Aber mir geht’s darum, dass vor allen Dingen die Ärztinnen und Ärzte in der Fläche da sind.
GSCHWÄTZ: Aber die Ärzte kommen ja oft auch wegen dem Krankenhaus, weil ja das eine von dem anderen abhängt. Die Ärzte hier vor Ort haben uns gesagt, wir haben ein Problem, wenn ein Haus zumacht. Wenn das Krankenhaus geschlossen wird, haben wir schon eine schlechtere Gesundheitsinfrastruktur. Also das eine bedingt ja letzten Endes auch das andere bezüglich Attraktivität eines Standortes.
Medizinische Versorgung im ländlichen Raum neu und vernetzter denken
Wegener: Das gilt es auf jeden Fall zu diskutieren und weiterhin auf dem Schirm zu haben. Und gerade bei uns in der Fläche ist die Krankenhausdiskussion sehr wichtig. Und da sehen wir, dass wir in den letzten Jahren doch zu stark auf die Zahlen haben gucken müssen. Und das darf es eben nicht sein. Deswegen brauchen wir den aktiven Staat, der gerade in dem Bereich, auch den Krankenhäusern, den Trägern ein bisschen mehr Luft verschafft, damit sie auch dezentral ihre Angebote anbieten können. Wenn wir heute im Hohenlohekreis darüber sprechen, dann geht es eben darum, wie wir jetzt – die Entscheidungen sind gefallen, die Pläne für den Neubau in Öhringen stehen – diese medizinische Versorgung hier im ländlichen Raum vielleicht auch neu denken. Aber vor allen Dingen vernetzter denken, wie das vielleicht vorher der Fall war. Und da braucht man auch nicht nur aktive Gemeinderä:iinnen und Kreisrät:innen, sondern eben auch Landtagsabgeordnete, die hier unterwegs sind und vielleicht hier auch vermitteln können.
GSCHWÄTZ: Sie wohnen in Öhringen, Sie würden dann nicht nur für Öhringen sprechen, wenn sie im Landtag sitzen würden, sondern auch für Künzelsau und für all die anderen Orte, die der Hohenlohekreis beinhaltet. Auch das Jagsttal ist ein strukturelles Problem, weil da ganz viel schon weggebrochen ist in diesem Bereich des Hohenlohekreis.
„Mein Wahlkreis sind 22 Städte und Gemeinden“
Wegener: Selbstverständlich. Mein Wahlkreis sind 22 Städte und Gemeinden, 16 Städte und Gemeinden aus dem Hohenlohekreis, sechs aus dem Landkreis Schwäbisch Hall, in denen ich bisher auch unterwegs war. Und es ist mir wichtig, Gespräche mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern zu führen und zu hören, was ist politisch vor Ort los. Aber vor allen Dingen auch mit den Menschen in einen Austausch zu treten. Wenn Sie als Landtagskandidat unterwegs sind in Hohenlohe, dann merken Sie einfach diese besondere Topographie, die wir auch haben mit dem Jagsttal und mit dem Kochertal.
GSCHWÄTZ: Unterschiedliche Menschen sind wahrscheinlich auch unterschiedliche Probleme, oder?
Infrastruktur für einen lebenswerten ländlichen Raum
Wegener: Wenn Sie vor Ort in den Kommunen unterwegs sind, dann wird ihnen jeder Bürgermeister sagen, dass die gleichen Herausforderungen da sind. Aber die Mittel, die sie vor Ort haben, sind eben unterschiedlich verteilt. Und das ist wiederum für mich der große Ansporn: Da dürfen sich die Landespolitik und die Bundespolitik nicht zurücklehnen, sondern müssen den Kommunen zur Seite stehen, dass vor allen Dingen der Mehrwert vor Ort auch generiert wird. Dass die Bürgerinnen und Bürger vor Ort wissen: Auch wenn ich mich im Jagsttal niederlasse, wenn ich dort wohne, aufgewachsen bin, vielleicht auch zurückkehre, dass ich da auch in Zukunft gut leben kann und vor allen Dingen auch vielleicht einen guten Arbeitsplatz habe, einen kurzen Pendelweg und ein gutes öffentliches Nahverkehrssystem. Dass es sich lohnt, hier zu leben, in einem lebenswerten ländlichen Raum.
Das Wichtige ist dabei, dass wir mit den Leuten ins Gespräch kommen. Dass wir mit den Menschen, die stärker als andere belastet sind von dieser Coronakrise und den Pandemiebedingungen, in den Dialog treten.
Das macht viele Punkte aus, da sind wir beim Thema Gesundheitsversorgung, im Bereich Bildung. Wir sind da beim Bereich öffentlicher Nahverkehr. Wenn wir über Zukunft des ländlichen Raumes sprechen, dann muss es eine ehrliche Diskussion sein. Und da gibt’s halt keine einfachen Antworten, sondern wir müssen diese Punkte aufmachen und genau an dieser Schiene, diese Zukunft des ländlichen Raumes auch diskutieren. Aber ich glaube, das geht. Und das geht nur dann, wenn einerseits die Personen, die politisch Verantwortung tragen, gemeinsam mit der hiesigen Wirtschaft, aber vor allen Dingen auch mit den Bürgerinnen und Bürgern, diese Zukunft gemeinsam gestalten.
GSCHWÄTZ: Eine Frage zum Schluss: Da sie beruflich derzeit relativ viel machen, viel eingespannt sind, viel Erfahrungen vielleicht auch gesammelt haben – was würden Sie tun, wenn Sie gewählt werden mit Ihrer Arbeit bei Josip Juratovic, mit den Stellen an den Unis?
„Das Landtagsmandat ist ein Vollzeit-Job und so will ich ihn auch leben.“
Wegener: Das Landtagsmandat ist ein Vollzeit-Job und so will ich ihn auch leben. Worauf ich ungern verzichten würde, wäre die Lehrtätigkeit an der Hochschule in Ludwigsburg, weil mir das sehr viel Spaß macht. Das Thema Europa und Kommunen ist mir verdammt wichtig und da würde ich mir gerne auch weiterhin den Kalender dahingehend freiräumen, dass ich das auch hinbekomme. Aber klar, das Landtagsmandat ist ein Fulltime-Job. Dem möchte ich auch sehr gerne nachgehen. Was allerdings meine Ehrenämter angeht, die möchte ich auch gerne beibehalten, als Stadtrat, aber auch bei der AWO. Das ist eine der Verankerungen, die ich auch als Landtagsabgeordneter brauche, um zu wissen, was auf der kommunalen Ebene passiert.