„Keine Musterknaben“
Als am Samstagabend, den 22. Oktober 2022, wieder einmal die Polizei zu einem Einsatz ausrücken musste, den ein junger Gambier verübt hatte (er wollte Alkohol im Lidl in Krautheim klauen), wusste Krautheims Bürgermeister Andreas Köhler laut eigenen Aussagen nicht, dass der Mann wieder auf freiem Fuß ist. Eigentlich sollte er in noch in der Psychiatrie sein. Aus dieser wurde er jedoch laut Köhler vorzeitig wieder nach nur zwei anstatt vier Wochen entlassen.
Versuchte gefährliche Körperverletzung
Auch die Polizei im Hohenlohekreis kennt den Mann zur Genüge. „Dem Mann werden mehrere Straftaten zur Last gelegt. Gegen ihn wird wegen Diebstahls, Sachbeschädigung, Leistungserschleichung und versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt“, sagt Annika Grundbrecher von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Heilbronn auf GSCHWÄTZ-Nachfrage.
Auch Kirche als Vermieter nun alarmiert
In Krautheim haben mittlerweile einige Einwohner:innen Angst vor diesem Mann, insbesondere Eltern, da er eigentlich in das ehemalige Schwesternwohnheim kommen sollte, das sich direkt neben dem Kindergarten befindet (wir berichteten). Laut Rathauschef Köhler habe die Stadt Krautheim derzeit keine anderen geeigneten Unterkünfte für Flüchtlinge als dieses Haus, das der Kirche gehört, aber an die Stadt als Flüchtlingsunterkunft vermietet werden soll. Nun sei, so Gerüchte, auch die Kirche alarmiert und prüft, inwieweit sie vom Mietvertrag noch zurücktreten könne. Nach wochenlangen Protesten von Eltern, hat nun Köhler hat gegenüber GSCHWÄTZ betont, dass dieser Gambier definitiv nicht in dieses Gebäude neben den Kindergarten kommen soll. Doch wohin mit ihm?
Eventuell Überwachungskameras
Das etwa dreimal so große Gebäude in Oberginsbach wird demnächst an Flüchtlingsfamilien aus der Ukraine vorbereitet. Rund 50 sollen im Frühjahr dort einziehen. Bis dahin muss das Haus saniert werden, da die besagten Männer, die dort bislang gewohnt und nun nach Krautheim gebracht werden soll, das Haus ziemlich beschädigt hätten. Während Köhler einen Hauptschuldigen dafür sieht, und zwar der Gambier und die anderen Männer zwar auch nicht als „Musterknaben“ betrachtet, aber „da ist keiner dabei, der Straftaten begeht“, sehen die Eltern den anderen Männern auch mit Besorgnis entgegen. Denn auch über sie wurde ihnen von den Oberginsbächern einiges erzählt. Drogen. Alkohol. Diebstahlsdelikte und dergleichen. Kähler könne sich vorstellen, Überwachungskameras auf dem Grundstück des ehemaligen Schwesternwohnheimes in Krautheim zu installieren, sobald die Männer eingezogen seien. Aber hier müsse er den Datenschutz prüfen.
Der Gambier bleibe eventuell erst einmal in Oberginsbach, überlegt Köhler gegenüber GSCHWÄTZ, bis die ukrainischen Familien kämen. Eine Dauerlösung gäbe es aber noch nicht für ihn. Die Krux dabei: Eben dieser Gambier habe laut Köhler 37 Fensterscheiben allein in dem Gebäude in Oberginsbach eingeschlagen, das nun saniert werden müsse für die ukrainischen Familien. Aber wie kann man ein Gebäude sanieren, während der Haupttäter noch in diesem Gebäude wohnt?
Einweisung in die JVA
Im Rahmen des Einsatzes am Lidl in Krautheim am Samstag wurde nun ein Haftbefehl, der gegen den 24-Jährigen bestand, von der Polizei vollstreckt. Der Mann wurde dem Haftrichter vorgeführt, der den Haftbefehl eröffnete und den Tatverdächtigen in eine JVA (Justizvollzugsanstalt) einweisen ließ. Köhler und viele Einwohner:innen Krautheims hoffen, dass der Gambier nun länger hinter Gittern bleibt.
Text: Dr. Sandra Hartmann
Foto: Eltern wie (von links) Nadine Horinek, Tanja Sordel, Lena Pflüger und Christine Koppe haben Angst um ihre Kinder. Foto: GSCHWÄTZ













